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Bonussystem: Verbraucherschützer ziehen Klage gegen Rewes Rabatt-Werbung zurück


Die Rewe-Bonus-App sorgt für Streit

Kunden der Supermarktkette können sich in der App Bonus-Coupons sichern. Verbraucherschützer halten die Praxis allerdings für irreführend. Zwei Gerichte kommen zu unterschiedlichen Einschätzungen.

Im Streit um Rabatt-Werbung in der Rewe-App hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg eine Klage gegen den Lebensmittelhändler zurückgenommen. Das teilte eine Sprecherin des Oberlandesgerichts (OLG) Köln der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Senat habe eine andere Auffassung als die Vorinstanz, hieß es. Damit ist das Urteil des Landgerichts Köln gegenstandslos.

Im konkreten Fall ging es unter anderem um Werbung für Weintrauben und Sekt in der Rewe-App. Nutzer können sich beim Kauf bestimmter Produkte einen Bonus-Coupon in Höhe eines festen Eurobetrags sichern, den sie später einlösen dürfen. Verbraucherschützer hielten die Darstellung für irreführend, weil neben den Artikeln zwar der Bonus, nicht aber der Produktpreis angezeigt werde. Ohne Preisangabe könnten Verbraucher jedoch keine informierte Kaufentscheidung treffen.

Das Gericht gab ihnen im November 2025 recht. Rewe legte daraufhin Berufung ein, das Urteil wurde deshalb nicht rechtskräftig. Die Richter des OLG Köln bewerteten den Fall nun anders. Sie sahen in der betreffenden Werbung keine Verpflichtung für Rewe, weitere Preisangaben zu machen, und stuften die Klage als unbegründet ein.

So reagieren Verbraucherschützer und Rewe

Gabriele Bernhardt von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sagte: „Das OLG hat in der mündlichen Verhandlung sehr deutlich gemacht, dass es auf die Berufung der Gegenseite unsere Klage zurückweisen wird.“ Deshalb habe man sie zurückgenommen. Rewe teilte auf Nachfrage mit: „Wir freuen uns, dass das OLG Köln unsere Rechtsauffassung bestätigt hat.“

Treue-Apps von Lebensmittelhändlern waren zuletzt mehrfach Thema vor Gericht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband verklagte die Discounter Penny und Netto. Moniert wurde, dass nur angemeldete Kunden besondere App-Rabatte erhalten. Die Klagen wurden abgewiesen, im Fall Penny wurde Revision zugelassen.

Im September 2025 scheiterten Verbraucherschützer mit einer Klage gegen Lidl vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Sie kritisierten, die App sei entgegen den Teilnahmebedingungen nicht kostenlos, weil Nutzer mit ihren Daten zahlten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband zog deshalb vor den Bundesgerichtshof.

Umfrage: App-Nutzer kaufen mehr

In den Treue-Apps erhalten Kunden exklusive Vorteile und Rabatte, wenn sie sich registrieren. Händler gewinnen dadurch loyalere Kunden und deren Daten, die zeigen, was Käufer wollen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln verwenden gut 90 Prozent der Menschen Bonus-Apps. Ob diese die Kundenbindung stärken, ist jedoch fraglich. Nutzer haben der Befragung zufolge im Schnitt 4,2 Apps von Händlern installiert. Jeder Zweite wechselt nach eigenen Angaben für die besten Vorteile häufig zwischen Apps. Ebenso viele haben das Gefühl, dabei kaum Geld zu sparen. Das IFH befragte im Februar 1.000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren.



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Guerilla Marketing in Düsseldorf: Freixenet prostet Fans zu, die für Bad Bunny Spanisch lernen


Der Spruch ist eine direkte Anspielung auf den puerto-ricanischen Superstar Bad Bunny

Am Wochenende stand Düsseldorf ganz im Zeichen der riesigen Doppelkonzert-Show eines der weltweit erfolgreichsten Musikers: Bad Bunny gab am Samstag und Sonntag zwei exklusives Deutschland-Konzerte in der Merkur-Spiel-Arena. Die spanische Schaumweinmarke Freixenet und die Agentur Social Match by We Are Era nutzten das Event für einen sympathischen Guerilla-Marketing-Stunt.

Den zehntausenden Fans, die am Wochenende nach Düsseldorf pilgerten, um den puerto-ricanischen Latin-Rap-Star auf der Bühne zu sehen

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Ernährungskampagne: Lidl holt HeimatTBWA an Bord und schrumpft Wigald Boning


Lidl wirbt mit Wigald Boning

Die Advertising-Sparte von Omnicom hatte seit der Integration von Interpublic wenig Positives zu verkünden. Den Verlust von Prestigekunden wie Henkel, Hornbach und Teekanne bewerten Experten als Alarmsignal. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer, wie die neue Kampagne von Lidl zeigt.

Dass sich Lidl vom Modell der kreativen Leadagentur verabschiedet hat und stattdessen auf ein Pool-Modell setzt, ist

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State of AI 2026: Nutzung verdoppelt sich, Markt konzentriert sich


State of AI 2026: KI-Nutzung verdoppelt sich, vier Milliarden US-Dollar Consumer Spend, eine Milliarde ChatGPT-Nutzer:innen. KI wird zurm Discovery Layer für Suche, Shopping und Werbung – und der Markt bleibt extrem konzentriert.

Nutzer:innen verbringen im ersten Halbjahr 2026 doppelt so viel Zeit mit Generative AI Apps wie im Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung zeigt, wie stark sich KI-Dienste bereits in den digitalen Alltag integriert haben. Sie sind längst mehr als Produktivitäts-Tools und entwickeln sich zunehmend zu zentralen Einstiegspunkten digitaler Nutzung.

AI is no longer a standalone category—it is becoming a behavioral and commercial layer across the internet,

schreibt Sensor Tower mehrfach im neuen State of AI 2026 Report.

  • In Assistants verschiebt sich der Markt von Dominanz zu Wettbewerb.
  • In Commerce verändert KI, wie Nutzer:innen Produkte entdecken und kaufen.
  • In Advertising wird sie zugleich Medium und Botschaft.
  • Und in Apps entwickelt sie sich vom Produkt zum Standard-Feature.

Kaum verwunderlich ist daher, dass die KI-Wirtschaft selbst auf Rekordwerte zusteuert: mehr als vier Milliarden US-Dollar Consumer Spend und 36 Milliarden Stunden Nutzung allein im ersten Halbjahr 2026.

Wir blicken auf die weiteren wichtigen Erkenntnisse des State of AI 2026 Reports des Marktanalyseunternehmens, der Entwicklungen im ersten Halbjahr 2026 auf Basis von App-, Web- und Werbedaten aufzeigt.


GPT-5.6:
Kommt OpenAIs neues KI-Modell schon nächste Woche?

OpenAI Branding
Das neue OpenAI Branding vor Fotografie, © OpenAI

ChatGPT bleibt die Nummer 1 – verliert aber erstmals Marktanteile

ChatGPT hat die Marke von einer Milliarde monatlich aktiven Nutzer:innen schneller erreicht als jede andere App zuvor.

Die Grafik zeigt, wie schnell große digitale Plattformen die Marke von einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer:innen erreicht haben. ChatGPT liegt deutlich vor Unternehmen wie Google, Meta oder TikTok und ist die am schnellsten wachsende Anwendung im Vergleich.
Balkendiagramm zum Vergleich der Zeit bis 1 Milliarde monatlich aktiver Nutzer:innen, © Sensor Tower

Und mit 215 Minuten Nutzungszeit pro User und Monat bleibt ChatGPT auch der meistgenutzte KI-Dienst. Der Rekordlauf schützt den KI-Dienst jedoch nicht vor der erstarkten Konkurrenz. Im März 2026 fiel der Marktanteil von ChatGPT an der sogenannten True Audience – also der plattformübergreifenden Reichweite über Apps, Mobile Web und Desktop – erstmals unter 50 Prozent.

Flächendiagramm zur Marktverteilung von KI-Assistants weltweit mit ChatGPT, Gemini, Claude, Grok, DeepSeek und weiteren Anbieter:innen.
Marktanteile führender KI-Assistants nach True Audience (Web und Mobile), © Sensor Tower

Davon profitierten vor allem Google Gemini und Claude, die in vielen wichtigen Märkten an Reichweite gewinnen konnten. Denn auch wenn immer mehr KI-Unternehmen in den Markt drängen, bleibt die Nutzung stark konzentriert. ChatGPT, Google Gemini und DeepSeek vereinten im ersten Quartal 2026 zusammen nahezu 90 Prozent der gesamten Nutzungszeit im Markt für KI-Assistants auf sich.

Gemini und Claude holen mit hohem Tempo auf

Laut Sensor Tower werden Nutzer:innen weltweit im ersten Halbjahr 2026 36 Milliarden Stunden in Generative AI Apps verbringen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 17 Milliarden Stunden. Innerhalb von nur zwölf Monaten hat sich die Nutzung damit mehr als verdoppelt.

Google Gemini und Claude verzeichnen derzeit die höchsten Wachstumsraten im Markt. Bei Gemini stieg die durchschnittliche monatliche Nutzungszeit innerhalb eines Jahres von 14 auf rund 100 Minuten. Claude legte im selben Zeitraum von 40 auf etwa 120 Minuten zu.

Besonders dynamisch entwickelt sich Claude. Die Reichweite des KI-Assistants stieg im Jahresvergleich um 452 Prozent. In den USA wuchs der Marktanteil von 4,4 auf knapp 14 Prozent. Gleichzeitig gelingt es Anthropic zunehmend, Nutzer:innen langfristig zu binden und die Lücke zu ChatGPT zu verkleinern.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich Claude als Alternative für anspruchsvollere Anwendungsfälle etabliert – insbesondere für Research, Wissensarbeit und Coding. Gemini profitiert wiederum von der tiefen Integration in das Google-Ökosystem und gewinnt vor allem in Europa, den USA, Japan und Südkorea kontinuierlich an Reichweite.


Anthropic sorgte jüngst abseits der Wachstumszahlen für Schlagzeilen. Das KI-Unternehmen veröffentlichte Anfang Juni mit Claude Fable 5 und Claude Mythos die leistungsfähigsten KI-Modelle der Mythos-Reihe. Es sind die besten, aber auch gefährlichsten Modelle des Unternehmens bisher. Wenige Tage nach dem Launch deaktivierte Anthropic die Modelle weltweit, nachdem die US-Regierung Beschränkungen für den Zugang ausländischer Personen angeordnet hatte.

Claude Fable 5 und Claude Mythos 5:
Jetzt kommen die gefährlichen KI-Modelle

beigefarbener Hintergrund, Schmetterlinge in Form einer Fünf im Vordergrund
© Anthropic via Canva

Die Daten sprechen weniger für ein Winner-takes-all-Szenario als für eine Multi-Assistant-Nutzung. Viele Nutzer:innen scheinen KI-Dienste je nach Aufgabe auszuwählen: ChatGPT für allgemeine Anfragen, Claude für Research und Coding, Gemini für Anwendungen im Google-Ökosystem.

Vier Milliarden US-Dollar Consumer App Spend machen den KI-Markt endgültig zum Milliarden-Business

Die KI-Wirtschaft erreicht mit vier Milliarden US-Dollar Consumer Spend ein neues Umsatzniveau und entwickelt sich damit endgültig zu einem skalierbaren Milliardenmarkt.

Mit der steigenden Relevanz wächst auch die Bereitschaft, für leistungsfähigere Modelle und Premium-Features zu bezahlen. Claude etwa hat den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer:in (ARPU) auf Mobilgeräten in den USA innerhalb von acht Monaten von weniger als 50 Cent auf 2,76 US-Dollar gesteigert.

Das steigende wirtschaftliche Potenzial rückt die gesamte Branche stärker in Richtung Kapitalmarkt. Nach Anthropic bereitet nun auch OpenAI den IPO vor. Das KI-Unternehmen könnte dabei die Billionenmarke knacken.

Die steigende Zahlungsbereitschaft schlägt sich inzwischen auch in den Marketing-Budgets der Anbieter:innen nieder. Laut Sensor Tower flossen allein im ersten Quartal 2026 rund 1,3 Milliarden US-Dollar in digitale Werbekampagnen mit KI-Bezug. OpenAI erhöhte seine Werbeausgaben im Jahresvergleich um mehr als 800 Prozent, Anthropic sogar um über 1.100 Prozent.

Mehr als 200.000 Apps werben inzwischen mit KI

Die Report-Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI für viele Nutzer:innen zunehmend zur erwarteten Standardfunktion wird. Viele erwarten entsprechende Funktionen als festen Bestandteil digitaler Produkte. Laut Sensor Tower werben daher inzwischen mehr als 200.000 Apps im Apple App Store und Google Play Store aktiv mit KI-Funktionen in ihren Beschreibungen. Apps, die KI-Begriffe in Titel, Beschreibung oder Keywords verwenden, steuern im ersten Halbjahr 2026 auf nahezu zehn Milliarden Downloads zu.

Besonders stark wächst das Interesse in Kategorien, die lange nicht als klassische KI-Märkte galten. In Health & Wellness stiegen Downloads über Suchanfragen mit dem Keyword „AI“ im Jahresvergleich um 651 Prozent, in Financial Services um 536 Prozent. Auch Bereiche wie Education, Utilities und Productivity verzeichnen deutliche Zuwächse.

Balkendiagramm zu Werbeausgaben und Ad Impressions von KI-Unternehmen im Zeitverlauf.
Digitale Werbeausgaben und Reichweite von Gen AI-Unternehmen, © Sensor Tower

KI wird zum neuen Discovery Layer im E-Commerce

Die Produktsuche verlagert sich zunehmend in KI-Dienste. Nutzer:innen lassen sich Produkte erklären, vergleichen Alternativen oder holen Empfehlungen ein, bevor sie überhaupt einen Online Shop besuchen. Sensor Tower beschreibt KI deshalb mehrfach als neuen „Discovery Layer“ des Internets. Zwischen dem vierten Quartal 2024 und dem ersten Quartal 2026 ist der durch generative KI ausgelöste Traffic auf Shopping Websites in allen großen Einzelhandelskategorien gestiegen.

Diagramm zum Anteil von GenAI Traffic auf Shopping Websites nach Kategorien wie Electronics, Apparel und Home & Garden.
KI-getriebener Traffic zu Shopping Websites nach Subgenre, © Sensor Tower

Am stärksten fiel das Wachstum im Bereich Computer und Unterhaltungselektronik aus, wo sich der KI-getriebene Traffic nahezu vervierfachte. Auch Home & Garden sowie Sport & Outdoor verzeichneten deutliche Zuwächse und lagen jeweils bei über 0,35 Prozent der gesamten Website-Besuche.

Bei großen E-Commerce-Unternehmen lässt sich dieser Wandel bereits messen. Während Walmart und Target durch Kooperationen mit OpenAI inzwischen mehr als 1,5 Prozent ihres Referral Traffics über KI-Systeme erhalten, liegt der Anteil bei Amazon laut Sensor Tower bei 0,5 Prozent.

Einen möglichen Grund sieht Sensor Tower im Umgang der Unternehmen mit KI-Crawlern. Diese erfassen Informationen aus Websites und Produktkatalogen, damit KI-Assistants Produkte und Marken in ihren Antworten berücksichtigen können. Während Walmart und Target ihre Inhalte stärker für KI-Systeme zugänglich machen, verfolgt Amazon bislang einen deutlich zurückhaltenderen Ansatz.

Die Entwicklung erinnert an die Anfänge der Suchmaschinenoptimierung. Damals begann der Wettbewerb um Sichtbarkeit bei Google. Heute entsteht ein ähnlicher Wettlauf um Präsenz in ChatGPT, Gemini und anderen KI-Assistants.

Für Händler:innen und Marken hat das direkte Auswirkungen. Wer in den Antworten der Systeme nicht auftaucht, verliert Aufmerksamkeit, bevor klassische SEO-, Paid- oder Social-Media-Maßnahmen überhaupt greifen können.

Wer mit KI shoppt, kauft häufiger und gibt mehr Geld aus

Der Einfluss von KI endet jedoch nicht bei der Produktsuche. Erste Kennzahlen deuten darauf hin, dass KI zunehmend auch beeinflusst, welche Produkte Nutzer:innen tatsächlich kaufen.

Mit Rufus bei Amazon und Sparky bei Walmart entstehen derzeit erste größere Beispiele für Agentic Shopping. KI-Assistants übernehmen dabei Aufgaben, die bislang von Suchmaschinen, Produktfiltern oder Verkaufsberater:innen erfüllt wurden. Sie erklären Produkte, vergleichen Alternativen und begleiten Nutzer:innen bis zur Kaufentscheidung.

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen erste Kennzahlen. Nutzer:innen von Amazons KI-Assistant Rufus konvertieren laut Sensor Tower nahezu doppelt so häufig wie andere Amazon-Kund:innen. Bei Walmart legte die tägliche Nutzung von Sparky innerhalb weniger Monate um fast 50 Prozent zu. Gleichzeitig liegt der durchschnittliche Warenkorbwert von Sparky-Nutzer:innen 35 Prozent über dem von Walmart-Kund:innen, die den KI-Assistant nicht nutzen.

Liniendiagramm zur Conversion Rate bei Amazon mit und ohne KI-Assistant Rufus.
Conversion-Vergleich zwischen Rufus-Nutzer:innen und Nicht-Nutzer:innen, © Sensor Tower

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