Künstliche Intelligenz
Rocket Lab kauft Iridium: Konkurrenz für SpaceX im Satellitenmarkt
Das Raumfahrtunternehmen Rocket Lab hat am Montag, den 29. Juni, angekündigt, Iridium Communications für 8 Milliarden US-Dollar zu schlucken. Der Abschluss der Transaktion wird für Mitte 2027 erwartet, ausstehend sind noch Aktionärs- und Regulierungsfreigaben. Rocket Lab wird im Rahmen einer Bar- und Aktientransaktion alle ausstehenden Stammaktien von Iridium für 54 US-Dollar pro Aktie erwerben. Sollte die Übernahme glücken, erhält das Unternehmen die Kontrolle über eine Satellitenflotte und Zugang zu Funkressourcen, mit denen es mit SpaceX konkurrieren könnte.
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Vom Satellit aufs Handy
Rocket Lab und Iridium sagen in ihrer Ankündigung, dass das Unternehmen „die führenden Startkapazitäten und die Satellitenfertigung von Rocket Lab mit dem globalen Satellitenkommunikationsnetzwerk, den Frequenzressourcen und dem mehr als 500 Partner umfassenden Ökosystem von Iridium“ vereine.
Ziel sei der Aufbau „eines wettbewerbsfähigen, vertikal integrierten Raumfahrtunternehmens“, das „eigene Satellitenkonstellationen entwirft, baut, startet und betreibt und so Millionen von Nutzern weltweit wichtige Kommunikationsmöglichkeiten bietet“.
Durch die Transaktion erhalte Rocket Lab Zugriff auf weltraumgestützte Anwendungen, darunter sowohl proprietäre als auch auf Standards basierende Satelliten-IoT- und Direct-to-Device-Dienste (D2D), PNT (Positioning, Navigation und Timing) sowie lebenswichtige Sicherheitsdienste. Rocket Lab wird damit von einem Raumfahrtunternehmen von heute auf morgen zum Anbieter satellitenbasierter Kommunikationsdienste.
Zurzeit betreibt Iridium Communications eine Konstellation aus 66 Satelliten in der erdnahen Umlaufbahn (Low Earth Orbit – LEO), über die Mobiltelefone und andere Geräte verbunden werden können. Die Frequenzrechte, über die das Unternehmen verfüge, um diese Geräte mit seinen Satelliten zu verbinden, können weltweit genutzt werden, was sie besonders wertvoll mache, ordnet das Wall Street Journal ein.
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Das weltweit harmonisierte L-Band-Frequenzspektrum von Iridium und das Satellitennetzwerk in der erdnahen Umlaufbahn bilden laut Ankündigung „eine sichere und widerstandsfähige Grundlage für zuverlässige Satellitenkommunikation in den Bereichen Regierung, Verteidigung, Luftfahrt, Schifffahrt und Wirtschaft“. Durch den Deal übernimmt Rocket Lab zugleich eine Kundenbasis von mehr als 2,55 Millionen Abonnenten.
Wachstum und strategische Bedeutung
„Dies ist ein entscheidender Moment für die Raumfahrtindustrie und der Beginn einer neuen Ära strategischen, beschleunigten Wachstums für Rocket Lab und Iridium“, sagt Sir Peter Beck, Gründer und CEO von Rocket Lab. Weiter sagt er, dass Iridium „den Goldstandard für sichere, sicherheitskritische globale Satellitenkonnektivität etabliert“ habe. „Darauf verlassen sich maritime Flotten, die Luftfahrtindustrie, Regierungen und Unternehmen der Schwerindustrie, die an den entlegensten, netzunabhängigen Standorten tätig sind.“
Neben dem neuen Player Rocket Lab mit Iridium mischt vor allem SpaceX im Bereich der Satellitenkommunikation mit. SpaceX hat sich hierfür unter anderem die Frequenzbestände von EchoStar gesichert. Amazon will für seine Leo-Satellitenpläne den Satellitenkommunikationspionier Globalstar übernehmen, und der luxemburgische Satellitenbetreiber SES hat im vergangenen Jahr die Übernahme von Intelsat abgeschlossen.
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(afl)
Künstliche Intelligenz
Chips übertrumpfen Autos: Mexiko profitiert vom KI-Boom
Mexiko profitiert vom KI-Boom in den Vereinigten Staaten. Seine begehrten KI-Chips lässt Nvidia zwar größtenteils vom Auftragsfertiger TSMC in Taiwan produzieren; die Serverschränke für die Rechenzentren aber montiert der US-Chipkonzern zunehmend in Mexiko. Das berichtet die Germany Trade and Invest (GTAI), die Wirtschaftsförderungsagentur des Bundes.
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Der taiwanesische Auftragsfertiger Foxconn setzt dem Bericht zufolge in Mexikos zweitgrößter Stadt Guadalajara für Nvidia die KI-Server GB200 zusammen. Das Unternehmen hat dort in den vergangenen Jahren über sein Tochterunternehmen Ingrasys rund 400 Millionen US-Dollar in den Aufbau der Produktion der KI-Server investiert. Bislang stellte Foxconn, das bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in Mexiko tätig ist, vor allem Konsumentenelektronik in Chihuahua, Tijuana und Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA her.
Zahlreiche multinationale Unternehmen folgen diesem Geschäftsmodell: Sie importieren Hightech-Komponenten aus Asien, montieren sie in Mexiko und liefern anschließend in die USA. In Mexiko sind die Arbeitskräfte günstig, und das Land verfügt über viel Erfahrung in der Montage von Elektronikprodukten wie Fernsehern und Laptops. Vor allem aber ist Mexiko über das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA mit dem US-amerikanischen und dem kanadischen Markt verbunden – ein enormer Standortvorteil.
Überraschende Zahlen
GTAI verweist auf überraschende Zahlen der mexikanischen Zentralbank. Demnach überstiegen die Exporte von Rechenprozessoren im vergangenen Jahr mit 69,4 Milliarden US-Dollar erstmals die von Autos mit 58,6 Milliarden US-Dollar – ein Trend, der sich in diesem Jahr fortgesetzt und verstärkt hat. Im April lagen die Ausfuhren von Prozessoren demnach knapp viermal so hoch wie die Pkw-Exporte. Zugleich stiegen die Importe aus Taiwan rasant. Das Land ist mittlerweile Mexikos drittwichtigster Handelspartner – nach den USA und China und noch vor Deutschland.
Deutsche Unternehmen in Mexiko sind laut GTAI zwar kaum direkt im Chipgeschäft tätig, profitieren aber ebenfalls vom hohen Bedarf an verschiedenen Komponenten für KI-Rechenzentren und deren Stromversorgung. Dazu zählen Phoenix Contact mit Sitz im lippischen Blomberg, das Komponenten und Systeme in den Bereichen der Elektrotechnik, Elektronik und Automation anbietet, der Münchner Anbieter von Kühlsystemen, Güntner, aber auch Konzerne wie Bosch oder Siemens.
Kritiker bemängeln derweil, dass trotz der beeindruckenden Zahlen wenig Wertschöpfung in Mexiko selbst bleibe. Die Regierung in Mexiko-Stadt möchte deshalb verstärkt strategische Projekte anziehen, die es dem Land ermöglichen, an der globalen technologischen Transformation teilzunehmen. In ihrem „Plan México 2030“, der nationalen Wirtschaftsstrategie, wird die Halbleiterbranche als einer von neun strategischen Sektoren genannt, in denen Steueranreize die heimische Produktion ankurbeln sollen.
Querétaro als Hub für Rechenzentren
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Diese Strategie zeitigt erste Erfolge. Die installierte Rechenkapazität in Mexiko selbst nimmt zu. Zu einem wichtigen Standort entwickelt sich dabei die zentralmexikanische Millionenstadt Querétaro. Der US-Tech-Konzern Microsoft nahm dort Anfang 2024 sein erstes regionales Rechenzentrum in Betrieb. Die Amazon-Tochter Amazon Web Services (AWS) kündigte Anfang 2025 Investitionen in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar in einen Infrastruktur-Cluster an, um Kunden fortschrittliche und sichere Cloud-Technologien zu bieten.
Das US-amerikanische IT-Unternehmen CloudHQ, mit Sitz in San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien, wiederum wird in Querétaro 4,8 Milliarden US-Dollar in den Bau eines Campus mit sechs Rechenzentren investieren. Diese sollen für Cloud Computing und künstliche Intelligenz genutzt werden. Auch Siemens eröffnete 2024 ein Werk mit 400 Angestellten in Querétaro; und Phoenix Contact im März 2026 eine Fabrik, die bislang ausschließlich den US-Markt produziert.
(akn)
Künstliche Intelligenz
Busy Bar: Produktivitäts-Gadget vom Erfinder des Flipper Zero erscheint im Juli
Das Security-Multitool Flipper Zero entwickelte sich nicht zuletzt wegen seines damals innovativen Designs zum Kult-Gadget. Nun schickt Erfinder Pavel Zhovner ein neues Helferlein ins Rennen: Die Busy Bar soll Digitalarbeitern helfen, Störungen von außen durch klare Signale einzudämmen. Ähnlich wie der Flipper Zero ist das Gerät erweiterbar und lässt sich mit vielen Smarthome-Ökosystemen verheiraten.
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Die Busy Bar ist ein Plastikkästchen von 17×6×4 cm, dessen Vorderseite ein 6,35 Zoll (ca. 16 cm) großes LED-Display mit einer Auflösung von 72×16 Pixeln dominiert. Seine Kernfunktion ist simpel: Auf Knopfdruck prangt der namensgebende Schriftzug „Busy“ in pixeligen Lettern auf der Anzeige. Um Kollegen oder Familienmitgliedern die Dauer der Beschäftigung anzuzeigen, lässt diese sich per Drehrad einstellen.
Diese Funktion ist hauptsächlich für Großraumbüros gedacht und soll Arbeitende bei „deep focus“, also tiefer Konzentration, unterstützen. Sie klemmen die Busy Bar auf ihren Monitor – das große Display in Richtung Kollegen gewandt. Eine kleinere monochrome Anzeige zeigt dem konzentriert Arbeitenden die Restdauer und den aktuellen Status an. Erfinder Pavel Zhovner: „Wir haben die Busy Bar gebaut, um Konzentration physisch erlebbar zu machen.“
Im Inneren des Gadgets werkelt ein STM32U5M-SoC (system-on-chip) – auch der Flipper Zero setzt auf die STM32-Plattform. Neben WLAN hat die Busy Bar auch USB-Ethernet an Bord. Eine 3250-mAh-Batterie sorgt für bis zu zwei Wochen Standby- und acht Stunden aktive Anzeigezeit.
Offenes Ökosystem
Nicht nur per Knopfdruck lässt sich die Busy Bar bedienen: Sie hat ein integriertes Webinterface, ist Matter-zertifiziert und vom Start weg mit den drei größten Smarthome-Ökosystemen kompatibel. So eignet sie sich auch fürs Homeoffice, sofern dort Apple Home, Google Home oder Home Assistant im Einsatz sind. Wer eigene Ideen verwirklichen will, kann das mittels HTTP-API, MQTT und Anbindungen per Python und Typescript tun. Natürlich lassen sich eigene Botschaften oder kleine Bildchen auf die Frontanzeige zaubern – die Busy Bar kann so auch als Fitness- oder Pausentimer, Mitteilungszentrale oder Besetztanzeige für den Konferenzraum dienen.
Die Busy Bar setzt damit auf ein ähnliches Rezept wie ihr erfolgreicher Cousin, der Flipper Zero. Auch das Netzwerk-Multitool profitierte enorm von seiner Offenheit für eigene Programme oder Platinen, die per GPIO einfach aufs Gerät gesteckt werden. Erfinder Zhovner erhebt das Prinzip gar zum Raison d’être seines Unternehmens: „Wie alles, das wir bei Flipper bauen, ist [die Busy Bar] komplett Open-Source und anpassbar.“
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Busy App blockiert Zeitfresser
Ablenkungen durch am Arbeitsplatz auftauchende Kollegen oder Familienmitglieder soll die Busy Bar reduzieren helfen – die mitgelieferte App hilft dem Nutzer dabei, störende Meldungen und Doomscrolling zu vermeiden. Dazu schaltet sie alle Geräte von der Smartwatch bis zum Laptop stumm, sofern diese unter macOS, iOS, Android, watchOS oder Wear OS laufen – Windows kommt später. Auch in der App lässt sich ein Timer einstellen und das Pixeldisplay der Busy Bar verändern.

Von Smartwatch bis Laptop: Das App-Ökosystem der Busy Bar.
(Bild: Flipper Devices)
Vorbestellungen ab sofort möglich
Die Warteliste auf der Produkt-Webseite busy.app ist eröffnet, Bestellungen sind ab dem 14. Juli möglich. Das Produktivitätsgadget hat allerdings seinen Preis. Wer bereits überzeugt ist und sich direkt in der Warteliste einträgt, erhält die Busy Bar für 159 Euro – allerdings nur noch bis zum 12. Juli. Danach gibt es dreitausend Exemplare für 179 Euro – der reguläre Verkaufspreis beträgt schlußendlich 219 Euro.
Die Busy Bar ist nicht das einzige neu angekündigte Gerät aus Pavel Zhovners Unternehmen: Der Tüftler arbeitet derzeit am Flipper One, das ein universelles Linux-Cyberdeck werden soll.
Update
29.06.2026,
16:18
Uhr
Wie Flipper Devices auf Nachfrage klarstellten, ist der auf der Website ausgewiesene Preis kein Fehler, sondern ein zusätzlicher Rabatt für Interessenten auf der Warteliste. Das haben wir im Text noch einmal klargestellt.
(cku)
Künstliche Intelligenz
E-Scooter Egret Unit im Test: Viel Power, großer Akku & cleverer Gepäckträger
Der Egret Unit bietet einen kräftigen Motor, großen Akku, Top-Verarbeitung und cleveren Gepäckträger. Im Test zeigt er nur wenige Schwächen.
Egret zählt zu den beliebtesten deutschen Herstellern von E-Scootern. Schon der Egret Pro, der Egret X und der Egret One überzeugten uns im Test mit hoher Verarbeitungsqualität, starken Bremsen und großen Akkus. Auch die günstigere Ey!-Serie schnitt hervorragend ab. Ein gutes Beispiel ist der Egret Ey! 1 (Testbericht), der mit Vollfederung sowie hoher Reichweite punktete und trotzdem bezahlbar bleibt.
Jetzt tritt der Egret Unit an. Ein Merkmal hebt ihn klar von der Konkurrenz ab: ein schlau positionierter Gepäckträger für bis zu 10 kg. Dazu kombiniert er einen kräftigen Motor mit 1890 W Spitzenleistung und einen großen 730-Wh-Akku. Damit zielt der E-Scooter auf Pendler und Vielfahrer, die zusätzlichen Stauraum schätzen. Den Egret Unit gibt es für 799 Euro direkt beim Hersteller oder ebenfalls für 799 Euro bei Amazon.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Egret Unit kommt fast vollständig vormontiert. Käufer drehen nur vier Schrauben für den Lenker ein – fertig. Wir empfehlen für jede Fahrt einen Helm.
Optisch zeigt sich der Unit minimalistisch in Mattschwarz. Das Design wirkt stabil und chic. Die Trittfläche ist gummiert und bietet guten Grip. Wer es bunter mag, individualisiert den E-Scooter mit den beiliegenden, lifestyligen Streifenaufklebern in verschiedenen Farben und Designs.
Egret Unit Bilder
Die Verarbeitung bewegt sich auf Top-Niveau. Hier schlackern keine Kabel, die Reifen wirken hochwertig, nichts wackelt. Auffällige Spaltmaße sucht man vergeblich. Beim Fahren über Kopfsteinpflaster klappert nichts, auch der Lenker zeigt kein Spiel.
Ausgeklappt misst der Unit rund 113 × 62 × 124 cm. Zusammengeklappt schrumpft die Höhe auf etwa 55 cm. Ein Schwergewicht bleibt er trotzdem. Mit 28 kg Leermasse laut Zulassungspapier – das Handbuch nennt rund 27 kg – fällt das Tragen über Treppen oder in den Kofferraum schwer. Dafür trägt der Unit ordentlich Last: Die maximale Zuladung beträgt 130 kg, das technisch zulässige Gesamtgewicht 158 kg. Der Egret Unit eignet sich laut Hersteller für Fahrer zwischen 1,40 m und 2,05 m Körpergröße.
Lenker & Display
Die Griffe des Egret Unit gefallen dank ihrer ergonomischen Handballenauflage. Die Lenkerhöhe ist fix, passt aber auch für größere Fahrer. Unser 186 cm großer Testfahrer fühlte sich rundum wohl.
Die Bedienung fällt minimalistisch aus. Eine einzige Taste steuert fast alles: Langes Drücken schaltet den Unit ein und aus, einfaches Drücken aktiviert das Licht, ein Doppeldruck wechselt den Fahrmodus. Das Gas regelt ein Daumenhebel rechts. Dieser geht etwas zu straff, was bei langen Fahrten unangenehm werden kann. Eine Klingel sitzt links, integriert in den Bremshebel.
Das LED-Display zeigt die Geschwindigkeit in km/h ohne Nachkommastelle, den Fahrmodus und den Akkustand in fünf Balken – mehr nicht. Es nutzt wenige farbige Elemente, bleibt bei Sonnenlicht aber okay ablesbar.
Die integrierten Blinker sitzen nur an den Lenkerenden, nicht am Heck. Eine akustische Rückmeldung erinnert daran, den Blinker wieder auszuschalten, eine automatische Rückstellung fehlt. Im Dunkeln leuchten die Blinker hell genug, bei strahlendem Sonnenschein erkennt man sie dagegen kaum noch. Der Blinkerschalter liegt gut positioniert neben dem linken Daumen.
Beim Licht setzt Egret vorn auf ein integriertes LED-Frontlicht mit 40 Lux. Verstellen lässt es sich in der Höhe nicht. Am Heck überzeugt ein sehr helles LED-Rücklicht mit Bremslichtfunktion – beim Bremsen leuchtet es zusätzlich auf. Das Licht schaltet sich allerdings nur manuell ein, ein Dämmerungssensor fehlt.
App
Den Egret Unit verbindet man auf Wunsch mit einer App. Deren Funktionen sind überwiegend Standard. Nutzer behalten Ladestand und verfügbare Reichweite im Blick. Sie ändern den Fahrmodus und sehen direkt, wie sich das auf die Restreichweite auswirkt. Es stehen die Modi Eco, Tour, Sport oder Walk zur Wahl. Zusätzlich lässt sich der E-Scooter per App sperren und entsperren.
Fahren
Das Fahren mit dem Egret Unit macht richtig Laune. Der Motor liefert 500 W Nennleistung und 1890 W Maximalleistung bei 38 Nm Drehmoment. Damit gehört er zu den stärksten Antrieben in unserem Testfeld. Auch die elektrische Steuerung gefällt. Der Unit beschleunigt giftig aus dem Stand, ohne dabei gleich einen Wheelie hinzulegen. Das Gas lässt sich fein dosieren, und die Geschwindigkeit hält der E-Scooter konstant, statt einzubrechen.
Die Steigfähigkeit gibt der Hersteller mit bis zu 32 % an. In der Praxis messen wir per GPS rund 22 km/h Maximalgeschwindigkeit. Schön, dass der Unit den legalen Rahmen voll ausreizt – viele andere E-Scooter bleiben hier knapp darunter. Trotz des hohen Eigengewichts zeigt sich der Unit zudem erstaunlich wendig und agil. Kurven und enge Manöver meistert er souverän.
Bei der Federung setzt Egret auf eine Doppelfederung. Vorn arbeitet eine Federgabel mit 20 mm Federweg, hinten eine Schwinge mit 30 mm. Dazu kommen 10-Zoll-Luftreifen. Vollfederung und Gravel-Reifen schlucken Kopfsteinpflaster und Unebenheiten gut weg, auf Bordsteinkanten setzt der Unit nicht auf. Insgesamt fällt die Federung jedoch etwas zu straff für entspanntes Fahren auf Feldwegen oder Pflastersteinen. Der Unit eignet sich daher vor allem für den urbanen Einsatz. Dort spielt die Federung ihre Stärken aus.
Die Bremsen arbeiten zuverlässig. Vorn und hinten verzögern mechanische Trommelbremsen über zwei separate Bremshebel. Diese Bremsen sind robust und wartungsarm. Im Test schliff die hintere Bremse zunächst, nach etwa 1 km Einfahren war das Problem aber behoben. Insgesamt liefert der Unit ein gutes Bremssystem.
Akku
Der fest verbaute Li-Ionen-Akku liefert mit 46,8 V und 15,6 Ah eine Kapazität von 730 Wh. Entnehmen lässt er sich nicht. Das Ladegerät leistet 109,2 W (54,6 V × 2 A). Der Ladeport mit Gummiabdeckung sitzt unter dem Gepäckträger am vorderen Teil des Trittbretts. Eine Vollladung dauert rund 8 Stunden. Gegen Feuchtigkeit ist der Akku nach IPX5 geschützt.
Der Hersteller verspricht bis zu 100 km Reichweite im Eco-Modus. Dieser Wert gilt aber nur unter Idealbedingungen: vollgeladener Akku, konstant 15 km/h, 25 °C, 75 kg Last, gerade und ebene Asphaltfahrbahn – also weit weg vom Alltag. In der Praxis kommen wir mit 86 kg Last, im Sportmodus, bei viel Stop-and-Go und 30 °C auf knapp 50 km. Das ist immer noch ein sehr guter Wert.
Preis
Fazit
Der Egret Unit ist ein rundum gelungener E-Scooter für Pendler und Vielfahrer, die Qualität und Stauraum schätzen. Ein Highlight ist der Gepäckträger für bis zu 10 kg. Er sitzt klug zwischen Lenkstange und Trittbrett und schwebt rund 10 cm über der Trittfläche. Die Füße passen gut darunter, der Träger stört nicht. Dank des tiefen Schwerpunkts merkt das Gewicht des Gepäcks kaum: Balance und Wendigkeit bleiben unbeeinflusst. Die Größe reicht für kleine Kartons oder Rucksäcke – ein überzeugendes Konzept.
Dazu kommen ein bärenstarker Motor, ein großer Akku mit guter Reichweite und eine erstklassige Verarbeitung. Auch die ergonomischen Handballenauflagen, die robusten Trommelbremsen, das helle Bremslicht und der stabile Seitenständer gefallen. Klingel und App-Anbindung runden das Paket ab.
Kritik gibt es dennoch. Das hohe Gewicht von knapp 28 kg erschwert den Transport, die etwas zu straffe Federung empfiehlt den Unit eher für die Stadt als für Feldwege. Auch der straffe Daumenhebel, die fehlenden Heckblinker und das schlichte Display trüben das Bild leicht. Wer darüber hinwegsieht, erhält für 799 Euro einen hervorragenden E-Scooter mit einzigartigem Transport-Talent.
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