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Sparpläne: Beschäftigte von Mercedes und VW demonstrieren
Tausende Beschäftigte von Mercedes und Volkswagen haben in Bremen, Hamburg und Emden gegen die Sparpläne bei den Autobauern protestiert. Die Demonstration und die anschließende Kundgebung in Bremen seien friedlich verlaufen, bilanzierte eine Sprecherin der Polizei. Laut der Gewerkschaft IG Metall beteiligten sich rund 5000 Beschäftigte in Bremen. Als Redner sprach Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD).
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Im Bremer Werk arbeiten rund 11.000 Menschen. Damit ist der Autobauer der größte private Arbeitgeber der Region. Weitere Aktionen waren in Sindelfingen, Stuttgart, Rastatt, Kuppenheim, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Germersheim geplant. Am Hamburger Mercedes-Werk kamen nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 300 Beschäftigte bei einer Kundgebung vor dem Werkstor zusammen. Im ostfriesischen Emden protestierten laut IG Metall mehr als 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des VW-Werks gegen die Sparpläne des niedersächsischen Autobauers.
Gewerkschaft: Sparkurs auf Kosten der Beschäftigten
Hintergrund der Proteste sind angekündigte Sparmaßnahmen: Mercedes verschiebt eine geplante Sonderzahlung auf das kommende Jahr. Zudem fordert der Vorstand, dass die Mitarbeiter künftig für das gleiche Geld mehr arbeiten sollen. Der Sparkurs ist aus Sicht des Autobauers nötig, weil der Gewinn eingebrochen ist.
Der VW-Konzern will Medienberichten zufolge seinen Sparkurs deutlich verschärfen. Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant, berichtete das Manager Magazin. Vier Werken in Deutschland – Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm – drohe die Schließung. Die IG Metall kritisiert, dass sich die Maßnahmen einseitig gegen die Belegschaft richten würden.
„Ob Mercedes oder Volkswagen, die Beschäftigten sind nicht bereit, die Zeche für das Managerversagen zu zahlen“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste in einer Mitteilung. „Die Beschäftigten haben die aktuellen Probleme der Unternehmen nicht verursacht. Sie haben in den vergangenen Jahren Milliarden erwirtschaftet, die Transformation mitgetragen und immer wieder Flexibilität bewiesen.“
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(nie)
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Warum die geplante IFG-Reform ein massiver Einschnitt in die Pressefreiheit wäre
Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) folgte bei seiner Einführung 2006 einem einfachen Prinzip. Jede Person kann Akteneinsicht beantragen, ohne dafür ihr Interesse begründen zu müssen. Der Beschluss vom 2. Juli dreht das um. Künftig sollen nur noch natürliche Personen mit „berechtigtem Interesse“ Auskunft erhalten, und auch das nur, sofern sie an die Information nicht schon über andere Regelungen kommen. Was einmal ein allgemeines Bürgerrecht war, liegt dann im Ermessen der Verwaltung.
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Medien und NGOs künftig außen vor
Die Beschränkung auf natürliche Personen trifft Redaktionen, Verlage und NGOs unmittelbar, denn als juristische Personen wären sie nicht mehr antragsberechtigt. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zieht daraus die naheliegende Konsequenz und warnt, Medienunternehmen könnten dann gar keine IFG-Anfragen mehr stellen.
Formal ließe sich das umgehen, indem die Redakteurin im eigenen Namen fragt und der NGO-Mitarbeiter als Privatperson auftritt. Nur verschiebt eine solche Konstruktion in der Praxis das Risiko von der Institution auf den Einzelnen. Wer klagt gegen eine Ablehnung, und wer zahlt, wenn das Verfahren scheitert? Das bliebe offen. Für FragDenStaat, LobbyControl, Abgeordnetenwatch und andere Organisationen wäre die Änderung existenziell. Setzt die Regierung ihre Pläne um, fällt genau dieses Modell weg. FragDenStaat-Leiter Arne Semsrott zieht im Interview mit heise online die Konsequenz: Sei der Rechtsweg erst versperrt, werde FragDenStaat zum „neuen WikiLeaks“.
„Berechtigtes Interesse“: Wer darf noch fragen?
Bislang muss die Behörde begründen, warum sie ablehnt; nach der Reform müsste der Antragsteller begründen, warum er überhaupt fragt. Für investigative Recherche ist das strukturell unbrauchbar. Wer einem Verdacht nachgeht, kann seinen Recherchekontext schlecht offenlegen, ohne Quellen zu gefährden. Das bedroht die Pressefreiheit in Deutschland strukturell.
Der Verwaltung wächst damit ein Ablehnungsgrund zu, der kaum anfechtbar ist: Das Interesse sei zwar vorhanden, aber nicht „berechtigt“. Schon heute kritisiert der DJV, dass Behörden Auskunftsansprüche willkürlich beschnitten. Ein unbestimmter Rechtsbegriff wie „berechtigtes Interesse“ grenzt diese Praxis nicht ein – er verschafft ihr eine gesetzliche Grundlage.
Abschreckung per Gebührenbescheid
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Bis zu 500 Euro kann eine IFG-Anfrage schon heute kosten. Künftig sollen sich die Gebühren am Kostendeckungsprinzip orientieren, und wer den tatsächlichen Bearbeitungsaufwand umlegt, landet schnell im vierstelligen Bereich. Für freie Journalisten und kleine Redaktionen ist das nicht nur ein theoretisches Problem. Schon die Ungewissheit über die Gebührenhöhe könnte abschreckend wirken. Denn wer nicht abschätzen kann, ob eine Anfrage 80 oder 1400 Euro kostet, stellt sie im Zweifel gar nicht erst.
Geschwärzte Namen, unsichtbare Verantwortung
Beschäftigte von Behörden sollen in Dokumenten künftig pauschal unkenntlich gemacht werden. Das wird als Datenschutz verkauft, wirkt in der Praxis aber vor allem als Schutz vor Zurechenbarkeit.
Namen in amtlichen Dokumenten zeigen, wer an einer Entscheidung beteiligt war oder wo Interessenkonflikte vorlagen. FragDenStaat warnt daher vor einem steigenden Korruptionsrisiko.
Presserecht ersetzt das IFG nicht
Der Beschluss legt nahe, wer presserechtliche Auskunftsansprüche habe, komme ohne das IFG aus. Das trifft nicht zu. Presserechtliche Ansprüche sind enger gefasst, stärker von der jeweiligen Behörde abhängig und auf aktuelle Berichterstattung zugeschnitten – gut für schnelle Nachfragen, untauglich für systematische, aktenbasierte Recherchen über Monate.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert seit Jahren zusätzlich einen eigenständigen bundesgesetzlichen Auskunftsanspruch für Medien, gerade, weil das Presserecht allein nicht reicht. Dass jetzt aber das IFG für Medienhäuser eingedampft werden soll, passt dazu nicht: Gestrichen wird ausgerechnet der breitere der beiden Wege. Der DJV nennt das rundheraus eine „Abschaffung der Informationsfreiheit“ und ruft die Abgeordneten auf, nicht zuzustimmen. Und der Protest bleibt nicht auf die Verbände beschränkt. Eine Petition, die FragDenStaat an die SPD-Fraktion gerichtet hat, bringt es in den ersten 24 Stunden auf über 150.000 Unterschriften (Stand 4. Juli, 12 Uhr).
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(vza)
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Getty-Shutterstock-Fusion gescheitert – die Fotonews der Woche 27/2026
Bereits in der News-Kolumne der vergangenen Woche berichteten wir über Getty und ihre „Display Partnership“ mit OpenAI und auch diese Woche geben sie wieder Stoff für Nachrichten: Es sollte die Stockfoto-Hochzeit des Jahrzehnts werden. Daraus wird jetzt aber nichts. Getty Images zieht bei der geplanten Übernahme von Shutterstock den Stecker. Der Grund? Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hatte zwar grünes Licht gegeben – allerdings nur unter Bedingungen, die offenbar so streng ausfielen, dass Getty am Ende lieber ganz die Reißleine zog.
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(Bild: heise )
Wenn Auflagen schwerer wiegen als Synergien
Die CMA genehmigte die Fusion „bedingt“. Welche konkreten Auflagen den Deal letztlich zu Fall brachten, verschwindet zwar im Nebel der Unternehmenskommunikation – doch eines steht fest: Getty waren sie wohl zu viel. Statt als geballte Stockfoto-Supermacht aufzutreten, bleiben beide Unternehmen nun Konkurrenten in einem Markt, der ohnehin schon durch KI-generierte Bilder unter Druck steht.
Man könnte fast meinen, die Wettbewerbshüter hätten den beiden Giganten einen Gefallen getan. Fusionen dieser Größenordnung scheitern nämlich oft nicht an Regulierungen, sondern an der Integration zweier grundverschiedener Unternehmenskulturen. Vielleicht war die CMA also der unfreiwillige Beziehungsberater, der beide Parteien vor der Scheidung bewahrt hat – indem sie die Hochzeit gleich ganz verhinderte.
Pikant ist die Sache auch aus anderer Sicht. Ausgerechnet die britische Behörde wird zum Stolperstein für einen Deal zwischen zwei international agierenden Unternehmen. Getty Images hat seine Wurzeln in den USA, betreibt aber bedeutende Geschäfte in Europa. Die CMA zeigt hier, dass sie auch nach dem Brexit bereit ist, ihre Muskeln spielen zu lassen – zum Schutz des Wettbewerbs, wie sie betont.
Ob das nun regulatorische Weitsicht oder Überregulierung ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Fakt ist: Der Stockfoto-Markt bleibt vorerst fragmentierter, als er es nach einer Fusion wäre. Und während die Wettbewerbshüter das feiern, dürften die Anwälte beider Unternehmen noch eine Weile mit dem Papierkram beschäftigt sein.
Was bedeutet das für Fotografen und Kreative?
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Für die Millionen Fotografen, die ihre Bilder über diese Plattformen verkaufen, ist der geplatzte Merger durchaus eine gute Nachricht. Weniger Marktkonzentration heißt in der Regel mehr Wettbewerb – und damit potenziell bessere Konditionen für die Kreativen. Die große Herausforderung bleibt allerdings: Beide Plattformen müssen sich gegen die wachsende Konkurrenz der KI-Bildgeneratoren behaupten.
Getty hatte bereits angekündigt, eigene KI-Tools zu entwickeln, trainiert auf den lizenzierten Beständen. Shutterstock verfolgt eine ähnliche Strategie. Nun müssen beide Unternehmen diese Wege getrennt weitergehen. Das könnte die Entwicklung bremsen – aber ebenso gut zu unterschiedlichen, womöglich sogar innovativeren Ansätzen führen.
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Wenn Fotografie Leben riskiert: James Balog und der Klimawandel
Von gescheiterten Fusionen zu einer erfolgreichen Mission: Der amerikanische Fotograf James Balog führt eindrucksvoll vor, wofür es sich lohnt, Risiken einzugehen. Balog, bekannt für seine spektakulären Aufnahmen schmelzender Gletscher, setzt regelmäßig sein Leben aufs Spiel, um die Folgen des Klimawandels zu dokumentieren. Seine Bilder sind mehr als bloß fotografisch beeindruckend – sie sind visueller Aktivismus.
In einem aktuellen Interview erklärt Balog, warum er bereit ist, unter extremen Bedingungen zu arbeiten: Die Dringlichkeit der Klimakrise verlangt Bilder, die Menschen emotional treffen und zum Handeln bewegen. Während sich die Stockfoto-Plattformen mit KI-generierten Inhalten beschäftigen, beweist Balog, dass authentische Fotografie mit klarer Mission nach wie vor unersetzlich ist. Seine Arbeit erinnert daran, dass hinter wirklich bedeutenden Bildern meist mehr steckt als technische Perfektion – nämlich Engagement, Mut und eine Geschichte, die erzählt werden will.
Polaroid provoziert: Analog gegen Datencenter
Apropos Mission: Polaroid sorgte diese Woche mit einer provokanten Werbekampagne am Strand von Coney Island für Aufsehen. Die Botschaft: „Das Beste im Leben ist analog“. Die Kampagne zielt direkt auf den enormen Wasserverbrauch von Rechenzentren, wie sie für KI-Training und Cloud-Services gebraucht werden.
Besonders pikant: Für die Aktion nutzt Polaroid „Reclaimed Blue“ – recyceltes Material aus Ozeanplastik. Die Ironie liegt jedoch auf der Hand. Ein Unternehmen, das selbst Plastikfilme herstellt, inszeniert sich als Umweltschützer gegen die digitale Industrie. Auf Reddit entbrannte prompt eine lebhafte Debatte, ob das nun cleveres Marketing sei oder dreiste Heuchelei.
Trotzdem trifft Polaroid einen Nerv. Der Wasserverbrauch von Rechenzentren ist tatsächlich ein wachsendes Problem – ein einziges großes Datencenter kann täglich Millionen Liter Wasser zur Kühlung benötigen. Und während KI-generierte Bilder die Stockfoto-Branche durcheinanderwirbeln, erinnert Polaroid daran, dass physische Fotos keine Serverfarmen benötigen. Ob das die Leute überzeugt, wieder zur Sofortbildkamera zu greifen? Massenhaft wohl kaum. Als Diskussionsanstoß aber funktioniert die Kampagne hervorragend.
Authentizität schlägt Algorithmus?
Was diese Woche deutlich wird: Die Fotografie-Welt steht an einem Scheideweg. Auf der einen Seite die geplatzte Mega-Fusion zweier Stockfoto-Giganten, die sich mit KI-Tools ihre Zukunft sichern wollen. Auf der anderen Seite Fotografen wie James Balog, die beweisen, dass authentische Bilder weiterhin unersetzlich sind. Und mittendrin Polaroid mit der – zugegeben etwas heuchlerischen, aber nicht ganz falschen – Botschaft, dass eben nicht alles digital sein muss.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Lehre dieser Woche: In einer Zeit, in der KI binnen Sekunden tausende Bilder ausspuckt, gewinnen die Geschichten hinter den Fotos wieder an Gewicht. Balogs riskante Gletscherexpeditionen kann keine KI ersetzen. Und das haptische Erlebnis eines Polaroid-Bildes schon gar nicht – auch wenn die Umweltbilanz diskutabel bleibt.
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(tho)
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30 Fakten zu 30 Jahren „Independence Day“
Mit „Willkommen auf der Erde!“ begrüßt Will Smith das schleimige Tentakel-Alien, nachdem er es mit einem Faustschlag außer Gefecht gesetzt hat. So etwas hat man im Kino noch nicht gesehen. Genauso wenig wie kilometergroße Raumschiffe, die Metropolen wie New York und Los Angeles in Schutt und Asche legen.
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Am 2. Juli 1996 startet „Independence Day“ auf der großen Leinwand – passenderweise an dem Tag, an dem auch die Handlung einsetzt. Das Feuerwerk der Effekte wird zum Welterfolg für den „schwäbischen Spielberg“ Roland Emmerich und seinen Produzenten und Co-Autor Dean Devlin.
„ID4“, so der Spitzname, leitet die Wiedergeburt des Katastrophen-Blockbusters à la „Flammendes Inferno“ ein. Mit spektakulären Effekten, ikonischen Bildern und der Zerstörung ganzer Metropolen setzt der Film neue Maßstäbe.
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Independence Day | #TBT Trailer | 20th Century FOX
Emmerich verbindet spektakuläre Zerstörung mit Humor, markigen Einzeilern und einem unverkrampften Patriotismus. Im Mittelpunkt stehen keine Superhelden: „Ein Jude aus New York und ein Schwarzer aus Kalifornien retten die Welt. Das gab’s noch nie in der Filmgeschichte“, sagte er 1996 dem Spiegel.
Zugleich macht er Außerirdische wieder zu einem Popcorn-Phänomen: „ID4“ spielt mehr als das Fünffache von „Star Trek: Der erste Kontakt“ ein, der im selben Jahr erscheint (und der beste Teil der Reihe ist).
30 Fakten
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Zum 30. Geburtstag 30 (meist) weniger bekannte Fakten.
- Mit einem Einspiel-Ergebnis von 817 Millionen Dollar (bei Kosten von 75 Millionen) ist „ID4“ der erfolgreichste Film 1996 – vor „Twister“, „Mission: Impossible“ und „The Rock“.
- Auch in Deutschland, wo er am 19. September 1996 startet, erreicht er mit 9.258.993 Kino-Besuchern Platz 1 – vor „Werner – Das muß kesseln“.
- „ID4“ ist auch der erfolgreichste Film von Roland Emmerich – vor „2012“ und „The Day After Tomorrow“. Und damit der erfolgreichste Film eines deutschen Regisseurs. Am ehesten in diese Größenordnung kommt nur noch Wolfgang Petersen („Troja“).
- Der Film sollte von Anfang an „Independence Day“ heißen. Allerdings gibt es bereits einen gleichnamigen Spielfilm aus dem Jahr 1983; daher läuft die Produktion zunächst unter dem Arbeitstitel „ID4“ (4 für 4. Juli). Fox hat kein Interesse, die Rechte von seinem Konkurrenten Warner zu erwerben – und drängt auf eine Umbenennung; zum Beispiel in „Doomsday“. Um ihren Wunsch-Namen zu bekommen, wenden Roland Emmerich und Dean Devlin einen Trick an: Sie fügen ans Ende der berühmten Motivationsrede des Präsidenten vor dem Gegenschlag einen Satz hinzu und lassen ihn den Titel aussprechen: „Heute feiern wir gemeinsam unseren Independence Day.“ Als die Studiobosse den Rohschnitt sehen, verstehen sie die enge Verflechtung des Namens zum Film und bemühen sich nun doch um die Rechte – so die Legende. Die Rede ist inspiriert von der Feldherrenansprache in William Shakespeares Bühnenstück „Heinrich V.“
Trailer beim Super Bowl
- Der Hype um den Film beginnt spätestens Ende Januar 1996 mit einem Werbespot während des Super Bowls. Das Endspiel im American Football ist die mit Abstand meistgesehene Fernsehsendung der USA. Der nur 30 Sekunden lange Teaser wird selbst zum Ereignis: Er endet mit der spektakulären Zerstörung des wohl bekanntesten Gebäudes des Landes: des Weißen Hauses. Gefolgt durch den provokanten Satz: „Genieße den Super Bowl – es könnte dein letzter sein.“ Der Erfolg der Kampagne zeigt Hollywood, dass es sich lohnen kann, einen Blockbuster bereits Monate vor dem Kinostart als Ereignis zu inszenieren.
- Apple macht sich den prominenten Einsatz eines PowerBooks im Film zunutze. Mit Anzeigen: „The power to save the world.“ Und mit einem Werbespot: „Wenn du nur 28 Minuten Zeit hast, um den gesamten Planeten zu retten, solltest du besser hoffen, dass du den richtigen Computer hast.“
- Emmerich gilt als der „Master of Disaster“. Aber gerade bei diesen Filmen sind die Kritiken meist durchwachsen. Und die IMDB-Bewertungen: Nur „Stargate“ und „ID4“ haben gute 7.0 von 10 Punkten. Über allen anderen, bei 7.2, liegt allerdings ein Film, der so gar nichts mit Science Fiction zu tun hat: das Historiendrama „Der Patriot“ mit Mel Gibson.
- Der Keim für „ID4“ wird während der Promotion-Tour zu „Stargate“ gelegt. Ein Reporter fragt Roland Emmerich, ob er an Außerirdische glaube. Emmerich verneint – das Thema finde er jedoch spannend: Was wäre, wenn wir morgens aufwachten und über den 30 größten Städten der Erde riesige Raumschiffe schwebten?
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