Künstliche Intelligenz
Behörde kann der Post nicht auf die Finger gucken, weil Marktforscher klagen
Nach einem Gerichtsurteil kann der Staat jahrelang nicht überprüfen, ob die Deutsche Post schnell genug Briefe austrägt. Wie aus Unterlagen der Bundesnetzagentur (BNetzA) hervorgeht, verlor die Aufsichtsbehörde vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf in letzter Instanz einen Rechtsstreit mit einem Marktforschungsunternehmen, das geklagt hatte.
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Deshalb darf die BNetzA vorerst keinen Auftrag für eine sogenannte Laufzeiten-Überprüfung mit 60.000 Testbriefen pro Jahr erteilen. Stattdessen muss ein neues Vergabeverfahren gestartet werden, was nicht vor 2027 abgeschlossen sein dürfte. Da die Überprüfungen immer ein komplettes Kalenderjahr umfassen müssen, könnten sie erst frühestens 2028 starten.
Als Folge des Rechtsstreits kann die BNetzA wohl drei Jahre lang – in den Jahren 2025 bis 2027 – ihrem gesetzlichen Auftrag nicht nachkommen, der Post bei den Brieflaufzeiten auf die Finger zu schauen und bei deutlichem Fehlverhalten Bußgelder zu verhängen.
Post hält Vorgaben ein – Quelle: Deutsche Post
So ein mögliches Fehlverhalten deutet sich derzeit nicht an: Nach Angaben der Post werden die gesetzlichen Vorgaben zu Brieflaufzeiten eingehalten. 95 Prozent der heute eingeworfenen Briefe müssen nach drei Werktagen beim Empfänger sein, laut Post waren das 2025 97,4 Prozent. 99 Prozent müssen nach vier Tagen da sein, 2025 waren es laut Post 99,0 Prozent. Für die BNetzA haben diese Unternehmensangaben aber keine Relevanz, da die Behörde Daten eines von ihr beauftragten Marktforschers benötigt. Die kann die Behörde derzeit nicht bekommen.
Das Marktforschungsunternehmen, das sich vor dem Oberlandesgericht durchgesetzt hatte, ist mit anderen Laufzeit-Überprüfungen auch für die Deutsche Post tätig. Daher schloss die BNetzA die Firma in dem Bieterverfahren als nicht unabhängig aus. Dem Gericht zufolge ist das aber nicht verhältnismäßig. Einem möglichen Interessenkonflikt könnte durch Informationsbarrieren entgegengewirkt werden, argumentierten die Richter.
Die BNetzA schreibt, dass sie nun „unter Berücksichtigung der Vorgaben des Vergabesenats eine neue Ausschreibung konzipieren“ werde. „Es muss ein europaweites Vergabeverfahren neu aufgesetzt und dann entsprechend den gesetzlichen Vorgaben durchgeführt werden.“
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Politiker bedauern die Folgen des Rechtsstreits. „Es braucht jetzt schnellstmöglich ein neues Vergabeverfahren“, sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff. „Wir brauchen die Daten, um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben überprüfen und gegebenenfalls parlamentarisch nachsteuern zu können.“
Noch im November hatte der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, der Post mit einer Millionenstrafe nach dem Bundespostgesetz gedroht. Zuvor hatte ihn eine Höchstzahl an Beschwerden über die Post erreicht: falsch zugestellte, beschädigte oder verspätete Sendungen. Zu diesem Zeitpunkt muss intern aber völlig unklar gewesen sein, wer überhaupt die belastbaren Zahlen an die BNetzA liefern soll, die es für so eine drastische Sanktion bräuchte. Bis die Post nun wirklich mit Konsequenzen rechnen muss – sollte sie wirklich zu unpünktlich zustellen – wird es jetzt wohl noch Jahre dauern.
(nen)
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(ilk)
Künstliche Intelligenz
FRMCS oder LTE-R: Wurde die GSM-R-Nachfolge verschlafen?
Nach dem bundesweiten Ausfall von GSM-R am Abend des 23. Juni 2026 überschlugen sich schnell die Meldungen. Erst waren es die klassischen Nachrichten zu den Ausfällen und Auswirkungen. Doch sehr schnell kamen auch Stimmen auf, die einen Schuldigen gefunden haben wollen: GSM-R, der digitale Zugfunk, der für die Bahn essenziell ist.
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Das sei veraltete 2G-Technik aus den 1990ern, las man oft. Bei Spiegel Online ließ man sich sogar zu einem Meinungsstück verleiten: Alle Züge stehen still, weil Deutschland nicht digitalisieren will. GSM-R, der analoge Digitalfunk?
Auch der VDE will jetzt unbedingt GSM-R modernisieren: „Im Vergleich dazu ist das neue FRMCS durch Redundanz, moderne Architekturen und breite Frequenzbänder deutlich robuster“, so der VDE. Das wäre aber auch erst einmal in der Praxis zu belegen.
Doch hat die Deutsche Bahn hier einen Umstieg auf FRMCS verschlafen oder ging es nicht anders? Und was wären die Alternativen?
Wir wollen für diesen Artikel ganz bewusst ignorieren, dass der Ausfall des GSM-R-Netzes mit hoher Wahrscheinlichkeit den GSM-Standard kaum tangiert. Ausgefallen ist laut Bahn ein Switch, dessen Ausfall eine Software nicht korrekt erkannte und so nicht korrekt auf die Reserve umschaltete.
Stattdessen wollen wir darauf blicken, wie aktuell GSM-R ist, und ob eine schnelle Migration zu einem anderen Standard überhaupt möglich wäre. Denn es gibt nicht nur FRMCS.
GSM-R als langsame und alte Technik
Dass GSM-R schlicht alte 2G-Technik ist, die im Privatkundengeschäft bereits kaum noch Bedeutung hat, dürfte wohl keiner bezweifeln. Aber für Technik, die lange im Einsatz ist, ist sie weiter relevant. Sei es der Fahrstuhl und dessen GSM-Notfunkanlage oder eben die Lok und deren kritisches Kommunikationssystem. Dafür reicht GSM-R. Beispiele dafür gibt es, dazu gleich mehr.
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Für das Ziel eines mobilen und digitalen Datenfunks reicht GSM-R. Der Standard ist mit seinen laut des Internationalen Eisenbahnverbands UIC (Union internationale des chemins de fer) 100 Kbit/s für die Zukunft aber nur mäßig geeignet. Aktuell braucht ein Zug nach Angaben der Deutschen Bahn für ETCS auf Level 2 30 Kbit/s. Das passt in den EDGE-Mode von GSM-R mit 59,2 Kbit/s. Manchmal spricht die UIC aber auch von 100 Kbit/s. Für ein Zukunftsszenario sieht man 3,5 MBit/s vor. Gleichzeitig soll die Latenz von aktuell einer Sekunde auf „teilweise <10ms sinken“. Doch das brauchte etwa Luxemburg noch nicht.
Chemins de Fer Luxembourgeois modernisierten erst 2019 auf GSM-R
Die Luxemburger Bahngesellschaft CFL hat beispielsweise erst 2015 mit Kapsch Carriercom angefangen, auf GSM-R umzustellen. 2019 war man fertig und zu Ende 2019 konnte der analoge Zugfunk dann endgültig abgeschaltet werden.
Für den internationalen Bahnverkehr war das eine Erleichterung. Plötzlich war man Teil eines in Europa genutzten Standards. Doch hätte Luxemburg nicht auf etwas Moderneres wechseln können? Schließlich surften viele 2019 schon per LTE durchs Netz. Tatsächlich gibt es von LTE sogar eine Railway-Variante.
Erste Entwicklungen zu LTE-R kamen spät
Natürlich gab es früh schon Bedürfnisse nach mehr. Eine Lösung, die sich Teile der Industrie ausdachten: LTE-R, also 4G-Mobilfunk für die Bahn.
Die ersten Strecken gab es auch schon recht früh. Gut neun Jahre nach Verabschiedung des LTE-Standards war LTE-R etwa in Südkorea so weit, um es in einer praktischen Installation einzusetzen.
Am 17. Dezember 2017 meldeten Samsung und Korea Telecom LTE-R auf einer 120 km langen Strecke zwischen Wonju und Gangneung als Teil der Gyeonggang Line, eine Schnellfahrstrecke mit bis zu 250 km/h. Südkorea nutzte die Möglichkeit, LTE-R basierend auf 3GPP Release 13, in die Praxis zu überführen. Zuvor wurde im April schon LTE-R im Süden des Landes in der Busan Metro implementiert. Im Laufe der Jahre wurde LTE-R so ein wichtiger Bestandteil des südkoreanischen Bahnnetzes.

(Bild: Deutsche Bahn)
Ähnlich sah es in China aus. Huawei spielte hier vor allem eine große Rolle, allerdings ist nicht sonderlich viel dokumentiert. Später machte Huawei auf der großen Bahn-Messe UITP Summit sogar Werbung für die eigene LTE-R-Technik, um es schließlich ab 2019 als Lösung zu vermarkten.
Nimmt man also an, GSM-R wäre veraltet und ein Nachfolger wäre dringend notwendig: LTE-R wäre bereit gewesen. Aber nicht für Luxemburg, außer man wollte auf eine ungetestete Technik setzen. LTE-R kam zu spät. Dazu kommen Kompatibilitätsfragen. Luxemburg hätte vielleicht mit Samsung oder Huawei auf LTE-R umstellen können, aber was machen die restlichen Länder um Luxemburg?
Das geht nicht im Alleingang, und Europa entschied sich gleich auf 5G-Technik zu springen. Genauer: 3GPP Release 16 und neuer mit einer stärkeren Integration von Eisenbahnfunktionen direkt in den 3GPP-Standard. Die Hoffnung: weniger spezialisiertes, und damit teures Gerät.
FRMCS soll alles lösen, braucht aber Zeit
Zwecks Standardisierung entschied sich der UIC für eine Integration in 3GPP-Releases, die aktuell bis in den 3GPP Release 19 reicht, der erst kürzlich den Status „Frozen“ erreicht hat. Planungen für den Release 20 gibt es seitens UIC ebenfalls schon.
FRMCS befindet sich also noch immer in aktiver Entwicklung auf der Standardseite, ist aber anscheinend schon stabil genug, um 2026 mit den ersten Parallelinstallationen zu GSM-R anzufangen. Und auch klassische Smartphone-Chiphersteller wollen in den Markt. Qualcomm, sonst nicht unbedingt für Eisenbahnthemen bekannt, will mit den Modems X85 und X105 auch den Eisenbahnmarkt für sich gewinnen. Viel sagt das Unternehmen bisher aber nicht. Eine Kooperation mit Ericsson gehört bisher dazu. Das begann 2025.
Das ist grob im Plan des UIC. Der sah einen ersten Parallelbetrieb mit GSM-R im Jahr 2025 vor und ging davon aus, dass die netzweite Umstellung gut zehn Jahre braucht. Ein entsprechendes Video publizierte man im Mai 2019, also noch bevor 3GPP Release 15 finalisiert wurde, was die erste Phase von 5G darstellt. Damit liegt FRMCS im Abstand zur ersten 5G-Finalisierung gar nicht so schlecht.
Fazit: All das Drängeln bringt nichts
Einen Unwillen oder besonders langsames Vorgehen der Deutschen Bahn lässt sich aus der derzeitigen Informationslage kaum erkennen. Im Gegenteil, man liegt halbwegs im Plan. Es gibt nämlich noch immer aktuelle FRMCS-Entwicklungen. Die Version 2 wurde beispielsweise erst 2024 vorgestellt. 2025 gab es dann beim UIC einen Plugtest (besser bekannt als Plugfest), bei dem FRMCS durchgetestet werden konnte.
Passend zum UIC Global FRMCS Conference soll dann FRMCS V3p im November erscheinen, während im großen Umfang die V2.2 getestet werden soll. V3 soll laut UIC dann auch die erste Edition von FRMCS werden, die in nationalen Pilotprojekten eingesetzt werden soll.
Wenn 2026 tatsächlich erste Strecken mit FRMCS-Funk in Betrieb gehen, dann entspricht das weitgehend der ursprünglichen Planung. Und es ist ja nicht nur die Deutsche Bahn, die umstellen muss. Laut der FRMCS-Initiative sind mehr als 450 Eisenbahnunternehmen und bis zu 21.000 Loks umzurüsten.Die Härtung von GSM-R gegen LTE900 zeigte den Aufwand deutlich: Jahrelange Verzögerungen waren unter anderem notwendig, weil andere Bahnunternehmen ihre Funkgeräte nicht rechtzeitig tauschen konnten.
Gleichwohl muss man zugeben, dass die Deutsche Bahn beim Wechsel auf neue Techniken große Probleme hat. Sei es der Einsatz von ETCS oder der enorme Schwierigkeiten bereitende Digitale Knoten Stuttgart. Zweifel sind berechtigt, aber die richten sich gegen die Zukunft, nicht die Gegenwart.
(nen)
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Top 10: Die beste elektrische Fliegenklatsche im Test – mit Akku oder Batterien
Elektrische Fliegenklatschen versprechen schnelle Hilfe gegen Mücken und Fliegen. Wir erklären Technik, Sicherheit und zeigen die besten Modelle im Test.
Im Sommer kann das Einschlafen schnell zur Geduldsprobe werden – und das nicht nur aufgrund der Hitze. Kaum liegt man im Bett, schwirrt die erste Mücke heran und umkreist surrend das Ohr. Oder man sitzt am Nachmittag gemütlich im Esszimmer, während eine Fliege nach der anderen den Kuchen belagert. Elektrische Fliegenklatschen versprechen hier schnelle Abhilfe: Ein kurzer Schwung, ein kurzes Knistern – und die Plage ist vorbei. Doch wie funktionieren die knisternden Insektenjäger eigentlich? Und sind bis zu 4000 V wirklich ungefährlich?
Die Auswahl reicht vom simplen Batterie-Modell für wenige Euro bis zur Hightech-Klatsche mit Display und Insekten-Zähler. Unser Test zeigt: Teuer bedeutet nicht automatisch besser. Wir haben verschiedene Modelle geprüft und stellen die besten vor.
Doch beim Insektenjagen gibt es mehr zu beachten als nur die Technik. Welche Insekten darf man überhaupt töten? Wo gelten Einschränkungen? Und warum sollte man bei UV-Lockfunktionen vorsichtig sein? Wir zeigen neben passenden Geräten, worauf zu achten ist.
Welche ist die beste elektrische Fliegenklatsche?
Klarer Testsieger ist die Rapizz RP692S für aktuell 17 Euro. Das Modell arbeitet mit 3800 V und zeigt sich im Dauereinsatz besonders zuverlässig. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Schlagfläche ist zudem umklappbar und es gibt ein Tischstativ, sodass die Rapizz auch als stationäre Falle einsetzbar ist.
Die beste Handhabung bietet die Gecko Man für 29 Euro (4-Euro-Coupon anwählen). Ein um 90 Grad drehbarer Kopf sowie Teleskopstab machen das Modell zum Technologiesieger. Diese Flexibilität macht sie zur idealen Wahl für schwer erreichbare Stellen, wie an der Decke, unter der Treppe oder unter dem Sofa.
Für preisbewusste Käufer empfiehlt sich die Gardigo Klatschigo (Bzzz) für gerade einmal 4 Euro. Der Preis-Leistungs-Sieger bietet solide Technik zum unschlagbaren Preis und erfüllt alle wichtigen Anforderungen an eine elektrische Fliegenklatsche. Zur Stromversorgung benötigt er aber AA-Batterien.
Unser Ranking im Überblick:
Hinweis: Preise und Verfügbarkeit können sich nach Veröffentlichung dieses Artikels schnell ändern – gerade bei großer Nachfrage in Hitzeperioden. Ein Blick auf die aktuellen Angebote des jeweiligen Händlers lohnt sich vor dem Kauf.
Wie funktioniert eine elektrische Fliegenklatsche?
Elektrische Fliegenklatschen arbeiten mit Hochspannung zwischen 2000 und 4000 V. Ein integrierter Spannungswandler transformiert die niedrige Batterie- oder Akkuspannung (meist 3,7 bis 4,2 V) auf diese hohen Werte. Das Metallgitter besteht bei den meisten Modellen aus mehreren Schichten, die von Isolatoren aus Kunststoff voneinander getrennt sind. Das mittlere Gitter steht unter Spannung. Zwischen den Gittern besteht ein Abstand von wenigen Millimetern. Ausnahme etwa ist der Insekten Schröter, der auf dünne Metallstäbe mit abwechselnder Polarität setzt.
Trifft ein Insekt auf das unter Spannung stehende Gitter, überbrückt es den Luftspalt zwischen den Schichten. Dadurch entsteht ein Kurzschluss, der die Fliege oder Mücke durch den Stromfluss in Sekundenbruchteilen tötet. Die entstehende Energie entlädt sich mit dem typischen Knistern.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Schluss mit unschönen Flecken zerquetschter Mücken an der Wand, entkommenden Insekten im letzten Moment und erfolglosem Herumfuchteln. Mit einer elektrischen Klatsche erwischt man fliegende Insekten zuverlässig in der Luft. Bei ruhenden Exemplaren an der Wand genügt es, die Klatsche drüberzuhalten – sobald sie losfliegen wollen, geraten sie unweigerlich ins stromführende Gitter.
Der große Vorteil elektrischer Fliegenklatschen gegenüber UV-Lichtfallen ist: Man kann gezielt gegen einzelne Plagegeister vorgehen. Wer eine lästige Mücke im Schlafzimmer jagt, gefährdet keine Nützlinge. Bei stationären UV-Fallen hingegen landen auch seltene Nachtfalter, harmlose Florfliegen oder andere schützenswerte Insekten im Hochspannungsgitter. Die manuelle Klatsche ermöglicht eine bewusste Entscheidung bei jedem einzelnen Insekt.
Sind elektrische Fliegenklatschen für Menschen ungefährlich?
Die hohe Spannung klingt bedrohlich, ist aber nur die halbe Wahrheit. Entscheidend für die Gefährlichkeit ist die Stromstärke, gemessen in Ampere. Elektrische Fliegenklatschen arbeiten mit extrem niedrigem Strom im Milliampere-Bereich. Die verbauten Kondensatoren speichern nur minimale Energie von wenigen Millijoule. Zum Vergleich: Ab etwa 50 Milliampere wird Gleichstrom lebensgefährlich, Fliegenklatschen liefern nur einen Bruchteil davon.
Die sehr niedrige gespeicherte Energie und die begrenzte Stromstärke der Geräte sind so gewählt, dass bei Berührung durch einen Menschen ein unangenehmer Schlag oder ein leichtes Brennen entsteht, aber keine ernsthaften gesundheitlichen Schäden auftreten, vergleichbar mit einem Weidezaun. Bei empfindlichen Personen kann es jedoch zu Unwohlsein kommen. Eine Berührung fühlt sich unangenehm an und ist deutlich stärker als bei einem statischen Schlag, wie man ihn etwa vom Anfassen eines Türgriffs kennt.
Welche Insekten darf man bekämpfen und wo gelten Einschränkungen?
In Deutschland stehen alle wild lebenden Tiere unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Das Töten ohne vernünftigen Grund ist verboten. Bei Lästlingen wie Stubenfliegen, Stechmücken oder Fruchtfliegen in Wohnräumen liegt ein vernünftiger Grund vor. Auch Wespen darf man in der eigenen Wohnung bekämpfen, wenn sie zur Gefahr werden.
Besonders geschützt sind alle Wildbienenarten, Hummeln und Hornissen. Ihr Töten kann, je nach Bundesland, mit Bußgeldern von mehreren Tausend bis zu 50.000 Euro geahndet werden. In Naturschutzgebieten gilt generell ein Tötungsverbot für alle Insekten. Im eigenen Garten sollte man bedenken: Schwebfliegen, Marienkäfer und viele andere Insekten sind Nützlinge.
Fallen und Insektenklatschen mit UV-Licht
Egal, ob auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten: Der Betrieb von elektrischen Insektenvernichtern mit UV-Licht ist im Freien faktisch verboten. Grundlage ist § 44 Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit § 4 Bundesartenschutzverordnung – demnach ist es untersagt, besonders geschützte Tierarten mit künstlichen Lichtquellen oder elektronischen Geräten anzulocken, zu fangen oder zu töten. Da UV-Fallen nicht selektiv arbeiten und zwangsläufig auch geschützte Arten erwischen, ist ihr Einsatz draußen unzulässig.
Der Grund: Diese Fallen arbeiten nicht selektiv. Im Dunkeln locken sie wahllos alle nachtaktiven Insekten an – darunter massenweise nützliche und streng geschützte Arten wie Nachtfalter, Käfer und Florfliegen, die am Stromgitter verenden. Gegen Stechmücken bringen die Lampen ohnehin fast nichts: Mücken orientieren sich vor allem an CO2 und Körpergeruch, nicht an UV-Licht. Ihr Anteil in solchen Fallen liegt meist bei weit unter 2 Prozent.
Auch bei elektrischen Fliegenklatschen mit eingebauter UV-Lampe ist deshalb Vorsicht geboten: In der Wohnung ist die Nutzung erlaubt, im Freien als stationäre Lockfalle jedoch nicht. Genau hier zeigt sich der Vorteil der Handklatsche. Man geht gezielt gegen einzelne Plagegeister vor und trifft eine bewusste Entscheidung bei jedem einzelnen Insekt – Nützlinge bleiben verschont.
Wer draußen effektiv gegen Insekten vorgehen will, hat legale Alternativen:
- Selektive Fallen: Geräte, die gezielt mit Duftstoffen, Wärme oder CO2 arbeiten. Da sie kein Licht nutzen, ziehen sie keine geschützten Nachtfalter an.
- Mechanischer Schutz: Fliegengitter, Moskitonetze oder ein schlichter Ventilator – gegen den Luftstrom fliegen Mücken nur ungern an.
- Wespen- und Fliegenfallen mit Lockstoff: Becher mit zuckerhaltigen Flüssigkeiten oder Pheromonen, die man tagsüber aufstellt.
Ist eine elektrische Fliegenklatsche Tierquälerei?
Rechtlich ist der Einsatz gegen Lästlinge wie Stubenfliegen, Stechmücken oder Fruchtfliegen in Wohnräumen erlaubt – hier liegt ein vernünftiger Grund im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes vor. Von Tierquälerei spricht man dabei nicht, denn der Stromstoß tötet die Insekten in Sekundenbruchteilen. Problematisch wird es erst beim wahllosen Jagen: Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge sollten grundsätzlich verschont bleiben, da sie streng geschützt sind.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Die Spannung der mobilen Insektenvernichter bestimmt die Durchschlagskraft. Wie viel Volt sollte eine elektrische Fliegenklatsche also haben? Modelle unter 2500 V sind oft zu schwach für größere Insekten. Der Sweetspot liegt zwischen 3000 und 4000 V – dieser Bereich hat sich in unseren Tests als zuverlässig erwiesen. Ebenso entscheidend ist die Gitterkonstruktion: Mehrlagige Systeme mit engmaschigen Gittern treffen besser und schützen vor Berührungen.
Bei der Stromversorgung haben akkubetriebene Modelle Vorteile gegenüber batteriebetriebenen Geräten, auch wenn die Wahl von der eigenen Präferenz und dem Einsatzzweck abhängt. Wenn Akku, dann sollte man auf jeden Fall auf USB-C als Anschluss Wert legen. Die meisten modernen Geräte nutzen Lithium-Ionen-Akkus mit 3,7-V-Nennspannung. Diese sind bei sachgemäßer Verwendung sicher. Wichtig ist die Einhaltung der Herstellervorgaben beim Laden. Einige Modelle vertragen nur Standard-5V-Ladegeräte, keine Schnelllader. Der Grund: Die verbaute Ladeelektronik ist oft simpel gehalten, um Kosten zu sparen.
Aber: Akkus altern durch Ladezyklen und Temperatureinflüsse. Nach zwei bis drei Jahren lässt die Kapazität merklich nach. Zudem gilt, dass man bei aufgeblähten oder beschädigten Akkus das Gerät nicht mehr verwenden darf – dann herrscht Brandgefahr!
Ansonsten erhöhen Sicherheitsfunktionen wie zweistufige Aktivierung oder automatische Abschaltung den Schutz. Ein zusätzliches Schutzgitter bewahrt vor versehentlicher Berührung. Ebenfalls praktisch sind Klatschen mit zusätzlichen Teleskopstangen. Auch Konzepte, wie beim Modell von Gecko Man, sind sinnvoll – es punktet mit drehbarem Kopf für flexible Handhabung und hilft damit, an besonders schwer erreichbare Stellen zu kommen. Je nach Einsatz sind Extras, wie die beigelegte Tragetasche beim Insekten Schröter sinnvoll.
Was kostet eine elektrische Fliegenklatsche?
Der Preis reicht von rund 4 Euro für einfache Batteriemodelle wie die Gardigo Klatschigo bis etwa 26 Euro für die üppig ausgestattete Gecko Man mit Teleskopstab. Die meisten gut ausgestatteten Akku-Modelle mit USB-C liegen zwischen 10 und 17 Euro. Teuer bedeutet dabei nicht automatisch besser – schon günstige Geräte erledigen Mücken und Fliegen zuverlässig.
Welche Hersteller von elektrischen Fliegenklatschen gibt es?
Der Markt für elektrische Fliegenklatschen ist unübersichtlich. Bekannte Markennamen sind die Ausnahme, der Großteil der Geräte stammt von wechselnden No-Name-Anbietern, die ihre Produkte vor allem über Amazon und Marktplätze vertreiben. Wer nach einem konkreten Modell sucht, findet es oft nur wenige Monate später unter anderem Namen wieder.
Ein echter Markenname ist der Insekten Schröter. Das Gerät ist laut Hersteller seit 2008 auf dem Markt und bezeichnet sich selbst als „das Original“. Diese lange Marktpräsenz ist in diesem Segment ungewöhnlich und ein Grund, warum der Name vielen ein Begriff ist – auch wenn die Verarbeitung im Test nicht durchweg überzeugt.
Ebenfalls etabliert ist Gardigo aus dem Hause Tevigo, ein Anbieter mit Fokus auf Schädlingsbekämpfung und Gartenprodukte. Bei einem Teil seines Sortiments wirbt Gardigo mit Recyclingmaterial nach dem Global Recycled Standard (GRS) – einer Zertifizierung, die den Anteil recycelter Rohstoffe entlang der Lieferkette bis zum Endprodukt dokumentiert. Das günstige Modell Gardigo Klatschigo ist unser Preis-Leistungs-Sieger.
Die übrigen Modelle im Test – etwa Yissvic, Wocvryy oder Night Cat – sind typische No-Name-Produkte. Das ist kein Ausschlusskriterium: Unser Testsieger stammt ebenfalls aus diesem Bereich. Bei No-Name-Geräten lohnt sich aber ein genauer Blick auf Verarbeitung, Material und die Sicherheitsfunktionen, weil die Qualität stärker schwankt als bei etablierten Marken.
Welche Alternativen gibt es zur elektrischen Fliegenklatsche?
UV-Lichtfallen arbeiten stationär mit Lockwirkung. Sie ziehen Insekten durch UV-Licht an und töten sie am Hochspannungsgitter. Der Nachteil: Sie unterscheiden nicht zwischen Schädlingen und Nützlingen. Besonders nachtaktive Insekten werden angelockt, darunter viele geschützte Arten. Für den Außenbereich sind sie in Deutschland verboten.
Mechanische Fallen wie Fliegenfänger-Streifen oder Fruchtfliegenfallen mit Lockstoff sind giftfrei und selektiv. Präventiv wirken Fliegengitter an Fenstern und Türen am besten. Natürliche Abwehrmittel wie ätherische Öle (Citronella, Eukalyptus) können Mücken fernhalten, die Wirkung ist aber begrenzt. CO2-Fallen imitieren menschlichen Atem und locken gezielt Stechmücken an. Alternative Methoden zur Mückenabwehr zeigt unser Ratgeber: Hilft gegen Mücken & Mückenstiche: CO2-Falle, elektrische Klatschen, Stichheiler.
Fazit
Elektrische Fliegenklatschen sind eine effektive Lösung gegen lästige Insekten im Haus. Mit 3000 bis 4000 V erwischen sie Mücken und Fliegen zuverlässig, bleiben aber durch die minimale Stromstärke für Menschen ungefährlich. Unser Test zeigt jedoch deutliche Qualitätsunterschiede.
Testsieger Rapizz RP692S überzeugt mit hoher Spannung, solider Verarbeitung und cleverer Faltfunktion. Preisbewusste greifen zum Preis-Leistungs-Sieger Gardigo Klatschigo (Bzzz) für unter 5 Euro. Die Gecko Man punktet mit drehbarem Kopf und Teleskopstab für schwer erreichbare Stellen. Der Insekten Schröter schwächelt bei der Verarbeitung, bietet aber praktische Extras wie eine Tragetasche.
Entscheidend ist der bewusste Einsatz: Viele Insekten sind wichtige Bestäuber – Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge stehen sogar unter Schutz. Die Klatsche gehört daher nur gegen echte Plagegeister in die Hand. Auf UV-Lockfunktionen, die wahllos auch geschützte Arten anziehen, sollte man verzichten. Genau hier liegt der Vorteil gegenüber stationären UV-Fallen: Wer selbst zuschlägt, entscheidet bei jedem Insekt neu. Ist man aber bereits gestochen worden, dann helfen die Gadgets aus der Top 5: Der beste Insektenstichheiler im Test – Heat It, Beurer, Bite Away & Co.
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