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AOK Bayern löscht versehentlich tausende elektronische Patientenakten


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Nach einer geplanten Systemumstellung ist es bei der AOK Bayern zu erheblichen Problemen mit der elektronischen Patientenakte (ePA) gekommen. Inzwischen hat die Krankenkasse bestätigt, dass ein Fehler bei den beteiligten IT-Dienstleistern dazu führte, dass rund 6400 elektronische Patientenakten vorübergehend geschlossen wurden. Darüber hatte unter anderem der Ärztenachrichtendienst berichtet.

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Die betroffenen Versicherten seien umgehend informiert worden. „Die ePA-Akten der Betroffenen wurden bereits in der vergangenen Woche neu angelegt und können seitdem wieder genutzt werden“, heißt auf Anfrage von heise online. Davon seien etwa 0,14 Prozent der Versicherten der AOK Bayern betroffen.

Die zuvor eingestellten Daten seien nicht verloren gegangen, betont die Krankenkasse. Sie seien aktuell lediglich nicht verfügbar. „Sollten Sie Ihre bisherigen Unterlagen dringend benötigen, wenden Sie sich bitte an Ihre Arztpraxis, Ihr Krankenhaus oder Ihre Apotheke“, heißt es in einem Informationsschreiben an die Versicherten, das heise online vorliegt. Ein Leser hatte sich bei der Redaktion gemeldet, da er von seiner Krankenkasse über einen vermeintlichen Widerspruch informiert wurde. Aufgrund des Widerspruchs sei seine Akte geschlossen worden.

In einem weiteren Schreiben vom 4. Februar heißt es, dass der Dienstleister der AOK derzeit „alles daran“ setze, die Dokumente wieder in die neue ePA zu stellen. Diese würden dabei „durchgängig verschlüsselt“ bleiben. Gemeinsam mit den IT-Dienstleistern und der Gematik arbeite man mit „höchster Priorität“ daran, die Inhalte der geschlossenen Akten wiederherzustellen. Wann dies abgeschlossen sein wird, könne man derzeit bisher nicht sagen.

Einen Sicherheitsvorfall schließt die AOK Bayern aus. Zu keinem Zeitpunkt hätten unberechtigte Dritte Zugriff auf die Daten gehabt. Versicherte können sich bei Fragen an die AOK Bayern wenden.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik gegeben – unter anderem wegen unbefugter oder fehlerhaft ermöglichter Widersprüche gegen ePAs, die zur Schließung oder Löschung von Akten führen konnten.

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(mack)



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Künstliche Intelligenz

Kommentar: Wer räumt den giftigen KI-Müll weg?


Generative KI vermüllt das Internet. Ein bis zwei Fünftel der Inhalte dort, je nach Schätzung, sind nicht menschengemacht. Zumindest nicht direkt, denn Menschen bedienen die Content-Schleudern.

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Skurrile Videos mit Kindern oder Katzen, Selbstporträts als Actionfigur oder wortreiche SEO-Texte: Solcher KI-Krempel ist zwar schnell und kostengünstig mit wenigen Klicks generiert. Doch die Menschheit und den Planeten könnte diese digitale Müllflut teuer zu stehen kommen.

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Denn um die Nachfrage nach GenAI-Systemen zu befriedigen, ziehen die Anbieter Rechenzentren hoch, die so viel Strom schlucken wie eine Großstadt. Um den in die Höhe schießenden Energiebedarf zu übertünchen, investieren sie in halbgare Zukunftstechnik wie Small Modular Reactors oder Kernfusion. Nach dem Motto: Wird schon irgendwie, Hauptsache, wir können jetzt mit dem Hype Geld scheffeln.

Hinzu kommt, dass der KI-Müll inhaltlich selten so harmlos ist wie KI-generierte Traumstrände und Engelskinder-Fotos. Im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten verbreiten sich irreführende KI-generierte Inhalte unkontrolliert – und das ist nicht das erste Mal. Sobald eine vermeintliche Nachricht ein Narrativ bestätigt, wird sie flugs geteilt, ohne ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Diese Lügen wieder einzufangen, ist kaum möglich.


Greta Friedrich

Greta Friedrich

Greta Friedrich ist Redakteurin bei c’t. Im Ressort für Internet, Datenschutz und Anwendungen testet sie unter anderem Tools und Apps, recherchiert zu gesperrten Microsoft-Konten, stellt Websites vor und erklärt Messenger. Dabei lernt sie täglich Neues und wenn das Grundlagenwissen aus ihrem Studium im Bereich Technische Redaktion nicht reicht, fragt sie ihre Kolleginnen und Kollegen aus.

Damit sind generative KI-Systeme praktische Werkzeuge für alle, die diffuse Angst säen und schüren wollen. Sie helfen dabei, gefühlte Wahrheiten scheinbar zu bestätigen und so Meinungen zu beeinflussen. Sie machen es zum Beispiel leicht, gefälschte Mobilmachungsbefehle oder Scheinbeweise für Kriegsverbrechen in die Welt zu setzen und wahllos Chaos zu stiften.

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Und sie tragen dazu bei, dass das Vertrauen in seriöse Medien erodiert. Denn die Menschen bekommen zunehmend das Gefühl, ihren Augen nicht mehr trauen zu können. Diese Irritation erreicht sogar das lineare Fernsehen, weil auch etablierte Medien nicht immer sicher im Umgang mit KI-Inhalten sind.

Eine Handvoll Tech-Riesen hätte die Macht, daran etwas zu ändern. Sie besitzen oft sowohl Social-Media-Plattformen als auch KI-Tools: YouTube und Gemini (Google), Face- und Moltbook sowie Meta AI (Meta), X und Grok … Es sind ewige Kreisläufe aus Content und Klicks.

Deren Betreiber müssen endlich Verantwortung übernehmen. Sie müssen maßvoll mit Wasser und Strom umgehen, müssen verbindliche Regeln für ihre Plattformen aufstellen und durchsetzen: Wie kennzeichnen wir KI-Inhalte, wie melden und entfernen wir Schädliches, wer bekommt Werbeeinnahmen und wer nicht? Provokante und irreführende Inhalte mit KI-Hilfe in die Welt zu kippen, darf sich nicht länger lohnen.


(gref)



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Wikipedia verbietet KI-generierte Artikel, KI darf nur noch unterstützen


Die englischsprachige Wikipedia weist ihre Autoren an, keine KI-Modelle für die Erstellung von Artikeln zu verwenden. Denn per künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Texte würden oft gegen etliche Wikipedia-Richtlinien für Inhalte verstoßen. Es gibt allerdings Ausnahmen, in denen KI genutzt werden darf, etwa bei Übersetzungen und grundsätzlicher Textbearbeitung. Sowohl Autoren als auch Moderatoren sind dabei aber bestimmten Regeln unterworfen.

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Die deutschsprachige Wikipedia hat bereits ein umfassendes KI-Verbot beschlossen, nachdem eine Mehrheit von fast zwei Dritteln der Teilnehmer den Vorschlag für neue KI-Richtlinien im Februar angenommen hat. Demnach sind Artikel, die mit großen Sprachmodellen (LLMs, Large Language Models) erzeugt wurden, ausdrücklich verboten. Ausnahmen sind auch hier maschinelle Übersetzungen, die sich auf KI stützen, KI-unterstützte Fehlererkennung und reine Recherche mit KI.

Die englischsprachige Wikipedia hat dies nun ebenfalls in die eigenen Richtlinien integriert. Verboten sind damit Artikel, die komplett per KI generiert oder mithilfe von KI umgeschrieben wurden. Allerdings warnt die Wikipedia, dass die Erkennung reiner KI-Texte schwierig sein kann. Denn manche Menschen „können einen ähnlichen Schreibstil wie LLMs haben“. Deshalb sollten Artikel nicht allein wegen eines KI-nahen Stils abgelehnt werden; Redakteure sollen sich auf die „Einhaltung der Kerninhaltsrichtlinien des Textes“ konzentrieren sowie die letzten Änderungen des fraglichen Autors betrachten, bevor sie einen Artikel wegen des KI-Verbots ablehnen.

KI wird auch nicht grundsätzlich verteufelt. Sprachmodelle sind erlaubt, etwa für die Nachbearbeitung von Texten, solange die KI „keine eigenen Inhalte hinzufügt“. Auch werden KI-unterstützte, maschinelle Übersetzungen von Wikipedia-Artikeln anderer Sprachen akzeptiert. Allerdings wird dabei vorausgesetzt, dass der Redakteur die fremde Sprache ausreichend beherrscht, um bestätigen zu können, dass die Übersetzung korrekt ist. Zudem sollen eventuelle KI-Halluzinationen im Text entfernt und die Quellen des Originalartikels geprüft werden.

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Die neuen KI-Richtlinien sind eine weitere Reaktion auf die Zunahme von KI-Artikeln bei der Online-Enzyklopädie. Schon im August 2025 reagierte die Wikipedia auf die KI-Flut mit einer angepassten Richtlinie zur Schnelllöschung. Das soll Administratoren ermöglichen, offensichtlich maschinell erstellte und ungeprüfte Beiträge ohne die übliche einwöchige Diskussionsphase zu löschen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen.

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Denn normalerweise erfordert das Löschen eines Wikipedia-Artikels einen Konsens, der in einer siebentägigen Diskussion gefunden wird. Sollten Artikel offensichtliche Zeichen eines KI-Modells zeigen, können sie umgehend gelöscht werden, wie zuvor bereits bei eindeutigen Fällen wie Vandalismus oder reiner Werbung. Mit der nun um das Verbot von KI-generierten Artikeln erweiterten Richtlinie will die Wikipedia sowohl im englischsprachigen als auch deutschsprachigen Raum präventiv handeln, statt nur schneller löschen zu können.


(fds)



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Autonomes Fahren: Pony.ai bringt Robotaxis nach Zagreb


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Kroatien bekommt als erstes Land in Europa einen kommerziellen Dienst mit autonomen Taxis. Das haben der US-Fahrdienst Uber, das chinesische Robotaxiunternehmen Pony.ai und das kroatische Start-up Verne bekannt gegeben. Die Robotaxis sollen zuerst in der Hauptstadt Zagreb zum Einsatz kommen.

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Die Fahrzeuge sind Alpha T5 des chinesischen Herstellers Arcfox, die Pony.ai mit seinem System für autonomes Fahren ausstattet, wie das chinesische Unternehmen mitteilte. Verne wird Eigentümer und Betreiber der Flotte, Uber übernimmt das Angebot in seine App und wird den Dienst zusammen mit Verne vermarkten.

Pony.ai testet die Robotaxis bereits in Zagreb. Einen Starttermin für den regulären Dienst gibt es indes noch nicht. Nach der Freigabe in Zagreb wollen die drei Unternehmen den Dienst auch in weiteren europäischen Städten anbieten.

Neben Pony.ai streben auch andere Anbieter autonomer Taxis nach Europa: Die Alphabet-Tochter Waymo kündigte im Herbst 2025 einen Start in London in diesem Jahr an. Auch die US-Fahrdienste Uber und Lyft zieht es in die britische Hauptstadt, ebenso wie das britische Unternehmen Wayve.

Der estnische Fahrdienstvermittler Bolt kooperiert zum einen mit Pony.ai, zum anderen mit dem Autokonzern Stellantis, für Dienste in Europa, ließ aber noch offen, wo. Die Volkswagen-Tochter Moia testet seit einiger Zeit autonomes Fahren in Hamburg mit dem autonomen ID. Buzz AD sowie mit einem autonomen Kleinbus des Paderborner Unternehmens Holon. Auch die Lyft-Tochter Freenow will autonome Taxis in der Hansestadt auf die Straße bringen.


(wpl)



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