Künstliche Intelligenz
„Armut tötet“: Warum „KI“ das Gesundheitswesen nicht retten kann
Auf dem 39. Chaos Communication Congress analysierte Manuel Hofmann von der Deutschen Aidshilfe in seinem Vortrag „‘KI’, Digitalisierung und Longevity als Fix für ein kaputtes Gesundheitssystem?“ die überzogenen Technologie-Versprechen für das deutsche Gesundheitssystem. Sein Vortrag offenbarte eine gefährliche Mischung aus naiver Technikgläubigkeit, libertärer Ideologie und dem systematischen Ausblenden sozialer Ungleichheiten.
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Betrachte man die Schlagzeilen, stecke das deutsche Gesundheitswesen in einer veritablen Krise: Die Kosten explodieren, der demografische Wandel rollt unaufhaltsam auf das System zu, und in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren werden Hunderttausende Beschäftigte in Rente gehen. Zugleich kommen geburtenstarke Jahrgänge in ein Alter, in dem sie häufiger krank und pflegebedürftig werden. Der Charité-Chef warne vor dem Kollaps, der GKV-Spitzenverband schlage Alarm, und Deutschland lande bei der Krankheitsprävention auf dem vorletzten Platz einer internationalen Erhebung.
Die Antwort der Politik und der Gesundheitswirtschaft auf diese strukturellen Probleme folge einem erstaunlich einheitlichen Muster, erklärte Hofmann: Technologie soll es richten. In der Digitalisierungsstrategie des Bundesgesundheitsministeriums (PDF) aus dem Jahr 2023 heiße es: „Die Digitalisierung in der Gesundheits- und Pflegeversorgung ermöglicht ein gesünderes und längeres Leben für alle.“ Doch wie realistisch sind diese Versprechen tatsächlich?
Die Effizienz-Illusion: Wenn Charité-Chefs von KI-Ersatz träumen
In seiner Analyse verdeutlichte Hofmann die Dimensionen der Realitätsferne mit konkreten Aussagen führender Gesundheitsmanager. Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité – Europas größtem Universitätsklinikum –, erklärte demnach in einem Tagesthemen-Interview, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Drittel seiner Mitarbeiter in Rente gehen werde. Hofmann zitierte Kroemers Schlussfolgerung: „Insofern haben wir ganz klar die Zielsetzung, innerhalb einer Dekade ein Drittel der Mitarbeiter durch diese Technologien ersetzen zu können.“
Hofmann konterte diese Aussage mit Verweis auf die Geschichte der Digitalisierung im Gesundheitswesen: „Ich erinnere noch mal daran: Wir haben vor 20 Jahren die erste Idee zur elektronischen Patientenakte bekommen.“ Die elektronische Patientenakte, das Vorzeigeprojekt der Gesundheitsdigitalisierung, war auf dem Chaos Communication Congress vor genau einem Jahr Gegenstand vernichtender Kritik – Sicherheitsforscher hatten zahlreiche technische Mängel aufgezeigt. Vor diesem Hintergrund erscheine die Vorstellung, innerhalb von zehn Jahren ein Drittel des Krankenhauspersonals durch KI zu ersetzen, geradezu unrealistisch, so Hofmann.
Noch weiter gehe es in einem von Siemens Healthineers gesponserten Meinungsbeitrag in der Welt, den Hofmann in seinem Vortrag zitierte: „Was können wir dagegen tun? Wir können nicht mehr Ärzte herbeizaubern, aber durch den Einsatz von Technologie versetzen wir sie in die Lage, künftig zehnmal mehr als heute zu leisten. Warum sollte ein Arzt, der heute 1000 Patienten im Quartal behandelt, künftig nicht 10.000 Patienten im Quartal behandeln?“
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Hofmann berichtete, er habe diese These bei einem Workshop auf einem Ärztekongress des Vereins Demokratischer Ärztinnen getestet. Die Reaktion der anwesenden Mediziner auf die Frage, warum sie künftig nicht zehnmal so viele Patienten behandeln könnten, beschrieb er so: „Sie waren so mittelbegeistert und haben sich auch tendenziell nicht über zu laxe Arbeitsbedingungen beschwert.“
Quantencomputing und Krebsprognosen: Die Zukunftsfantasien der Strategieberater
Besonders drastisch illustrierte Hofmann die Weltfremdheit mancher Zukunftsvisionen anhand eines Magazins einer Strategieberatung, das das Gesundheitswesen im Jahr 2030 beschreibt. Die dort geschilderte Szene: Ein Patient sitzt in einer onkologischen Praxis, um seine Krebsprognose zu erfahren – also die Antwort auf die Frage, ob er weiterleben wird. Dieser Patient werde in der Vision als „neugierig“ beschrieben, so Hofmann.
Seine Kritik fiel deutlich aus: „Ich will wirklich nicht, dass die Zukunft unseres Gesundheitswesens von Leuten designt wird, die denken, dass Menschen, die gerade erfahren, ob sie weiterleben können, neugierig in ihrem Behandlungsgespräch sitzen.“ In der Vision errechneten KI-Simulationen, „gestützt auf Quantencomputing“, eine individualisierte Erfolgswahrscheinlichkeit. Die Ärztin habe dann auch viel mehr Zeit für „tolle psycho-onkologische Gespräche“, weil das Administrative wegfalle. Die Diskrepanz zwischen solchen Hochglanz-Szenarien und der Realität eines Gesundheitssystems, das noch immer massiv auf Faxgeräte angewiesen ist, könne kaum größer sein.
Eigenverantwortung als politisches Programm
Parallel zur Technologie-Euphorie etabliere sich laut Hofmanns Analyse ein zweites Narrativ: die Betonung von Eigenverantwortung. Der Referent verwies auf Bundeskanzler Friedrich Merz, der beim Kongress der Maschinenbauer erklärt habe, die Deutschen gingen alle zu häufig zum Arzt.
Ähnlich äußere sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Hofmann zitierte sie aus einer Pressekonferenz zum Public Health Report: „Um eine finanzierbare und gute Gesundheitsversorgung für die Zukunft aufzustellen, sind Veränderungen unumgänglich. Und dabei wird auch die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger eben eine zentrale Rolle spielen.“
Diese Entwicklung münde in eine zunehmende digitale Ersteinschätzung, analysierte Hofmann: Bevor Menschen Zugang zum Gesundheitssystem erhalten, sollen Chatbots und Symptomchecker vorfiltern, wer „wirklich“ behandelt werden muss.
Besonders problematisch werde diese Entwicklung im Bereich der psychischen Gesundheit. Angesichts des Mangels an Psychotherapieplätzen werde KI zunehmend als Ersatz diskutiert. Hofmann warnte eindringlich: „Nein, ChatGPT wird nicht den Psychotherapeuten und die Psychotherapeutin ersetzen.“ Als Beleg verwies er auf ein neues Phänomen: die KI-induzierte Psychose. Menschen mit bestehenden Zwangsgedanken erhielten von Sprachmodellen oft bekräftigende Antworten, die ihre Probleme verschärften statt sie zu lindern.
Tech-Milliardäre und der Traum vom ewigen Leben
Ein weiterer Strang von Hofmanns Analyse betraf die Longevity-Bewegung – ein Ansatz, der Langlebigkeit durch eine Kombination aus Technologie, Selbstoptimierung und experimentellen Behandlungen verspricht. Die ideologischen Wurzeln dieser Bewegung lägen im Silicon Valley, bei Tech-Milliardären mit libertären Überzeugungen und dem ausgeprägten Wunsch, nicht sterben zu müssen.
Als prominenten Vertreter nannte Hofmann Ray Kurzweil, KI-Visionär und Chief Technical Officer bei Google. Kurzweil propagiere das Konzept der „Longevity Escape Velocity“ – den Punkt, an dem der medizinische Fortschritt so schnell voranschreite, dass jedes gelebte Lebensjahr ein zusätzliches Jahr Lebenserwartung bringe. Hofmann erläuterte Kurzweils Vision: Man erreiche irgendwann einen Zustand, „wo wir unsere allzu schwächlichen scheiternden Körper hinter uns lassen können“ und wo Krankheit, wie wir sie kennen, ausgerottet werde. Nach Kurzweils Prognosen werde dieser Punkt bereits in wenigen Jahren erreicht sein. „Ich glaube, das Fax wird im deutschen Gesundheitswesen diesen Zeitpunkt um einige Jahrzehnte überleben,“ sagte Hofmann dazu.
Die praktische Ausprägung dieser Ideologie finde sich in Einrichtungen wie Fountain Life, einem laut Hofmann „irrsinnig teuren Longevity-Center“ in den USA, wo wohlhabende Kunden experimentelle Untersuchungen buchen können. Ein Gründer von Fountain Life habe empfohlen, man solle „der CEO der eigenen Gesundheit sein“ – eine Formulierung, die inzwischen auch von deutschen Gesundheitsinfluencern übernommen werde.
Als besonders skurriles Beispiel nannte Hofmann den Longevity-Enthusiasten Brian Johnson, der sich selbst als den bestvermessensten Menschen der Welt bezeichne. Johnson sei bekannt für obsessive Selbstvermessung, die nach Hofmanns Darstellung bisweilen groteske Züge annehme. Er verwies auf einen Artikel der New York Times, der die jahrhundertealte Suche nach dem ewigen Leben analysiert und festgestellt habe, dass diese Suche überwiegend von Männern getrieben ist. Hofmann zog Verbindungen zu sozialpsychologischer Forschung, die nahelege, dass die Verdrängung des Todes in individualistisch organisierten Gesellschaften deutlich verbreiteter sei als in gemeinschaftsorientierten Kulturen.
Soziale Ungleichheit und globale Gesundheit
Das fundamentale Problem all dieser Ansätze sah Hofmann in ihrer systematischen Ausblendung sozialer Ungleichheiten. Gesundheit hänge in hohem Maße von gesellschaftlicher Positionierung ab, betonte er in seinem Vortrag. Menschen, die queer oder trans seien, erlebten ihr Leben lang Minderheitenstress, der sich auf die Gesundheit auswirke. Menschen, die täglich zehn Stunden Pakete austrügen, hätten abends keine Energie mehr für Wellness-Rituale. „Armut tötet“, fasste Hofmann zusammen – eine Aussage, die das Robert-Koch-Institut mit seinen Daten zur „Lebenserwartungslücke“ zwischen Arm und Reich wissenschaftlich bestätige.
Die Individualisierung von Gesundheit mache Menschen für Dinge verantwortlich, für die sie wenig könnten, argumentierte Hofmann. Wer in einer lauten Straße wohne, wer Schichtarbeit leiste, wer prekär beschäftigt sei, könne sich nicht einfach für einen gesünderen Lebensstil entscheiden.
Besonders eindringlich wurde Hofmann bei der globalen Dimension. Die Deutsche Aidshilfe habe anlässlich des Welt-Aids-Tags einen Weckruf veröffentlicht: Nach dem Rückzug der USA aus internationalen HIV-Programmen drohe eine Katastrophe. Menschen würden an einer gut behandelbaren Krankheit sterben, weil ihnen die Medikamente fehlen. Hofmann appellierte: „Vielleicht sollten wir das Problem mal als erstes fixen, bevor wir uns weiter darüber unterhalten, ob irgendwelche Tech-Bros aus dem Silicon Valley 130 werden könnten.“
Wem nützt das Narrativ vom kaputten System?
In seinem Vortrag warnte Hofmann auch vor den politischen Implikationen der Krisendiskurse. Die Erzählung, dass das Gesundheitssystem kaputt sei, sei keine neutrale Zustandsbeschreibung, sondern selbst ein Narrativ. Natürlich müsse man Probleme benennen und Lösungen diskutieren. „Aber wenn man nur die Erzählung macht, dass das System kaputt geht und eh alles den Bach runter geht und wir dem Untergang geweiht sind, dann profitiert am Ende doch wieder nur die eine rechtsextreme Partei, die selbst ganz bestimmt keine kompetenten, weitsichtigen Antworten für strukturelle Probleme im Gesundheitswesen haben wird.“
(mack)
Künstliche Intelligenz
Chipträger-Knappheit: Mangel bei Prozessoren und Grafikkarten droht
Materialien für Chipträger, auch Packages genannt, könnten im Jahr 2026 knapp werden. Im Fokus aktueller Berichte steht der japanische Zulieferer Nitto Boseki alias Nittobo, der sogenanntes T-Glas herstellt: Glasgewebe, das so dünn ist, dass es sich wie eine Folie aufwickeln lässt. Aber auch das organische Material von Ajinomoto stellt einen potenziellen Flaschenhals dar.
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Analysten bestätigen gemäß dem Wall Street Journal das Offensichtliche: PC-Hardware steht am Ende der Nahrungskette und dürfte damit am ehesten von Engpässen betroffen sein. Branchenriesen wie Nvidia haben das meiste Geld, um verfügbare Träger aufzukaufen. Ihr Fokus liegt auf KI-Beschleunigern mit hohen Margen. Auch Serverprozessoren benötigen immer größere Träger.
Die generelle Verfügbarkeit wäre potenziell auch das größere Problem als etwaige Preissteigerungen. Es stehen zwar Erhöhungen um 25 Prozent im Raum, was allerdings auch nur Cent-Beträge oder wenige Euro ausmachen würde.
Glas und organisches Material essenziell
Chiphersteller und -verarbeiter verwenden Nittobos sogenanntes T-Glas zur Stabilisierung des Trägers. Es hat einen niedrigen thermischen Ausdehnungskoeffizienten und verhindert so, dass sich die Träger unter Chips verbiegen oder reißen. Die Anforderungen sind hoch, da sich zum Beispiel eine GPU innerhalb kurzer Zeit von Raumtemperatur auf 100 °C erhitzen kann.

Nittobo Glasgewebe alias T-Glas.
(Bild: Nittobo)
Der zweite große Zulieferer ist die ebenfalls japanische Firma Ajinomoto. Eigentlich handelt es sich um ein Lebensmittelunternehmen, das als Nebenprodukt seiner Gewürzsoßen jedoch den sogenannten Ajinomoto Build-up-Film (ABF) herstellt. Trägerhersteller laminieren den ABF und häufig T-Glas auf, um daraus stabile Platten mit integrierten Kupferleitungen herzustellen. Bei modernen Desktop-Prozessoren laufen an die 2000 Leitungen durch einen Träger, bei Serverchips ein Vielfaches mehr.
Alle Prozessoren, Grafikchips, programmierbaren Logikchips (FPGAs) und Spezialschaltungen (ASICs) benötigen einen Träger als Brücke zwischen Halbleiterchip und Platine. Dazu zählen auch sämtliche KI-Beschleuniger.
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Nahaufnahme eines Prozessorträgers von der Seite: Die grüne Platine besteht aus zahlreichen auflaminierten Schichten.
(Bild: heise medien)
Beinahe-Monopole
Zahlreiche Medien berichten, dass Nittobo mit seinem Glasgewebe einen Marktanteil von etwa 90 Prozent haben soll. Ajinomoto soll mit seinem ABF noch höher liegen.
Das Wall Street Journal zitiert Nittobo-Aussagen, wonach neue Produktionslinien die Lücke zwischen Angebot und „rapide steigender Nachfrage“ nicht schließen können. Apple-Mitarbeiter sind laut der Nachrichtenagentur Nikkei Asia schon im Herbst 2025 nach Japan gereist, um sich Kontingente bei Nittobo zu sichern. Qualcomm soll das Gleiche beim kleinen Konkurrenten Unitika versucht haben.
Digitimes aus Taiwan berichtete Anfang Februar 2026, dass der mit Asus verbandelte Trägerhersteller Kinsus zunehmend mehr Geld investiert, um sich ABF zu sichern. Das Material war zur Corona-Chipkrise im Jahr 2021 schon knapp. Damals wurden Probleme bis mindestens 2026 prognostiziert, sollte die Nachfrage hoch bleiben oder erneut hochschießen.
Die japanischen Firmen haben vor allem weitgehende Monopole, weil es sich traditionell um Billigprodukte mit niedriger Marge handelt. Nittobo etwa hatte zuletzt einen Quartalsumsatz von umgerechnet knapp 165 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn von 30 Millionen Euro.
Das erforderliche Spezialwissen macht es anderen Herstellern schwer, die Materialien zu imitieren. Unter anderem Intel forscht schon seit vielen Jahren an Trägern komplett aus Glas, die aber noch nicht marktreif sind. Anlegern ist die Abhängigkeit offenbar schon länger bekannt: Nittobos Börsenwert hat sich seit dem Sommer 2025 verdreifacht.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Smart Glasses: Kreuzfahrtunternehmen schränkt Nutzung an Bord ein
Die Kreuzfahrtgesellschaft Royal Caribbean hat im Q&A-Bereich seiner US-amerikanischen Website die Liste der Gegenstände, die man nicht an Bord seiner Schiffe bringen darf, ohne Ankündigung um einen Punkt erweitert. Neben etwa Drogen, Waffen, Feuerwerk und Alkohol sind dort nun auch Smart Glasses aufgeführt. Zwar verbietet das Unternehmen deren Einsatz an dieser Stelle nicht komplett, schränkt die Benutzung aber ein. So heißt es in dem betreffenden Abschnitt wörtlich (Übersetzung von heise online):
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„Smart“-Brillen verschiedener Hersteller, die Video- und Audioaufnahmen machen können, dürfen in bestimmten Bereichen an Bord des Schiffes nicht verwendet werden, darunter (aber nicht nur) öffentliche Toiletten, Bereiche für Jugendprogramme, medizinische Bereiche sowie das Casino.
Diese Formulierung schließt demnach die populäre Ray-Ban Meta ebenso ein wie etwa die Rokid Glasses, da sich mit beiden Video- und Audioaufnahmen anfertigen lassen.
Gilt auch mit Korrekturgläsern
Royal Caribbean weist auf der Website auch ausdrücklich darauf hin, dass es keinen Unterschied macht, ob die smarte Brille als Sonnenbrille eingesetzt wird oder ob sie Korrekturgläser enthält. Für letzteren Fall empfiehlt das Unternehmen, eine zusätzliche „dumme“ Fassung mit passenden Korrekturgläsern mitzubringen.

Auf seiner US-Website listet Royal Caribbean nun smarte Brillen als Gegenstände auf, die man an Bord seiner Schiffe nur eingeschränkt benutzen darf. Wer Korrekturgläser benötigt, soll eine „dumme“ Zweitbrille mitbringen.
Interessant dürfte werden, wenn Passagiere mit Smart Glasses an Bord kommen, die nur Audioaufnahmen, aber keine Videoaufnahmen erlauben und deshalb eventuell nicht auf Anhieb als smarte Modelle zu identifizieren sind. Am leichtesten lassen sich die Brillen über die eingebauten Kameras erkennen.

Laut eines Reddit-Users handelt es sich hierbei um den Screenshot der Royal-Caribbean-App, die darauf hinweisen soll, dass Smart Glasses an Bord komplett verboten sind.
(Bild: Reddit / catlovingcryptofella)
Einige kleinere Hersteller wollen zudem smarte Brillen anbieten, bei denen die integrierte Kamera nur für eine Objekterkennung genutzt werden soll, ohne Aufnahmen zu speichern. Solche Modelle dürften weitere Diskussionen auslösen.
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Ein Nutzer hat darüber hinaus auf Reddit einen Screenshot der Royal-Caribbean-App gepostet, wonach diese darauf aufmerksam macht, dass Smart Glasses generell nicht an Bord gebracht werden dürften.
Auf der Q&A-Seite von Royal Caribbean, die sich an Kunden aus Deutschland richtet, sind Smart Glasses noch nicht unter den verbotenen Gegenständen aufgeführt. Eine Antwort auf eine Anfrage von heise online, ob Royal Caribbean die Angaben hier noch entsprechend erweitert oder etwa Kreuzfahrten in Europa von der Regelung ausnimmt, steht bislang noch aus.
(nij)
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Open Compute: Neue Hardware-Konzepte für KI-Rechenzentren
Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, muss sich die Art und Weise, wie Rechenzentrums-Hardware entwickelt und produziert wird, grundlegend ändern. Dabei konzentriert sich das OCP auf folgende vier Bereiche:
– Stromversorgung: Bei der Entwicklung und Nutzung von KI-Modellen kommen in der Regel spezialisierte KI-Beschleuniger wie AMD Instinct GPUs zum Einsatz. Sie benötigen deutlich mehr Strom als Serverprozessoren. Während Server-CPUs wie die AMD EPYC 9005-Serie eine elektrische Leistungsaufnahme von 125 W bis 500 W aufweisen, sind es bei GPUs bis zu 1.400 W. Die Anschlussleistung pro Rack im Rechenzentrum steigt dadurch von 10 bis 20 kW auf über 100 kW. Künftig könnte sie sogar bis zu einem MW betragen.
– Kühlung: Aufgrund der erhöhten Leistungsdichte müssen KI-Racks in der Regel flüssigkeitsgekühlt werden. Das OCP-Teilprojekt „Coolant Distribution Unit“ (CDU) befasst sich mit der Integration von Flüssigkeitskühlsystemen in bestehende und neue Rechenzentren. Die Teilnehmer entwickeln Lösungen, Leitfäden und Referenzdesigns, die die Integration von CDUs erleichtern und verbessern sollen.
– Statik und Platzbedarf: Hochleistungsfähige KI-Systeme sind deutlich größer und schwerer als traditionelle Rechen- oder Speicher-Racks. Sie sind daher oft nicht mehr zum herkömmlichen Rechenzentrumsdesign kompatibel. Das OCP will deshalb wichtige Parameter wie Gangbreiten, Rack-Abmessungen und Bodentragfähigkeit standardisieren, um kostspielige Nachrüstungen in neuen Rechenzentren zu vermeiden. Langfristig sollen so vollständig kompatible Racks entstehen, die beliebig austauschbar sind.
– Überwachung und Steuerung: KI-Rechenzentren bestehen aus hochgradig vernetzten Hochleistungskomponenten. Schon kleine Störungen, unbemerkte Sicherheitslücken oder Konfigurationsfehler können zu gravierenden Systemausfällen führen. Die Überwachung und Steuerung der komplexen Infrastrukturen stellt IT-Verantwortliche daher vor große Herausforderungen. Das OCP will deshalb Standardprotokolle für die Übermittlung und Auswertung von Telemetriedaten entwickeln, die das Management von KI-Rechenzentren erleichtern und verbessern. Langfristig sollen autonome Steuerungssysteme zum Einsatz kommen, die eigenständig alle Systeme verwalten, deren Leistung optimieren und Probleme selbständig beheben können.
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