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Deutsche Bahn: „Keine generelle Sperre einzelner Betriebssysteme“


Die Deutsche Bahn scheint insbesondere Linux-Rechner von der Verbindungssuche auf der bahn.de-Webseite auszuschließen. Spätestens nach einigen Klicks für weitere Reisezeiträume erscheint eine Fehlerseite mit dem Fehlercode 751 und der Beschreibung „das Verhalten Ihres Browsers ähnelt dem eines Bots“ – auch am Donnerstag dieser Woche noch. Die Bahn hat nun eine Erklärung dazu geliefert.

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Auf Anfrage von heise online sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn, dass es keine generelle Sperre einzelner Betriebssysteme gebe: „Grundsätzlich können sowohl die Website bahn.de als auch der DB Navigator mit Linux-Betriebssystemen und weniger verbreiteten Browser-/Betriebssystemkombinationen genutzt werden.“ Im Gegenteil: Die Bahn unterstütze eine Vielzahl von Systemen.

Allerdings setze das Unternehmen zur Gewährleistung der Sicherheit von Kundinnen und Kunden und zur Abwehr automatisierter Angriffe auf „zeitgemäße Schutzmechanismen“, die „Zugriffsverhalten, Netzwerk- bzw. IP-Adressbereiche sowie technische Besonderheiten des Browsers bewerten“. Es handele sich um heuristisch arbeitende Systeme, die sich an Hinweisen und Mustern orientieren, um mögliche Risiken zu erkennen.

Fehlalarme („False Positives“) könnten in seltenen Fällen bei den eingesetzten Erkennungsmechanismen nicht ausgeschlossen werden, führte die Sprecherin weiter aus. Reguläre Zugriffe könnten dadurch „vorübergehend fälschlicherweise als verdächtig eingestuft und eingeschränkt werden“. Die Bahn arbeite daran, die Erkennungsmechanismen zu verbessern und Fehlalarme zu reduzieren. Alle der Bahn bekannten Fälle seien ausgewertet worden. Die Erkenntnisse sollen fortlaufend zur Verbesserung der Systeme und deren Anpassung an „reale Nutzungsszenarien“ genutzt werden.

Ein Auslöser zum Einsatz solcher Schutzmechanismen können Bots sein, die systematisch Daten zu Verbindungen und vor allem Verspätungen abrufen. Solches Scraping gibt es schon länger. Die große Verbreitung von KI-Coding-Werkzeugen, mit denen auch private Bastler mit wenig oder gar keiner Programmiererfahrung Software bauen können, die Daten bei der Bahn abruft, dürfte viele Bot-Aufrufe zur Folge haben. Wenn Laien der KI keine Vorgaben machen, beschafft sie sich oftmals die Daten ressourcenintensiv über Scraping der Website.

Dabei gibt es eine Alternative: Die Bahn stellt viele Daten über eine offene API zur Verfügung. Damit lassen sich mittlerweile auch wieder Soll- und Ist-Daten zu Verbindungen abfragen.

Ein rascher Test unter Windows mit auf Linux geänderten User-Agent im Webbrowser liefert aber noch immer das Verhalten, dass die Suche nach einer Verbindung sofort eine Bot-Warnung auswirft. Mit Windows-User-Agent kommen hingegen die erwarteten Verbindungsdaten. Das Problem ist daher weiterhin ungelöst.

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(dmk)



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Repräsentative Umfrage: Viele Eltern regeln Digitalkonsum von Kindern nicht


Die Mehrheit der Erziehungsberechtigten in Deutschland verzichtet bei ihren Kindern auf strenge zeitliche Beschränkungen am Smartphone und eine konsequente Überwachung der Social-Media-Aktivitäten. Wie die „Postbank Digitalstudie 2026“ zeigt, haben viele Mütter und Väter gar keinen genauen Überblick mehr darüber, wie intensiv und womit der eigene Nachwuchs seine Zeit in der digitalen Welt verbringt.

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Für die repräsentative Studie wurden im Mai über 3.000 Menschen in Deutschland befragt, darunter 732 Personen mit Kindern im Haushalt. Aus den Ergebnissen ergibt sich ein überraschend freizügiges Bild des digitalen Alltags in den Familien: In 65 Prozent der Haushalte gibt es keinerlei zeitliche Beschränkungen für die tägliche Handynutzung. Auch in den Abendstunden wird der Konsum kaum reguliert – in zwei Dritteln der Familien existiert kein Handyverbot vor dem Schlafengehen.

Auffällig ist die lockere Einstellung der Eltern beim Umgang des Nachwuchses mit sozialen Netzwerken wie TikTok, Instagram und YouTube. In 57 Prozent der Familien fehlen klare Regeln zur Social-Media-Nutzung durch Minderjährige völlig. Viele Eltern vertrauen stattdessen auf die Eigenverantwortung der Kinder und kontrollieren die Nutzung bewusst nicht.

Vor allem bei Erziehungsberechtigten ab 40 Jahren ist dies der Fall: 61 Prozent in dieser Altersgruppe überprüfen die Inhalte und Aktivitäten ihrer Kinder im Netz nicht oder nur sehr unregelmäßig. Das ist umso brisanter, da fast die Hälfte (47 Prozent) der unter 18-Jährigen laut Angaben der Eltern täglich mehr als eine Stunde in diesen sozialen Netzwerken verbringt.

Gleichzeitig spricht sich eine überwältigende Mehrheit von 86 Prozent der Befragten für eine Altersbeschränkung bei der Nutzung von Social Media aus. Lediglich 14 Prozent halten eine Altersbeschränkung für unsinnig. 44 Prozent sagen, dass die Nutzung von sozialen Medien wie TikTok, YouTube oder Instagram erst ab 16 Jahren oder älter erlaubt sein soll. 27 Prozent würden dies bereits ab der Altersgruppe von 14 bis 15 Jahren gestatten. 10 Prozent sehen die Schwelle schon bei 12 bis 13 Jahren, 3 Prozent in der Altersgruppe 10 bis 11 Jahre.

In Haushalten ohne Kinder sieht man das Thema strenger als in Familien mit Kindern. Die Kinderlosen plädieren zu 48 Prozent für eine Altersbeschränkung von mindestens 16 Jahren bei der Nutzung von Social Media. In Haushalten mit Kindern sind es nur 31 Prozent.

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Aus der Postbankstudie geht auch hervor, dass das digitale Leben der Kinder immer früher beginnt. Die Mehrheit der Heranwachsenden (54 Prozent) erhält ihr erstes eigenes Smartphone zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr. Jedes fünfte Kind besitzt sogar schon spätestens mit acht Jahren ein eigenes Gerät. Hier zeigt sich auch ein deutlicher Generationenunterschied bei den Eltern: Jüngere Eltern (unter 40 Jahren) statten ihren Nachwuchs tendenziell früher mit mobilen Geräten aus – ein Viertel von ihnen übergibt das erste Handy bereits vor dem neunten Geburtstag. Bei den älteren Eltern tun dies nur 14 Prozent.

Wenn Vorgaben gemacht werden, konzentrieren sich diese meist auf das physische Zusammenleben und schulische Pflichten: Für 51 Prozent der befragten Eltern ist das Smartphone während der Mahlzeiten tabu, jeder Zweite verbietet den Bildschirm bei den Hausaufgaben und in der Schule. Auch der Zugriff auf bestimmte Apps oder Webseiten wird in rund der Hälfte der Familien untersagt.

Doch gerade außerhalb der eigenen vier Wände stoßen Eltern an ihre Grenzen. Da sie dort kaum eigene Regeln durchsetzen können, wird der Ruf nach Institutionen lauter: Eine überwältigende Mehrheit von 82 Prozent der Eltern (und 83 Prozent der Deutschen insgesamt) befürwortet ein Handyverbot an Schulen. Als Hauptgrund geben 51 Prozent an, dass die Geräte schlicht den Unterricht und die Konzentration der Schüler stören.

Für die Studie (PDF) wurden im Mai dieses Jahres 3050 Einwohnerinnen und Einwohner befragt. Darunter befinden sich 732 Befragte mit Kindern im Haushalt. Um eine bevölkerungsrepräsentative Struktur abzubilden, erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe nach Bundesland (Proportionalisierung), Alter und Geschlecht. Als Referenzdatei wurde der Zensus 2022 des Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet. Abweichungen in den Summen lassen sich durch Rundungsdifferenzen erklären.

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(nie)



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Stargate UK: 20-Milliarden-Pfund-Investment war nicht mehr als ein PR-Stunt


Das prestigeträchtige Rechenzentrumsprojekt „Stargate UK“ gerät weiter unter Druck. Wie die britische Tageszeitung Guardian berichtet, haben OpenAI-Vertreter offenbar eines der zentralen Grundstücke, das für den Aufbau der geplanten KI-Infrastruktur vorgesehen war, nie vor Ort besichtigt. Obwohl die britische Regierung bereits mit einem potenziellen Investitionsvolumen von bis zu 20 Milliarden britischen Pfund geworben hatte.

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Hintergrund ist eine Ankündigung aus dem September 2025: Damals stellte OpenAI in einem Blogeintrag Stargate UK als KI-Infrastruktur-Partnerschaft mit Nvidia und dem britischen Rechenzentren-Betreiber Nscale vor. Ziel war es nach eigener Darstellung, die „souveränen Rechenkapazitäten des Vereinigten Königreichs“ zu stärken, also die Fähigkeit des Landes, große KI-Modelle im eigenen Rechenzentrum zu trainieren und zu betreiben. Beabsichtigt war, bis zum ersten Quartal 2026 bis zu 8000 Nvidia-GPUs von Nscale anzumieten, perspektivisch sollten es sogar bis zu 31.000 der Rechenbeschleuniger werden. Cobalt Park, ein Technologiepark in Nordengland sollte dafür der Schlüsselstandort werden. Doch eine Anfrage nach dem britischen Informationsfreiheitsgesetz, ein „freedom of information request“ des Guardian lieferte jetzt zutage: Weder OpenAI noch Nscale waren jemals vor Ort. Lediglich eine Delegation von Nvidia sah sich das Gelände an.

Die Rechnung ging nicht auf. Im April 2026 pausierte OpenAI das Projekt – offiziell wegen hoher Energiekosten und regulatorischer Unsicherheit. Ein OpenAI-Sprecher erklärte: „Wir prüfen Stargate UK weiterhin und werden die Entwicklung fortsetzen, sobald die Rahmenbedingungen – wie etwa regulatorische Vorgaben und Energiekosten – langfristige Infrastrukturinvestitionen ermöglichen.“

Bemerkenswert ist, wie hypothetisch die genannten Summen offenbar von Beginn an waren. Ein Teil der von der britischen Regierung beworbenen 20 Milliarden Pfund gilt einem Guardian-Bericht zufolge eher als „potenzielle“ Größe und war nie als verbindliche Zusage hinterlegt.

Die fraglichen 20 Milliarden Pfund waren Teil des Investment-Projekts mit einem Umfang von insgesamt 30 Milliarden Pfund. Der amerikanisch-britische Pakt sollte Fortschritte in Bereichen wie Arzneimittelentwicklung oder grüner Energie vorantreiben und tausende Arbeitsplätze schaffen. Die restlichen 10 Milliarden kommen vom US-Investmentunternehmen Blackstone. Dieses setzt ein geplantes Rechenzentrum im britischen Blyth dem Guardian zufolge auch wirklich um.

Das Ganze fügt sich in Stargate ein, das US-Präsident Donald Trump im Januar 2025 als neue KI-Infrastruktur-Allianz angekündigt hatte – getragen von OpenAI, Oracle, SoftBank und dem MGX, einem staatlichen Fonds der Vereinigten Arabischen Emirate. Das Zielvolumen: bis zu 500 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren und Stromerzeugung, bei einer Anfangsfinanzierung von rund 100 Milliarden US-Dollar. Ob Stargate UK jemals in der beworbenen Größenordnung realisiert wird, bleibt vorerst offen.

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(nen)



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Für 8,2 Milliarden Euro: Micron baut japanische Chipfabrik aus


Am vergangenen Samstag fand im japanischen Hiroshima der symbolische erste Spatenstich für Microns Erweiterung der dortigen Chipfabrik des Unternehmens statt. Micron hatte den Standort 2012 übernommen, als mit Elpida der letzte japanische DRAM-Hersteller zahlungsunfähig wurde. Jenes Unternehmen war in den 1990er Jahren von NEC und Hitachi als Joint-Venture gegründet worden.

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In der Micron-Fab in Hiroshima stellt die Firma nur High-Bandwidth-Memory (HBM) her, die ersten derartigen Chips des Unternehmens kamen aus jener Fabrik. Auf die vor allem für KI-Beschleuniger benötigten HBM-Speicherstapel ist auch die Erweiterung des Standorts ausgerichtet. Dass durch die erwartete höhere Verfügbarkeit von HBM am Weltmarkt andere Werke wieder mehr konventionelles DRAM herstellen und dadurch die Preise etwa für DDR5-DIMMs sinken, ist nicht zu erwarten. Vor kurzem hatte Micron 16 langfristige Verträge mit seinen Großkunden geschlossen, die das hohe Preisniveau bis Ende 2030 sichern sollen.

Die Erweiterung der japanischen Chipfabrik soll insgesamt 1,5 Billionen Yen kosten, umgerechnet rund 8,2 Milliarden Euro. 500 Milliarden Yen, und damit ein Drittel davon, übernimmt das japanische Wirtschaftsministerium laut einem Bericht von Bloomberg. Bei der Zeremonie in Hiroshima lud Wirtschaftsminister Ryosei Akazawa auch andere Chiphersteller ein, sich verstärkt in Japan anzusiedeln. Das Land würde dafür „alles, was möglich ist“ tun. Die Förderung von Chipfabriken, die in der Regel über Jahrzehnte Produktion und Arbeitsplätze sowie Zulieferbetriebe sichern, ist international üblich. Ein Drittel der Kosten vom Staat zu verlangen, ist dabei ein gebräuchlicher Anteil.

Neben dem Standort in Hiroshima baut Micron derzeit auch seine Chipfabriken in den USA aus, und zwar in Boise (Idahoe) und Syracuse (New York). Auch die beiden anderen großen DRAM-Hersteller, Samsung und SK Hynix aus Südkorea, bauen oder erweitern derzeit ihre Halbleiterwerke. Zusammen mit Micron stellen die genannten Unternehmen rund 90 Prozent des gesamten weltweit produzierten DRAMs her.

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(nie)



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