Digital Business & Startups
Deutscher Gründer pitcht beim Friseur: So geht Networking im Silicon Valley

Am liebsten würde er für immer bleiben. Ok, vielleicht nicht für immer immer. Aber für jetzt und um hier sein Startup zu gründen. Hier in den USA, in Palo Alto, und nicht weit vom Silicon Valley entfernt. Hier sei für einen Startup-Gründer wie ihn alles besser, findet Tammo Elsner. Einfacher. Anderes Networking, andere Fundraising-Kultur.
Seit zwei Monaten lebt der Deutsche in Palo Alto. Er hat am Stanford Entrepreneurship Program teilgenommen, studierte dort ein Quarter, in der sogenannten „Summer Session“. Und während dessen trieb Elsner die Idee seines eigenen, ersten Startups weiter voran.
Rize Capital böte „AI-Enrichment von rohen Finanzdaten“, erklärt der Gründer im Gespräch mit Gründerszene. Er und seine beiden Mitgründer hätten ein KI-Agentensystem aufgebaut, das Finanzportfolios analysiert. Für Privatanleger, erstmal. B2C. B2B-Anwendungen etwa als Tool für Family-Offices und andere Vermögensverwalter seien auch denkbar. Man kann mit der KI zur Entwicklung des Portfolios chatten, sich Charts und Kennzahl-Analysen anzeigen lassen.
Entscheidender Punkt: Erste Finanzierung
Stand jetzt funktioniert das für Aktienportfolios und Krypto, und angenommen werde das auch schon: 1200 Nutzer ein Monat nach Launch des Chatbots – ganz ohne Marketing. Und eigentlich auch noch ganz ohne Firma, denn die Gründung steht noch bevor.
Der nächste große Schritt soll eine Finanzierung sein: „Jetzt sind wir an einem Punkt, dass wir Geld einsammeln müssen. Um skalieren zu können, müssen wir neues Personal dazu holen und vor allem die besten Datenlieferanten für die Qualität unserer KI-Antworten für uns gewinnen“, sagt Elsner.
Oder anders gesagt: Jetzt geht es erst so richtig los mit Rize Capital. Es stelle sich eben nur die große Frage: Wo machen sie das? Deutschland oder doch USA? Wäre es eine reine Bauchentscheidung, wäre klar: USA. Auch sein Co-Gründer hätte Bock, herzukommen, sagt Elsner.
Nirgendwo sonst ist die Founder-Investoren-Dichte so hoch
Der alles entscheidende Unterschied sei der „Access zum Netzwerk“, den er in und um Palo Alto fände. Der sei einfach nicht zu toppen. Nirgendwo sonst ist Zugang zu Investoren, Acceleratoren, Talenten und anderen Gründern so krass, glaubt Elsner.
Besonders das Coupa Café sei so ein Hotspot, wo sich Gründer, Investoren und Stanford Studenten tummeln.