Künstliche Intelligenz

Dienstag: Rechtsstreit zwischen Shein und Temu, Schweiz gegen US-Cloud-Dominanz


Ein Gerichtsprozess, der am Montag vor dem Londoner High Court begann, dürfte Beobachtern zufolge einen seltenen Einblick in die Lieferketten der Online-Händler Shein und Temu gewähren. In dem Verfahren wirft Shein dem Rivalen Temu massive Urheberrechtsverletzungen vor. Kontroverse in der Schweiz. Das dortige Bundesamt für Gesundheit plant einen Datenraum für die eidgenössischen Patientendaten. Aufgrund des US Cloud Acts sind US-Anbieter faktisch ausgeschlossen. Und die EU-Kommission veröffentlicht Leitlinien für die Kennzeichnungspflichten für Chatbots und KI-generierte Inhalte – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Das Geschäftsmodell der E-Commerce-Plattformen Shein und Temu ist durch die Aufhebung der Zollbefreiung für Kleinsendungen mit geringem Warenwert in den USA unter Druck geraten. Auch die EU hat ein Ende der bisherigen Zollbefreiung für Kleinsendungen unter 150 Euro Warenwert beschlossen. Ab Juli wird das Bestellen bei Temu oder Shein in der EU teurer. Darüber hinaus leitete die EU-Kommission eine formale Untersuchung gegen Shein wegen mutmaßlicher Pflichtverletzung ein und die irische Datenschutzbehörde untersucht, ob Shein europäische Nutzerdaten illegal nach China übermittelt. Nun gehen sich Shein und Temu auch noch gegenseitig an die Wäsche. In einem Rechtsstreit in Großbritannien wirft Shein Temu Urheberrechtsverletzungen vor. Lieferketten im Rampenlicht: Rechtsstreit zwischen Shein und Temu

Ein Großauftrag für die IT-Branche in der Schweiz entwickelt sich zum Polit-Krimi. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) treibt mit dem Projekt „Swiss Health Data Space“ (SwissHDS) die digitale Entwicklung des Gesundheitswesens voran. Ziel ist ein vernetzter Datenraum für den Austausch von Patientendaten zwischen Ärzten und Spitälern. Brisant jedoch ist der Anforderungskatalog: Die Infrastruktur muss ausschließlich Schweizer Recht unterliegen und darf keine Abhängigkeit von äußeren Jurisdiktionen aufweisen. Das BAG verweist explizit auf den US Cloud Act. Damit wären US-Konzerne wie Microsoft, Google oder AWS bei dem Millionenauftrag außen vor. Schweizer Gesundheitsdaten: Eidgenossen gegen US-Cloud-Dominanz

Die EU-Kommission will Licht in das Dunkel automatisierter Interaktionen und künstlich erzeugter Inhalte bringen und hat dazu Leitlinien für den AI Act veröffentlicht. Das Regelwerk unterscheidet dabei vier zentrale Kategorien, für die spezifische Kennzeichnungspflichten gelten sollen. Das betrifft interaktive KI-Systeme wie Sprachassistenten oder Chatbots sowie die Erstellung künstlicher Bilder, Videos oder Texte. Auch der Einsatz von Emotionserkennung oder biometrischer Kategorisierung soll strengen Informationspflichten gegenüber den Betroffenen unterworfen werden. Zudem müssen dem Entwurf zufolge Deepfakes sowie KI-generierte Texte zu Themen von öffentlichem Interesse klar als solche deklariert werden. KI-Transparenz: EU-Kommission konkretisiert Regeln gegen digitale Täuschung

Vergessene oder verlegte PINs gelten gemeinhin als eine der größten Bremsen für die Nutzung des elektronischen Personalausweises. Im Februar 2022 führte die Bundesregierung erstmals einen PIN-Rücksetzdienst ein, um ihn trotz großer Nachfrage Ende 2023 überraschend wieder einzustellen. Begründet wurde dies mit den Kosten. Nun kehrt der PIN-Rücksetzdienst für den E-Perso zurück. Das Bundesministerium für Digitales finanziert „übergangsweise“ die erneute Bereitstellung des Dienstes aus Steuermitteln. Nach Einschätzung von Experten ist der PIN-Rücksetzdienst wichtig für den Erfolg der EUDI-Wallet, die Anfang Januar 2027 in Deutschland starten soll. Für Nutzer kostenlos: Bundesregierung bringt PIN-Rücksetzdienst zurück

Am Montagabend hat Apple größere Updates für iPhones, Macs, iPads und Watches zum Download freigegeben. Die frische Version 26.5 der Betriebssysteme iOS, macOS, iPadOS und watchOS beinhaltet zwar nur eine kleine Zahl an Neuerungen, dafür aber ist eine Funktion gravierend: Apple und Google machen beim Thema Messenger-Sicherheit gemeinsame Sache und Apple beginnt endlich damit, das Messaging mit Android-Nutzern durchgehend zu verschlüsseln. Was bislang nur innerhalb des Android-Kosmos funktionierte, klappt künftig auch plattformübergreifend. RCS schließt zu iMessage auf: Apple stellt iOS 26.5 bereit

Auch noch wichtig:

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Dem Markt für Selbstbau-PCs stehen düstere Zeiten bevor. Mainboard-Hersteller stellen sich auf einen Einbruch um bis zu einem Drittel ein. PC-Selbstbau: Markt steht vor einem massiven Einbruch

Fast ein Drittel der Beschäftigten traut einer KI zu, ihren Chef zu ersetzen. In jedem fünften Unternehmen werden laut einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbands Bitkom bereits Stellen wegen KI abgebaut. KI kann den Chef ersetzen – aber nicht mich

Vor der Entstehung komplexer Lebewesen war die Erde 56 Millionen Jahre komplett gefroren. Einfache Organismen haben aber wohl doch von Pausen profitiert. Erdgeschichte: „Schneeball-Erde“ wohl doch nicht ununterbrochen eingefroren

Anfang Mai hat die Webseite des Downloader-Tools JDownloader Malware ausgeliefert. Das erinnert an die Daemon Tools, die inzwischen reagiert haben. JDownloader verteilte Malware-Downloads

Ein neuer unbemannter Raumfrachter bringt Versorgungsgüter und Treibstoff zur chinesischen Raumstation „Tiangong“. Die Flugzeit betrug nur wenige Stunden. Unbemannter Raumfrachter erreicht chinesische Raumstation

In diesem Jahr soll Blue Origins Lander Blue Moon MK1 zum Mond fliegen. Das Raumfahrzeug hat gerade einen wichtigen Test bestanden. Blue Origins Mondlandefahrzeug Blue Moon MK1 besteht wichtigen Test der NASA

Die Android-Gmail-App beschert einigen Nutzern wieder erhöhten Puls, wenn sie Exchange-Online-Mails mit Exchange ActiveSync abholen. Gmail: Erneut Probleme mit Exchange ActiveSync

Mit Microsofts Purview können IT-Teams auch KI-Prompts überwachen, die User sind pseudonymisiert. Analysten können sie deanonymisieren. Microsoft Purview: KI-Prompts trotz Anonymisierung einsehbar

Samsung verkauft seit 2025 einen Fernseher und nutzt auf dem Karton ein Foto von Dua Lipa. Die britische Musikerin ist damit nicht einverstanden und fordert jetzt Schadenersatz. Unerlaubte Bildverwendung auf TV-Karton: Dua Lipa will Schadenersatz von Samsung

Die Neuerungen in der nächsten Version des Mac-Betriebssystems fallen eher klein aus. Einem Bericht zufolge plant Apple aber wichtige Aufräumarbeiten. macOS 27: Apple soll Designänderungen planen

Ein Wechsel auf E-Busse war das Ziel für die Hamburger Hochbahn. Jetzt aber soll es neue Busse mit Verbrenner geben, die mit HVO100 laufen sollen. Hamburg: Verkehrsbetriebe schaffen wieder Busse mit Verbrenner an

Damit der iPhone-Konzern seinen angebissenen Apfel als Logo behalten darf, muss er die Marke verteidigen. Dabei kommt es immer wieder zu Kuriositäten. EU-Markenstreit mit chinesischer Firma: Zitrone mit Apple-Logo verwechselbar


(akn)



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