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Dieselpreis eilt von Rekord zu Rekord – Poker um Entlastung
Während die Spritpreise in Deutschland von Rekord zu Rekord eilen, wird in der Politik über weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Preisanstiegs diskutiert. Die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell an den Tankstellen hat zumindest in den ersten drei Tagen seit der Einführung noch keine sinkenden Preise zur Folge gehabt: Der ADAC meldete an Karfreitag erneut einen Rekordpreis für Diesel.
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Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) sagte der dpa: „Weitere Maßnahmen wie eine mögliche Entlastung über die Kfz-Steuer müssen nicht nur schnell, sondern vor allem zielgenau wirken, um Haushalte und Wirtschaft nachhaltig zu entlasten. Die zusätzlichen Steuereinnahmen des Staates durch den Ölpreisschock müssen wir den Bürgern zurückgeben.“ Müller leitet gemeinsam mit Armand Zorn (SPD) eine Arbeitsgruppe der schwarz-roten Bundesregierung.
Diesel am Donnerstag im Tagesschnitt bei 2,346 Euro pro Liter
Ein Liter Diesel kostete am Donnerstag nach Angaben des ADAC im Tagesdurchschnitt 2,346 Euro – ein neuer Höchststand. Der bisherige Rekord von 2,327 Euro am Mittwoch wurde damit schnell übertrumpft. Aus Sicht des ADAC lassen sich die hohen Preise nur teilweise durch den vom 1. auf den 2. April gestiegenen Ölpreis erklären.
Seit Mittwoch dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden. Vorbild für diese Maßnahme ist Österreich, dort wird und wurde auch schon lange vor dem Krieg im Iran so verfahren. Am Mittwoch und Donnerstag sorgte die neue Regelung an den deutschen Tankstellen für große Preissprünge, ebenso am Freitag.
Nach Daten des ADAC lag der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 um 11:45 Uhr noch bei 2,127 Euro. Bis 12.15 Uhr stieg der Literpreis für diesen Kraftstoff demnach auf durchschnittlich 2,222 Euro pro Liter – ein Plus von 9,5 Cent. Diesel war erneut noch stärker betroffen und stieg durchschnittlich um 11,7 Cent von 2,349 Euro pro Liter auf 2,466 Euro.
Österreich-Modell sorgt nicht für Preissenkungen
„Die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell hat die Preisentwicklung eher befördert als begrenzt“, sagte eine ADAC-Sprecherin. „Die Preise sind seitdem auf einem zu hohen Niveau.“ SPD-Politiker Zorn nannte das erste Paket, zu dem neben der neuen Regel für Tankstellen auch mehr Befugnisse des Bundeskartellamts gegen überhöhte Preise gehören, einen wichtigen ersten Schritt, um für mehr Transparenz an der Zapfsäule zu sorgen. CDU-Politiker Müller sagte, der steigende Ölpreis schlage sich in steigenden Kosten für Verbraucher nieder. Eine abschließende Bewertung des neuen Preismodells an Tankstellen sei verfrüht. Beide betonten, dass das Kartellamt seine neuen Möglichkeiten auch nutzen müsse.
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Wie kann man den hohen Spritpreisen noch begegnen?
Nach einer Sitzung der Arbeitsgruppe vor einer Woche hatten die Koalitionsfraktionen mitgeteilt, verschiedene mögliche Maßnahmen zur Entlastung der Autofahrer zu prüfen. Dazu zählen eine temporäre Entlastung über die Pendlerpauschale, eine Pauschalentlastung über Daten der Kfz-Steuer, eine befristete Senkung der Energiesteuer und die Senkung der Stromsteuer für alle. Daneben geht es um einen Spritpreisdeckel sowie die Einführung einer Übergewinnsteuer – eine Extra-Steuer für kriegsbedingte Profite von Mineralölkonzernen.
Für beide Maßnahmen sprach sich Zorn aus. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnte eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne ab. „Anstatt sehenden Auges in verfassungsrechtliche Schwierigkeiten zu laufen, würde ich mir Vorschläge wünschen, die eine zielgerichtete Entlastung von Pendlern mit langen Arbeitswegen ermöglichen, wie etwa die temporäre Erhöhung der Pendlerpauschale“, sagte Reiche der „Augsburger Allgemeinen“.
Sie verwies auf Gerichtsprozesse gegen die Sondersteuer, welche die Ampel-Koalition während des Energieschocks infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine erlassen hatte. „Dem Bundesfinanzministerium ist sicherlich bekannt, dass in aktuell laufenden Verfahren vor dem Bundesfinanzhof die Verfassungskonformität von Übergewinn-Regelungen infrage gestellt wird“, meinte die CDU-Politikerin.
Ökonomin: Verbrauch senken, nicht unbedingt den Preis
Auch die Ökonomin Veronika Grimm hält von einer Übergewinnsteuer nichts. Die bisherigen, von der Bundesregierung umgesetzten Maßnahmen hält sie ebenfalls für wenig wirksam. Sie sieht die Lösung vor allem in weniger Energieverbrauch. „Die Regierung muss die Preise wirken lassen, damit die Energienachfrage sinkt. Tankrabatte und Preisdeckel verzerren die Preise, sie sind der falsche Weg“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“. Einem strengeren Tempolimit könnte sie einiges abgewinnen: „Das wäre kein Schaden – vielleicht sogar ein kluges Signal, damit die Menschen die Situation ernst nehmen.“
Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang machte sich für ein Recht auf Homeoffice stark
„Jeder gesparte Tropfen Sprit ist im Moment gut für den Geldbeutel der Bürger. Beschäftigte brauchen jetzt ein Recht auf mobiles Arbeiten und Homeoffice überall dort, wo die Tätigkeit es zulässt und keine betrieblichen Gründe entgegenstehen“, sagte Lang den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wer seine Arbeit grundsätzlich nicht von zu Hause erledigen könne, müsse gezielt entlastet werden – mit Geld aus einer Übergewinnsteuer. „Wer in der Krise außergewöhnliche Gewinne macht, soll auch einen Beitrag dazu leisten, ihre Folgen abzufedern“, sagte Lang.
(nie)
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Youtuber baut Arduino-Roboter Turtle Bot in siebenfacher Größe
Der Bastler und Youtuber UncleStem hat den oft nachgebauten „Turtle Bot“ auf Basis eines Arduino-Uno-Boards in siebenfacher Größe aufgebaut. Der Roboter weicht mittels Distanzerkennung über Ultraschallsensoren selbstständig Hindernissen aus. Das Funktionsprinzip des Roboters hat der Youtuber bei seiner übergroßen Version beibehalten. Einzelne Komponenten wie etwa Motoren, Motortreiber und Servos wurden durch leistungsstärkere Versionen ersetzt und mit Dummy-Gehäusen aus dem 3D-Drucker verkleidet, um die Illusion eines überdimensionierten Arduino-Roboters zu erzeugen.
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Herkömmlicherweise ist der Turtle Bot etwa 140 × 140 mm groß. Die einzelnen Komponenten des Roboters wie Motoren mit angeflanschtem Getriebe, die Motortreiber, die Ultraschallsensoren, Räder und nicht zuletzt das Arduino-Mikrocontrollerboard bestimmen dessen Größe.
UncleStem hat die Motoren siebenmal größer nachgebaut, sodass sie vom Aussehen her den kleineren Versionen entsprechen. Im Inneren des Motorgehäuses mit Getriebe werkelt ein Elektromotor, wie er in Kinderfahrzeugen zum Einsatz kommt. Die passenden Gehäuse hat UncleStem nach dem Vorbild designt und mit einem 3D-Drucker ausgedruckt. Der Bastler hat dabei versucht, möglichst viele Funktionen mit in die größeren Versionen zu übernehmen, wie etwa die nachempfundenen Anschlusspole der Motoren.
Kleine Komponenten im großen Gehäuse
Die in Turtle Bots oft verwendete Motoransteuerung in Form des L298N-Boards bildete UncleStem ebenfalls in siebenfacher Vergrößerung nach und druckte sie aus. In das Dummy-Board baute er eine leistungsfähigere 300-Watt-Variante zur Ansteuerung der beiden Antriebsmotoren ein. Um den originalen Look zu erhalten, baute der Bastler auch noch die typischen Schraubklemmen für die Kontaktanschlüsse sowie die Stecker- und Buchsenleisten für Steckverbindungen nach. Ein etwas leistungsfähigerer Spannungsregler, um die allgemein verwendete 24 Volt Betriebsspannung auf 5 Volt für den Arduino zu bringen, packte UncleStem ebenfalls in ein nachempfundenes Spannungsreglergehäuse. Den Rest des Motortreiber-Boards baute er aus Dummy-Elementen auf.
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Das Video zeigt, wie UncleStem eine größere Version eines Turtle Bot braucht.
UncleStem
Das Projekt benötigt außerdem ein übergroßes Servo, um die Ultraschallsensoren für den Umgebungsscan ausrichten zu können. Dazu verwendete der Youtuber ein Servo mit 15 kg Stellkraft aus dem Modellbau und steckte es in ein größeres 3D-gedrucktes Servogehäuse. Den Ultraschallsensor behielt UncleStem wie beim Original bei. Er baute lediglich eine größere Dummy-Version des Boards nach. Die Verkabelung mit dem vergrößerten Arduino-Uno-Board, in dem tatsächlich aber ein Arduino Nano arbeitet, das der Bastler bereits in einem anderen Projekt erstellt hatte, vergrößerte er ebenfalls auf das Siebenfache.
Das Chassis für den Roboter ließ er von einer spezialisierten Firma aus Acryl-Kunststoff exakt so zuschneiden wie das originale Chassis. Darauf installierte UncleStem dann die zuvor erstellten Oversize-Komponenten und montierte die Räder von einem Kinderfahrzeug und als Stützrad eine Möbelrolle.
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Auf den Arduino Nano übertrug der Bastler den Turtle-Bot-Code und probierte den Roboter in der Wohnung und außerhalb des Gebäudes aus. Die fertige Oversize- Version des Turtle Bot umfasst eine Fläche von etwa 1 × 1 m. Der Roboter funktioniert weitgehend wie die normalgroße Version des Turtle Bot. Er scannt seine Umgebung mit den Ultraschallsensoren auf freie Flächen und fährt dann in Richtung des freien Raums. Versperrt eine Wand oder ein anderes Hindernis den Weg, dann wird der Scan wiederholt, in dem der Sensor gedreht wird. Allerdings hat der Sensor aufgrund der größeren Ausmaße des Roboters bei gleicher Größe der Ultraschallsensoren mit blinden Spots in der Umgebungserkennung zu kämpfen. Mehr Sensoren und eine verbesserte Ansteuerung könnten die Navigationsleistung erhöhen. UncleStem sucht hier noch an einer praktikablen Lösung.
(olb)
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Bildzeichengenerator: Genmojis sollen in iOS 27 besser werden
Zu den im Herbst 2024 eingeführten Apple-Intelligence-Funktionen zählen auch zwei Bildgeneratoren. Während Image Playground wie konkurrierende Systeme wie DALL-E oder Nano Banana arbeitet (wenn auch technisch deutlich eingeschränkter), sind die sogenannten Genmojis direkter Teil der Tastatur von iOS und iPadOS, sowie tief in macOS integriert. Die Idee dahinter: Nutzer sollen eigene Bildzeichen per Prompt erstellen können. Das klappt bislang mal besser und mal schlechter. Mit iOS 27 ist nun geplant, die Technik nach vorne zu bringen, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg: Ein größeres Genmoji-Update steht aus.
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Erst Kombinationen, jetzt Vorschläge
Internen Apple-Angaben zufolge werden die KI-generierten Bildzeichen offenbar gut genutzt – im Rahmen des eingeschränkten Erfolges von Apple Intelligence zumindest. Probleme wie wenig clevere Umsetzung von Prompts, hoher Stromverbrauch insbesondere auf dem iPhone durch Verwendung lokaler Modelle sowie allgemeine Hässlichkeiten bei der Darstellungsfindung sollen laut dem Bericht künftig behoben werden. Erste Verbesserungen wie die Kombination mehrerer Emojis zu einem Genmoji ab iOS 26 sollen fortgeführt werden.
So plant Apple unter anderem, Genmojis künftig automatisch vorzuschlagen – ähnlich wie man dies schon von regulären Emojis kennt. „Vorgeschlagene Genmojis werden von Ihren Fotos und häufiger eingegebenen Sätzen geschaffen“, heißt es demnach in einem Einstellungsmenü in iOS 27 und iPadOS 27. Das Feature soll allerdings optional sein und ist womöglich aus Datenschutzgründen nicht sofort aktiv.
Zensurprobleme bei Genmojis
Ob Apple auch ein anderes Problem behebt, ist eher unwahrscheinlich: die reichlich strikten Guardrails im Rahmen der erlaubten Prompts. Nutzer bekommen diese zu spüren, sobald Begrifflichkeiten verwendet werden, die Apple Intelligence für problematisch hält. Dann wird das Generieren eines Bildzeichens einfach abgelehnt.
Im Gegensatz zu Anbietern wie OpenAI bietet Apple keine Möglichkeit, in solchen Fällen den Support zu kontaktieren – oder zumindest darauf aufmerksam zu machen, dass ein harmloser Prompt zur Zensur führte. Ein weiteres Problem führt dazu, dass die Genmoji-Generierung nur weitergeht, wenn man dem System ein Foto einer bekannten Person übergibt, was viele Nutzer vermutlich ungern tun.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
SPD zurückhaltend zu Verlängerung des „Tankrabatts“
SPD-Politiker haben sich zurückhaltend zu einer Verlängerung des „Tankrabatts“ über Ende Juni hinaus geäußert. „Dauerhaft kann die Senkung der Energiesteuer keine Lösung sein“, sagte SPD-Fraktionsvize Armand Zorn der Deutschen Presse-Agentur. Fraktionschef Matthias Miersch sagte dem Sender WELT: „Diese Gießkanne kann man jetzt nicht monate-, jahrelang machen.“
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Steuerausfälle
CSU-Chef Markus Söder kann sich dagegen eine Verlängerung vorstellen. Der bayerische Ministerpräsident sagte in der ARD-Sendung Caren Miosga, der „Tankrabatt“ scheine zu wirken: „Wenn es nicht anders geht, könnte ich mir vorstellen, dass wir darüber diskutieren müssen, ihn zu verlängern.“ Das hänge von der Preissituation ab. Die Steuersenkung zur Entlastung von den stark gestiegenen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs gilt seit Anfang Mai und bis Ende Juni. Dem Staat dürften dadurch Steuerausfälle von bis zu 1,6 Milliarden Euro entstehen. Konkret wurden die Spritsteuern um 14,04 Cent je Liter herabgesetzt. Weil auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich eine Reduzierung um 16,7 Cent. Gerundet entspricht das den oft genannten 17 Cent. Am Wochenende war der Preis für einen Liter Diesel erstmals seit März wieder einen Hauch weniger teuer als Super E10.
„Die Senkung der Energiesteuer war wichtig, um kurzfristig für spürbare Entlastungen an der Zapfsäule zu sorgen“, sagte Zorn, der zusammen mit dem CDU-Politiker Sepp Müller eine Taskforce der Koalition leitet. „Gerade für viele Menschen, die im Alltag auf das Auto angewiesen sind, war das in dieser Situation richtig und notwendig. Gleichzeitig dürfen wir nicht nur auf die Preistafeln an den Tankstellen schauen. Infolge des Krieges im Iran erleben wir insgesamt eine höhere Inflation und steigende Preise in vielen Lebensbereichen.“ Deshalb seien auf Dauer zielgerichtete Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen notwendig.
Strukturell entlasten und Vorsorgungssicherheit gewährleisten
Die Koalition plant eine Reform der Einkommensteuer mit Wirkung von Januar 2027. Zorn sagte, es müssten zusätzliche Impulse gesetzt werden, um strukturell zu entlasten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. „Wir brauchen ein entschlossenes Krisenmanagement der Bundesregierung, damit Preisexplosionen und Engpässe verhindert werden.“
Miersch sprach sich für den Fall anhaltend hoher Spritpreise für einen Preisdeckel aus. „Für mich sind Preisdeckel überhaupt nicht aus der Welt. Ich habe immer wieder betont: Wir müssen uns auf die nächsten Monate vorbereiten.“ Niemand wisse, wie es in dem Konflikt mit dem Iran in den nächsten Monaten weitergehe. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt einen Preisdeckel ab.
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(mfz)
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