Künstliche Intelligenz
Chatkontrolle: Ausnahme für Suche in Privat-Chats endet
Ab diesem Samstag dürfen Online-Plattformen in der EU im Kampf gegen Kinderpornografie keine private Kommunikation mehr durchsuchen. Eine Übergangsregelung für die sogenannte freiwillige „Chatkontrolle“ läuft heute aus, über eine dauerhafte Lösung wird in der Europäischen Union noch verhandelt.
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Eine zeitlich befristete Ausnahme von europäischen Datenschutzregeln hatte es den Anbietern von Online-Kommunikation erlaubt, auch privat gesendete Inhalte auf Darstellungen von Kindesmissbrauch zu kontrollieren. Unternehmen wie WhatsApp, Instagram, Microsoft und Google konnten etwa Inhalte mit automatisierten Programmen scannen, um verbotene Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch aufzuspüren und zu melden. Dabei ging es vor allem um Bilder und Videos.
Bisher keine Einigung in Verhandlungen
Eine erneute Verlängerung der Übergangslösung scheiterte, weil das Europäische Parlament die Ausnahme beschränken wollte. Nach dem Willen eines Großteils der Abgeordneten sollten Kontrollen etwa nur bei konkreten Verdachtsfällen möglich sein. Solchen Einschränkungen wollten die EU-Staaten bisher allerdings nicht zustimmen.
Beide Seiten verhandeln nun, wie eine dauerhafte Lösung aussehen könnte. Ob und wann sie sich einigen, ist offen. Zunächst greifen nun wieder die EU-Datenschutzregeln. Unabhängig von der europäischen Diskussion über „Chatkontrolle“ können deutsche Ermittlungsbehörden in konkreten Strafverfahren auch weiterhin auf private Kommunikation zugreifen.
Chatkontrolle seit Jahren umstritten
Ursprünglich hatte die EU-Kommission 2022 einen Vorschlag für ein dauerhaftes System gemacht. Allerdings ist das Vorhaben umstritten. Datenschützer bezeichnen die Möglichkeit zum flächendeckenden Scannen als anlasslose Massenkontrolle, ineffektiv beim Schutz von Kindern.
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Dagegen kritisierte etwa Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), das Auslaufen der Übergangsreglung sei ein „schwerer Rückschlag für den Schutz unserer Kinder“. Auch die EU-Kommission, der Präsident des Bundeskriminalamts Holger Münch sowie große soziale Netzwerke wie Meta, TikTok und Snapchat hatten die Verlängerung der Ausnahme mit Verweis auf den Schutz von Kindern gefordert.
(wid)
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Bildzeichengenerator: Genmojis sollen in iOS 27 besser werden
Zu den im Herbst 2024 eingeführten Apple-Intelligence-Funktionen zählen auch zwei Bildgeneratoren. Während Image Playground wie konkurrierende Systeme wie DALL-E oder Nano Banana arbeitet (wenn auch technisch deutlich eingeschränkter), sind die sogenannten Genmojis direkter Teil der Tastatur von iOS und iPadOS, sowie tief in macOS integriert. Die Idee dahinter: Nutzer sollen eigene Bildzeichen per Prompt erstellen können. Das klappt bislang mal besser und mal schlechter. Mit iOS 27 ist nun geplant, die Technik nach vorne zu bringen, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg: Ein größeres Genmoji-Update steht aus.
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Erst Kombinationen, jetzt Vorschläge
Internen Apple-Angaben zufolge werden die KI-generierten Bildzeichen offenbar gut genutzt – im Rahmen des eingeschränkten Erfolges von Apple Intelligence zumindest. Probleme wie wenig clevere Umsetzung von Prompts, hoher Stromverbrauch insbesondere auf dem iPhone durch Verwendung lokaler Modelle sowie allgemeine Hässlichkeiten bei der Darstellungsfindung sollen laut dem Bericht künftig behoben werden. Erste Verbesserungen wie die Kombination mehrerer Emojis zu einem Genmoji ab iOS 26 sollen fortgeführt werden.
So plant Apple unter anderem, Genmojis künftig automatisch vorzuschlagen – ähnlich wie man dies schon von regulären Emojis kennt. „Vorgeschlagene Genmojis werden von Ihren Fotos und häufiger eingegebenen Sätzen geschaffen“, heißt es demnach in einem Einstellungsmenü in iOS 27 und iPadOS 27. Das Feature soll allerdings optional sein und ist womöglich aus Datenschutzgründen nicht sofort aktiv.
Zensurprobleme bei Genmojis
Ob Apple auch ein anderes Problem behebt, ist eher unwahrscheinlich: die reichlich strikten Guardrails im Rahmen der erlaubten Prompts. Nutzer bekommen diese zu spüren, sobald Begrifflichkeiten verwendet werden, die Apple Intelligence für problematisch hält. Dann wird das Generieren eines Bildzeichens einfach abgelehnt.
Im Gegensatz zu Anbietern wie OpenAI bietet Apple keine Möglichkeit, in solchen Fällen den Support zu kontaktieren – oder zumindest darauf aufmerksam zu machen, dass ein harmloser Prompt zur Zensur führte. Ein weiteres Problem führt dazu, dass die Genmoji-Generierung nur weitergeht, wenn man dem System ein Foto einer bekannten Person übergibt, was viele Nutzer vermutlich ungern tun.
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(bsc)
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SPD zurückhaltend zu Verlängerung des „Tankrabatts“
SPD-Politiker haben sich zurückhaltend zu einer Verlängerung des „Tankrabatts“ über Ende Juni hinaus geäußert. „Dauerhaft kann die Senkung der Energiesteuer keine Lösung sein“, sagte SPD-Fraktionsvize Armand Zorn der Deutschen Presse-Agentur. Fraktionschef Matthias Miersch sagte dem Sender WELT: „Diese Gießkanne kann man jetzt nicht monate-, jahrelang machen.“
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Steuerausfälle
CSU-Chef Markus Söder kann sich dagegen eine Verlängerung vorstellen. Der bayerische Ministerpräsident sagte in der ARD-Sendung Caren Miosga, der „Tankrabatt“ scheine zu wirken: „Wenn es nicht anders geht, könnte ich mir vorstellen, dass wir darüber diskutieren müssen, ihn zu verlängern.“ Das hänge von der Preissituation ab. Die Steuersenkung zur Entlastung von den stark gestiegenen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs gilt seit Anfang Mai und bis Ende Juni. Dem Staat dürften dadurch Steuerausfälle von bis zu 1,6 Milliarden Euro entstehen. Konkret wurden die Spritsteuern um 14,04 Cent je Liter herabgesetzt. Weil auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich eine Reduzierung um 16,7 Cent. Gerundet entspricht das den oft genannten 17 Cent. Am Wochenende war der Preis für einen Liter Diesel erstmals seit März wieder einen Hauch weniger teuer als Super E10.
„Die Senkung der Energiesteuer war wichtig, um kurzfristig für spürbare Entlastungen an der Zapfsäule zu sorgen“, sagte Zorn, der zusammen mit dem CDU-Politiker Sepp Müller eine Taskforce der Koalition leitet. „Gerade für viele Menschen, die im Alltag auf das Auto angewiesen sind, war das in dieser Situation richtig und notwendig. Gleichzeitig dürfen wir nicht nur auf die Preistafeln an den Tankstellen schauen. Infolge des Krieges im Iran erleben wir insgesamt eine höhere Inflation und steigende Preise in vielen Lebensbereichen.“ Deshalb seien auf Dauer zielgerichtete Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen notwendig.
Strukturell entlasten und Vorsorgungssicherheit gewährleisten
Die Koalition plant eine Reform der Einkommensteuer mit Wirkung von Januar 2027. Zorn sagte, es müssten zusätzliche Impulse gesetzt werden, um strukturell zu entlasten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. „Wir brauchen ein entschlossenes Krisenmanagement der Bundesregierung, damit Preisexplosionen und Engpässe verhindert werden.“
Miersch sprach sich für den Fall anhaltend hoher Spritpreise für einen Preisdeckel aus. „Für mich sind Preisdeckel überhaupt nicht aus der Welt. Ich habe immer wieder betont: Wir müssen uns auf die nächsten Monate vorbereiten.“ Niemand wisse, wie es in dem Konflikt mit dem Iran in den nächsten Monaten weitergehe. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt einen Preisdeckel ab.
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(mfz)
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DeepL: Deutscher Übersetzungsdienst setzt jetzt auf AWS
Der Kölner Übersetzungsdienst DeepL verarbeitet Kundendaten ab dem 20. Mai nicht mehr ausschließlich auf eigenen Servern in Deutschland und Island. Das Unternehmen ergänzt seine Infrastruktur künftig um die Cloud-Dienste des US-amerikanischen Anbieters Amazon Web Services (AWS). Die Änderung erlaube es dem Unternehmen, Daten in einem internationalen Maßstab zu verarbeiten, was seine „Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und technische Infrastruktur“ verbessere. DeepL hat seine Kunden bereits per E-Mail über den Schritt informiert.
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Die neuen Nutzungsbedingungen gelten als akzeptiert, wenn Kunden nicht aktiv widersprechen. Nutzer, die der Einbindung von AWS widersprechen, können ihr Abonnement nur noch bis zum Ende ihres aktuellen Abrechnungszeitraums weiternutzen, maximal jedoch bis zum 31. Dezember 2026. In diesem Fall sollen die Daten der widersprechenden Nutzer bis zum Vertragsende auf der eigenen Infrastruktur belassen werden. Für neue Verträge und Verlängerungen wendet DeepL diese aktualisierten Infrastruktur-Bedingungen bereits seit Jahresbeginn an.
Standardmäßig verarbeitet DeepL die Inhalte der Anwender künftig weltweit in verschiedenen AWS-Regionen, darunter die EU, die USA und Japan. Nur Kunden mit speziellen Vertriebsverträgen, wie etwa Enterprise-Abonnenten, erhalten die Möglichkeit, eine feste Region für die Datenverarbeitung auszuwählen.
Technische Realität biete keine Alternativen
Der Wechsel in die Cloud von Amazon verdeutlicht das strukturelle Problem insbesondere europäischer Tech-Unternehmen, die für ein weltweites Wachstum auf die Infrastruktur großer US-Anbieter angewiesen sind. Auch etwa der auf Datenschutz bedachte verschlüsselte Messenger Signal nutzt die Rechenkapazitäten von Amazon. Die Chefin des Dienstes hatte die Nutzung im vergangenen Oktober verteidigt, da es für die infrastrukturellen Anforderungen solcher Plattformen schlicht keine Alternative zu AWS und anderen Hyperscalern gäbe.
Da Amazon ein US-amerikanisches Unternehmen ist, greift für die dort verarbeiteten Daten der dortige CLOUD Act. In der Kritik von Datenschützern stehen US-Clouddienste, weil das Gesetz den US-Behörden den Zugriff auf die gespeicherten Informationen erlaubt, selbst wenn sich die Server in Europa befinden.
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Zusätzlich steht auch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) über die Zulässigkeit der Rechtsgrundlage für die Datenübertragung in die USA, das EU-US Data Privacy Framework, derzeit noch aus. Das Gericht hatte 2015 und 2020 bereits die Vorgängerabkommen Safe Harbor und Privacy Shield aufgehoben.
(egia)
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