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Digitales Gesundheitswesen: Der Patient ist multidependent


Die Ausgangssituation ist komplex: Während die aktuelle Chipkrise rund um Nexperia die Medizingerätehersteller zumindest nicht kurzfristig zu treffen scheint, wird auch diese Branche erneut an ihre Abhängigkeit erinnert. Vor allem ein Hardwareaspekt macht dem Bundesverband Medizintechnik (BVMed) sorgen: Sollte es erneut zu einer Chipmangelsituation kommen, brauche es „mehr Transparenz“ bei der Verteilung der verfügbaren Chips: „In Deutschland wäre beispielsweise eine Absprache zwischen dem Bundesgesundheitsministerium und dem Bundeswirtschaftsministerium vorstellbar, um vorrangigen Zuteilung von Halbleitern an den Gesundheitsbereich zu erreichen“, schildert BVMed-Sprecher Manfred Beeres die Vorstellungen seines Verbandes. Nur ein Aspekt, der auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität von Nicht-EU-Staaten bedacht werden will – angesichts der derzeitigen Auseinandersetzungen zwischen China und den USA und der EU allerdings kein einfacher.

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Während die EU bei einem chinesisch-amerikanischen Handelskrieg nur zuschauen kann, hat die Nexperia-Episode die enge Lieferkettenverflechtung zwischen Firmen in der EU und der Volksrepublik noch einmal ins Bewusstsein gerufen. Ein Problem dabei: Medizintechnik zählt zu Europas wichtigsten Exportschlagern – auch in die USA. Damit gerät die EU in eine doppelte Abhängigkeit: von Chips und integrierten Komponenten aus China einerseits und von ihrem größten Absatzmarkt jenseits des Atlantiks andererseits.

Darüber hinaus drängen Anbieter aus den USA in den digitalen EU-Gesundheitsmarkt. Angesichts der politischen Wünsche werden hier derzeit neue Abhängigkeiten geschaffen. Und das in einer Zeit, in der diese politisch eigentlich als heikel gelten. Doch vieles bleibt unklar – etwa, wenn es um den Betrieb der elektronischen Patientenakte geht.

„Wenn nach eigenen Aussagen das Bundesministerium für Gesundheit keine Kenntnis über die Verträge zwischen den ePA-Betreiberfirmen IBM und Rise hat, stärkt das nicht das Vertrauen der Ärztinnen und Ärzte“, sagt etwa Silke Lüder, stellvertretende Bundesvorsitzende der Freien Ärzteschaft. Datensicherheitsexperten wie Manuel Atug von der AG Kritis oder der ehemalige Datenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sehen das ähnlich. Nachdem sowohl dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als auch der Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit das Veto-Recht entzogen wurde, kommt es maßgeblich auf das Vertrauen in die Beteiligten an.

Aber ist ein strukturelles Vertrauen in Betreiber in Zeiten von Zero-Trust-Ansätzen noch zeitgemäß? Das Gesundheitsministerium sieht bei der Sicherheit der elektronischen Patientenakte jedenfalls keine Probleme, es seien laut Antwort auf die Kleine Anfrage „umfangreiche technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Die Daten der ePA werden immer verschlüsselt auf Servern in der Bundesrepublik Deutschland gespeichert und können ohne den Schlüssel des Versicherten nicht durch Unbefugte gelesen werden“.

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums erklärt auf Nachfrage von heise online: Die „Schlüssel für den Zugriff auf die ePA eines Versicherten liegen in einem Hardware Security Module (HSM) bzw. in der virtuellen Ausführungsumgebung (VAU) beim Betreiber der ePA“ in einer sicheren Umgebung. Hierin habe „nur die Software selbst Zugriff, der Betreiber jedoch nicht“.

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Insbesondere im Zusammenwirken der vielen unterschiedlichen Abhängigkeiten im Gesundheitssystem und dem forcierten Ineinandergreifen der Systeme könnten neue Probleme entstehen. Denn eigentlich sollen nicht nur die Abrechnungsdaten der Krankenkassen, Daten aus Praxisverwaltungssystemen und aus der ePA der gesetzlich Versicherten miteinander verknüpft werden können, sondern auch die Daten aus Krankenhausinformationssystemen stärker einbezogen werden.

Nach dem Aus für SAPs Krankenhaussoftware konkurrieren die übrigen Wettbewerber um Marktanteile, auch US-Unternehmen mischen mit. Das sorgt für Bewegung in einem profitablen, von Übernahmen und neuen und allen EU-Anbietern wie Avelios, Dedalus, CGM und Meierhofer geprägten Markt. Für die finanziell oft angeschlagenen deutschen Kliniken kommt die ePA-Einführung mitten in einer ohnehin schon schwierigen Zeit. Bisher konnte etwa die Hälfte der Krankenhäuser die ePA testen.

Es gibt immer wieder große Zweifel, ob bei so vielen verschiedenen Soft- und Hardwarelösungen die Datensicherheit wirklich gewährleistet ist – und ob die Vorgaben der Telematikinfrastruktur dafür überhaupt ausreichen.

Einen sehr konsequenten Weg beschreitet dabei die Zahnärztin Annette Apel. „Wir arbeiten viel manuell“, schildert sie vor wenigen Tagen bei einer Veranstaltung der Interessengemeinschaft Medizin (IG Med) in Berlin. Sie sieht ihre Verweigerungshaltung gegenüber digitaler Übermittlung als Teil ihrer Patientenfürsorge. Selbst bei einer auf den ersten Blick harmlos wirkenden Behandlung würden teils höchstpersönliche Fragen eine Rolle spielen und dokumentiert werden müssen – etwa Ängste oder finanzielle Aspekte, wenn Zuzahlungen nötig sind.

Bei ihr würden etwa Röntgenbilder nicht automatisch digital weitergegeben, schildert Apel. Ihre Praxis sei, soweit es ginge, eben offline. Sie würde konsequent keine Befunde über das Internet übermitteln, und die gesetzlichen Vorschriften würden sie dazu auch nicht verpflichten können. Sie selbst erfahre dafür weniger Kritik, aber ihre Patientinnen und Patienten würden deshalb drangsaliert, wenn sie diesen etwa ausgedruckte Befunde mitgebe. Die ärztliche Schweigepflicht könne hochgehalten werden, wenn die digitalen Möglichkeiten so genutzt würden, dass die Ärztinnen und Ärzte diese selbst sichern würden, so Apel.

Die Kosten, die sie durch die Sanktionen aufgrund des fehlenden Anschlusses an die Telematikinfrastruktur habe, seien geringer als die mit der TI verbundenen Kosten und nötigen Doppelstrukturen. Solche Abwägungen dürfen jedoch nicht dazu führen, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens scheitert und Patienten weiterhin auf ausgedruckte Dokumente angewiesen sind.

Die zahlreichen offenen Fragen zu Verantwortlichkeiten, Versorgungssicherheit und tatsächlicher digitaler Souveränität zeigen: Es fehlt eine klare politische Linie, wie tiefgreifend und in welcher Richtung die Digitalisierung des Gesundheitswesens gesteuert werden soll. Spätestens hier rückt die nationale Digitalstrategie in den Blick – und deren Aktualisierung ist längst überfällig.

Für das bereits angekündigte Update der Digitalisierungsstrategie durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) drängt sich ein weiterer Aspekt auf: Klarheit zu schaffen, inwieweit bei der Digitalisierung auch ein stärkerer Fokus auf EU-Lösungen gelegt werden soll. Erst im Juni hatte die EU-Kommission beschlossen, dass chinesische Anbieter von Medizinprodukten bei öffentlichen Aufträgen oberhalb von 5 Millionen Euro Beschaffungswert ausgeschlossen werden – einer reziproken Entscheidung, nachdem China seinen Markt strategisch abgeschottet hat. Derartige Maßnahmen wären im Zuge weiterer Handelsauseinandersetzungen durchaus denkbar – in alle Himmelsrichtungen.

Nur was das für die Verfügbarkeiten im deutschen Gesundheitssystem bedeutet, ist derweil unklar. Dass Teilausfälle der Telematikinfrastruktur für E-Rezept und Elektronische Patientenakte zeitlich fast deckungsgleich mit dem Amazon-Ausfall zu verzeichnen waren, könnte dafür ein Warnschuss sein.

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(mack)



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Freitag: Intel wieder in den roten Zahlen, Verkauf von TikTok USA wohl genehmigt


Intel rutscht zurück in die roten Zahlen, allerdings weniger stark als befürchtet, da die PC-Prozessoren stark bleiben. An der Börse rasselt die Aktie trotzdem herunter. Denn die Chipfertigung liegt mit über 10 Milliarden US-Dollar weiter deutlich im Minus, und der Nettoverlust soll im laufenden Quartal wieder steigen. Derweil zeichnet sich das Ende des Zwists um TikTok in den USA ab, nachdem lange mit harten Bandagen gekämpft wurde. Offizielle Bestätigungen stehen zwar noch aus, aber die Behörden Chinas und der USA haben den Verkauf wohl abgesegnet. TikTok USA erhält neue Eigentümer, doch die neue Struktur des TikTok-Joint-Ventures ist bislang intransparent. Im texanischen Austin sind jetzt vollautonome Tesla-Taxis verfügbar. Trotz starker Konkurrenz will Elon Musk seinen Robotaxi-Dienst bis Ende 2026 in den USA breit ausbauen. Allerdings ist ihm die Konkurrenz weit vorausgeeilt, denn Waymo bietet Robotaxis nun auch in Miami an, der fünften Großstadt für die Google-Tochter – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Umsatz am oberen Ende der selbstgesteckten Erwartungen, aber weniger Nettoverlust als befürchtet: Intel liefert im Rahmen der eigenen Möglichkeiten einen passablen Jahresabschluss ab. Das Unternehmen hat im vierten Quartal 2025 zwar vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum umgesetzt, aber unter dem Strich stehen etwa 14 Prozent weniger Miese als erwartet. Über das komplette Jahr hat Intel fast genauso viel wie 2024 umgesetzt. Das Sorgenkind bleibt die eigene Chipfertigung, die zwar weniger Minus macht als 2024, über das komplette Jahr aber immer noch 10,3 Milliarden Dollar Verlust schreibt. Intels unangefochtenes Zugpferd bleiben die Core-Prozessoren für Notebooks und Desktop-PCs. Doch ein trüber Ausblick befördert die Intel-Aktie in den Keller: Weniger Minus als erwartet, aber schlechte Aussichten.

Wie erwartet ist der Verkauf der Mehrheitsanteile der US-Tochter von TikTok diese Woche offenbar umgesetzt worden. Eine Woche vor Weihnachten hatte TikTok den aufgezwungenen Vertrag unterzeichnet, aber die zuständigen Wettbewerbsbehörden sowohl in der Volksrepublik China als auch in den USA mussten den Verkauf noch genehmigen. Das soll jetzt erfolgt sein. Durch den Verkauf entgeht die chinesische Videoplattform einem Verbot in den USA. Ein 2024 verabschiedetes Gesetz hat den Zwangsverkauf der US-Tochter TikTok zum Ziel. Offiziell geht es dabei darum, die Daten von US-Bürgern dem Zugriff der chinesischen Regierung zu entziehen und auch den TikTok-Empfehlungsalgorithmus unter US-Kontrolle zu stellen. Wirtschaftlich geht es um den Reibach: Behördliche Genehmigungen für Verkauf von TikTok USA sollen fertig sein.

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Elon Musk hat auf dem derzeit abgehaltenen Weltwirtschaftsforum in Davos versprochen, dass Tesla in den USA bis Ende dieses Jahres ein breites Netz fahrerloser Robotaxis anbieten wird. „Tesla hat seinen Robotaxi-Service in einigen Städten eingeführt und wird bis Ende dieses Jahres in den USA sehr, sehr weit verbreitet sein“, sagte der Tesla-CEO. Teslas Robotaxis sind im Raum San Francisco und im texanischen Austin verfügbar, doch bislang nur mit Begleitperson. In der Hauptstadt von Texas hat Tesla aber jetzt den Betrieb vollautonom fahrender Taxis aufgenommen, nachdem das Unternehmen den dortigen Robotaxi-Dienst im Juni 2025 mit Einschränkungen begonnen hatte. Konkurrent Waymo ist deutlich weiter und fährt jetzt auch in Miami: Teslas Robotaxis fahren in Texas autonom, Musk verspricht weiten US-Ausbau 2026.

An kontrollierter Kernfusion zu einem Bruchteil der Kosten anderer Projekte arbeitet General Fusion seit über 20 Jahren. 2009 hieß es, das werde binnen zehn Jahren fertig. Ausgegangen ist sich das nicht. Immerhin erzeugt der Reaktor Lawson Machine 26 (LM26) seit Februar 2025 Plasma, im kommenden Jahrzehnt soll Fusionsenergie kommerziell nutzbar sein. Damit auf dem Weg dorthin das Geld nicht ausgeht, geht General Fusion nun an die New Yorker Börse NASDAQ. Das Management hofft auf gut 300 Millionen Dollar für die Firmenkasse. Allerdings ist es kein klassischer Börsengang. Vielmehr hat General Fusion das Interesse eines SPAC geweckt. Dieser Weg hat allerdings einen schlechten Ruf, nicht nur für die Kernfusion: Kanadisches Start-up General Fusion findet neue Investoren.

Datenschutz gilt überall, auch am Gericht. Doch wie genau setzen Richterinnen und Richter die Regeln um, wenn sie selbst täglich mit sensiblen Informationen arbeiten? Diese Frage steht im Mittelpunkt der neuen Episode des c’t-Datenschutz-Podcasts. Richter genießen verfassungsrechtlich garantierte Unabhängigkeit. Deshalb gibt es für ihre Tätigkeit keine Datenschutzaufsicht. Das bedeutet allerdings nicht, dass Richter tun können, was sie wollen, erläutert eine Verwaltungsrichterin. Sie müssen den Grundsatz der Datenminimierung beachten und dürfen nur Informationen erheben, die für ihre Entscheidung relevant sind. Zudem sprechen wir über den Einsatz von KI am Gericht, der nach ihrer Ansicht bei unterstützenden Aufgaben sinnvoll sein kann. Darum geht es in der Auslegungssache 151: Datenschutz vor Gericht.

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Auch noch wichtig:

  • Beim Autobahn-Wintertest 14 familientauglicher E-Autos zeigen sich Verbräuche weit jenseits der Normangaben. Ein breites Mittelfeld bietet passable Leistungen im Elektroauto-Wintertest des ADAC: Wie schnell geht München-Berlin bei Kälte?
  • Ein tragbarer KI-Sprachassistent, der komplett ohne Cloud oder WLAN funktioniert, hat ein Maker aus Hongkong gebaut. Als Basis dazu dient ein Raspberry Pi 5: Raspi 5 wird zum DIY-KI-Sprachassistenten ganz ohne Cloud und Internet.
  • Ubisoft will Kosten sparen und sich neu aufstellen. Spiele wie das Remake von „Prince of Persia“ werden eingestampft. Die Rede ist von einem „großen Reset“: Ubisoft will massiv sparen mit „radikalem Schritt“.
  • Ubisoft stellt sich neu auf und Investoren auf zwei schwierige Jahre ein. Die Reaktion an den Börsen fällt krachend aus: Nach Neuausrichtung kracht Ubisoft-Aktie in den Keller.
  • Viele Dänen haben eine große Wut auf die USA – und lassen die beim Einkaufen raus. Mit Hilfe von Apps vermeiden sie gezielt amerikanische Produkte. Es ist ein dänischer US-Boykott: Apps sortieren Waren im Supermarkt aus.
  • Ein kalifornisches Start-up führt fort, was Microsoft nicht konnte. Nex bringt Windows auf das Smartphone – inklusive Unterstützung für externe Monitore: NexPhone mit Android, Linux und Windows 11 als Rückkehr von Windows Phone.
  • Die Stromversorgung von Segelbooten kann durch eine Windturbine am Mast sichergestellt werden. Die Grain Blanc eignet sich aber auch für Gebäude: Vertikale Windturbine liefert Strom für Bordelektronik von Segelbooten.
  • Medienberichten zufolge ist ein Sicherheitspatch für diverse Fortinet-Produkte defekt. Admins können Instanzen aber trotzdem schützen. Sie sollten jetzt handeln: Angreifer umgehen offenbar Fortinet-Sicherheitspatch.
  • DocuSeal, ein Open-Source-Tool für elektronische Unterschriften, erhält eine KI-gestützte Formularerkennung und verbesserte Sicherheit in Docker-Umgebungen: DocuSeal 2.3.0 als Open-Source-Alternative zu DocuSign mit KI-Features.
  • Im Januar 2026 wurden wieder einige Führerschein-Dokumente ungültig. Wir klären, wer betroffen ist, was beachtet werden sollte und was das kostet in einem FAQ: Führerschein-Dokument läuft ab – was nun?
  • Mitten in der KI-Hausse schmieren die Aktien von Softwareherstellern ab. Die Anteilsscheine von Adobe, Oracle & Co. haben sich halbiert und Microsoft schwächelt, denn „AI eats Software“: Warum SaaS-Aktien an der Wall Street crashen.
  • Der erste eigene Router OpenWrt One des OpenWrt-Projekts läuft nun auch mit Debian. Das macht ihn zum Allzweck-Linux-System: Collabora portiert Debian auf OpenWrt One.
  • EU-Abgeordnete skizzieren einen Kurswechsel in der Digitalpolitik. Sie verlangen Unabhängigkeit von US-Infrastrukturen sowie mehr heimische KI und Open Source. Es ist ein digitaler Befreiungsschlag: EU-Parlament fordert Loslösung von US-Tech-Riesen.


(fds)



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Kommentar: Chinesische Autohersteller hinken hinterher – noch


Sagenumwoben sind sie, diese chinesischen Autohersteller, die die Europäer vom Platz fegen. Der Untergang der hiesigen Autoindustrie stehe praktisch unmittelbar bevor, denn die Konkurrenten aus dem Reich der Mitte seien sensationell günstig, bei Software und Laden geradezu dramatisch überlegen. Das muss eine Zukunftserzählung sein, denn aktuell sind die meisten Anbieter von dort weit davon entfernt, auch nur gleichzuziehen. Das könnte sich sehr rasch ändern, auch wenn es momentan nicht danach aussieht.

Die Lösung aller Probleme ist nur ein Update entfernt, leider ist es zu oft immer erst das nächste. Deshalb quälen viele der noch exotisch klingenden Anbieter ihre europäischen Nutzer mit einer Kultur, für die sie daheim gefeiert werden. Allzu oft gewinnt man den Eindruck, dass sich die Herangehensweise arg unterscheidet. In China zählt offenkundig die Zahl der Features mehr als der Umstand, wie sie in der Praxis funktionieren. Assistenzsysteme werden dort beispielsweise dann als besonders gelungen wahrgenommen, wenn sie auf ihre Existenz möglichst häufig hinweisen.


VW Golf Rad

VW Golf Rad

Massagesitze, die den Bezug nicht mal um einen Zentimeter bewegen, entfalten ihre größte Wirkung in der Verlängerung der Aufpreisliste. Ausfahrende Türgriffe sehen sicher schick aus, doch wenn sie nicht immer da sind, wenn man sie braucht, ist das funktionaler Murks, der auch aus Aspekten der Sicherheit bedenklich ist. Deshalb wird nun laut darüber nachgedacht, diesem Unfug endlich ein Ende zu bereiten. Eine Marotte ist es auch, auf dem Display winzige dunkelgraue Schrift auf schwarzem Untergrund zu präsentieren. Dabei dürfte das Augenlicht im Reich der Mitte im Schnitt nicht dramatisch besser sein – die chinesische Bevölkerung ist im Schnitt nur noch rund fünf Jahre jünger als die deutsche.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Kommentar: Chinesische Autohersteller hinken hinterher – noch“.
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Weißes Haus verbreitet KI-manipulierte Aufnahme von festgenommener Aktivistin


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Weiße Haus hat ein KI-manipuliertes Foto einer Bürgerrechtsaktivistin verbreitet, die im Zuge der Auseinandersetzungen in Minneapolis festgenommen wurde. Ein Vergleich des Fotos mit einer Aufnahme, die Heimatschutzministerin Kristi Noem kurz zuvor verbreitet hat, macht den Unterschied deutlich. Das Original zeigt Nekima Levy Armstrong mit gefasster Miene, während sie von einem Beamten abgeführt wird. Das Bild, das vom Weißen Haus in sozialen Netzen veröffentlicht wurde, zeigt die Frau dagegen mit verheultem Gesicht und einem klagenden Blick in die Kamera. Analysen mit Bilderkennungssystemen haben laut verschiedenen Medien bestätigt, dass diese Aufnahme mit KI-Werkzeugen bearbeitet wurde. Ein Sprecher des Weißen Hauses hat die Kritik zurückgewiesen und geschrieben, „die Memes werden weitergehen“.

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Dass die US-Regierung seit der Amtsübernahme von Donald Trump wenig Berührungsängste kennt, wenn es um KI-Bildgeneratoren geht, ist nicht neu. Trumps Account auf Truth Social ist voll mit mehr oder weniger offensichtlich KI-generierten oder manipulierten Aufnahmen. Zuletzt erregte ein Bild Aufmerksamkeit, das versammelte Vertreter und Vertreterinnen Europas im Oval Office vor einer Karte zeigte, in der ganz Nordamerika in eine US-Flagge gehüllt war. Die vom Weißen Haus jetzt verbreitete Aufnahme der Aktivistin geht darüber hinaus, weil sie eine Zivilistin zeigt und möglicherweise vor Gericht relevant werden könnte. The Intercept zitiert einen renommierten Anwalt, der meint, dass die Frau darauf schuldig wirkt und das Bild deshalb als Vorverurteilung gewertet werden könnte.

Armstrong wurde am Donnerstag wegen ihrer mutmaßlichen Rolle bei einem Protest in einer Kirche in St. Paul bei Minneapolis verhaftet. In der sollen Demonstrierende einen Gottesdienst unterbrochen und Parolen wie „ICE raus“ und „Gerechtigkeit für Renee Good“ skandiert haben. Damit bezogen sie sich auf eine 37-Jährige, die Anfang Januar bei einem Einsatz von Einheiten der Einwanderungsbehörde ICE erschossen wurde. Der Protest in der Kirche hat sich gegen einen Pastor gerichtet, der bei ICE vor Ort eine Leitungsfunktion innehaben soll. Außer Armstrong wurde laut Behörden mit Chauntyll Louisa Allen eine weitere Aktivistin festgenommen. Die Festnahmen wurden von der Politik in Minnesota scharf kritisiert.


(mho)



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