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Epic-CEO Sweeney: Entwickler sind für UE5-Performance verantwortlich


Die Unreal Engine 5 fällt in diversen Titeln immer wieder durch eine schlechte Performance auf und ist deshalb trotz fortschrittlicher Technologie und schöner Grafik zunehmend unbeliebt bei Spielern. Tim Sweeney, CEO von Epic Games, dem Entwickler der Engine, sieht jedoch vor allem die Spiele-Entwickler in der Verantwortung.

Schlechte Performance = Schlechtes Image

Die Unreal Engine 5 hat ein Imageproblem. Während sie zum Start noch aufgrund ihrer fortschrittlichen Technologien (Lumen, Nanite) und der möglichen Grafikpracht viel Beachtung fand, hat sie mittlerweile den Ruf eines schlecht optimierten Hardwarefressers inne. Zu viele Titel, die auf die Engine setzen, laufen nur auf absoluter High‑End-Hardware wirklich rund.

Die Liste solcher Spiele ist lang und schließt auch viele Hochkaräter mit ein. So mussten zum Beispiel S.T.A.L.K.E.R. 2, Mafia: The Old Country und zuletzt vor allem Metal Gear Solid Delta einiges an Kritik einstecken, weil die gestellten Anforderungen an die Hardware durch die Bank weg sehr hoch sind.

Ein Stück weit ist die Unreal Engine 5 ein Opfer ihres eigenen Erfolgs: Zahlreiche Entwicklerstudios lizenzieren die Engine für ihre Spiele, anstatt auf aufwändige und kostspielige eigene Unterbauten zu setzen. Der Schritt ist nachvollziehbar: Grundsätzlich bekommen Entwicklerstudios eine mächtige Engine mit zahlreichen Eingriffsmöglichkeiten, moderner Technologie und einer Vielzahl von Plugins geboten. Die Entwicklung einer eigenen Engine hingegen ist kostspielig, langwierig und risikobehaftet.

Offensichtlich verlassen sich aber zu viele Entwickler auf die Unreal Engine, wie sie sie „out of the box“ von Epic vorgesetzt bekommen, ohne selbst Hand anzulegen und Performance-Optimierungen vorzunehmen.

Sweeney: Falsche Entwicklungsreihenfolge ist schuld

Dass die Engine an sich auch gut auf Einsteiger- und Mittelklasse-Hardware laufen kann, zeigen beispielhaft die Multiplayer-Titel Valorant und auch das von Epic Games selbst entwickelte Fortnite. Beide Titel bekommt man mit Abstrichen bei der optischen Präsentation „auf jedem Toaster“ zum laufen.

So sieht es auch Epic-CEO Tim Sweeney im Interview mit dem koreanischen Magazin ThisIsGame. Auf die immer wieder negativ auffallenden Titel auf Basis der Unreal Engine 5 angesprochen erwidert er, dass das Problem bei vielen Entwicklern das Resultat einer falschen Reihenfolge im Entwicklungsprozess wäre. Oftmals würde zunächst auf und für High-End-Hardware entwickelt und erst während der letzten Entwicklungsschritte geschaut, wie das Spiel auf schwächerer Hardware lauffähig gemacht werden könne.

Die Komplexität der Spieleentwicklung habe laut Sweeney verglichen mit dem Stand von vor 10 Jahren massiv zugenommen, daher sei es heute schwierig, Optimierungen auf Engine-Ebene vorzunehmen. Diese wären nie einfach und in jedem Fall ein schwierig anzugehendes Problem, müssten aber bereits in frühen Entwicklungsstadien beachtet und mitgedacht werden, idealerweise schon bevor die Spielinhalte vollständig stehen, so Sweeney.

Auch Epic ist gefragt

Die Unreal Engine 5 steht in den Augen vieler Spieler mittlerweile sinnbildlich für eine branchenweite Entwicklung in die falsche Richtung, in der immer mehr Spiele unoptimiert auf den Markt kommen. Epic Games kann nicht an einer solchen Wahrnehmung gelegen sein und müsste eigentlich Gegenmaßnahmen ergreifen, die über das Zeigen mit dem Finger auf die Entwickler hinaus gehen. Allein schon aus Marketinggründen sollte Epic Games ein Interesse daran haben, den Ruf ihrer Spiele-Engine zu schützen.

Angesichts der unterirdischen Performance von Metal Gear Solid Delta und des schwer zu erklärenden Fehlens der modernen Upscaler DLSS 4 und FSR 4 sinnieren in der aktuellen Episode des CB‑Funk-Podcasts passend zum Interview auch Jan und Fabian darüber, ob Epic Games als Entwickler der Unreal Engine nicht eventuell den Studios, die die Engine lizenzieren, mit mehr technischer Hilfe zur Seite stehen sollte. Die entsprechende Passage findet sich im Podcast im Kapitel zum Technik-Test des Spiels.

Und tatsächlich sieht es so aus, als könnte Epic den Studios in Zukunft stärker unter die Arme greifen. Im Interview spricht Sweeney zwei Maßnahmen an, die das Problem schlecht laufender Spiele auf Unreal Engine 5 zukünftig aus der Welt schaffen sollen:

Einerseits soll der Support für die Engine verbessert und diese mit automatisierten Optimierungsfunktionen für eine Vielzahl von Geräten versehen werden, die Entwicklern zumindest teilweise die Arbeit des händischen Optimierens abnimmt.

Und andererseits sollen Spieleentwickler zukünftig besser im Umgang mit der Engine geschult werden. Dabei soll der gesamte Prozess des Testens und Optimierens vermittelt und ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass frühzeitige Optimierungsmaßnahmen wichtig sind. Weiterhin könnten Ingeneure von Epic Games bei Bedarf auch selbst tätig werden, um den Lizenznehmern technische Unterstützung zu liefern.



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