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Erste Kolumne von Marketingexperte Mark Ritson: Warum Regifting der größte Trend in der Weihnachtswerbung ist
Der australische Marketingexperte Mark Ritson ist ab sofort Talking-Head-Kolumnist bei HORIZONT und schreibt künftig regelmäßig über Themen, die die Branche bewegen – hierzulande wie international. In seiner ersten Kolumne widmet sich Ritson dem Thema Weihnachtswerbung und erklärt, warum „Regifting“ in diesem Jahr der wichtigste Trend ist.
Regifting ist der Trend in der Weihnachtswerbung 2025. Große Marken in wichtigen Märkten erkennen zunehmend die Vorteile der Neuauflage von Kampagnen aus den Vorjahren. Vielleicht ist es an der Zeit, dass auch deutsche Marken dem Drang nach immer neuen Kreationen widerstehen und die bewährte Wirksamkeit bestehender Kampagnen nutzen. Alt ist nicht nur genauso gut wie neu, sondern oft sogar besser.
Das Gleiche gilt auch für die britische Weihnachtswerbung, auf die die Welt ganz besonders schaut. In der Weihnachtssaison 2025 halten mehr Marken denn je an bekannten Kampagnen und bereits bestehenden Werbespots fest. Aldi UK setzt erneut auf seine beliebte Werbefigur „Kevin the Carrot“, Cadbury brachte „Secret Santa Delivery“ zurück und andere Top-Performer wie M&S Food, Lidl, TK Maxx und Barbour setzen ebenfalls stark auf Kontinuität.
Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass es hier nicht um kreative Faulheit oder Kosteneinsparung geht. Vielmehr stehen die genannten Beispiele für eine kalkulierte Demonstration dessen, wie effektiver Markenaufbau im Jahr 2025 aussieht. Viele Daten deuten darauf hin, dass gute Spots beim zweiten Ansehen sogar noch besser abschneiden. Wenn eine Marke bereits einen erfolgreichen Film wie „Joy Ride“ geliefert hat, spricht vieles dafür, dass er im Folgejahr ähnlich stark abschneidet. Gleichzeitig können die Kosten für die kreative Umsetzung (oft 20 Prozent der gesamten Werbekosten) vollständig auf das Betriebskapital der Mediainvestitionen übertragen werden. Und schließlich hat das Marketingteam nun erheblich mehr Zeit, sich auf alle anderen saisonalen Marketingherausforderungen zu konzentrieren, denen es gegenübersteht.
Marketingexperte Mark Ritson
Warum sich CMOs nicht wie Kinder verhalten sollten
Der australische Marketingexperte Mark Ritson kritisiert das erratische Verhalten von Marketingverantwortlichen. Das kostet nicht nur Bekanntheit, sondern auch Umsatz. Der künftige HORIZONT-Kolumnist hat gute Argumente parat, warum sich mehr Kontinuität in der Markenführung auszahlt. …
Doch warum folgen diesem Beispiel so wenige deutsche Marken? Abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen ist der Drang, das Playbook des Vorjahres über Bord zu werfen, nach wie vor groß. Nehmen wir Edeka, dessen Weihnachtswerbung zu einem jährlichen Ereignis geworden ist. Dennoch geht die Marke jedes Jahr mit einem neuen Auftritt für die Festtage an den Start – manchmal brillant, manchmal weniger. Lidl und Aldi Süd, die in Großbritannien für die Wiederholung erfolgreicher Werbekampagnen legendären Status genießen (Aldis „Kevin“ ist in Großbritannien zu einer Institution geworden, erscheint aber in Deutschland selten im gleichen Format), entscheiden sich in ihrem Heimatmarkt fast jedes Jahr aufs Neue für ein anderes Konzept.
Doch das macht wenig Sinn. Der deutsche Einzelhandelskalender ist ebenso von Traditionen geprägt. Warum also diese verpasste Chance? Vielleicht sind die Daten zur Wirksamkeit hierzulande noch nicht weit verbreitet? Wahrscheinlicher ist, dass die meisten deutschen Marketingteams sich darauf freuen, neue Werbespots zu produzieren, und nie innehalten, um sich die Frage zu stellen, ob solche Bemühungen strategisch sinnvoll sind. Und natürlich gibt es für Kreativagenturen kaum einen Anreiz, einem Kunden zu empfehlen, eine bestehende Kampagne zu wiederholen.
Die Menschen schätzen das Gefühl, während der Feiertage zu einer Marke „nach Hause zu kommen“ – das Werbeäquivalent zu einem Lieblingslied oder einer jedes Jahr wieder hervorgeholten Weihnachtsdekoration.
Es gibt deutsche Ausnahmen, die die Regel bestätigen, dass die Wiederholung alter Arbeiten immer noch Vorteile hat. Jahrelang führte Haribo seine „Goldbären“-Kampagne mit nur geringfügigen Änderungen durch und erntete dafür die Früchte. Damit verankerte sich das Unternehmen in der emotionalen Struktur der Weihnachtszeit – es war kein neues Drehbuch erforderlich, da die Bärenkostüme und die rot-goldenen Farbakzente die Hauptarbeit leisteten. Die „Familie-Heins“-Kampagne der Deutschen Telekom war mehrere Weihnachtssaisons lang ein fester Bestandteil, und der Einzelhändler Rewe hat mit wiederkehrenden festlichen Themen geliebäugelt – wenn auch nie mit der Zielstrebigkeit seiner britischen oder US-amerikanischen Pendants.
Die legendäre „Heimkommen“-Kampagne von Edeka aus den vergangenen Jahren ist heute ein Lehrbuchbeispiel für Weihnachtswerbung. Warum wird sie nicht zumindest gelegentlich mit einem neuen Schnitt oder Rahmen wiederholt? Die wiederkehrende Figur des „Weihnachtsmann“ von Lidl ist ein perfektes Mittel für die Art von „vertrautem, aber frischem“ Storytelling, für das sich britische Effizienzberater heute einsetzen. Einzelhändler wie Kaufland, die mit einer großbudgetierten neuen Werbung für Aufsehen sorgten, diese dann aber in der Flut neuer Weihnachtswerbung untergingen, hätten vielleicht mehr Wirkung – und weitaus weniger finanzielles Risiko – entfacht, wenn sie das weiterentwickelt hätten, was bereits funktioniert hat.
Marketer befürchten natürlich, dass sich die Verbraucher an bestehenden Werbemaßnahmen sattsehen und lang laufende Anzeigen nach einer gewissen Zeit an Wirksamkeit verlieren. Die Ergebnisse zahlreicher Studien von Kantar, System1 und Analytic Partners kommen jedoch alle zu dem gleichen Schluss: Gute Werbespots haben eine viel längere Halbwertszeit, als den meisten Marketern bewusst ist. Sicherlich sind diejenigen, die über viele Wochen und Monate hinweg Spots entwickeln und umsetzen, nach deren Veröffentlichung davon gelangweilt. Aber darum geht es hier nicht. Die Zielgruppe wird nicht so schnell müde.
Es ist offensichtlich, dass in Deutschland – wie in so vielen anderen Märkten auch – die Marketing- und Werbefachleute ihre Kuchen viel zu früh aus dem Ofen nehmen. Das gilt insbesondere für die Weihnachtszeit. Die Menschen schätzen das Gefühl, während der Feiertage zu einer Marke „nach Hause zu kommen“ – das Werbeäquivalent zu einem Lieblingslied oder einer jedes Jahr wieder hervorgeholten Weihnachtsdekoration.
Konsistenz ist keine Feigheit oder Faulheit, sondern zeugt von Selbstvertrauen und Fachwissen. Der Metabolismus effektiver Werbung verändert sich. Und die mutigsten Marken dieses Weihnachtsfestes werden diejenigen sein, die über die Disziplin und Wissen über Effektivität verfügen, um das zu tun, was funktioniert, immer und immer wieder, bis es nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Verbraucher, die sie gewinnen möchten, zur Tradition wird.
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Milano Cortina 2026: Samsung startet mit Team Galaxy in die Winterspiele
Elektronikhersteller Samsung setzt bei den olympischen und paralympischen Spielen auf Teamgeist
Samsung läutet den Countdown für die Olympischen Winterspiele 2026 ein: Das neue Team Samsung Galaxy mit 68 Athlet:innen aus 17 Ländern startet unter dem Motto „Open Always Wins“. Die Botschaft: Vielfalt, Offenheit und Innovation zählen – beim Sport genauso wie im Leben.
Langjähriges Engagement
Samsung unterstreicht mit der neuerlichen Initiative sein langjähriges Engagement für die olympische und paralympische Bewegung: Schon seit den Winterspielen 1998 in Nagano ist das Unternehmen aus Südkorea globaler Olympia-Partner, seit 2006 auch Partner des Internationalen Paralympischen Komitees. Und das soll auch erst einmal so weitergehen: Die Partnerschaft läuft bis mindestens 2028 und wird durch technologische Innovationen wie KI, VR, AR und 5G geprägt, die das Erlebnis der Spiele für Athlet:innen und Fans revolutionieren sollen.
Stories aus dem Leben
Stoff dafür ist sollte genug vorhanden sein: Zum Team gehören etwa Ian Matteoli, der italienische Snowboard-Pionier, der nach einer schweren Verletzung mit mutiger Kreativität zurückkehrte und als erster Fahrer einen neuen Trick im Wettkampf landete. Alex Hall aus den USA verbindet Sport und Kunst: Der Freestyle-Skifahrer bringt seine multikulturelle Perspektive in den Sport ein und inspiriert mit kreativen Skifilmen, die seine Offenheit und Innovationskraft widerspiegeln. Auch Mike Schultz, ebenfalls aus den USA, steht für die Kraft der Offenheit: Nach einem schweren Unfall baute der Para-Snowboarder seine Karriere komplett neu auf. Er entwickelte sogar seine eigene Prothese, um wieder an Elitewettkämpfen teilzunehmen, und gewann paralympisches Gold und Silber.
Die meisten Teammitglieder, insgesamt 39 von 68, hat Samsung aus dem Gastgeberland Italien gewählt, am zweithäufigsten mit sieben Athlet:innen sind die USA vertreten. Aber auch zwei Deutsche gehören dazu. Einer davon ist Leon Vockensberger, der ebenfalls zeigt, wie Offenheit für neue Wege zum Erfolg führt: Nach einer fast aufgegebenen Karriere und einer schweren Verletzung kämpfte er sich zurück bis aufs Weltcup-Podest.
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