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Günstiger und flotter Mini-PC: Chuwi UBox CWI604 mit Ryzen 5 & USB4 im Test


Die Chuwi UBox CWI604 bietet neben solider Mittelklasse-Leistung einige Oberklasse-Features: USB4, zweimal 2,5-GBit/s-LAN – das ist für 310 Euro stark.

Die Chuwi UBox ist ein interessanter, günstiger Mini-PC mit guter Produktivleistung und einigen Highlights bei den Anschlüssen. Für einen vergleichsweise günstigen Preis von 310 Euro bekommt man neben einem Ryzen 5 6600H, 16 GB Arbeitsspeicher (RAM) und einer 512 GB großen SSD sogar eine USB4-Schnittstelle und zweimal LAN. Das ist in dieser Preisklasse unüblich. Was das preiswerte System sonst noch auf dem Kerbholz hat, haben wir getestet.

Das Testgerät hat uns Hersteller Chuwi zur Verfügung gestellt.

Ausstattung: Welche Hardware bietet die Chuwi UBox CWI604?

Die Chuwi UBox CWI604 setzt CPU-seitig auf einen AMD Ryzen 5 6600H. Dabei handelt es sich um einen sechskernigen Prozessor aus dem Jahr 2022. Dieser läuft mit einem Takt von 3,3 bis 4,5 GHz und kann bis zu 12 Threads parallel abarbeiten. Der Chip ist in der Zen-3+-Architektur in 6-nm-Verfahren gefertigt (Codename: Rembrandt). Die maximale Betriebstemperatur liegt bei 95 Grad, die thermische Verlustleistung (TDP) bei 45 W. Als integrierte Grafik kommt die kleinere Radeon 660M zum Einsatz, die statt 12 nur 6 Compute Units (CUs) nutzt und mit 1900 MHz taktet.

Die Chuwi UBox CWI604 kommt mit einem einzelnen, 16 GB großen SO-DIMM-Modul an DDR5-RAM mit 4800 MT/s. Ein weiterer Port ist frei, sodass man direkt nachrüsten kann. Allerdings wäre ein Dual-Channel-Betrieb durch zwei Module ab Werk der Systemleistung sicher zuträglich gewesen. Als SSD kommt ein 512 GB großes NVMe-Modell im Formfaktor M.2-2280 von Rayson zum Einsatz. Laut Crystaldiskmark schreibt sie mit 2703 MB/s und liest mit 3272 MB/s. Das sind ordentliche Werte, insbesondere für einen vergleichsweise günstigen PC. Daneben gibt es noch einen zweiten M.2-2280-Slot.

Bei der Anschlussauswahl überzeugt die UBox ebenfalls: So gibt es einen selbst unter Premium-Mini-PCs nicht immer anzutreffenden USB-C-4.0-Port. Ferner sind zwei LAN-Ports mit 2,5 GBit/s vorhanden. Ansonsten finden sich HDMI 2.0, Displayport 1.2 sowie vier USB-A-Buchsen (3x USB 3.2 Gen2, 1x USB 2.0).

Bei den drahtlosen Schnittstellen verwendet der Mini-PC Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2, was okay ist, aber nicht den aktuellen Standards entspricht. Als WLAN-Chipsatz arbeitet der Realtek 8852BE.

Performance: Wie schnell ist die Chuwi UBox CWI604?

Die Chuwi UBox CWI604 liefert im Performance-Test eine ordentliche Mittelklasse-Leistung. Der Ryzen 5 6600H liegt dabei auf dem Niveau der Ryzen-7-Chips der 5000er-Serie, wie dem Ryzen 7 5825U oder 5800U. So erreicht das System bei PCmark 10 im Schnitt etwa 5763 Punkte, mit Ausschlägen bei 5583 und 5891 Punkten. Bei 3Dmark Time Spy bekommt er 1316 Punkte, welche sich aus 1158 GPU- und 5928 CPU-Punkten zusammensetzen. Das sind ordentliche, aber nicht herausragende Werte – auch in der Mittelklasse nicht. Solide sind sie aber auf jeden Fall.

Im CPU-Benchmark Cinebench 2024 kommt der Ryzen 5 im Multi-Core auf 547 Punkte und 85 Punkte im Single-Core. Beim plattformübergreifenden Benchmark Geekbench 6 gibt es 1939 Punkte (Single-Core) und 7442 Punkte (Multi-Core). Der OpenGL-Grafiktest endet mit einem Score von 13.735 Punkten.

Kommen wir zu den Spieletests – die wir eigentlich bei diesem System für nicht nötig hielten, da die Hardware wohl zu schwach sein würde. Dennoch haben wir Anno 1800 in Full-HD gestartet und kamen beim Blick auf unsere Stadt auf Anhieb auf 24 bis 30 FPS ohne FSR-Upsampler (AMD Fidelity FX Super Resolution) in niedrigen Einstellungen. Schrauben wir die Grafikqualität auf Mittel und aktivieren FSR im Modus „Leistung“, sind es noch immer 29 FPS. Das sind keine rühmlichen Ergebnisse, aber für die schwächere Radeon 660M durchaus respektabel und okay spielbar. Counter Strike 2 versuchen wir daraufhin ebenfalls und können das Spiel in niedrigen Optionen mit bis zu 110 FPS gut spielen. In mittleren Qualitätseinstellungen sind es 45 bis 68 FPS ohne Ruckler. Somit läuft auch dieses Spiel. Bei Cities Skylines 2 allerdings ist Schluss, das Game läuft selbst auf sehr niedrigen Einstellungen nur mit 14 FPS. Witcher 3: Wild Hunt läuft mit stabilen, aber mageren 25 FPS. Ergebnis: Besser als erwartet. Eine Zockerkiste ist die UBox jedoch trotzdem nicht.

Lüfter: Wie laut ist die Chuwi UBox CWI604?

Im Idle schweigen die Lüfter der UBox meist. Im Alltag liegt die Lautstärke häufig zwischen 22 und 28 dB(A). Unter voller Auslastung mittels Aida64-Stresstest erreicht der Lüfter aber auch nach zwei Minuten bei 33 dB(A) Werte von 39 dB(A) – das aber nur kurzzeitig. Der CPU-Takt pendelt sich dann nach anfänglichen 4,1 GHz bei 3,9 GHz ein. Die Temperatur klettert auf 81 Grad, bis der Lüfter aufdreht und sie wieder unter 80 Grad fällt. Das System verbraucht dabei bis zu 68 W, ohne Last sind es 11 W, bei der Verwendung von Anwendungen im Alltag etwa 21 W.

Chuwi UBox CWI604: Wärmeverteilung

Software: Mit welchen Betriebssystemen arbeitet die Chuwi UBox CWI604?

Auf der Chuwi UBox CWI604 kommt Windows 11 Pro in der Version 24H2 zum Einsatz. Zusätzliche Bloatware über die typischen bei Windows vorinstallierten Anwendungen hinaus gibt es nicht. Unser üblicher vollständiger Virenscan mit Windows Defender findet nichts Auffälliges. Beim Versuch, Linux zu verwenden, fällt uns auf, dass wir gar nicht ans BIOS herankommen. Nicht nur scheitern die üblichen F-Tasten oder die Backspacetaste, auch über die erweiterten Wiederherstellungsoptionen von Windows ist nichts zu machen – der Eintrag fürs UEFI-BIOS fehlt schlicht. Immerhin können wir dort auf angeschlossene USB-Geräte zugreifen und diese zum Boot auswählen. So kommen wir in das auf Ubuntu basierende Tuxedo OS auch ohne Zugriff auf das BIOS. Dort sind WLAN, Bluetooth und Audio nutzbar, die Auflösung wird richtig erkannt. Auch der Standby-Modus funktioniert und der PC wacht zuverlässig daraus auf.

Gehäuse: Wie ist die Verarbeitung der Chuwi UBox CWI604?

Die Chuwi UBox CWI604 ist vollständig aus schwarzen und weißen Kunststoff gefertigt, die Verarbeitung ist in Ordnung, teils sind Kanten aber etwas unsauber. Gerade auf der Unterseite wirkt das Material beim Lüftergitter etwas dünn und lässt sich leicht eindrücken. Die obere Hälfte ist lose im Gehäuse eingehakt und löst sich bereits beim Hochnehmen des Mini-PCs. So fällt dieser direkt wieder zu Boden und man hat nur den Deckel in der Hand. Das ist ungeschickt und hätte besser gelöst werden können. Auf diese Weise gelangt man aber schraubenlos ans Gehäuseinnere, nur eine schwarze Metallplatte muss gelöst werden. Dazu gibt es zwei kleine Haken, die die Platte fixieren. Drückt man diese zurück, kann man an einer Lasche ziehen und die Platte entfernen. An ihrer Unterseite befinden sich Wärmeleitpads für die SSDs, wobei das für den freien M.2-Slot noch mit einer Schutzfolie überzogen ist.

Preis: Was kostet die Chuwi UBox CWI604?

Die Chuwi UBox CWI604 bekommt man aktuell am günstigsten bei Aliexpress für 310 Euro.

Fazit

Die Chuwi UBox CWI604 ist ein solider Mittelklasse-Mini-PC, der in den Benchmarks wie erwartet abschneidet. Bei Spielen hat uns die eigentlich schwächere Radeon 660M dennoch überrascht und so liefen Anno 1800 und Counter Strike 2 ordentlich in niedrigen bis mittleren Full-HD-Optionen. Bei den Anschlüssen schnuppert Chuwi Oberklasse-Luft, spendiert zwei LAN-Ports sowie USB4 und bietet im Gehäuse einen zusätzlichen M.2-Port für eine weitere SSD. Die Verarbeitung ist in Ordnung, wirkt teilweise aber etwas rudimentär. Der abnehmbare Deckel ist eine gute Idee, löst sich aber beim Hochnehmen viel zu schnell. Weiterhin schade ist, dass man nicht ans BIOS des Systems kommt – über Windows erweiterte Wiederherstellungsoptionen kann man aber dennoch von USB-Sticks booten. Nichtsdestotrotz bleibt ein versperrtes BIOS ein Unding. Der Preis ist höher als bei anderen, vergleichbar starken Systemen, für die gehobene Anschlussausstattung und das Gesamtsystem aber durchaus fair und günstig. USB4 für knapp 300 Euro – das ist richtig gut. Im Test gibt es insgesamt dreieinhalb Sterne abzüglich der Kritik am BIOS und der Verarbeitung.

Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.



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Fusionsreaktor EAST: Chinesen brechen Dichtegrenze für stabiles Plasma


Chinesische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben am Fusionsreaktor EAST (Experimental Advanced Superconducting Tokamak), auch „künstliche Sonne“ genannt, erstmals ein theoretisch vorhergesagtes Betriebsregime erreicht, in dem die übliche Dichtegrenze nicht mehr gilt: Sie erzielten eine Plasmadichte, die 30 bis 65 Prozent über dem sogenannten Greenwald-Limit liegt – ohne, dass das Plasma instabil wurde. Damit gelang nach Darstellung des Teams der erste experimentelle Nachweis des „dichtefreien Regimes“, wie die Forscher in der Fachzeitschrift Science Advances berichten.

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Bei der Kernfusion werden leichte Atomkerne – typischerweise die Wasserstoffvarianten Deuterium und Tritium – zu schwereren Heliumkernen verschmolzen. Dieser Prozess setzt enorme Energie frei und treibt auch unsere Sonne an. Damit die Reaktion auf der Erde in einem Reaktor funktioniert, muss das Plasma drei Bedingungen erfüllen: extrem hohe Temperaturen von über 100 Millionen Grad, eine ausreichend lange Einschlusszeit und eine möglichst hohe Dichte. Je mehr Teilchen auf engem Raum zusammenkommen, desto häufiger kollidieren und verschmelzen sie – und desto mehr Energie wird freigesetzt. Tatsächlich skaliert die Fusionsleistung mit dem Quadrat der Brennstoffdichte.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

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Wir haben Ende 2024 die Kernfusionsanlage Wendelstein 7-X des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Greifswald besucht.

In Tokamaks – ringförmigen Reaktoren, die das Plasma mit starken Magnetfeldern einschließen – gilt eine empirische Obergrenze für die erreichbare Plasmadichte. Diese nach dem US-Physiker Martin Greenwald benannte Grenze beschreibt den Punkt, ab dem das Plasma instabil wird und zusammenbricht. Solche „Disruptions“ können den Reaktor beschädigen und müssen vermieden werden. Der übliche Betriebsbereich am EAST liegt nach Angaben der Forscher bei 0,8 bis 1,0 der Greenwald-Dichte.

Zwar wurde die Greenwald-Grenze bereits in früheren Experimenten überschritten – etwa an den Tokamaks ASDEX Upgrade und DIII-D, wo mit Pellet-Injektion Dichten bis etwa 1,5-fach über dem Limit erreicht wurden. Das Neue an den EAST-Experimenten ist jedoch die Methode und der theoretische Rahmen.

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Im Mai 2024 hatte ein Team am US-amerikanischen DIII-D-Tokamak die Greenwald-Grenze um 20 Prozent überschritten – allerdings nur für 2,2 Sekunden. Die chinesischen Experimente am EAST erreichten laut den veröffentlichten Daten Plasmaentladungen von etwa 6 bis 7 Sekunden Dauer – also rund dreimal so lange. Zudem übertraf die erreichte Dichte mit bis zu 65 Prozent über dem Greenwald-Limit den Wert der US-Experimente deutlich.

Diese Kombination aus höherer Dichte und längerer Dauer deutet darauf hin, dass das Verfahren einen stabileren Betriebsmodus ermöglicht. Für künftige Fusionskraftwerke wäre das entscheidend: Sie müssten hohe Dichten über Minuten oder sogar Stunden aufrechterhalten können.

Das Team am EAST in Hefei kombinierte zwei Maßnahmen bereits während der Startphase des Reaktors: Zum einen setzten die Forscher sogenannte Elektronenzyklotronresonanzheizung (ECRH) ein – dabei werden Mikrowellen eingestrahlt, die gezielt die Elektronen im Plasma aufheizen. Zum anderen erhöhten sie den Anfangsdruck des Brenngases Deuterium.

Diese Kombination führte zu einer kühleren Randzone des Plasmas an den Reaktorwänden. Das ist entscheidend: Bei niedrigeren Temperaturen werden weniger Atome aus dem Wandmaterial – hier Wolfram – herausgeschlagen. Diese Verunreinigungen würden sonst ins Plasma gelangen und es durch Abstrahlung von Energie abkühlen. Durch die Optimierung der Plasma-Wand-Wechselwirkung von Beginn an wurden Verunreinigungen und Energieverluste reduziert. Mit saubererem Plasma blieb die Entladung stabil, obwohl die Dichte das 1,3- bis 1,65-fache der Greenwald-Grenze erreichte.

Die Experimente bestätigen nach Angaben der Autoren eine 2022 von Physikern um Dominique Escande vom französischen Forschungszentrum CNRS und der Universität Aix-Marseille aufgestellte Theorie zur „Plasma-Wand-Selbstorganisation“ (PWSO). Diese unterscheidet zwei Betriebsbereiche: Im klassischen „Dichtegrenz-Regime“ ist die Plasmatemperatur an den Reaktorwänden relativ hoch, was zu stärkerem Abtrag von Wandmaterial führt – hier gilt die bekannte Greenwald-Grenze. Im sogenannten „dichtefreien Regime“ hingegen ist die Wandtemperatur so niedrig, dass kaum Material abgetragen wird und das Plasma sauber bleibt. Der Begriff „dichtefrei“ bedeutet dabei nicht, dass das Plasma keine Dichte hat, sondern dass keine praktische Dichtegrenze mehr existiert – die theoretische Obergrenze verschiebt sich zu extrem hohen Werten.

Entscheidend für den Zugang zum dichtefreien Regime ist laut der Theorie die Verwendung von Hochtemperatur-Metallen wie Wolfram als Wandmaterial: Das Schwermetall gibt bei niedrigen Temperaturen kaum Partikel an das Plasma ab, anders als etwa Kohlenstoff. Die EAST-Experimente haben dieses Konzept nach Darstellung der Forscher nun erstmals experimentell bestätigt.

Der EAST-Reaktor hatte bereits im Januar 2025 einen Rekord aufgestellt: Damals gelang es, ein Plasma mit über 100 Millionen Grad Celsius knapp 18 Minuten lang stabil zu halten. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse zur Dichtegrenze stammen aus einer anderen Versuchsreihe und adressieren einen anderen Aspekt der Fusionsforschung: Während der Januar-Rekord die Einschlusszeit maximierte, ging es nun darum, die höchstmögliche Dichte zu erreichen – zwei Parameter, die sich bislang gegenseitig einschränkten.

Die Ergebnisse könnten einen Weg zeigen, die Leistung von Fusionsreaktoren zu steigern. Das Verfahren ließe sich prinzipiell auch auf andere Anlagen übertragen – einschließlich des internationalen Forschungsreaktors ITER, der derzeit in Südfrankreich gebaut wird und an dem auch China beteiligt ist. In Deutschland betreibt das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik zwei wichtige Versuchsanlagen: den Tokamak ASDEX Upgrade in Garching und den Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald.

Als nächsten Schritt wollen die chinesischen Forscher das Verfahren im sogenannten H-Mode testen – einem besonders effizienten Betriebsmodus, bei dem das Plasma von einer Randbarriere eingeschlossen wird und weniger Energie verliert. „Wir planen, die neue Methode bald während des Hocheinschluss-Betriebs am EAST anzuwenden, um das dichtefreie Regime unter Hochleistungs-Plasmabedingungen zu erreichen“, sagte Associate Prof. Yan. Gelänge das, wäre es ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zur kommerziellen Kernfusion.


(vza)



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KI-Desinformation auf TikTok: EU-Kommission prüft „Polexit“-Kampagne


Die EU-Kommission hat eine Untersuchung gegen TikTok eingeleitet, um die Einhaltung der Regeln für digitale Dienste zu überprüfen. Anlass ist laut einem Brüsseler Politico-Newsletter eine Welle von Videos, die offensichtlich mithilfe von KI erstellt wurden. In den Spots wird massiv für den Austritt Polens aus der EU („Polexit“) im Brexit-Stil geworben.

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Polens stellvertretender Digitalisierungsminister Dariusz Standerski wandte sich laut dem Bericht Ende Dezember offiziell an die EU-Regierungsinstitution und forderte Konsequenzen gegen die Verbreitung dieser Inhalte. Ein Sprecher der Kommission bestätigte, dass die Exekutivinstanz im engen Austausch mit den polnischen Behörden stehe. Es gehe aktuell darum, weitere Details zu sammeln und zu bewerten, ob die Plattform ihren Pflichten im Rahmen des Digital Services Act (DSA) nachgekommen ist.

Die fraglichen Clips, die vor allem auf TikTok schnell hohe Reichweiten erzielen konnten, folgen einem auffälligen Muster: Sie zeigen junge Frauen in traditionell patriotischer Kleidung, die rechtsextreme Botschaften verbreiten und die polnische Bevölkerung zum Bruch mit Brüssel auffordern. Offizielle Stellen in Warschau sprechen von einer koordinierten Desinformationskampagne. Untersuchungen legen nahe, dass die Inhalte Merkmale russischer Einflussnahme aufweisen, da die Texte teils eine spezifisch russische Syntax enthalten.

TikTok hat auf konkrete Anfragen zu dem Fall bisher nicht inhaltlich reagiert. Der chinesische Plattformbetreiber gab aber gegenüber Medienvertretern an, bereits einen Teil der betroffenen Inhalte wegen Verstößen gegen die eigenen Richtlinien entfernt zu haben.

Für TikTok ist es nicht die erste Konfrontation mit den Brüsseler Regulierungsbehörden. Bereits im Frühjahr 2024 forderte die Kommission Informationen darüber ein, wie die Plattform Risiken im Zusammenhang mit KI-Inhalten minimiert. Im Dezember 2024 eröffnete die Brüsseler Behörde dann ein formelles DSA-Verfahren. Sie hegt den Verdacht, TikTok habe es versäumt, manipulative Eingriffe während der rumänischen Präsidentschaftswahlen wirksam zu bekämpfen.

Der DSA verpflichtet Betreiber sehr großer Online-Plattformen dazu, systemische Risiken proaktiv zu identifizieren und abzuschwächen. Versäumnisse können empfindliche Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes nach sich ziehen.

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Die ausgemachte Kampagne gewinnt durch den politischen Kalender des Jahres 2026 an Brisanz. Während die EU-Gremien sich bereits auf die französische Präsidentschaftswahl in 2027 vorbereiten, stehen in diesem Jahr zahlreiche nationale Wahlen an, bei denen Online-Manipulationen den Ausgang beeinflussen könnten. Den Auftakt macht die Präsidentschaftswahl in Portugal im Januar, gefolgt von Parlamentswahlen in Ungarn im Frühjahr und Zypern im Mai. Im Herbst stehen einschlägige Entscheidungen in Schweden und Lettland sowie die Präsidentschaftswahl in Bulgarien an.

Die Kommission muss so beweisen, dass die neuen Plattformvorschriften stark genug sind, um die Integrität dieser demokratischen Prozesse gegen automatisierte Desinformation zu verteidigen. Zugleich lasten auf ihr Vorwürfe der Trump-Regierung, nicht mit deren Auffassung von Meinungsfreiheit zu harmonieren. Im November hat die EU-Exekutive einen Plan für einen Europäischen Demokratieschild vorgestellt. Ziel es ist, die „Integrität des Informationsraums“ zu wahren und die kollektive Abwehrfähigkeit der Gemeinschaft gegen Informationsmanipulation und Desinformation zu stärken. Die EU soll demnach etwa ein Netzwerk von Faktenprüfern einrichten.


(nen)



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Monatlich kündbar: Der beste Handyvertrag im Januar – 70 GB Vodafone für 10 Euro


Im Januar 2026 gibt es unter anderem 90 GB bei 1&1 für 15 Euro und 70 GB bei Simon Mobile im Vodafone-Netz ab 10 Euro.

Unsere Übersicht zeigt die wirklich besten Tarife des Monats – handverlesen und mit Hinweis auf Haken und Kostenfallen. Wir staffeln sie nach Preisstufen bis 5, 10, 20 und 30 Euro. Einige der hier gezeigten Tarife bieten sogar unlimitiertes Datenvolumen an – sofern man mit dem O2-Netz leben kann. Alternativen in den Netzen von Telekom und Vodafone zeigen wir an anderer Stelle im Tarifrechner.

Alle hier gezeigten Tarife sind monatlich kündbar und SIM-only, also ohne Smartphone. Pro Preiskategorie zeigen wir das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im jeweiligen Netz. Zudem recherchieren wir zur Download-Geschwindigkeit sowie Kostenfallen wie Datenautomatik. Bei allen Angeboten ist eine Rufnummernmitnahme möglich. Genauere Details dazu gibt der Anbieter bei Tarifabschluss.

Top-Tarife im Januar 2025

Hierbei handelt es sich um eine Auswahl der aktuell besten Tarife. Es kann vorkommen, dass es in den vergangenen Monaten schon einmal bessere Deals gab.

  • Big SIM: 90 GB 5G (max. 50 MBit/s) O2-Netz für 15 Euro
  • Simon Mobile: dauerhaft 70 GB 5G (max. 150 MBit/s) Vodafone-Netz ab 10 Euro
  • Fraenk: 49 GB 5G (max. 50 MBit/s) Telekom-Netz für 15 Euro
  • Sim24: 35 GB 5G (max. 50 MBit/s) 1&1-Netz für 6 Euro

Was hat sich zum letzten Monat geändert?

  • Simon Mobile hat den besten Deal des Monats mit 70 GB für 10 Euro
  • 1&1/ Drillisch-Marken wie Big SIM oder Sim24 haben die maximale Downloadrate bei den großen Tarifen auf 50 MBit/s reduziert

Bis 0 Euro

Wer sich nicht sicher ist, ob er im O2-Netz guten Empfang hat, kann das Netz kostenlos ausprobieren. O2 hat eine kostenfreie Test-SIM. Der Tarif bietet für einen Monat gratis unbegrenztes 5G-Datenvolumen (max. 300 MBit/s) sowie Telefonie- und SMS-Flat. Eine Beantragung einer eSIM ist ebenfalls möglich. Nach der Testphase endet der Tarif automatisch. Weitere monatliche Kosten fallen also nicht an.

Im 1&1-Netz bekommt man einen vollwertigen Handytarif mit monatlich 3 GB für 0 Euro. Eine Telefonie-Flat ist inklusive, eine Anschlussgebühr gibt es nicht. Den Tarif kann man sich über die GMX-App holen. Hierzu benötigt man einen Gratis-Mail-Account. Im Anschluss erscheint in der App im Menü der Punkt „Freephone“. Damit die SIM kostenfrei bleibt, gibt es eine Anforderung seitens GMX: „Dauerhaft kostenlos bei aktiver GMX Mail-App-Nutzung – 10 Aufrufe der App im Monat“.

Bis 5 Euro

Wer im O2-Netz eine gute Netzabdeckung hat, findet bei Simyo gerade 20 GB 5G (max. 50 MBit/s) für monatlich 5 Euro. Inkludiert sind Flatrates für SMS und Telefonie. Der Anschlusspreis liegt bei einmalig 20 Euro.

Im Telekom-Netz bietet die Telekom selbst den besten Tarif. Hier gibt es bei Magentamobil Prepaid S 1 GB (max. 300 MBit/s) im 5G-Netz samt Flatrate innerhalb des Telekom-Netzes und 50 Freiminuten in andere Netze. 10 Euro gibt es als Wechselbonus.

Im 1&1-Netz gibt es eine neue Drillisch-Marke namens Big SIM. Aktuell bekommt man 20 GB 5G (max. 50 MBit/s) für 5 Euro. Flatrates für SMS und Telefonie sind mit dabei, der Anschlusspreis liegt derzeit bei 10 Euro.

Hinweis zu 1&1: Der Anbieter baut derzeit sein eigenes Mobilfunknetz weiter aus und nutzt für eine flächendeckende Versorgung seit August 2024 bei Lücken auch das Netz von Vodafone. Bestandskunden mit älteren 4G-Tarifen greifen hingegen noch auf das Netz des vorherigen Roaming-Partners O2 zurück.

Bis 10 Euro

Im O2-Netz führt Simyo mit seinem Deal. Hier gibt es 30 GB (max. 50 MBit/s) im 5G-Netz für monatlich 6 Euro. Flatrates für SMS und Telefonie sind mit dabei. Der Anschlusspreis liegt derzeit bei 20 Euro.

Congstar bietet 25 GB mit 5G (max. 50 MBit/s) im Telekom-Netz für 10 Euro alle vier Wochen. Eine Rufnummernmitnahme ist möglich, Flatrates für SMS und Telefonie sind mit dabei. Der Anschlusspreis liegt bei einmalig 1 Euro. Wichtig: Congstar bucht nicht monatlich, sondern alle vier Wochen ab – man zahlt also in etwa 13 Beiträge pro Jahr.

Im Vodafone-Netz bietet Simon Mobile den besten Deal: ab 10 Euro für dauerhaft 70 statt 20 GB (max. 150 MBit/s) mit 5G bei Rufnummernmitnahme aus ausgewählten Netzen. Flatrates für SMS und Telefonie sowie Wi-Fi-Calling sind mit dabei. Einen Anschlusspreis gibt es nicht.

Im 1&1-Netz (gestützt durch Vodafone) gibt es bei Big SIM 60 GB 5G (max. 50 MBit/s) für 10 Euro samt Flatrate für Telefonie und SMS. Der Anschlusspreis liegt bei 10 Euro.

Bis 20 Euro

100 GB (max. 50 MBit/s) 5G gibt es im O2-Netz bei Simyo für monatlich 12 Euro. Flatrates für SMS und Telefonie sind mit dabei. Der Anschlusspreis liegt bei 0 Euro.

Bei Fraenk im Telekom-Netz gibt es derzeit 49 GB (max. 50 MBit/s) im 5G-Netz der Telekom für 15 Euro im Monat durch die Aktion „Fraenkforfriends“. Insgesamt kann man bis zu 20 Freunde werben und erhält pro vermittelten Neukunden dauerhaft 5 GB mehr.

Bei Simon Mobile im Vodafone-Netz bekommt man 100 GB 5G (max. 150 MBit/s) für 20 Euro. Einen Anschlusspreis gibt es nicht, Flatrates für SMS und Telefonie sind mit dabei.

Im 1&1-Netz (gestützt durch Vodafone) bietet Big SIM dauerhaft mehr GB. Hier kann man aktuell einen Vertrag mit 90 GB 5G (max. 50 MBit/s) für monatlich 15 Euro abschließen. Flatrates für SMS und Telefonie sind mit dabei, der Anschluss liegt bei einmalig 10 Euro.

Vodafone selbst hat hingegen die schnellste Internetgeschwindigkeit unter den monatlich kündbaren Tarifen. Im Prepaid-Tarif Callya Digital gibt es dauerhaft 100 GB im 5G-Netz mit maximal 300 MBit/s für 20 Euro. Flatrates für SMS und Telefonie sind mit dabei sowie 500 Freiminuten/SMS ins EU-Ausland. Allerdings bucht Vodafone alle vier Wochen ab, man zahlt also in etwa 13 Beiträge pro Jahr. Einmalige Anschlusskosten gibt es nicht. Eine Kündigung ist monatlich mit einer Frist von einem Monat zur Vertragsverlängerung möglich.

Bis 30 Euro

Bei der Freenet-Marke Mega SIM bekommt man 250 GB 5G (max. 50 MBit/s) im O2-Netz samt Flatrates für SMS und Telefonie für 25 Euro im Monat. Der Anschlusspreis liegt aktuell bei 20 Euro.

Im Telekom-Netz führt Congstar mit seiner Allnet Flat L. Sie bietet 150 GB im LTE-Netz (max. 50 MBit/s) für 29 Euro – zuletzt waren es 100 GB. Pro Jahr als Kunde gibt es pro Monat 10 GB mehr – dauerhaft. Der Anschlusspreis liegt aktuell bei 0 Euro. Es gibt Flatrates für SMS und Telefonie.

Im Netz von Vodafone bietet Simon Mobile derzeit einen Aktionstarif mit 150 GB 5G (max. 150 MBit/s) für 22 Euro im Monat an – zuletzt zahlte man 17 Euro für das gleiche Angebot. Flatrates für SMS und Telefonie sind inkludiert. Der Anschlusspreis liegt bei 0 Euro.

Smartphones

Wer ein neues Smartphone sucht, wird bei uns ebenfalls fündig. Unsere Bestenlisten vergleichen Mobilgeräte unterschiedlicher Preisklassen. Wir aktualisieren diese regelmäßig.

Einen Überblick zu den beliebtesten Smartphones gibt unser Preisvergleich:

Was ist der beste Tarif?

Monatlich kündbare Tarife bieten eine höhere Flexibilität gegenüber Laufzeitverträgen. Dafür sind Laufzeitverträge häufig beim Angebot attraktiver. Einen der besten Verträge gab es im November 2021 sowie im Mai 2022 von Freenet (ehemals Mobilcom-Debitel). Hier konnte man sich 50 GB im Vodafone- oder Telekom-Netz für monatlich 15 Euro mit LTE sichern; inklusive Flatrates für Telefonie und SMS. Wer kann, der sollte auf einen monatlich kündbaren Vertrag wechseln und dann zur Black Week 2025 zuschlagen.

Welches Netz ist gut?

Je nach Wohnort in Deutschland kann das Netz ganz unterschiedlich ausfallen. In München ist beispielsweise O2 im Innenstadtbereich hervorragend, in der U-Bahn und am Stadtrand aber nicht brauchbar. Vodafone bietet deutschlandweit eine hohe Abdeckung ebenso wie das Netz der Telekom. Wer wirklich sichergehen will, ob das Netz am gewünschten Standort gut ist, findet beim jeweiligen Anbieter immer eine Karte zur Netzabdeckung. Zudem sollte man Freunde und Familie um Rat fragen, ob sie im gewünschten Netz einen guten Empfang haben.

Gleiches gilt grundsätzlich auch für das neue 1&1-Netz. Marken aus dem Unternehmen wie Winsim.de, Sim24.de & Co. werben mit günstigen Preisen um neue Kunden. Wir haben einige Leserbriefe erhalten, und das Netz schien zu Beginn katastrophal gewesen zu sein. Wir selbst nutzen das 1&1-Netz seit November 2024 und können prinzipiell Entwarnung geben. In unseren Versuchen in München (sowie Umland), Berlin und der Bahnstrecke München-Berlin hatten wir stabilen Empfang.

Was ist der Unterschied zwischen monatlicher Abrechnung und alle vier Wochen?

Einige Tarife werden nicht nach Kalendermonat, sondern alle vier Wochen abgerechnet. Hier erfolgt die Rechnung alle 28 Tage, was in der Praxis etwas teurer ist. Man zahlt etwa 13 statt 12 Beiträge pro Jahr bei einer Abrechnung alle vier Wochen.

Kein Empfang, was nun?

Wir hatten es mit O2, mit Vodafone und mit der Telekom – plötzlich gibt es kein Netz. Die Anbieter sind oft zurückhaltend, man kommt nicht weiter. Über die Jahre haben wir ein paar Tipps gesammelt:

  • SEPA-Mandat kündigen, jede Rechnung soll postalisch kommen – wirkt manchmal Wunder bei nicht erbrachter Leistung
  • Screenshots von jedem Speedtest senden: Die Verbraucherzentrale hat ganz klare Richtlinien, die helfen können
  • Nicht hinhalten lassen: Provider sind verpflichtet, den Vertrag auf ihrer Seite zu erfüllen

Fazit

Von Gratis-SIM bis unlimitiertes Datenvolumen für 30 Euro: Bei den von uns recherchierten Mobilfunktarifen ist alles dabei. Richtig gut sind aus unserer Sicht die Angebote von Simon Mobile, Sim24 und Dr. SIM fürs Vodafone-Netz, von Fraenk fürs Telekom-Netz und von Mega SIM oder Happy SIM fürs O2-Netz.

Wichtig ist, die Netzabdeckung in den Bereichen zu prüfen, in denen man sich regelmäßig aufhält. Die Qualität des Empfangs kann sich bereits über kurze Distanzen deutlich verändern. Die hier vorgestellten monatlich kündbaren Tarife eignen sich gut, um bei Bedarf unkompliziert ein anderes Netz zu testen. Einen Überblick zu allen Handytarifen bietet unser Tarifrechner bei heise online.



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