Künstliche Intelligenz
Halb über, halb unter Wasser: c’t Fotografie 3/26
Echte Split-Level-Aufnahmen sind keine Photoshop-Tricks, sondern handwerkliche Höchstleistung. Der Wiener Fotograf Thomas Haider nutzt die Technik seit Jahrzehnten für seine Unterwasser-Naturfotografie und dokumentiert damit Projekte wie „Wiener Wildnis“ oder die Artenvielfalt in West-Papua. In der c’t Fotografie 03/2026 erklärt er, worauf es dabei ankommt.
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(Bild: heise )
Zentrales Werkzeug ist ein Domeport: eine kuppelförmige Glasscheibe vor dem Objektiv, montiert per Bajonett auf einem wasserdichten Kameragehäuse. Die Wölbung erhält den großen Bildwinkel von Weitwinkel- oder Fisheyeobjektiven. Wichtig: Unter Wasser entsteht ein virtuelles Bild, das gekrümmt ist und näher an der Kamera liegt. Fotografen müssen daher stets auf den Unterwasserbereich fokussieren und mit Blenden zwischen f/16 und f/22 arbeiten, um auch die Ecken scharf zu bekommen. Große Domescheiben (bis 18 Zoll bei Acryl) liefern bessere Ergebnisse als kleine, sind aber schwerer und teurer.
Die Brennweite richtet sich nach dem Sensorformat: An MFT entspricht ein 8-Millimeter-Fisheye dem Bildwinkel eines 16-Millimeter-Objektivs an Vollformat. Kleinere Sensoren erlauben kompakte Domes bei gleicher Eckschärfe.
Wassertropfen auf der Scheibe ruinieren jedes Bild. Haider schwört auf den Spucketrick: Enzyme verhindern Tropfenbildung, kurzes Eintauchen erzeugt einen sauberen Wasserfilm – der perfekte Moment zum Auslösen im Serienbildmodus.

Aufnahmen wie diese sind nur mit einem Domeport möglich.
Bei den Kameraeinstellungen empfiehlt er für Mittagsaufnahmen ISO 400 bis 1600, Verschlusszeiten ab 1/125 Sekunde und Matrixmessung. Der Autofokus überfordert sich an der wandernden Wasserlinie – manuelles Fokussieren ist Pflicht. In den Tagesrandzeiten helfen Unterwasserblitze, den dunkleren Unterwasserbereich auszuleuchten.
Komposition lebt von dynamischen, oft S-förmigen Wasserlinien und spannenden Details über und unter der Oberfläche. In der Nachbearbeitung trennt Haider in Lightroom mit linearen Verläufen Über- und Unterwasserbereich, hellt unten auf, dunkelt oben ab und erhöht lokal den Kontrast.
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Sein eindrucksvollstes Erlebnis: Bei Aufnahmen für die „Wiener Wildnis“ klammerte sich ein Krötenmännchen während der Paarungszeit an seine Hand – ein Beweis, wie nah Naturfotografie an die Tiere heranführen kann, wenn man sie respektvoll behandelt.
Weitere Themen
Objektive und Kameras für Video. Thomas Hoffmann nimmt den boomenden Markt rund ums Filmen mit spiegellosen Kameras unter die Lupe. Klassische Fotoobjektive zeigen beim Videodreh schnell ihre Schwächen: starkes Focus Breathing, unscharfe varifokale Zooms und sichtbar springende Blenden. Cine-Objektive lösen diese Probleme mit mechanisch gekoppelten Fokusringen, stufenloser Blende und parfokaler Konstruktion – allerdings zu Preisen zwischen 500 Euro und 25.000 Euro. Dazu kommen noch Follow-Focus, Mattebox und Rig, sodass die Gesamtinvestition schnell vierstellig wird.
Doch selbst die beste Optik nützt wenig ohne den richtigen Kamerabody. Im zweiten Teil der Serie zeigt Hoffmann, welche sechs Faktoren wirklich über die Cine-Qualität entscheiden: Codec-Tiefe, Dynamikumfang, Rolling Shutter, Hitzemanagement, Sensorauslese und Fokusassistenz. Von der günstigen Hybridkamera unter 1500 Euro bis zur dedizierten Cinema-Kamera für 6000 Euro und mehr – wir ordnen den Markt und geben konkrete Empfehlungen.
Welche Fotofilter wirklich nötig sind. Nicolas Alexander Otto stellt sechs gängige Filtertypen auf den Prüfstand: UV-, Pol-, Grau-, Verlaufs-, Diffusions- und Lichtverschmutzungsfilter. Sein Maßstab: 20 Jahre Praxis als Landschaftsfotograf.
Manche dieser Filter sind im digitalen Zeitalter schlicht überflüssig geworden – andere lassen sich auch durch die beste Bildbearbeitung nicht ersetzen. Otto zeigt, worauf es bei Langzeitbelichtungen ankommt, wann ein HDR-Workflow in Lightroom die bessere Wahl ist als ein klassischer Verlaufsfilter und welches Zubehör in keiner Fototasche fehlen sollte.

Portfolio Nora Schwarz
Nora Schwarz
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Wie Japan die deutsche Fotoindustrie überholte. Sandra Petrowitz erzählt die spannende Geschichte hinter Canon, Nikon, Sony und Co. Nach der Öffnung Japans 1854 baute das Land mit europäischem Know-how eine optische Industrie auf. Deutsche Ingenieure wie Billy Neumann und Willy Heilemann halfen ab den 1920er-Jahren bei Nippon Kogaku und Minolta.
Den entscheidenden Schub brachte die US-Besatzung nach 1945: Über die PX-Läden auf Militärbasen verkauften japanische Hersteller Devisen-Kameras an US-Soldaten. Der Kriegsfotograf David Douglas Duncan entdeckte 1950 in Tokio die Nikkor-Objektive und machte sie im Koreakrieg weltberühmt. Ein goldener „PASSED“-Aufkleber des 1954 gegründeten Japan Camera Inspection Institute polierte den Ruf von „Made in Japan“ auf.
Die deutsche Industrie verschlief die Entwicklung: Die überkomplizierte Zeiss Contarex verlor gegen die modulare Nikon F von 1959. 1962 produzierte Japan erstmals mehr Kameras als Westdeutschland. Innovationen wie TTL-Belichtungsmessung in der Pentax Spotmatic (1964) besiegelten den deutschen Niedergang.
Stress im Fotografengraben. Nico Ernst beschreibt, wie hart der Job auf Open-Air-Festivals wie dem Wacken Open Air wirklich ist. 30 Fotografen kämpfen vor 40 Meter breiten Bühnen um Bilder – bei 30 Grad im Schatten, kurzfristig 800 Grad bei Pyrofontänen und unter strenger Zeitvorgabe: maximal 15 Minuten oder drei Songs pro Band.
Die Akkreditierung beginnt Monate vorher. Manche Superstars suchen ihre Fotografen selbst aus, bei Guns N‘ Roses 2025 in Wacken galt sogar ein totales Fotografierverbot. Standard-Equipment ist ein 70–200 mm f/2.8, dazu ein zweiter Body mit 24–70 mm. Stative sind wegen Verletzungsgefahr verboten, Blitze ohnehin.
Zur Pflichtausrüstung zählen guter Gehörschutz vom Akustiker, eingelaufene Schuhe, Regenschutz und schnelle Speicherkarten.

Der Inhalt der c’t Fotografie 3/2026 auf einen Blick.
Sie erhalten die aktuelle Ausgabe der c’t Fotografie (3/2026) für 13,90 Euro im heise shop. Dort sehen Sie auch eine komplette Inhaltsübersicht und erhalten Informationen über das exklusive Online-Zusatzmaterial, das wir über eine übersichtlich gestaltete Bedienoberfläche anbieten, dazu Vorschaubilder und das Editorial. Das E-Paper und die Ausgabe für Amazon Kindle kosten jeweils 12,90 Euro.
(tho)
Künstliche Intelligenz
Electronic Arts: Werbung kommt ins Spielgeschehen
Electronic Arts bringt Werbung direkt ins Spielgeschehen, etwa als digitale Bandenwerbung und Anzeigetafeln in Sportspielen wie „EA Sports FC“. Der Publisher kündigte am Montag die Werbeplattform EA Advertising an, über die Werbepartner gezielt EA-Kunden erreichen können.
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Schon jetzt zeigt EA beispielsweise Bandenwerbung in seinen Fußballspielen. Neu ist nun vor allem die Ad-Plattform, die die Einbindung von Werbepartnern vereinfachen soll. In Titeln wie „EA Sports FC“, „Madden“ und „College Football“ können Marken Werbebanden, Anzeigetafeln und Broadcast-Einblendungen buchen, wie sie auch bei echten Sportübertragungen zu sehen sind. Die Anzeigen werden dynamisch in die 3D-Umgebung eingespielt und sollen laut EA-Mitteilung das Spielerlebnis von Nutzern dabei sogar verbessern – wohl, weil sie realistisch in die Sportspielerlebnisse eingebunden werden.
„Marken bekommen eine wertvolle Möglichkeit, auf eine Weise präsent zu sein, die einen Mehrwert schafft und das Spielerlebnis respektiert“, kommentiert EAs Chief Experiences Officer David Tinson die Ankündigung. Er verspricht, dass die Authentizität der EA-Spielwelten gewahrt werden soll.
Über den Sport hinaus
Die Werbeplattform ist aber nicht grundlegend auf die Sportspiele beschränkt. EA hat einen eigenen Ad-Server und ein SDK für seine Spiele-Engine Frostbite entwickelt. Damit reicht die technische Grundlage weit über Stadien und Spielfelder hinaus. Werbematerial von EA zeigt etwa gebrandete Handtaschen in „Die Sims“.
Werbung in EA-Spielen ist kein komplett neues Phänomen. Schon 2006 begann EA mit dynamischer Ingame-Werbung zu experimentieren. 2024 brachte EA-Chef Andrew Wilson „durchdachte“ Werbung im Spiel erneut ins Gespräch und erntete dafür Kritik.
EA wird aktuell von einem Konsortium für 55 Milliarden US-Dollar übernommen und von der Börse genommen. Dahinter stehen der saudi-arabische Staatsfonds PIF und mehrere Investmentfirmen. Die Investoren nehmen für den Deal 20 Milliarden US-Dollar an Schulden auf.
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(dahe)
Künstliche Intelligenz
iPadOS, watchOS, macOS, tvOS: Diese Geräte fallen aus den 27er Versionen
Die gute Nachricht zuerst: Wer ein iPhone besitzt, auf dem iOS 26 bereits läuft, kann auch auf iOS 27 aktualisieren. Das kann unter anderem aufgrund von Verbesserungen bei Oberfläche und Performance sinnvoll sein, außerdem ab dem iPhone 15 Pro wegen Siri AI, sollte sich Apple mit der EU zeitnah einigen. Praktisch heißt das: Ab dem iPhone 11 darf man im Herbst noch mitspielen. Bei macOS 27, iPadOS 27, tvOS 27 und watchOS 27 ist Apple allerdings deutlich strenger und reduziert den Support deutlich. Knapp drei Hände voll Geräte sind raus, die mit macOS 26, iPadOS 26, tvOS 26 und watchOS 26 noch nutzbar waren, darunter auch vergleichsweise junge Hardware.
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Mac und iPad – was zu erwarten war
Beim Mac war bereits klar, dass nur noch Apple Silicon von macOS 27 alias Golden Gate unterstützt werden würde. Alle Macs ab dem M1 bekommen das Update. Folgerichtig fallen drei Baureihen mit Intel-Prozessor, die macOS 26 noch beherrscht hatten, aus der Unterstützung: Mac Pro von 2019, iMac von 2020 (inklusive 27 Zoll), MacBook Pro mit 16 Zoll von 2019 und MacBook Pro mit 13 Zoll von 2020 mit vier Thunderbolt-3-Ports.
Beim iPad sind Geräte aus den Jahrgängen 2018, 2019 und 2020 betroffen, die iPadOS 27 nicht mehr erhalten, iPadOS 26 aber noch nutzen konnten. Es sind das Standard-iPad der 8. Generation (2020), das iPad mini der 5. Generation (2019), das iPad Air der 3. Generation (2019) und iPad Pro mit 12,9 Zoll in der 3. Generation (2019) plus iPad Pro mit 11 Zoll der 1. Generation (2018). Sowohl bei Macs als auch iPads ist das unschön, da die 27er Updates allesamt wichtige Produktpflegeelemente enthalten, die die älteren Geräte nun nicht mehr erhalten.
Apple Watch und Apple TV
Bei der Apple Watch geht Apple in Sachen Supportende am radikalsten vor. Sechs Modelle, die vergleichsweise jung sind, können watchOS 27 nicht mehr nutzen. Das sind Series 6 (2020), 7 (2021) und 8 (2022), Ultra (1. Generation von 2022) und SE der 2. Generation (2022). Nur vier Jahre Support ist für Apple sehr ungewöhnlich, die genauen Gründe dafür hat der Konzern noch nicht ausgeführt.
Bei den Apple-TV-Modellen gibt sich Apple hingegen gemächlich mit dem Supportende: Hier fallen nur das komplett veraltete Apple TV HD (von 2015) und das nur wenig neuere Apple TV 4K der ersten Generation (2017) aus der Unterstützung für tvOS 27. visionOS 27 läuft übrigens auch auf der alten Vision Pro mit M2-Chip, nicht nur auf dem M5-Modell. Allerdings beherrscht nur die neuere Variante Apples beste lokale KI-Modelle, wie man das bereits vom iPhone sowie dem Mac kennt. Die neuen Betriebssysteme erscheinen im Herbst.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Neue Betriebssysteme: Apple verspricht „erhebliche“ Beschleunigung
Wenn Apple im kommenden Herbst seine neuen Betriebssysteme iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 herausbringt, gibt es neben Siri AI, das zunächst nicht innerhalb der EU verfügbar sein wird, vor allem Produktpflege für die Nutzer. Der Konzern will laut eigenen Angaben an vielen Stellen geschraubt haben, um neben besserer Interface-Konsistenz mehr Geschwindigkeit herauszuholen. Die angegebenen Werte lassen dabei durchaus aufhorchen, wobei es viel vom verwendeten Gerät abhängen dürfte.
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Optimierungsstift angesetzt
Zunächst wirft etwa macOS 27 einiges an Ballast ab: Routinen, APIs und sonstiger Intel-Code, der für x86-Macs vorgesehen war, können nun weggelassen werden, das Betriebssystem mit dem Codenamen Golden Gate läuft nur noch auf Apple-Silicon-Maschinen mit ARM-Architektur. Zu den Performance-Verbesserungen, die in allen neuen Betriebssystemen stecken, gehören beschleunigte AirDrop-Übertragungen, ein schnellerer Start von Songs in Apple Music, ein schnelleres Laden von Nachrichten in Apple Mail, ein Ende des lahmen HomeKit-Pairings und beschleunigte JavaScript-Verarbeitung im Browser Safari.
„Bis zu 80 Prozent“ schneller soll das alles gehen, so Apple. In iPadOS 27 wird man zudem Fenster schneller wieder los (Schließvorgang beschleunigt), in macOS ist das Erstellen von Accounts schneller geworden und in den Gesundheits- und Fitness-Apps werden Daten schneller aktualisiert beziehungsweise Workouts schneller gestartet. iOS beherrscht eine schnellere Umsetzung von Voice-Control-Befehlen (Sprachsteuerung).
Besseres Caching, überarbeiteter CPU-Scheduler
Bei iPhone und iPad sollen Apps durch ein smarteres Caching bis zu 30 Prozent schneller starten, Fotos landen bis zu 70 Prozent schneller in iCloud-Fotos. Bei der Dateien-App verspricht Apple auf dem iPhone deutlich schnellere File-Transfers (samt Dateianzeige) und ein überarbeiteter CPU-Scheduler soll wichtige Jobs bevorzugt behandeln. Je nach Gerät sind auch WLAN-Verbindungen flotter aufgebaut und ein Wechsel zwischen WLAN und 5G erfolgt schneller – insbesondere wenn im Gerät ein N1-Chip arbeitet (z.B. iPhone 17).
Praktischerweise arbeitet zumindest iOS 27 auf allen iPhones, die bereits iOS 26 beherrschen – also inklusive iPhone 11. Beim Mac fallen wie erwähnt die Intel-Maschinen aus dem Support. Die neuen Betriebssysteme testen Apple derzeit im Rahmen einer Entwicklerbeta, im Juli folgt dann eine Public-Vorschau.
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(bsc)
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