Künstliche Intelligenz
IPFire: Neue DNS Firewall soll URL-Filter und Pi-hole ablösen
Mit Core Update 201 erhält IPFire 2.29 eine DNS Firewall und aktualisiert zentrale Systembestandteile. Die neue Funktion gleicht DNS-Anfragen mit einer projekteigenen Blockliste ab und blockiert nach Angaben der Entwickler unter anderem Domains für Malware, Phishing und Werbung, bevor überhaupt eine Verbindung zustande kommt. Das Projekt selbst spricht von der größten Erweiterung seit Jahren.
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IPFire ist eine Firewall-Distribution, die als zentrale Schutzinstanz vor dem Netzwerk sitzt und den DNS-Verkehr über einen eigenen Proxy leitet. Genau dort setzt die DNS Firewall an: Sie soll netzweit wirken, ohne dass Administratoren einzelne Clients konfigurieren oder zusätzliche Systeme betreiben müssen.
DNS-Anfragen gegen Blockliste
Technisch prüft IPFire jede DNS-Anfrage gegen die hauseigene Blockliste IPFire DBL. Trifft eine Anfrage auf einen gesperrten Eintrag, antwortet das System mit NXDOMAIN – für den Client wirkt die Domain dann so, als existiere sie nicht. Eine IP-Adresse erhält er gar nicht erst, ein Verbindungsversuch findet nicht statt. Ruft etwa ein Webbrowser eine bekannte Phishing-Domain auf, scheitert er bereits an der Namensauflösung.
Die Updates für die Blocklisten verteilt IPFire per IXFR (Incremental Zone Transfer) direkt in den DNS-Proxy. Dabei überträgt der Server ausschließlich Änderungen an einer DNS-Zone statt jedes Mal die komplette Liste. Laut Projekt landen neue Einträge so automatisch und innerhalb einer Stunde im System, bei geringer Bandbreitenlast.
IPFire will mit der DNS Firewall zugleich ältere Ansätze ablösen, wie den bisherigen URL-Filter und separat betriebene DNS-Blocker im Netz. Vorteile sieht das Projekt vor allem darin, dass weder Client-Konfiguration noch zusätzliche Hardware nötig sind.
Detailänderungen am System
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Hinzu kommen mehrere Detailänderungen: Für das Intrusion Prevention System lassen sich tägliche, wöchentliche und monatliche Berichte an unterschiedliche Empfänger schicken – praktisch, wenn verschiedene Personen die jeweiligen Reports auswerten müssen. Der Network Installer reserviert beim Booten aus dem Netz mehr Platz für das gewachsene ISO. Firewall-Regeln für den Web-Proxy legt IPFire jetzt mit dem Schalter --wait an, um Race Conditions beim Einfügen zu vermeiden. Nicht mehr benötigte Rust-Pakete sind aus der Distribution geflogen, was Build-Aufwand und Angriffsfläche verringern soll. Für die experimentellen RISC-V-Builds haben die Entwickler die Kernel-Konfiguration überarbeitet.
Bei den Add-ons haben die Maintainer im Paket Wireless Access Point die Beschreibung des Neighbourhood Scan korrigiert und eine niederländische Übersetzung ergänzt. Aktualisiert wurden außerdem mehrere Zusatzpakete, darunter ddrescue, Git, Postfix, Samba und tshark. Das 7-Zip-Paket hingegen ist aus der Add-on-Sammlung verschwunden: Das Upstream-Projekt werde nicht mehr gepflegt und passe damit nicht mehr zur Sicherheitsausrichtung von IPFire, begründen die Entwickler den Schritt.
Das Update lässt sich wie üblich über Pakfire einspielen. Anschließend empfiehlt das Projekt einen Neustart, damit alle Komponenten in den neuen Versionen laufen. Weitere Details stehen in den Release Notes auf der IPFire-Webseite.
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(fo)
Künstliche Intelligenz
Nordfrankreich: Fototour von Straßburg über Nancy bis in die Vogesen
Frankreich beginnt nicht in Paris. Bereits wenige Kilometer hinter der deutschen Grenze verändert sich jenseits des Rheins die visuelle Atmosphäre. Plätze wirken großzügiger, Fassaden verspielter, das Leben verlagert sich sichtbar nach draußen.
Cafés öffnen sich zur Straße, Märkte prägen ganze Viertel, Menschen sitzen, beobachten und kommen ins Gespräch. Für Fotografinnen und Fotografen entsteht so ein anderes Zusammenspiel von Architektur, Bewegung und Alltag als auf der deutschen Seite des Rheins.
Bei unserer Tour konzentrieren wir uns auf Städte nahe der Grenze, die sich besonders gut für urbane Motive und Streetfotografie eignen. Dazu gehören Straßburg und Nancy sowie kleinere Orte, die den Übergang zwischen Stadt und Land bilden.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Nordfrankreich: Fototour von Straßburg über Nancy bis in die Vogesen“.
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Künstliche Intelligenz
Amazon legt Filmprojekt über Sam Altman auf Eis
Eigentlich ist sein Film über OpenAI-CEO Sam Altman fast fertig – jetzt muss Regisseur Luca Guadagnino aber vorerst die Arbeit daran ruhen lassen. Sein Auftraggeber Amazon hat kürzlich eine große Kooperation mit OpenAI gestartet, das Filmprojekt über seinen Geschäftspartner will das Unternehmen jetzt wohl lieber einem anderen Studio überlassen.
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Der Film namens ‚Artificial‘ ist eine Mischung aus Drama und Komödie, die sich um die Ereignisse rund um Altmans Entlassung und Wiedereinstellung als OpenAI-Chef Ende 2023 dreht. Altman musste überraschend seinen Hut nehmen, nachdem der Aufsichtsrat ihm mangelnde Offenheit in der Kommunikation vorgeworfen hatte. Wenige Tage später kehrte Altman dann aber als OpenAI-Chef zurück, nachdem hunderte OpenAI-Beschäftigte mit ihrer eigenen Kündigung gedroht hatten. Altman wird im Film von Andrew Garfield verkörpert. Der Filmdatenbank IMDb ist auch ein Auftritt von Elon Musk zu entnehmen – gespielt von Ike Barinholtz.
Amazon sieht ‚Artificial‘ nicht mehr bei sich
Bis der Film zu sehen sein wird, wird es aber wohl noch etwas dauern. „Wir sind der Meinung, dass ‚Artificial‘ besser aufgehoben wäre, wenn es von einem anderen Studio veröffentlicht würde, und arbeiten eng mit dem Filmteam zusammen, um einen neuen Verleih für den Film zu finden“, sagte ein Amazon-Sprecher laut Medienberichten dazu. Für Guadagnino als Filmemacher habe das Unternehmen größten Respekt und Bewunderung übrig und Amazon wolle auch in Zukunft mit ihm zusammenarbeiten, betonte er. Laut dem Branchenmedium „Variety“ ist das Filmprojekt so weit vorangeschritten, dass bereits erste Testvorstellungen stattgefunden haben. Das berichtet das Portal unter Berufung auf einen Teilnehmer.
Das plötzliche Aus für den Film kommt nach der Ankündigung einer großen Kooperation Amazons mit dem KI-Hersteller. Amazon Web Services (AWS) und OpenAI wollen sich zusammentun, um ihren Kunden skalierbare KI-Agenten und -Anwendungen zu liefern. Amazon hat bei OpenAIs jüngster Finanzierungsrunde 50 Milliarden US-Dollar zugesagt, unter der Bedingung, dass OpenAI an die Börse geht oder das Ziel einer allgemeinen künstlichen Intelligenz erreicht.
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(nen)
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Hinterland of Things: Kernfusion und Drohnentechnik suchen Kapital
Die Entwicklung der Kernfusion gilt als eine der größten technologischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte und als eine der kapitalintensivsten, während viele Software-Start-ups mit vergleichsweise wenig Kapital starten können. Auf der Start-up-Konferenz Hinterland of Things erklärte Armin Reinartz von Proxima Fusion, dass die wissenschaftlichen Grundlagen inzwischen vorhanden seien. Die eigentliche Herausforderung bestehe nun darin, daraus eine wirtschaftlich tragfähige Technologie zu machen.
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Das Münchner Start-up, das eine Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik ist, hat nach eigenen Angaben eine der bislang größten privaten Finanzierungsrunden eines europäischen Fusions-Start-ups abgeschlossen. Es entwickelt Fusionsreaktoren, sogenannte Stellaratoren, die extrem heißes Plasma mithilfe komplexer Magnetfelder einschließen sollen, um Energie nach dem Vorbild der Sonne zu erzeugen.
Der nächste große Meilenstein soll 2027 erreicht werden. Dann will das Unternehmen einen neu entwickelten Magneten präsentieren, der später Teil eines Fusionsreaktors werden soll. Anfang der 2030er Jahre soll mit „Alpha“ ein Demonstrator folgen. Langfristig arbeitet Proxima auf kommerzielle Fusionskraftwerke hin. In den USA und China fließen Reinartz zufolge bereits Milliardenbeträge in die Entwicklung von Fusionstechnologien. Europa müsse nun entscheiden, ob die künftige Wertschöpfung rund um Fusionskraftwerke auf dem Kontinent entstehen solle oder ob die Technologie später aus dem Ausland bezogen werde.
Für Investoren unterscheiden sich Fusionsunternehmen deutlich von klassischen Software-Start-ups. Statt Nutzerzahlen oder Umsatzwachstum stehen technische Fortschritte und klar definierte Entwicklungsziele im Mittelpunkt, um das hohe Risiko zu minimieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Lieferkette. Proxima arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit mittelständischen Zulieferern zusammen und sieht erhebliches Potenzial für weitere Industriepartner. Für den Aufbau einer europäischen Fusionsindustrie werde eine Vielzahl spezialisierter Unternehmen benötigt.
Als Beispiel nannte Reinartz die Rolf Kind GmbH aus Lindlar. Das mittelständische Unternehmen fertigt hochpräzise Stahlkomponenten, sogenannte „Pancakes“, aus denen die Magneten für den Reaktor aufgebaut werden. Gerade bei der Kernfusion komme es auf höchste Fertigungsqualität an. Bereits kleinste Materialfehler könnten dazu führen, dass die supraleitenden Magneten ihre Funktion verlieren. Im internationalen Wettbewerb sieht Reinartz darin einen Vorteil für deutsche und europäische Industrieunternehmen. Während Hersteller aus China in vielen Industriebereichen häufig über den Preis konkurrierten, seien für Fusionsanlagen vor allem Präzision, Zuverlässigkeit und Fertigungsqualität entscheidend. Mit dem Demonstrator Alpha könnte die Nachfrage nach solchen Komponenten deutlich steigen. Nach Einschätzung von Reinartz müssten sich die Kapazitäten deutlich erhöhen.
Daher bleibt die Finanzierung ein Thema. Dr. Sarah Theinert von UVC Partners, einem an Proxima Fusion beteiligten Venture-Capital-Investor, warnte auf der Veranstaltung davor, dass es in Europa weiterhin an ausreichend Wachstumskapital mangele. Die Gefahr bestehe darin, dass wichtige Zukunftstechnologien zwar in Europa entwickelt würden, größere Finanzierungsrunden später aber von Investoren aus den USA oder Asien getragen werden.
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Ukraine-Krieg beschleunigt Drohnenentwicklung
Die Diskussion über Zukunftstechnologien beschränkte sich auf der Konferenz nicht auf die Kernfusion. Auch Unternehmen aus der Drohnen- und Luftfahrtbranche warben für mehr Investitionen in Deep-Tech-Projekte. Matthias Lehna von Quantum Systems und Maximilian Oligschläger von ERC System betonten, dass die Branche von den geopolitischen Veränderungen und daraus entstehenden neuen Sicherheitsanforderungen profitiert. Quantum Systems entwickelt KI-gestützte „Aufklärungsdrohnen“ und autonome Luftfahrtsysteme für zivile und militärische Anwendungen. ERC System arbeitet an hybridelektrischen Senkrechtstartern (eVTOL), die künftig unter anderem in der Logistik, bei Rettungsdiensten und zum Schutz kritischer Infrastruktur eingesetzt werden sollen.
Besonders der Krieg in der Ukraine habe die Entwicklung unbemannter Systeme beschleunigt. Er habe gezeigt, wie schnell sich Drohnen und ihre Einsatzkonzepte weiterentwickeln können. Hardware werde teilweise innerhalb weniger Monate angepasst, Software sogar innerhalb weniger Wochen. Der Einsatz unbemannter Systeme habe Lehna zufolge eine Dynamik ausgelöst, die weit über klassische Rüstungsprojekte hinausgehe.
Oligschläger verwies dabei auf strukturelle Unterschiede zu den USA und China. Europa verfüge über starke Forschungseinrichtungen und Ingenieurskompetenz, sei aber oft zu langsam bei der Industrialisierung und Skalierung neuer Technologien. Die eigentliche Herausforderung bestehe darin, aus wissenschaftlichen Durchbrüchen erfolgreiche Unternehmen und industrielle Wertschöpfung zu machen. Dafür brauche es nach Ansicht der Diskutanten mehr Risikokapital, schnellere Skalierung und langfristige politische Unterstützung.
(mack)
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