Künstliche Intelligenz
KI beweist: Mathematiker lagen falsch
„Wie viele Paare aus Punkten können auf einer Fläche genau den gleichen Abstand zueinander haben?“ Das ist das „planar unit distance“-Problem, für dessen Lösung der berühmte ungarische Mathematiker Paul Erdős 1946 sogar ein Preisgeld versprach. Doch trotz dieser Extra-Motivation konnten die Forscher das Problem in den vergangenen 80 Jahren nicht lösen. Man hatte sich nur auf eine Vermutung geeinigt; Dass ein Quadratgitter im Wesentlichen die beste Anordnung ist, um die Anzahl von Punktpaaren mit gleichem Abstand zu maximieren.
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Bisherige Vermutung: In einem Gitterraster könnte es die meisten Punktpaare mit gleichem Abstand auf einer Fläche geben
Eine interne KI von OpenAI, ein allgemeines Reasoning-Modell, hat diese Annahme nun laut dem Unternehmen widerlegt: Es gäbe Anordnungsmöglichkeiten für Punkte, bei denen es noch mehr Paare mit gleichem Abstand gibt. Wie die KI auf ihre Lösung gekommen ist, ist jedoch vielleicht der eigentliche Clou. Denn sie hat sich für dieses Problem aus der Geometrie bei einem anderen Mathematikbereich bedient: bei der algebraischen Zahlentheorie.
Als würde man ein Architekturproblem mit Musiktheorie lösen
Vereinfacht gesagt sind Abstände zwischen zwei Punkten immer auch eine Gleichung. Man könnte das Problem also auch lösen, indem man Punktmengen sucht, bei denen diese Gleichung ungewöhnlich oft lösbar ist. Die algebraische Zahlentheorie arbeitet hier mit deutlich mehr und exotischeren Zahlenbereichen als die Geometrie. Dadurch fand die KI eine Möglichkeit, wie noch viel mehr Punkte auf einer Fläche den gleichen Abstand zueinander haben können als bisher gedacht. Oder bildlich ausgedrückt: Die Geometrie hat bisher versucht, das Problem mit Legosteinen zu lösen. Die KI hat mit der algebraischen Zahlentheorie nun Bausteine gefunden, die viel raffinierter sind und sich daher noch effektiver zusammenpuzzeln lassen.
Übrigens: Während dieses Problem sehr abstrakt ist, ist die richtige Anordnung von Punkten im Raum ein sehr alltägliches Problem. Von Satelliten über Mobilfunkmasten und WLAN-Routern bis hin zur Navigation – sie alle brauchen eine möglichst optimale Anordnung zueinander, sodass zum Beispiel keine Funklöcher entstehen, aber auch keine Signale einander zu sehr überlagern. Wenn das „planar unit distance“-Problem gelöst würde, könnte uns das neue Erkenntnisse über die perfekte Anordnung von Dingen im Raum geben, die uns auch bei alltäglichen Dingen weiterhelfen.
Mehrere Mathematiker haben den Beweis der KI geprüft und für korrekt befunden. In ihrer Stellungnahme weisen die Wissenschaftler jedoch darauf hin, dass „die Argumentation“ sich „entscheidend“ auf „Ideen“ stützt, „die – zumindest im Nachhinein – Ellenberg-Venkatesh, Golod-Shafarevich und Hajir-Maire-Ramakrishna zugeschrieben werden können.“ Das Statement ist bei OpenAI und auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlicht worden.
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Unabhängig von dem konkreten mathematischen Problem und seiner Lösung gilt jedoch: Dass diese KI jetzt so konsistent und stringent an einem so komplexen Problem gearbeitet hat, eröffnet neue Möglichkeiten für den Einsatz von KI in der mathematischen Forschung.
Ob die KI jetzt auch das Preisgeld bekommt, das Paul Erdős ausgelobt hat? Dringend gebrauchen könnte sie es. Denn während sie an mathematischen Problemen rätselt, hat die Menschheit das Problem mit ihrem teuren Stromhunger noch lange nicht gelöst.
(rie)
Künstliche Intelligenz
CalyxOS ist zurück: Custom-ROM startet mit Version 7.2.2.0 neu
Seit August vergangenen Jahres ruhte die Entwicklung des Google-freien Custom-ROMs CalyxOS. Nun kündigen die Entwickler die Rückkehr der alternativen Android-Version an – ursprünglich sollte die Pause nur ein halbes Jahr andauern.
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Rückkehr aus langer Pause
„Liebe Mitglieder der CalyxOS-Community, wir freuen uns sehr, euch die Veröffentlichung von CalyxOS 7.2.2.0 bekannt zu geben. Damit ist CalyxOS offiziell aus der Pause zurück!“ schreiben die Entwickler in ihrem Blogbeitrag. Die Entwickler schreiben weiter, es sei ein langwieriger Weg gewesen, die Veröffentlichungen von CalyxOS wieder aufzunehmen.
Beginnend mit CalyxOS 7.2.2.0, das auf Android 16 basiert, plant das CalyxOS-Team, Sicherheits- und Funktionsupdates „nach besten Kräften“ wieder aufzunehmen. Ferner arbeitet das Team daran, „die Transparenz hinsichtlich der Entwicklungsroadmap von CalyxOS durch die Veröffentlichung von Informationen und Dokumentation zu erhöhen“.
Neuerungen
Die Entwickler weisen darauf hin, dass Nutzerinnen und Nutzer, die eine ältere CalyxOS-Version (6.10.10/20 oder älter) oder ein anderes Android-Betriebssystem verwenden, die neue CalyxOS-Version auf dem Smartphone manuell neu installieren müssen. Sobald dies abgeschlossen sei, sollen alle künftigen Updates automatisch Over-the-Air erfolgen (OTA).
Neben den bisher unterstützten Geräten lässt sich mit der neuen Version auch das ShiftPhone 8 mit der Software ausstatten, so die Entwickler. Das ShiftPhone ist das erste Modell des deutschen Smartphone-Anbieters mit Support für CalyxOS. Aktuell unterstützt CalyxOS ansonsten nur Geräte von Fairphone, Motorola und Google, wobei das aktuelle Pixel 10 aufgrund der langen Pause noch nicht dabei ist.
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Neu sortiert hat CalyxOS die im Zuge des Setups angebotenen kostenlosen und Open-Source-Apps: Nutzerinnen und Nutzer können unter anderem aus den App-Stores F-Droid und Aurora wählen. Ferner bietet CalyxOS Apps wie Breezy Weather, Signal, OnionShare und weitere an.
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Ebenso neu an CalyxOS 7.2.2.0 ist laut Entwicklern die Signierung des Betriebssystems über eine HSM-basierte Open-Source-Lösung. Diese habe man selbst entwickelt, „um die Sicherheit des gesamten Signaturprozesses zu verbessern, Redundanz zu gewährleisten und einzelne Fehlerquellen zu beseitigen“.
Ferner habe CalyxOS „erhebliche Verbesserungen an der Infrastruktur vorgenommen“. Zum einen habe das Team eine „übersichtlichere Serverstruktur eingerichtet, um jede Veröffentlichung zu optimieren“. Zudem haben die Entwickler als Reaktion auf die selteneren AOSP-Quellcode-Veröffentlichungen von Google – halbjährlich statt quartalsweise – Skripte entwickelt, um den Aufwand bei der Anwendung monatlicher Patches und Updates zu reduzieren.
Während die aktuelle Version noch auf Android 16 basiert, bereitet das Team bereits das Update auf Android 17 vor. „Unser Team befindet sich derzeit in der Anfangsphase der Portierung auf die von uns unterstützten Geräte,“ heißt es im Blogbeitrag. In Kürze will CalyxOS einen Zeitplan für die Veröffentlichung von CalyxOS 8 auf Android-17-Basis bekannt geben. Neugierige Nutzer können die aktuelle Version mithilfe eines Web-Installers auf die kompatiblen Modelle bringen.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Metallkugeln am Strand: Wieder Aufregung um Weltraumschrott in Australien
In Australien sorgt Weltraumschrott einmal mehr für Aufregung, dieses Mal geht es um mehrere kreisrunde Metallkugeln, die an einen Strand im Norden des Bundesstaats Queensland geschwemmt wurden. Die Feuerwehr hat um die Objekte einen 50 m großen Sicherheitsbereich eingerichtet, den Schaulustige nicht betreten dürfen. Wer eine solche Kugel findet, soll sie nicht berühren, hat das Queensland Fire Department auf Facebook geschrieben. Laut Australiens Weltraumagentur handelt es sich wohl um Druckbehälter einer Rakete aus dem Ausland, an der genauen Identifizierung werde mit internationalen Organisationen gearbeitet. Inzwischen sei klar, dass die Objekte nicht gefährlich sind.
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Immer wieder Australien
Laut einem Bericht der BBC hat es nach dem Fund der Metallkugeln am Forrest Beach auch Spekulationen gegeben, dass sie mit leicht entzündlichen oder reaktiven Substanzen gefüllt sein könnten. Unter Polizeibewachung hätten Personen in Schutzanzügen die Kugeln dann in Gefahrgutbehälter gelegt. Bei dieser Analyse sei ermittelt worden, dass von den Kugeln keine Gefahr ausgeht, hat die Australian Space Agency auf Facebook geschrieben. Die Weltraumagentur hat demnach auch schon die wahrscheinliche Herkunft der Kugeln ermittelt, weitere Angaben dazu macht sie aber nicht. Noch müsse offiziell bestätigt werden, von welcher Rakete die Kugeln stammen und aus welchem Land sie gestartet wurde. Erst dann ist klar, wer für die Kugeln verantwortlich ist.
In Australien wird immer wieder Weltraumschrott gefunden, der den Sturz durch die Atmosphäre überstanden hat und auf der Erdoberfläche aufgeschlagen ist. Durch die zunehmende Zahl an Raketenstarts wächst die Zahl gefährlicher Objekte im Weltall, das zeigt auch eine jüngst veröffentlichte Analyse. Darin wurden die 50 gefährlichsten Objekte zusammengetragen. In der Studie hieß es aber auch, dass allein seit Anfang 2024 zum Weltraumschrott im niedrigen Erdorbit 26 Raketenstufen hinzugekommen sind, die dort 25 Jahre verbleiben werden. Die größte Gefahr bedeuten sie deshalb aber auch für andere Satelliten. Stürzen doch einmal welche ab, fallen sie zumeist in einen Ozean oder in menschenleeres Gebiet wie eben Australien.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Verkehrsbranche sucht Zehntausende neue Bus- und Bahnfahrer
Was den Fahrermangel angeht, können die Verkehrsunternehmen und ihre Fahrgäste derzeit etwas durchatmen. Doch in den kommenden Jahren dürfte sich das Problem wieder verschärfen. Weil derzeit in vielen Branchen aus konjunkturellen Gründen in großem Umfang Arbeitsplätze abgebaut würden, könnten die Unternehmen derzeit viele neue Fahrer als Quereinsteiger einstellen, sagt Ingo Wortmann, der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).
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Die Verkehrsunternehmen bekämen ihren Personalbedarf derzeit daher vielfach gedeckt, betont er. Doch das sei nur eine Atempause. Die Herausforderungen durch den demografischen Wandel blieben hoch. Laut ifo Institut klagten zuletzt nur noch 22,7 Prozent der Unternehmen über fehlende Fachkräfte. Das ist der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Experten warnen jedoch, dass strukturelle Probleme durch den demografischen Wandel bestehen bleiben.
Viele Fahrer vor dem Ruhestand
40 Prozent der Bus- und Straßenbahnfahrer sind mindestens 55 Jahre alt, wie eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Mehr als 60.000 scheiden bis 2041 aus dem Arbeitsmarkt aus. Diese geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge, die nun nach und nach in Ruhestand gehen, seien deutlich größer als die nachrückenden Generationen. Der Jahrgang 1964 sei etwa doppelt so groß wie der 2024.
Bereits heute gebe es im ÖPNV personalbedingte Ausfälle und Fahrplananpassungen, sagte Kofa-Studienautor Jurek Tiedemann. „Wenn viele Fahrer in Rente gehen und nicht genügend Personal nachkommt, könnten solche Einschränkungen häufiger werden.“ Dadurch würde die Mobilitätswende ausgebremst. VDV-Präsident Wortmann hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass trotz steigender Fahrgastzahlen beim Deutschland-Ticket Angebotskürzungen drohen, wenn der wirtschaftliche Druck auf die Verkehrsunternehmen weiter zunimmt.
BVG weiter mit geringerem Bus-Angebot
Prominentes Beispiel waren vor einigen Jahren die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Aufgrund des Fahrermangels dünnte das Unternehmen einige Buslinien aus. Zuletzt gelang es der BVG zwar ebenfalls, den Personalbedarf zu decken. Doch das Angebot konnte Deutschlands größtes Nahverkehrsunternehmen bisher nicht wieder aufstocken „Das Phänomen ist ein branchen- und damit bundesweites“, sagte VDV-Präsident Wortmann. „Solche Szenarien sind zwar zum Glück nicht die Regel, kommen aber immer wieder mal vor.“
Dem Verband zufolge gehen allein bis 2030 jährlich rund 6000 Fahrer in den Ruhestand. Um diese Lücke auszugleichen und die politischen Wachstumsziele im öffentlichen Nahverkehr zu erfüllen, bräuchte es bis dahin ein Fünftel mehr Mitarbeiter im Fahrdienst. Bundesweit würden Zehntausende Fahrer gesucht für Busse, Straßen- und Stadtbahnen sowie den Bahn-Regionalverkehr, betonte Wortmann.
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Jüngere Generation will mehr Flexibilität
Um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, müssten sich die Unternehmen auf eine neue Kultur einstellen. Die früheren Generationen seien von einem starken Miteinander und einer kollegialen Solidarität geprägt, sagte der VDV-Präsident. „Man fährt dann für den anderen am Wochenende, springt im Krankheitsfalle ein.“ Die jüngere Generation erwartet hingegen andere Arbeitsbedingungen. Vermehrt gehe es etwa um flexiblere Arbeitszeitmodelle.
Viel erhofft sich die Branche zudem von autonom fahrenden Bussen. Das Potenzial sei enorm, meint Wortmann. Bisher werde der öffentliche Nahverkehr in der politischen Diskussion aber noch zu wenig berücksichtigt. „Die Branche hat die Einsatzmöglichkeiten in Projekten erprobt, doch um wirklich effizient und wirtschaftlich tragfähig in das autonome Fahren einzusteigen, braucht es beim Bus entsprechende Flottengrößen, die eine Skalierung ermöglichen.“ Hier müssten Bund und Länder in Abstimmung mit den Kommunen und der Branche Finanzierungsmöglichkeiten schaffen.
Zunehmende Engpässe in Bauberufen drohen
Nicht nur im Nahverkehr, auch bei Lkw-Fahrern drohen zunehmende Engpässe. In den nächsten 10 bis 15 Jahren gehen laut Kofa-Autor Tiedemann rund 200.000 von ihnen in Rente. Stark betroffen sein könnten zudem zentrale Berufe in der Bauwirtschaft. Laut Kofa sind gut 41 Prozent der Spezialisten für die Aufsicht im Hochbau bereits 55 Jahre oder älter. Rechnerisch können hier heute bereits mehr als 1200 offene Stellen nicht besetzt werden. Wenn sich die Engpässe verschärften, könne das Lieferketten und Bauprojekte zusätzlich belasten, sagt Tiedemann.
Die Experten empfehlen, Ältere länger im Erwerbsleben zu halten. Sinnvoll seien altersgerechte Arbeitsgestaltung, flexible Arbeitszeitmodelle, betriebliches Gesundheitsmanagement und Wissenstransfer in altersgemischten Teams. „Unternehmen sollten nicht erst reagieren, wenn der Renteneintritt kurz bevorsteht“, sagt Tiedemann. Wer früh über Arbeitszeit, Wissenstransfer und Weiterbeschäftigung spreche, gewinne Zeit für eine geordnete Nachfolge.
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(mfz)
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