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Mehr Bodycams für Bahn-Mitarbeiter: Schutz vor Übergriffen im Fokus


Bahnchefin Evelyn Palla will noch in diesem Jahr alle Bahnbeschäftigten mit Kundenkontakt auch im Regional- und Fernverkehr sowie an den Bahnhöfen auf freiwilliger Basis mit Bodycams ausstatten. Das ist eine der Sofortmaßnahmen zum Schutz der Bahnbeschäftigten, die Palla in Berlin auf einem von ihr einberufenen Sicherheitsgipfel mit dem „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ angekündigt hat.

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An dem Sicherheitsgipfel nahmen Vertreter von Bund und Ländern sowie Gewerkschaften, Verbänden und den Aufgabenträgern für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) teil. Er wurde nach dem tödlichen Angriff auf den 36 Jahre alten DB-Mitarbeiter Serkan Çalar in Rheinland-Pfalz einberufen.

Palla nimmt mit der Maßnahme eine Kernforderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf. Diese fordert flächendeckend den Einsatz von Bodycams, auch mit Tonaufnahme. Damit sollen auch verbale Übergriffe auf Mitarbeiter besser dokumentiert und nachverfolgbar werden. Schon jetzt können Beschäftigte mit Kundenkontakt im Regionalverkehr Bodycams erhalten und tragen.

Die EVG dringt zudem darauf, dass künftig flächendeckend stets zwei Zugbegleiter in den Regionalzügen Tickets kontrollieren statt wie bisher oft nur einer.

Zusätzlich zu den Bodycams sieht der Aktionsplan weitere Maßnahmen vor. So plant die Bahn 200 zusätzliche Kräfte der DB-Sicherheit auf Bahnhöfen einzusetzen. Zudem soll die persönliche Schutzausrüstung von DB-Mitarbeitenden verbessert werden. Außerdem sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn noch mehr in Verhaltens- und Deeskalationstrainings geschult werden.

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Weiter sieht der Plan vor, dass ein schon vorhandener Hilferufknopf („Prio-Ruf“) weiter ausgerollt und auch weiterentwickelt wird. Mit diesem sollen DB-Mitarbeiter im Ernstfall schneller Hilfe bekommen.

„Unser Anspruch ist klar: Sicherheit braucht eine klare Haltung – personell, technisch und rechtlich. Deshalb handeln wir entschlossen und setzen mit konkreten Maßnahmen ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit im Bahnverkehr“, sagte Palla.

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Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte zu den neuen Maßnahmen: „Bahnhöfe und Züge müssen sichere Orte sein. Das gilt für Zugreisende und Zugpersonal in gleicher Weise. Daher müssen wir alles daransetzen, die Sicherheit auch in den Zügen weiter zu steigern.“

Den Angaben der Bahn zufolge kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt rund 3000 körperlichen Übergriffen auf Beschäftigte des eigenen Konzerns. Das war zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zum Jahr davor. Doch das Sicherheitsgefühl innerhalb der Belegschaft habe sich deutlich verschlechtert, betont die EVG und verweist auf eine eigene Umfrage unter rund 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem vergangenen Jahr.


(afl)



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