Künstliche Intelligenz
Mit KI auf der Suche nach Arzneistoffen
Die Entwicklung neuer Medikamente ist ein ressourcen- und zeitintensiver Prozess, der größtenteils ins Leere läuft: Etwa 90 Prozent der Entwicklungsvorhaben sind erfolglos. Schon seit Jahren spricht die Pharmabranche deshalb von einem großen Potenzial von KI-Tools, die die Medikamentenentwicklung massiv beschleunigen sollen. Bislang ist davon allerdings nicht viel zu spüren. Das soll sich zeitnah ändern.
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Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge arbeiten mehrere große Pharmakonzerne bereits mit Hochdruck an der Entwicklung von Supercomputern, die bei der Entdeckung und Entwicklung neuer Medikamente helfen sollen.
Die Pharmabranche und Nvidia
Erst im Oktober vergangenen Jahres gab der für Insulinpräparate bekannte US-Konzern Eli Lilly eine Partnerschaft mit Nvidia bekannt. Erklärtes Ziel sei es, den leistungsstärksten Supercomputer der Branche zu entwickeln. Dabei sollen Komponenten der aktuellen GPU-Architektur Vera Rubin zum Einsatz kommen.
Vergangenen Januar wurde die Partnerschaft um eine fünfjährige Zusammenarbeit im Wert von bis zu einer Milliarde US-Dollar erweitert. Mitarbeiter beider Unternehmen sollen in einem neu geschaffenen Innovationslabor im Silicon Valley bereits mit KI-Tools auf der Suche nach neuen Arzneistoffen sein.
Der Pharmakonzern Roche arbeitet schon seit 2023 mit Nvidia zusammen. Im vergangenen März gab das Schweizer Unternehmen bekannt, die bestehende Zusammenarbeit um mehr als 3.500 Nvidia Blackwell GPUs zu erweitern – die bisher größte GPU-Ansammlung eines Pharmaunternehmens. Die Nvidia GPUs kommen in hybriden Cloud- und lokalen Umgebungen in den USA und Europa zum Einsatz. Mit ihnen sollen sowohl auf pharmazeutische Anwendungen spezialisierte KI-Modelle trainiert als auch Wirkstoffentwicklungen an einzelnen Standorten unterstützt werden.
Kein großer Durchbruch
Trotz einzelner Erfolge durch KI-Technologie: Die erhofften bahnbrechenden Erfolge in der Arzneimittelforschung sind bislang ausgeblieben. Das liege unter anderem daran, dass die Menge an wissenschaftlichen Trainingsdaten für medizinische KI-Modelle begrenzt sei, sagt Najat Khan, CEO des US-amerikanischen Biotechnologie-Unternehmens Recursion Pharmaceuticals, im Bericht des Wall Street Journals. Hinzu kämen die hohen Kosten für KI-gestützte Simulationen.
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Recursion Pharmaceuticals wurde 2013 mit dem Ziel gegründet, KI-Modelle mit Bildern von Zellen zu trainieren. So sollen Krankheitsursachen nachvollziehbarer werden. Dadurch verspricht man sich, die Misserfolgsquote in der Wirkstoffforschung verringern zu können.
Kleinere Erfolge hat Recursion Pharmaceuticals mit seiner KI-Plattform schon erzielt. Mithilfe von KI wurde die Entwicklungszeit eines experimentellen Krebsmedikaments von vier auf anderthalb Jahre reduziert. KI trug auch dazu bei, herauszufinden, dass ein bestimmtes Protein im menschlichen Körper für eine Darmpolypenerkrankung relevant sein könnte. Der große Durchbruch blieb bislang aber aus: Auch 13 Jahre nach Gründung hat Recursion Pharmaceuticals kein KI-basiertes Medikament herausbringen können.
Erste Erfolge in Japan
Zwei japanische Pharmakonzerne konnten derweil mutmaßlich größere Erfolge erzielen. Laut Wall Street Journal soll der Arzneimittelhersteller Astellas KI genutzt haben, um das Medikament Setidegrasib zu optimieren. Das Arzneimittel soll gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs helfen und befindet sich derzeit in der späten Phase klinischer Studien.
Der Konzern Takeda hat derweil ein Medikament zur Behandlung von Schuppenflechte erfolgreich klinisch getestet und plant, 2026 die Zulassung bei der Food and Drug Administration (FDA) zu beantragen. Der Wirkstoff wurde vom US-amerikanischen Unternehmen Nimbus Therapeutics mithilfe von KI entdeckt und anschließend an Takeda verkauft.
Große US-amerikanische Tech-Konzerne mischen derweil auch mit: Das von Googles KI-Abteilung DeepMind entwickelte AlphaFold soll mithilfe von maschinellem Lernen Proteinstrukturen vorhersagen können, die für die Entwicklung von Arzneien nützlich sein könnten. Im vergangenen April veröffentlichte OpenAI GPT-Rosalind. Das KI-Modell ist auf Biologie, Wirkstoffentdeckung und die Umsetzung von Forschungsergebnissen in der Gesundheitsversorgung zugeschnitten.
(rah)
Künstliche Intelligenz
Rund ein Viertel der Hamburger Taxis fährt batterieelektrisch
Rund ein Viertel der Hamburger Taxis fährt rein elektrisch. Der Anteil lag im April bei 26,4 Prozent, wie aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervorgeht. Seit 2020 ist die Zahl der Elektro-Taxis den Angaben zufolge Jahr für Jahr gestiegen. Der Bürgerschaftsabgeordnete und Verkehrspolitiker Ole Thorben Buschhüter (SPD), der die Anfrage gestellt hatte, sagte: „Hamburg zeigt, wie der Wandel zu klimafreundlicher Mobilität konkret gelingt.“
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Hamburgisches Klimaschutzgesetz
Das Hamburgische Klimaschutzgesetz regelt, dass Unternehmen seit 2025 ausschließlich Taxis und Mietwagen in Betrieb nehmen dürfen, die als lokal emissionsfrei gelten. Das sind Autos, die während der Fahrt unter anderem kein Kohlenstoffdioxid ausstoßen. Für Großraumtaxis gilt die Regel von 2027 an. Seitdem die Regel besteht, ist die Zahl der E-Taxis von 685 auf 747 gestiegen. Der Anteil der E-Taxis an allen Taxis erhöhte sich den Angaben zufolge um rund vier Prozentpunkte auf 26,4 Prozent. Die Stadt fördert den Umstieg zur Elektromobilität finanziell: So erhalten Taxiunternehmen für den Wechsel eines konventionellen Taxis 5000 Euro.
Die oppositionelle CDU-Fraktion hatte die schrittweise E-Taxi-Pflicht in der Vergangenheit kritisiert. Der Verkehrspolitiker Philipp Heißner sprach sich etwa dafür aus, dass der Senat auch Hybrid-Taxis erlauben solle. Die Inbetriebnahme von neuen Hybrid-Taxis erlaubt das Klimaschutzgesetz nämlich nicht.
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(fpi)
Künstliche Intelligenz
Fototour Breslau: Filmlooks, Licht und starke Motive abseits der Touristenpfade
Es gibt Städte, die sich sofort erklären wollen. Breslau gehört nicht dazu. Mein Aufenthalt dort war kein klassischer Städtetrip mit klarer Route und Checkliste, sondern ein langsames Annähern. Zu Fuß, mit der Kamera in der Hand und oft, ohne genau zu wissen, wo ich eigentlich hinwill.
Genau das hat gut funktioniert. Breslau hat viele Gesichter, aber drei Orte haben sich für mich besonders herauskristallisiert: der Rynek als pulsierendes Zentrum, die Dominsel Ostrów Tumski als ruhiger Gegenpol und die erstaunlich gut erhaltenen Stadtviertel außerhalb des Zentrums, die leicht übersehen werden, wenn man nur die bekannten Wege geht.
Dieser Text ist keine vollständige Stadtbeschreibung, sondern eine Mischung aus Reiseeindrücken und fotografischen Gedanken. Es sind Dinge, die mir aufgefallen, und Motive, die hängen geblieben sind. Situationen, die man nicht planen kann, die sich aber fotografisch sehr gut umsetzen lassen.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Fototour Breslau: Filmlooks, Licht und starke Motive abseits der Touristenpfade“.
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Künstliche Intelligenz
Formel 1: Apple will mehr Lizenzen – neuer Chef ist Porsche-Fahrer
Apple glänzt eigentlich mit seinem Ökoimage: So versucht der Konzern, immer mehr Recyclingmaterial bei der Produktion zu verwenden und will seine gesamte Lieferkette alsbald dekarbonisieren. Doch in Sachen Sportunterhaltung bei Apple TV geht es derzeit eher weg vom Umweltschutz: Hier steht zunehmend die nicht gerade als nachhaltig verschriene Formel 1 im Mittelpunkt. Und das soll auch noch länger so bleiben, wie der Dienste- und Inhaltechef des iPhone-Herstellers, Eddy Cue, vor Journalisten sagte.
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Formel-1-Film bekommt Nachfolger, Apple will mehr Rechte
Gegenüber Reuters deutete Cue auf Nachfrage an, dass Apple darauf hofft, die Rennserie eines Tages global zu lizenzieren. Aktuell hat das Unternehmen nur die Formel-1-Rechte für die Vereinigten Staaten erwerben können, die man für (sehr) viel Geld von der Disney-Tochter ESPN übernommen hatte. In Europa wird die Rennserie im Rahmen von Apple TV blockiert.
Apples Formel-1-Enthusiasmus speist sich unter anderem aus dem Erfolg des Films „F1“ mit Brad Pitt, der auch an der Kinokasse ein Hit war (200 Millionen US-Dollar Kosten bei mindestens 634 Millionen Dollar Einspielergebnis). Laut der Macher ist ein zweiter Teil derzeit geplant. „Ich hoffe und erwarte, dass es den geben wird“, so Cue am Rande des Formel-1-Rennens in Miami in der vergangenen Woche. Für Apple seien schon die USA ein Riesenmarkt für die Formel 1. Von dort aus wolle man „ausbauen“ – sofern die Rennserie hier mitzieht.
Neuer Chef John Ternus ist Porsche-Fahrer
Gegenüber Reuters verriet Cue auch noch ein weiteres Detail, das so nicht bekannt war: Nicht nur Tim Cook ist ein Formel-1-Fan, sondern auch sein im September startender Nachfolger als CEO John Ternus. Der fahre selbst einen Porsche und sei bei Amateurrennen dabei, sagte der Dienstechef.
Zur Formel 1 in Miami habe es Ternus nur deshalb nicht geschafft, weil er zum Porsche-Rennen in Laguna Seca war, das am gleichen Wochenende lief. Dort war Apple unter anderem als Fahrzeugsponsor im Retrolook aus den Achtzigern mit am Start. „Seid also ganz beruhigt: Wenn überhaupt, wird er sogar bei noch mehr Rennen dabei sein als Tim. Er ist ein riesiger Formel-1-Fan und weiß genau Bescheid“, so Cue gegenüber Reuters.
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(bsc)
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