Künstliche Intelligenz
Nvidia im KI-Rausch: GeForce verschwindet in der Versenkung
Neues Quartal, neuer Rekord bei Nvidia: Das Unternehmen meldet einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar für das erste Quartal des eigenen Fiskaljahres 2027. Das entspricht dem Zeitraum vom Februar bis Ende April 2026. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum wächst der Umsatz um 85 Prozent, gegenüber dem Vorquartal um 20 Prozent. Das Wachstum ist selbst für Nvidia überdurchschnittlich stark.
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Die Firma hat durch den KI-Boom längst keine traditionellen Nachfragezyklen mehr. Alles, was Partner wie der Chipauftragsfertiger TSMC herstellen können, verkauft Nvidia. Daher sind vor allem die sequenziellen Vergleiche interessant. Gegenüber dem Vorquartal wächst der Betriebsgewinn um 21 Prozent auf 53,5 Milliarden US-Dollar.
Der Nettogewinn steigt um 36 Prozent auf 58,3 Milliarden US-Dollar. Er ist höher als das Betriebsergebnis, weil Nvidia fast 16 Milliarden US-Dollar Papiergewinn aus Firmenbeteiligungen verbucht. Das dürfte primär an der Intel-Beteiligung von ursprünglich fünf Milliarden US-Dollar liegen. Bis zum Stichtag für den Geschäftsbericht hat sich der Wert in etwa vervierfacht. Zudem stieg in dem Zeitraum der Wert von ARM und Coreweave, an denen Nvidia ebenfalls beteiligt ist.
Das bläht auch den operativen Cashflow auf, von 36,2 Milliarden auf 50,3 Milliarden US-Dollar. Die Bruttomarge stagniert bei hohen 75 Prozent.
Mehr Ausgaben für Anleger
Nvidia investiert künftig mehr Geld in Aktienrückkäufe und Dividenden. Der Vorstand hat ein weiteres Rückkaufpaket im Wert von 80 Milliarden US-Dollar ohne Enddatum genehmigt. Zusammen mit dem bisherigen Polster hat Nvidia dafür jetzt 118,5 Milliarden US-Dollar übrig. Zum Vergleich: Das ist mehr, als der deutsche Hersteller Infineon wert ist (umgerechnet knapp 103 Milliarden US-Dollar). Im letzten Quartal allein hat Nvidia 19,3 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe ausgegeben.
Nvidia versüßt die Investitionen der Anleger und erhöht die Dividende um den Faktor 25, von einem auf 25 US-Cent pro Aktie. Damit steigen die Quartalsausschüttungen von vergleichsweise geringen 243 Millionen US-Dollar auf voraussichtlich über sechs Milliarden US-Dollar. Das übersteigt AMDs Nettogewinn des vergangenen Quartals um mehr als Faktor 4.
GeForce verschwindet aus dem Trend
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Spieler haben derweil wenig zu lachen. Einmal mehr macht Nvidia klar, dass sich die Firma nicht mehr für sie interessiert: Nvidia strukturiert die Umsatzsegmente zu Data Center sowie Edge Computing um. Data Center ist noch mal in „Hyperscale“ sowie „AI Clouds, Industrial und Enterprise“ untergliedert.
Edge Computing vereint den Umsatz von Desktop-PCs, Notebooks, Spielekonsolen wie Nintendos Switch, Workstations, Mobilfunkstationen, Robotik und Automotive. Den Gaming-Umsatz, angetrieben von GeForce-Grafikkarten, nennt Nvidia erstmals nicht mehr gesondert. GeForce verschwindet damit in der Versenkung.

Nvidias neue Umsatzaufteilung. „Gaming“ verschwindet als eigener Posten.
(Bild: Nvidia)
Hyperscale umfasst derweil die Einnahmen durch die größten Kunden wie Amazon (AWS), Google, Meta und Microsoft. AI Clouds & Co. sollen Wachstumsmärkte aufzeigen. Aktuell teilt sich der Umsatz etwa eins zu eins mit jeweils über 37 Milliarden US-Dollar auf. Edge Computing ist dagegen mit 6,4 Milliarden US-Dollar winzig. Den größten Posten dort dürften GeForce-GPUs darstellen.
Leichtes Minus an der Börse
Im angelaufenen Quartal erwartet Nvidia rund 91 Milliarden US-Dollar Umsatz. Im Vorfeld rechneten Analysten mit einer Umsatzprognose von knapp 87 Milliarden US-Dollar. Sowohl im bisherigen Umsatz als auch im Ausblick sind keine direkten Verkäufe von KI-Beschleunigern nach China enthalten.
Die Börse scheint sich derweil mit der Umstrukturierung schwer zu tun. Im nachbörslichen Handel schwankt die Aktie bis zu einem Minus von 1,5 Prozent.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Arne Semsrott zu IFG-Plänen: „Dann wird FragDenStaat eben zum neuen WikiLeaks“
Die schwarz-rote Bundesregierung will das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) grundlegend umbauen. Nach den Plänen des Koalitionsausschusses soll der bisherige Anspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen massiv eingeschränkt werden. Für Medien wäre die Reform laut FragDenStaat ebenfalls einschneidend, da das IFG seit Jahren ein wichtiges Instrument investigativer Recherchen ist.
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Für Arne Semsrott, der die Transparenzplattform FragDenStaat leitet, wäre das eine De-facto-Abschaffung des IFG. Im Gespräch mit heise online erklärt er, warum er die Pläne für den bislang weitreichendsten Angriff auf die staatliche Transparenz hält und welche Erfahrungen es bereits in Berlin gibt. Inzwischen hat FragDenStaat eine Petition gegen den „Frontalangriff auf die Informationsfreiheit“ ins Leben gerufen, die bereits wenige Stunden nach Veröffentlichung von mehr als 6.000 Menschen unterzeichnet wurde (Stand: 3. Juli, 15:15 Uhr) und nicht einmal 24 Stunden rund 150.000 Unterschriften erreicht hat.
heise online: Vorstöße gegen das Informationsfreiheitsgesetz sind nicht neu. Warum halten Sie die jetzigen Pläne für besonders gefährlich?
Arne Semsrott: Weil es hier tatsächlich um den Kern öffentlicher Kontrolle von Regierungen geht. Das Informationsfreiheitsgesetz ist dafür da, Korruption zu erschweren, Skandale an die Öffentlichkeit zu bringen und dafür zu sorgen, dass Verwaltung eben nicht einfach durchregieren kann, sondern durch die Zivilgesellschaft und Medien kontrolliert wird. Wenn das wegfällt, ist das ein Schlag gegen Presse- und Informationsfreiheit – und damit letztlich gegen die Demokratie.
heise online: Gab es schon einmal einen ähnlich weitreichenden Vorstoß?
Nein. Was der Koalitionsausschuss jetzt beschlossen hat, ist aus meiner Sicht ein eklatanter Bruch mit dem Koalitionsvertrag. Die Union wollte das IFG schon in den Koalitionsverhandlungen abschaffen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Im Koalitionsvertrag steht stattdessen, dass das Informationsfreiheitsgesetz „mit einem Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger und Verwaltung“ reformiert werden soll. Davon ist jetzt nichts mehr übrig. Im Gegenteil: Das IFG soll de facto abgeschafft werden.
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Ich glaube, man muss sich auch anschauen, wie Deutschland dann international dastünde. Es gibt bisher in allen europäischen Staaten Informationsfreiheitsgesetze, außer in Belarus. Wenn Deutschland sein Informationsfreiheitsgesetz jetzt faktisch abschafft, wäre das ein dramatischer Rückschritt.
In Berlin wurde das Informationsfreiheitsgesetz bereits deutlich eingeschränkt. Was beobachten Sie dort?
In Berlin wurde das IFG unter dem Vorwand eingeschränkt, man müsse sich besser gegen Anschläge schützen, obwohl es dafür keinerlei Belege gab. Diese Änderungen führen jetzt dazu – das haben wir mit vielen Anfragen gezeigt – dass praktisch gar keine Anfragen mehr beantwortet werden, weil die neuen Ausnahmen im Gesetz so breit formuliert sind.
Auch in Berlin ist das kein Zufall. Das Informationsfreiheitsgesetz hat dort unter anderem dazu beigetragen, die Fördermittelaffäre der CDU aufzuklären. Und genau diese Affäre bereitet der CDU jetzt im Wahlkampf Probleme. Wir sehen immer wieder eine sehr klare Verbindung zwischen Bemühungen, das IFG einzuschränken, und Skandalen, die durch Transparenz öffentlich geworden sind.
Sie arbeiten bei strategischen Verfahren eng mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte zusammen. Planen Sie bereits rechtliche Schritte?
Sollte das Gesetz tatsächlich beschlossen und vom Bundestag verabschiedet werden, werden wir selbstverständlich alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um dagegen vorzugehen. Wir werden zum Beispiel prüfen, ob Teile der Reform gegen Artikel 5 des Grundgesetzes verstoßen.
Unser erstes Ziel ist aber natürlich, dass es gar nicht so weit kommt. Ich glaube, der größte Hebel liegt im Moment bei den SPD-Abgeordneten. Die SPD hat bisher immer öffentlich vertreten, dass die Informationsfreiheit gestärkt und weiterentwickelt werden müsse. Deswegen dürften SPD-Abgeordnete diesem Gesetz eigentlich gar nicht zustimmen. Ich glaube, auf die Abgeordneten – gerade aus dem eigenen Wahlkreis oder aus dem Innenausschuss – kommt es jetzt besonders an.
Viele Informationen sind schwer zugänglich, etwa zum Cyberdome und der Zusammenarbeit mit dem BSI. Dort kommt man vermutlich nur dank IFG an weitere Informationen…
Auch das BSI ist eine Behörde, zu der regelmäßig IFG-Anfragen gestellt werden. Und letztlich hängen aus meiner Sicht viele der politischen Skandale der vergangenen Monate und Jahre mit dem Informationsfreiheitsgesetz zusammen. Dazu zählen etwa die Maskenaffäre von Jens Spahn, Fördermittelaffären, Recherchen zu Kulturstaatsminister Wolfram Weimer oder die Verbindungen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche zu großen Unternehmen. Ohne das IFG wären viele dieser Informationen deutlich schwieriger oder gar nicht öffentlich geworden.
Und gleichzeitig ist aber natürlich so, und das macht das Ganze so verrückt, das IFG ist überhaupt nicht perfekt: Eigentlich müsste es deutlich verbessert werden. Gerade bei internationalen Beziehungen oder dort, wo heute über Signal oder WhatsApp kommuniziert wird, gibt es erhebliche Transparenzlücken. Wenn Kommunikation gar nicht mehr in den Akten landet, kann sie natürlich auch nicht über das IFG herausgegeben werden.
Es gibt also durchaus Reformbedarf, aber eben genau in die andere Richtung. Das Gesetz müsste ausgebaut und verbessert werden. Stattdessen soll es jetzt praktisch abgeschafft werden.
Die Bundesregierung verweist immer wieder auf den hohen Verwaltungsaufwand durch IFG-Anfragen. Wie könnte man Behörden entlasten?
Mit einem echten Transparenzgesetz. Behörden sollten verpflichtet werden, viele Informationen automatisch zu veröffentlichen. Gutachten, Studien oder Verträge könnten direkt aus den Fachverfahren heraus mit einem Klick online gestellt werden.
Das hilft nicht nur der Bevölkerung, sondern auch den Behörden selbst. Die größten Nutzer solcher Transparenz sind häufig andere Behörden. Wenn Dokumente öffentlich verfügbar sind, muss niemand mehr intern danach suchen oder sie anfordern.
Das ist übrigens überhaupt keine neue Idee. Seit fast zwanzig Jahren ist klar, dass so etwas sinnvoll wäre. Aber wie so oft in der deutschen Digitalpolitik fehlt es an der Umsetzung.
Der Staat verlangt von Bürgerinnen und Bürgern künftig über Datenräume und Register immer mehr Daten. Gleichzeitig soll der Zugang zu staatlichen Informationen eingeschränkt werden. Entsteht da nicht ein Ungleichgewicht?
Ich glaube, der Merksatz aus der Hackerethik gilt nach wie vor: „Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen“.
Im Moment erleben wir aber genau das Gegenteil. Staatliche Transparenz ist ein Mittel des demokratischen Widerstands, ein Mittel der Kontrolle und der Gegenwehr für die Zivilgesellschaft. Sie sorgt dafür, dass Bürgerinnen und Bürger dem Staat auf Augenhöhe begegnen können.
Deshalb muss man die Einschränkung der Informationsfreiheit zusammen mit den gleichzeitigen Einschränkungen beim Datenschutz sehen. Beides verstärkt die Gefahr von Willkür und Machtmissbrauch in der Verwaltung. Ich halte beides für gleichermaßen problematisch.
Und es ist auch kein Wunder, dass für beide Bereiche ausgerechnet das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt zuständig ist.
Wenn die Reform tatsächlich kommt, welche Möglichkeiten bleiben dann noch?
Es ist natürlich nie vorbei. Das Informationsfreiheitsgesetz ist eine der wichtigsten bürgerrechtlichen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte.
Aber wenn legale Wege versperrt werden, dann wird es eben mehr Leaks geben. Dann wird FragDenStaat zum neuen WikiLeaks.
Die Informationen gehören an die Öffentlichkeit. Wenn es keinen regulären Weg mehr gibt, an sie heranzukommen, dann werden Menschen andere Wege suchen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das im Interesse der Bundesregierung liegt. Aber wenn sie das Informationsfreiheitsgesetz abschafft, wird das die Konsequenz sein.
Seien wir ehrlich: Wir sind immer noch eine ziemlich gemäßigte Organisation. Und das Informationsfreiheitsgesetz ist ein ziemlich bürgerliches Gesetz. Wenn es das nicht mehr gibt – na ja, dann wird es eben etwas anderes geben.
Das kann eigentlich niemand wollen.
Update
03.07.2026,
15:16
Uhr
Informationen zur Petition ergänzt, aktualisierte Zahl ergänzt (Stand 4. Juli).
(mack)
Künstliche Intelligenz
iOS 27: Apple erleichtert Kopieren und Einfügen
Möchte man aktuell unter iOS etwas aus der Zwischenablage einfügen, ist das relativ mühselig: Man selektiert mit dem Cursor die Stelle, an die der Inhalt gesetzt werden soll, drückt einmal lange und wählt dann den Einfügen-Menüpunkt aus. Künftig vereinfacht sich das für bestimmte Arten von App-Content, wie Tester der aktuellen Entwicklerbeta von iOS 27 entdeckt haben. Das neue Betriebssystem bietet nun eine neue „Copy & Paste“-Vorschau direkt über der Tastatur an, wie man das bislang etwa von Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung kannte. Damit reicht künftig ein Klick, um Inhalte einzufügen, sei es in einer iMessage-Botschaft, einer Notiz oder jeglicher anderer App, die Texteingabe erlaubt. Das Feature ist nämlich systemweit angelegt.
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Vorschau und Angaben dazu, aus welcher App ein „Paste“ kommt
Die neue Einfügen-Funktion kommt mit einer Vorschau sowie Angaben dazu, woher ein Inhalt kommt – auch das ist nützlich, um sich nicht zu verklicken. Handelt es sich etwa um einen kopierten Text aus Safari, wird dieser oben größer ausgeführt und unten mit dem Hinweis „Einfügen von Safari“ versehen. Das Feature kommt derzeit mit regulären Texten, Links (die teilweise aber nicht die Seiteninformation mitliefern, wohl ein Bug) sowie Bildern (sehr kleine Vorschau) zurecht. Apple könnte die erkannten Inhalte leicht erweitern, ob es dazu auch noch ein SDK für Entwickler gibt, um eigene Formate „einzuhaken“, ist noch unklar.
Bereits seit 2018 bietet iOS eine Funktion, die die besagten 2FA-Codes erkennen und einfügen kann. Das ging zunächst nur bei Eingang via SMS, inzwischen fischt sie Apple aber auch aus der Mail-App. Beides macht die Nutzung deutlich leichter, da man nur noch einmal klicken muss. Ob die neue „Copy & Paste“-Funktionalität auch unter iPadOS verfügbar ist, konnten wir zunächst nicht prüfen – die Wahrscheinlichkeit ist aber groß.
iOS 27 dient der Produktpflege
Apple hatte für iOS 27 weniger große neue Funktionen, sondern viele kleine Verbesserungen angekündigt. Nach dem großen – und vielfach kritisierten – Liquid-Glass-Redesign gilt dies auch als notwendig. Weiterhin hat Apple sein Betriebssystem laut eigenen Angaben „erheblich“ beschleunigt, etwa durch einen neuen CPU-Scheduler.
Zu den weiteren nützlichen neuen Funktionen in iOS 27 zählen auch eine neue Doppelkamera-Nutzung für FaceTime oder ein integrierter Wiederherstellungsmodus für iPhones. Apple verspricht zudem jede Menge Bugfixes.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Astronomie: Zwei Spiralarme der Milchstraße merklich weiter entfernt als gedacht
Zwei der vier großen Spiralarme der Milchstraße sind merklich weiter von uns entfernt als bislang angenommen. Das hat eine neue Analyse von Daten der Weltraumteleskope XMM-Newton und Chandra ergeben, die jetzt vorgestellt wurde. Demnach befinden sich der sogenannte Äußere Arm sowie der Äußere Scutum-Centaurus-Arm (auch Scutum-Crux-Arm) bis zu zehn Prozent weiter von uns entfernt als gedacht. Damit müsse die gesamte Karte unserer Heimatgalaxie angepasst werden, schreibt die Europäische Weltraumagentur ESA. Gleichzeitig macht die deutliche Korrektur sichtbar, wie ungenau unser Wissen über unsere Galaxie noch immer ist.
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Aus dem Inneren schwer zu überblicken

Darstellung der Korrektur
(Bild: ESA/Gaia/DPAC, Stefan Payne-Wardenaar, ESA/XMM-Newton and NASA/Chandra)
Dass wir über die genaue Gestalt unserer Milchstraße vergleichsweise wenig wissen, liegt an unserer Position inmitten der Galaxie, in der dicke Wolken aus kosmischem Staub viel vor unserem Blick verstecken. Geändert habe sich das mit dem Weltraumteleskop Gaia, schreibt die ESA. Erst damit hätten wir überhaupt bestätigen können, dass die Milchstraße vier Spiralarme hat und nicht nur zwei. Für ihre jetzt vorgestellte Analyse hat die Forschungsgruppe vermessen, wie Röntgenstrahlen von fernen Gammastrahlenausbrüchen an Staubwolken in der Milchstraße reflektiert wurden. Diese Wolken liegen demnach in den Spiralarmen, weshalb sie deren Distanz verraten. Bestätigt habe sich dabei die Distanz zum Perseus-Arm. Der Arm, in dem das Sonnensystem liegt, heißt Orion-Arm.
Die Messung bestätige, wie wertvoll auch alte ESA-Missionen für die Forschung noch immer sind, sagt der Projektwissenschaftler von XMM-Newton, Erik Kuulkers. Das Weltraumteleskop wurde 1999 gestartet. Gleichzeitig zeige die Analyse auch, was für die Zukunft noch zu erwarten sei. So soll in elf Jahren das bislang größte Röntgenteleskop NewAthena gestartet werden. Damit könnten solche Reflexionen in noch größerer Distanz vermessen und die Milchstraße umfangreicher kartiert werden. Die Vermessung der Distanzen zu den Spiralarmen wird in einem Artikel im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics vorgestellt.
(mho)
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