Künstliche Intelligenz
Surface Laptop: Microsoft bricht mit eigener Speicheranforderung
Microsoft stellt neue Business-Geräte der Serien Surface Laptop und Surface Pro vor. Sie kommen alle mit Intels Core-Ultra-300-Prozessoren alias Panther Lake, teilweise verdunkelndem Privatsphäre-Bildschirm und quelloffenem UEFI-BIOS (Projekt Mu). Die Aluminiumgehäuse und die restliche Ausstattung bleiben gleich.
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Interessant sind aber vor allem die Auswirkungen der Speicherkrise, die sich zum einen in höheren Preisen und zum anderen in neuen Konfigurationsmöglichkeiten in manchen Ländern äußern. Mindestens in den USA bietet Microsoft jetzt auch eine 13-Zoll-Version seines Surface Laptop for Business mit dem Achtkerner Core Ultra 5 325 an – hierzulande gibt es die 13-Zöller nur als normale Client-Ausführung mit ARM-Prozessoren von Qualcomm.
Selbst mit 8 GByte RAM teuer
Diese 13-Zoll-Version will Microsoft laut eigenem Blog im Laufe des Jahres auch mit 8 statt 16 GByte Arbeitsspeicher sowie 256-GByte-SSD anbieten. Damit unterschreitet der Hersteller die selbst gesetzte Mindestanforderung für Copilot+. Microsofts KI-Funktionen laufen folglich nicht uneingeschränkt.
Selbst nach der Verschlankung bleibt der Preis gesalzen: Microsoft nennt eine voraussichtliche Preisempfehlung von 1300 US-Dollar. Umgerechnet inklusive Mehrwertsteuer (in US-Preisen nicht enthalten) entspricht das fast 1340 Euro. Andere Hersteller verkaufen besser ausgestattete Notebooks günstiger. HPs Omnibook X 14 etwa mit Core Ultra 5 325, 16 GByte RAM, 512-GByte-SSD und ebenfalls Metallgehäuse kostet 1050 Euro.

Microsofts Surface-Business-Familie. Den Surface Laptop for Business 13 Zoll gibt es in Deutschland nicht.
(Bild: Microsoft)
In Deutschland über 2000 Euro
In Deutschland startet die aktuelle Business-Generation derweil erst ab 2119 Euro. Dafür gibt es ein 13,8-Zoll-Gerät mit dem Achtkerner Core Ultra 5 325, 16 GByte RAM und 256-GByte-SSD. Der Vorgänger mit Core Ultra 5 236V und ansonsten gleicher Ausstattung kostet nach einer Preiserhöhung 1839 Euro.
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Die teuerste Konfiguration ist der Surface Laptop for Business 15 Zoll mit dem 16-Kerner Core Ultra X7 368H samt starker integrierter GPU. Mit 64 GByte RAM und 1-TByte-SSD kostet das Modell 5179 Euro.
Tablet-PC kostet auch mehr als 2000 Euro
Das Surface Pro for Business kostet in der 12. Auflage mindestens 2119 Euro. Dafür winken der Achtkerner Core Ultra 5 335, 16 GByte RAM und eine 256-GByte-SSD. Stärkere CPU-Optionen bietet Microsoft hierzulande aktuell nicht an. Die Konfiguration mit 5G-Mobilfunk kostet 360 Euro Aufpreis. Ein Tastaturcover schlägt mit mindestens 160 Euro zu Buche.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Nvidia im KI-Rausch: GeForce verschwindet in der Versenkung
Neues Quartal, neuer Rekord bei Nvidia: Das Unternehmen meldet einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar für das erste Quartal des eigenen Fiskaljahres 2027. Das entspricht dem Zeitraum vom Februar bis Ende April 2026. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum wächst der Umsatz um 85 Prozent, gegenüber dem Vorquartal um 20 Prozent. Das Wachstum ist selbst für Nvidia überdurchschnittlich stark.
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Die Firma hat durch den KI-Boom längst keine traditionellen Nachfragezyklen mehr. Alles, was Partner wie der Chipauftragsfertiger TSMC herstellen können, verkauft Nvidia. Daher sind vor allem die sequenziellen Vergleiche interessant. Gegenüber dem Vorquartal wächst der Betriebsgewinn um 21 Prozent auf 53,5 Milliarden US-Dollar.
Der Nettogewinn steigt um 36 Prozent auf 58,3 Milliarden US-Dollar. Er ist höher als das Betriebsergebnis, weil Nvidia fast 16 Milliarden US-Dollar Papiergewinn aus Firmenbeteiligungen verbucht. Das dürfte primär an der Intel-Beteiligung von ursprünglich fünf Milliarden US-Dollar liegen. Bis zum Stichtag für den Geschäftsbericht hat sich der Wert in etwa vervierfacht. Zudem stieg in dem Zeitraum der Wert von ARM und Coreweave, an denen Nvidia ebenfalls beteiligt ist.
Das bläht auch den operativen Cashflow auf, von 36,2 Milliarden auf 50,3 Milliarden US-Dollar. Die Bruttomarge stagniert bei hohen 75 Prozent.
Mehr Ausgaben für Anleger
Nvidia investiert künftig mehr Geld in Aktienrückkäufe und Dividenden. Der Vorstand hat ein weiteres Rückkaufpaket im Wert von 80 Milliarden US-Dollar ohne Enddatum genehmigt. Zusammen mit dem bisherigen Polster hat Nvidia dafür jetzt 118,5 Milliarden US-Dollar übrig. Zum Vergleich: Das ist mehr, als der deutsche Hersteller Infineon wert ist (umgerechnet knapp 103 Milliarden US-Dollar). Im letzten Quartal allein hat Nvidia 19,3 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe ausgegeben.
Nvidia versüßt die Investitionen der Anleger und erhöht die Dividende um den Faktor 25, von einem auf 25 US-Cent pro Aktie. Damit steigen die Quartalsausschüttungen von vergleichsweise geringen 243 Millionen US-Dollar auf voraussichtlich über sechs Milliarden US-Dollar. Das übersteigt AMDs Nettogewinn des vergangenen Quartals um mehr als Faktor 4.
GeForce verschwindet aus dem Trend
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Spieler haben derweil wenig zu lachen. Einmal mehr macht Nvidia klar, dass sich die Firma nicht mehr für sie interessiert: Nvidia strukturiert die Umsatzsegmente zu Data Center sowie Edge Computing um. Data Center ist noch mal in „Hyperscale“ sowie „AI Clouds, Industrial und Enterprise“ untergliedert.
Edge Computing vereint den Umsatz von Desktop-PCs, Notebooks, Spielekonsolen wie Nintendos Switch, Workstations, Mobilfunkstationen, Robotik und Automotive. Den Gaming-Umsatz, angetrieben von GeForce-Grafikkarten, nennt Nvidia erstmals nicht mehr gesondert. GeForce verschwindet damit in der Versenkung.

Nvidias neue Umsatzaufteilung. „Gaming“ verschwindet als eigener Posten.
(Bild: Nvidia)
Hyperscale umfasst derweil die Einnahmen durch die größten Kunden wie Amazon (AWS), Google, Meta und Microsoft. AI Clouds & Co. sollen Wachstumsmärkte aufzeigen. Aktuell teilt sich der Umsatz etwa eins zu eins mit jeweils über 37 Milliarden US-Dollar auf. Edge Computing ist dagegen mit 6,4 Milliarden US-Dollar winzig. Den größten Posten dort dürften GeForce-GPUs darstellen.
Leichtes Minus an der Börse
Im angelaufenen Quartal erwartet Nvidia rund 91 Milliarden US-Dollar Umsatz. Im Vorfeld rechneten Analysten mit einer Umsatzprognose von knapp 87 Milliarden US-Dollar. Sowohl im bisherigen Umsatz als auch im Ausblick sind keine direkten Verkäufe von KI-Beschleunigern nach China enthalten.
Die Börse scheint sich derweil mit der Umstrukturierung schwer zu tun. Im nachbörslichen Handel schwankt die Aktie bis zu einem Minus von 1,5 Prozent.
(mma)
Künstliche Intelligenz
OpenAI strebt flott an die Börse
Der KI-Betreiber OpenAI bereitet sich auf seinen Börsengang vor und wird den grundlegenden Antrag vielleicht schon am Freitag stellen. Dies berichtet die Financial Times (FT) unter Berufung auf nicht genannte Eingeweihte. Läuft alles glatt, könnte der Börsengang schon im September erfolgen. Die hochgerechnete Bewertung des Unternehmens soll dann eine Billion Dollar übersteigen.
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Treibende Kraft ist laut FT OpenAI-CEO Sam Altman, der möglichst vor Mitbewerber Anthropic an der Börse notieren will. Finanzchefin Sarah Friar möchte demnach hingegen behutsamer vorgehen.
Der Börsengang (Englisch IPO für initial public offering) ist jedenfalls vorbereitet. Seit Monaten soll OpenAI mit großen Banken und Anwaltskanzleien daran arbeiten. Den hoffnungslos verlustbringenden Video-Generator Sora hat OpenAI kurzerhand eingestellt. Zudem sollen Pläne für eine Erotik-Variante ChatGPTs beerdigt worden sein. Manche Investoren möchten solche Dienste nicht in ihrem Portfolio haben.
Musks Niederlage wichtig für IPO
Vor allem aber hat sich OpenAI von einer gemeinnützigen Organisation in ein gewinnorientiertes Unternehmen umstrukturiert. Vor diesem Hintergrund war die Milliardenklage Elon Musks und dessen Firma xAI gegen OpenAI und dessen Mitgründer Sam Altman und Greg Brockman von Bedeutung. Musk hat Millionen für den ursprünglich gemeinnützigen Zweck OpenAIs gegeben und fühlt sich durch den radikalen Kurswechsel betrogen. Der reichste Mann der Welt fordert, dass OpenAI 180 Milliarden Dollar an die noch bestehende gemeinnützige Stiftung überträgt.
Doch am Montag hat das Gericht im Prozess Musk v Altman entschieden, dass die Klage zu spät eingebracht wurde. Die Sache ist demnach verjährt. Da die Geschworenen ihre Entscheidung nicht zu begründen haben, ist Musks angekündigte Berufung ein schwieriges Unterfangen. Zudem wird sie Zeit in Anspruch nehmen.
Damit kann OpenAI jetzt an die Börse stürmen, bevor womöglich der KI-Appetit großer Investoren gestillt ist. Ein Indikator für die Stimmung wird der für Juni erwartete Börsengang des Raumfahrt-Satelliten-KI-Social-Media-Konglomerats SpaceX sein.
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(ds)
Künstliche Intelligenz
MMS in Deutschland vor dem Aus
Der Versand von MMS ist aus der Mode gekommen. Vodafone Deutschland hat den MMS-Versand Anfang 2023 eingestellt. Jetzt setzen die Mitbewerber Deutsche Telekom, O2 und 1&1 den gleichen Schritt. Der Dienst läuft bei allen Dreien mit Ende Juni aus.
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Damit sparen sich die Netzbetreiber Lizenzgebühren, Betriebskosten und weiteren mit MMS verbundenen Aufwand wie Kundendienst und MMS-Tests neuer Endgeräte sowie beim Roaming. Die in Deutschland aufgerufenen Preise für MMS waren seit jeher hoch; gleichzeitig erlauben die deutschen Mobilfunker nur kleine Dateianhänge. Beides zusammen erklärt die bescheidene Nutzung der Multimedia Messaging Service.
Der Dienst ist rund 25 Jahre alt; die erste Erwähnung im Archiv heise onlines betrifft das auf der CeBIT 2001 vorgestelltes Ericsson-Handy T68 mit MMS-Unterstützung. Vodafone Deutschland nahm MMS im April 2002 in Betrieb, zunächst sogar gebührenfrei. Die Deutsche Telekom folgte Mitte des Jahres.
Heute verweisen die Mobilfunker auf RCS (Rich Communication Services) als MMS-Ersatz. Der Trend geht jedoch in Richtung unabhängiger Dienste wie das nicht-kommerzielle Signal oder Alternativen wie Threema, Whatsapp, oder Viber.
RCS: Probleme bei Handywechsel
Im Vergleich zu MMS erlaubt RCS tatsächlich größere Dateianhänge und damit höher aufgelöste Bilder oder längere Tonaufnahmen, zudem kann es in vielen Fällen auch verschlüsselt genutzt werden. Allerdings ist RCS nach erfolgter Einrichtung nicht strikt an die SIM-Karte gebunden. Daher können neu eingehende RCS-Mitteilungen in bestehenden Chats selbst nach Einlegen der SIM-Karte in ein neues Endgerät noch an das alte Endgerät adressiert werden und damit nie ankommen oder in falsche Hände geraten.
Sofern man selbst keine RCS-Nachricht vom neuen Handy an den Kommunikationspartner sendet, kann es bis zu 30 Tage dauern, bis der RCS-Server den Wechsel des Endgeräts erkennt. Es soll helfen, vor Entnahme der SIM-Karte am alten Mobiltelefon RCS zu deaktivieren, und sich dann am neuen Gerät wieder für RCS anzumelden, falls gewünscht. Wer den Google Messenger benutzt und das alte Telefon nicht mehr (funktionstüchtig) hat, kann die RCS-Deregistrierung über eine Google-Webpage manuell anstoßen.
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Die schweizerischen Mobilfunk-Netzbetreiber haben den MMS-Versand bereits 2023 respektive 2024 beendet. Aus Österreich sind der Redaktion keine Abschaltpläne bekannt, wir haben bei den großen Anbietern nachgefragt. An SMS rüttelt niemand. Zwar geht auch dort die Nutzung zurück, allerdings von einem viel höheren Niveau.
(ds)
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