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Porträt der Woche: Jeong-in Mun › PAGE online


PAGE gefällt …: Illustrationen von Jeong-in Mun aus Angoulême, die mit feinen schwarzen Linien schönste Welten erfindet, die Zöpfe brennen und Pferde fliegen lässt – und mit ihrem ersten Comic »Langer Atem« ins Meer und in ihre eigene Familiengeschichte eintaucht.

Porträt der Woche: Jeong-in Mun › PAGE online

Name Jeong-in Mun

Location Angoulême, Frankreich

Web jeonginmun.com

Start In meiner Jugend träumte ich immer davon, Schriftstellerin zu werden. Dann faszinierte mich das Filmemachen, da ich darin eine Möglichkeit sah, Romane durch »visuelle Sprache« zu schreiben. Deswegen bin ich mit 16 Jahren nach Frankreich gegangen, um Film zu studieren.
Während dieser Zeit fühlte ich mich jedoch zunehmend zu den Kunstkursen hingezogen und entdeckte zudem die Welt der französischen und europäischen Comics (Bande Dessinée). Mir wurde klar, dass das Filmemachen eine massive finanzielle Unterstützung und ein großes Team erforderte, dabei aber bevorzugte ich die unabhängige Arbeit und auch, dies alleine zu tun. Das veranlasste mich, eine Karriere als Comiczeichner in Frankreich anzustreben.
Als ich an der HEAR (Haute école des Arts du Rhin) anfing, Comics zu zeichnen, erhielt ich viel Feedback, dass meine Arbeiten wie Storyboards für Filme aussähen. Doch je mehr ich in das Medium eintauchte, desto mehr wurde mir bewusst, dass Comics ihre eigene, einzigartige und spezifische Sprache haben. Seitdem erkunde ich dieses besondere Terrain.
Mein erstes großes Comic-Projekt, »Langer Atem«, begann als mein Bachelor-Abschlussprojekt und entwickelte sich während meines Masterstudiums weiter. Während dieser Zeit absolvierte ich ein Praktikum bei Rotopol in Deutschland, wo ich die Gelegenheit hatte, meine Arbeit vorzustellen. Sie beschlossen, sie zu veröffentlichen, und nach meinem Abschluss widmete ich mich der Fertigstellung des Projekts. Nun ist mein erstes Buch endlich erschienen.

Stil Schwarz-Weiß-Kunst mit starken Kontrasten hat mich schon immer fasziniert. Als ich mit dem Zeichnen anfing, übte ich, indem ich viele Schwarz-Weiß-Werke von Edvard Munch kopierte. Von da an studierte ich Matisses fließende Linien und Edward Goreys Federzeichentechniken.
Später begannen mich traditionelle koreanische Gemälde zu inspirieren, ihre filigranen Details und, wie sie Raum und dekorative Elemente verflachen und vereinfachen. Ich würde sagen, mein heutiger Stil ist eine Mischung aus all diesen Elementen. Ich liebe es auch, poetische Bilder zu schaffen; jede meiner Arbeiten trägt seine eigene Erzählung in sich.

Lieblingsmotive Mich ziehen sich wiederholende Motive an, wie feine, rhythmische Linien, die für Texturen verwendet werden, oder komplizierte Muster auf Kleidung und Tapeten. Ich war schon immer ein großer Bewunderer von Edward Goreys Tapetendesigns.

Technik Ich arbeite ausschließlich auf Papier mit traditionellen Methoden. Meine Hauptwerkzeuge sind schwarze Tinte und eine Feder, mit denen ich sehr feine, dünne und subtile Linien zeichnen kann. Für größere schwarze Flächen verwende ich einen Pinselstift, um ein perfekt deckendes, tiefschwarzes Finish zu erzielen.
Was meinen Arbeitsprozess angeht, beginne ich mit Skizzen mit einem spitzen Bleistift und ziehe die Linien dann direkt auf demselben Papier mit Tinte nach. Das Ausradieren der Bleistiftspuren ist eigentlich mein Lieblingsmoment. Zum Schluss fülle ich die geschlossenen Flächen mit einem Pinsel aus.
In letzter Zeit experimentiere ich auch gerne mit Gouache und Alkoholmarkern, um meinen Illustrationen einen Hauch von Farbe zu verleihen.

Inspiration Visuell inspirieren mich die zuvor erwähnten Künstler sowie alte Gemälde und klassische Illustrationen. Ich habe ein besonderes Interesse an Volkskunst, die von anonymen Malern geschaffen wurde, sowie an der »Art Brut«-Bewegung. Ich finde die rohe, ungeschliffene Ehrlichkeit in diesen Werken unglaublich bewegend, und sie beeinflussen meine Bildsprache zutiefst.
Was das Geschichtenerzählen angeht, lasse ich mich von meinen eigenen Emotionen und deren Ursprüngen inspirieren. Indem ich die Wurzeln meiner Gefühle erforsche und mich frage: »Woher kommt das wirklich?«, kann ich Erzählungen verweben. Mein Ziel ist es, Geschichten für diejenigen zu schaffen, die ähnliche Emotionen empfinden oder vergleichbare Erfahrungen gemacht haben; ich möchte, dass meine Arbeit ein Ort ist, an dem wir eine gemeinsame Sprache für unsere inneren Welten finden können.

Kunden France Culture, UAEBBY, Korean Literature Now, Najeonsan Publishing, Rien Books

Agent:in Ich habe keine(n)!

English version below!

Jeong-in Mun: »Langer Atem«, Cover
Jeong-in Mun: Ausschnitt aus »Langer Atem«
Farbige Illustration auf warmem Sandbeige, die den Hinterkopf einer Figur mit dunkelbrauner Haut in Nahaufnahme zeigt. Das schwarz-weiß schraffierte, straff nach hinten gekämmte Haar mündet in einen aufwendig geflochtenen Knoten aus ineinander verschlungenen Zöpfen, der die untere Bildhälfte dominiert. Durch den Zopfknoten ist horizontal ein weißer Stab gesteckt, an dessen linkem Ende eine gelb-schwarze Flamme brennt. Auf dem Scheitel der Figur balanciert eine leuchtend rote Tasse mit einer gelben Kerzenflamme. Die Komposition ist von strengem Formalismus geprägt; Farbe wird sparsam und kontrastreich eingesetzt.
Jeong-in Mun: Burning braids series
Querformatige Illustration in Rostrot, Cremeweiß und Schwarz auf weißem Grund. Fünf stilisierte Pferde unterschiedlicher Größe und Färbung bewegen sich durch eine dicht schraffierte Grasfläche; ihre Mähnen und Schwänze sind als frei flatternde Linienbündel gestaltet, die den Eindruck von Wind erzeugen. Im Hintergrund deuten graue Schraffuren Hügel an; links oben schwebt ein schwarzer Kreis als abstrahierter Mond oder Sonne. Ein schwarzes Pferd springt im oberen Bildbereich über ein größeres rotes.
Jeong-in Mun: Horses and the wind
Querformatige, dicht komponierte Illustration in Schwarz-Weiß-Grau mit zwei roten Farbakzenten. Wolken, Tierfiguren, Vögel, Pflanzen und abstrakte Formen verweben sich zu einer surreal-narrativen Gesamtszene vor schwarzem Grund; ein horizontaler weißer Streifen teilt das Bild. Zwei in Rot gehaltene Figuren — eine oben links, eine unten links — bilden die einzigen Farbakzente im dichten Bildgewebe.
Jeong-in Mun: This way, that way

Name Jeong-in Mun

Location Angoulême, France

Web jeonginmun.com

Start During my adolescence, I always dreamed of becoming a writer. And then, I was fascinated by filmmaking, as I saw it as a way of writing novels through ‘visual language.’ That was what first brought me to France at the age of 16, to study cinema.
However, during high school, I found myself increasingly drawn to my art classes. It was around this time that I discovered the world of French and European comics (Bande Dessinée). I began to realize that filmmaking required massive financial backing and a large team, whereas I preferred the independence of working alone. This realization led me to pursue a career as a comic artist in France.
When I first started drawing comics at HEAR (Haute école des Arts du Rhin), I received a lot of feedback that my work looked like movie storyboards. But as I immersed myself in the medium, I realized that comics have their own unique and specific language. I’ve been exploring that distinct territory ever since.
My first long comic project, “Langer Atem,” began as my Bachelor’s degree project and evolved through my Master’s studies. During that time, I did an internship at Rotopol in Germany, where I had the opportunity to present my work. They decided to publish it, and after graduation, I dedicated myself to finalizing the project. Now, my first book has finally been released to the world.

Style Black and white art with strong contrast has always fascinated me. When I first started drawing, I practiced by copying many of Edvard Munch’sblack and white pieces. From there, I studied Matisse’s fluid linesand Edward Gorey’s dip pen techniques.
Later on, traditional Korean paintings began to inspire me with their intricate details and the way they flatten and simplify space and decorative elements.
I’d say my style today is a blend of all these elements.
I also love to create poetic imagery; every piece I create carries its own narrative.

Favourite motifs I am drawn to repetitive motifs, such as fine, rhythmic lines used for textures, or intricate patterns on clothing and wallpapers. I’ve always been a great admirer of Edward Gorey’s wallpaper designs.

Technique I do everything on paper using traditional methods. My main tools are black ink and a dip pen, which allow me to draw the very fine, thin, and subtle lines For larger black areas, I use a brush pen to make a perfectly opaque, deep black finish.
As for my process, I begin with sketches using a sharp pencil and then ink the lines directly on the same paper. Erasing the pencil tracesis actually my favorite moment. Finally, I fill in the solid areas with a brush.
Recently, I’ve also been enjoying experimenting with gouache and alcohol markersto introduce a touch of color to my illustrations.

Inspiration Visually, I am inspired by the artists I mentioned earlier, as well as old paintings and classical illustrations. I have a particular intrest for folk art created by anonymous painters and the ‘Art Brut’ movement. I find the raw, unrefined honesty in those works incredibly moving, and they deeply influence my visual language.
In terms of storytelling, I draw inspiration from my own emotions and their origins. By exploring the roots of what I feel and asking myself, ‘Where does this truly come from?’, I am able to weave narratives. My goal is to create stories for those who resonate with similar emotions or have shared comparable experiences; I want my work to be a place where we can find a common language for our inner worlds.

Clients France culture, UAEBBY, Korean Litterature Now, Najeonsan Publishing, Rien Books

Agent I don’t have any!

 

 

 



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Universität Augsburg erneuert ihr Corporate Design – Design Tagebuch


Die Universität Augsburg präsentiert sich seit Kurzem mit überarbeitetem Corporate Design. Mit dem Relaunch positioniert sich die Hochschule als moderne, interdisziplinäre und vernetzte Institution und rückt ihren Leitspruch „Scientia et Conscientia” in den Mittelpunkt des visuellen Auftritts.

Bestandteil des neuen Erscheinungsbilds ist auch ein überarbeitetes Logo, das den Leitspruch der Universität – Wissen und Gewissen – widerspiegelt. Universitätspräsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel betonte zur Einführung, starke Ideen benötigten ein starkes Design.

Das überarbeitete Erscheinungsbild soll für stärkere Wiedererkennbarkeit sorgen und Seriosität, Verlässlichkeit sowie Qualität vermitteln – Eigenschaften, die für Forschende, Studierende und Partner einer Hochschule als wesentlich gelten.

Auszug der Pressemeldung

„Starke Ideen brauchen ein starkes Design. Ich freue mich sehr, dass wir heute den Startschuss für das neue Corporate Design unserer Universität geben“, sagt die Universitätspräsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. Das neue Design unterstreicht das Wachstum, die Stärke und das Konzept von Verbundenheit innerhalb der Netzwerkuniversität. Der neue, modernisierte Auftritt beinhaltet auch ein neues Logo, das den Leitspruch der Universität widerspiegelt: „Scientia et Conscientia“ – Wissen und Gewissen.

Universität Augsburg Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Universität Augsburg, Bildmontage: dt
Universität Augsburg Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Universität Augsburg, Bildmontage: dt

Erstmals seit fünfzehn Jahren wurde das Corporate Design in signifikanter Weise überarbeitet. Dabei wurde auch die 2009 eingeführte Wortbildmarke mit vorgestelltem „UNIA“-Kürzel modifiziert. Statt in Großbuchstaben ist dieses in einer unkonventionellen Gemischtschreibweise angelegt: „uniA“. Auch in der neuen Bildmarke sind die ersten beiden Buchstaben mittels Ligatur verbunden.

Die Wortmarke „UNIVERSITÄT AUGSBURG“ ist fortan in Großbuchstaben gesetzt, und zwar nicht mehr in der Serifenschrift Trump Mediaeval, sondern in einer modernen serifenlosen Schrift, deren Lettern dezente Inktraps aufweisen und über einen ausgeprägten Strichstärkenkontrast verfügen. Auf die Darstellung des englischen Wortes „University“ wird im Unilogo fortan verzichtet. Die Wortmarke ist jetzt zweizeilig statt dreizeilig. Die Grundfarbe wechselt von schwarz hin zu einem dunklen Lila.

Die Einführung des neuen Corporate Designs erfolge schrittweise: Das Sommersemester 2026 ist als Übergangssemester vorgesehen, in dem bestehende Materialien mit dem bisherigen Logo aus Nachhaltigkeitsgründen aufgebraucht werden sollen. Neue Publikationen würden ab Mai 2026 im überarbeiteten Design produziert. Im Webauftritt der Uni wurde das neue Logo bereits implementiert.

Sofern die Pressestelle der Uni noch auf die Anfrage seitens des dt reagiert, kann gegebenenfalls nachgereicht werden, welche Agentur für das Redesign verantwortlich zeichnet. In der offiziellen Meldung wird die betreffende Agentur nicht benannt.

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Schicke Schule: Was ein Glück, wenn ein Illustrator unter den Eltern ist! › PAGE online


Star-Illustrator Patê ist selber betrübt, dass sein Sohn die Grundschule London Fields Primary School verlässt. Denn auch er wird dann aufhören, Plakate, Flyer und Merch für die Schule zu gestalten. Doch was in den letzten Jahren entstand, ist ein Fest!

Schicke Schule: Was ein Glück, wenn ein Illustrator unter den Eltern ist! › PAGE online
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio

Vier Jahre illustrierte Pâté für die Grundschule seines Sohnes.

In dieser Zeit entstanden ein Logo für die London Fields Primary School, in dem auf einem Bleistift ein Baum wächst, Plakate für den Kuchenverkauf, für die Sommer- und Winterausstellungen. Briefpapier, auf dem ein Vogel auf einer der Schreiblinien schaukelt oder ein Taschenrechner das Wort Lollies anzeigt.

Papierscheren werden zum Gesicht einer Seemöwe, dem Schnabel inklusive. Lineale stapeln sich zu Erdbeerkuchen. Bleistifte stecken als Schokosnack im Softeis, während Buntstifte sich zu einer Strandlandschaft aufreihen oder Flaggen sich zu einem Burger aufstapeln, um das internationale Schul-Picknick anzukündigen.

Schule mit Twist

Alles das ist in kräftigen Farben und klaren Formen gehalten und mit diesem wunderbaren visuellen Twist versehen, der die Arbeiten von Pâté auszeichnet.

Doch nicht nur die Illustrationen, die die Grundschule jetzt durch vier Jahre begleitete, sind eine Freude, sondern auch, dass sie halfen, Tausende Britische Pounds an Spenden zu sammeln.

Jetzt klingelt auch für Pâté die Schulglocke, wie er selber sagt, und hier sind einige seiner Lieblingsarbeiten, die in den letzten vier Schuljahren entstanden:

gelber Hintergrund mit rotem, tropfenden Eis darauf dessen Stäbchen ein Lineal ist
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio
Knallgelber hintergrund mit Erdbeerbisquit-Stück das sich aus Linealen, die übereinandergestapelt sind, zusammensetzt
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio
Strand mit Sand, Sandburg und Meer, die sich aus übereinandergestapelten Buntstiften zusammensetzt
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio
Blauer Hintergrung und darauf ein Hamburger, der statt des Fleischpatties bunte Fahnen aus der ganzen Welt hat
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio
Knallblauer Hintergrund mit Softeis in dem als Schokoriegel ein Bleistift steckt
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio
Junge mit blauem T-Shier mit Möwe deren Augen und Schnabel eine Papierschrere sind
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio
Briefpapier mit Schulloge unten rechts und oben Vogel, der auf der ersten der Schreiblinien schaukelt
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio
Briefpapier niniert mit Schullogo unten rechts und oben mit Taschenrechner, der auf den Kopf gedreht mit Zahlen das Wort Lollies bildet
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio
Weißer Hintergrund und Tannebaum, der aus drei grünen Winkeldreiecken und einem braunen Anspitzer als Stamm besteht
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio
Hellblaues Plakat mit weißem Seehund dessen Nase eine Papierschere ist
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio
Konzept/Illustration/Art Direction: Pâté, beauftragt von: Julia Jahn, Druck: Puck Studio

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Wie gestaltet man die Identity der Phototriennale ganz ohne Fotografie? So! › PAGE online


Bis zum 22. September steht Hamburg ganz im Zeichen der 9. Triennale der Photographie mit ihren zahlreichen Ausstellungen – und mit einem Erscheinungsbild des Kölner Designstudios dipshop, das in schönsten Farben vom Wesen der Fotografie erzählt.

Wie gestaltet man die Identity der Phototriennale ganz ohne Fotografie? So! › PAGE online
Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind

Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other ist der Titel der 9. Triennale der Photographie, die in diesem Jahr von dem Londoner Kulturhistoriker Mark Sealy kuratiert wurde, einem Spezialisten für die Beziehung von Fotografie zu sozialem Wandel, Identität und Menschenrechten.

Und das ist auch der Fokus der 11 Ausstellungen in acht Museen und Kunstinstitutionen.

Sie handeln von Verbundenheit und Solidarität (Alliance), von Unendlichkeit, Kontinuität und Differenz (Infinity) und von der Liebe, von Menschlichkeit und Verantwortung (Love).

Die Arbeiten, die um die ganze Welt und in die entlegensten Winkel führen und die von historischer Fotografie bis zu Wolfgang Tillmans reichen, zeigen, dass die Fotografie weit mehr sein kann als nur ein Medium, das beobachtet.

Dass sie politische Kraft hat, ein Werkzeug gegen Ungerechtigkeit sein kann, neue Perspektiven öffnen, aktivieren und Position beziehen und dass sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden kann. Und dass, ob sie dokumentarish, experimentell oder künstlerisch ist.

Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind

Von der Fotografie selbst

Doch wie gestaltet man die visuelle Identität eines Fotofestivals mit so vielen verschiedenen Positionen, mit so vielen Ausstellungen und einem so umfassenden, begleitenden und erweitertendem Programm?

Für das Designstudio dipshop aus Köln, das fest im Kulturbereich verwurzelt ist und in der Vergangenheit für den Regisseur Erdan Mondtag, das Demo Festival Amsterdam oder die documenta fifteen gearbeitet hat, war klar, dass es für das Erscheinungsbild keine Fotografie verwenden wird.

Und besann sich stattdessen auf das Wesen der Fotografie selbst. Und zwar auf die, wie es sagt, drei grundlegenden Phänomene der Fotografie: Tiefenschärfe, Lens Flares und überbelichteter Film. »Elemente, die auf Fotografien präsent sein können, aber selten bewusst wahrgenommen werden.«

In der Identity der 9. Triennale der Photographie werden die Unschärfen, Lichtreflexe und Überbelichtungen zu einem visuellen System, zu gestalterischen Mitteln.

Vibrierend und eigenständig

Mit geblurreden Formen, mit Farbspielen und Überblendungen und immer wieder auch in Bewegung, werden Mittel der Fotografie, die in der Regel als Fehler angesehen werden, stilgebend.

So entsteht ein lichtdurchflutetes, vibrierendes und herrlich komplexes Erscheinungsbild, das mit seinen unendlichen Möglichkeiten immer wieder überrascht.

Und das nicht nacherzählt, nicht die ausgestellten Arbeiten selbst nutzt, sondern eine eigene visuelle Position einnimmt.

Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind
Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind
Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind
Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind



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