RAM ist zu teuer? Ein Modul bei Intel Core Ultra 200S im Test
Intel Core Ultra 200S favorisiert in offizieller Spezifikation Dual-Channel-CUDIMM-6400, dieser ist rar und im Doppelpaket – wie derzeit jeder Speicher – teuer. Doch wie fällt die Leistung mit dem ebenfalls spezifizierten DDR5-5600 in Form eines einzigen Moduls aus? Kann man so sparen? ComputerBase hat den Test gemacht.
Single-Channel: Core Ultra 200 folgt Ryzen 9000X und Ryzen 9000X3D
Nach dem überaus erfolgreichen Test des AMD Ryzen 7 9850X3D mit Single-Channel-RAM und dem Follow-up Single-Channel-RAM mit AMD Ryzen 5 9600X ist nun Intel an der Reihe – auf Wunsch aus der Community. Und der Community-Wunsch ist ComputerBase in diesem Fall Befehl.
Ergibt das überhaupt Sinn?
Doch nüchtern betrachtet ist die Gesamtsituation bei Sockel LGA 1851, den Core Ultra 200S exklusiv nutzt, eine andere als bei Ryzen 9000 mit AM5: Sockel LGA 1851 ist eine „dem Tod geweihte Plattform“. Ob ein Kunde überhaupt darauf setzen sollte, ist schon vor dem Blick auf die Performance mit nur einem Riegel die wesentliche Grundsatzfrage.
Warum? Intel Core Ultra 200S wird die erste und letzte Architektur auf dem Sockel LGA 1851 sein, daran ändert auch der seichte Refresh im Frühjahr nichts. Zum Ende dieses Jahres wird dann Core Ultra 400S, Codename: Intel Nova Lake, im neuen Sockel LGA 1954 die Nachfolge antreten.
Intel Core Ultra 9 285K, Core Ultra 7 265K und Core Ultra 5 245K im Test
Mit diesem Wissen und dem bereits seit über einem Jahr bekannten Gesamtpaket Intel Arrow Lake, das „OK“ ist, aber auch nicht mehr, sollte sich ein potenzieller Neukunde wohl eher bei AMD umsehen. Denn der Sockel AM5 lebt weiter, bekommt garantiert noch eine nächste neue CPU-Generation – und wer weiß, was noch folgt.
Der Artikel erfüllt mehrere Zwecke
ComputerBase hat Arrow Lake-H mit einem RAM-Modul trotzdem getestet. Doch der Artikel liefert auch schon Vorarbeit für weitere, die folgen. Nicht nur wurde diese CPU im Gegensatz zur 245K und 285K zuletzt noch nicht neu getestet, der 265K wird Gerüchten zufolge bis Ostern mit dem 270K Plus auch das wohl lohnenswerteste Refresh-Modell erhalten. Es braucht also ohnehin entsprechend aktuelle Werte für den Vergleich. Auch schnellerer Speicher wird dann mit dabei sein – so wiederum passt heute auch ein kleiner Ausflug zum Nebenschauplatz mit nur einem Modul.
CUDIMM vs. DDR5 – schon die Grundsatzfrage
Intel hatte den Start von Arrow Lake mit einem komplizierten Speichersupport begleitet. Erstmals wurde neuer CUDIMM mit 6.400 MT/s unterstützt, jedoch nur, wenn lediglich ein Slot pro Kanal adressiert wird und zusätzlich das Board auch nur 1 Slot pro Kanal vorweisen kann. 98 Prozent der Mainboards waren damit laut offiziellem Tenor ausgeschlossen – eigentlich, denn bei vielen Platinen funktioniert es trotzdem, ist dann aber bei Problemen nicht vom Support abgedeckt. Diese Regelungen sind auch heute noch in Intels offiziellen Guides so festgehalten.
Intel unterstützt DDR5-CUDIMM-6400 weiterhin nur auf Mainboards mit nur zwei Speicherslots (Bild: Intel)
CUDIMM wurde damit direkt zum Start in eine Nische gedrängt, aus der der Speicher mit steigenden Preisen auch nicht mehr herauskommen dürfte. Im Preisvergleich sind bei über 1.400 DDR5-Angeboten nur 30 überhaupt CUDIMM, 12 davon CSODIMM. Wird auch die Verfügbarkeit mit eingezogen, bleibt nicht einmal ein gutes Dutzend übrig.
Intel Core Ultra 7 265K mit neuestem BIOS und CUDIMM
Zum Glück laufen Intel Core Ultra 200S aber auch mit normalen DDR5. Bei normalem DDR5-Speicher ist jedoch offiziell maximal DDR5-5600 gesetzt. Der Test deckt heute deshalb das Optimum und den günstigen Einstieg mit normalem DDR5-Speicher in Form eines Moduls ab. Das bedeutet:
Szenario 1: Dual-Channel DDR5-6400 (CUDIMM)
Szenario 2: Single-Channel DDR5-5600
Wie sich CUDIMM und DDR5 auf Intel Core Ultra 200S im Normalfall schlagen, hatte ComputerBase im letzten Jahr untersucht:
DDR5 vs. DDR5-CUDIMM im Test: Von klassischem DDR5-5600 (UDIMM) bis hin zu DDR5-CU-8800 (CUDIMM)
Single- vs. Dual-Channel auf 265K im Test
Der AMD Ryzen 7 9850X3D hat selbst in Spielen im CPU-Limit mit Single-Channel immer noch extrem hohe FPS abgeliefert, beim Ryzen 5 9600X ging es von niedrigerem Niveau schon etwas weiter hinab – nicht immer waren noch 60 FPS möglich. Wie sieht es beim Core Ultra 7 265K aus?
Auswirkungen auf die Speicherbandbreite
Der Wechsel von 2× 16 GB CU-DDR5-6400CL26 auf 1× 16 GB DDR5-5600CL26 hat – wie erwartet – einen gravierenden Rückgang der Speicherbandbreite zur Folge: Von über 100 geht es abwärts auf 47 GByte pro Sekunde, beim Schreiben von 94 auf 42 GB/s. In diesem theoretischen Test ist der Dual-Channel-Betrieb mit schnellem CUDIMM also wie erwartet der klare Gewinner.
Bildvergleich: Intel Core Ultra 7 265K im Dual-Channel-Betrieb mit CU-DDR5-6400 ⇔ Intel Core Ultra 7 265K im Single-Channel-Betrieb mit DDR5-5600
Auswirkungen in Anwendungen
Mit stetig wachsendem Praxisbezug bleibt von den theoretischen Unterschieden aber auch beim Core Ultra in Anwendungen deutlich weniger übrig, jedoch vergleichsweise mehr als zuletzt bei AMD Ryzen. Im Durchschnitt über die Anwendungs-Benchmarks waren es beim Ryzen 5 9600X wie beim Ryzen 7 9850X3D vier Prozent Leistungsverlust, beim Intel Core Ultra 7 265K sind es beim Wechsel von Dual-Channel-CU-6400 auf Single-Channel-DDR5-5600 zehn Prozent in Multi-Core-Anwendungen – ausgelöst aber auch hier nur durch ganz gewisse Apps, wie später im Detail deutlich wird. Im Single-Core-Verhalten ändert sich quasi nichts.
Auswirkungen in Spielen
In Spielen sieht es auf den ersten Blick nicht mehr so gut aus, der Intel Core Ultra 7 265K verliert in dieser Konstellation deutlich. Unterm Strich sind es beim Wechsel von 2 × CU-DDR5-6400CL36 auf 1 × DDR5-5600CL26 im Durchschnitt über den Parcours im CPU-Limit 15 Prozent weniger bei den FPS, bei den Frametimes sind es 17 Prozent. Im Großen und Ganzen ist das Verhalten letztlich ähnlich wie beim AMD Ryzen 5 9600X, der etwas weniger verlor.
Große Ausnahmen bestätigen die Regel
Der Blick auf die Einzelergebnisse macht auch in diesem Fall negative Ausreißer von der Norm sichtbar: In Anwendungen ist es erneut Geekbench im Multi-Core-Test, der den größten Unterschied von 24 Prozent zeigt. Aber auch 7-Zip ist dieses Mal mit einem Verlust von 22 Prozent sehr deutlich dabei. Cinebench 2024 Multi verliert reproduzierbar stets elf Prozent.
In Spielen wird das in den beiden letzten Tests ermittelte Bild auch bei Intel dargestellt. Es gibt Spiele, denen es völlig gleich ist, ob ein Modul oder zwei verbaut ist, nicht einmal der Takt hat größere Auswirkungen. Aber es gibt eben auch die Extreme. Allen voran ist es auch bei Intel Marvel’s Spider-Man 2, hier erstmals mit einem Rückgang von sogar 30 Prozent. Die 60-FPS-Marke wird vom Core Ultra 7 265K dennoch weiterhin in jedem Titel überschritten, weil das Ausgangsniveau höher als beim Ryzen 5 9600X liegt.
Gaming Core Ultra 7 265K Dual-Channel-CU-6400 vs. Single-Channel-DDR5-5600
Auch mit einem Intel Core Ultra 7 265K kann man problemlos mit einem Speichermodul arbeiten. In Spielen sind die Auswirkungen im CPU-Limit dann größer und dabei ähnlich gelagert wie beim regulären AMD Ryzen 9000X. Im Durchschnitt sind es -15 Prozent bei den FPS und -17 Prozent bei den Frametimes. Gemessen ist der Unterschied also etwas größer, aber in diesem Fall ist nicht nur der Wechsel auf ein Modul, sondern auch von DDR5-6400 CUDIMM auf DDR5-5600 UDIMM erfolgt.
Der Blick in die Einzelergebnisse zeigt dabei erneut: Von nahezu keinem Unterschied bis hin zu über 20 Prozent, die man im Worst-Case bei den Frametimes im CPU-Limit mit einer RTX 5090 verlieren kann, ist alles in den Ergebnissen vertreten.
Wie in der Vergangenheit schon mehrmals beleuchtet, mag Intel Core Ultra 200S schnellen Speicher durchaus gern, weshalb ein Wechsel auf nur ein Modul nach offizieller Spezifikation DDR5-5600 schon der Worst-Case-Fall darstellt. Das wirkt sich dann auf dieser Plattform auch in Anwendungen deutlicher aus als zuletzt bei AMDs Sockel AM5 gesehen.
Weil der Intel Core Ultra 7 265K mit Dual-Channel-RAM im Gaming bereits auf einem deutlich niedrigeren Niveau als ein Ryzen 7 9850X3D startet und eher nur etwas oberhalb der Region 9600X unterwegs ist, sind die Verluste in Spielen kritischer zu beurteilen als auf der großen Spiele-CPU. Zur Ruckelorgie werden Titel aber auch auf dem Intel Core Ultra 7 265K mit langsamem Speicher im Single-Channel-Betrieb nicht, zumal viele Spieler in vielen Spielen im GPU-Limit hängen. Und die 60-FPS-Marke hat das System auch mit einem Riegel DDR5-5600 – zumindest in den getesteten Spielen – noch geschafft.
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