Digital Business & Startups
SAP investiert: Ex-Palantir-Manager holen 60 Millionen für ihr KI-Startup
Jede Änderung in großen Konzernen kann Wochen dauern. Conduct will das mit KI lösen, überzeugt damit SAP und bekommt 60 Millionen.
Drei ehemalige Palantir-Mitarbeiter wollen eines der größten Probleme von Unternehmen lösen: Software, die so komplex geworden ist, dass jede Veränderung ewig dauert. Mit ihrem Startup Conduct haben sie nun 60 Millionen US-Dollar eingesammelt.
Die Series-A-Finanzierungsrunde wird von Index Ventures und Iconiq angeführt. Auch der deutsche Softwarekonzern SAP beteiligt sich an der Runde. Weitere Investoren sind unter anderem Creandum, Lucid Capital und Booom.
SAP investiert nicht nur Geld
Für SAP geht es dabei um mehr als ein Finanzinvestment: Der Konzern aus Walldorf geht zugleich eine strategische Partnerschaft mit Conduct ein. Zur Erinnerung: SAP stellt Programme her, mit denen man Geschäftsprozesse erfassen kann. Gerade bei Konzernen mit jahrzehntelang gewachsenen Softwarelandschaften können selbst kleinere Anpassungen lange dauern, weil Prozesse und Programme eng miteinander verknüpft sind. Jetzt kommen die drei Gründer ins Spiel.
Conduct verspricht, diesen Aufwand mithilfe von KI drastisch zu reduzieren. Entscheidungen aus dem Business sollen schneller in technische Änderungen übersetzt werden können, ohne dass sich Entwickler wochenlang durch komplexe Systeme wie SAP oder Salesforce arbeiten müssen.
Was lernt man so bei Palantir?
Hinter Conduct stehen die Deutschen Jan Philipp „JP“ Haas und Philipp Höfer sowie der Brite Henry Thompson. Alle drei arbeiteten zuvor bei einem der geheimnisvollsten Software-Unternehmen unserer Zeit: Palantir mit dem CEO Alex Karp.
Haas war dort Manager für die DACH-Region, Höfer für die KI-Plattform-Strategie und Thompson in einer technischeren Rolle für den japanischen Markt.
Bei Palantir hätten die Gründer aus nächster Nähe erlebt, wie schwierig es für große Organisationen sei, komplexe Software zu verändern, sagt Haas im Gespräch mit Gründerszene. Ein wichtiges Learning von dort: „Das Chaos der Welt anzuerkennen“, sagt Haas. „Unternehmen sind inhärent komplex. Wir bringen Übersicht und Kontrolle in dieses Chaos.“
Mitarbeiterzahl soll verdreifacht werden
Es gehe nicht darum, die alte Software „rauszureißen und durch KI zu ersetzen. Wir nutzen KI um den Unterhalt und die Komplexität zu minimieren.“ Entscheidend sei dabei auch die Nähe zum Kunden. Zwar werde nicht für jeden von ihnen ein angepasstes Produkt gebaut wie bei Palantir. Aber: „Der große Durchbruch waren Partnerschaften mit BCG oder NTT Data.“ Weitere Kooperationen stünden in Kürze an.
Mit dem frischen Kapital soll das Team innerhalb der kommenden sechs Monate von derzeit 35 auf mehr als 100 Mitarbeiter fast verdreifachen. Derzeit werden etwa Leute für die Personalabteilung gesucht. Auch Produktdesigner und Rollen im Business Development sind ausgeschrieben (Vollzeit, vor Ort). Neben dem Hauptsitz in London eröffnet Conduct außerdem einen Standort in New York.
Digital Business & Startups
Peter Thiels Geheimgipfel aufgeflogen: Wo Mächtige über Sex & Krieg sprechen
Ein Leak enthüllt Teilnehmer und Programm von Peter Thiels geheimem Netzwerktreffen. Auf der Agenda: Weltkrieg, Dating, Philosophie.
Das Ambiente ist luxuriös. Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen. Peter Thiels Gruppe mit dem unscheinbaren Namen „Dialog“ traf sich in der Vergangenheit in venezianischen Palazzi und Luxushotels. Es geht um Netzwerke von politischen Amtsträgern und Tech-Bossen. Um Diskussionen über Weltkriege und exklusives Dating. Schon bald soll es wieder so weit sein. Diesmal allerdings ist es nicht so geheim.
Das US-Magazin Wired konnte Details und die Teilnehmenden des nächsten Treffens im August enthüllen. Auf der Liste stehen 222 Namen. Darunter:
- Ted Cruz, republikanischer Senator
- Scott Bessent, Finanzminister im Kabinett von Donald Trump
- Alexus Grynkewich, Europa-Chef der US-Armee
- Joe Lonsdale, Mitgründer von Palantir
- Dan Driscoll, bis April 26 hochrangiger Beamter im US-Verteidigungsministerium
Wired hat die Liste nicht vollständig veröffentlicht. Unter den Namen im Artikel sind keine Deutschen zu finden. In den sozialen Medien kursieren allerdings auch weitere Namen hierzulande bekannter Politiker. Wir haben sie dazu angefragt.
Was ist über das Treffen bekannt?
Die Dialog-Treffen sind eine Mischung aus Davos, Bilderberg und Burning Man. Das kann man sich aus den bisher durchgesickerten Infos zusammenreimen. So viel wie diesmal ist bisher nie durchgedrungen. Die nächste Ausgabe soll in der Nähe von Dublin, Irland, stattfinden. Termin: 12. bis 16. August.
Auf dem Programm stehen Themen wie „Eine Sekte aufbauen“, „Durch den 3. Weltkrieg navigieren“ und „Wie ist dein Sexleben?“
Überhaupt scheint man Privates nicht auszusparen. Bei der Registrierung konnten Teilnehmende angeben, ob sie „auf der Suche nach Liebe“ seien und Frauen, Männer oder „Andere“ kennenzulernen wünschen. Trump-Vertraute und Gendervielfalt, hier scheint sich das nicht auszuschließen.
Ausgeschlossen bleiben aber viele allein schon aus finanziellen Gründen. Von älteren Leaks ist bekannt, dass die Registrierungsgebühr 2022 bei 16.000 US-Dollar lag.
Woher kamen die Daten?
Auch politische Neigungen oder Buchtipps (Marc Aurel, Milan Kundera) konnten die Gäste eintragen. Freilich sollte das alles geheim bleiben. Dass dies nicht gelungen ist, dürfte dem elitären Techzirkel peinlich sein.
Immerhin ist Peter Thiels Firma Palantir eine Cybersicherheitsfirma. Während die Gästeliste von einer anonymen Quelle an Wired gegeben wurde, ist auch eine bekannte Hackerin an der Recherche beteiligt. Die Schweizerin „maia arson crimew“ hatte Auszüge aus dem Website-Code von Dialog aufgetrieben.
Besonders unangenehm: Die 27-Jährige sagte Forbes einmal, dass ihre Angriffe meist technisch nicht besonders anspruchsvoll seien.
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DeepL übernimmt Mixhalo – reltix erhält 3 Millionen – NexDash bekommt weitere 2,5 Millionen
#DealMonitor
++ #DealMonitor +++ DeepL übernimmt Mixhalo +++ PropTech reltix erhält 3 Millionen +++ Neo-Carrier NexDash bekommt weitere 2,5 Millionen +++ toern sammelt 1 Million ein – unter anderem von Venture League +++

Im #DealMonitor für den 17. Juni werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland
INVESTMENTS
reltix
+++ Der B2B-Investor GF BRYCK Ventures (Gründerfonds Ruhr, BRYCK Startup Alliance), Robin Capital und Co. investierten 3 Millionen Euro in reltix. Das Startup aus Düsseldorf, 2025 von Andreas Plakinger, Léon Bamesreiter und Jan Horstmann gegründet, hat sich vorgenommen, das Thema „Hausverwaltung neu zu denken“. „Intelligente Abläufe im Hintergrund, feste Ansprechpartner vor Ort und ein intuitives Eigentümer-Portal. So wird die Verwaltung Ihrer Immobilien sorgenfrei und wertsteigernd zugleich“, teilt das Team zum Konzept mit. Derzeit arbeiten rund 20 Mitarbeitende für die Jungfirma. Nach eigenen Angaben kommt das Team bereits auf 1 Million Euro Annual Recurring Revenue (ARR). Mehr über reltix
NexDash
+++ EIT Urban Mobility, die EU-Innovationsinitiative für urbane Mobilität, investiert 2,5 Millionen Euro in NexDash. Das Berliner Startup, 2025 von Grover-Gründer Michael Cassau gegründet, übernimmt „bestehende Diesel-Flottenbetreiber, elektrifiziert deren Fahrzeuge und entwickelt gemeinsam mit Partnern Lade und Dateninfrastruktur der nächsten Generation“. Der Berliner ClimateTech-Investor Extantia Capital und der amerikanische Geldgeber Clean Energy Ventures investierten bereits 5 Millionen Euro in NexDash. Kürzlich übernahm der Neo-Carrier NexDash zudem die Rheinbacher Lkw-Spedition March Transporte. Mehr über NexDash
toern
+++ Das Investoren-Netzwerk Venture League, Superangels sowie Business Angels wie Volker Rofalski, Arndt Brockmann, Jens Schumann und Martina Pfeifer investieren 1 Million Euro in toern. Beim Hamburger Startup, 2023 von Alena Schneck, Eva Aumüller und Jonas Zeuner gegründet, dreht sich alles um Retourenhandling. „toern matcht ungewollte Artikel mit potentiellen neuen Käufer*innen, indem Retouren direkt an die nächsten Käufer*in gesendet werden und keinen unnötigen Umweg über Logistikzentren nehmen“, heißt es zum Konzept. Mehr über toern
MERGERS & ACQUISITIONS
DeepL – Mixhalo
+++ Das Kölner KI-Unternehmen DeepL übernimmt das Team sowie die Technologie des 2016 gegründeten US-Audio-Spezialisten Mixhalo. „Die Investition erweitert die Möglichkeiten von DeepL Voice, der KI-gestützten Echtzeit-Sprachübersetzungslösung des Unternehmens, um größere und komplexere Umgebungen, in denen Geschwindigkeit, Klarheit und Zuverlässigkeit entscheidend sind – darunter Großveranstaltungen, Konferenzen, Kundensupport und Geschäftsabläufe“, heißt es zur Übernahme. Der Zukauf „markiert zugleich die Eröffnung von DeepLs erstem Büro in San Francisco“. Das Unicorn möchte so noch mehr Präsenz in den USA zeigen. Zu den US-Kunden von DeepL gehören schon jetzt Firmen wie NVIDIA, Cisco und Nasdaq. Mehr über DeepL
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Foto (oben): azrael74
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100 Gründer schreiben an Merz: Deutschland verliert den Anschluss
Mehr als 100 Gründer wenden sich mit einem Brandbrief an Friedrich Merz – und fordern weniger Bürokratie und einen Kurswechsel.
Mehr als 100 Gründer und Manager deutscher Tech-Unternehmen wenden sich mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz. Ihre Botschaft: Deutschland verliere im internationalen Wettbewerb zunehmend an Boden und brauche dringend Reformen, um wieder attraktiver für Gründer, Investoren und Talente zu werden.
Initiiert wurde der Brief vom Startup-Verband. Zu den Unterzeichnern gehören Vertreter einiger der bekanntesten deutschen Technologieunternehmen, darunter Flix, Zalando und Home24. Sie eint die Sorge, dass hohe Energiekosten, ausufernde Bürokratie und langsame Behörden den Standort Deutschland ausbremsen.
Was die Gründer von Merz wollen
Die konkreten Forderungen an die Bundesregierung:
- Rente investiert in Startups: Wer fürs Alter spart, soll sein Geld künftig auch in junge Wachstumsunternehmen stecken dürfen.
- Mehr Großinvestoren ins Boot: Banken, Versicherungen und Fonds sollen leichter in Startups investieren können.
- Flexiblere Kündigungsregeln für Topverdiener: Startups sollen Spitzenkräfte leichter einstellen und bei Bedarf auch kündigen können.
- Mitarbeiter zu Miteigentümern machen: Wer im Startup arbeitet, soll unkompliziert Firmenanteile bekommen. Heute sei das steuerlich viel zu kompliziert.
- Weniger Bürokratie, schnelleres Gründen: Neue Belastungen stoppen, alte abbauen. Firmengründungen sollen in 24 Stunden möglich sein.
- Mehr Ausgründungen aus Uni und Forschung: Deutschlands Labore stecken voller Ideen, so die Gründer. Die müssen raus in den Markt – mit besseren Anreizen für Startups.
- Staat kauft bei Startups ein: Die öffentliche Hand soll innovative Unternehmen gezielt als Auftragnehmer wählen.
- Eigene KI-Infrastruktur aufbauen: Deutschland braucht eigene Server, eigene Rechenkapazitäten, eigene KI-Modelle – unabhängig von US-Konzernen.
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Die Forderungen selbst sind in der Startup-Szene nicht neu und richten sich dabei nicht ausschließlich an die aktuelle Bundesregierung. Sie beschreiben Probleme, die sich über Jahre aufgebaut hätten – von den Folgen der Corona-Pandemie über den Ukraine-Krieg bis hin zu neuen Handelskonflikten und dem internationalen Wettbewerb mit China. Deutschland drohe, wichtige Zukunftsbranchen an andere Standorte zu verlieren, wenn Reformen weiter aufgeschoben würden. Ob die Politik daraus konkrete Maßnahmen ableitet, wird sich zeigen.
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