Apps & Mobile Entwicklung
Schwachstellen-Benchmark: GPT-5.5-Cyber von OpenAI übertrifft Claude Mythos 5
OpenAI baut Daybreak weiter aus und ergänzt seine Cyber-Sicherheitsinitiative um ein spezialisiertes KI-Modell für Sicherheitsforscher und Verteidiger. Auch Codex Security erhält neue Funktionen für die automatisierte Analyse und Behebung von Schwachstellen. Erste Benchmarks sehen die Kombination vor Claude Mythos 5.
Beeindruckende Zahlen, aber immer noch Schwächen
Seit seiner Vorstellung im März dieses Jahres hat Codex Security laut OpenAI mehr als 30 Millionen Commits in über 30.000 Codebasen analysiert und dabei 70.000 Probleme erkannt, die von menschlichen Prüfern als behoben markiert wurden. Mehr als 500.000 weitere Meldungen sollen zudem automatisiert als gelöst eingestuft worden sein.
Bei der Entdeckung neuer Schwachstellen haben verschiedene KI-Werkzeuge ihre Fähigkeiten bereits unter Beweis gestellt, bei der Bewertung, Behebung und Bereitstellung von Sicherheitsupdates bestanden bislang jedoch noch Defizite. Genau dafür will OpenAI nun eine Lösung gefunden haben, mit der Sicherheitsteams durch speziell auf diesen Bereich zugeschnittene Werkzeuge entlastet werden sollen.
Die aktualisierte Version des KI-Agenten kann jetzt auch tiefgehende Code-Analysen durchführen, Änderungen überprüfen, Angriffswege nachvollziehen, Sicherheitsberichte erzeugen und anschließend maßgeschneiderte Patches für eine spätere menschliche Prüfung vorbereiten. Unterstützt wird zudem die Auswertung externer Quellen wie Bug-Bounty-Meldungen, Advisories und Ticket-Systeme. Darüber hinaus lassen sich die Ergebnisse in bestehende Systeme eines Schwachstellen-Managements integrieren.
OpenAI erklärt, dass es GPT-5.5-Cyber ausschließlich verifizierten Verteidigern zur Verfügung stellen wird. Dafür arbeitet das Unternehmen eng mit US-Behörden wie dem Center for AI Standards and Innovation, dem Office of the National Cyber Director und dem Office of Science and Technology Policy zusammen.
Erste Ergebnisse lassen aufhorchen
Die ersten Benchmark-Ergebnisse des neuen Systems können sich durchaus sehen lassen. In OpenAIs eigenem Benchmark CyberGym erreichte GPT-5.5-Cyber eine Punktzahl von 85,6 Prozent. Das reguläre GPT-5.5 kam hier lediglich auf 81,8 Prozent, während Claude Mythos 5 von Anthropic seinerzeit 83,8 Prozent erzielte und damit die Spitze übernahm, die sich OpenAI nun zurückerobert hat.
Im ExploitGym-Test fällt der Abstand noch deutlicher aus: Hier erreichte GPT-5.5-Cyber 39,5 Prozent gegenüber 25,95 Prozent für GPT-5.5. Auch im SEC-Bench Pro lag das Modell mit 69,8 Prozent vor dem Basismodell, das noch auf 63,1 Prozent kam.
Nachdem Anthropic mit Claude Mythos 5 die KI-Branche überrascht hatte, ist die Konkurrenz inzwischen aus ihrer Schockstarre erwacht und hat deutlich aufgeholt. Vor allem OpenAI und Anthropic treten damit in einem weiteren Bereich in direkter Konkurrenz zueinander.
„Patch the Planet“ für quelloffene Software
Darüber hinaus hat OpenAI mit dem Daybreak Cyber Partner Program seine Technologie für Sicherheitsanbieter und Dienstleister geöffnet. Zu den ersten Partnern zählen unter anderem Accenture, Akamai, Cisco, Cloudflare, CrowdStrike, IBM, Palo Alto Networks, Proofpoint, SentinelOne, Wiz und Zscaler. Diese Unternehmen sollen GPT-5.5-Cyber über ein Trusted-Access-Modell in ihre Produkte und Dienstleistungen integrieren können.
Parallel hat OpenAI gemeinsam mit Trail of Bits, HackerOne und Calif die Initiative „Patch the Planet“ mit dem Ziel gestartet, kritische Open-Source-Infrastruktur mithilfe KI-gestützter Analysen und menschlicher Sicherheitsforscher besser abzusichern.
Schutz kritischer Infrastruktur wird international ausgeweitet
Ausgeweitet hat der Konzern zudem seine Zusammenarbeit mit zahlreichen Regierungen und Behörden in Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan und Südkorea. Ebenso sind europäische Institutionen wie die Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit ENISA Teil der Kooperation. Auch hier ist es das erklärte Ziel, kritische Infrastrukturen und staatliche Netzwerke besser gegen Cyberangriffe abzusichern.
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Arc G3 Extreme vs. Z2 Extreme
Intel Arc G3 Extreme und Arc G3 sind explizit auf den Einsatz in Gaming-Handheld optimierte Panther-Lake-Prozessoren („Core Ultra 300“). Sie sollen die Dominanz der AMD Ryzen Z1/Z2 (Extreme) in diesem Segment brechen. Ob das gelingt? Für den Test stand ComputerBase ein MSI Claw 8 EX AI+ zur Verfügung – seit Samstag…
Intel Arc G3 Extreme im Test
Intel hatte die SoC Arc G3 Extreme und Arc G3 im Vorfeld der Computex 2026 enthüllt. Das Datum der Ankündigung war ausgewählten Medien vorab bekanntgegeben worden, weitere Informationen gab es vorab aber nicht. Auch nicht auf Anfrage. Der Grund? Unbekannt. Tests sollte es aber ohnehin erst später geben.
Weniger als zwei Werktage Zeit
Heute ist es so weit und das Embargo auf Tests ist gefallen, erste Produkte kommen auf den Markt. Und in diesem Fall gab es auch ein Muster vorab. Rund lief es – zumindest in Europa – aber auch dieses Mal nicht. Denn zugestellt wurde das Muster erst am vergangenen Samstag, an dem allein das Einspielen aller Windows- und System-Updates und das Einrichten der Tests die restliche (Frei)Zeit verschlang. Effektiv blieben damit Sonntag und Montag, denn am Montagnachmittag ging es für den Autor zu einem Event am Dienstag in Prag. Der Test zur Akkulaufzeit lief deshalb im Auto auf dem Weg von Berlin in die Hauptstadt Tschechiens, der nächste in der Nacht im Hotel. Zeitmanagement war Trumpf.
Wie schnell der Intel Arc G3 Extreme ist, wie laut das MSI Claw 8 EX AI+ wird und wie lange es in zwei Power-Settings bei normierter Display-Helligkeit durchhält, kann an dieser Stelle deshalb trotz wenig Zeit trotzdem bereits beantwortet werden. Alle Details im weiteren Test.
Intel Arc G3 (Extreme) im Überblick
Die neue „Intel Arc G-Serie“ umfasst spezielle Varianten von Intel Panther Lake für Handheld-Gaming-Konsolen, die AMD Ryzen Z2 stark unter Druck setzen sollen. Sie verzichten gegenüber den bisher verfügbaren Core Ultra 300 auf CPU-Kerne und Takt, bringen aber die großen Xe3-iGPUs Arc B390 und Arc B370 mit.
Die bisher verfügbaren Panther-Lake-Prozessoren mit großer Grafikeinheit (drei Mal mit 12 CU als „X-Serie“, einmal mit 10 CU ohne X-Zusatz) boten 12 bis 16 Prozessorkerne, darunter vier Performance-Kerne. Das führte dazu, dass die Leistung bei sehr geringer TDP stark einbrach, weil die CPU anteilig sehr viel Leistung aufnahm (siehe: Gaming-Benchmarks: So schnell ist die Intel Arc B390 bei nur 10 Watt TDP.
Für die Handheld-Varianten der Arc-G3-Serie kombiniert Intel die große iGPU jetzt mit weniger Kernen. Das sollte in der Regel nicht zu Leistungseinbußen führen, weil die iGPU trotz deutlich gestiegener Grafikleistung der Flaschenhals bleibt. Bis hinunter auf 8 Watt soll die Leistung in Spielen nicht ins Bodenlose fallen, so wie das beim Core Ultra 300 bisher der Fall war.
Vorerst gibt es zwei Varianten: Intel Arc G3 Extreme und Intel Arc G3. Beide SoCs nutzen den gleichen CPU-Tile, den Unterschied macht die Ausbaustufe des großen iGPU-Tiles. Mit LPDDR5X-8533 ist auch der maximale RAM-Takt gegenüber den Notebook-Modellen leicht abgesenkt worden, dasselbe gilt für die CPU- und GPU-Taktraten und wohl auch für die NPU. Dies wiederum hilft jedoch die Leistungsaufnahme im Zaum zu halten, denn die letzten Megahertz an der Spitze werden bekanntlich oft durch überproportional viel Energie erkauft, während die Effizienz darunter viel höher ausfällt.
MSI Claw 8 EX AI+ im Überblick
MSI gehörte zu den ersten Anbietern eines Intel-Handhelds überhaupt und ist auch bei Arc G3 (Extreme) ganz vorne mit dabei. Intel selbst hat für den Test der neuen Arc-G3-Serie weltweit nur das neue Handheld von MSI verteilt.
MSI Claw 8 EX AI+ heißt die dritte Generation Gaming-Handheld von MSI mit Intel-SoC. Im Claw 8 AI+ steckte zuvor ein Intel Core Ultra 200V „Lunar Lake“, der erste Claw basierte auf Intel Meteor Lake.
Das MSI Claw 8 EX AI+ übernimmt beim Design und unter der Haube größtenteils die DNA des Vorgängers. Das IPS-Display ist damit weiterhin 8 Zoll groß und löst mit 1.200p bei 500 Nits und bis zu 120 Hz auf. Im Kern tauscht MSI nur die CPU samt zugehöriger Komponenten aus, sogar das Gesamtgewicht des Handhelds ist mit 795 Gramm exakt identisch zum Vorgänger mit Lunar Lake. Im Vergleich zum ROG Xbox Ally X von Asus und Microsoft mit AMD Ryzen AI Z2 Extreme ist das MSI Claw noch einmal deutlich größer – die Display-Fläche aber eben auch.
Testergebnisse
Intel stellt für Gaming-Handhelds mit Arc G3 Extreme bei 35 Watt eine um 42 Prozent höhere Leistung in Aussicht, als sie bisher mit AMD Ryzen AI Z2 Extreme (im ROG Xbox Ally X (Test)) zur Verfügung stand. Alternativ soll das eigene SoC bei 17 Watt dieselbe Leistung wie die Konkurrenz bei 35 Watt erreichen – also „doppelt so effizient“ sein.
ComputerBase hat den Arc G3 Extreme im MSI Claw 8 EX AI+ und den AMD Ryzen AI Z2 Extreme im ROG Xbox Ally X nachfolgend miteinander verglichen. Alle Benchmarks des ROG Xbox Ally X wurden dabei im Juni 2026 mit aktuellem Software-Stand neu erstellt.
Beim ROG Xbox Ally X kamen die verfügbaren Profile Turbo (35 Watt am Netzteil, 25 Watt im Akku-Betrieb), Leistung (immer 17 Watt) und Leise (immer 13 Watt) zum Einsatz. Der Intel Arc G3 Extreme wurde analog betrieben: Mit 35, 25, 17 und 13 Watt – die Einstellung der TDP ist über MSIs Overlay in 1-Watt-Schritten jederzeit möglich.
Gaming-Leistung
Im Notebook kann sich die große Arc B390 bei ca. 50 Watt TDP um fast 80 Prozent von AMDs schneller iGPU absetzen, im Handheld hat Intel 42 Prozent bei 35 zu 35 Watt in Aussicht gestellt. Im – zugegebener Maßen aus Zeitgründen sehr eingeschränkten – Parcours sind es im Test knapp 60 Prozent. Der Leistungssprung gegenüber dem bisherigen Status quo ist zweifelsohne enorm groß.
Aber der Arc G3 Extreme liefert auch bei weniger Watt ab und kann Intels Versprechen, „doppelt so effizient“ zu sein, im kompakten Testparcours ebenfalls einlösen: Bei 17 Watt ist das System im Durchschnitt über die Tests sogar schneller als der Ryzen AI Z2 Extreme bei 35 Watt. Im Vergleich 17 zu 17 Watt und 13 zu 13 Watt liegt das Intel-System jeweils gut 30 Prozent in Front – der Vorsprung bei 35 Watt ist also am größten.
Nicht berücksichtigt wurde in den Benchmarks Frame Generation oder das zurzeit nur für Intel Arc G3, nicht aber für AMD Ryzen Z2 (Extreme) verfügbare Multi Frame Generation. Auch lief Cyberpunk 2077 mit Preset „Steam Deck“ auf beiden Systemen mit FSR 2.1, obwohl AMD FSR 3, Intel sogar das optisch bessere XeSS nutzen könnte. In dieser Disziplin hat Intel vor der Veröffentlichung von FSR 4.1 auf RDNA 3.5 zweifelsohne die Nase vorne.
Lautstärke beim Gaming
Das voluminöse MSI Claw 8 EX AI+ wird unter Last bei 35 Watt TDP genau so „laut“ wie das kleinere Xbox ROG Ally X. Der Geräuschpegel ist dabei nie unangenehm, zumal man lediglich das gleichmäßige Lüfterrauschen hört.
Bei geringerer TDP senkt das MSI Claw 8 EX AI+ mit der im Test installierten Firmware die Lautstärke nur gering, das ROG Xbox Ally X läuft bei nur 13 Watt TDP hingegen mess- und hörbar leiser.
Akkulaufzeit beim Gaming
Die Akkulaufzeit wurde bei auf 200 Nits normierter Display-Helligkeit und 60 statt 120 Hertz (alle Power-Saving-Features deaktiviert) in einer Schleife im 3DMark Steel Nomad Light ermittelt.
Bei 13 Watt TDP übertrifft das MSI Claw 8 EX AI+ das Niveau des ROG Xbox Ally X mit 13 Watt TDP. Beide verfügen über einen 80 Wh großen Akku, aber das Display des MSI Claw ist sogar größer (8“ FHD+ vs. 7“ FHD).
Die Laufzeit bei 17 Watt TDP beträgt 3:19 Stunden und liegt damit 64 Prozent höher als die Laufzeit des ROG Xbox Ally X mit 25 Watt – gegenüber dessen in etwas gleich schnellen 35-Watt-Modus, der im Akkubetrieb aber nicht zur Verfügung steht, sollte der Gaming-Handheld mit Arc G3 Extreme also wirklich bei gleicher Leistung gut doppelt so lange durchhalten.
Fazit
Der Intel Arc G3 Extreme als Handheld-Ableger von „Panther Lake“ ist schneller als der AMD Ryzen Z2 (AI) Extreme, die Leistung im Gaming-Handheld wird durch die starke Panther-Lake-iGPU Arc B390 auf ein neues Level gehoben. Das lag schon auf Basis der Tests dieser iGPU in Core-Ultra-300-Notebooks auf der Hand, darf jetzt aber auch für den angepassten großen G3-SoCs als bestätigt angesehen werden. Der kleinere Arc G3 wird langsamer sein, könnte die Konkurrenz aber weiterhin schlagen – Tests bleiben abzuwarten.
Nutzer können die höhere Leistung des Arc G3 Extreme für neuere Spiele, höhere Details oder ein FHD+-Display wie im MSI Claw 8 EX AI+ nutzen. Oder sie senken die TDP und spielen mit der Leistung des AMD Ryzen Z2 Extreme fast doppelt so lang. Intel hat in diesem Punkt nicht zu viel versprochen, Panther Lake liefert beim Spielen im Gaming-Handheld ab. Tests zur Anwendungs-Leistung waren aus Zeitgründen noch nicht möglich, sollen aber noch nachgeholt werden.
Im Vergleich zu AMDs aktuellen Handheld-SoCs verfügt Intel mit XeSS zudem über das bessere Upscaling, denn FSR 4 gibt es von AMD für diese Leistungsklasse noch nicht. Ob es noch kommt, bleibt abzuwarten. Und Multi Frame Generation, je nach Spiel auch im Handheld-Format ein nützliches Hilfsmittel um das Bild sichtbar flüssiger zu machen, gibt es bei AMD ebenfalls nicht.
Also alles in Butter? Nein, denn die Arc-G3-Handhelds haben ein Problem: den Preis. 1.799 US-Dollar vor Steuern wollen MSI und Intel für das getestete Handheld haben. Das ist, großes FHD+-Display, sehr hohe Leistung, moderne Features zum Trotz, extrem viel Geld für das Gebotene und deutlich mehr, als man aktuell für früher gefertigte Lagerware mit AMD Ryzen Z2 Extreme zahlen muss: Das Asus ROG Xbox Ally X gibt es ab 899 Euro.
Auch diese Geräte werden noch wesentlich teurer werden, wenn sie als Neuware frisch aus der Fabrik kommen, aber aktuell hat diese Plattform den Preis als sehr starkes Argument auf der Seite. Und FSR 4? Wird hoffentlich noch werden…
ComputerBase hat das MSI Claw 8 EX AI+ von Intel leihweise unter NDA zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Bericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin. Die Zustellung erfolgte drei Tage vor Ablauf der Frist.
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Neue Initiative von OpenAI: „Patch the Planet“ soll kritische Open-Source-Software stärken
OpenAI hat mit „Patch the Planet“ eine neue Initiative innerhalb des Daybreak-Programms gestartet, um die Sicherheit kritischer Open-Source-Projekte zu stärken. KI-gestützte Sicherheitsanalysen sollen dabei mit menschlicher Expertise kombiniert werden, um Schwachstellen schneller zu erkennen, zu prüfen und zu beheben.
Ein Zusammenschluss, um Software sicherer zu machen
Ziel des neuen Projekts sei es laut einer Mitteilung von OpenAI, überlastete Maintainer zu entlasten und die Sicherheit der Software-Infrastruktur langfristig zu verbessern. Dabei soll der gesamte Verteidigungszyklus abgedeckt werden, angefangen bei der Entdeckung einer Schwachstelle über deren Validierung und Offenlegung bis hin zur Entwicklung und Bereitstellung von Patches.
Um dies zu erreichen, sollen die Sicherheitsforscher von Trail of Bits, die weltweit führende Plattform für ethisches Hacking und Cyber-Sicherheit HackerOne sowie die Sicherheitsspezialisten von Calif direkt mit den Betreuern von Open-Source-Projekten zusammenarbeiten. Trail of Bits soll dabei die Rolle eines technischen Ersthelfers übernehmen und bei der Priorisierung sowie Analyse potenzieller Sicherheitsprobleme unterstützen.
Mithilfe von OpenAIs Sicherheitswerkzeugen sollen so mögliche Fehler und Schwachstellen identifiziert, bewertet und behoben werden. Statt Maintainer wie üblich mit einer Vielzahl von Meldungen zu überfluten, werden die Ergebnisse im Vorfeld von Experten geprüft. Darüber hinaus sollen Prozesse geschaffen werden, die langfristig zu einer höheren Sicherheit beitragen. Zu den ersten beteiligten Projekten zählen unter anderem cURL, NATS Server, pyca/cryptography, Sigstore, aiohttp, das Go-Projekt, freenginx, Python und python.org.
Projekt setzt nicht nur auf Automation
Im Raum steht allerdings die Frage, wie sich das Projekt langfristig skalieren lässt und wie viele Projekte gleichzeitig betreut werden können. Nach Angaben von OpenAI arbeitet Trail of Bits inzwischen mit GPT-5.5-Cyber und Codex an insgesamt 19 Open-Source-Projekten, um Bedrohungsmodelle, Angriffstaxonomien sowie invariante und eigenschaftsbasierte Tests zu entwickeln, die auf Projektspezifikationen und RFCs basieren. Auf diesem Weg sollen bereits mehrere hundert Sicherheitsprobleme entdeckt worden sein.
Darüber hinaus entstanden binnen kürzester Zeit wiederverwendbare Werkzeuge wie Fuzzing-Umgebungen, Testsysteme, Bedrohungsmodelle und Pipelines zur Analyse bekannter Sicherheitslücken. Ein vollständiger Fuzzing-Laboraufbau, der üblicherweise mehrere Wochen Entwicklungszeit beanspruchen würde, sei laut OpenAI mithilfe der KI innerhalb eines Tages entstanden. Trail of Bits arbeitet zudem daran, die Tests weiter auszubauen und zu verfeinern.
Eine weitere Entwicklung des Projekts ist ein automatisierter Prozess zur Suche nach Varianten bereits bekannter Schwachstellen. Dafür werden bekannte CVE-Daten analysiert, Muster extrahiert und ähnliche Fehler in aktuellen Code-Basen aufgespürt. Mehrere KI-Agenten filtern anschließend Fehlalarme und Duplikate heraus, bevor die Ergebnisse von Sicherheitsexperten überprüft werden. Jede gemeldete Schwachstelle wird zudem vor der Weitergabe an die Entwickler manuell überprüft, um Fehlalarme zu reduzieren.
Die Teilnehmer des Projekts erhalten von OpenAI zudem Zugang zu ChatGPT Pro, entsprechendes API-Guthaben sowie einen eingeschränkten Zugriff auf Codex Security.
Bereits erste Erfolge vorzuweisen
Erste Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen hat OpenAI ebenfalls veröffentlicht. So sollen allein im Linux-Kernel mehr als 30 Millionen Zeilen Code untersucht worden sein, wobei GPT-5.5-Cyber dabei zahlreiche sicherheitsrelevante Probleme erkannt und unter anderem acht Proof-of-Concepts für Speicherlecks sowie 24 lokale Privilegien-Eskalationen erzeugt haben soll. Im OpenBSD-Kernel wurde zudem ein 23 Jahre alter Use-after-Free-Fehler entdeckt, der Root-Rechte ermöglichen könnte. Für FreeBSD wurden insgesamt 34 Schwachstellen bestätigt und sieben lokale Privilegien-Eskalationen demonstriert.
Auch im Browser-Bereich war Daybreak erfolgreich: Innerhalb einer Woche wurden allein fünf ausnutzbare Schwachstellen in Googles V8-JavaScript-Engine sowie mehr als zehn Sicherheitsprobleme in Apples WebKit gefunden. Darüber hinaus entdeckte das Preparedness-Team eine WebAssembly-Schwachstelle in Firefox, die Mozilla noch vor dem Wettbewerb Pwn2Own Berlin schließen konnte. In der Folge zogen fünf von sechs angemeldeten Firefox-Teilnehmern ihre Angriffe zurück.
Nicht alle gefundenen Schwachstellen werden offengelegt
OpenAI macht allerdings deutlich, dass die Ergebnisse bewusst nur teilweise veröffentlicht werden. Details zu Exploit-Techniken und einzelnen Projekten sollen erst nach abgeschlossenen Offenlegungsprozessen bekanntgegeben werden. Damit verfolgt OpenAI einen ähnlichen Ansatz wie Google, die detaillierte Informationen zu Sicherheitslücken ebenfalls erst später veröffentlichen, um Anwendern ausreichend Zeit für Updates einzuräumen und potenziellen Angreifern keine zusätzlichen Informationen zu liefern. OpenAI kündigte zudem weitere technische Berichte an und will zusätzliche Open-Source-Projekte in das Programm aufnehmen. Maintainer können sich aktiv für eine Teilnahme bewerben.
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Zeitreise in das Jahr 1996: Neues Fan-Projekt macht Shooter-Legende Quake 1 im Browser spielbar

Ein neues Fan-Projekt macht Quake 1 erneut über einen Webbrowser spielbar. Dabei ist lediglich eine Maus und eine Tastatur notwendig, um den Singleplayer- und QuakeWorld-Online-Multiplayer-Modus des Retro-Klassikers zu spielen.
Quake erschien im Jahr 1996 und war einer der ersten First-Person-Shooter, der vollständig auf einer 3D-Umgebung mit Polygonen basierte. Rund 30 Jahre später kann das genreprägende Retro-Spiel im Rahmen eines neuen Fan-Projektes im Webbrowser der eigenen Wahl gespielt werden. Damit bekommen Spieler neben NetQuake und Co. eine weitere Option, Quake 1 über das Internet im Browser zu spielen.
So wird Quake 1 im Browser gespielt
Die Online-Version von Quake 1k kann über eine auf Pieter.com gehostete Website gespielt werden. Es handelt sich dabei um ein inoffizielles und nicht-kommerzielles Fan-Projekt, das nicht mit id Software zusammenhängt. Ferner wird für die Webbrowser-Ausgabe von Quake 1 hierbei FTE QuakeWorld genutzt, eine Open-Source-Engine mit Unterstützung für verschiedene idTech-Spiele. Den Quellcode von Quake 1 hat id Software zudem bereits im Jahr 1999 veröffentlicht.
Im Rahmen der Browser-Variante von Quake 1 kann der Singleplayer ausprobiert werden, wobei hier aus Lizenzgründen nur die Shareware-Version zur Verfügung steht. Darüber hinaus ist es auch möglich, den Online-Multiplayer-Modus über QuakeWorld zu spielen, wodurch hierbei Matches mit bis zu 8 Spielern möglich sind. Wie bei einem Browser üblich erfolgt die Steuerung über Maus und Tastatur.
Die Steuerung im Detail
Die Steuerung ist dabei auch im Browser identisch mit der regulären Version von Quake 1, wie OS X Daily schreibt. Demnach wird die Maus zum Zielen genutzt, während ein Linksklick für das Schießen verwendet wird. Die Bewegung des eigenen Charakters erfolgt wie üblich mittels über WASD auf der Tastatur: Mit der W-Taste wird sich nach vorne bewegt und mit der S-Taste rückwärts. Bewegungen nach links und rechts erfolgen bekanntlich über die A- und D-Tasten.
Die Leertaste ermöglicht das Springen, um so gegnerischen Angriffen auszuweichen oder über Lücken zu gelangen. Mit der Escape-Taste öffnet sich das Hauptmenü, wo unter anderem der Single- und Multiplayer-Modus ausgewählt werden kann sowie das Options-Menü aufgerufen wird. In den Optionen können beispielsweise die Tasten neu belegt oder das Field-of-View (FOV) und die Mausgeschwindigkeit angepasst werden.
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