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Stromversorgung: Deutschland greift Habecks Gaskraft-Plan wieder auf


Deutschland hält in weiten Teilen an früheren Plänen für seine Stromversorgung fest – das zeigt die Einigung zwischen EU-Kommission und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Nach monatelangen Verhandlungen steht jetzt fest, dass die Bundesregierung nur wenig von dem abweichen wird, was die Vorgängerregierung geplant hat.

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Es ist ein großes Ziel: Deutschland soll dekarbonisiert werden. Trotz Ausbau von Sonnen- und Windkraft reichen Erneuerbare Energien zumindest in Zeiten längerer Dunkelflauten auf absehbare Zeit nicht. Vor allem dann, wenn sowohl Autofahrer als auch Industrie auf Strom umstellen. Davon geht – vereinfacht – das Bundeswirtschaftsministerium aus, das für die Energiepolitik zuständig ist. Bis 2035 braucht Deutschland, auch wegen des Kohleausstieges, mehr Stromerzeugungskapazität. Über die Art der gut regelbaren und nur bei Bedarf zugeschalteten Stromquellen wurde in den vergangenen Monaten intensiv diskutiert.

Weil es dabei um staatliche Garantien geht, muss die EU-Kommission dem deutschen Plan zustimmen. Und die erteilte den ursprünglichen Plänen der Bundeswirtschaftsministerin, Gaskraftwerke mit einer Leistung von 20 Gigawatt zu errichten, eine deutliche Absage. Nach monatelangen Verhandlungen gibt es nun eine Einigung zur sogenannten Kraftwerksstrategie. Reiche gibt es kleiner: „Mit den kurzfristigen Ausschreibungen über zwölf Gigawatt neuer, zusätzlicher steuerbarer Leistung schaffen wir auch für die Zukunft die Grundlage für gesicherte Stromversorgung in Deutschland“, sagt die Ministerin.

Noch 2026 sollen Kraftwerkskapazitäten in dieser Größenordnung ausgeschrieben werden. Die Verträge des Bundes mit potenziellen Betreibern werden 15 Jahre laufen.

Zehn Gigawatt davon müssen bis 2031 nicht nur zur Verfügung stehen, sondern auch in der Lage sein, über längere Zeiträume durchgehend Strom zu liefern. Kleinere Speicher scheiden somit von vornherein aus. Allerdings soll, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium, die Aggregation von Kapazitäten zulässig sein: Mehrere kleinere Anlagen könnten gemeinsam mitbieten. Vieles spricht dafür, dass die zehn Gigawatt Leistung vor allem aus neuen Gaskraftwerke kommen werden.

Die neuen Gaskraftwerke sollen alle „H2-ready“, also in der Lage sein, auch mit Wasserstoff betrieben zu werden. Spätestens ab 2040 soll stückweise der Umstieg beginnen, 2045 will auch Reiche kein Erdgas mehr verfeuern lassen. Das ist deutlich später als in der früheren und von Reiche verworfenen Kraftwerkstrategie des Ampel-Wirtschaftsministers Robert Habeck geplant war: Der hat 2024 ebenfalls zwölf Gigawatt zusätzliche Kapazität geplant, die acht Jahre nach Errichtung schrittweise auf Wasserstoff hätten umgerüstet werden sollen – also ab etwa 2035. Habecks Pläne wurden mit dem vorzeitigen Regierungsende jedoch ad acta gelegt.

Bislang mangelt es an Erzeugungskapazitäten für Wasserstoff, der für die Umrüstung genutzt werden könnte. Auch der Aufbau des sogenannten Wasserstoffkernnetzes, das den Energieträger sicher durch Deutschland transportieren und die bisherige Erdgasinfrastruktur zumindest teilweise ablösen soll, steckt noch in den Kinderschuhen. Mit der jetzt getroffenen Einigung verpflichtet sich aber auch die neue Bundesregierung zu Wasserstoff.

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Zwei weitere Gigawatt wird Deutschland technikoffen ausschreiben. Speicherverbünde könnten dafür ebenso infrage kommen wie virtuelle Kraftwerke mit Mindesterzeugungskapazitäten. Details dazu will das Wirtschaftsministerium noch veröffentlichen, nicht förderfähig sollen allerdings Kapazitätsgarantien durch Lastabwurf („Demand Side Response“) sein.

Die Ministerin sieht in ihrer Kraftwerksstrategie einen „Startpunkt für umfassende, technologieoffene Kapazitätsmärkte“. Am Ausstieg aus der Kohleverstromung 2038 und dem Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung 2045 hält die Einigung mit der EU-Kommission fest. Deutschland muss die Pläne noch formell bei der EU-Kommission einreichen.


(ds)



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Verwaltung am Limit: Warum billige IT-Sparpläne den Staat teuer zu stehen kommen


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die deutsche Verwaltung steuert sehenden Auges auf einen kritischen Systemfehler zu. Davor warnen Experten des auf den öffentlichen Dienst ausgerichteten Netzwerks NExT und des DigitalService des Bundes in einem am Montag veröffentlichten Politikpapier der Reihe „GovImpact“. Bis 2030 werden demnach voraussichtlich eine Million Stellen im öffentlichen Sektor unbesetzt bleiben, da der demografische Wandel die Behörden mit voller Wucht trifft.

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Damit steigt laut der Analyse der Haushalts- und Kostendruck. Zugleich blieben immer mehr Aufgaben unerledigt. In dieser Zuspitzung verspreche die Digitalisierung seit Jahren das Blaue vom Himmel – Effizienzgewinne, Kosteneinsparungen und ein moderneres Staatserlebnis. Doch die Realität sieht oft anders aus. Mit ihrer Analyse rechnen die Fachleute mit gängigen Reformansätzen ab und zeigen auf, warum echte Effizienz weit mehr erfordert als nur den Rotstift oder ein paar neue Algorithmen.

Die Autoren identifizieren drei grundlegende Strategien, mit denen die öffentliche Hand derzeit versucht, der Krise Herr zu werden. Der erste und wohl riskanteste Weg ist die pauschale Ressourcenkürzung noch vor Beginn der eigentlichen Wertschöpfungskette. Wenn Digitalbudgets zusammengestrichen und Stellen abgebaut werden, mag das auf dem Papier kurzfristig Geld sparen. Doch der Bedarf an Transformation verschwindet dadurch nicht. Im Gegenteil: Den verbleibenden Mitarbeitenden fehlen die Kapazitäten, um Prozesse grundlegend zu verbessern, da sie im Tagesgeschäft ersticken.

Oft führt dieser Brain-Drain dazu, dass teure externe Berater eingekauft werden müssen, um die entstandenen Lücken mühsam zu füllen. Das kann die Kosten am Ende sogar in die Höhe treiben.

Ein zweiter, moderner anmutender Ansatz setzt am Ende der Kette an: Hier werden technologische Schichten wie KI oder Robotic Process Automation (RPA) auf bestehende, oft veraltete Abläufe gelegt. Das bringt zwar schnelle Entlastung bei monotonen Aufgaben und verkürzt Bearbeitungszeiten, wie Pilotprojekte beim Wohngeld zeigen. Dieser Ansatz stößt aber schnell an technologische Grenzen. Die Verfasser warnen, dass solche Lösungen beim E-Government nur Symptome bekämpfen und im schlimmsten Fall dysfunktionale Altsysteme zementieren.

Diese „technischen Schulden“ müssen später teuer abgetragen werden, wenn die unterliegende Infrastruktur einmal zwangsläufig einer grundlegenden Erneuerung bedarf. Zudem bleibe das Erlebnis für die Bürger oft unverändert schlecht, heißt es. Diese müssten sich weiterhin mit komplizierter Sprache und unklaren Zuständigkeiten herumschlagen.

Die einzige nachhaltige Lösung liegt der Expertise zufolge in einer tiefgreifenden Verbesserung innerhalb der Wertschöpfungskette selbst. Das bedeute, den Maschinenraum der Verwaltung konsequent aufzuräumen, anstatt ihn nur zu verkleinern oder oberflächlich zu erweitern. Investitionen müssten in moderne Bestandssysteme, klare Standards und eine intuitive Nutzererfahrung fließen. Nur wenn Daten von Anfang an strukturiert erfasst und vernetzt würden, könnten Medienbrüche vermieden und Prozesse proaktiv gestaltet werden.

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Dass dies funktioniert, zeigen laut der Untersuchung Beispiele wie die digitale Grundsteuererklärung oder automatisierte Stromsteuerentlastungen. Solche Lösungen sparten bereits heute Millionen an Bürokratiekosten ein.

Damit diese „Digitalrendite“ flächendeckend realisiert werden kann, müssen laut dem Papier verkrustete Strukturen im Rechts- und Finanzwesen aufgebrochen werden. Das bisherige Haushaltsrecht stehe der Modernisierung oft im Weg. Kosten entstünden oft an einer Stelle, während der Nutzen in einem anderen Ressort oder auf einer anderen Ebene anfalle.

Hier fordert die Initiative eine übergreifende Kosten-Nutzen-Betrachtung. Ebenso müsse das Personalrecht reformiert werden: Aktuell würden Führungskräfte oft für die Größe ihres Apparates belohnt. Das schaffe wenig Anreiz, Prozesse durch Digitalisierung zu verschlanken. Echte Digitalisierung im staatlichen Sektor ist demnach kein bloßes IT-Projekt, sondern eine politische Gestaltungsaufgabe. Sie erfordert den Mut, ineffiziente Traditionen zugunsten einer zukunftsfähigen Verwaltung aufzugeben.

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(nie)



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Konkurrenz für Netflix: Paramount+ und HBO Max könnten fusionieren


Paramount+ und HBO Max sollen nach der sich anbahnenden Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance zu einem einzigen Streaming-Dienst zusammengefasst werden. Diesen Plan bestätigte Paramount-CEO David Ellison am Montag in einer Investorenkonferenz. Laut Ellison würde eine solche fusionierte Streaming-Plattform über 200 Millionen Abonnenten bedienen und zu einem der größten Player im Streaming-Bereich aufsteigen. „Wir glauben, dass das kombinierte Angebot angesichts der Menge an Inhalten und unserer technischen Möglichkeiten uns in die Lage versetzen wird, mit den größten Anbietern im DTC-Bereich zu konkurrieren“, so Ellison. DTC steht für Direct to Consumer.

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Ob die beiden Bibliotheken von Paramount+ und HBO Max vollständig integriert werden oder ob eine davon als eigenständiger Dienst innerhalb der anderen bestehen bleibt, sei unklar, schreibt das US-Techportal Engadget. Unklar sei auch, was der neue, kombinierte Streaming-Dienst kosten wird. Im vergangenen Jahr hätten sich die Abo-Kosten für die allermeisten Streaming-Dienste erhöht.

Der Streaming-Markt wird dominiert von Netflix. Der US-Konzern wollte ebenfalls Warner Bros. Discovery übernehmen, ist in der vergangenen Woche aber überraschend aus dem Bieterstreit ausgestiegen. Dadurch wurde doch noch der Weg für Paramount Skydance frei. Vorherige Übernahmeangebote durch Paramount waren von Warner jeweils ausgeschlagen worden. Nach Angaben von Paramount wird die Fusion ein gemeinsames Unternehmen mit einer Nettoverschuldung von rund 79 Milliarden US-Dollar schaffen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Paramount-Chef David Ellison, Sohn des Milliardärs Larry Ellison, unterhält enge Verbindungen zur Trump-Administration. Laut einigen Analysten könnte dies zu einer günstigeren regulatorischen Behandlung beitragen, so Reuters.

Zugleich wurden Befürchtungen laut, dass die Warner-Übernahme durch Paramount und damit einen Trump-Getreuen, die Meinungsvielfalt der US-Medien weiter aushöhlt. Im Fokus steht dabei vor allem der Nachrichtensender CNN. Denn durch den Zusammenschluss werden Paramounts Sender CBS, MTV, Comedy Central und BET mit Warners Sendern wie eben CNN, TNT und Food Network vereint. Wie Reuters feststellt, würde der fusionierte Konzern über eine der umfangreichsten Sammlungen kommerziell erfolgreicher Markenrechte der Branche verfügen, darunter „Game of Thrones“, „Mission Impossible“, „Harry Potter“ oder „Top Gun“. „Durch die Zusammenführung unserer linearen Geschäftsbereiche erwarten wir einen höheren Cashflow, mehr Effizienz und eine bessere Bewältigung des Marktdrucks“, so Ellison.


(akn)



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Google lässt saubere Stromerzeugungsanlagen und Riesenstromspeicher bauen


Ein Rechenzentrum des US-Suchmaschinenbetreibers Google soll mit einem großen Akku ausgestattet werden, der Strom aus erneuerbaren Quellen zwischenspeichern soll. Die Umsetzung des Projekts in Pine Island im US-Bundesstaat Minnesota übernimmt der Energieversorger Xcel Energy.

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Xcel wird nach eigenen Angaben einen Speicher mit einer Kapazität von 30 Gigawattstunden installieren, der eine Leistung von 300 Megawatt bereitstellen soll. Es ist gemessen an der Speicherkapazität bislang das weltweit größte Batterieprojekt.

Bei den Akkus handelt es sich um Eisen-Luft-Akkus des US-Unternehmens Form Energy, einer Ausgründung des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Diese Speichertechnik nutzt Luft und Eisen beziehungsweise Rost und kommt ohne Lithium aus. Da die dafür nötigen Rohstoffe reichlich vorhanden sind, soll ein solcher Akku deutlich günstiger sein als ein Lithium-Ionen-Akku. Zudem enthält er keine giftigen Stoffe und kann nicht in Brand geraten.

Google und Xcel Energy haben zudem den Bau neuer sauberer Energieanlagen vereinbart: Xcel Energy soll im Auftrag des Internetkonzerns Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1,4 Gigawatt sowie 200 Megawatt an Solaranlagen installieren.

„Unser Engagement für Minnesota geht über den Bau von Infrastruktur hinaus“, sagte Amanda Peterson Corio, Leiterin des Bereichs Data Center Energy bei Google. „Es geht uns darum, ein verantwortungsbewusster Partner, Nachbar und guter Bürger des Stromnetzes zu sein.“ Mit dem Bau sauberer Stromerzeugungssysteme und des Speichers trage Google dazu bei, ein robustes Stromnetz einzurichten, von dem die Gesellschaft profitiere.

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Wie bei allen großen Internetkonzernen ist auch Googles Energiebedarf in den vergangenen Jahren durch die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz rapide angestiegen. Der Konzern setzt dabei auf kohlenstoffemissionsfreie Energie: Dazu gehört eben Wind-, Wasser- und Sonnenenergie auch Atomkraft: So soll 2029 für Google ein stillgelegtes Atomkraftwerk im Bundesstaat Iowa wieder hochgefahren werden. Daneben will der Konzern drei neue Atomkraftwerke entwickeln lassen.


(wpl)



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