Künstliche Intelligenz
Tesla verschiebt angeblich CarPlay-Einführung wegen iOS 26
Tesla arbeitet nach wie vor an der Integration von Apple CarPlay in seine Fahrzeuge, doch die Einführung verzögert sich. Wie Mark Gurman in seinem Bloomberg-Newsletter Power On berichtet, gibt es zwei wesentliche Gründe für die Verzögerung: technische Inkompatibilitäten zwischen Apple Maps und Teslas eigener Navigationssoftware sowie die verhaltene Verbreitung von iOS 26.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die geplante CarPlay-Implementierung unterscheidet sich deutlich von der üblichen Vollbildschirm-Integration anderer Hersteller. Tesla plant, CarPlay als Fenster innerhalb der eigenen Software-Oberfläche laufen zu lassen. Dabei sollen etwa zwei Drittel des Bildschirms für iPhone-Apps zur Verfügung stehen, während das linke Drittel und die untere Leiste weiterhin Tesla-eigene Informationen wie Geschwindigkeit, Batteriestand und Full-Self-Driving-Visualisierungen anzeigen.
Widersprüchliche Navigationsanweisungen als Problem
Das Hauptproblem liegt dem Bericht zufolge in der parallelen Anzeige von Apple Maps und Teslas eigener Kartensoftware. Die beiden Navigationssysteme synchronisierten sich nicht, was zu widersprüchlichen Anweisungen führen könnte. Besonders kritisch wird dies bei aktivem Autopilot oder Full Self-Driving, wo präzise und eindeutige Navigationshinweise unerlässlich sind.
Apple hat nach Teslas Anfrage offenbar zugestimmt, Änderungen an Maps vorzunehmen. Der entsprechende Fix wurde allerdings nicht im initialen iOS-26.0-Release implementiert, sondern erst in einem späteren Update nachgeliefert. Dies führt zum zweiten Verzögerungsgrund: Ende 2025 waren zu wenige iPhones mit dem notwendigen Update ausgestattet.
iOS 26 verbreitet sich langsamer als erhofft
Laut aktuellen Apple-Zahlen vom 12. Februar 2026 läuft iOS 26 auf 74 Prozent der iPhones der letzten vier Jahre. Das klingt zunächst nach einer hohen Verbreitung, liegt jedoch unter der Adoptionsrate von iOS 18 zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, die bei 76 Prozent lag. Da der Maps-Fix nicht im Basis-Release enthalten war, bleibt unklar, wie viele Nutzer tatsächlich über die kompatible Version verfügen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Tesla wartet offenbar auf eine ausreichende Verbreitung der aktualisierten iOS-26-Version, bevor CarPlay kommt. Dies könnte laut Gurman „noch lange dauern“. Ein konkreter Zeitplan für die Einführung existiert nicht, Spekulationen deuten auf einen möglichen Start im Frühjahr 2026 hin.
Drahtlose Integration ohne Systemzugriff
Die geplante CarPlay-Integration soll ausschließlich drahtlos funktionieren. Das iPhone verbindet sich beim Einsteigen automatisch per Bluetooth und WLAN mit dem Fahrzeug, ohne dass ein Kabel notwendig ist. CarPlay läuft dabei in einer Sandbox und erhält keinen Zugriff auf Tesla-Hardware oder Fahrdaten. Die Kernfunktionen des Tesla-Infotainmentsystems bleiben dominant, CarPlay ergänzt lediglich die Möglichkeit, Drittanbieter-Apps wie Podcast-Player zu nutzen.
Tesla hatte sich jahrelang gegen CarPlay gewehrt und auf die Qualität des eigenen Infotainmentsystems verwiesen, das bereits Apple Music und Spotify integriert. Die Kehrtwende erfolgte im Jahr 2025, nachdem die Verkaufszahlen des Elektroautoherstellers deutlich eingebrochen waren. In Europa fielen die Verkäufe 2025 um mehr als 30 Prozent, in Deutschland sogar um 54 Prozent. Die CarPlay-Integration könnte helfen, iPhone-Nutzer anzuziehen, die bei der Konkurrenz von BYD bis VW bereits auf die Apple-Integration zugreifen können.
(mki)