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Top 10: Bestes Smartphone bis 400 Euro im Test – Motorola vor Nothing und Realme


Nothing Phone 4a im Test: Smartphone mit Periskop-Tele schon ab 349 Euro

Dieses Smartphone ist ein echter Hingucker: Mit dem Nothing Phone 4a bleibt der Hersteller sich treu beim extravaganten Design und überarbeitet primär die Telelinse.

VORTEILE

  • tolle Triple-Kamera
  • extravagantes Design
  • praktische Glyph-Bar
  • Essential-Taste mit neuer Position

NACHTEILE

  • nicht komplett wasserdicht
  • mittelmäßige Performance
  • nur USB-C 2.0
  • keine eSIM

Dieses Smartphone ist ein echter Hingucker: Mit dem Nothing Phone 4a bleibt der Hersteller sich treu beim extravaganten Design und überarbeitet primär die Telelinse.

Retro-Futurismus trifft wieder auf industriellen Charme. Geht es um Smartphones mit Wiedererkennungswert dank exzentrischem Design, hat man ein Nothing Phone vor sich. Auch dieses Jahr gibt es wieder ein Update der leicht abgespeckten A-Reihe der Macher rund um Carl Pei.

Das neue Nothing Phone 4a ist der preislich günstigere Einstieg in die Nothing-Welt – bekommt aber ein starkes Upgrade bei der Kamera: Erstmals gibt es sogar eine Periskop-Telelinse, wie sie letztes Jahr noch dem Pro-Modell vorbehalten war. Auch die Essential-Taste sitzt jetzt dort, wo sie seltener stört – und die Lampen auf der Rückseite wurden ebenfalls überarbeitet.

Wie gut sich das schicke Smartphone im Alltag schlägt, klärt dieser Testbericht.

Design

Ein auffälliger Look ist vielleicht das wesentlichste Merkmal der Produkte von Nothing – und das Nothing Phone 4a macht da keine Ausnahme. Wie schon beim Vorgänger Nothing Phone 3a setzt der Hersteller auf eine Design-Sprache, die an Science-Fiction-Filme der 80er-Jahre erinnert: Die raue, industrielle Ästhetik weckt Assoziationen an Battlestar Galactica.

Unter einer transparenten Glasfläche auf der Rückseite treffen unterschiedlich getönte Kunststoffe aufeinander, dazwischen schimmern kleine Metallelemente hervor, die entfernt an Computerplatinen erinnern. Dieses bewusste Spiel mit dem Verborgenen bleibt unverwechselbares Markenzeichen des Herstellers. Neu beim 4a: Der Rahmen besteht weiter aus Kunststoff.

Die Kamera sitzt erneut mittig auf der Rückseite, wie schon beim Nothing Phone 3a. Allerdings ist eine der Linsen dieses Mal räumlich klar von den beiden anderen Objektiven getrennt. Um die Kameramodule herum setzt Nothing zusätzlich Aluminium als Verstärkung ein. Laut Hersteller soll die Anordnung auf der Rückseite an eine Eule erinnern – auf den ersten Blick erschließt sich das nicht unbedingt, aber das liegt letztlich im Auge des Betrachters.

Eine weitere große Neuerung betrifft die Beleuchtung auf der Rückseite: Hier kommt erstmals die sogenannte Glyph-Bar zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen Balken aus mehreren vertikal angeordneten Rechtecken mit LED-Leuchten in sechs Zonen. Sie ersetzt die beiden halbkreisförmig angeordneten Leuchten des Nothing Phone 3a. Nutzt man sie etwa als Glyph-Timer, füllt sich der Balken kontinuierlich, je näher das Ende des Countdowns rückt. Ebenso signalisiert sie eingehende Anrufe oder Benachrichtigungen – dezent, aber unübersehbar.

Mit Abmessungen von 163,9 × 77,5 × 8,5 mm und einem Gewicht von 205 g bewegt sich das Phone 4a in Flagship-Dimensionen. Einhandbedienung ist mit diesem wuchtigen Gerät kaum komfortabel möglich.

Die Zertifizierung nach IP64 bedeutet: Das Gerät ist erneut nur spritzwasserfest, aber nicht wasserdicht. Einen höheren Schutzgrad schließt Nothing aufgrund der transparenten Glasrückseite aus Kostengründen aus. Immerhin soll das Gerät laut Hersteller aber rund 20 Minuten in 25 cm Wassertiefe unbeschadet überstehen.

Ein kleines, aber willkommenes Detail: Die Essential-Taste hat eine neue Position bekommen. Beim Vorgänger Nothing Phone 3a sorgte ihre ungünstige Platzierung häufig für versehentliches Auslösen. Beim Nothing Phone 4a wandert sie auf die gegenüberliegende Seite nach oben, wo sie im Alltag deutlich weniger stört.

Display

Der Bildschirm des Nothing Phone 4a setzt auf ein AMOLED-Panel mit einer üppigen Diagonale von 6,78 Zoll – an Bildschirmfläche mangelt es also nicht. Die Auflösung von 2720 × 1224 Pixeln bei einer Pixeldichte von 440 PPI sorgt für eine messerscharfe Darstellung.

Die Bildwiederholrate beträgt maximal 120 Hz. Ab Werk ist der Modus „Dynamisch“ voreingestellt: Dann regelt das Handy automatisch zwischen 30 und 120 Hz. Alternativ lässt sich die Rate permanent auf 120 Hz fixieren – was allerdings zulasten der Akkulaufzeit geht – oder auf konstante 60 Hz begrenzen.

Die Bildqualität ist tadellos, die Blickwinkel stets stabil. Auch im Freien lässt sich die Anzeige gut ablesen: Zwar liegt die typische Display-Helligkeit bei nur rund 800 Nits, bei Bedarf kann die automatische Helligkeitsanpassung jedoch vollflächig auf bis zu 1600 Nits und punktuell sogar auf bis zu 4500 Nits hochschnellen. In der Praxis ist das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar – auch wenn das recht starke Spiegeln hier ein kleiner Störfaktor ist.

Kamera

An den reinen Megapixeln hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts getan: Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln auf und bringt einen optischen Bildstabilisator mit. Der Sensor stammt von Samsung. Dazu kommt eine Ultraweitwinkellinse mit 8 Megapixeln, ebenfalls von Samsung. Für Selfies steht eine 32-Megapixel-Frontkamera bereit.

Das eigentliche Upgrade steckt in der Telelinse: Hier setzt Nothing erstmals auf ein echtes Periskop-Teleobjektiv mit 50 Megapixeln Auflösung. Die Zoomstufe wurde im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert und bietet jetzt einen optischen Zoom mit 3,5-fachem Faktor.

Für die Preisklasse liefert das Nothing Phone 4a erstaunlich gute Aufnahmen für den Preis. Die Hauptkamera überzeugt bei Tageslicht mit breitem Dynamikumfang, lebendigen Farben, hoher Bildschärfe und ausgeprägten Details. Auch bei Dunkelheit hellt die Kamera Motive gekonnt auf – das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn die Schärfe hier bisweilen leicht nachlässt im Vergleich zu Tageslichtaufnahmen oder teureren Flagship-Smartphones.

Der eigentliche Star des Nothing Phone 4a ist aber die Periskop-Telelinse. Bei 3,5-facher Vergrößerung liefert sie verlustfreie Aufnahmen mit abgestimmten Farben, gutem Dynamikumfang und ausgeprägten Details. Auch bei 7-fachem Zoom gibt es kaum sichtbare Einbußen, bei 30-fach hält sich der Pixelbrei noch in Grenzen – und selbst bei 70-fach erkennt man zumindest grob, was man vor der Linse hat. Beeindruckend: Auch bei Dunkelheit liefert das Tele noch verlässliche Ergebnisse und nähert sich damit dem Niveau deutlich teurerer Smartphones.

Etwas abgeschlagen zeigt sich die Ultraweitwinkellinse. Bei ihrer geringen Auflösung schwächelt sie zumindest bei Dunkelheit deutlich. Einen dedizierten Makromodus gibt es nicht – Nahaufnahmen macht man mit der Hauptkamera. Wer weiter weg stehende Motive nah heranholen will, greift wiederum zur Telelinse. Für Foto-Enthusiasten bietet Nothing zudem zahlreiche Presets und Filter für Retro-Effekte in Instagram-Manier.

Selfies gelingen ebenfalls mit naturgetreuer Farbgebung, ausgeprägten Bilddetails und hoher Bildschärfe. Im Porträtmodus legt sich das Bokeh sauber um das Profil. Bei den Videoclips wirken die Farben etwas blasser als bei Fotos, die Stabilisierung ist jedoch weitgehend gelungen. Ein kleines Manko: Videos nimmt das 4a nur in 4K mit 30 FPS auf. Wer 60 FPS möchte, muss sich mit Full-HD begnügen.

Ausstattung

Unter der Haube werkelt der Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4 (SM7635-AC). Das Mittelklasse-SoC schlägt sich im Alltag wacker – E-Mails, Social Media, Multitasking: alles kein Problem. Für den Alltag reicht das locker. Wer allerdings beim Zocken mit höchsten Grafikeinstellungen liebäugelt, sollte besser zu einem anderen Smartphone greifen.

Die Benchmarks bestätigen den Eindruck: Bei PCMark Work landen wir bei rund 11.600 Punkten – ordentlich, aber kein Grund zum Angeben. Bei 3DMark Wild Life Extreme sind es etwas magere 1100 Punkte.

Los geht es mit 128 GB und 8 GB RAM, die 256-GB-Variante gibt es wahlweise mit 8 GB oder großzügigen 12 GB Arbeitsspeicher. Als Speicherstandard dient UFS 3.1 – flott genug für schnelle App-Starts und zügige Dateiübertragungen. Den rasanteren UFS-4.0-Standard gibt es derzeit nur in deutlich teureren Flaggschiffen.

Auf der Konnektivitätsseite gibt sich das Phone 4a zeitgemäß: 5G für unterwegs, Wi-Fi 6 für daheim, Bluetooth 5.4 und NFC. Die Nutzung einer eSIM ist beim 4a aber nicht möglich, das ist dem Pro-Modell vorbehalten. Ein weiterer Wermutstropfen: Über den USB-C-Anschluss wandern Daten nur per USB 2.0 – wer große Dateien per Kabel übertragen will, benötigt also etwas Geduld. In dieser Preisklasse ist das allerdings auch 2026 noch ziemlich üblich. Die Ortung arbeitet erfreulich präzise mit rund drei Metern Genauigkeit über GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS.

Die Essential-Taste sitzt, wie eingangs erwähnt, links oben. Kurzes Drücken erstellt eine Notiz oder speichert einen Screenshot, längeres Drücken startet eine Audioaufnahme, Doppeldruck öffnet den Essential Space. Nette Idee – der Alltagsnutzen hält sich bislang aber in Grenzen.

Der Fingerabdrucksensor unter dem Display macht einen verlässlichen Job. Und auch beim Sound gibt es wenig zu meckern: klarer Klang, solides Volumen, selbst bei hohem Pegel weitgehend verzerrungsfrei.

Software

Nothing liefert das 4a mit Android 16 aus. Als Bedienoberfläche kommt Nothing OS 4.1 zum Einsatz – erfrischend minimalistisch im Design, auf Wunsch aber auch gegen den gewohnten Android-Look austauschbar. Ansonsten erinnert die Oberfläche stark an Stock-Android. Einen Nachteil hat der Look allerdings: So cool er auch aussieht, im Dickicht der dunklen Icons im Comic-Stil wirkt die Oberfläche stellenweise etwas unübersichtlich.

Software-Updates gibt es jetzt für drei Jahre – also bis Android 19. Sicherheitspatches liefert Nothing sogar bis zu sechs Jahre lang. Andere Mitbewerber sind hier stärker aufgestellt, es ist aber ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung.

Mit Bloatware hält sich Nothing erfreulich zurück – generell schwebt dem Hersteller langfristig eine möglichst App-freie Nutzung der Mobilgeräte vor. Viele Funktionen sind bereits fest integriert: etwa der Glyph-Timer als Alternative zum üblichen Countdown oder Essential Voice, das Spracheingaben direkt in Text umwandelt.

Für Bastler interessant ist der Nothing Playground: Über ein Webtool am Laptop lassen sich eigene Widgets und kleine Web-Apps erstellen – Nothing nennt sie „Essential Apps“. In einer Art Baukasten beschreibt man per Prompt, was die Mini-App können soll. Das Ganze befindet sich allerdings noch in der Beta-Phase.

Weitere Software-Features sind in Planung – bei Verfügbarkeit werden wir diese ausprobieren und den Test entsprechend aktualisieren.

Akku

Der Akku fasst 5080 mAh – was mittlerweile gar nicht mehr so üppig dimensioniert klingt. In Kombination mit dem sparsamen Snapdragon-SoC entpuppt sich das Nothing Phone 4a überraschend als echter Ausdauerkönig: Bei PCMark Battery Test erreichen wir knapp 17,5 Stunden – deutlich länger als bei den meisten Konkurrenten.

Damit sollte das Smartphone locker zwei Tage ohne Steckdose durchhalten. Geladen wird mit bis zu 50 W per Kabel – das ist flott, wenn auch kein Rekord. Kabelloses Laden sucht man beim 4a allerdings vergeblich.

Preis

Das Modell mit 8/128 GB startet bei einer UVP von 348 Euro. Die Zwischenstufe mit 8/256 GB gibt es ab 389 Euro exklusiv bei Amazon. Das Top-Modell mit 12/256 GB schlägt mit rund 400 Euro zu Buche.

Bei den Farben hat Nothing die Wahl zwischen Weiß, Schwarz sowie Pink und Blau im transparenten Look. Allerdings sind derzeit nicht alle Farben in jeder Speicherkonfiguration erhältlich.

Fazit

Das Nothing Phone 4a wird wieder Blicke auf sich ziehen. Das Design ist zwar keine Revolution, sondern eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers – im Einheitsbrei anderer Smartphone-Hersteller aber nach wie vor erfrischend anders. Die Glyph-Bar auf der Rückseite ist dabei mehr als Zierde: Als optischer Countdown oder für Benachrichtigungen erweist sie sich als praktisches Feature.

Die größte Stärke ist das Kamera-Setup. Für diesen Preis bekommt man eine richtig gute Kamera mit starker Periskop-Telelinse, die auch bei Dunkelheit überzeugt. Der Abstand zum teuren Flaggschiff? Gar nicht mehr so groß.

Die Performance ist solide, wenn auch nicht überragend – für alle Aufgaben des Alltags und Casual Gaming reicht das Nothing Phone 4a locker aus. Nur Hardcore-Gamer mit hohen Grafikansprüchen sollten sich anderweitig umschauen.

Das aufwendige Design hat allerdings seinen Preis: Der Wasserschutz fällt mit IP64 eher bescheiden aus – auch wenn Nothing betont, dass das Gerät zumindest 20 Minuten in 25 cm Wassertiefe überstehen soll.

Wer ein Smartphone sucht, das sich sichtbar von der Masse abhebt und starke Fotos inklusive gutem Zoom liefert, liegt beim Nothing Phone 4a richtig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei diesem Handy schlicht grandios.



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Ab Raspberry-Pi-Format: Einplatinencomputer mit Intel Core 300 „Wildcat Lake“


Die im April von Intel vorgestellte CPU-Baureihe Core 300 alias Wildcat Lake nutzen immer mehr Hersteller als Nachfolger der ältlichen N-Prozessoren. Der taiwanische Hersteller kündigt mehrere Einplatinencomputer (UP-Boards) und Minirechner an, die mit Core-300-Chips bestückt sind. Die Vorgänger nutzten x86-Prozessoren wie Intel N100 (Alder Lake-N), N150 oder Core 3 N355 (Twin Lake).

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Die Platine des Aaeon UP WCL hat wie beim Raspberry Pi ungefähr das Format einer Bezahlkarte. Er soll mit Core 3 304 (1 P- und 4 E-Kerne), Core 5 320 (2P/4E) oder Core 7 350 (2P/4E) bestellbar sein sowie mit bis zu 24 GByte LPDDR5-RAM und 256 GByte UFS-Flash.

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Auf den Produktfotos von Aaeon fehlt der Kühlkörper. Allerdings kann der Core 300 auf 10 bis 15 Watt TDP eingestellt werden, und Aaeon nennt 30 bis 36 Watt typische Leistungsaufnahme. Daher dürfte ein Lüfter nötig sein, den das Datenblatt auch erwähnt (Active cooling).

Dank der bis zu zwei P-Kerne verspricht der Aaeon UP WCL wesentlich höhere Rechenleistung als bei einem Raspberry Pi 5. Außerdem hat das Board leistungsfähigere Schnittstellen: 3 × USB-A mit 10 Gbit/s, Ethernet mit 2,5 Gbit/s und eine M.2-Fassung. Leider verrät Aaeon bisher nicht, wie viele PCIe-Lanes welcher PCIe-Generation zum Einsatz kommen.

Eine USB-C-Buchse hat der UP WCL nicht und auch nur eine HDMI-2.1-Buchse. Es gibt auch nur 10 GPIO-Anschlüsse. Die Stromversorgung erfolgt mit 12 Volt Gleichspannung.

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Preise und Lieferterrmine nennt Aaeon bisher nicht.

Der deutlich größere Aaeon UP Nexus WCL hat vor allem mehr Anschlüsse und Schnittstellen, darunter USB-C. Allerdings liefert die Buchse keine DisplayPort-Signale an einen Monitor, beherrscht aber immerhin USB 3.2 Gen 2×2 mit 20 Gbit/s. Den im Core 300 integrierten Controller für USB4/Thunderbolt 4 nutzt Aaeon nicht.


(ciw)



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Tödlicher Titanic-Tauchgang: Keine Vorschriften für solche Tauchboote


Bei einer Besichtigungsfahrt zum Wrack der Titanic am 18. Juni 2023 implodierte das Tauchboot Titan. Alle fünf Personen an Bord waren sofort tot. Das Tauchboot war nirgends registriert. Das Begleitschiff war kanadisch und vom Hafen St. John’s in Neufundland ausgelaufen, weshalb die kanadische Verkehrssicherheitsbehörde TSB (Transportation Safety Board) die Todesfahrt untersucht hat. Am Mittwoch hat sie ihren Bericht M23A0169 veröffentlich. Darin beschreibt sie zahlreiche Mängel und spricht sechs Empfehlungen aus.

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Das Design der Titan war einzigartig und ungeprüft. Gebaut und betrieben wurde es von einer kleinen US-Firma namens Oceangate. Sie hat allerdings nicht überprüft, ob die von ihr getroffenen Annahmen über Material und Konstruktion auch wirklich zutrafen. Damit war völlig unklar, wie viele Tauchgänge die Kohlefaserhülle aushalten würde.


Aufrisszeichnung

Aufrisszeichnung

Schema der Titan

(Bild: TSB/Daniel AJ Sokolov)

Zwar war ein System eingebaut, dass den Materialstress erhob, doch wurden dessen Daten nicht regelmäßig ausgewertet. Zusätzlich gab es zwei Warnsystemen, die bei Problemen Alarm schlagen sollten. Eines funktionierte nicht. Ob das andere überhaupt so früh gewarnt hätte, dass Titan den über drei Stunden langen Tauchvorgang durchführen hätte können, hat Oceangate nie verifiziert.

Hinzu kam, dass die Firma mangelhaftes Kohlefasermaterial eingesetzt hat: billige Ausschussware, die beim Flugzeugzusammenbauer Boeing durchgefallen war. Dieses bekannt schlechte Material wurde dann auch noch unsachgemäß verbaut, gelagert und transportiert. Für den konkreten Unfall ohne Belang, aber beispielhaft für die Sicherheitskultur, war, dass die Titan keine von Innen zu öffnende Luke hatte. Außenstehende mussten Schrauben entfernen, um die Insassen aussteigen zu lassen.

Zudem war der Notfallplan völlig unzureichend. Das Begleitschiff hatte keine Möglichkeit, Titan unter Wasser zu orten. Theoretisch vorgesehen war der Einsatz von Tauchrobotern, sollte Titan nicht selbständig auftauchen können. Doch gab es keine Verträge mit Betreibern passender Tauchroboter. Dabei beschränkte sich die Lebenserhaltung für Titan-Insassen auf nur 96 Stunden. Passende Tauchroboter zu finden und vor Ort zu bringen dauerte dann auch deutlich länger.

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Diplomatisch fasst der kanadische Bericht die Zustände bei Oceangate, die zu dem tödlichen Unfall beigetragen haben, zusammen: „Das Risikomanagement Oceangates wurde durch Struktur und Zusammensetzung der Firma behindert und durch Machtverhältnisse sowie soziale und psychologische Faktoren beeinflusst.“ Wie schon aus einem US-Untersuchungsbericht zur tödlichen Titanic-Tauchfahrt bekannt ist, legte Firmenchef Stockton Rush nur mäßigen Wert auf Sicherheit.

Rush setzte auf Trial-and-Error und reagierte spontan auf Probleme. Mehrere Personen, die intern auf Sicherheitsrisiken hingewiesen hatten, verließen das Unternehmen oder wurden gegangen. Einer erstattete Anzeige bei der US-Arbeitssicherheitsbehörde OSHA, wurde durch eine Klage Oceangates aber zum Schweigen gebracht. Zum Zeitpunkt des Unglücks hatte Oceangate gar keinen Entwicklungsleiter mehr.

Firmenchef Rush kann nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden. Er ist eines der fünf Todesopfer.

Wasserfahrzeuge müssen in einem einzelnen Land registriert sein, das dann zuständig ist. Doch hat Oceangate seine Titan nirgends registriert. Einen Anlauf zu einer Registrierung auf den Bahamas hat die Firma wieder abgebrochen, nachdem dessen Behörde die notwendigen Voraussetzungen erklärt hatte, hält der kanadische Bericht fest.

Doch auch Registrierung bedeutet nicht, dass das Wasserfahrzeug zertifiziert sein muss. Konkret in Kanada fällt nur etwa ein Viertel der registrierten Flotte unter die Zertifizierungspflicht (abhängig von Größe und Maximalzahl etwaig beförderter Passagiere). Der Rest muss ebenfalls Betriebs- und Sicherheitsvorschriften einhalten. Ob sie das tun, wird nicht laufend behördlich geprüft. Das kanadische Verkehrsministerium setzt auf „risikobasierte“ Inspektionen.

Ausländische Schiffe, die in kanadische Häfen einlaufen, müssen sich vorab melden und können dann im Hafen untersucht werden. Das gilt allerdings erst ab 500 Bruttotonnen und nicht für Wasserfahrzeuge, die als Fracht durch andere Fahrzeuge importiert werden, wie es bei der Titan der Fall war.

Vor allem aber gibt es keine verpflichtenden Normen für Design, Herstellung und Betrieb von Tauchbooten. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat zwar Richtlinien erarbeitet (Maritime Safety Committee Circular 981), deren Befolgung aber freiwillig ist. Daher empfiehlt die kanadische Verkehrssicherheitsbehörde dem Verkehrsministerium, sich bei der IMO dafür starkzumachen, diese Richtlinien in internationale Verträge oder Normen aufzunehmen.

Zusätzlich sollte die Monarchie die Einhaltung der Richtlinien für alle Tauchboote vorschreiben, die in Kanada registriert sind, ein kanadisches Begleitschiff haben oder in der ausschließlichen Wirtschaftszone vor den Küsten des Landes betrieben werden. (Die Titanic liegt außerhalb dieser Zone, Anmerkung.)

Drei weitere Empfehlungen zielen auf bessere Kommunikation zwischen Behörden sowie konkrete Definition von Risikofaktoren, die behördliche Inspektionen auslösen ab. Der sechste Rat betrifft bessere Zusammenarbeit zwischen der Mannschaft eines Tauchbootes und der Crew seines Begleitschiffes.


(ds)



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Neuer Regulierungsärger für Apple: Italien leitet DMA-Untersuchung ein


Apple droht neuer Regulierungsärger in der Europäischen Union (EU): Mit der italienischen Wettbewerbsbehörde AGCM wird die Untersuchung diesmal nicht von der EU-Kommission in Brüssel, sondern aus einem EU-Mitgliedsland angestoßen. Die Wettbewerbshüter in Italien wollen überprüfen, ob Apple auf iPhone und iPad die iCloud gegenüber alternativen Cloudanbietern bevorzugt – und ob dies mit den Vorschriften des Digital Markets Act (DMA) vereinbar ist. Im Falle eines Verstoßes drohen Apple empfindliche Strafen, die von der EU-Kommission als Durchsetzungsbehörde ausgesprochen werden können.

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In dem formellen Beschluss zur Einleitung einer Untersuchung gegen Apple vom 9. Juni 2026 werden zwei Beispiele genannt, in denen alternative Cloudanbieter gegenüber Apple benachteiligt sein sollen. Erstens soll nur über die iCloud ein vollständiges Geräte-Backup mit Apps, Nachrichten und Einstellungen möglich sein. Und zweitens verwehre Apple Cloud-Mitbewerbern auch, dass ihre Dienste gleichwertig für die Hintergrundsynchronisierung und andere iCloud-Funktionen eingesetzt werden.

Bei Apple zeigt man sich überrascht über den plötzlichen Vorstoß aus Italien: „Die neuen Bedenken zu iCloud kamen in unseren ausführlichen Gesprächen mit der Europäischen Kommission zu Interoperabilität nie zur Sprache.“ Die EU-Kommission habe Apples DMA-Verpflichtungen zuletzt auch im Streit um Siri AI und den Digital Markets Act thematisiert, heißt es in einer Stellungnahme Apples, die heise online vorliegt. Apple arbeite gewissenhaft daran, seinen Verpflichtungen unter dem DMA nachzukommen. „Wir freuen uns auf den Austausch mit der italienischen Behörde, um ihre Bedenken im Detail zu besprechen und auszuräumen.“

Das Verfahren – laut Medienberichten die erste nationale DMA-Untersuchung in Italien – geht offenbar auf einen Whistleblower-Hinweis zurück, der am 9. April 2025 bei der Behörde eingegangen ist. Es ist unklar, ob es sich um eine Einzelperson, ein Unternehmen oder einen Konkurrenten handelt. Nach der ersten Meldung erhielt die Behörde weitere Ergänzungen am 24. Juli 2025 und am 16. Februar 2026.

Apple habe nun 60 Tage Zeit, eine Anhörung zu beantragen. Das Verfahren müsse bis zum 31. März 2027 abgeschlossen sein. Die EU-Kommission wurde laut der italienischen Behörde am 8. Juni 2026 informiert.

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Es ist nicht die erste Begegnung Apples mit der italienischen Behörde: Bereits im Dezember 2025 erhielt Apple von der AGCM einen Bußgeldbescheid über 98,6 Millionen Euro. Die Behörde warf Apple Missbrauch seiner beherrschenden Stellung im App-Markt vor. Konkret ging es um die App Tracking Transparency, die von App-Entwicklern verlangt, dass diese sich für das Tracking von Usern zuerst das Einverständnis der Nutzer einholen müssen.

Apple wurde von der EU-Kommission 2023 (für iOS) und 2024 (für iPadOS) als Gatekeeper eingestuft. Derzeit streitet Apple mit der EU-Kommission auch darum, ob der DMA Siri AI von iPhones in der EU fernhält – iOS 27 soll ohne die neue KI-Siri in die EU kommen. Damit gelten für Apple besondere Pflichten, etwa die zur Interoperabilität nach Artikel 6, Absatz 7 des DMA. Apple und andere Gatekeeper müssen damit Funktionen für Mitbewerber gleichberechtigt öffnen.


(mki)



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