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Künstliche Intelligenz

VR Games Showcase März 2026: Alle neuen VR-Spiele und Ankündigungen


Titel und Plattform Beschreibung PAYDAY: Aces High (Meta Quest 3, SteamVR) Koop-VR-Heist-Shooter für bis zu 4 Spieler, in dem spektakuläre Raubüberfälle geplant und durchgeführt werden. Release 2026. Compass (Meta Quest, SteamVR, PSVR2) Open-World-Pilotenabenteuer mit Rätseln, Upgrades und freier Erkundung. Release Frühjahr 2026. Exoshock (Meta Quest, PCVR) VR-Koop-Sci-Fi-PvE-Shooter für 1 bis 4 Spieler mit Squad-Taktik und dynamischen Schlachtfeldern (Early Access). Forefront (Quest, PC VR, PSVR2) 32-Spieler-VR-Shooter mit Land-, See- und Luftfahrzeugen. Version 1.0 erscheint am 23. April. Dimensional Double Shift – Sporelando (Meta Quest, Android XR) DLC für die humorvolle VR-Erfahrung in einer chaotischen Dimension. Release: 23. April 2026. Among Us 3D Definitive Edition (Steam, SteamVR, Meta, PSVR2, PICO) VR-Version des Social-Deduction-Hits mit plattformübergreifender Unterstützung. Release 6. Mai 2025. One More Delve (PC/Steam, Quest 3/3S) Physikbasierter Dungeon-Crawler mit Nahkampf, Magie und Koop für bis zu 3 Spieler. Release:27. April. VR BMX (PCVR/Steam, später Quest) VR-BMX-, Scooter- und Mountainbike-Spiel mit Multiplayer, Trick-System und Individualisierung. Release 26. März 2026 (Steam). Space Control (Steam, Meta Quest) Abgedrehte Sci-Fi-Management-Adventure-Komödie über die Arbeit für eine Alien-Megacorp. Release: 1. April 2026. The Amusement (Meta Quest, Steam) Narratives VR-Adventure in einem verlassenen Freizeitpark. Release:April 2026. The Lightkeepers (Meta Quest) Koop-Survivalspiel mit Tag-Nacht-Zyklus. Release: Q3 2026. Spymaster (Meta Quest, PC VR) Actionreiches VR-Spionageabenteuer im Stil klassischer Agentenfilme. Release:2026. Panoptic II (PC VR, Meta Quest 3) Asymmetrisches Multiplayer-Versteckspiel mit Riesen-gegen-Zwerge-Gameplay. Release: 2026. The Boys: Trigger Warning (Meta Quest 3) Actionspiel im „The Boys“-Universum mit Originalfiguren und Story-Kampagne. Release: 26. März 2026. Primal Rumble (Meta Quest) Rundenbasiertes Kartenspiel mit humorvollen Kreaturen und kompetitivem Fokus. Noch kein Veröffentlichungsdatum. VRacer Hoverbike (Meta Quest) Hoverbike-Rennspiel erhält kostenlosen Track-Editor per Update (26. Juni 2026). Roboquest VR (Steam, PSVR2, Meta Quest) Rasantes Roguelite-FPS mit Koop-Support. Quest-Version & Multiplayer-Update für Mai angekündigt. Trombone Champ: Unflattened (Meta Quest, SteamVR, PSVR2) Rhythmusspiel mit über 58 Tracks erhält neuen DLC (noch kein VÖ-Datum). FlatOut 4: Total Insanity VR (Steam) VR-Port des Arcade-Racers startet im Early Access ab 23. April 2026. WRATH: Aeon of Ruin – Brutal Edition (Meta Quest, SteamVR, PSVR2) Oldschool-VR-FPS im Quake-Stil mit Dual-Wielding und physischem Nachladen. Release: 9. April 2026. Bootstrap Island (PC VR) Erstes großes Post-Launch-Update für das Survival-Abenteuer angekündigt. Beat The Beats (Quest, Pico, PC VR) Rhythmusspiel erscheint Ende März auf Quest und Pico. Puzzling Places (PC VR) Aktualisierte PC-Demo vor offiziellem Launch veröffentlicht. Legendary Tales: Dawn of History (PCVR, PSVR2) DLC-Überraschungsrelease des Fantasy-Action-RPGs. Release: 24. März 2026. Bloxer (Plattform TBD) Launch-Trailer zum VR-Titel veröffentlicht. Peak Rhythm (Meta Quest) Rhythmus-Kletterspiel erhält Multiplayer-Update. Early Access seit 5. März 2026. Shop & Stuff (Quest, PSVR) Humorvolle Supermarkt-Simulation mit Chaos-Gameplay. Quest seit 5. März, PSVR 2 ab 27. März. How to God (Meta Quest 2/3/3S) „Good or Evil“-Update erweitert die Göttersimulation um neue Moral-Optionen. Release: 26. März. A Long Survive (Quest, PSVR2, SteamVR) Brutales Koop-Actionspiel gegen massive Horden. PSVR2 & SteamVR ab 31. März 2026. Virtual Hunter (PSVR2, Meta Quest) Realistische VR-Jagdsimulation mit Koop-Modus. Release: 25. März 2026. Full Steam Undead (Steam, Quest) Zombie-Action auf einem VR-Dampfzug. Release zum „Steam Frame“-Launch angekündigt. Isle of Food (Steam, Meta Quest, PSVR) Cozy-Open-World-Kochspiel auf einer Insel mit Restaurant-Management. Release: 22. April 2026. Confined: Leaving OKB-134 (PC, PC-VR, Steam Deck) Horror-Puzzle-Adventure in einem verlassenen sowjetischen Bunker. Release: 2026. Plasmaborne (Meta Quest) High-Intensity-VR-Roguelike-Shooter mit Arenakämpfen. Vollversion erscheint am 24. März 2026. Interlocked: Puzzle Islands (Meta Quest, PC/Steam) VR-Neuinterpretation eines 3D-Holzpuzzle-Klassikers. Erscheint am 24. März 2026 für Meta Quest. Crêpe Master! (Meta Quest 3) Buntes Magical-Girl-Actionspiel gegen Alien-Invasoren. Release: 7. Mai 2026. Sol Protocol (Meta Quest 3/3S, Steam später) Koop-VR-Roguelike für 3 Spieler mit gemeinsam gesteuertem Raumschiff. Early Access-Start für April geplant.



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Top 10: Die beste Dashcam fürs Auto im Test – Testsieger Garmin vor Nextbase


Dashcams, kleine Autokameras für die Windschutzscheibe, helfen bei der Klärung der Schuldfrage nach Unfällen. Wir zeigen die zehn besten Modelle.

Wenn es im Straßenverkehr kracht, ist der Ärger groß. Neben der Gefahr für Leib und Leben entstehen oft erhebliche materielle Schäden – und schnell stehen gegenseitige Schuldzuweisungen im Raum. Eine Dashcam kann hier entscheidend helfen: Die kompakte Autokamera für die Windschutzscheibe zeichnet das Verkehrsgeschehen auf und ermöglicht es, den Unfallhergang im Nachhinein zu rekonstruieren – sei es für die Polizei oder vor Gericht.

In vielen europäischen Ländern sind Dashcams weit verbreitet – Großbritannien etwa belohnt Fahrzeughalter mit günstigeren Kfz-Versicherungen, wenn sie eine Autokamera nutzen. Hierzulande werden zwar immer mehr Dashcams verkauft, doch die rechtliche Lage bleibt umstritten.

Der Bundesgerichtshof hat 2018 entschieden, dass Dashcam-Aufnahmen als Beweismittel vor Gericht verwertbar sein können – selbst wenn sie gegen das Datenschutzrecht verstoßen. Das Landgericht Mühlhausen lehnte 2020 hingegen die Verwertung solcher Aufzeichnungen ab, da sie gegen die DSGVO verstoßen würden. Die Richter forderten mehr Rechtssicherheit, da eine Einzelfallentscheidung den Bürgern nicht zuzumuten sei.

Klar geregelt ist: Dashcam-Aufnahmen dürfen nur anlassbezogen erfolgen. Permanentes Filmen ohne konkreten Grund verstößt gegen die DSGVO und kann Bußgelder nach sich ziehen. Eine gängige Lösung ist die sogenannte Loop-Funktion: Die Kamera zeichnet kurze Clips auf und überschreibt ältere Aufnahmen automatisch.

In der Praxis funktioniert das allerdings oft anders als gedacht: Viele Dashcams erstellen fortlaufend neue Videos und löschen alte Clips erst, wenn die Speicherkarte voll ist. So sammeln sich bei großen microSD-Karten schnell Stunden an Filmmaterial an. Wir empfehlen daher, die Speicherkarte regelmäßig manuell zu löschen oder eine Karte mit geringer Kapazität zu verwenden. Von Funktionen wie der SSD-Erweiterung auf bis zu 4 TB – etwa bei der Viofo A329 – raten wir aus Datenschutzgründen ab.

Welche ist die beste Dashcam?

In diesem Beitrag zeigen wir die zehn besten Dashcam-Modelle aus unseren Tests. Dabei berücksichtigen wir primär das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Möglichkeiten zum DSGVO-konformen Betrieb sowie die Bildqualität.

Die Auswahl in dieser Bestenliste bleibt letztlich eine subjektive Angelegenheit der Redaktion. Geht es um Ausstattung und Bildqualität, dann ist die Garmin Dash Cam X310 mit 4K bei 120 fps für 339 Euro der klare Testsieger.

Die Nextbase IQ mit einem Preis von mindestens 228 Euro ist unser Technologiesieger. Varianten mit höherer Auflösung kosten noch deutlich mehr. Sie ist damit zwar teuer und benötigt ein Abonnement für den vollen Funktionsumfang, bietet dafür aber spannende Features wie den Zugriff per Smartphone samt LTE. Ähnliche Funktionen bietet auch die Garmin Dash Cam Live. Preis-Leistungs-Sieger ist die kompakte Nextbase Piqo ab 110 Euro.

Beim Thema Datenschutz hinterlässt die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy die beste Figur. Viele Autokameras, etwa von Viofo oder Vantrue, bieten eine Loop-Funktion, die den Namen nicht verdient: Erst, wenn die Speicherkarte voll ist, löscht die Kamera alte Aufnahmen.

KURZÜBERSICHT

Die Garmin Dash Cam X310 ist eine echte Premium-Dashcam mit hervorragender Bildqualität und zahlreichen Sonderfunktionen. Neben einer hohen Zuverlässigkeit und der sehr kompakten Bauform sind besonders die 120 FPS bei 4K-Auflösung und die praktischen, aber teils kostenpflichtigen Dienste Live-Video und Park-Guard zu nennen. Nicht nur im Portfolio von Garmin setzt die X310 neue Maßstäbe – eine bessere Bildqualität und Ausstattung gab es bisher nicht. Dementsprechend ist die Garmin Dash Cam X310 trotz des hohen regulären Preises von knapp 399 Euro der Testsieger. Aktuell ist das Modell bei vielen Händlern reduziert. Amazon verlangt rund 339 Euro.

VORTEILE

  • großartige Bildqualität dank 120 FPS und 4K-Auflösung
  • viele Sonderfunktionen
  • zusätzliche Assistenzsysteme

NACHTEILE

  • kostenintensiv
  • einige Sonderfunktionen nur im Abo
  • Verstellung des Sichtfeldes bei starker Berührung
  • Fingerabdrücke auf dem Display sichtbar

Echte Hightech und hochwertige Verarbeitung gibt es bei der Nextbase IQ. Die smarte und vernetzte Dashcam filmt nicht nur das Geschehen vor dem Fahrzeug, sondern auch den Innenraum und damit Fahrer und Fahrgast. Zudem ist eine umfassende Parkraumüberwachung integriert. Ein LTE-Modem ist integriert und erlaubt den Live-Zugriff auf die Dashcam im Auto. Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über den OBD-2-Anschluss oder ein Hardwire-Kabel. Nur so ist gewährleistet, dass die Kamera auch mit Energie versorgt ist bei der Parkraumüberwachung. Nähert sich jemand dem Auto, meldet sich die Dashcam per App über das Smartphone beim Fahrzeughalter. Optional kann man eine zusätzliche Rückfahrkamera für 180 Euro dazukaufen und an die Dashcam anschließen.

Die Bildqualität ist gut – erhältlich sind Dashcam-Modelle mit Full HD (1K), QHD (2K) sowie UHD (4K). Eine SOS-Funktion mit automatischer Benachrichtigung bei einem Autounfall sowie Sprachsteuerung sind ebenfalls vorhanden. Warum ist diese Dashcam nicht unser Testsieger? Das liegt am hohen Preis von 228 Euro für das 1K-Modell mit Full HD, 526 Euro für das 2K-Modell oder 680 Euro für das 4K-Modell. Dazu kommen zusätzliche Abogebühren für die Dienste von 7 Euro bis 10 Euro im Monat. Ferner ist die Parkraumüberwachung im Hinblick auf Datenschutz unserer Einschätzung nach nicht ganz unproblematisch.

VORTEILE

  • Live-Zugriff auf Dashcam via LTE
  • einfache Montage
  • gute Bildqualität

NACHTEILE

  • teuer & Abo für vollen Funktionsumfang
  • etwas klobig
  • Befestigung nur zum Ankleben

Die Nextbase Piqo 2K hinterlässt trotz überschaubarer Ausstattung und Bildqualität einen rundum positiven Eindruck. Wer eine zuverlässige, kompakte und trotzdem bezahlbare Dashcam für die tägliche Nutzung sucht, ist mit der Piqo 2K sehr gut beraten. Auch wenn es andere Dashcams mit spannenden Extrafunktionen, höheren Frameraten und 4K-Auflösung locken – mehr als die Piqo 2K benötigt man nicht.

Dank ordentlicher Bildqualität, zuverlässiger Funktion und einem Preis von 129 Euro ist die Nextbase Piqo unser neuer Preis-Leistungs-Sieger für alle, die eine gute Dashcam für den Alltag benötigen.

VORTEILE

  • ordentliche Bildqualität
  • GPS
  • kompakt
  • günstig

NACHTEILE

  • kein Display
  • bei 2K nur 30 FPS
  • wenig Sonderausstattung wie Heckkamera

Ratgeber

Worauf sollte man bei einer Dashcam achten?

Beim Kauf einer Dashcam sollte man auf einige Punkte achten. Zu den Mindestvoraussetzungen gehören in unseren Augen folgende Kriterien:

  • keine permanenten Aufnahmen
  • Loop-Funktion: Idealerweise eingrenzbar auf einen oder wenige Video-Clips – andernfalls müssen Nutzer regelmäßig den Speicher selbst löschen.
  • Beschleunigungssensor (G-Sensor) zum automatischen Aufzeichnen und Sichern bei starkem Bremsmanöver
  • mindestens Full-HD-Auflösung, besser QHD
  • zuverlässige Befestigungsmöglichkeit
  • Sichtfeld darf nicht gestört werden

Weitere Empfehlungen zum Thema Dashcam bietet auch der ADAC.

Ist eine Dashcam im Auto erlaubt?

Die gesetzliche Regelung für den Einsatz einer Dashcam im öffentlichen Raum in Deutschland ist umstritten. Wann der Einsatz zulässig ist, regelt der Datenschutz. Verboten sind Autokameras hierzulande nicht, deshalb darf jeder ein entsprechendes Modell kaufen. Zur Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bedarf es der korrekten Handhabung zum Schutz der personenbezogenen Daten sowie bestimmter technischer Voraussetzungen. Das dauerhafte Aufzeichnen des Verkehrsgeschehens ohne Anlass ist mit einer Dashcam nicht erlaubt. Bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld.

Der Knackpunkt bei der Verwendung einer Dashcam ist, dass man die Zustimmung der Beteiligten niemals einholen könnte. Eine Übergangslösung wäre deshalb, permanente Aufnahmen auf der Speicherkarte zu unterbinden. Unter gar keinen Umständen sollte man Aufnahmen einer Autokamera im Netz veröffentlichen, wenn keine Zustimmung aller auf den Videos zu sehenden Personen besteht, was auch die Kennzeichen aller Fahrzeuge einschließt.

Etwas Licht ins Dunkel wollte ein BGH-Urteil aus dem Jahr 2018 bringen. Hier sollte geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen man Dashcams auf legale Weise verwenden kann. Es besteht dabei eine Interessenabwägung zwischen dem Recht auf Selbstbestimmung der betroffenen Personen und dem Recht auf Schutz des Eigentums des Autofahrers.

Dem Urteil zufolge können allerdings selbst unrechtmäßig erstellte Video-Clips zur Klärung vor Gericht genutzt werden. Zudem hat die Polizei das Recht, die Kamera zu konfiszieren, die Aufnahmen können dann auch gegen den Besitzer verwendet werden. Im Gegensatz dazu lehnte das Landgericht Mühlhausen im Jahr 2020 die Nutzung von Aufzeichnungen ab, da sie gegen die DSGVO verstoßen würden. Die Verwertbarkeit kann in Deutschland nach wie vor nicht als geklärt angesehen werden.

Essenziell für einen datenschutzkonformen Betrieb in Deutschland ist eine Funktion zur Loop-Aufnahme. Dabei nimmt die Kamera immer nur einige zeitlich begrenzte Video-Clips auf und überschreibt diese immer wieder – in der Theorie. In der Praxis erstellen viele Dashcams immer neue Aufzeichnungen und überschreiben die älteren erst, wenn die microSD-Karte nahezu voll ist. Bei großen Speicherkarten kommen so schnell viele Stunden Filmmaterial zusammen.

Die Kamera muss über eine Loop-Aufnahmefunktion verfügen.

Die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy zeichnet von Haus aus maximal zwei Video-Clips mit einer Länge von jeweils 1 Minute auf, die in einer Endlosschleife fortlaufend überschrieben werden. Bei den Kameras von Nextbase kann man in den Einstellungen festlegen, dass nur höchstens vier Clips aufgezeichnet werden. Garmin bietet bei der Dash Cam 67W und anderen Kameras sogar die Option an, nur eine Aufzeichnung vorzunehmen, die fortlaufend überschrieben wird – so sollte ein Loop eigentlich funktionieren.

Tipps für datenschutzgerechte Nutzung

Wirklich rechtlich eindeutig geklärt erscheint uns der Einsatz von Dashcams in Deutschland nicht. Folgende Tipps helfen aber, dem Datenschutz möglichst gerecht zu werden:

  • möglichst kleine microSD-Karte nutzen
  • regelmäßiges Löschen von Dashcam-Aufnahmen
  • geschützten Speicher regelmäßig löschen
  • keine Aufnahmen mit Personen oder Kfz-Kennzeichen im Internet veröffentlichen

Was sollte eine Dashcam können?

Neben einer guten Bildqualität sollte eine Autokamera über wichtige Funktionen wie einen G-Sensor, eine zuverlässige Stromversorgung und praktische Extras verfügen. Im Folgenden erklären wir die wichtigsten Ausstattungsmerkmale, auf die man beim Kauf einer Dashcam achten sollte.

G-Sensor: Automatische Unfallaufzeichnung

Neben der Loop-Funktion ist ein G-Sensor (Beschleunigungssensor) unverzichtbar. Erkennt die Dashcam eine abrupte Verzögerung – etwa bei einer Vollbremsung vor einem Unfall –, speichert sie das Video automatisch in einem geschützten Bereich, damit der Loop es nicht überschreibt. Diese geschützten Aufnahmen sollte man regelmäßig löschen, sofern die Kamera das nicht automatisch nach einer bestimmten Frist erledigt.

Akku und Stromversorgung der Dashcam

Ebenfalls nützlich ist ein eingebauter Akku. Er versorgt die Dashcam nach einem Unfall weiter mit Strom, falls sich das Kabel vom 12-Volt-Anschluss löst. Verbaut sind meist Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus. USB-C zum Laden ist noch nicht bei allen Modellen Standard – vereinzelt kommt noch Micro-USB zum Einsatz.

App-Anbindung, GPS und Fahrassistenz

Weitere Funktionen dienen dem Komfort: Eine App-Anbindung ermöglicht es, das Kamerabild live auf dem Smartphone anzusehen und Clips herunterzuladen. Manche Dashcams bieten zudem GPS-Tracking für den Streckenverlauf oder eine Sprachsteuerung über Amazon Alexa. Für Besitzer älterer Fahrzeuge sind Fahrassistenzsysteme wie Spurhalteassistent oder Kollisionswarner interessant.

Parkraumüberwachung: Dashcam als Parkwächter

Viele Autokameras verfügen über eine Parkraumüberwachung: Die Dashcam bleibt im Stand-by und startet bei Erschütterungen automatisch die Aufnahme. Ohne Zündung ist sie jedoch auf den eigenen Akku angewiesen, der dafür oft nicht ausreicht. Deshalb bieten viele Hersteller Hardwire-Kabel an, um die Kamera dauerhaft mit der Bordelektronik zu verbinden. Bei der Nextbase IQ erfolgt die Stromversorgung per OBD-2-Anschluss, für die Nextbase Piqo gibt es ein optionales Kabel. Aus Datenschutzsicht ist eine solche Überwachung allerdings problematisch – Transcend verzichtet bei der Drivepro 230Q Data Privacy bewusst darauf.

Bildqualität: Auflösung und Bildsensor

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Bildqualität der Dashcam. Entscheidend sind Auflösung, Bildsensor und Blickwinkel – auch Field of View (FOV) genannt. Unscharfe Aufnahmen helfen bei der Klärung der Schuldfrage nicht weiter. Wir empfehlen daher mindestens Full HD (1920 × 1080 Pixel). Einige Top-Modelle lösen in QHD (2560 × 1440 Pixel) oder sogar 4K (4096 × 2160 Pixel) auf.

Sichtfeld: Wie viel Grad sollte eine Dashcam haben?

Beim Sichtfeld raten wir zu mindestens 130 Grad, um das Geschehen vor dem Auto ausreichend abzudecken. Ab 160 Grad kommt es jedoch zum Fisheye-Effekt, bei dem entfernte Objekte weniger scharf erscheinen. Alle getesteten Dashcams liefern eine Bildqualität, bei der Verkehrsteilnehmer gut zu erkennen sind. Das Entziffern von Kfz-Kennzeichen bleibt allerdings bei allen Modellen schwierig.

Der Sichtbereich der Dashcams unterscheidet sich.

Bildrate: Warum 60 FPS bei einer Dashcam wichtig sind

Auch die Bildrate spielt eine Rolle: Mit 60 FPS wirken Aufnahmen flüssiger und liefern mehr Einzelbilder für eine Zeitlupen-Rekonstruktion des Unfallhergangs. 60 FPS stehen meist nur bei Full HD zur Verfügung. Eine Ausnahme ist der Testsieger Garmin Dash Cam X310, der bei 4K bis zu 120 fps ermöglicht. Auflösung und Bildrate lassen sich bei den meisten Dashcams anpassen – die Nextbase Piqo etwa zeichnet wahlweise in 2K bei 30 fps oder in Full HD bei 60 fps auf.

Ist eine Dashcam im Ausland erlaubt?

Wer eine Dashcam im Ausland nutzt, sollte die dortigen Bestimmungen beachten. Selbst innerhalb der EU gibt es keine einheitlichen Regelungen. Unsere Nachbarländer und weitere Staaten handhaben das Thema ganz unterschiedlich. In Österreich sind diese nur mit einer Genehmigung erlaubt. Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Strafen. Der ADAC rät ferner grundsätzlich von der Dashcam-Nutzung in Belgien, Luxemburg, Portugal und der Schweiz ab. In Ungarn und Tschechien ist der Einsatz nur mit einer niedrigen Auflösung erlaubt – also HD oder SD, nicht Full HD.

Hier folgen die Regelungen in den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen:

  • Spanien: Die Dashcam-Nutzung ist erlaubt, solange das Persönlichkeitsrecht beachtet wird. Videos mit erkennbaren Personen dürfen nicht veröffentlicht werden. Die Kamera sollte vor unbefugtem Zugriff geschützt sein.
  • Italien: Dashcams sind für private Zwecke erlaubt. Wichtig ist, dass sie die Sicht des Fahrers nicht behindern.
  • Türkei: Dashcams sind grundsätzlich erlaubt, aber die Verwendung der Aufnahmen entscheidet ein Richter. Personen und Kennzeichen dürfen auf veröffentlichten Videos nicht erkennbar sein.
  • Österreich: Dashcams sind problematisch, da Videoaufnahmen im öffentlichen Raum als Überwachung gelten. Hohe Geldstrafen drohen bei Verstößen. Eine Genehmigung der Behörden ist erforderlich. Wir raten derzeit von der Nutzung ab.
  • Griechenland: Dashcams sind für den privaten Gebrauch erlaubt, die Veröffentlichung und Nutzung für Versicherungszwecke ist jedoch verboten. Videos können nur in bestimmten Strafverfahren als Beweis dienen.
  • Frankreich: Dashcams sind zulässig, solange sie die Sicht des Fahrers nicht behindern. Vor Gericht kann das Material verwendet werden, wenn der Richter dies erlaubt. Andere Unfallbeteiligte müssen informiert werden.
  • Kroatien: Dashcams sind erlaubt, solange sie die Sicht nicht behindern. Bei der Veröffentlichung dürfen keine Personen oder Kennzeichen erkennbar sein.
  • Polen: Dashcams sind erlaubt, sollten jedoch leicht zu entfernen und mit einer Loop-Funktion ausgestattet sein. Aufnahmen mit erkennbaren Personen oder Kennzeichen dürfen nicht veröffentlicht werden.
  • Niederlande: Dashcams dürfen für den privaten Gebrauch verwendet werden. Die Datenschutzbestimmungen der EU gelten: Personen und Kennzeichen müssen auf veröffentlichten Videos unkenntlich gemacht werden.
  • Schweiz: Die Nutzung einer Dashcam ist rechtlich umstritten. Das permanente Aufzeichnen ist nicht erlaubt, und jede gefilmte Person muss informiert werden. Der ADAC rät von der Nutzung ab.

Fazit: Welche Dashcam kaufen?

Dashcams können bei Verkehrsunfällen entscheidend zur Klärung der Schuldfrage beitragen. Problematisch bleibt jedoch der Datenschutz: Das permanente Filmen ohne Anlass ist in Deutschland nicht zulässig. Deshalb sollte man beim Kauf besonders auf eine echte Loop-Funktion achten, die ältere Aufnahmen zuverlässig überschreibt.

Den ersten Platz sichert sich die Garmin Dash Cam X310 – dank bester Bildqualität, 4K-Auflösung und zahlreicher Sonderfunktionen. Eine gute und preiswerte Alternative ist die Nextbase 622GW. Technologiesieger ist die Nextbase IQ mit Remote-Zugriff per Smartphone und LTE – sie ist allerdings teuer und erfordert ein Abo für den vollen Funktionsumfang. Preis-Leistungs-Sieger ist die kompakte Nextbase Piqo. Ebenfalls empfehlenswert: die bewährte Garmin Dash Cam Mini 3 in einer ähnlichen Preisklasse. Wer besonderen Wert auf Datenschutz legt, greift zur Transcend Drivepro 230Q Data Privacy – sie bietet die beste DSGVO-konforme Loop-Funktion im Test.

Weitere Themen rund um Autozubehör zeigen diese Bestenlisten und Ratgeber:

BESTENLISTE

Garmin Dash Cam X310 im Test

Das Flagship der neuen Dashcam-Serie von Garmin bietet erstklassige Bildqualität, bequeme Bedienung und zahlreiche smarte Zusatzfunktionen. Ob sich der hohe Preis in der Praxis auszahlt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • großartige Bildqualität dank 120 FPS und 4K-Auflösung
  • viele Sonderfunktionen
  • zusätzliche Assistenzsysteme

NACHTEILE

  • kostenintensiv
  • einige Sonderfunktionen nur im Abo
  • Verstellung des Sichtfeldes bei starker Berührung
  • Fingerabdrücke auf dem Display sichtbar

Das Flagship der neuen Dashcam-Serie von Garmin bietet erstklassige Bildqualität, bequeme Bedienung und zahlreiche smarte Zusatzfunktionen. Ob sich der hohe Preis in der Praxis auszahlt, zeigt der Test.

Die X310 von Garmin ist das neue Premium-Modell der aktuellen Fahrzeugkameras. Neben sehr hoher Bildqualität in 4K mit bis zu 120 FPS, Touchscreen- und Sprachbedienung lockt die Dashcam auch mit ihren integrierten Assistenzsystemen. Einen Teil davon bieten allerdings auch die günstigeren Modelle Dash Cam Mini 3, X110 und X210, wo genau liegt also der Unterschied. Wir haben es getestet.

Die Nutzung der mittlerweile gut bekannten Dashcams ist hierzulande zwar umstritten, unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen ist die Nutzung aber auch in Deutschland zulässig. Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Unfall, helfen die gesicherten Aufnahmen, den Ablauf zu rekonstruieren, um so die Schuldfrage zu klären.

Für die Zulässigkeit der Aufnahmen dürfen aber nur relevante Daten gesichert werden – Videos ohne Aussagekraft dürfen also nicht dauerhaft gespeichert werden. Die Garmin-Kameras nutzten dazu die sogenannte Loop-Funktion, bei der ältere Aufnahmen automatisch mit aktuellen Videos überschrieben werden. Nur Unfallvideos und solche, die der Fahrer per Knopfdruck markiert, landen in einem separaten Ordner, um nicht überschrieben zu werden.

Die Garmin Dash Cam X310 filmt aber nicht nur das Geschehen vor dem Fahrzeug in 4K. Sie bietet ferner Assistenzsysteme, wie einen Abstands- und einen Spurhalteassistenten. Obendrein kann sie per Sprache gesteuert werden und erlaubt eine Live-Übertragung zum Handy und hat einen Park-Guard und eine Zeitrafferfunktion an Bord. Ob die zahlreichen Sonderfunktionen in der Praxis einen Mehrwert bieten und ob sich der stattliche Preis von aktuell 339 Euro lohnt, zeigt unser Test.

Design

Garmin setzt bei seiner X-Serie auf ein ähnliches Design, trotzdem sticht die X310 etwas heraus. Grund hierfür sind die nur zwei Bedientaster wegen des integrierten 2,4-Zoll-Touchscreens und das markante Objektiv im Metallic-Look. Das ragt knapp einen Zentimeter aus dem ansonsten schlichten schwarzen Gehäuse hervor. Die Abmessungen sind mit der X210 identisch und betragen 70 × 42 × 20 Millimeter. Mit einem Gewicht von 78 g ist sie zwar etwas schwerer, aber trotzdem noch schön kompakt. Bei vernünftiger Platzierung beeinträchtigt somit auch nicht das Sichtfeld. Dem gehobenen Preis entsprechend ist die Verarbeitungsqualität sehr hoch und so gibt es hier nichts zu kritisieren.

Das Top-Modell der Dashcam-Reihe bietet 4K-Auflösung mit einem Blickwinkel von 140 Grad und einer Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 FPS. Für verbesserte Bildqualität bei schwierigen Lichtverhältnissen sorgt die Garmin Clarity-HDR-Optik, während der integrierte Polfilter tagsüber Spiegelungen reduziert. Das Kameraobjektiv auf der Vorderseite ragt etwa einen Zentimeter aus dem schlichten schwarzen Gehäuse hervor. Die Verarbeitung und die Druckpunkte der Tasten geben keinen Anlass für Beschwerden. Dem gehobenen Preis entsprechend, gibt es hier eine erstklassige Verarbeitungsqualität.

Neben der Kameralinse sitzt der bewegliche Befestigungsarm, mit dem die Dashcam an die Innenseite der Windschutzscheibe geklebt wird. Genaugenommen klebt hier aber nicht die ganze Kamera, sondern nur eine kleine Metallplatte an der Scheibe. An dieser haftet der magnetische Arm der Kamera – das funktioniert zuverlässig, selbst bei starker Bremsverzögerung. Damit die Klebestelle auch wirklich zuverlässig hält, muss man die Klebestelle unbedingt vorher von Schmutz und Fett befreien und bei moderaten Außentemperaturen arbeiten. So befestigt hält die Dashcam dann wirklich zuverlässig – auch bei Erschütterungen und Temperaturwechseln. Bei der Befestigung mit einem Saugnapf wäre der Halt erfahrungsgemäß weniger zuverlässig. Einziger Nachteil der starken Klebe-Pads: Das rückstandsfreie Entfernen ist aufwendig.

Der Schacht für die benötigte microSD-Karte befindet sich auf der Unterseite – eine Speicherkarte gehört trotz des saftigen Preises leider nicht zum Lieferumfang. Für den Einsatz in einer Dashcam mit hoher Auflösung empfiehlt sich auf jeden Fall eine microSD-Karte mit hoher Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsklasse sollte mindestens den Faktor 10 betragen. Worauf Käufer noch achten sollten, erklären wir im Ratgeber Speicherkarten: Die richtige Karte für Handy, Kamera oder Drohne finden. Nach dem Einlegen der Speicherkarte wird diese zunächst formatiert. Man muss der Formatierung zwar erst zustimmen, andere sollte man trotzdem gleich im Vorfeld sichern.

Ausstattung

Der Lieferumfang der X310 ist mit den kleineren Modellen vergleichbar. Im Paket liegen die Dashcam, ein rund vier Meter langes USB-A-auf-USB-C-Kabel und ein USB-Netzteil für den Zigarettenanzünder. Die Speicherkarte ist wie bereits erwähnt nicht dabei.

Die großzügige Länge des flexiblen Ladekabels macht eine einigermaßen versteckte Verlegung im Innenraum auch für Laien möglich. Wichtig bei der Montage: Das Kabel muss das Sichtfeld freilassen und darf sich keinesfalls in Pedalerie, Blinkerhebel oder Gurt verheddern. An welchen Stellen der Windschutzscheibe die Kamera befestigt werden darf und welche Platzierungen nicht zulässig sind, erklärt die ausführliche, mehrsprachige Anleitung.

Zur Stromversorgung kommt ein zeitgemäßer USB-C-Anschluss zum Einsatz. Zwar hat die Dash Cam X310 theoretisch sogar einen kleinen Lithium-Ionen-Akku integriert, der hat aber nur eine sehr geringe Kapazität. Für längere Aufnahmen ist er auch gar nicht gedacht. Der Akku ist für Notfälle vorgesehen und ermöglicht es trotz Verbindungsabriss der Stromversorgung für einige Minuten weiter zu funktionieren. Das ist wichtig, damit bei einem heftigen Unfall die letzten Aufzeichnungen tatsächlich gespeichert werden. In den Tests zeichnet die Dash Cam X310 auch ohne angestecktes USB-Kabel noch etwa weitere 15 Minuten auf, bevor sie sich abschaltet. Ein weiterer Vorteil der internen Stromquelle: Die Kapazität reicht aus, um bequem Videos außerhalb des Autos kabellos über die Garmin Drive App auf dem Smartphone anzusehen oder herunterzuladen – kommuniziert wird per Bluetooth und WLAN.

Zur exakten Ortsbestimmung sind GPS- und Galileo-Empfänger integriert. Die Aufnahme der Videos startet dank des empfindlichen Erschütterungssensors automatisch, sobald sich das Fahrzeug in Bewegung setzt. Der Sensor hat aber noch eine weitere wichtige Aufgabe. Er registriert starke und plötzliche Verzögerungen, etwa bei Bremsmanövern oder einem Unfall. Wenn das passiert, landet das Video in einem geschützten Ordner auf der Speicherkarte. Dann wird es von der Loop-Funktion nicht automatisch überschrieben und eventuell wichtige Beweise bleiben erhalten. Das automatische Überschreiben alter und rechtlich nicht relevanter Videoaufzeichnungen ist für den Gebrauch der Dashcams in Deutschland vorgeschrieben.

Garmin bietet hier zwei Optionen. Bei Methode Eins erstellt die Kamera so lange einzelne Clips mit einer Länge von jeweils einer halben Minute, bis die microSD-Karte voll ist und überschreibt dann jeweils die älteste Aufnahme. Alternativ nimmt die X310 immer nur ein Video von 30 Sekunden auf und überschreibt dieses dann sofort. Ausgenommen sind Clips, bei denen der G-Sensor reagiert hat. Diese Videos sind geschützt. Wir empfehlen aus Gründen des Datenschutzes die zweite Möglichkeit. Zusätzlich sollte man regelmäßig im geschützten Bereich abgelegte Videos auf Relevanz überprüfen und löschen, wenn sie nicht von Interesse sind.

Bedienung

Im Praxistest empfinden wir die Bedienung und Steuerung der Dash Cam X310 selbsterklärender Menüs und Touchscreen-Bedienung als intuitiv und unkompliziert. Die Berührungen der Finger werden zuverlässig erkannt und umgesetzt, was uns zumindest bei der Nutzung außerhalb des Fahrzeugs gut gefällt. Die Auflösung von 480 × 272 Pixeln sorgt für eine ausreichend gute Darstellung.

In der Regel hängt die Kamera aber im Auto, und hier kommt es schnell mal vor, dass man etwas zu fest auf das Display tippt und so das Sichtfeld der Kamera verstellt. Hinzu kommen immer deutlich zu erkennende Fingerabdrücke auf dem Bildschirm. So sexy die Touch-Bedienung auch sein mag, sehen wir hier die X110 und die X210 mit den seitlichen Bedientasten im Vorteil. Gut, dass Garmin zumindest die Taste zur manuellen Speicherung von Videoclips beibehalten hat. Hier kann man den Touchscreen außen vor lassen.

Sollte man während der Fahrt das Bedürfnis haben, eine Situation in Video oder Foto festzuhalten, gibt es aber eine deutlich sichere Methode als den Griff zur Speichern-Taste. Hier kommt der integrierte Sprachassistent zum Zuge, der sich mit dem Ausspruch „okay, Garmin“ aktivieren lässt. Zur Wahl stehen dann die Optionen „Video speichern“, „Bild aufnehmen“, „Ton aufzeichnen“ und „Zeitraffer starten“. Letztere Funktion nennt Garmin „Travelapse“. Hier nimmt die Dashcam ein Zeitraffervideo der gesamten Fahrt auf – spannend, etwa bei langen Fahrten in den Urlaub – aus Datenschutzgründen aber nur für den privaten Gebrauch zulässig. Die Funktion beeinflusst die eigentliche Aufzeichnung ansonsten nicht.

Sonderfunktionen

Das Premium-Modell der Dash-Cam-X-Serie hat zusätzlich zum Sprachassistenten und der Zeitrafferfunktion noch Fahrassistenzsysteme integriert. Dazu gehört etwa ein Losfahralarm, der den Fahrer etwa im Stau darauf aufmerksam macht, wenn das davorstehende Fahrzeug anfährt. Zusätzlich gibt es noch den Spurhalteassistenten und die Kollisionswarnung bei geringem Sicherheitsabstand. Trotz verschiedener Anpassungsmöglichkeiten der Assistenten blieb es bei uns nur bei einem kurzen Test – insbesondere die ständigen Warnungen bei eigentlich von uns beabsichtigten Spurwechseln haben mehr gestört als geholfen.

Als deutlich sinnvoller empfinden wir da schon den Parkassistenten „Park-Guard“. Wenn er eingeschaltet ist, erkennt die Kamera Erschütterungen beim geparkten PKW und speichert dann einen Videoclip der Situation. Bei Parkremplern mit Fahrerflucht hat man so immerhin eine geringe Chance, den Verantwortlichen zu identifizieren. Sollte das für den Schutz des geliebten Autos nicht ausreichen, kann man aus der Ferne per App sogar ein Livebild der Dashcam ansehen. Beide Services kosten aber zusätzlich, denn sie erfordern das kostenpflichtige Vault-Abonnement für die Garmin-App.

Bildqualität

Die Dashcam erlaubt Videos in 4K mit bis zu beeindruckenden 120 FPS (Bildern pro Sekunde) – keine andere Dashcam von Garmin macht bessere Aufnahmen. Insgesamt gibt es außer den Modellen von Nextbase nur sehr wenige PKW-Kameras, die hier mithalten können. Das 140-Grad-Sichtfeld (FOV) der Kamera ist zwar schmaler als bei der älteren Dash Cam 65W, aber noch ausreichend weit winkelig und auch weniger stark verzerrt. Die Kontraste unter allen Lichtbedingungen sind ordentlich ausgeprägt und die Farben wirken natürlich. Bei Gegenlicht und sehr schwachem Umgebungslicht kommt der Dynamikumfang aber an Grenzen. Insgesamt ist die Bildqualität aber selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen noch gut.

Bei Actioncams würden wir uns wegen des hohen Speicherbedarfs überlegen, ob 120 FPS wirklich sein müssen. Wegen der Loop-Funktion ist das bei Dashcams aber kein Problem. Dank der sehr hohen Bildwiederholrate sind selbst Standbilder bei hoher Geschwindigkeit noch ausreichend scharf und gut erkennbar. Selbst bei 60 FPS würden schnelle Bewegungen noch einigermaßen scharf aufgenommen – bei nur 30 FPS werden Details hingegen ausgewaschen und unscharf.

Preis

Die Garmin Dash Cam X310 kostet im Handel regulär satte 399 Euro. Das sind rund 100 Euro mehr als die X210 mit 2,7K-Auflösung und 170 Euro Aufpreis zur X110 mit 1080p. Die vielen Sonderfunktionen, die tolle Bildqualität und die erfahrungsgemäß hohe Zuverlässigkeit rechtfertigen zwar einen hohen Preis, trotzdem bleibt die Dash Cam X310 kostenintensiv.

Aktuell ist das Modell deutlich reduziert zu bekommen. Bei Amazon fallen etwa 333 Euro an.

Fazit

Die Garmin Dash Cam X310 ist eine kompakte Premium-Dashcam mit hervorragender Bildqualität und zahlreichen Sonderfunktionen. Neben einer hohen Zuverlässigkeit und der kompakten Bauform sind besonders die 120 FPS bei 4K-Auflösung und die praktischen, aber kostenpflichtigen Dienste Live-Video und Park-Guard zu nennen. Im Portfolio von Garmin setzt die X310 neue Maßstäbe – eine bessere Bildqualität gab es bisher nicht.

Rein technisch überzeugt die X310 auf ganzer Linie, auch wenn wir die Bedienung per Touchscreen zumindest streitbar finden. Muss man aber so viel Geld ausgeben? Das liegt im Auge des Betrachters. Aus unserer Sicht ist die Premium-Dashcam zu teuer – bedingt durch viele in der Praxis eher unnötige Assistenzsysteme. Hier stellt sich die Frage, ob man die gebotenen Funktionen wohl überhaupt nutzt. Gute Bildqualität gibt es mittlerweile auch deutlich günstiger – hier muss man sich allerdings bei den Sonderfunktionen einschränken.

Nextbase IQ im Test: Smarte Dashcam mit OBD & Remote-Zugriff per LTE

Die Nextbase IQ möchte die Dashcam der Zukunft sein. Mit LTE und KI ausgestattet filmt sie nicht nur brenzlige Situationen auf der Straße, sondern bewacht das Auto auch beim Parken.

VORTEILE

  • Live-Zugriff auf Dashcam via LTE
  • einfache Montage
  • gute Bildqualität

NACHTEILE

  • teuer & Abo für vollen Funktionsumfang
  • etwas klobig
  • Befestigung nur zum Ankleben

Die Nextbase IQ möchte die Dashcam der Zukunft sein. Mit LTE und KI ausgestattet filmt sie nicht nur brenzlige Situationen auf der Straße, sondern bewacht das Auto auch beim Parken.

Eine Dashcam kann ein hilfreiches Mittel sein, um die Schuldfrage nach einem Autounfall zu klären. Die kleinen Kameras filmen, sobald eine starke Verzögerung erfolgt, um später Beweismittel zu haben, wenn es kracht. Doch die Autokameras bieten schon lange mehr. Ein weiteres Feature ist die Überwachung des Fahrzeugs beim Parken oder das Absetzen eines automatischen SOS nach einem Unfall.

Die neue Nextbase IQ kombiniert eine Reihe dieser Features mit einem Live-Zugriff auf die Dashcam mittels Mobilfunk via LTE. Wie das funktioniert und ob es in der Praxis überzeugen kann, zeigt dieser Test. Ausprobiert haben wir die Nextbase IQ 2K, welche ab 527 Euro erhältlich ist.

Design

Die Nextbase IQ verzichtet auf ein großes Display zur Anzeige des Videobilds. Es gibt nur einen winzigen Screen, der den Status der Dashcam zeigt. Also wie der Empfang ist und ob die Kamera aufzeichnet. Bei der Einrichtung erscheint hier auch ein QR-Code – dazu später mehr.

Die Verarbeitung wirkt hochwertig und futuristisch, auch wenn das Gehäuse nur aus Kunststoff besteht. Die Halterung selbst klebt man an die Windschutzscheibe – eine andere Befestigungsmöglichkeit gibt es nicht. Das macht es etwas mühsam, die Halterung später bei einem Fahrzeugwechsel wieder zu entfernen. Dafür hält das Ganze bombenfest. Die Dashcam selbst kann man von der Halterung abziehen.

Allerdings wirkt die Kamera auch ohne richtiges Display eine Spur zu groß. Die Abmessungen betragen recht üppige 80 × 175 × 45 mm. So stört sie zwar das Sichtfeld nicht wirklich, bleibt aber deutlich präsent. Zumal das obere Ende an der Halterung samt Mobilfunkantennen und Lautsprecher der Gegensprechanlage ziemlich wuchtig geraten ist. Das hätte man unserer Ansicht nach auch kompakter lösen können.

Auf Wunsch kann man eine Rückfahrkamera dazukaufen und an die Dashcam anschließen. Diese befestigt man an der Heckscheibe und verbindet sie per Kabel mit der Nextbase IQ. Getestet haben wir das bisher aber nicht.

Einrichtung

Die größte Besonderheit der Nextbase IQ: Die Stromversorgung erfolgt direkt über die Bordelektronik – entweder per OBD-2-Anschluss oder Hardwire-Kabel. Das ist notwendig, damit die Kamera auch eine Parkraumüberwachung durchführen kann. Zusätzlich blockiert das Gerät nicht den 12-Volt-Anschluss im Fahrzeug, den man eventuell für einen Monitor mit Android Auto (Bestenliste) nutzt, wie in unserem Fall.

Zum Lieferumfang gehören ein langes Stromkabel mit einem Anschluss für USB-C an der Kamera sowie OBD 2 für das Fahrzeug- sowie alternativ ein Hardwire-Kabel, das man mit der Sicherung des Fahrzeugs verbindet. Dazu kommt zusätzliches Klebepad von 3M, falls man die Dashcam erneut in einem anderen Fahrzeug befestigen möchte und ein Kunststoff-Werkzeug, das beim Verstecken der Kabel unter dem Dachhimmel entlang der Windschutzscheibe hilft. Zusätzlich befinden sich in der Verpackung auch Aufkleber für das Fahrzeug mit Warnhinweisen, dass man eine Dashcam nutzt. Diese klebt man bei Bedarf auf das Fahrzeug.

Am einfachsten ist es, das OBD-2-Kabel im Cockpit einzustecken, meistens befindet sich der Anschluss dafür links unten im Bereich des Fahrers – hängt aber letzten Endes vom Automodell ab. Genutzt haben wir einen Opel Adam, Baujahr 2015. Zum Einrichten sollte man zuvor die App Nextbase IQ herunterladen. Die App erklärt alle nötigen Schritte kurz und knapp. Eine Anleitung gibt es sonst auch nicht. Dabei registriert man sich für einen Account, legt fest, welches Abo-Modell man wünscht und hinterlegt seine Bezahldaten.

Nach dem Einstecken verlegt man das Kabel entlang der Windschutzscheibe, wobei man es versucht, hinter der Verkleidung zu verstecken. Ein Kunsthof-Hebel als Werkzeug hilft dabei. Die Kamera sollte man bis jetzt nicht ankleben, aber schon mal die Zündung starten. Danach scannt man den QR-Code auf der Dashcam mit dem Handy ein, um sich mit der Kamera zu verbinden. Eine microSD-Karte mit 64 GB steckt bereits von Haus aus in der Nextbase IQ.

Sollte das Fahrzeug für längere Zeit in einem gesicherten Parkplatz stehen, ist es ratsam, die Kamera abzustöpseln. Steht es länger in der eigenen Garage, während man auf Reisen ist, könnte sich sonst die Autobatterie entleeren. Im Winter könnte es zudem eine zusätzliche Belastung für den Fahrzeugakku sein. Als Backup raten wir dann zu einer Starthilfe (Bestenliste).

Bedienung

An der Kamera selbst sind bis auf die Taste für Notfallaufnahmen keinerlei Knöpfe. Sämtliche Einstellungen konfiguriert man über die App. Es gibt zudem eine Sprachsteuerung (Befehl: „Hallo Dashcam“). Die funktioniert aber auf Englisch deutlich zuverlässiger als auf Deutsch – die gewünschte Sprache legt man in der App fest. Der Aufbau der App selbst erscheint uns logisch und intuitiv. Per App ruft man bei eingehender Warnung schnell die Live-Ansicht der Kamera auf oder prüft vorherige Aufnahmen.

Sehr ungewöhnlich: Die Kamera entscheidet selbst über die Länge der Video-Clips für den Loop. Normalerweise legt man das in den Einstellungen selbst fest. Die Empfindlichkeit des Beschleunigungssensors kann man hingegen anpassen und viele weitere Modifikationen vornehmen, etwa zur Parkraumüberwachung. Verkehrssituationen hatte die Kamera bislang selten abgesichert, häufiger aber, wenn man sich dem Fahrzeug nähert und einsteigt. Das kann etwas nervig sein, zumal, wenn man selbst ins Fahrzeug steigt, um dann von der App gewarnt zu werden.

Bildqualität

Getestet haben wir das 2K-Modell mit QHD-Auflösung. Die Bildqualität ist gut und liefert ausreichend Details, auch wenn die Farben etwas blass wirken. Auch bei Dunkelheit ist genug auf den Aufnahmen zu erkennen. Wir waren mit den Aufnahmen der 2K-Version weitgehend zufrieden und konnten Kennzeichen meistens erkennen. Wer noch mehr Bildschärfe wünscht, dem sei die 4K-Variante angeraten.

Ausstattung

Üblicherweise befindet sich ein G-Sensor in der Dashcam. Erfolgt etwa ein starkes Bremsmanöver, sichert die Kamera Aufnahmen in einem geschützten Bereich ab. Die Nextbase IQ kann aber noch weit mehr. Integriert ist ein LTE-Modem, eine SIM-Karte benötigt man nicht, denn der Netzzugriff erfolgt über eine Kooperation mit Vodafone. Dafür sind allerdings Abogebühren fällig. Damit ist die Dashcam – sofern Netz vorhanden – always online. Ein kleiner Akku für Notfälle ist an Bord, dieser dient primär dazu, Aufnahmen bei einem Unfall zu sichern, wenn sich das Kabel gelöst haben sollte.

Die Parkraumüberwachung nutzt Sensoren. Auf Wunsch informiert die App den Nutzer dann per Push, dass sich jemand auf das Fahrzeug zubewegt. Dabei zeichnet die Kamera schon mal auf. Per Handy kann man dann das Live-Bild abrufen. Alternativ prüft man die letzten Aufzeichnungen. Erkennt man etwa einen Einbrecher im Auto, kann man diesen per Alarmsound aus der Gegensprechanlage verscheuchen. Allerdings ist die Parküberwachung unserer Ansicht nach eine Herausforderung, was den Datenschutz angeht. Wie reagieren etwa Nachbarn darauf, wenn man deren Einfahrt gefilmt hat?

Recht speziell ist der sogenannte „Zeugen-Modus“. Diesen aktiviert man per Sprachbefehl, wenn man sich im Auto sitzend von Passanten bedroht fühlt. Dann startet die Kamera einen Livestream und schickt diesen an einen oder maximal zwei vorher zu bestimmende Notfall-Kontakte. Eine Aufnahme erfolgt dabei aber nicht.

Spannend für Eltern, die das Fahrzeug an ihre Kinder verliehen, ist der „Wächtermodus“. Hier bekommen Nutzer der App eine Benachrichtigung, wenn das Fahrzeug einen bestimmten Bereich verlässt oder eine Geschwindigkeit überschreitet. Anschließend kann man per Gegensprechanlage mit den Kindern sprechen – also sie zurechtweisen.

Eine SOS-Funktion gibt es auch. Erkennt diese etwa einen Unfall durch eine starke Verzögerung, bei der das Fahrzeug den Standort nicht mehr verändert und auch keine Reaktion durch den Fahrer erfolgt, schickt die Kamera automatisch einen Notruf ab. Dieses Feature kennen wir bereits von anderen Dashcams wie der Nextbase 622GW (Testbericht).

Für die Zukunft spannend ist das Feature „Road Watch AI“ – das in Deutschland bisher nicht freigeschaltet ist. Das Feature überwacht die Fahrzeuge in der Umgebung sowie deren Geschwindigkeit und Entfernung. Weitere smarte Features könnten folgen.

Preis

Die Nextbase IQ IST ziemlich teuer und startet bei 228 Euro. Das 2K-Modell mit QHD-Auflösung kostet aktuell ab 527 Euro und die 4K-Variante liegt noch immer bei über 600 Euro. Die Rückfahrkamera als Zubehör liegt bei 180 Euro.

Dazu kommen noch Abokosten. Zwar kann man die Dashcam auch kostenlos nutzen, der Funktionsumfang beschränkt sich dann auf App- und Sprachsteuerung. Das volle Paket mit allen Services inklusive Cloud-Speicher für 180 Tage liegt bei 10 Euro im Monat oder 100 Euro im Jahr. Für 7 Euro im Monat oder 70 Euro im Jahr gibt es ein günstigeres Paket, das aber noch die Parküberwachung oder den Zeugen- und Wächtermodus bereithält.

Fazit

Die Nextbase IQ zeigt eindrucksvoll, was eine moderne, smarte und vernetzte Dashcam kann. Die Bildqualität ist gut, die Bedienung der App ist sehr intuitiv. Weil die Dashcam permanent über Strom versorgt wird und Mobilfunk nutzt, kann man jederzeit auf die Kameraansicht zugreifen oder wird gewarnt, wenn sich jemand am Auto zu schaffen macht. Wer Angst hat vor Dieben oder Vandalismus, bekommt hier eine zusätzliche Absicherung.

Allerdings ist die rechtliche Nutzung in unseren Augen umstritten bei einer Parkraumüberwachung. Zudem ist die Dashcam kostspielig, dazu kommen Abokosten. Wer einfach nur das Geschehen vor dem Fahrzeug filmen möchte für den Fall eines Unfalls, bekommt günstigere Varianten.

Dashcam Nextbase Piqo im Test

Die Nextbase Piqo ist eine besonders kompakte und günstige Dashcam mit 2K-Auflösung. GPS und Unfallerkennung sind an Bord, auf Spielereien muss man allerdings verzichten. Wir zeigen, ob sich der Kauf trotz abgespeckter Ausstattung lohnt.

VORTEILE

  • ordentliche Bildqualität
  • GPS
  • kompakt
  • günstig

NACHTEILE

  • kein Display
  • bei 2K nur 30 FPS
  • wenig Sonderausstattung wie Heckkamera

Die Nextbase Piqo ist eine besonders kompakte und günstige Dashcam mit 2K-Auflösung. GPS und Unfallerkennung sind an Bord, auf Spielereien muss man allerdings verzichten. Wir zeigen, ob sich der Kauf trotz abgespeckter Ausstattung lohnt.

Anders als die letzten Dashcams in unseren Tests bietet die Nextbase Piqo keine Superlative im technischen Sinn. Zeitrafferaufnahme oder Livefeed-Funktion via 4G, 4K, 120 FPS, Internetanbindung, zusätzliche Heckkamera, Abstandswarner, Spurhalteassistenten und Ähnliches gibt es hier schlicht nicht. Bei der Piqo beschränkt sich der Hersteller auf die wichtigsten Grundfunktionen. Im Test gefällt sie uns trotzdem richtig gut. Und das macht sich positiv beim Preis bemerkbar, der mit 129 Euro bei einem Bruchteil der Kosten für die Flagship-Modelle von Nextbase, Garmin und Co. liegt.

Für eine sinnvolle Nutzung müssen Dashcams zuverlässig funktionieren und eine ausreichende Videoqualität mitbringen. Damit die Nutzung auch legal ist, müssen die Kameras aber noch weitere Punkte erfüllen. So dürfen nur relevante Daten gesichert werden – Videos von Fahrten ohne Aussagekraft dürfen nicht dauerhaft gespeichert werden. Die Auto-Kamera von Nextbase nutzt dazu die Loop-Funktion, bei der ältere Clips mit aktuellen Videos überschrieben werden, sobald die Speicherkarte voll ist. Videos, bei denen der Beschleunigungssensor einen Unfall vermutet und solche, die der Fahrer per Knopfdruck markiert, sind davon ausgenommen. Sie landen in einem eigenen Ordner auf der Speicherkarte und werden nicht überschrieben.

Wie sich die kompakte Piqo im Alltag schlägt und wie sie im Vergleich zu anderen Modellen abschneidet, zeigt unser Test.

Design & Ausstattung

Das Design der mit 30 × 40 × 110 mm recht kompakten Nextbase Piqo ist abgesehen von der schwarz glänzenden Klavierlackoberfläche mit dem Herstellerlogo unauffällig. Befestigt wird die Kamera per Haltearm, welcher direkt auf die Windschutzscheibe geklebt wird. Die Klebstelle sollte vorher entfettet und gereinigt werden, dann sitzt die Kamera zuverlässig und fest. Auf der Vorderseite sitzt im unteren Bereich die Kameralinse, welche nur um wenige Millimeter aus dem Gehäuse herausragt. Auf der rechten Gehäuseseite befindet sich mittig der USB-C-Port für die Stromversorgung. Der Einschub für die nicht im Lieferumfang enthaltene microSD-Speicherkarte befindet sich auf der linken Seite. Die Geschwindigkeitsklasse der Speicherkarte sollte mindestens den Faktor 10 betragen. Worauf man beim Kauf noch achten sollte, erklären wir im Ratgeber Speicherkarten: Die richtige Karte für Handy, Kamera oder Drohne finden.

Auf der Rückseite der Piqo befindet sich der einzige Bedientaster. Der runde, zentral positionierte Button ist je nach Betriebszustand beleuchtet, dient als Ein- und Ausschalter und ist für die manuelle Speicherung von Clips zuständig. Auch den Kopplungsmodus für die Verbindung via App starten wir damit. Auf einen Bildschirm verzichtet Nextbase bei der Piqo. Für Änderungen an den Einstellungen, das Sichten von Videomaterial und auch das genaue Ausrichten der Kamera ist deshalb immer ein Smartphone mit der App nötig. Im Test mag das stellenweise etwas aufwendiger sein, im Alltag stört uns das fehlende Display aber keinesfalls. Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Kamera in der Regel einmal eingerichtet und dann erst wieder bei einem Crash benötigt wird.

Zur Stromversorgung setzt Nextbase auf einen zeitgemäßen USB-C-Anschluss und packt auch gleich ein passendes 12-Volt-Netzteil mit zwei Ladeports für den Zigarettenanzünder bei. Das Ladekabel ist ausreichend lang und flexibel, um es einigermaßen versteckt im Innenraum verlegen zu können. Für eine versteckte Montage legt der Hersteller auch gleich ein kleines Werkzeug zum Entfernen der Innenverkleidung bei. Die Datenübertragung aufs Handy geschieht kabellos via WLAN – die Übertragung ist zugegeben allerdings recht langsam. Zur exakten Orts- und Geschwindigkeitsbestimmung hat die Piqo trotz geringer Größe und günstigem Preis einen GPS-Empfänger integriert – dieses Ausstattungsmerkmal ist üblicherweise den hochpreisigen Dashcams vorenthalten.

Der interne Bewegungssensor erkennt plötzliche und starke Verzögerungen, etwa beim Bremsen oder einem Zusammenstoß, und meldet dies an die Kamera. Das aktuell aufgenommene Video wird dann in den geschützten Bereich auf der Speicherkarte verschoben, um nicht überschrieben zu werden. Die für das automatische Überschreiben zuständige Loop-Funktion ist für den legalen Einsatz von Dashcams in Deutschland vorgeschrieben. Wir empfehlen aus Gründen des Datenschutzes, die vom G-Sensor im geschützten Bereich abgelegte Videos regelmäßig auf Relevanz zu überprüfen und zu löschen, wenn sie nicht benötigt werden. Das funktioniert zwar theoretisch auch per App – in der Praxis ist es allerdings deutlich bequemer und schneller, die Speicherkarte zu entnehmen und sie direkt am PC zu sichten.

Zusätzlich hat uns Nextbase das optionale Kabelkit zur Dauerstromversorgung mitgeschickt. Dieses wird benötigt, wenn man den PKW auch im geparkten Zustand überwachen will. Parkrempler und Ähnliches würden dann ebenfalls aufgezeichnet. Damit das funktioniert, bezieht dieses Kabel den Strom über den OBD-Port. Die Sorge, die Kamera könnte unsere Autobatterie in die Knie zwingen, hat sich nicht bestätigt. Fällt die Batteriespannung zu weit ab, deaktiviert sich die Dashcam automatisch.

Bedienung

Wie bereits erwähnt ist die Installation, genauer gesagt die Ausrichtung der Kamera wegen des fehlenden Displays minimal aufwendiger als bei anderen Dashcams. Das Verbinden mit der App funktioniert aber auf Anhieb vollkommen problemlos und so können wir den Sichtwinkel nach wenigen Minuten am Smartphone kontrollieren. Zur Nutzung der App müssen wir ein kostenloses Nutzerkonto anlegen. Das Ändern von Einstellungen am Handy empfinden wir als deutlich bequemer als per Taster oder Touchscreen an der Kamera. Das Menü der App ist zwar nicht besonders intuitiv, nach einigen Versuchen finden wir uns aber gut zurecht.

Einmal eingerichtet, erledigt die Piqo ihre Aufgaben dann gänzlich unauffällig und zuverlässig. Außer einem kurzen Piepton beim Anschalten fällt die kompakte Kamera kaum auf.

Technische Daten

Sonderfunktionen

Zu den wenigen Sonderfunktionen gehören die erwähnte Parküberwachung, die Möglichkeit, sich an vorher festgelegten Orten warnen zu lassen und eine Sprachbedienung. Wenn gewünscht, kann die Kamera melden, sobald sie einen vorher definierten Ortsbereich verlässt. Auch eine automatische Notruffunktion und Cloud-Speicher bietet Nextbase – dafür ist dann aber ein Abo nötig, welches rund 30 Euro pro Jahr kostet.

Mehr gibt es nicht an Sonderfunktionen. Das ist unserer Meinung nach klasse! Endlich mal eine Dashcam, die nur das macht, wofür sie gedacht ist. Keine teuren, illegalen oder im Alltag vollkommen unnötigen Extras, die Preise nach oben treiben.

Bildqualität

Die 2K-Aufnahmen der Piqo sind insbesondere bei guten Lichtverhältnissen gut bis sehr gut. Trotz Gegenlicht und schmutziger Frontscheibe sind Details auf den Standbildern gut zu erkennen. Wer häufiger bei höheren Geschwindigkeiten unterwegs ist, sollte aus unserer Sicht trotzdem besser auf FHD-Auflösung mit 60 FPS zurückgreifen.

Nextbase Piqo Screenshot aus Video

Bei wenig Licht und in der Dunkelheit kommt der Dynamikumfang aber dann an seine Grenzen. Die Aufnahmen zeigen dann deutliches Rauschen und leichte Artefakte. Bei starkem Gegenlicht sind Kennzeichen nicht immer zuverlässig erkennbar – dieses Problem hat aber auch deutlich teurere Dashcams.

Insgesamt ist die Bildqualität sehr ordentlich – nicht nur mit Hinblick auf den Preis. Für eine Beweissicherung im Falle eines Unfalls braucht es auch gar nicht mehr.

Preis

Die getestete Nextbase Piqo mit 2K-Auflösung kostete ursprünglich rund 150 Euro, was mit Blick auf die Zuverlässigkeit und hohe Bildqualität sehr fair ist. Inzwischen ist die Kamera günstiger ab 130 Euro erhältlich, was sie zu unserem Preis-Leistungs-Tipp macht.

Die 1K-Variante mit 1080p bei maximal 30 FPS ist mit 110 Euro kaum günstiger, weshalb wir immer zur 2K-Version greifen würden.

Fazit

Die Piqo hinterlässt trotz überschaubarer Ausstattung und Bildqualität einen rundum positiven Eindruck. Wer eine zuverlässige, kompakte und trotzdem bezahlbare Dashcam für die tägliche Nutzung sucht, ist mit der Nextbase Piqo 2K sehr gut beraten. Auch wenn es andere Dashcams mit spannenden Extrafunktionen, höheren Frameraten und 4K-Auflösung werben – mehr als die Piqo 2K benötigt man nicht.

Dank ordentlicher Bildqualität, zuverlässiger Funktion und einem Preis unter 120 Euro ist die Nextbase Piqo unser neuer Preis-Leistungs-Sieger für alle, die eine gute Dashcam für den Alltag benötigen.

Einzig die langsame WLAN-Verbindung hat uns im Test wirklich gestört. Wer seine Dashcam ohne Smartphone bedienen will, muss sich aber nach einer Alternative umsehen. Auch wer sich eine Rundumsicht für die Aufzeichnung wünscht, wird mit der Piqo nicht glücklich.

Nextbase 622GW im Test

Die Nextbase 622GW gehört zu den Premium-Dashcams. Sie bietet 4K-Auflösung und Sonderfunktionen wie eine Alexa-Integration oder einen automatischen Notruf. Wir zeigen, wie gut die Dashcam wirklich ist.

VORTEILE

  • einfache Handhabung
  • starke Sonderfunktionen
  • hohe Auflösung und tolle Bildqualität bei Tageslicht

NACHTEILE

  • verhältnismäßig groß und schwer
  • wird sehr heiß im Betrieb
  • Schwächen bei Dunkelheit und bei Kennzeichen

Die Nextbase 622GW gehört zu den Premium-Dashcams. Sie bietet 4K-Auflösung und Sonderfunktionen wie eine Alexa-Integration oder einen automatischen Notruf. Wir zeigen, wie gut die Dashcam wirklich ist.

Bei einem Autounfall kann ein Dashcam-Video ein hilfreiches Mittel bei der Rekonstruktion des Unfallhergangs und der Klärung der Schuldfrage sein. Seit 2018 ist die Nutzung einer Dashcam in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.

Die Nextbase 622GW ist das aktuelle High-End-Modell im Sortiment der Dashcams des Unternehmens. Der Nachfolger der Nextbase 612GW bietet neben der Möglichkeit, Videoaufnahmen in hoher Auflösung von bis zu 4K während der Fahrt zu erstellen, weitere praktische Zusatzfunktionen wie eine Integration von Alexa, eine automatische Notruffunktion sowie Bluetooth. Preislich liegt sie mit einer UVP von knapp 300 Euro über der Nextbase 422GW.

Neu im Vergleich zum Vorgängermodell ist der Support für Alexa, der bereits beim Modell 422GW in Erscheinung getreten ist und ein etwas schmalerer Blickwinkel von 140 Grad im Gegensatz zu vormals 150 Grad. Wir haben uns die Nextbase 622GW genauer angesehen und zeigen, was sie in der Praxis leistet.

Design und Montage

Optisch fügt sich das Modell 622GW nahtlos in die Designsprache der übrigen Dashcams von Nextbase ein. Das Gerät erinnert auf den ersten Blick an eine kompakte Digital- oder Action-Kamera. Die Verbreitung macht einen hochwertigen und soliden Eindruck, das Design ist funktionell und zeitgemäß. Verglichen mit dem Vorgänger ist die Dashcam deutlich geschrumpft: Die Abmessungen betragen jetzt 9,4 x 5,3 x 4,5 Zentimeter. Das ist sie allerdings etwas größer als die Nextbase 422GW. Damit fällt die Nextbase 622GW für unseren Geschmack zu wuchtig ist aus, die Garmin Dashcam 65W etwa ist deutlich kleiner und nur halb so breit. Mit 125 Gramm ist die Nextbase 622GW zudem doppelt so schwer wie das Modell von Garmin. Je kleiner eine Dashcam ist, desto weniger stört sie das Sichtfeld des Fahrers.

Das berührungsempfindliche IPS-Display ist wie schon beim Vorgänger mit einer Diagonale von 3 Zoll ziemlich groß im Vergleich zu anderen Dashcams. Bei der Nextbase 422GW kommt etwa ein LCD mit 2,5 Zoll zum Einsatz, bei der Garmin Dashcam 65W ein Bildschirm mit 2 Zoll. Unterhalb des Bildschirmes liegt auffällig in Rot markiert eine Taste zum Schützen von Aufnahmen.

Der Ein/Ausschalter befindet sich gemeinsam mit dem Schacht für SD-Karten auf der linken Seite, rechts liegt unter einer Gummiabdeckung der Anschluss für eine weitere Kamera, beispielsweise für die Sicht nach hinten in den Innenraum. Auf der Oberseite befindet sich der USB-Mini-Steckplatz für das USB-Kabel zur Verbindung mit dem PC sowie das Stromkabel für den 12-Volt-Stecker im Auto. Die Kameralinse wirkt dominant und ragt fast 3 Zentimeter hervor. Auffällig ist magnetische Abdeckung neben der Linse. Dahinter verbirgt sich der Anschluss für die Halterung der Dashcam zur Montage an der Windschutzscheibe.

Am Ende der Halterung können Nutzer wahlweise einen Arm mit Saugnapf oder ein Plättchen mit Klebstoff befestigen. Die Variante mit Klebstoff hält deutlich fester – im Test mit dem Saugnapf ist uns die Kamera einmal heruntergefallen. Dafür kann man das angeklebte Plättchen nicht so einfach wieder entfernen.

Ausstattung

Zum Lieferumfang gehört eine Halterung mit integriertem Mini-USB-Stecker zur zusätzlichen Stromversorgung der Dashcam. Das ist sehr praktisch, wenn die Kamera bereits an der Windschutzscheibe montiert ist, da man so leichter das Kabel anschließen kann. Nextbase legt auch ein Verlegewerkzeug für die Verkabelung zum 12-Volt-Stecker aus Kunststoff bei, das auch als Kratzer beim Entfernen der Klebstoffrückstände dient. Zusätzlich liegt ein Kabel für die Stromversorgung über den Zigarettenanzünder im Auto sowie für die Verbindung mit dem PC über USB-A bei. Eine Speicherkarte gehört nicht zum Lieferumfang.

Als Spitzenmodell von Nextbase verfügt die 622GW über eine umfangreiche Ausstattung. Die Kamera mit einer Blende von f/1,3 und CMOS-Sensor schafft eine maximale Auflösung von 3840 x 2160 Pixel bei 30 fps, die niedrigste Auflösung liegt immer noch bei 1920 x 1080 Pixel und bietet dann sogar 120 fps. Ein mitgelieferter Polfilter blockiert Licht, das von nicht-metallischen Oberflächen reflektiert wird. Das hilft dabei, Spiegelungen auf der Windschutzscheibe zu vermeiden und bietet außerdem einen besseren Kontrast zwischen verschieden hellen Hintergründen.

GPS gehört ebenfalls zur Ausstattung der Nextbase 622GW. Mit an Bord ist zudem ein Beschleunigungssensor. Dieser erkennt, wenn das Auto losfährt, um die Videoaufnahme automatisch zu starten und registriert zudem starke Bremsvorgänge – wie sie vor einem Unfall häufig passieren. Die Kamera speichert dann die Videoaufnahme in einem geschützten Bereich. Die Dashcam verfügt über einen Akku mit 320 mAh. Ein dauerhafter Akkubetrieb ist mit der Nextbase 622GW nicht möglich – der kleine Not-Akku soll im Falle eines Unfalls gewährleisten, dass die Kamera mindestens 15 Minuten ohne externe Stromversorgung durchhält, um die Aufnahmen im geschützten Speicher abzulegen und möglicherweise einen Notruf abzusetzen.

Standardmäßig bietet die Dashcam eine Loop-Funktion – eine der Voraussetzungen dafür, dass die Kamera in Deutschland überhaupt zulässig ist. Dabei nimmt die Kamera immer nur für eine bestimmte Zeitspanne Videoclips auf und überschreibt die alten Aufnahmen mit jedem neuen Videoclip. Erfolgt ein abruptes Bremsen, landen die Aufnahmen im geschützten Speicherbereich, damit diese nicht automatisch überschrieben werden. Eine Zeitraffer-Funktion hat die 622GW ebenfalls.

Die kabellose Kommunikation der Dashcam mit dem Smartphone erfolgt über Bluetooth 5.0 sowie Quicklink-Wifi. Der SD-Karten-Slot unterstützt maximal 128 GByte. Nextbase empfiehlt für den Einsatz in der Dashcam eine U3-Micro-SD.

Bedienung

Die Montage der Nextbase 622GW ist relativ einfach. Wer sichergehen will, dass die Kamera wirklich fest haftet, sollte die Halterung für die Klebemontage wählen. Vor dem ersten Einsatz empfiehlt es sich den Akku der Kamera für etwa zwei Stunden aufzuladen.

Schaltet man die Kamera zum ersten Mal an, geht sie direkt in den Aufnahmemodus. Links oben befindet sich ein Zahnrad – hier nimmt der Anwender alle nötigen Einstellungen vor. Dazu gehört unter anderem die gewählte Auflösung, die Länge der einzelnen Videoclips (1 bis 3 Minuten), die Stempel für Uhrzeit, GPS-Koordinaten oder Geschwindigkeit sowie das Autokennzeichen, die Empfindlichkeit des Beschleunigungssensors und die Voreinstellung für die Loop-Funktion, Tonaufnahme, Zeitlupe sowie Bildstabilisator. Bedienung und Menüführung sind selbsterklärend.

Allerdings sollte man vor der Inbetriebnahme darauf achten, dass einige Funktionen nicht voreingestellt sind, zum Beispiel ist der Bildstabilisator deaktiviert. Viel ärgerlicher: Die Loop-Funktion macht standardmäßig zunächst die SD-Karte voll, und löscht erst dann die alten Aufnahmen. Das ist in Deutschland aber rechtlich nicht zulässig. Hierzu muss man allerdings in den Einstellungen unter „Videoaufzeichnung“ die Option „Min“ statt der vorgewählten „Max“ wählen.

Die Dashcam startet die Aufnahme selbstständig, sobald man mit dem Fahrzeug losfährt. Bei einem starken Bremsmanöver landen die Aufnahmen automatisch im geschützten Speicher. Durch einen Druck auf den rötlich markierten Button unter dem Display legt man den Videoclip manuell im geschützten Speicher ab. Auffallend ist, wie heiß die Kamera in Betrieb wird. Das ist tatsächlich ungewöhnlich.

Die Kommunikation zwischen Smartphone und Dashcam funktioniert meistens zuverlässig. Hierfür brauchen Nutzer die App MyNextbase Connect, die es für Android und für iOS gibt. Die Kommunikation erfolgt über Bluetooth und WLAN. Hier kann man sich die Videoaufnahmen der Dashcam direkt über die App ansehen und in die App herunterladen. Um die Videoclips auf anderen Geräten zu nutzen, steht die MyNextbase Cloud zur Verfügung. Die App lädt die Aufnahmen in die Cloud, wo sie für 30 Tage zum Download oder Bearbeiten zur Verfügung stehen. Der Upload in die Cloud dauert je nach Auflösung und WLAN-Verbindung etwa 1 bis 2 Minuten. Anschließend generiert MyNextbase Cloud eine URL, mit der man die Videos herunterladen kann.

Alternativ stöpselt man die Dashcam an den PC und wählt beim Einschalten die Option „Dateizugriff“. Danach kopiert man die Videodateien vom Speicher der Kamera auf den Rechner. Mit der kostenlosen Software MyNextbase Player können Nutzer die Aufnahmen zudem ansehen und bearbeiten und ebenfalls speichern.

Bildqualität

Bei gutem Wetter macht die Nextbase 622GW einwandfreie Videoaufnahmen mit kräftigen Farben und ausgeprägten Kontrasten. Dank 4K sind auch sehr hohe Auflösung möglich, allerdings nur 30 fps möglich. Wir haben uns für den Test für eine Auflösung von 1440p bei 60 fps entschieden – durch die höhere Bildwiederholrate bleiben die Aufnahmen besonders scharf. Bei 1080p sind auch 120 fps möglich. Der digitale Bildstabilisator ist von Haus aus deaktiviert. Ohne Stabilisator wackeln die Aufnahmen bei unebenem Untergrund gehörig. Der Bildstabilisator wirkt dem effektiv entgegen, macht das Bild aber etwas körniger und unterstützt zudem nur eine Bildwiederholrate von maximal 60 fps.

Bei Dunkelheit nimmt die Bildqualität spürbar ab. Zudem reflektieren Nummernschilder so stark, dass sie nur schwer abzulesen sind. Selbst bei Tageslicht erkennt man die Kennzeichen anderer Fahrzeuge nicht immer deutlich, außer bei nahen Aufnahmen, wenn das Autos steht. Der Blickwinkel beträgt 140 Grad – das ist ausreichend, um den relevanten Bereich vor dem Auto abzudecken. Andere Kameras wie die Garmin Dashcam 65W bietet ein Weitwinkel von bis zu 180 Grad. Weniger als 130 Grad sollten es unserer Erfahrung nach nicht sein.

Dashcams sollten mindestens ein Blickfeld von 120 Grad haben.

Sonderfunktionen

Die Nextbase 622GW bietet eine Reihe an nützlicher Zusatzfunktionen. Im Zusammenspiel mit der Smartphone-App MyNextbase Connect bietet die Dashcam eine SOS-Funktion bei einem Unfall. Der Beschleunigungssensor registriert, wenn es zu einem plötzlichen Aufprall kommt. Über das per Bluetooth gekoppelte Smartphone setzt die Dashcam dann einen Notruf ab. Der Anwender kann in der App zudem wichtige medizinische Angaben für den Rettungsdienst hinterlassen. Kostenlos ist der Service allerdings nur im ersten Jahr, danach sind je nach Vertragsdauer knapp über 2 bis 4 Euro im Monat fällig.

Alexa ist ebenfalls mit an Bord – allerdings nur in Verbindung mit der Smartphone-App. Über MyNextbase Connect kann der Nutzer den Skills für Alexa aktivieren, was auch eine Sprachsteuerung der Dashcam erlaubt. So kann man etwa per Sprachbefehl eine Videoaufnahme schützen oder Alexa nach Informationen während der Fahrt fragen. Zwingend erforderlich ist dabei immer das Smartphone mit einer aktiven Mobilfunkverbindung und Bluetooth-Kopplung mit der Dashcam.

Ebenfalls praktisch ist die Parkfunktion. Ist die Funktion in den Einstellungen aktiviert, verharrt die Dashcam im Stand-by-Modus. Registriert die Kamera Erschütterungen durch Rempler am Auto, startet die eine Videoaufnahmen. Das kann hilfreich sein, wenn ein anderes Fahrzeug das eigene Auto rammt. Die Nextbase 622GW bietet außerdem einen Anschluss für eine zusätzliche nach hinten gerichtete Kamera, die man seitlich in die Dashcam steckt und als Zubehör bei Nextbase erhält.

Preis

Die Nextbase 622GW hat als High-End-Dashcam eine UVP von 299 Euro. Es gibt bereits Angebote ab 225 Euro. Eine passende Micro-SD-Karte gibt es ab 12 Euro. Eine Rücksichtkamera zum Einstecken kostet 66 Euro.

Fazit

Die Nextbase 622GW ist eine Premium-Dashcam mit hoher Auflösung und starker Features und einer ausgezeichneten Bildqualität bei Tageslicht. Die Handhabung sowie Anbindung an das Smartphone gehen einfach von der Hand. Zusatzfunktionen wie die Alexa-Integration bieten nette Ergänzungen.

Bei Dunkelheit nimmt die Bildqualität rasch ab, Kennzeichen anderer Autos bleiben generell in Fahrt schwer ablesbar. Zudem ist die Dashcam relativ groß und schwer und nicht gerade preiswert. Etwas ärgerlich: Für den Einsatz in Deutschland muss man zwingend eine wichtige Einstellung von Hand anpassen, damit die Loop-Funktion mit dem deutschen Recht konform funktioniert.

Garmin Dash Cam X210 im Test

Die Garmin Dash Cam X210 bietet eine hervorragende Bildqualität, eine einfache Handhabung und eine ganze Reihe an smarten Zusatzfunktionen. Was die kleine Dashcam mit Loop-Funktion alles kann, zeigt der Test.

VORTEILE

  • ordentliche Bildqualität dank 60 fps und 1440p
  • viele Sonderfunktionen
  • zusätzliche Assistenzsysteme

Die Garmin Dash Cam X210 bietet eine hervorragende Bildqualität, eine einfache Handhabung und eine ganze Reihe an smarten Zusatzfunktionen. Was die kleine Dashcam mit Loop-Funktion alles kann, zeigt der Test.

Der Einsatz von Dashcams ist in Deutschland wegen des Datenschutzes rechtlich umstritten, erleichtert aber im Zweifel die Klärung der Schuldfrage nach einem Unfall mit dem Pkw. Wichtig ist bei der Handhabung hierzulande, dass nicht permanent und ohne Anlass gefilmt wird – die benötigte Loop-Funktion ist nur eines der Ausstattungsmerkmale der neuen Garmin X-Serie. Das Mittelklasse-Modell Garmin Dash Cam X210 gehört als Nachfolger der Dash Cam 66W und 65W zu den besonders gut ausgestatteten Vertretern der Autokamerafamilie. Sie beschränkt sich bei Weitem nicht nur auf das Filmen des Geschehens vor dem Fahrzeug, sie bietet neben Sprachsteuerung und Live-Übertragung zum Handy noch Assistenzsysteme wie einen Spurhalteassistenten und Zusatzfunktionen wie Park-Guard oder eine Zeitrafferfunktion. Wie sich die Dashcam für 230 Euro in der Praxis schlägt, verraten wir im Test.

Design

Die 62 Gramm leichte Garmin Dash Cam X210 ist mit Abmessungen von knapp 70 × 42 × 20 Millimeter zwar nicht winzig, aber trotzdem ausreichend kompakt, um das Sichtfeld nicht zu beeinträchtigen. Ihre auffällig in Aluminium gebettete Kameralinse ragt knapp einen Zentimeter aus dem ansonsten schlichten schwarzen Gehäuse heraus. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig und entspricht dem gehobenen Preis – hier gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Auf der Vorderseite oben ist ein kleiner, kugelgelagerter Haltearm integriert mit einem starken Klebe-Pad am Ende. Zur Befestigung klebt die Kamera an der Innenseite der Windschutzscheibe. Vor dem Ankleben sollte man die Klebestelle an der Scheibe aber unbedingt von Schmutz und Fett befreien. Außerdem sollte bei moderaten Außentemperaturen gearbeitet werden, um einen zuverlässigen Halt zu garantieren. So befestigt, hält die X210 bombenfest und man muss sich keine Sorgen machen, dass die Kamera während der Fahrt herunterfällt. Bei einer Befestigung per Saugnapf kann das schneller passieren. Das rückstandsfreie Entfernen der angeklebten Kamera ist allerdings deutlich aufwendiger.

Rückseitig befindet sich das 2,4 Zoll große Farb-LCD. Auf eine Touch-Funktion zur Bedienung wurde hier verzichtet – die ist der teureren Dash Cam X310 vorbehalten. An der rechten Gehäuseseite sind die vier Taster für die Bedienung angebracht. Die obere Taste ist der An/Ausschalter und dient zur Navigation durch die Menüs, der untere Button fungiert zum manuellen Speichern einer Aufnahme oder zur Bestätigung im Menü. Der Schacht für eine benötigte, aber nicht im Lieferumfang enthaltene microSD-Karte befindet sich auf der Unterseite. Für den Einsatz für Fotos und Videoaufnahmen empfiehlt sich generell eine microSD-Karte mit hoher Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsklasse sollte mindestens den Faktor 10 betragen. Nach dem Einlegen der Speicherkarte wird diese zunächst von der Kamera formatiert, bereits vorhandene Daten sollten entsprechend im Vorfeld gesichert werden.

Ausstattung

Im Lieferumfang enthalten sind neben der Kamera ein rund vier Meter langes USB-A-auf-USB-C-Kabel und ein USB-Netzteil für den Zigarettenanzünder. Die enorme Länge und der geringe Durchmesser des Ladekabels helfen bei einer vernünftigen Verlegung im Innenraum. Es sollte weder das Sichtfeld beeinträchtigen noch sich verheddern können. Erfahrungsgemäß verlegt man entlang der Windschutzscheibe und führt es über den Fußraum des Beifahrers zum Zigarettenanzünder oder einer ansonsten vorhandenen USB-Stromversorgung. Der mitgelieferte Adapter bietet einen zweifachen USB-Anschluss für Stecker nach Typ A.

In der Dash Cam X210 ist ein Lithium-Ionen-Akku fest integriert. Der eignet sich zwar nicht für einen dauerhaften Betrieb, hilft aber nach einem heftigen Crash die Stromversorgung so lange aufrechtzuerhalten, bis die Aufzeichnungen tatsächlich gespeichert wurden. Selbst ohne externe Stromzufuhr zeichnete die Kamera in den Tests weitere 10 bis 15 Minuten auf.

Die Akkulaufzeit reicht auch aus, um die Kamera mitzunehmen und damit zu Hause Videos kabellos über die Garmin Drive App auf dem Smartphone anzusehen oder herunterzuladen. Prinzipiell empfehlen wir aber aus Datenschutzgründen, die gespeicherten Aufnahmen regelmäßig zu löschen, wenn sie nicht benötigt werden.

Die Garmin Dash Cam X210 verfügt über GPS sowie Verbindungsmöglichkeiten über Bluetooth oder eine aktive WLAN-Verbindung mit einem Smartphone. Der integrierte Beschleunigungssensor (G-Sensor) erkennt, wann das Fahrzeug anfährt, und beginnt dann zu filmen. Außerdem registriert der Sensor starke und plötzliche Verzögerungen, etwa beim scharfen Bremsen oder bei einem Crash. Ist dies der Fall, landet das gerade aufgezeichnete Video automatisch in einem geschützten Ordner auf dem Speicher, damit dieser von der Loop-Funktion nicht überschrieben wird. Dieses automatische Überschreiben alter Daten ist für den Gebrauch der Dashcam in Deutschland essenziell, da dauerhafte Aufnahmen ohne Anlass nicht zulässig sind.

Das Modell von Garmin bietet zwei Optionen für den Loop: Die Kamera erstellt fortlaufend Clips mit einer Länge von 30 Sekunden, bis die microSD-Karte voll ist und überschreibt dann jeweils die älteste Aufnahme. Alternativ zeichnet die Kamera immer nur ein Video von 30 Sekunden auf, welches dann permanent überschrieben wird. Ausnahme sind Clips, bei denen der G-Sensor eine Gefahrensituation festgestellt hat. Diese Videos werden dann nicht überschrieben.

Wir empfehlen aus Gründen des Datenschutzes, eine einzelne Aufnahme fortlaufend zu überschreiben. Zusätzlich sollte man regelmäßig die durch den Sensor gespeicherten Clips prüfen. Auch die sollte man zeitnah löschen, wenn man sie nicht zur Klärung eines Schadensfalls benötigt.

Bedienung

Die Bedienung der Garmin Dash Cam X210 mit den vier Tasten ist intuitiv und einfach. Die beiden mittleren Tasten dienen zum Durchblättern der Menüoptionen, der unterste zum Bestätigen und zur manuellen Sicherung der aktuellen Aufnahme. Der obere Taster dient zum Ein- und Ausschalten und als Zurück-Taster im Menü.

Auch wenn es verlockend ist: Während der Fahrt verbietet sich der Griff zur Dashcam. Sollte man doch mal das Bedürfnis haben, eine Situation in Video oder Foto festzuhalten, reicht der Ausspruch „Ok, Garmin“ und die Sprachsteuerung ist aktiv. Wählbar sind die Optionen „Video speichern“, „Bild aufnehmen“, „Ton aufzeichnen“, „Zeitraffer starten“. Letztere Funktion nennt Garmin „Travelapse“. Hier nimmt die Dashcam ein Zeitraffervideo der gesamten Fahrt auf – spannend, etwa bei der Fahrt in den Urlaub. Die eigentliche Aufzeichnung beeinflusst die Sonderfunktion nicht.

Sonderfunktionen

Die Dash Cam X210 bietet zudem einige Fahrerassistenzsysteme. Dazu gehört ein Losfahralarm, der den Fahrer daran erinnert, dass etwa an der Ampel ein davorstehendes Auto wieder anfährt. Ferner gibt es einen Spurhalteassistenten sowie eine Kollisionswarnung bei zu geringem Sicherheitsabstand. Trotz verschiedener Einstellungsmöglichkeiten haben wir diese Assistenten allerdings nur kurz benutzt, da uns die ständigen Warnungen bei beabsichtigten Spurwechseln genervt haben.

Bei aktiver Verbindung mit dem Handy per Garmin Drive ist zudem ein Annäherungsalarm möglich. Dieser informiert die Fahrerin oder den Fahrer an personalisierte POIs (Point of interest) oder etwa Ampelblitzanlagen.

Als praktisch empfinden wir den integrierten Park-Guard. Ist der aktiv, erkennt die Dashcam Erschütterungen auch im Parkzustand und aktiviert dann eine Aufnahme. Kommt es zu einem Parkrempler hat man so immerhin eine gewisse Chance, den Park-Rowdy identifizieren zu können. Wem das nicht ausreicht, der kann sich aus der Ferne per App sogar ein Livebild der Dashcam ansehen und prüfen, ob mit dem Pkw alles in Ordnung ist.

Bildqualität

Die Linse der Dashcam bietet eine Auflösung 1440p. Das erlaubt hochauflösende Videos mit einer maximalen Auflösung 2560 × 1440 Pixel (QHD) bei 60 fps (Bildern pro Sekunde) mit HDR. Dank hoher Bildwiederholrate werden selbst schnelle Bewegungen noch einigermaßen scharf aufgenommen. Der Sichtfeld (FOV) der Kamera ist mit 140 Grad zwar kleiner als bei der Garmin Dash Cam 65W, in der Praxis ist es aber ausreichend breit. Im direkten Vergleich ist dafür der Fischaugeneffekt deutlich geringer.

Garmin Dash Cam X210

Die Bildqualität der hochauflösenden Aufnahmen erscheint uns insgesamt besser als beim Vorgängermodell, welches teils etwas grobkörnig wirkte. Die Kontraste sind ausgeprägt und die Farben wirken nun deutlich klarer und weniger verwaschen. Perfekt ist das Bild allerdings noch nicht. Gerade bei Gegenlicht und wenig Beleuchtung kommt der Dynamikumfang an seine Grenzen. Details sind in der Regel aber immer ausreichend gut erkennbar, lediglich bei Nacht gibt es Probleme mit reflektierenden Kennzeichen. Diese sind, wie auch bei der Konkurrenz, nicht immer lesbar. Insgesamt ist die Bildqualität aber auch bei Dunkelheit ordentlich.

Preis

Die UVP von Garmin für Dash Cam X210 liegt bei 299 Euro, die günstigsten Angebote laut Preisvergleich liegen bei knapp 230 Euro. Damit gehört die Garmin Dash Cam X210 zwar nicht zu den günstigen Vertretern ihrer Zunft – die satte Ausstattung, ordentliche Bildqualität und erfahrungsgemäß hohe Zuverlässigkeit rechtfertigen den Preis aber.

Fazit

Die Garmin Dash Cam X210 ist eine der am besten ausgestatteten Dashcams auf dem Markt. Neben einer hohen Bildqualität, einer hohen Zuverlässigkeit und zahlreichen mehr oder weniger nützlichen Assistenzfunktionen gefallen uns etwa die Zeitrafferfunktion und der Park-Guard. Dank der kompakten Abmessungen schränkt sie das Sichtfeld nur minimal ein und stört entsprechend nicht. Handhabung und Montage machen in der Praxis keine Probleme.

Die sehr ansehnliche Ausstattung resultiert allerdings in einem vergleichsweise hohen Preis. Mit 230 Euro ist diese Dashcam kein Schnäppchen. Hier stellt sich die Frage, ob man die gebotenen Funktionen wohl überhaupt nutzt. Ähnliche Bildqualität gibt es mittlerweile auch günstiger – hier muss man sich dann aber in der Regel bei den Sonderfunktionen einschränken.

Vantrue E1 Pro im Test: Kompakte 4K-Dashcam mit GPS, WLAN und CPL-Filter

Winzige Dashcam mit 4K und Parküberwachung: Die Vantrue Elements 1 Pro bringt CPL-Filter und Hardwire-Kit mit. Kann so klein auch richtig gut sein?

VORTEILE

  • sehr kompakt und unauffällig
  • gute Tagesaufnahmen in 4K
  • schnelles 5-GHz-WLAN und ordentliche App
  • guter Parkmodus mit Voraufzeichnung

NACHTEILE

  • Nachtsichtqualität nur mittelmäßig
  • Kennzeichen bei höherem Tempo teils nicht zuverlässig lesbar
  • Bedienung am Gerät fummelig
  • wichtige Komfortfunktionen hängen an kostenpflichtigem Zubehör

Winzige Dashcam mit 4K und Parküberwachung: Die Vantrue Elements 1 Pro bringt CPL-Filter und Hardwire-Kit mit. Kann so klein auch richtig gut sein?

Die Elements 1 Pro, kurz E1 Pro, ist die überarbeitete Version der älteren E1. Das Konzept bleibt gleich: Die Dashcam soll möglichst wenig Platz an der Windschutzscheibe einnehmen und trotzdem gute Aufnahmen liefern. Neu sind die 4K-Auflösung, ein Sony-Starvis-2-Sensor, schnelleres 5-GHz-WLAN und erweiterte Parkmodus-Optionen. Wir haben die kompakte Dashcam mit CPL-Filter (zirkularer Polarisationsfilter), Hardwire-Kit und einer 128-GB-microSD-Karte getestet.

Design und Montage

Die Kamera ist äußerst kompakt: Sie misst nur etwa 4,2 × 2,8 × 4,1 cm und wiegt rund 95 g. Trotz der kleinen Bauform sitzt auf der Rückseite ein formatfüllendes 1,54‑Zoll-Display. Auffälligstes Merkmal des quadratischen Gehäuses ist die große Frontlinse. Auch die Halterung bleibt angenehm dezent: Sie wird wie üblich per Klebepad auf einer transparenten Folie an der Windschutzscheibe befestigt und ist ebenso kompakt gehalten. Die Kamera wird einfach eingeschoben und lässt sich bei Bedarf schnell wieder abnehmen – praktisch.

Die Materialanmutung ist eher nüchtern als elegant, wirkt aber keineswegs billig. Der Objektivring besteht aus Metall, der Rest aus mattem Kunststoff. Die Verarbeitung ist präzise und passgenau. Aufgrund der geringen Größe fallen auch die vier mechanischen Tasten klein aus, vermitteln aber dennoch einen ausreichend robusten Eindruck.

Ausstattung

Technisch ist die E1 Pro für eine kleine Frontkamera gut aufgestellt. Geboten werden 4K mit 3840 × 2160 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde, ein Sony-Starvis-2-Sensor IMX678 und ein Weitwinkelobjektiv mit 158 Grad. Dazu kommen GPS, WLAN, Mikrofon, Lautsprecher und Unterstützung für microSD-Karten bis 1 TB. Im Vergleich zur älteren E1 ist das ein spürbarer Schritt nach vorn, das Vorgängermodell arbeitete nur mit 2592 × 1944 Pixel.

Dazu kommen einige Funktionen, die in dieser Größenklasse nicht selbstverständlich sind. Darunter fallen 5-GHz-WLAN, Sprachsteuerung, OTA-Updates per Smartphone, Protokollierung mit Strecken- und Geschwindigkeitsdaten sowie mehrere Parkmodus-Varianten. Gerade das WLAN mit 5 GHz ist im Alltag hilfreicher als es auf dem Papier klingt, weil 4K-Dateien je nach Länge schnell groß werden.

Der im Test berücksichtigte CPL-Filter ist schnell an der Kameralinse angeschraubt und leistet gute Arbeit gegen Spiegelungen und Blendung. Vor allem Reflexionen von Glas und Armaturenbrett werden gut ausgeblendet, dafür geht im Gegenzug etwas Helligkeit verloren, was sich gerade nachts bemerkbar macht. Komplett ist die Ausstattung zudem erst mit dem Hardwire-Kit, denn nur so können Nutzer den Parkmodus verwenden.

Bedienung und App

Die Ersteinrichtung ist unkompliziert: Kamera an die Scheibe kleben, per USB-C mit Strom versorgen und über die App koppeln. Die E1 Pro baut dafür ein eigenes WLAN auf, das Smartphone muss also in dieses Netz wechseln. Bei Nutzung von CarPlay oder Android Auto kann das zu Konflikten führen. Ansonsten steht die Verbindung schnell und stabil – vorausgesetzt, man befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Kamera (weniger als zwei Meter).

Die App bietet die üblichen Kernfunktionen: Einstellungen ändern, Videos herunterladen, sichten und teilen sowie automatische Zeitsynchronisation und Firmware-Updates per OTA. Etwas nervig ist allerdings die Darstellung: Menüpunkte haben so wenig Platz, dass sie häufig als langsame Laufschrift angezeigt werden – zumindest beim ersten Ausprobieren stört das spürbar.

Wenig überzeugend ist die Bedienung direkt an der Kamera. Das Menü auf dem kleinen Display ist fummelig, und die physischen Tasten wirken im Zeitalter von Touchscreens altbacken. Die Steuerung per App ist daher deutlich angenehmer. Praktisch ist während der Fahrt allerdings die Speichertaste: Sie kann man ertasten, ohne hinzusehen.

Die E1 Pro verfügt über einen integrierten Beschleunigungs- und Bewegungssensor. Erkennt die Dashcam ein starkes Bremsmanöver oder einen Aufprall, sichert sie den betreffenden Clip automatisch in einem geschützten Bereich – die Loop-Funktion kann ihn dann nicht überschreiben.

Für normale Aufnahmen stehen etwa 70 Prozent der Kartenkapazität zur Verfügung; ist dieser Bereich voll, überschreibt die Kamera die ältesten Dateien. Praktischer wäre ein Ringpuffer-Verfahren wie bei Garmin oder Nextbase: Dort existieren nur zwei bis vier kurze Clips gleichzeitig, die fortlaufend überschrieben werden – das schont den Speicher und minimiert bei einem Kartendefekt den Datenverlust.

Bildqualität

Am Tag liefert die Vantrue E1 Pro eine gute bis sehr gute Bildqualität. Die 4K-Aufnahmen sind klar und detailreich, der Kontrast ist hoch – es gibt wenig zu beanstanden. Nummernschilder sind tagsüber und in der Dämmerung oft gut lesbar, vor allem im Platepix-Modus, der sich über das Menü oder die App aktivieren lässt. Platepix erhöht den Kontrast bei Kennzeichen, dunkelt dafür aber das übrige Bild ab.

Bei entgegenkommenden Fahrzeugen reicht die Kombination aus 30 Bildern pro Sekunde und Relativgeschwindigkeit allerdings häufig nicht, um Kennzeichen zuverlässig scharf einzufangen – erst recht bei höherem Tempo. Das ist keine Schwäche der E1 Pro allein: Ohne höhere Bildwiederholrate sieht es bei der Konkurrenz nicht anders aus.

Der Weitwinkel von 158 Grad sorgt für eine breite Straßenabdeckung, führt am Bildrand aber naturgemäß zu leichten Verzerrungen. Für eine Dashcam ist das nicht ungewöhnlich – Abhilfe schaffen nur Modelle mit mehreren Objektiven.

Nachts sinkt die Bildqualität spürbar. Die Aufnahmen bleiben zwar brauchbar, sind insgesamt aber deutlich dunkler, weniger scharf und teils verrauscht. Kennzeichen entgegenkommender oder schnell fahrender Fahrzeuge lassen sich kaum noch ablesen. Bei vorausfahrenden Fahrzeugen und geringerer Distanz steigen die Chancen – allerdings scheint die kompakte Bauform der E1 Pro hier ihren Tribut zu fordern.

Der CPL-Filter ist ein sinnvoller Zusatz für Tagesfahrten. Spiegelungen auf der Windschutzscheibe und glänzenden Flächen wie dem Armaturenbrett werden sichtbar reduziert. Tagsüber fällt die leicht gesenkte Helligkeit nicht ins Gewicht – nachts verstärkt sie die ohnehin schwächere Bildqualität jedoch zusätzlich.

Sonderfunktionen

Im Parkmodus bietet die E1 Pro mehr als nur eine einfache Bewegungserkennung. Der Hersteller stellt mehrere Optionen zur Wahl: gepufferte Bewegungserkennung mit 15 Sekunden Voraufzeichnung und 30 Sekunden Nachlauf, Kollisionserkennung, Daueraufnahme mit niedriger Bitrate sowie einen Modus mit reduzierter Bildrate. Letzterer erlaubt je nach Einstellung 1, 5, 10 oder 15 Bilder pro Sekunde und spart damit Speicherplatz.

Überdies gibt es kostenpflichtige Extras. Im Handbuch ist etwa ein LTE-Modul für die Fernüberwachung aufgeführt, das allerdings eine zusätzliche SIM-Karte mit laufenden Kosten erfordert. Ebenfalls optional ist eine Funkfernbedienung, die im Alltag etwa zum schnellen Sichern von Clips nützlich sein könnte – sie gehört aber nicht zum Lieferumfang.

Akku

Die E1 Pro arbeitet nicht mit einem klassischen Akku, sondern mit einem integrierten Superkondensator. Für die dauerhafte Parküberwachung ist eine externe Stromversorgung nötig – per Hardwire-Kit oder alternativ per Powerbank. Im Betrieb zieht die Dashcam rund 4 Watt; eine Powerbank mit 10.000 mAh dürfte inklusive Umwandlungsverlusten etwa 7 bis 8 Stunden durchhalten.

Preis

Die offizielle deutsche UVP der Vantrue E1 Pro liegt bei knapp 150 Euro. Der aktuelle Straßenpreis der Kamera allein liegt bei Geizhals Deutschland bei rund 128 Euro. Passende Speicherkarten mit 128 GB kosten dort je nach Typ ab 17 Euro und das Hardwire-Kit um die 25 Euro.

Fazit

Die Vantrue E1 Pro ist bei Tageslicht eine gute und angesichts ihrer Ausstattung auch preiswerte Frontkamera. Ihre größten Stärken sind die sehr kompakte Bauform, die ordentliche 4K-Bildqualität bei ausreichendem Licht und das schnelle WLAN. Abgerundet wird das Paket durch den umfangreichen Parkmodus und die insgesamt gelungene App-Anbindung. Gerade im Bundle mit CPL-Filter und Hardwire-Kit entsteht ein stimmiges Gesamtpaket für Fahrer, die eine unauffällige, gut ausgestattete Dashcam suchen.

Die Nachtaufnahmen fallen allerdings nur mittelmäßig aus, und die Bedienung direkt an der Kamera ist baugrößenbedingt etwas fummelig. Wichtige Zusatzfunktionen wie dauerhafte Parküberwachung oder Fernzugriff setzen zudem entsprechendes Zubehör voraus. Für ausgesprochene Nachtfahrer gibt es bessere Alternativen.

Garmin Dash Cam Mini 3 im Test

Die Garmin Dash Cam Mini 3 verspricht eine gute Bildqualität in Full-HD und einen fairen Preis trotz äußerst kompakter Bauform. Ob die kleine Dashcam mit teureren und größeren Modellen mithalten kann, zeigt der Test.

VORTEILE

  • sehr kompakt und unauffällig
  • optional mit anderen Garmin-Kameras kombinierbar
  • günstigste aktuelle Dashcam von Garmin

NACHTEILE

  • 1080p bei nur 30 FPS
  • keine Wechselhalterung mit Magnet, nur Klebe-Pad

Die Garmin Dash Cam Mini 3 verspricht eine gute Bildqualität in Full-HD und einen fairen Preis trotz äußerst kompakter Bauform. Ob die kleine Dashcam mit teureren und größeren Modellen mithalten kann, zeigt der Test.

Garmin hat gleich eine ganze Serie an neuen Dashcams auf den Markt geworfen. Neben dem Premium-Modell X310, der Mittelklasse-Kamera X210 und dem Einsteigermodell X110 gibt es mit der Dash Cam Mini 3 auch eine Neuauflage der Pkw-Kamera im Mini-Format.

Der Einsatz von Dashcams ist in Deutschland zwar noch immer umstritten, unter Einhaltung einiger Voraussetzungen ist die Nutzung aber legal und zulässig. Im Falle eines Crashs helfen die gespeicherten Videos dann, den Unfallablauf zu rekonstruieren und so die Schuldfrage zu klären. Damit die Aufnahmen tatsächlich zulässig sind, darf die Kamera etwa nicht permanent aufzeichnen und die Videos dauerhaft speichern. Viele Dashcams, auch die von Garmin, nutzen deshalb eine Loop-Funktion für die Speicherung. Diese überschreibt ältere Aufnahmen automatisch mit aktuellen Videos, was eine langfristige Speicherung der Daten unterbindet. Damit relevante Aufnahmen nicht überschrieben werden, registriert die Kamera extreme Verzögerungen und sichert die Aufnahme dann in einem geschützten Ordner.

Die besonders kompakte Kamera Dash Cam Mini 3 filmt nicht nur das Geschehen vor dem Fahrzeug, sie hat Sprachsteuerung an Bord und kann auch etwa als Zweitkamera für die Heckscheibe genutzt werden. Ob sich das Investment von etwa 138 Euro lohnt, verraten wir im Test.

Design

Garmin setzt bei seiner neuen X-Serie auf ein insgesamt vergleichbares Design – lediglich die Dash Cam Mini 3 fällt aus dem Rahmen. Mit Abmessungen von 52 × 32 × 20 mm und einem Gewicht von nur 30 Gramm ist sie deutlich kompakter als X110, X210 und X310.

Auf der Vorderseite befinden sich die Linse und der schwenkbar gelagerte Befestigungsarm. An dessen Ende sitzt ein Klebe-Pad, welches von innen an der Windschutzscheibe geklebt wird. Damit die Kamera auch zuverlässig hält, muss die Klebestelle sauber und fettfrei sein. Außerdem sollte man bei moderaten Außentemperaturen arbeiten. So befestigt hält die kleine und leichte Kamera absolut zuverlässig – auch bei Erschütterungen und Temperaturwechseln. Bei der Befestigung per Saugnapf wäre der Halt erfahrungsgemäß weniger zuverlässig. Der Nachteil der Klebestreifen: Das rückstandsfreie Entfernen ist aufwendig. Die Kameralinse ist ab Werk mit einem Pol-Filter ausgestattet.

Ansonsten gibt es den USB-C-Port zur Stromversorgung und einen Einschub für die Speicherkarte. Eine geeignete microSD-Karte gehört allerdings nicht zum Lieferumfang. Für den Einsatz in der Dashcam empfiehlt sich generell eine microSD-Karte mit hoher Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsklasse sollte mindestens den Faktor 10 betragen. Nach dem Einlegen der Speicherkarte wird diese von der Kamera formatiert. Sind auf der Karte noch andere Daten, sollte man diese entsprechend im Vorfeld sichern.

Auf ein rückseitiges Farbdisplay mit Live-Bild und Tastern zur Bedienung muss man hier zwar verzichten – in der Praxis stört das allerdings weniger als im Vorfeld gedacht. Die Einstellungen erfolgen in der App und auch Sprachbefehle sind möglich. Die Verarbeitung und Haptik hinterlassen einen positiven und hochwertigen Eindruck.

Ausstattung

Die Dash Cam Mini 3 kommt zusammen mit einer ausführlichen Anleitung, einem rund vier Meter langem USB-A-auf-USB-C-Kabel zur Stromversorgung und einem USB-Netzteil für den Zigarettenanzünder. Eine Speicherkarte ist wie bereits erwähnt nicht im Lieferumfang enthalten.

Die großzügige Länge des flexiblen Ladekabels ermöglicht eine einigermaßen versteckte und aufgeräumte Verlegung zwischen Kamera und 12-Volt-Steckdose. Wichtig bei der Montage: Kamera und Kabel dürfen das Sichtfeld nicht beeinträchtigen und das Kabel darf sich keinesfalls in Pedalen oder Lenkrad verheddern können.

Der integrierte Beschleunigungssensor (G-Sensor) erkennt, wann das Fahrzeug anfährt, und beginnt dann zu filmen. Der Sensor registriert auch starke und plötzliche Verzögerungen, wie beim scharfen Bremsen oder bei einem Unfall. Wenn das passiert, landet das Video automatisch in einem geschützten Ordner auf der Speicherkarte. So wird es nicht von der für die Zulässigkeit benötigten Loop-Funktion überschrieben.

Garmin erlaubt hier zwei Einstellungsmöglichkeiten: Die Kamera erstellt entweder fortlaufend Clips mit einer Länge von 30 Sekunden, bis die microSD-Karte voll ist und überschreibt dann jeweils die älteste Aufnahme oder zeichnet immer nur ein Video von 30 Sekunden auf, welches dann permanent überschrieben wird. Clips, bei denen der G-Sensor eine Gefahrensituation festgestellt hat, werden generell nicht überschrieben. Wir empfehlen aus Gründen des Datenschutzes, eine einzelne Aufnahme fortlaufend zu überschreiben. Zusätzlich empfehlen wir, die vom Sensor gespeicherten Aufnahmen regelmäßig zu löschen, wenn sie nicht benötigt werden.

Bedienung

Im Test funktioniert die Bedienung per App und später auch per Sprachbefehl problemlos. Anfangs erscheint uns der Umweg übers Smartphone zwar unnötig kompliziert, letztlich muss man die Kamera aber nur einmal einrichten und die Konfigurationen vornehmen. Dann schaltet sich die Kamera ein, sobald sie mit Strom versorgt wird, und startet die Aufnahme. Sollte man eine lustige, kritische oder sonstige interessante Situationen abspeichern wollen, funktioniert das bequem per Zuruf. Hier reicht der Ausspruch „okay, Garmin“ und die Sprachsteuerung ist aktiv. Wählbar sind dann etwa die Optionen „Video speichern“ und „Bild aufnehmen“.

Sonderfunktionen

Auf Fahrerassistenzsysteme wie Abstandswarner und Spurhalteassistent muss man bei der Dash Cam Mini 3 verzichten, was wir aber gut verschmerzen können. Ohne internen GPS-Empfänger gibt es auch keinen Annäherungsalarm an personalisierte POIs (Point of interest), was wir ebenfalls nicht als störend empfinden.

Die Livebild-Funktion und der Dienst Park-Guard, bei dem die Kamera auch im Parkzustand Erschütterungen erkennt und aufzeichnet, stehen mit dem zahlungspflichtigen Abo aber zur Verfügung. Wer mehrere Kameras von Garmin nutzt, kann diese dann auch per App synchronisieren und die Aufnahmen kombinieren, um das Sichtfeld der Aufzeichnung zu erweitern. Sinnvoll wäre etwa eine zweite Kamera, welche den Verkehr hinter dem Fahrzeug aufzeichnet.

Bildqualität

Die kleine Dashcam zeichnet Videos mit einer maximalen Auflösung von 1920 × 1080 Pixel bei 30 FPS (Bildern pro Sekunde) auf – wie auch die teurere Dash Cam X110. Das Sichtfeld (FOV) ist mit 140 Grad ebenfalls identisch. Die Videos werden ausreichend weitwinklig und wirken trotzdem nur minimal verzerrt. Die Kontraste sind ausgeprägt und die Farben wirken erfreulich natürlich. Ganz zufrieden sind wir mit den Ergebnissen aber nicht. Das Bildrauschen bei Nachtaufnahmen ist ein klassisches Problem, da es hier nicht besonders ausgeprägt ist, wollen wir uns aber nicht weiter darüber beklagen.

Bei der vergleichsweise niedrigen Auflösung von 1080p hätten wir uns wenigstens eine höhere Bildwiederholrate gewünscht. Bei 60 FPS würden selbst schnelle Bewegungen noch scharf dargestellt – bei den hier nur möglichen 30 FPS sind die Details in den Standbildern leider unnötig ausgewaschen und unscharf.

Preis

Die Garmin Dash Cam Mini 3 ist im Handel für rund 137 Euro erhältlich und damit günstiger als die von der Bildqualität vergleichbare Dash Cam X110 von Garmin. Die ist zwar größer, sie hat aber ein Display und zusätzliche Assistenzsysteme an Bord.

Fazit

Die Garmin Dash Cam Mini 3 verzichtet auf unnötige Assistenzsysteme und ein Display, was sie kompakt und trotzdem günstig macht. Statt sehr hoher Auflösung gibt es hier hohe Zuverlässigkeit und eine extra kompakte Bauform. Die Bildqualität der unauffälligen Dashcam ist gut, hat aber noch Luft nach oben. Full-HD erscheint uns zwar ausreichend, mit nur 30 Bildern je Sekunde bleiben hier allerdings die Details auf der Stecke.

Wer in erster Linie eine unauffällige und gute Kamera ohne viel Schnickschnack sucht, ist mit der Dash Cam Mini 3 sehr gut beraten. Wer ein Display, Assistenzsysteme und integriertes GPS möchte, muss mehr investieren.

Transcend Drivepro 230Q Data Privacy im Test: Dashcam für mehr Datenschutz

Die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy für knapp 95 Euro möchte als Dashcam mehr Fokus auf den Datenschutz legen. Wie gut das klappt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • einfach zu befestigen und einzurichten
  • Speicherkarte liegt bei
  • fairer Preis 

NACHTEILE

  • Gehäuse und Halterung relativ lang
  • kein USB-Kabel zur Verbindung mit PC 
  • mäßig scharfe Aufnahmen 

Die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy für knapp 95 Euro möchte als Dashcam mehr Fokus auf den Datenschutz legen. Wie gut das klappt, zeigt der Test.

Eine Dashcam kann bei einem Unfall ein hilfreiches Mittel sein, um die Schuldfrage zu klären. Lange war der Einsatz hierzulande umstritten. Verboten waren sie zwar nie, allerdings ist die Frage nach der datenschutzkonformen Nutzung strittig. Laut einem BGH-Urteil (heise online) aus dem Jahr 2018 können Aufnahmen einer Dashcam im Einzelfall bei einem Zivilprozess zugelassen werden – selbst, wenn diese rechtswidrig erstellt wurden. Das Gericht selbst gibt keine klare Vorgabe zur Handhabung der Autokamera, sondern liefert nur Hinweise, was eine datenschutzkonforme Dashcam ausmachen würde.

Zu den Rahmenbedingungen gehört unter anderem, dass die Aufnahmen nur anlassbezogen und nicht permanent erstellt werden dürfen. Transcend wirbt bei der Drivepro 230Q Data Privacy damit, die Autokamera als Sonderedition eigens für den deutschen Markt entwickelt zu haben, um den Datenschutzbestimmungen besser gerecht zu werden. Hierzu kommt etwa eine permanente Loop-Funktion zum Einsatz, auf eine Parküberwachung verzichtet der Hersteller bei dem Modell bewusst. Wir zeigen im Test, was die Dashcam für aktuell knapp 95 Euro anders macht und wie gut sie sich im Vergleich mit anderen Modellen schlägt.

Design

Die quaderförmige Dashcam aus einem Kunststoffgehäuse misst 7 x 6,3 x 3,5 Zentimeter und wiegt knapp 80 Gramm. Damit ist sie um 1,5 Zentimeter breiter und fast 3 Zentimeter höher als etwa die Garmin Dash Cam 67W, aber kompakt im Vergleich zur Nextbase 622GW. Sie nimmt schon etwas mehr Platz ein im Sichtfeld des Fahrers und ist auch von außen gut sichtbar. Alles in allem stört sie aber beim Fahren kaum.

Zur Befestigung an der Windschutzscheibe dient eine Saugnapfhalterung, die der Autokamera beiliegt. Das erlaubt eine einfache Montage. Das Abnehmen der Dashcam ist problemlos möglich und hinterlässt auch keine Rückstände an der Frontscheibe. Allerdings hält der Saugnapf nicht immer fest genug, sodass uns die Kamera während der Fahrt schon ein Mal heruntergefallen ist. Hier ist es wichtig, die entsprechende Stelle an der Frontscheibe vorher gründlich zu reinigen und wieder zu trocknen.

Zwar hält eine Halterung mit Klebefläche wie bei der Garmin Dash Cam 67W deutlich fester, diese ist dafür aber schwerer zu entfernen. Wer der Saugnapfhalterung nicht genug Vertrauen schenkt, kann für die Drivepro 230Q einen Haltearm zum Ankleben an die Windschutzscheibe als Zubehör kaufen.

Transcend Drivepro 230Q Data Privacy

Ausstattung

Zum Lieferumfang der Transcend Drivepro 230Q Data Privacy gehört neben der Saugnapfhalterung ein Stromkabel für den 12-Volt-Anschluss im Pkw und sogar eine Micro-SD-Karte mit 32 GByte Speicherkapazität – das ist nicht selbstverständlich bei anderen Herstellern. Das Kabel ist lang genug, um es hinter dem Rückspiegel entlang der Verkleidung an der Windschutzscheibe zu führen, damit es nicht störend in den Innenraum hängt und sich gegebenenfalls mit der Schaltung verheddert.

Das LC-Display misst 2,4 Zoll in der Diagonale. Zur Standortbestimmung greift die Drivepro 230Q auf GPS und Glonass zurück, ein Bewegungssensor ist ebenfalls vorhanden sowie eine Loop-Funktion. Ein Mikrofon für Tonaufnahmen aus dem Innenraum sowie Lautsprecher für Warntöne gehören ebenfalls zur Ausstattung

Von Haus aus ist die Drivepro 230Q so eingestellt, dass nur maximal zwei Aufnahmen mit einer Länge von 1 Minute erstellt werden. Die beiden Videos werden in Betrieb fortwährend überschrieben. Der Nutzer muss also nichts Weiteres tun. Das ist sehr praktisch. Viele Dashcams anderer Hersteller sind ab Werk so eingestellt, dass sie Videoclips aufzeichnen, bis die Micro-SD-Karte voll ist. Eine Option, dass die Autokamera nur eine Aufnahme erstellt und fortlaufen überschreibt, müssen Nutzer in der Regel erst von Hand auswählen. Nicht so bei Transcend – das ist lobenswert. Zum Filmen von Landschaftsaufnahmen aus dem Auto ist die Drivepro damit aber nicht die erste Wahl.

Wie bei anderen Dashcams üblich, registriert der eingebaute G-Sensor abrupte Bremsmanöver, wie sie vor einem Unfall passieren können. In diesem Fall speichert die Kamera den Videoclip in einem geschützten Bereich ab, damit der Loop diese Aufnahme nicht wieder überschreibt. Über die rote Notfalltaste an der Dashcam sichern Nutzer das laufende Video zudem manuell ab. Mit der Zeit sammeln sich so aber möglicherweise trotzdem einige Aufnahmen an. Wir empfehlen, regelmäßig zu prüfen, welche Clips vorhanden sind und diese zu löschen, wenn sie nicht benötigt werden. Hier wäre eine automatische Löschung nach einem bestimmten Zeitraum hilfreich gewesen.

Für die Kommunikation mit einem Smartphone über die App Drivepro dient eine lokale WLAN-Verbindung über Wifi-5. Der Micro-USB-B-Anschluss an der Kamera unterstützt zudem USB 2.0 für eine Verbindung mit einem PC. Ein Kabel dafür liegt jedoch nicht bei. Die Software, um auf dem PC Aufnahmen der Dashcam anzusehen, heißt Drivepro Toolbox und steht bei Transcend kostenlos zum Download bereit.

Die Kamera verfügt zudem über einen Li-Polymer-Akku. Dieser soll einspringen, wenn bei einem Unfall die Stromversorgung abreißt, damit die Dashcam die Aufnahme noch sichern kann. Für den dauerhaften Betrieb ist der Akku nicht vorgesehen. Nachdem man den Motor abgestellt hat, empfiehlt es sich, das Kabel herauszuziehen. Denn einige Automodelle versorgen die Kamera dann trotzdem weiter mit Storm, was auf Dauer die Autobatterie entladen könnte.

Bedienung

Die Einrichtung der Kamera ist denkbar einfach. Nach der Montage und dem Einstecken in den 12-Volt-Anschluss startet die Dashcam die Aufnahme automatisch, wenn man die Zündung einschaltet. An der Autokamera selbst befinden sich vier Knöpfe zur Bedienung. Der äußerste Schalter auf der linken Seite dient als Power-Button sowie als Zurück-Taste. Der zweite Knopf dient zum Durchsuchen von Dateien der Kamera, als Pfeiltaste sowie zum Abspielen und Pausieren von Aufnahmen. Die dritte Taste öffnet die Einstellungen oder funktioniert als Pfeiltaste für nach unten. Der äußerste Schalter rechts löst einen Schnappschuss aus oder dient als Ok-Taste sowie zum Löschen von Clips.

In den Einstellungen können Nutzer die Uhrzeit und Zeitzone festlegen, die Empfindlichkeit des G-Sensors in drei Stufen anpassen sowie die Auflösung auf 720p herunterschrauben, die Belichtungswerte anpassen oder den Videostempel mit Uhrzeit und GPS-Daten ein- und ausblenden.

Eine optionale Verbindung mit dem Smartphone erfolgt über eine WLAN-Verbindung mittel der App Drivepro. Hierzu lädt man die App aus dem Google Play Store oder Apple App Store. Anschließen drückt man den An/Ausschalter auf der Kamera, bis das WLAN-Symbol erscheint und sucht über die App die Kamera. Hierzu verbindet man das Handy wie mit einem Heimnetzwerk. Das Passwort dafür zeigt die App. Anschließend kann man sich per Handy mit der dem Kamerabild verbinden oder Videoaufzeichnungen ansehen, herunterladen oder löschen. Das klappt wirklich gut.

Sonderfunktionen

Auf eine Parküberwachung verzichtet die Drivepro 230Q Data Privacy aus Gründen des Datenschutzes bewusst. Diese Funktion startet in der Regel eine Aufnahme, wenn das geparkte Fahrzeug eine Erschütterung registriert.

Transcend hat der Autokamera einige Fahrassistenzsysteme spendiert, die optional dazugeschaltet werden können. Dazu gehört etwa eine Scheinwerfererinnerung, die den Fahrer bei Dunkelheit darauf hinweist, wenn das Licht des Pkws nicht eingeschaltet ist. Es gibt zudem einen Ruhepausenalarm, der nach einem vorher bestimmten Zeitraum ab 1 Stunde aktiv wird, um den Fahrer auf eine mögliche Pause hinzuweisen. Ferner gibt es ein Auffahrwarnsystem, wenn man zu geringen Abstand hält zum nächsten Fahrzeug sowie einen Spurhalteassistenten, der sich bemerkbar macht, wenn das Auto von der Fahrbahn abkommt. Es gibt zudem eine Tempolimit-Warnung für eine zuvor einzugebende gewünschte Höchstgeschwindigkeit.

Bildqualität

Die Linse der Dashcam nutzt einen CMOS-Sensor von Sony mit integrierter Wide Dynamic Range (WDR) und zeichnet damit Videos nach H.264-Standard mit einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Pixel (Full HD) bei 30 fps (Frames pro Sekunde) auf. Der Blickwinkel beträgt 130 Grad. Das ist noch ausreichend, um das Geschehen vor dem Fahrzeug abzudecken. Weniger sollte es aber nicht sein. Dashcams wie die Garmin Dash Cam 67W decken sogar 180 Grad ab, was aber eine leichte Fischaugenoptik zur Folge hat.

Die Videoaufnahmen in Full HD gehen weitgehend in Ordnung, auch wenn die Bildschärfe etwas höher ausfallen könnte und die Aufnahmen leichtes Bildrauschen aufweisen. In etwa entsprechen sie dem Niveau der Garmin Dash Cam Mini 2. Verkehrsteilnehmer sind ausreichend gut zu erkennen, das Ablesen von Kfz-Kennzeichen ist auf größere Entfernung nur schwer möglich. Was für den Datenschutz gut ist, kann wiederum die Aufklärung nach einem Unfall erschweren.

Preis

Mit einem Preis ab knapp über 95 Euro gehört die Transcend Drivepro 230Q zu den günstigeren Dashcams mit GPS, G-Sensor und Loop-Funktion. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist überzeugend.

Als Zubehör gibt es eine Halterung zum Ankleben an der Windschutzscheibe für 11 Euro – diese dürfte deutlich fester sitzen als der Saugnapf, kann aber nicht ohne Weiteres entfernt werden. Es gibt zudem für 16 Euro ein Kabel, um die Dashcam dauerhaft mit der Elektrik des Autos zu koppeln, damit der 12-Volt-Steckplatz frei bleibt.

Fazit

Die Transcend Drivepro 230Q bietet alles, was eine moderne Dashcam braucht und kostet dabei vergleichsweise wenig. Der dauerhafte Loop-Modus sorgt dafür, dass Nutzer nicht versehentlich die Micro-SD-Karte mit Aufnahmen vollmachen, bei dem Persönlichkeitsrechte andere Autofahrer verletzt werden könnten.

Die Sonderfunktionen wie der Spurhalteassistent, Auffahrwarnsystem oder die Scheinwerfererinnerung sind für ältere Autos ohne entsprechende Systeme interessant. Die Einrichtung und Verbindung mit dem Smartphone ist simpel. Schade, dass kein USB-Kabel beiliegt für eine Verbindung mit dem PC. Die Bildschärfe hat zudem etwas Luft nach oben. Alles in allem ist das Paket aber in Bezug auf Ausstattung und Preis überzeugend.

Garmin Dash Cam Live im Test

Die Garmin Dash Cam Live sticht vor allem durch die Möglichkeit des Echtzeitzugriffes und der Live-Übertragung aus dem breiten Angebotsfeld der Dashcams heraus. Wie gut das neue Top-Modell ist, zeigt der Test.

VORTEILE

  • Fernzugriff mit Echtzeitübertragung möglich
  • hohe Verarbeitungsqualität
  • Sprachsteuerung

NACHTEILE

  • teuer
  • Abokosten durch LTE-Vertrag
  • Fernzugriff nicht einfach nutzbar, da dauerhaft externe Energieversorgung notwendig
  • Kamera kann remote nicht bewegt werden

Die Garmin Dash Cam Live sticht vor allem durch die Möglichkeit des Echtzeitzugriffes und der Live-Übertragung aus dem breiten Angebotsfeld der Dashcams heraus. Wie gut das neue Top-Modell ist, zeigt der Test.

Die Garmin Dash Cam Live ist eine hochwertig verarbeitete Dashcam, die Bilder per Live-Übertragung (optional) an Smartphones zur Garmin Live App senden kann. App und Gerät biete eine hohe Qualität, aber die Kamera ist mit mindestens 335 Euro recht teuer. Wer noch den LTE-Tarif dazu bucht, muss mit weiteren 11 Euro pro Monat rechnen.

Design

Die Kamera hat ein hochwertiges und unaufdringliches Design. Die genaue Maße der Dashcam sind 8 × 5 × 2 Zentimeter bei einem Gewicht von 110 Gramm. Das entspricht etwa der Größe einer Zigarettenschachtel mit aufgesetztem Objektiv. Das Display der Kamera hat eine Diagonale von 2,95 Zoll und eine Auflösung von 640 × 360 Pixel. Es handelt sich dabei um ein LCD. Die Dashcam wird mit einem Klebe-Standbein befestigt und lässt sich mit einem Kugelgelenk in alle Richtungen drehen.

Die App hat einen einfachen Aufbau und erlaubt das Speichern und Abspielen der Aufzeichnungen oder Live-Übertragungen. Über die App ist es parallel möglich, den Standort der Dashcam – und damit das Fahrzeug – zu orten.

Das Teilen der Videos ist mit der App ebenfalls möglich. Die Speicherung der Daten erfolgt auf der microSD-Karte (16 GB) oder in einem kostenpflichtigen Cloudspeicher mit der Bezeichnung „Vault-Abonnement“. Die Kosten dafür betragen 6 Euro im Monat. Die Speicherung der Videos erfolgt bei aktiver WLAN-Verbindung manuell auch ohne Abonnement parallel in der Cloud, allerdings löscht das System die Videos nach 24 Stunden.

Ausstattung

Zur Ausstattung gehören Kamera mit Halterung sowie ein kurzes und ein langes Stromkabel, das per Micro-USB verbunden wird. Außerdem ist ein USB-Adapter für den Zigarettenanzünder dabei. Teilweise sind Zigarettenanzünder mit Dauerstrom versorgt. Wenn das im jeweiligen KFZ nicht der Fall ist, sind unter Umständen weitere Kabel notwendig. Nicht dabei ist ein Saugnapf für die Dashcam, die Befestigung erfolgt über den Klebehalter.

Gibt es kein Mobilfunk-Abonnement mit Garmin, speichert die Dash Cam die Videos in der bereits eingebauten microSD-Speicherkarte. Diese hat eine Größe von 16 GB, was nicht gerade besonders großzügig ist – vor allem angesichts des Gesamtpreises der Kamera.

Damit die Kamera bei ausgeschaltetem Motor funktioniert, muss sie mit einer konstanten Energiequelle versorgt werden. Nicht bei allen Fahrzeugen liefert der Zigarettenanzünder Strom, wenn die Zündung aus ist. In dem Fall hilft ein optionales Kabel, das die Kamera mit dem OBD II-Anschluss verbindet. Es kostet noch einmal knapp 50 Euro. Alternativ dazu gibt es das KFZ-Anschlusskabel von Garmin zur Parküberwachung, bei dem die Cam direkt mit den Stromleitungen des Autos verbunden wird – wer das installiert, sollte aber wissen, was er tut. Das Kabel wechselt für 35 Euro den Besitzer.

Schade ist, dass sich die Kamera aus der Ferne nicht bewegen lässt, um das Fahrzeug komplett überwachen zu können. Allerdings ist es in größeren Fahrzeugen möglich, mehrere Kameras mit der App zu synchronisieren. Das kann im professionellen Umfeld sinnvoll sein.

Ebenfalls dabei ist ein Radarwarner. Dazu setzt die Dashcam auf eine externe Datenbank, die auch ohne Abonnement funktioniert. Die Warnung vor Radarfallen ist kostenlos mit dabei. Allerdings ist diese Funktion verboten und muss in Deutschland ausgeschaltet werden.

Sonderfunktionen

Die wichtigste Sonderfunktion der Dashcam besteht sicherlich darin, sich Live-Bilder der Kamera unterwegs anschauen zu können. Für den Zugriff dazu ist eine LTE-Verbindung notwendig. Dadurch wird die Kamera zu einer vollwertigen Dashcam inklusive der Echtzeitüberwachung des Fahrzeugs oder Bootes. Damit das funktioniert, muss die Kamera aber mit einer stabilen externen Energiequelle verbunden sein, insbesondere direkt mit der Autobatterie oder an den OBD II-Anschluss im Fahrzeug. Ohne externe Stromversorgung hält der Akku nur 30 Minuten.

Die Bilder sendet die Kamera per LTE. Allerdings ist dazu ein eigener Vertrag mit Garmin notwendig. Das „LTE-Vault-Abonnement“ kostet 11 Euro/Monat und ist nur für den Einsatz mit der Dash Cam Live verfügbar. Die Verwaltung des Abonnements erfolgt über die Garmin Drive App.

Bedienung

Die Bedienung der Dashcam kann mit Sprachbefehlen erfolgen. Dadurch können Nutzer ihre Hände am Fahrzeug behalten. Die generelle Verwendung der Dashcam baut aber auf die Garmin Drive App auf. Diese steht in den App-Stores für iPhones und Android-Smartphones zur Verfügung. Die App ist die Zentrale, wenn es darum geht, die Videos anzuzeigen und zu verwalten. Wenn die Kamera über ein LTE-Abonnement verfügt, ist über die App der Standort der Kamera und des Fahrzeugs zu sehen.

Bildqualität

Die Auflösung der Kamera entspricht 1440p. Sie nimmt auch Ton auf. Mit entsprechenden Einstellungen beginnt die Kamera beim Betätigen der Zündung automatisch mit der Aufzeichnung. Das Weitwinkelobjektiv hat einen Blickwinken von 140 Grad und kann Tag und Nacht-Sichten anzeigen und aufzeichnen. Die Dashcam zeichnet die ganze Fahrt auf und speichert die Videos in den Formaten GLV und MP4 auf der SD-Karte. Die Videos werden in einzelnen Minuten aufgeteilt.

Preis

Durch die hochwertige Verarbeitung und den Sonderfunktionen ist die Kamera recht teuer. Die unverbindliche Preisempfehlung von Garmin beträgt 400 Euro. Einige Händler führen die Dashcam ab 335 Euro. Das ist natürlich happig. Allerdings ist die Ausstattung sehr gut: Standortanzeige, Diebstahlarm und Park-Überwachung gibt es bei günstigen Modellen nicht.

Fazit

Die Garmin Dash Cam Live ist teuer, bietet dafür aber auch viel. Die Live-Ansicht ermöglicht die Überwachung des Autos, Wohnmobils, Bootes oder LKWs, auch wenn der LTE-Vertrag natürlich monatliche Kosten verursacht. Die Bedienung mit Sprachsteuerung ist funktional und erleichtert die Verwendung der Dashcam während der Fahrt. Aufnahmen starten etwa automatisch und die Qualität der Videos ist hoch. Es lohnt sich daher die Kamera zu kaufen, wenn man für eine Dashcam den relativ hohen Betrag von 400 Euro ausgeben möchte. Eine Remote-Steuerung wäre schön, ist aber kein K.-o.-Kriterium, der restliche Umfang kann sich sehen lassen.

Viofo A329 S im Test: Die beste 4K-Dashcam mit drei Kameras und Top-Bildqualität

4K-Front-Kamera, 2K für Heck und Innenraum, Wi-Fi 6, Polfilter, Fernbedienung und Parküberwachung: Wie viel Schutz bietet die Viofo A329S im Alltag wirklich?

VORTEILE

  • sehr hohe Videoqualität, besonders vor
  • drei Kanäle mit fast Rundum-Abdeckung inklusive Innenraum
  • Wi-Fi 6 und externe SSD für schnelle Datensicherung
  • Parküberwachung mit Hardwire Kit und einstellbarem Batterieschutz
  • praktisches Zubehör wie Bluetooth Remote und CPL-Filter

NACHTEILE

  • hoher Gesamtpreis
  • Montage Heckkamera und Hardwire Kit aufwendig
  • Klebeflächen können sich bei großer Hitze lösen
  • keine Cloud-Funktionen oder erweiterten Fahrerassistenzsysteme
  • Nachtbild der Heckkamera mit CPL schwach

4K-Front-Kamera, 2K für Heck und Innenraum, Wi-Fi 6, Polfilter, Fernbedienung und Parküberwachung: Wie viel Schutz bietet die Viofo A329S im Alltag wirklich?

Die Viofo A329S deckt alles ab: Frontkamera in 4K, Heck- und Innenraumkamera in jeweils 2K sowie dauerhafte Parküberwachung mittels optionalem Hardwire-Kit. Hinzu kommen Wi-Fi 6 für schnellen Datentransfer aufs Handy, außerdem Unterstützung für externe SSD, optionale Wireless Bluetooth Remote Control und Circular Polarizing Lens Filter (CPL) – so geht Oberklasse! Da ist es schon fast überraschend, dass Cloud-Funktionen und Assistenzsysteme fehlen. Wie wichtig das ist und ob der hohe Preis von rund 360 Euro gerechtfertigt ist, klärt der Test.

Design und Montage

Die Haupteinheit der Viofo A329S ist recht groß und von der Seite gesehen keilförmig. Damit passt sie sich grob an die Neigung der Frontscheibe an. Mit etwa 6 x 10 x 4,3 cm lässt sie sich aus Fahrersicht hinter dem Innenspiegel verstecken und bleibt so auf Wunsch außer Sicht. Da die Innenraumkamera auch den Fahrer aufnehmen können soll, geht das hier natürlich nicht – sie ist zwangsläufig sichtbar. Das Gehäuse der Kameras besteht aus mattem Kunststoff und wirkt eher funktional als luxuriös, macht aber trotzdem einen ausreichend wertigen und stabilen Eindruck. Tasten und Display sind zum Fahrraum hin positioniert und gut erreichbar. Die beiden Kameras für Innenraum und Heck sind zylindrisch, etwa 7 x 3 cm klein und mit drehbarer Kameraeinheit ausgestattet, damit sie möglichst frei positioniert werden können.

Statt per Saugnapf werden die Kameras per Klebepad direkt an Front- und Heckscheibe installiert. Viofo legt elektrostatische Folien bei, auf die die Klebepadhalterungen geklebt werden. Dadurch lässt sich das System später rückstandsfrei entfernen. Häufig ist es bei der Befestigung per Klebestreifen allerdings so, dass sich die Klebeflächen einzelner Kameramodule bei starker Sommerhitze lösen. Das kann zwar auch bei Kameras mit Saugnapfbefestigung passieren, die kann der Nutzer anschließend aber einfach erneut befestigen. Bei Modellen mit Klebepads muss hingegen normalerweise das Pad erneuert werden. Für den Langzeiteinsatz ist es daher sinnvoll, die Klebestelle besonders sorgfältig zu entfetten oder alternative Klebelösungen einzuplanen.

Mitgeliefert werden ausreichend lange Kabel. Für die Heckkamera stehen etwa 6 m zur Verfügung, das reicht selbst in einem großen Kombi locker. Für die Innenraumkamera liegt sogar ein Kabel bei, das eher zu lang als zu kurz ist. Das führt dazu, dass der Kabelüberschuss im Bereich hinter dem Spiegel verstaut werden muss. Da hier bei modernen Fahrzeugen oft Sensoren für Assistenzsysteme positioniert sind, kann das zu Platzproblemen führen.

Das HK4-Hardwire-Kit ersetzt den Zigarettenanzünder als Stromquelle. Es wird direkt an das Sicherungspanel des Fahrzeugs angeschlossen. Die drei Leitungen sind klar markiert: Dauerplus, Zündungsplus und Masse. Die Praxis zeigt aber, dass der Einbau je nach Fahrzeugmodell anspruchsvoll sein kann, da Sicherungen zum Teil tief im Armaturenbrett positioniert und dann schwer zugänglich sind. Zusätzlich ist das Kabel des HK4 relativ dick, was das Verlegen hinter Verkleidungen erschwert. Zur Not hilft hier der örtliche Kfz-Betrieb weiter.

Die Bluetooth Remote Control BTR200 ist eine kleine Kunststofffernbedienung, die per Klebe-Pad auf dem Armaturenbrett oder an der Mittelkonsole befestigt wird. Sie wird mit einer Knopfzelle betrieben und benötigt keine Verkabelung. Die Haptik ist solide, aber deutlich einfacher als bei den Kameramodulen. Sie bietet einen großen Hauptknopf zum Sichern gerade aufgenommener Dateien und zwei weitere seitliche Drücker, die frei belegbar sind. In Summe ist die Montage für technikaffine Nutzer problemlos machbar, für Einsteiger jedoch deutlich anspruchsvoller als bei einfachen Ein-Kanal-Dashcams. Vor allem das unsichtbare Verlegen des Kabels für die hintere Kamera ist aufwändig, sofern keine Verkleidungsteile des Fahrzeugs beschädigt werden sollen. Außerdem dürfen die Verbindungskabel nicht geknickt werden.

Ausstattung

Die Viofo A329S ist als ein-, zwei- oder dreikanal-System erhältlich; bedeutet: Nur Frontcam, Front und Heck oder alle drei Kameras. Die Frontkamera bietet 4K-Auflösung, Heck- und Innenraumkamera jeweils 2560 x 1440 Pixel, also 2K. Alle Kameras zeichnen mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Wer vorn 4K mit 60 Bildern pro Sekunde will, muss auf HDR und die dritte Kamera verzichten.

Vorne kommt ein Starvis 2 IMX678 von Sony mit 1/1,8 Zoll als Sensor zum Einsatz. Hinten und innen arbeitet ein Sony Starvis 2 IMX675 mit 1/2,8 Zoll. Die Frontkamera deckt ein Blickfeld von rund 140 Grad ab, die Heckkamera etwa 160 Grad. Innen sind es dank Fischaugenoptik sogar etwa 210 Grad. Damit erfasst das System nicht nur den Verkehr vor und hinter dem Auto, sondern abgesehen vom Innenraum auch Teile der Bereiche neben dem Fahrzeug.

Als Antrieb für die Hauptkamera dient ein auf einem ARM Cortex A53 basierender Quad-Core-Prozessor. Die Kamera unterstützt Wi-Fi 6 mit 2,4 und 5 GHz, GPS sowie Speicherkarten bis 512 GB. Zusätzlich lassen sich über USB-C externe SSDs bis 4 TB anschließen, was angesichts der hohen Datenrate der Aufnahmen bei drei Kameras durchaus sinnvoll sein kann. Der mitgelieferte Circular Polarizing Lens Filter (CPL) für die Frontkamera wird einfach auf das Objektiv gesteckt. Wichtig: Er muss in die richtige Position gedreht werden, die durch einen Punkt markiert ist. Optional gibt es passende CPL-Filter für Heck- und Innenraumkameras der Serie. Sie werden aufgeklipst. Die Filter reduzieren Spiegelungen an der Scheibe und erhöhen den Kontrast auf Kosten des nutzbaren Lichts. Besonders bei tief stehender Sonne und auf nasser Fahrbahn tragen solche Polfilter zur Verbesserung der Bildqualität bei. Nachts kann das allerdings auch nach hinten losgehen und für stärkeres Bildrauschen oder insgesamt dunkle Aufnahmen sorgen.

Das HK4-Hardwire-Kit ermöglicht verschiedene Parkmodi und bietet einen einstellbaren Unterspannungsschutz mit Abschaltschwellen zwischen 11,8 und 12,4 Volt. Damit soll die Starterbatterie des Fahrzeugs vor Tiefentladung geschützt werden. Die Viofo A329S selbst unterstützt mehrere Parkmodi: durchgehende Zeitrafferaufnahmen, ereignisbasierte Aufzeichnung beim Auslösen des G-Sensors und einen Hybridmodus, der beides kombiniert. In Verbindung mit den drei Kameras entsteht so eine sehr dichte Überwachung des Fahrzeugs im Stand.

Im Vergleich zu vielen Konkurrenzmodellen fehlen allerdings Cloud-Funktionen und klassische Fahrerassistenzsysteme wie Spur- oder Kollisionswarnungen. Die Ausstattung legt den Fokus auf Bildqualität und umfassende Aufzeichnung statt Assistenzfunktionen.

Bedienung und App

Die Bedienung erfolgt über das 2,4 Zoll große Display an der Haupteinheit, über Sprachbefehle, das Smartphone oder die Bluetooth-Fernbedienung. Das Menü der Kamera ist simpel strukturiert, die Menüführung wirkt eher funktional als modern. Die App für Android und iOS stellt Verbindung per Wi-Fi 6 her. Dadurch sind die Übertragungsraten teils deutlich höher als bei älteren Dashcam-Modellen mit Wi-Fi 5. Auch große 4K-Dateien lassen sich damit in überschaubarer Zeit auf das Smartphone übertragen. 200 MB brauchten im Test rund 6 Sekunden. Die App bietet Live-Ansicht, Einstellungen, Firmware-Updates sowie Dateiverwaltung auf Speicherkarte und SSD sowie den Download aufs Smartphone.

Die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr detailliert. Belichtung, Bitrate, HDR, Empfindlichkeit des G-Sensors, Audioaufnahme, Parkmodus und Einblendungen wie Geschwindigkeit und GPS-Koordinaten lassen sich fein justieren. Für Einsteiger kann diese Vielfalt auf den ersten Blick erschlagend sein, zumal alles untereinander in einem ellenlangen Listenmenü ohne echte Unterteilung angezeigt wird. Andererseits bietet das aber erfahrenen Nutzern viel Kontrolle.

Die Bluetooth Remote Control BTR200 erweitert und vereinfacht die Grundbedienung im Alltag deutlich. Sie besitzt eine zentrale Taste zum Sperren wichtiger Videoclips und zwei seitliche Tasten, die sich etwa mit Mikrofon, Wi-Fi oder Power belegen lassen. Das Speichern von Videoszenen geht damit schneller und zuverlässiger als Sprachbefehle. Die wurden im Test zwar überwiegend erkannt, jedoch nicht immer und nur mit leichter Verzögerung. Außerdem sind sie nur auf Englisch möglich.

Bildqualität

Die Viofo A329S bietet sehr hohe Bildqualität, die zum Besten gehören dürfte, das aktuelle Dreikanal-Dashcams parat haben. Tagsüber liefert die Frontkamera in 4K-Auflösung sehr detailreiche Aufnahmen. Kennzeichen vorausfahrender und entgegenkommender Fahrzeuge lassen sich in der Regel im Nahbereich gut erkennen. Wegen der Beschränkung auf 30 fps im Dreikanalbetrieb können Aufnahmen von schnell fahrenden Fahrzeugen allerdings zu verschwommen sein, um Nummernschilder sicher erkennen zu können. Die Belichtung wirkt stimmig, der Dynamikumfang fängt helle Himmel und dunkle Fahrzeugfronten in Kombination dank HDR ausgewogen ein – mit, aber auch ohne Polfilter. Nachts sinkt die Erkennungsrate wegen steigendem Bildrauschen deutlich. Mit etwas Umgebungslicht wie in der Stadt klappt das häufig aber immer noch.

Die Heckkamera in 2K erreicht das hohe Niveau der Frontcam zwar nicht, liegt aber ebenfalls auf gutem Niveau für diese Art Zusatzkamera. Kennzeichen des direkt nachfolgenden Fahrzeugs sind meist problemlos lesbar, sofern es nicht zu weit weg ist – auch bei höherer Geschwindigkeit. Bei weiter entfernten oder schräg einfahrenden Fahrzeugen sinkt die Erkennungsrate naturgemäß. Nachts wird das wegen der Blendung der Scheinwerfer zunehmend unmöglich und in lichtarmer Umgebung bleiben Aufnahmen gerade mit Polfilter sehr dunkel. Die Innenraumkamera setzt auf Fischaugenoptik, um einen möglichst großen Sichtbereich abzudecken. Dadurch werden Armaturenbrett, Fahrer, Beifahrer und die Bereiche vor den Seitenscheiben gleichzeitig erfasst. Die Bildmitte bleibt scharf, zu den Rändern hin sind deutliche Verzerrungen sichtbar. Dieser Nachteil wird durch den großen Blickwinkel der Kamera aber mehr als aufgewogen. Bei zu wenig Umgebungslicht schalten sich IR-LEDs zu und das Bild wechselt auf Schwarz-Weiß. Damit wird der Innenraum selbst bei fast vollständiger Dunkelheit noch recht scharf und detailliert abgebildet.

Etwas störend ist die lange Hochfahrzeit der Kamera. Rund 30 Sekunden vergehen vom Motorstart bis zur ersten Aufnahme – da kann theoretisch schon was passiert sein, das dann nicht aufgezeichnet wurde. In der Summe überzeugt die A329S mit sehr hoher Videoqualität, besonders bei der Frontkamera.

Sonderfunktionen

Die A329S bietet verschiedene Parküberwachungsmodi. Im Zeitraffer-Modus laufen dauerhaft Aufnahmen mit reduzierter Bildrate, im ereignisgesteuerten Modus wacht der G-Sensor über Erschütterungen und zeichnet jeweils einige Sekunden vor und nach dem Ereignis in voller Qualität auf. Ein Hybridmodus kombiniert beide Ansätze, um lange Standzeiten und konkrete Vorfälle gleichzeitig abzudecken. Das funktioniert aber nur zusammen mit dem HK4-Hardwire-Kit, das die Kamera bei abgeschalteter Zündung weiter mit Strom versorgt. Sobald der Motor aus ist, wechselt das System dann auf Wunsch in den gewählten Parkmodus. Sinkt die Bordspannung unter den eingestellten Wert, trennt das Kit die Stromversorgung, damit die Batterie des Fahrzeugs nicht tiefenentladen wird und es startbar bleibt.

Darüber hinaus unterstützt die A329S Sprachbefehle, etwa zum Auslösen von Fotos oder Sperren von Videos. Die Zuverlässigkeit war im Test grundsätzlich gut, aber nicht perfekt. Gerade bei geöffnetem Fenster oder lauter Musik sollte man daher lieber zur Bluetooth Remote greifen. Eine Besonderheit ist die Unterstützung externer SSDs bis 4 TB. Damit lässt sich die übliche Begrenzung durch Speicherkarten deutlich ausweiten, was bei drei Kameras und hoher Bitrate tatsächlich praxisrelevant ist. Anders als einige Konkurrenzsysteme bietet die Viofo A329S weder Cloud-Speicher noch Live-Zugriff über das Mobilfunknetz. Wer sein Fahrzeug aus der Ferne überwachen möchte, muss auf andere Lösungen ausweichen oder mit rein lokaler Aufzeichnung leben.

Achtung Datenschutz: Die Kamera sollte in Deutschland so eingestellt sein, dass sie am besten alle 30 Sekunden Aufnahmen wieder überschreibt, sofern sie nicht durch G-Sensor oder manuell gesichert werden. Der Parkmodus darf eigentlich nur im ereignisbasierten Modus verwendet werden – alles andere gilt als anlasslose Aufzeichnung öffentlichen Raums und ist Datenschutz-rechtlich verboten.

Akku

Die Viofo A329S verwendet keine klassische Lithium-Ionen-Batterie, sondern interne Kondensatoren. Diese stellen sicher, dass laufende Dateien bei einem Stromausfall sauber gespeichert werden. Dann schaltet die Kamera nach Stromtrennung wenige Sekunden später ab. Für den Parkmodus ist die Stromversorgung daher zwingend über dauerhaften 12-Volt-Anschluss oder das optionale Hardwire Kit notwendig.

Preis

Für die Viofo A329S gibt es keine UVP für Deutschland. Laut Geizhals liegt der Straßenpreis der A329S 2CH (Front- und Heckkamera) aktuell bei 360 Euro, die 3CH-Version (Front-, Heck- und Innenraumkamera) bei 450 Euro. Die Frontkamera alleine gibt es ab 310 Euro (Stand: 01/2026). Die hier zusätzlich betrachteten Komponenten schlagen separat zu Buche. Der Wireless Bluetooth Remote Button BTR200 liegt bei etwa 20 Euro, der (im Lieferumfang enthaltene) CPL-Filter für die Frontkamera kostet je nach Händler ebenfalls rund 20 Euro. Gleiches gilt für den speziellen CPL-Filter für die Heckkamera. Das HK4-Hardwire-Kit wird im Fachhandel mit etwa 25 Euro geführt.

Fazit

Die Viofo A329S positioniert sich klar in der Oberklasse der Dashcams – sowohl bei Bildqualität als auch beim Preis. Frontkamera mit 4K-Auflösung, zwei zusätzliche 2K-Kanäle, Wi-Fi 6 und Unterstützung für externe SSD schaffen ein sehr leistungsfähiges Paket. Bei der Bildqualität sehen wir die A329S derzeit insgesamt an der Spitze der Systeme mit drei Kameras, insbesondere mit Blick auf die Frontaufnahmen bei Tag und Nacht.

Im Alltag überzeugen außerdem die flexible App mit vielen sinnvollen Einstellmöglichkeiten und der gute Parkmodus. Der funktioniert allerdings leider nur mit dem HK4-Hardwire-Kit, bietet dann aber zugleich auch Schutz für die Fahrzeugbatterie. Bluetooth Remote und CPL-Filter erhöhen den Nutzwert deutlich: Wichtige Szenen lassen sich mit einem Knopfdruck sichern, Reflexionen an der Frontscheibe werden sichtbar reduziert.

Nachteile gibt es aber auch. Die Montage mit Hardwire Kit und Heckkamera ist deutlich aufwendiger als bei einfachen Lösungen. Das relativ dicke Kabel und das Problem von vereinzelt nachlassende Klebepads im Sommer bei hastiger Installation erfordern Geduld und Sorgfalt bei Anbringung. Außerdem fehlen moderne Cloud-Funktionen und Assistenzsysteme, die einige Wettbewerber in ähnlichen Preisregionen anbieten – wie wichtig die einem sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Bleibt noch der Preis: Je nach Ausstattung sind es eine Menge Geld, das dürfte nicht wenige Interessenten abschrecken. Für Nutzer mit weniger Ansprüchen an Bildqualität, Anzahl der Kameras und Bedienkomfort gibt es deutlich günstigere Alternativen, die in vielen Alltagsszenarien ausreichen.

ZUSÄTZLICH GETESTET

Viofo A329

Nextbase 222

Viofo A229 Pro

Garmin Dash Cam Mini 2

Viofo A119 V3

Dashcam Viofo A229 Duo im Test

Vantrue E3

Vantrue N4 Pro

Viofo VS1

Garmin Dash Cam X110

Dashcam Vantrue N5

Garmin Dash Cam 67W

Nextbase 322GW

Lanmodo D1

Nextbase 522GW

Transcend Drivepro 620

Vantrue E1

Garmin Dash Cam Tandem

Nextbase 422GW

Dashcam Viofo A119 Mini 2



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Künstliche Intelligenz

„Meilenstein“: Zoox mit dem bislang größten Expansionsschritt


Die Amazon-Tochter Zoox wird ihren Robotaxi-Service in San Francisco und Las Vegas ausbauen und die Tests seiner autonomen Fahrzeuge in Austin und Miami auf die nächste Stufe heben. Das kündigte das US-amerikanische Robotertaxi-Unternehmen am Dienstag an und spricht dabei selbst vom „bisher größten Meilenstein“. Die Entwicklungen seien die bisher wichtigste Serviceerweiterung und ein weiterer Schritt, um Zoox noch mehr Fahrgästen in den Vereinigten Staaten zugänglich zu machen.

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„Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des Wachstums. Wir setzen die gewonnenen Erkenntnisse aktiv um, um unseren Robotaxi-Service sicher und zuverlässig im ganzen Land zu skalieren und noch mehr Fahrgästen unser einzigartiges Erlebnis zu bieten“, erklärte Zoox-CEO Aicha Evans in einer Mitteilung. Nach eigenen Angaben ist Zoox das einzige Unternehmen „mit einem vollautonomen Fahrdienst in einem speziell dafür entwickelten Robotaxi“.

Zoox plant, sein Angebot in San Francisco deutlich auszubauen. Das Unternehmen hatte dort seinen autonomen Taxidienst im vergangenen Jahr gestartet und will nun seinen Service im Vergleich zum aktuellen Umfang vervierfachen. Ab dem Frühjahr sollen dabei dicht bewohnte und stark nachgefragte Stadtviertel wie Marina, North Beach, Chinatown und Pacific Heights als Zoox-Standorte hinzukommen.

Gleichzeitig will der Robotaxi-Anbieter in der Casino-Metropole Las Vegas expandieren und noch mehr Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungsorte entlang des Strips abdecken. Die Anzahl der Zoox-Standorte sei mehr als verdoppelt worden; so seien das Las Vegas Convention Center sowie die meisten großen Hotels am Strip hinzugekommen. „Dank unserer Partnerschaften mit Sphere und der T-Mobile Arena bieten wir außerdem einen ersten, begrenzten Service für stark frequentierte Veranstaltungen an diesen Standorten an“, erklärte Zoox. In Las Vegas bietet Zoox seinen Robotaxi-Service seit vergangenem Herbst an.

In Austin und Miami wird das Unternehmen künftig seine eigens entwickelten autonomen Fahrzeuge aucgh auf öffentlichen Straßen einsetzen. „Wir testen unsere Technologie in diesen Märkten seit Mitte 2024 mit der umgerüsteten Zoox-Testflotte und freuen uns, die nächste Phase unserer Einführung zu erreichen“, so Zoox in der Pressemitteilung. Zunächst werden Fahrten in einem kleinen Gebiet beider Städte für Zoox-Mitarbeiter, deren Familien und Freunde angeboten, bevor die Einsatzgebiete im Laufe des Jahres schrittweise erweitert werden.

Nach Angaben von Zoox haben seine Fahrzeuge bereits fast zwei Millionen autonome Meilen zurückgelegt und mehr als 350.000 Fahrgäste befördert. Mehr als eine halbe Million Menschen hätten sich auf die Warteliste des Unternehmens eingetragen. Man erweitere die Service- und technischen Funktionen ständig, um kürzere Wartezeiten und ein besseres Fahrgefühl bieten zu können, so Zoox. Die Robotaxi-Testflotte des Unternehmens ist aktuell in zehn verschiedenen US-Märkten aktiv. Erst Anfang des Monats weitete die Amazon-Tochter ihre Tests auf Dallas und Phoenix aus. Hinzu kommen die bereits erwähnten Standorte San Francisco, Las Vegas, Austin und Miami, sowie Seattle, Los Angeles, Atlanta und Washington D.C.

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(akn)



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Künstliche Intelligenz

Rechtslage Deepfakes: Es ist kompliziert


Täuschend echt wirkende Filme und Bilder von Personen lassen sich mit Computertechnik immer einfacher erstellen. Die Leistungsfähigkeit allgemein verfügbarer KI-Modelle nimmt rasant zu, die Ergebnisse können sich inzwischen mit echten Filmproduktionen messen. Mit der leichten Verfügbarkeit auf Plattformen wie X nimmt auch der Missbrauch zu.

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Bekannt sind etwa Betrugsversuche, bei denen die Täter KI-Werkzeuge einsetzen. Die sind wegen der Betrugsabsicht der Regel bereits strafbar. Weniger klar ist die Rechtslage bei Missbrauch von Bildern von Privatpersonen, sei es in Kombination mit KI-Elementen oder als reine KI-Produkte, sogenannten Deepfakes.

Die Debatte über eine mögliche Strafbarkeitslücke bei pornografischen Deepfakes ist in Deutschland neu entfacht, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes in der vergangenen Woche mit Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Intensiv diskutiert wird dabei unter anderem die Frage, ob KI-Anbieter und Plattformbetreiber stärker in die Pflicht genommen werden müssen. Denn weder die deutsche noch die europäische Rechtslage bieten bislang einen wirksamen Schutz vor derartigen Taten – was jedoch nicht bedeutet, dass Täter nicht dennoch belangt werden könnten. Doch in der Praxis ist das offenbar kaum durchzusetzen.

Bislang sind die verschiedenen Regularien ein buntes Puzzle. Vor allem das Allgemeine Persönlichkeitsrecht steht bislang im Zentrum der rechtlichen Möglichkeiten. Doch der Anspruch auf Entfernung und anschließend Unterlassung weiterer Verbreitung ist in der Praxis gegenüber den Betreibern und Urhebern kaum durchzusetzen, wenn diese von außerhalb des europäischen Rechtsraumes agieren. Zudem ist derjenige, der eine Entfernung verlangt, in der Nachweispflicht.

Die meisten sexualisierten Deepfakes werden nicht unter Klarnamen veröffentlicht – hier eine Auskunft beim Anbieter zu erhalten, wer den Upload vorgenommen hat, scheitert in der Realität ebenfalls regelmäßig. Und auch andere Wege scheiden aus: Zwar kann etwa die Verwendung von urheberrechtlich geschützten Werken ein Rechtsverstoß sein oder auch die Entstellung eines Originalbildes. Doch realistisch sind Ansprüche auf dieser Grundlage kaum durchsetzbar.

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Das Land Bayern hatte 2024 deshalb über den Bundesrat einen Regelungsvorschlag für einen neuen Paragrafen 201b im Strafgesetzbuch eingebracht: „Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch digitale Fälschung.“ Systematisch würde der sich an den Regelungsgehalt des §201a anschließen, die mit Freiheits- oder Geldstrafe belegte „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen“. Genau hier will wohl auch das Bundesjustizministerium (BMJV) mit seinem erwarteten Vorschlag ansetzen.

Der bayrische Vorschlag von 2024 betraf das Zugänglichmachen „mit computertechnischen Mitteln hergestellter oder veränderter Medieninhalte“, wenn sie den Anschein von „wirklichkeitsgetreuen Bild- oder Tonaufnahmen“ erweckten. Diese Definition war sehr weit gefasst und dürfte in der nun anstehenden Formulierung des BMJV nicht wiederholt werden.

Ein Problem bliebe auch: Die Erstellung als solche wäre weiterhin nicht strafrechtlich bewehrt. Denn die Strafbarkeit würde erst aus der Verbreitung entstehen – etwa einem Versand per Messenger oder dem Upload auf Plattformen. Was jemand lokal auf seinem Endgerät etwa mit Fotos oder Videomaterial macht und dort abspeichert, wäre davon nicht umfasst.

Das will Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) nun ändern. Die Straftat soll bereits mit der Erstellung sexualisierter Deepfakes begangen und somit verfolgbar werden. So stünden auch das Sich-Verschaffen und der Besitz von einschlägigem Material unter Strafe und nicht erst die aktive Verbreitung.

Würde ein neuer §201b StGB der Systematik des §201a folgen, wäre aber auch hier zu erwarten, dass es sich im Regelfall um ein sogenanntes Antragsdelikt handelt: Betroffene – in den meisten Fällen Frauen – müssten dann den Antrag auf Strafverfolgung stellen. Nur im Ausnahmefall wäre dann die eine Verfolgung aufgrund öffentlichen Interesses möglich. Dennoch setzt Hubig auf die abschreckende Wirkung der Strafbarkeit.

Allerdings muss bei einer strafrechtlichen Regelung zur Erstellung und Verbreitung von Deepfakes auch in Zukunft immer eine Abwägung stattfinden, ob ein Deepfake nicht doch zulässig ist. Während im Bereich der sexualisierten Darstellungen eine legale Nutzungsform selten der Fall sein dürfte, ist das etwa bei – mitunter auch geschmacklosen – Satirebeiträgen viel eher möglich. Und auch zur Medien-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit muss das Strafrecht fein abgrenzen, um unbeabsichtigte Kollateralschäden zumindest weitgehend auszuschließen.

Außen vor aus der innerdeutschen Gesetzgebung sind unterdessen die Anbieter selbst: Die Haftungsregularien für die Anbieter sind europarechtlich abschließend geregelt – vor allem der Digital Services Act (DSA) spielt hier eine Rolle. Allerdings würde eine Anpassung des Strafgesetzbuches auch hier die Anbieter vielleicht zu einem schnelleren Eingreifen verpflichten können: per Meldeweg gemeldete Straftaten müssen von den Anbietern geprüft werden.

Zudem könnten für die Beweissicherung etablierte Verfahren zwischen Anbietern und Strafverfolgern genutzt werden, was den Verfolgungsdruck auf Täter künftig erhöhen könnte. Doch auch dabei hängt viel von der Kooperationsbereitschaft der Plattformen ab. Ob die dann auch die Wiederveröffentlichung bereits beanstandeter Inhalte unterdrücken, ist kaum seriös vorhersagbar.

Nur ein Grund, warum Politiker und Aufsichtsbehörden in der EU fordern: Die Betreiber generativer KI-Modelle sollten bereits die Erstellung sexualisierter Inhalte von vornherein unterdrücken, wenn ihre Modelle hierfür genutzt werden könnten.


(vbr)



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