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Flugbegleiter-Gehälter: Das könnt ihr bei American, Delta und United verdienen
Die Gehälter von Flugbegleitern unterscheiden sich stark je nach Dienstalter und geflogenen Stunden.
Delta zahlt die höchsten Stundenlöhne, insgesamt liegen die Gehälter der drei großen US-Airlines aber nah beieinander.
Die Flugbegleiter-Gewerkschaft bei United Airlines erzielte im Mai nach jahrelangen Verhandlungen eine vorläufige Einigung.
Flugbegleiter bei American, Delta und United verdienen deutlich weniger als ihre Kollegen im Cockpit. Die dienstältesten Crewmitglieder können jedoch ein Grundgehalt von fast 80.000 Dollar (etwa 73.600 Euro) im Jahr erreichen – manche kommen sogar auf ein sechsstelliges Einkommen.
Der Job hat wenig mit einem klassischen 9-bis-5-Arbeitstag zu tun. Es dauert Jahre mit anstrengenden Dienstplänen sowie hohen Anforderungen an Kundenservice und Sicherheit, um bei den drei großen US-Airlines genügend Dienstalter für die oberen Gehaltsstufen zu erreichen.
Flugbegleiter werden mit einem Grundstundenlohn bezahlt. Hinzu kommt ein Tagegeld, wenn sie sich außerhalb ihres Heimatflughafens aufhalten. Teilweise gibt es auch Bezahlung für das Boarding. Zusätzlich können sie mehr verdienen, wenn sie an Feiertagen arbeiten, Nachtflüge übernehmen oder eine spezialisierte Position innehaben. Viele Airlines zahlen außerdem Gewinnbeteiligungen. Das Gehalt steigt mit jedem Dienstjahr bis zum 13. Jahr.
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Die meisten Flugbegleiter haben eine garantierte monatliche Mindeststundenzahl, die je nach Airline variiert. Das bedeutet, sie werden für eine bestimmte Anzahl an Stunden bezahlt, auch wenn sie diese nicht vollständig fliegen – abgesehen von bestimmten Ausnahmen. Viele arbeiten jedoch mehr als diese Garantie.
Gehaltsübersichten, die BUSINESS INSIDER (BI) vorliegen, zeigen, dass Delta die höchsten Stundenlöhne zahlt, dicht gefolgt von American. United hat die Gehälter seiner Flugbegleiter seit Jahren nicht erhöht. Trotz einer vorläufigen Einigung im Mai 2025 lehnte die Gewerkschaft den Deal im Juli ab und forderte zuletzt weitere Verbesserungen.
American Airlines
- Erstes Jahr: 36,81 Dollar pro Stunde (etwa 33,90 Euro pro Stunde)
- Jahr: 84,50 Dollar pro Stunde (etwa 77,70 Euro pro Stunde)
American ratifizierte im September 2024 einen neuen Tarifvertrag mit der Association of Professional Flight Attendants. Die Vereinbarung, die nach fünf Jahren Verhandlungen zustande kam – unter anderem verzögert durch die Pandemie –, erhöhte die Bezahlung zum Zeitpunkt der Unterzeichnung um bis zu 20,5 Prozent.
American garantiert 71 bezahlte Stunden pro Monat für Flugbegleiter mit einem festen Einsatzplan. Bereitschaftscrews, die auf Abruf arbeiten, haben eine Mindestgarantie von 75 Stunden.
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Das entspricht einem Jahreseinkommen von mindestens 31.300 Dollar (etwa 28.800 Euro) für Berufseinsteiger und etwa 72.000 Dollar (etwa 66.200 Euro) für Flugbegleiter mit 13 Dienstjahren – jeweils vor Steuern und zusätzlichen Einkünften.
Im Rahmen des neuen Vertrags steigen die Gehälter 2026 und anschließend jährlich bis 2029 weiter an. Bis dahin erhöht sich der Einstiegsstundenlohn auf etwa 40 Dollar pro Stunde (etwa 36,80 Euro).
American führte mit dem neuen Vertrag außerdem eine Bezahlung für das Boarding ein, in Höhe von 50 Prozent des regulären Stundenlohns. Zuvor wurde die Boarding-Zeit nicht vergütet.
Historisch gesehen zahlte American eher niedrige Gewinnbeteiligungen. Im Jahr 2024 betrugen sie lediglich 1,1 Prozent der anrechenbaren Einkünfte von Flugbegleitern. Der neue Vertrag passte die Berechnungsformel an das Niveau von Delta an, wobei die tatsächliche Höhe vom Jahresergebnis des Unternehmens abhängt.
2024 war American die am wenigsten profitable der drei großen US-Airlines, mit einem Nettogewinn von 846 Millionen Dollar (etwa 778 Millionen Euro) bei einem Umsatz von 54,2 Milliarden Dollar (etwa 49,9 Milliarden Euro). In den Quartalen eins und drei des Jahres 2025 schrieb das Unternehmen Verluste.
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Delta Air Lines
- Erstes Jahr: 36,92 Dollar pro Stunde (etwa 34,00 Euro pro Stunde)
- 13. Jahr: 83,00 Dollar pro Stunde (etwa 76,40 Euro pro Stunde)
Die Flugbegleiter von Delta sind nicht gewerkschaftlich organisiert. Die jüngste Gehaltserhöhung trat am 1. Juni 2025 in Kraft und erhöhte die Gehälter des Kabinenpersonals um vier Prozent.
Flugbegleiter im ersten Jahr verdienen bei Delta einen Grundlohn von 36,92 Dollar pro Stunde (etwa 34,00 Euro pro Stunde), Beschäftigte mit 13 Jahren Betriebszugehörigkeit etwa 83 Dollar pro Stunde (etwa 76,40 Euro pro Stunde).
Wie bei American erhalten auch die Kabinencrews von Delta eine Bezahlung für das Boarding in Höhe von 50 Prozent ihres Stundenlohns. Delta war 2022 die erste große US-Airline, die diese Zusatzvergütung eingeführt hat.
Die Gehälter der Flugbegleiter bei Delta variieren je nach monatlich geleisteten Arbeitsstunden, eine vertraglich garantierte Mindeststundenzahl gibt es nicht.
Einige Flugbegleiter von Delta, die sich um eine Gewerkschaftsorganisation bemühen, sagen, dass die fehlende Mindestgarantie im Vergleich zu konkurrierenden Airlines zu niedrigeren Einkommen führen könne.
Ein Sprecher von Delta sagte BI zuvor, dass Flugbegleiter im Schnitt etwa 80 Stunden pro Monat arbeiten. Das bedeutet, dass Flugbegleiter im ersten Jahr und im 13. Jahr vor Steuern und weiteren Zusatzvergütungen auf etwa 35.400 Dollar (etwa 32.600 Euro) beziehungsweise 79.700 Dollar (etwa 73.300 Euro) im Jahr kommen.
Hinzu kommt, dass Kabinenpersonal jährlich bis zu 1200 Dollar (etwa 1100 Euro) extra verdienen kann, wenn bestimmte monatliche Betriebskennzahlen erreicht werden.
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Delta schüttet zudem regelmäßig die höchsten Gewinnbeteiligungen der Branche aus. Im Februar 2025 zahlte das Unternehmen insgesamt 1,4 Milliarden Dollar (etwa 1,29 Milliarden Euro) an seine Beschäftigten aus. Das entsprach einem Bonus von zehn Prozent der anspruchsberechtigten Einkommen – im Schnitt etwa fünf Wochen Gehalt.
Delta war 2024 die profitabelste Airline in den USA mit einem Nettogewinn von 3,46 Milliarden Dollar (etwa 3,18 Milliarden Euro) bei einem Umsatz von 61,6 Milliarden Dollar (etwa 56,7 Milliarden Euro). Auch in den ersten drei Quartalen 2025 schrieb das Unternehmen Gewinne.
United Airlines
- Erstes Jahr: 28,88 Dollar pro Stunde (etwa 26,60 Euro pro Stunde)
- 13. Jahr: 67,11 Dollar pro Stunde (etwa 61,70 Euro pro Stunde)
United zahlt derzeit die niedrigsten Gehälter, da das Kabinenpersonal seit 2020 keine Lohnerhöhung erhalten hat.
United garantiert 71 bezahlte Stunden pro Monat für Flugbegleiter mit festem Dienstplan, während Reservekräfte eine Mindestgarantie von 78 Stunden haben.
Das entspricht einem Jahreseinkommen von mindestens 24.600 Dollar (etwa 22.600 Euro) für Flugbegleiter im ersten Jahr und mindestens 57.000 Dollar (etwa 52.400 Euro) für Beschäftigte mit 13 Jahren Betriebszugehörigkeit – jeweils vor Steuern und weiteren Zusatzverdiensten.
Ein Sprecher von United sagte BI, dass etwa die Hälfte des Kabinenpersonals die höchste Stufe der Gehaltsskala erreicht habe. Das durchschnittliche Jahreseinkommen in dieser Gruppe liege bei fast 80.000 Dollar (etwa 73.600 Euro).
Das erklärt sich vermutlich durch zusätzliche Arbeitsstunden über die garantierte Mindestzahl hinaus, da United angibt, dass die Dienstpläne flexibel seien und die Crews selbst entscheiden könnten, wann sie arbeiten.
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Trotz des vergleichsweise niedrigen Grundlohns haben Flugbegleiter von United hohe Gewinnbeteiligungen erhalten. 2023 lag diese bei etwa 9,2 Prozent des anspruchsberechtigten Jahresgehalts, 2024 sank sie auf 5,3 Prozent. Die Auszahlung im Februar belief sich auf 584,3 Millionen Dollar (etwa 537,6 Millionen Euro).
United war 2024 die zweitprofitabelste Airline der USA mit einem Nettogewinn von 3,15 Milliarden Dollar (etwa 2,90 Milliarden Euro) und einem Umsatz von 57,1 Milliarden Dollar (etwa 52,5 Milliarden Euro). Auch bis einschließlich des dritten Quartals 2025 schrieb das Unternehmen schwarze Zahlen.
Jahrelange, gescheiterte Verhandlungen zwischen United und der Gewerkschaft Association of Flight Attendants-CWA haben Gehaltserhöhungen für das Kabinenpersonal verhindert, weshalb die Löhne im Vergleich niedriger ausfallen.
Zwar wurde im Mai 2025 eine vorläufige Einigung erzielt, die den Stundenlohn im ersten Jahr auf 36,92 Dollar (etwa 34 Euro pro Stunde) anheben und damit an Delta angleichen sollte, doch rund 70 Prozent der Flugbegleiter lehnten das Angebot ab. Es gehe nicht weit genug bei Themen wie Bezahlung und Verbesserungen am Arbeitsplatz.
Die Verhandlungen ziehen sich bis ins Jahr 2026. Die Gewerkschaft fordert inzwischen weitere Gehaltserhöhungen. In einem internen Memo an den Bereich Inflight Services, das BI vorliegt, erklärte United, der Vorschlag der Gewerkschaft würde das Unternehmen gegenüber anderen Airlines wettbewerblich benachteiligen.
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Als Gegenangebot brachte United eine Bezahlung für Wartezeiten zwischen Flügen sowie kürzere Bereitschaftszeiten ins Spiel, um sich an American anzupassen – zwei Punkte, die laut Unternehmen für viele Gewerkschaftsmitglieder Priorität hätten.
Allerdings würde dies nach Angaben von United eine Senkung der Mindestgarantie von 78 auf 75 Stunden erfordern – etwas, das die Gewerkschaft als „inakzeptabel“ bezeichnet.
United möchte zudem auf dasselbe Dienstplanungssystem umstellen, das auch die Piloten nutzen. Viele Flugbegleiter lehnen das ab. Weitere Gespräche sind für Februar und März geplant.
Weitere Verdienstmöglichkeiten für Flugbegleiter
Zusatzvergütungen können das Grundgehalt von Flugbegleitern um mehrere Zehntausend Dollar erhöhen und die erfahrensten Beschäftigten deutlich über die Marke von 100.000 Dollar im Jahr (etwa 92.000 Euro) bringen.
Dazu zählen Überstunden, Einsätze an Feiertagen oder nachts sowie Tätigkeiten in spezialisierten Funktionen. Zudem erhalten Flugbegleiter im Rahmen ihrer Anstellung in der Regel kostenlose Flüge zur privaten Nutzung.
Zu den spezialisierten Aufgaben gehören etwa die Rolle als leitender Flugbegleiter oder Purser, die Arbeit in der Bordküche oder der Einsatz als Crewmitglied mit Fremdsprachenkenntnissen. Die Zusatzvergütung liegt je nach Flugzeugtyp sowie Inlands- oder Auslandsflug zwischen 1 und 7,50 Dollar pro Stunde (etwa 0,90 bis 6,90 Euro pro Stunde).
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Zusätzlich erhalten Flugbegleiter Tagegelder, meist zwischen zwei und vier Dollar pro Stunde (etwa 1,80 bis 3,70 Euro pro Stunde), solange sie dienstlich außerhalb ihres Heimatstandorts unterwegs sind. Diese sollen Ausgaben für Mahlzeiten, Wäsche oder Transport abdecken.
Erfahrene Flugbegleiter können je nach geleisteten Stunden ein Bruttojahreseinkommen von 100.000 Dollar oder mehr (etwa 92.000 Euro) erzielen. Zusatzvergütungen und Spezialfunktionen tragen maßgeblich dazu bei. Wer mehr als die monatliche Mindeststundenzahl fliegt oder zusätzliche Umläufe von Kollegen übernimmt, kann sein Einkommen weiter steigern.
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Billiger als Lap Coffee – diese Kette aus China will Deutschland erobern
Die chinesische Kette Cotti Coffee expandiert rasant und ist jetzt mit mehreren Filialen in Deutschland vertreten.
Mit 99-Cent-Espresso und stark automatisiertem Konzept setzt das Unternehmen auf maximale Effizienz und Niedrigpreise.
Unser Reporter war in Berlin vor Ort und testete die China-Kette.
Vor dem Store hängen noch die rot-grauen Ballons von der Eröffnung, aus denen langsam die Luft entweicht. Im Laden sind die wenigen vorhandenen Tische alle belegt, jedoch nur von in Smartphones vertieften Einzelpersonen.
So sieht also die chinesische Revolution des Billig-Kaffees aus? Ich befinde mich in einer Berliner Filiale von Cotti Coffee, einer neuen Kaffeehaus-Kette aus China, die Starbucks, Lap Coffee und Co. Konkurrenz machen will. Mit aggressiven Niedrigpreisen drängt Cotti Coffee seit kurzer Zeit auch auf den deutschen Markt, nachdem das Unternehmen bereits seine Expansion in die USA begonnen hat.
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Hinter der Kaffee-Erfolgsgeschichte von Cotti stecken zwei ehemalige Führungskräfte des ebenfalls chinesischen Coffee-Shops Luckin Coffee. Sie machten Cotti innerhalb von nur vier Jahren zur globalen Nummer drei nach Starbucks und Luckin. Damit kommen derzeit zwei der drei weltweit größten Coffee-Shop-Ketten aus dem Reich der Mitte.
Mittlerweile betreibt Cotti Coffee nach eigenen Angaben etwa 18.000 Filialen in 28 Ländern – ein rasantes Wachstum in kürzester Zeit. Über 16.000 der Filialen befinden sich in China. Zum Vergleich: Die chinesische Nummer eins und globale Nummer zwei Luckin Coffee betreibt derzeit rund 30.000 Filialen, davon über 24.000 in China. Das US-Unternehmen Starbucks betreibt dort lediglich 8000 Filialen seiner weltweit über 40.000 Shops.
Seit Anfang des Jahres ist Cotti Coffee mit derzeit sieben Filialen in Deutschland vertreten, davon zwei in Berlin. Die anderen befinden sich in Köln, Düsseldorf und Hamburg.
Zeit für einen Besuch also.
Zur Bestellung muss ich einen QR-Code scannen und kann dann aus einer Karte wählen, die genügend Auswahl für die Geschmäcker moderner Großstadtbewohner bietet, aber niemanden überfordert.
Es finden sich Kaffeegetränke, Matchagetränke und Frappés, etwa mit Kokos, Mango oder Grapefruit, im Menü. Einen einfachen Espresso gibt es auch – zu einem reduzierten Preis von 99 Cent.
Die Bestellung läuft ausschließlich digital und ich muss meine Mailadresse oder Telefonnummer angeben, wobei offen bleibt, warum. Danach kann ich, wenn ich nicht online zahlen möchte, immerhin am Terminal mit Karte zahlen – anders als in vielen Berliner Cafés.
Ich bestelle einen „Matcha Kokos Latte“ (warm) und einen „Grapefruit Americano“ (kalt), beides ohne Zucker, warte auf die Bestellung – und schaue mich dabei im Laden um.
Auch wenn Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters liegt: Die Innenausstattung der Cotti-Filialen wirkte auf mich, vorsichtig formuliert, eher ausladend. Allerdings waren bei diesem Besuch beinahe alle Plätze belegt, meistens von Laptopnutzern – der Laden bietet kostenfreies WLAN.
Anders als die Billig-Kette Lap Coffee setzt Cotti auf künstliche Holzparkettoptik statt Aluminium unter dem Neonlicht, vielleicht um etwas Wärme auszustrahlen. Ich lasse mich von den braunen Kunstledersitzen zum Verweilen einladen.
Nach einigen Minuten, in denen ich meine Eindrücke notiere, kommt meine Bestellung – beide Getränke eine Premiere für mich. Für den eisgekühlten Grapefruit-Americano ist es draußen noch etwas zu kalt, aber er kann leichte Sommergefühle bei mir hervorrufen. Der Jahreszeit angemessener ist der warme Kokos-Matcha-Latte, der zwar zuckerfrei ist, aber überraschend süß schmeckt.
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Auffällig viele Chinesisch sprechende Kunden sind bei meinem Besuch in der Filiale: Drei Viertel der anwesenden Kunden sprechen miteinander oder am Telefon Chinesisch – und bestellen auf Chinesisch.
Auch die Mitarbeiterinnen sprechen ausschließlich Chinesisch und Englisch. Eine von ihnen erzählt mir, dass sie extra für den Job hinter dem Tresen des Coffee-Shops von China nach Deutschland gekommen sei.
Neben Geschmack und der Originalität der Getränke ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal von Cotti Coffee der Preis. Mit seinem günstigen Angebot hat Cotti Coffee auf den ersten Blick viel Ähnlichkeit mit der in Berlin gegründeten Kaffeekette Lap, die in den vergangenen Monaten viel Kritik für ihre Niedrigpreise auf sich gezogen hat.
Beide Unternehmen arbeiten nach dem Konzept minimalistischer Einrichtung, kleiner Ladenflächen und vollautomatisierter Bestell- und Zubereitungsvorgänge, die kein qualifiziertes Personal benötigen.
Welche Preise bietet Cotti Coffee an?
Der Espressopreis gilt allgemein als Aushängeschild des Preisniveaus vieler Cafés und Coffee-Shops. In dieser Disziplin schlägt Cotti die Berliner Konkurrenz von Lap tatsächlich deutlich mit einem Espresso für 99 Cent. Bei der Berliner Konkurrenz Lap Coffee sorgte bereits der 1,50-Euro-Espresso für einen medialen Shitstorm.
Zum Vergleich: Starbucks nimmt für einen einfachen Espresso circa 3,50 Euro, bei der traditionsreichen Berliner Kette Einstein liegt der Preis bei zwei Euro.
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Schaut man jedoch auf das übrige Angebot, kann Lap von Cotti nur minimal unterboten werden. Der Americano kostet dann 1,99 Euro statt der zwei Euro bei Lap. Der Café-Latte liegt ebenfalls bei jeweils 2,99 Euro (Cotti) beziehungsweise drei Euro (Lap).
Bei den Matchagetränken und allen weiteren Sonderformen ist der Preisunterschied minimal höher. Der Matcha Latte kostet bei Cotti 3,39 Euro gegenüber 3,50 Euro bei Lap. Ähnlich sieht es für Kaffee-Mischgetränke aus.
Allerdings macht Cotti eine Sache anders als Lap: das Spiel mit Rabatten. Bei meinem Besuch sind auf der Website von Cotti, über die ich die Bestellung tätigen muss, nur reduzierte Preise zu sehen. Daneben sind die Originalpreise zu sehen, die oft ein Viertel bis ein Drittel höher liegen. Allerdings kann ich nicht erkennen, ab welchem Zeitpunkt die Preise wieder angehoben werden sollen.
Für Neukunden gibt es außerdem noch weitere Lock-Angebote: Extra Vergünstigungen auf bestimmte Getränke für die ersten drei Käufe.
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Mein Fazit
Im Vergleich mit Cotti Coffee wirkt Starbucks beinahe wie das sympathische Indie-Café um die Ecke und Lap Coffee wie ein buntes Einrichtungsgeschäft. Wer außerdem bei Lap schon kapitalismuskritische Schnappatmungen bekam, der sollte Cotti Coffee meiden. Genau wie bei Lap gilt: Cotti wirkte bei meinem Besuch weder wie ein einladender Treffpunkt, noch bot es qualitativ großartigen Kaffee – wer jedoch einen schnellen, preisgünstigen Kaffee, vielleicht mit etwas Kokos- oder Mango-Aroma, sucht, wird hier fündig.
Die beiden Getränke, die ich gekauft und ausgetrunken habe, waren wie der Laden selbst: Sie haben gehalten, was sie versprochen haben. Ein wenig Bauchweh habe ich danach trotzdem.
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Dieses Startup will die Briefpost mit einer KI-App zurückbringen
„Happy Birthday!“ per SMS, E-Mail oder Social-Media-Post hat nicht den gleichen Reiz wie eine echte Karte im Briefkasten.
Die Cousins Andrew Gold und Aaron Albert wollen mit ihrem Startup Escargot die Kunst des Versendens von Grußkarten für die Generation Z und Millennials wiederbeleben. „Die Leute wollen sich menschlich fühlen“, sagte Albert im Interview.
Geld von Investoren
Escargot, das im Februar gestartet wurde, ermöglicht es, physische Grußkarten für jeden Anlass – Geburtstage, Feiertage, Glückwünsche – direkt über die mobile App oder die Website zu verschicken. Einzelne Karten kosten etwa acht Dollar (etwa 6,78 Euro), Abonnements beginnen bei rund zehn Dollar (etwa 8,47 Euro) im Monat für zwei Kartengutschriften, die übertragen werden können.
Das Startup hat kürzlich 2,75 Millionen Dollar (etwa 2,55 Millionen Euro) Seed-Finanzierung von Investoren wie Wischoff Ventures, Hannah Grey und South Park Commons erhalten. „Diese Grußkartenbranche ist riesig“, sagte Gold. Laut Grand View Research belief sich der US-Kartenmarkt 2025 auf etwa 7,1 Milliarden Dollar (etwa 6,6 Milliarden Euro).
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Gold erklärte, dass die meisten Geburtstage in der App auf das Jahr 2000 oder später fallen. „Dort liegt unsere große Chance“, sagte Gold. „Aber wir wollen auch Millennials und ältere Zielgruppen ansprechen.“ Während KI das Internet übernommen hat und Social Media sich weniger sozial anfühlt, erleben analoge Medien ein Comeback: Festnetztelefone, Fotokabinen, Plattenspieler.
Dieser „kulturelle Wandel“, so Albert, signalisierte den Escargot-Gründern, dass jetzt ein guter Zeitpunkt sei, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das Nostalgie für Papierprodukte mit moderner Technik aus dem Silicon Valley verbindet.
„Wir sind keine Ludditen („Technikfeinde“, Anm. d. Red.)“, sagte Albert. „Wir werden die Technik nicht verteufeln.“ Stattdessen wollen die Gründer von Escargot Technologie und KI nutzen, um eine sozialere Version des Internets zu schaffen.
„Wir pitchten uns nicht als KI-Unternehmen“, sagte Gold. „Wir werden sie auf interessante Weise einsetzen, um bestimmte Erlebnisse zu ermöglichen.“ Gold, CEO von Escargot, arbeitete zuvor bei Apple und Coinbase, während Albert, CMO von Escargot, ehemaliger Kinderdarsteller und Gründer des Mental-Health-Startups Felt ist.
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KI als Werkzeug, um echte Verbindungen zu schaffen
Escargot nutzt KI auf mehreren Ebenen. Wenn die verfügbaren Kartenmotive nicht zum gewünschten Anlass passen, bietet Escargot die Möglichkeit, die Karte mit KI über Google Gemini zu „remixen“. Nutzer können zudem eigene Fotos hochladen.
Die App nutzt KI außerdem, um Empfehlungen zu geben, wann Karten an Freunde geschickt werden sollten, wenn sie Zugriff auf Kalender und Kontakte erhält.
Escargot ist nicht das einzige Unternehmen, das auf diesen Markt setzt. Hallmark, einer der führenden Anbieter von Grußkarten, bietet ebenfalls eine App an, mit der Papierkarten verschickt und Erinnerungen gesetzt werden können.
In der Präsentation für Investoren betonte Escargot, dass das Unternehmen über Grußkarten hinaus wachsen will, mit Funktionen für Gutscheine und weitere Möglichkeiten, Menschen miteinander zu verbinden.
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Escargot gehört zu mehreren Startups im KI-Zeitalter, die Nutzer mit Werkzeugen ausstatten, um reale Beziehungen zu stärken. Retro, eine Social-Media-Plattform zum Teilen von Fotos, bietet eine Postkartenfunktion an, die das Verschicken von Bildern so einfach macht wie das Posten online. Rodeo, gegründet von ehemaligen Hinge-Managern, nutzt KI, um Treffen mit Freunden im echten Leben zu erleichtern.
Escargot beschäftigt fünf Vollzeitmitarbeiter, darunter Gold und Albert, und plant, die kürzlich erhaltene Finanzierung in den Ausbau seines Produkt-Ökosystems zu investieren.
Lest exklusiv das Notion-Memo, das Escargot genutzt hat, um zu pitchen:
Hinweis: Einige Details wurden geschwärzt.
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Interview nach Kritik: Finn-CEO versteht den „Unmut“ der Kunden
Finn zählt zu den Aufsteigern der deutschen Startup-Szene. Das Unternehmen setzt auf ein Auto-Abo: Kunden wählen ihr Fahrzeug online, zahlen eine monatliche Rate – und erhalten ein Paket, das Leistungen wie Zulassung, Versicherung, Wartung und Steuern bündelt. Ein Angebot, das auf hohe Nachfrage trifft – und rasant wächst. Der reine annualisierte Abo-Umsatz liegt inzwischen bei über 250 Millionen Euro, ein Wachstum von 60 Prozent im Jahr 2025. Zudem hat Finn erstmals ein positives operatives Ergebnis erreicht, wie CEO Maximilian Wühr im Gespräch mit Gründerszene verrät.
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