Digital Business & Startups
Billiger als Lap Coffee – diese chinesische Kette will Deutschland erobern
Die chinesische Kette Cotti Coffee expandiert rasant und ist jetzt mit mehreren Filialen in Deutschland vertreten.
Mit 99-Cent-Espresso und stark automatisiertem Konzept setzt das Unternehmen auf maximale Effizienz und Niedrigpreise.
Unser Reporter war in Berlin vor Ort und testete die China-Kette.
Vor dem Store hängen noch die rot-grauen Ballons von der Eröffnung, aus denen langsam die Luft entweicht. Im Laden sind die wenigen vorhandenen Tische alle belegt, jedoch nur von in Smartphones vertieften Einzelpersonen.
So sieht also die chinesische Revolution des Billig-Kaffees aus? Ich befinde mich in einer Berliner Filiale von Cotti Coffee, einer neuen Kaffeehaus-Kette aus China, die Starbucks, Lap Coffee und Co. Konkurrenz machen will. Mit aggressiven Niedrigpreisen drängt Cotti Coffee seit kurzer Zeit auch auf den deutschen Markt, nachdem das Unternehmen bereits seine Expansion in die USA begonnen hat.
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Hinter der Kaffee-Erfolgsgeschichte von Cotti stecken zwei ehemalige Führungskräfte des ebenfalls chinesischen Coffee-Shops Luckin Coffee. Sie machten Cotti innerhalb von nur vier Jahren zur globalen Nummer drei nach Starbucks und Luckin. Damit kommen derzeit zwei der drei weltweit größten Coffee-Shop-Ketten aus dem Reich der Mitte.
Mittlerweile betreibt Cotti Coffee nach eigenen Angaben etwa 18.000 Filialen in 28 Ländern – ein rasantes Wachstum in kürzester Zeit. Über 16.000 der Filialen befinden sich in China. Zum Vergleich: Die chinesische Nummer eins und globale Nummer zwei Luckin Coffee betreibt derzeit rund 30.000 Filialen, davon über 24.000 in China. Das US-Unternehmen Starbucks betreibt dort lediglich 8000 Filialen seiner weltweit über 40.000 Shops.
Seit Anfang des Jahres ist Cotti Coffee mit derzeit sieben Filialen in Deutschland vertreten, davon zwei in Berlin. Die anderen befinden sich in Köln, Düsseldorf und Hamburg.
Zeit für einen Besuch also.
Zur Bestellung muss ich einen QR-Code scannen und kann dann aus einer Karte wählen, die genügend Auswahl für die Geschmäcker moderner Großstadtbewohner bietet, aber niemanden überfordert.
Es finden sich Kaffeegetränke, Matchagetränke und Frappés, etwa mit Kokos, Mango oder Grapefruit, im Menü. Einen einfachen Espresso gibt es auch – zu einem reduzierten Preis von 99 Cent.
Die Bestellung läuft ausschließlich digital und ich muss meine Mailadresse oder Telefonnummer angeben, wobei offen bleibt, warum. Danach kann ich, wenn ich nicht online zahlen möchte, immerhin am Terminal mit Karte zahlen – anders als in vielen Berliner Cafés.
Ich bestelle einen „Matcha Kokos Latte“ (warm) und einen „Grapefruit Americano“ (kalt), beides ohne Zucker, warte auf die Bestellung – und schaue mich dabei im Laden um.
Auch wenn Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters liegt: Die Innenausstattung der Cotti-Filialen wirkte auf mich, vorsichtig formuliert, eher ausladend. Allerdings waren bei diesem Besuch beinahe alle Plätze belegt, meistens von Laptopnutzern – der Laden bietet kostenfreies WLAN.
Anders als die Billig-Kette Lap Coffee setzt Cotti auf künstliche Holzparkettoptik statt Aluminium unter dem Neonlicht, vielleicht um etwas Wärme auszustrahlen. Ich lasse mich von den braunen Kunstledersitzen zum Verweilen einladen.
Nach einigen Minuten, in denen ich meine Eindrücke notiere, kommt meine Bestellung – beide Getränke eine Premiere für mich. Für den eisgekühlten Grapefruit-Americano ist es draußen noch etwas zu kalt, aber er kann leichte Sommergefühle bei mir hervorrufen. Der Jahreszeit angemessener ist der warme Kokos-Matcha-Latte, der zwar zuckerfrei ist, aber überraschend süß schmeckt.
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Auffällig viele Chinesisch sprechende Kunden sind bei meinem Besuch in der Filiale: Drei Viertel der anwesenden Kunden sprechen miteinander oder am Telefon Chinesisch – und bestellen auf Chinesisch.
Auch die Mitarbeiterinnen sprechen ausschließlich Chinesisch und Englisch. Eine von ihnen erzählt mir, dass sie extra für den Job hinter dem Tresen des Coffee-Shops von China nach Deutschland gekommen sei.
Neben Geschmack und der Originalität der Getränke ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal von Cotti Coffee der Preis. Mit seinem günstigen Angebot hat Cotti Coffee auf den ersten Blick viel Ähnlichkeit mit der in Berlin gegründeten Kaffeekette Lap, die in den vergangenen Monaten viel Kritik für ihre Niedrigpreise auf sich gezogen hat.
Beide Unternehmen arbeiten nach dem Konzept minimalistischer Einrichtung, kleiner Ladenflächen und vollautomatisierter Bestell- und Zubereitungsvorgänge, die kein qualifiziertes Personal benötigen.
Welche Preise bietet Cotti Coffee an?
Der Espressopreis gilt allgemein als Aushängeschild des Preisniveaus vieler Cafés und Coffee-Shops. In dieser Disziplin schlägt Cotti die Berliner Konkurrenz von Lap tatsächlich deutlich mit einem Espresso für 99 Cent. Bei der Berliner Konkurrenz Lap Coffee sorgte bereits der 1,50-Euro-Espresso für einen medialen Shitstorm.
Zum Vergleich: Starbucks nimmt für einen einfachen Espresso circa 3,50 Euro, bei der traditionsreichen Berliner Kette Einstein liegt der Preis bei zwei Euro.
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Schaut man jedoch auf das übrige Angebot, kann Lap von Cotti nur minimal unterboten werden. Der Americano kostet dann 1,99 Euro statt der zwei Euro bei Lap. Der Café-Latte liegt ebenfalls bei jeweils 2,99 Euro (Cotti) beziehungsweise drei Euro (Lap).
Bei den Matchagetränken und allen weiteren Sonderformen ist der Preisunterschied minimal höher. Der Matcha Latte kostet bei Cotti 3,39 Euro gegenüber 3,50 Euro bei Lap. Ähnlich sieht es für Kaffee-Mischgetränke aus.
Allerdings macht Cotti eine Sache anders als Lap: das Spiel mit Rabatten. Bei meinem Besuch sind auf der Website von Cotti, über die ich die Bestellung tätigen muss, nur reduzierte Preise zu sehen. Daneben sind die Originalpreise zu sehen, die oft ein Viertel bis ein Drittel höher liegen. Allerdings kann ich nicht erkennen, ab welchem Zeitpunkt die Preise wieder angehoben werden sollen.
Für Neukunden gibt es außerdem noch weitere Lock-Angebote: Extra Vergünstigungen auf bestimmte Getränke für die ersten drei Käufe.
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Mein Fazit
Im Vergleich mit Cotti Coffee wirkt Starbucks beinahe wie das sympathische Indie-Café um die Ecke und Lap Coffee wie ein buntes Einrichtungsgeschäft. Wer außerdem bei Lap schon kapitalismuskritische Schnappatmungen bekam, der sollte Cotti Coffee meiden. Genau wie bei Lap gilt: Cotti wirkte bei meinem Besuch weder wie ein einladender Treffpunkt, noch bot es qualitativ großartigen Kaffee – wer jedoch einen schnellen, preisgünstigen Kaffee, vielleicht mit etwas Kokos- oder Mango-Aroma, sucht, wird hier fündig.
Die beiden Getränke, die ich gekauft und ausgetrunken habe, waren wie der Laden selbst: Sie haben gehalten, was sie versprochen haben. Ein wenig Bauchweh habe ich danach trotzdem.
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+++ Syntropy +++ Emma +++ Blocks +++ Langdock +++ Storebox +++ SEAL Robotics
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ Emma-Gründer investieren via Syntropy in D2C-Startups +++ Flink-Gründer startet mit Blocks wieder durch +++ Langdock wächst auf 25 Millionen ARR +++ Storebox stellt sich neu auf +++ So funktioniert SEAL Robotics +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 15. März).
#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
#STARTUPTICKER
Syntropy
+++ Hier trifft Kapital auf Wissen! Die Emma-Gründer Dennis Schmoltzi und Manuel Müller investieren mit Syntropy nun in aufstrebende Consumer-Startups. Dabei stellt das Duo klar: „Syntropy ist kein klassisches Family Office und kein klassischer VC. Syntropy versteht sich als System, das Kapital, operatives Wissen und Netzwerk gezielt zusammenbringt“. Syntropy stellt „für D2C-Investments ab der Seed-Phase 10 Millionen Euro bereit“. Das Matratzen-Startup Emma ging 2013 an den Start. Im Jahre 2020 erfolgte der Exit an die Duisburger Investmentholding Haniel. Schmoltzi und Müller führen das Unternehmen weiterhin und sind noch jeweils mit 20,9 % an Emma beteiligt. 2024 erwirtschaftete Emma einen Umsatz in Höhe von 845 Millionen Euro (Vorjahr: 952 Millionen). „Wir haben mit Emma in über 30 Ländern verkauft und dabei jeden Fehler gemacht, den man machen kann. Dieses Wissen liegt jetzt nicht in einer Schublade, es wird Teil jeder Gründerbeziehung, die wir eingehen. Unser Ziel ist, Gründern die Abkürzungen zu zeigen, die es für uns nicht gab“, sagt Syntropy-Macher Müller. Mehr über Emma
Blocks
+++ Offizieller Startschuss für Blocks! Seit dem vergangenen Jahr arbeitet Flink-Gründer Oliver Merkel gemeinsam mit Seriengründer Andreas Schroeter (Joonko, wywy, bab.la) an Blocks. Das Berliner Startup positioniert sich als „digitale Plattform zur Optimierung von Cloud-Kosten für Unternehmen“. „Blocks addresses a structural issue in modern software companies: while cloud infrastructure is one of the largest cost drivers, it is rarely managed with the same rigor as other core expenses“, heißt es zur Konzept. Merkel, der zuletzt den Flash-Supermarkt Flink aufbaute sagt zum offiziellen Start: “Our goal is to make cost efficiency a default, not a trade-off“. Der Wiener Investor Speedinvest, Caesar Ventures und Business Angels – darunter die Flix-Gründer – investierten bereits 6 Millionen US-Dollar in Blocks. Mehr über Blocks
Langdock
+++ Der Turbomodus geht weiter! Das junge Berliner KI-Startup Langdock, 2023 gegründet, wächst auf 25 Millionen Annual Recurring Revenue (ARR). Erst im März hatte das Team 20 Millionen ARR verkündet. Das Startup positioniert sich als „AI Plattform für Unternehmen“. „Die Langdock-Plattform ist das einzige Tool, das Sie in Ihrem Unternehmen benötigen, um alle Möglichkeiten der generativen KI zu erkunden“, heißt es zum Konzept. General Catalyst, La Famiglia, Y Combinator, Rolf Schroemgens (trivago), Hanno Renner (Personio) und Erik Muttersbach (Forto) investierten zuletzt 3 Millionen US-Dollar in Langdock. (LinkedIn) Mehr über Langdock
Storebox
+++ Kurs Richtung Profitabilität! Das Wiener Scaleup Storebox, ein Selfstorage-Anbieter, der zuletzt immer mehr aufs B2B-Segment setzt, schließt seine Ableger in der Schweiz und den Niederlanden – wie Brutkasten berichtet. In den beiden Märkten setzt Storebox künftig auf Franchise-Partner. Die Deutschland-Tochter wird in einem „Schutzschirmverfahren“ restrukturiert. Durch die Maßnahmen soll der wichtige Schritt in die Profitabilität gelingen. Die Altinvestoren unterstützen diesen Weg mit einer Finanzspritze in siebenstelliger Höhe. Investoren wie Hansi Hansmann, Senger-Weiss Family Office, Wille Finance und Co. investierten zuletzt 15,5 Millionen Euro in Storebox. Insgesamt sammelte das Unternehmen in der Series-B rund 67,5 Millionen (Eigen- und Fremdkapital) ein. (Brutkasten) Mehr über Storebox
SEAL Robotics
+++ Die Münchner Jungfirma SEAL Robotics baut mobile Roboter, die in Häfen oder Güterbahnhöfen zum Einsatz kommen können. „Unser Ziel ist es, gefährliche Arbeiten sicherer zu machen und Menschen dabei zu entlasten“, sagt Gründer Daniel Leidner. Mehr über SEAL Robotics
Startup-Radar
+++ Erneut bereichern vielversprechende Neugründungen die Startup-Szene. Im Folgenden stellen wir diese junge Unternehmen vor: Noxon, Janus, B2B Hero, PlayAce und Finto. Mehr im Startup-Radar
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ Schwarz-Gruppe setzt auf 1Global +++ Nesto erhält 11 Millionen +++ XO Life bekommt 4 Millionen +++ Peak Quantum sammelt 2,2 Millionen ein +++ SchuBu erhält Millionensumme +++ Lucy Group kauft Nuventura +++ AlphaPet Ventures übernimmt Tierliebhaber. Mehr im Deal-Monitor
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3
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„Noch nie erlebt“: Maschmeyer sauer über geplatzten DHDL-Deal Sun Matters
Sun Matters landete bei DHDL zunächst einen Deal mit Carsten Maschmeyer, der später jedoch wieder platzte, was für große Enttäuschung sorgte.
Sonnencreme klingt meist eher nach Pflichtprogramm als nach Lifestyle. Genau das wollen zwei Gründerinnen aus Berlin jetzt ändern. Stella Hinderer und Karla Emcke präsentieren in „Der Höhle der Löwen“ ihr Startup Sun Matters, mit einer klaren Mission: Sonnenschutz soll zum festen Teil der täglichen Skincare werden. Ihr Angebot liegt bei 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.
Vom Beauty-Erbe zum eigenen Startup
Hinderer bringt dabei nicht nur Startup-Erfahrung aus dem Venture-Capital-Umfeld mit, sondern auch eine familiäre Verbindung zur Beauty-Branche. Ihr Großvater war an der Gründung der Parfümeriekette beteiligt. Diese Nähe zur Kosmetikindustrie zieht sich durch ihren Werdegang, weshalb sie jetzt mit Sun Matters eine eigene Marke aufbauen will.
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Emcke ergänzt das Duo als erste Mitarbeiterin im Kreativbereich. Kennengelernt haben sich die beiden über ein Business-Blind-Date aus der Startup-Szene. Seitdem teilen sie sich die Rollen klar auf: Strategie und Business auf der einen Seite, Markenwelt und Produktdesign auf der anderen.
Das Produkt: leichte Textur, neue Formel
Im Mittelpunkt des Pitches steht eine Sonnencreme, die anders sein soll als klassische Produkte. Die Gründerinnen setzen auf eine leichte, geruchsneutrale Textur und eine nach eigenen Angaben weltweit erste zertifiziert mikrobiomfreundliche Formel. Die Creme soll die Haut nicht nur schützen, sondern die Hautbarriere aktiv unterstützen. Zudem arbeiten sie mit hautfreundlichen Konservierungssystemen. Zertifizierungen wie PETA und Reef Safe sollen das Nachhaltigkeitsprofil unterstreichen.
Ergänzt wird das Sortiment durch Nahrungsergänzungsmittel, die die Hautpflege „von innen“ unterstützen sollen.
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Das Unternehmen befindet sich zum Zeitpunkt der Sendung noch kurz vor dem offiziellen Marktstart. Das Ziel sind 200.000 Euro Umsatz im laufenden Jahr, verkauft werden soll primär über den eigenen Online-Shop sowie über Douglas als Retail-Partner.
Auftritt vor den Löwen
Nach dem Pitch erzählt Carsten Maschmeyer: „Ich habe sehr schwer Hautkrebs bekommen und habe eine Abneigung gegen schmierige Cremes. Ich habe das Gefühl mit eurer Creme würde ich mich gerne eincremen. Ich hätte die Creme eher kennenlernen müssen, dann wären mir 5 Operationen erspart gewesen.“
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Frank Thelen sieht dagegen kein klares Alleinstellungsmerkmal: „Ich bin ein Fan von Sonnencreme aber euer Produkt finde ich leider nicht stark. Ihr habt keinen USP. Das passt für mich nicht, aus dem Grund bin ich raus.“ Judith Williams stimmt ihm zu und lehnt ebenfalls ab. Auch Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel steigen aus. Wöhrl fehlt die klare Differenzierung, Dümmel verweist auf bereits bestehende Investments im Segment.
Der Deal mit Machmeyer platzt – und er ist sehr enttäuscht
Maschmeyer macht ein Angebot: „Ich hab eine enorme emotionale Geschichte zu dem Thema und finde euch toll. Ich gebe euch die 20 Prozent für 100.000 Euro. Ich habe Lust euer Gründervater zu sein.“ Die Gründerinnen nehmen das Angebot an.
Aber: Der in der Sendung zustande gekommene Deal ist auf Nachfrage von Gründerszene geplatzt. Maschmeyer habe sich demnach im Nachgang enttäuscht über die Entwicklung gezeigt: „Die Gründerinnen haben die ursprünglich vereinbarten Konditionen in einer noch nie erlebten Weise für den Investor verschlechtert.“
In den Gesprächen nach der Sendung haben die Gründerinnen statt 100.000 Euro für 20 Prozent plötzlich 750.000 Euro für 5 Prozent gefordert – also eine 30-fache Bewertung, erzählt er. Für Maschmeyer ein Unding: „Eine derart maßlose und egoistische Nachverhandlung hat kein Löwe, seit es die Sendung gibt, erlebt.“
Hinderer sagt zu Gründerszene, dass sich das Unternehmen seit der Aufzeichnung „außerordentlich entwickelt“ habe. „Die Verhandlungen nach der Sendung haben gezeigt, dass unsere Unternehmensentwicklung und Bewertung eine andere Investitionsstruktur erfordert, als ursprünglich in der Show besprochen“, so die Gründerin zu Gründerszene.
Bedeutet: Sun Matters muss nun ohne den ursprünglich angekündigten Löwen weitermachen.
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9 VCs, die jetzt Millionen investieren
Von Krise keine Spur! Die Kapitaltöpfe vieler deutscher Investoren füllen sich wieder! Auch in den vergangenen Wochen haben sowohl junge als auch etablierte Venture-Capital-Unternehmen wieder neue Fonds aufgelegt.
So startete der ehemalige Cherry Ventures-Partner Thomas Lueke zuletzt offiziell den Investor futurepresent. Der erste Fonds von futurepresent ist 300 Millionen US-Dollar schwer. Zu den Investments des jungen Geldgebers gehören unter anderem Afori, encentive und General Intuition. Der Münchner Early-Stage-Investor UVC Partners, der in den vergangenen Jahren in aufstrebende Startups wie Flix, Aleph Alpha und Isar Aerospace investierte, sammelte für seinen vierten Fonds zudem weitere 150 Millionen ein. Der Berliner Geldgeber amberra, das Corporate Venturing Studio der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, verkündete zuletzt das Final Closing seines ersten Fonds (100 Millionen Euro).
Hier ein schneller Überblick über alle neuen und etablierten Geldgeber sowie Inkubatoren und Brutkästen, die zuletzt neue Geldtöpfe oder ihren Start verkündet haben.
Neue und alte VCs mit fetten Geldtöpfen
futurepresent
+++ Der ehemalige Cherry Ventures-Partner Thomas Lueke startete zuletzt offiziell den Investor futurepresent. Zum Partner-Team gehören außerdem David Meiborg (zuletzt First Momentum Ventures), Johnson Yang (General Catalyst) und Locarta-Gründer Jan Rettel. „futurepresent is a venture capital firm investing in AI platforms and infrastructure across the United States and Europe“, teilte der Investor zur Ausrichtung mit. Das Team investiert bereits seit rund einem Jahr in aufstrebende Startups und kommt nun offiziell aus der Deckung. Der erste Fonds von futurepresent ist 300 Millionen US-Dollar schwer. Zu den Investments des jungen Geldgebers gehören unter anderem Afori, encentive und General Intuition. Mehr über futurepresent
UVC Partners
+++ Der Münchner Early-Stage-Investor UVC Partners, der in den vergangenen Jahren in aufstrebende Startups wie Flix, Aleph Alpha und Isar Aerospace investierte, sammelte für seinen vierten Fonds weitere 150 Millionen ein. UVC Partners investiert „in technologiebasierte Startups im europäischen Raum“. Der Fokus liegt dabei auf B2B-Gründungen. UVC Partners investiert initial zwischen 1 und 10 Millionen Euro sowie bis zu 39 Millionen insgesamt pro Startup. „Der neue Growth Fund ermöglicht es UVC Partners, verstärkt in bestehende Portfoliounternehmen zu investieren und gleichzeitig Beteiligungen an vielversprechenden Late-Stage-Unternehmen in Europa aufzubauen“, verkündete das Team zur Erweiterung. UVC verwaltet derzeit rund 750 Millionen. Mehr über UVC Partners
amberra
+++ Der Berliner Geldgeber amberra, das Corporate Venturing Studio der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, verkündete zuletzt das Final Closing seines ersten Fonds (100 Millionen Euro). In den vergangenen Jahren investierte das amberra-Team bereits in aufstrebende Unternehmen wie Impleco, Gardia, LillianCare, ubiMaster und nuuEnergy. In den kommenden Jahren möchte das Team nun ein Portfolio „aus bis zu 20 banknahen und bankfernen Lösungen“ aufbauen. Mehr über amberra
Beiersdorf Venture Capital
+++ Das Hamburger Hautpflegeunternehmen Beiersdorf (Nivea) legte zuletzt seinen zweiten Corporate-Venture-Capital-Fonds (100 Millionen Euro) auf. „Der neue Skin Care Innovation Fund verdoppelt damit das Volumen des 2020 aufgelegten ersten Fonds und unterstreicht Beiersdorfs Anspruch, in der Hautpflege führend zu sein“, teilt das Unternehmen mit. Beiersdorf Venture Capital (BVC) investiert weltweit in alle möglichen Themen rund um Hautpflege (Life Sciences, Biotechnologie, Nachhaltigkeit, KI-Technologien und Gesundheitslösungen). Initial investiert der Corporate-Venture-Capital-Arm von Beiersdorf zwischen 500.000 Euro und 5 Millionen (Seed- bis Series-B). Mehr über BVC
backtrace capital
+++ Der junge Münchner Investor backtrace capital verkündete zuletzt das Final Closing seines ersten Fonds Im Topf sind 50 Millionen Euro und somit mehr als die geplanten 30 Millionen. Hinter dem Pre-Seed- und Seed-Investor backtrace capital stecken mit Michael Münnix (Planet A, Target Partners) und Dominik Tobschall (Speedinvest) zwei bekannte Szenekenner. Das Team investiert in sogenannte Picks and Shovels-Infrastrukturtechnologie, also in Software und Entwickler-Tools, die im Hintergrund laufen. Das Duo investiert zwischen 750.000 Euro und 2,5 Million in aufstrebende Startups. backtrace investierte bereits in Commutator Studios, KERYS Software und Platform Engineering Labs. Mehr über backtrace capital
14leafs
+++ In Würzburg entsteht derzeit 14leafs, ein Venture-Capital-Geber für „technologiegetriebene Startups in frühen Phasen“. Das Zielvolumen liegt bei 50 Millionen Euro. Der neue Geldgeber wurde von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), der Sparkasse Mainfranken Würzburg und der StellaVent Capital initiiert. Hinter StellaVent Capital steckt unter anderem Flip4New-Gründer Michael Sauer (Exit an Foxway). Das 14leafs-Team investiert initial zwischen 100.000 und rund 1 Million Euro (Pre-Seed-Phase bis zur Series A) in Startups aus den Segmenten „Life Sciences, Health sowie Deep und Digital Tech“. Wobei der junge Venture Capitalist nicht nur in Startups aus Würzburg und Umgebung (Unterfranken bzw. Mainfranken) investiert, sondern auch in „nationalen Startups mit internationaler Perspektive“. Mehr über 14leafs
Lucid Capital
+++ Der junge Berliner Investor Lucid Capital, hinter dem Johann Nordhus Westarp und Srecko Džeko stecken, verkündete zuletzt das Final Closing seines ersten Fonds (36 Millionen Euro). Der Frühphasen-Investor, der im Sommer 2023 auf unserem Radar auftauchte, positioniert sich als „AI Inception fund“. „Inception investing means conviction before incorporation. We back founders from day zero – often before a company exists – and help them move from 0 to 1. First believers. First cheque. First yes“, teilt der Geldgeber, der beim Aufbau intensiv von Capnamic aus Köln unterstützt wurde, mit. In den vergangenen Monaten investierte das Team von Lucid Capital, das zuvor den Inkubator Flash Ventures führte, bereits in 15 aufstrebende Startups – darunter GeneralMind, Sonia und forward earth. Mehr über Lucid Capital
Herbert Ventures
+++ Mit Herbert Ventures ging in Zürich ein neuer Early Stage-Investor an den Start. Das Zielvolumen liegt bei 30 Millionen Schweizer Franken (32 Millionen Euro). „The fund is industry-agnostic by design and built around disciplined execution, transparency, and strong GP-LP alignment“, teilt das Team mit. Hinter Herbert Ventures stecken VAY-Gründer Ben Simon und Luis Huber, zuletzt QBIT Capital. Das Duo plant in den kommenden Jahren rund 30 Investments in der DACH-Region. Mehr über Herbert Ventures
Animal Syndication Company
+++ Lakestar-Partner Enrico Mellis startete mit Animal Syndication Company zuletzt ein Angel-Investmentvehikel mit einem ganz besonderen Ansatz. Und so funktioniert die Animal Syndication Company: „Founders choose the investors based on what they actually need: industry access, expertise, distribution, brand. Investors who want to pick their investments and instinctively get involved, not just passively deploy capital.“ In Peec AI investierte das besondere Netzwerk, das für jedes Investment ein eigenes Syndikat aufsetzt, bereits. In der Regel investierte die Animal Syndication Company zwischen 100.000 US-Dollar und 3 Millionen Euro pro Investment. Mehr über Animal Syndication Company
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
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