Künstliche Intelligenz
Top 10: Das beste Kurbelradio im Test – Rundfunkempfang bei Stromausfall
Ein Kurbelradio mit Dynamo funktioniert auch bei Stromausfall. Wir zeigen die besten mobilen Radios mit Powerbank, Solarpanel und Taschenlampe.
Im Notfall ist neben der Kommunikation eine aktuelle Informationslage wichtig. Was ist passiert, wer ist betroffen und wann kommt Hilfe? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt in seiner Checkliste (PDF) deshalb als Teil der Vorsorge für den Notfall ein Rundfunkgerät, das für den Batteriebetrieb geeignet ist – oder eben ein Kurbelradio, denn das ist immer einsatzbereit.
Doch welche Geräte sind nur Spielzeug, welche sind sinnvoll und lassen sich auch im Alltag nutzen? Wir haben mehrere Kurbelradios getestet und zeigen, welche davon die besten Notfallradios sind. Um Geräte mit CD-Player oder MP3-Player handelt es sich dabei nicht.
Auch wenn die aktuelle weltpolitische Situation den Eindruck erweckt, solche Geräte seien wieder besonders sinnvoll, handelt es sich bei Kurbelradios dennoch um eine aussterbende Gattung. Das zeigt sich unter anderem daran, dass unser bisheriger Testsieger sowie zwei weitere Geräte inzwischen nicht mehr erhältlich sind. Wir stellen hier zehn Modelle vor, die aktuell noch gekauft werden können und sich gut als Notfallradio eignen. Die Kollegen von der c’t haben sich ebenfalls mit dem Thema auseinandergesetzt: Sechs Kurbelradios für den Notfall im Test.
Welches Notfallradio mit Kurbel ist am besten?
Testsieger ist das Albrecht DR 114 für 78 Euro. Verarbeitung sowie Kurbel haben den besten Eindruck hinterlassen. Das Notfallradio ist zwar recht groß, aber eignet sich auch gut als Laterne beim Camping sowie als Bluetooth-Lautsprecher (Bestenliste) mit gutem Sound.
Sehr kompakt und sogar „Made in Germany“ ist das hochwertige Radio Soundmaster DAB112OR ab 80 Euro – die beste Wahl für unterwegs und im Alltag. Preis-Leistungs-Sieger ist das Mesqool CR1009 Pro DAB für 52 Euro.
Welches Radio für den Notfall?
Alle getesteten Geräte empfangen FM (Frequenzmodulation, oft auch als UKW bezeichnet), leider bieten nicht alle AM (Amplitudenmodulation). Das ist schade, denn für den Notfall bietet AM einige Vorteile. Dazu gehört etwa die geringere Anfälligkeit für Störungen sowie die Verfügbarkeit auch auf Mittelwellen, die insbesondere nachts eine größere Reichweite ermöglichen.
Viele Modelle unterstützen dafür bereits DAB+ (Digital Audio Broadcasting). Letzteres besticht durch gute Empfangsqualität ohne Rauschen. Eigentlich war für Deutschland geplant, die analoge Radio-Übertragung bis 2015 endgültig einzustellen und den Rundfunk danach nur noch digital zu verbreiten. Doch dies misslang aufgrund der geringen Verbreitung der Empfangsgeräte für DAB+. Laut dem Digitalisierungsbericht Audio 2022 steht in 79 Prozent der deutschen Haushalte ein analoges UKW-Radio; lediglich in 31 Prozent der Haushalte ist ein DAB+-Radio für Digitalempfang vorhanden.
Zurück zu den Radios mit Handkurbel: Die Geräte mit DAB+ sind meist teurer als diejenigen, die nur UKW empfangen. Wer wenig investieren will, der ist aktuell mit einem analogen Radio gut versorgt – zumal davon auszugehen ist, dass im Notfall auch UKW-Sender aktiviert werden, um große Teile der Bevölkerung zu erreichen. Wer das Radio aber auch im normalen Betrieb verwenden und sich zukunftsfähig aufstellen will, sollte auf DAB+ setzen.
Für die Zukunft relevant ist in Europa das Automatic Safety Alert (ASA)‑System, das die ursprünglich geplante Emergency Warning Functionality (EWF) abgelöst hat. Ziel ist es, die Bevölkerung in Krisen‑ und Katastrophenfällen schnell und gezielt zu warnen.
In Deutschland ist ASA Teil des modularen Warnsystems und nutzt für die Rundfunkverbreitung ausschließlich DAB+. Über das digitale Radioprofil können Warnmeldungen automatisch empfangen und auf kompatiblen Geräten auch bei ausgeschaltetem Radiobetrieb ausgelöst werden.
Grenzen von ASA: Die Funktion steht nur auf DAB+-fähigen und entsprechend zertifizierten Empfangsgeräten zur Verfügung. UKW‑Radios, einfache Digitalradios ohne ASA‑Unterstützung sowie ältere Geräte können diese Warnmeldungen nicht automatisch empfangen. Zudem ist ASA auf die Rundfunkübertragung beschränkt und ersetzt keine Mobilfunk‑basierten Warnsysteme wie Cell Broadcast oder Warn-Apps.
Wie sinnvoll ist ein Kurbelradio?
Die Akkus eines Kurbelradios werden mit einem Dynamo geladen, der mit der namensgebenden Kurbel angetrieben wird. Das ist bei den getesteten Radios allerdings sehr mühsam und nur ein Exemplar aus unserem Vergleichstest hat eine einigermaßen lange Kurbel, sodass dieser Vorgang nicht zur Qual wird. Allen gemein ist jedoch der kleine Knauf, der schon nach mehreren Minuten zu Schmerzen führt. Je nach Gerät und Lautstärke sind etwa 15 bis 20 Minuten Kurbeln für rund eine Stunde Radiobetrieb nötig. Für den Alltag ist das nichts, für den Notfall aber besser als nichts.
Zusätzlich haben alle Geräte in unserem Testfeld eine kleine Solarzelle auf der Oberseite. In der Praxis ist der Energieertrag der kleinen Solarzellen sehr gering, weil diese viel zu klein sind und das tragbare Radio mehrere Stunden in vollem Sonnenschein stehen müsste – aber sollte es tatsächlich mal zu einem längeren Stromausfall kommen, ist auch das eine denkbare Notlösung.
Alle Radios der Bestenlisten verfügen über einen Akku, der über USB-C oder Micro-USB geladen werden kann. Vier Modelle bieten zudem einen Schacht für Batterien. Das Laden per USB ist auch über eine Powerbank (Bestenliste) möglich. Viele Kurbelradios dienen ebenfalls als Energiequelle für angeschlossene Geräte und werden so selbst zur Powerbank.
Alle Kurbelradios verfügen über eine LED mit davor gesetzter Linse, die wie eine Taschenlampe funktioniert. Sogar unterschiedliche Helligkeitsstufen und ein automatisches SOS-Morsesignal sind vorhanden. Dazu kommen bei einigen Geräten LEDs unter den ausklappbaren Solarzellen hinzu, die als Leselampe dienen. Praktisch ist das allemal, auch in Situationen, die niemand als Notfall bezeichnen würde.
Viele der Geräte haben eine Notfalltaste, mit der ein lauter, durchdringender Alarm ausgelöst wird. Diese Tasten sind zum Glück weit von den normalen Bedienelementen entfernt angebracht, sodass Fehlbedienungen eher selten passieren dürften. Das mag in Kinderhänden aber anders aussehen.
Einige Radios sind zudem wasserfest oder vereinzelt sogar wasserdicht und bieten einen automatischen Sendersuchlauf sowie einen Senderspeicher. Die Tonqualität ist höchst unterschiedlich, auch bei der Akkukapazität gibt es größere Differenzen. Das Kurbeln ist bei allen Radios letztlich so mühsam, dass diese Option von den meisten Anwendern wirklich nur im absoluten Notfall bei leerem Akku verwendet werden dürfte. Die Solarladefunktion ist bei allen Geräten nur nützlich, wenn das Gerät mehrere Stunden zur Sonne ausgerichtet steht.
Fazit
Alle Geräte empfangen UKW, aber nicht alle DAB+. Obwohl UKW immer noch weitverbreitet ist, empfehlen wir zum Kauf ein Radio mit Digitalempfänger – nur das ist zukunftssicher. Weil das Kurbeln sehr mühsam sein kann, raten wir zu Modellen mit einem großen Akku oder einem Batteriefach.
Der Testsieger Albrecht DR 114 überzeugt mit gutem Klang, vielfältigen Empfangsmöglichkeiten, einem hochwertigen Gehäuse und einem großen Akku. Das Gerät eignet sich zudem als Camping-Licht und Bluetooth-Speaker für satten Sound unterwegs. Eine kompakte und günstige Alternative für Urlaub und Reisen kommt von Soundmaster. Preiswert ist zudem das Kurbelradio von Mesqool.
Mehr Produkte für den Notfall zeigen wir hier:
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Wie Banking und mobiles Bezahlen mit Custom-ROMs funktionieren
Unsere ersten Versuche, mit einem Custom-ROM zu bezahlen, verliefen frustrierend erfolglos – zeigten aber letztlich die grundlegende Schwierigkeit: Niemand kann nämlich vorab die Frage beantworten, ob eine benötigte Finanz-App mit dem Wunsch-Custom-ROM auf dem Wunsch-Smartphone wirklich laufen wird, und erst recht nicht, ob das in zukünftigen Updates der App oder des ROMs so bleiben wird. Aber im weiteren Testverlauf wurde auch klar, dass die wahrscheinliche Antwort lautet: Ja, klappt.
Denn die gute Nachricht war, dass auf einem Fairphone 6 mit /e/OS, einem Google Pixel 7 Pro mit iodéOS und einem Google Pixel 8 mit GrapheneOS fast alle ausprobierten Banking-Apps funktionierten.
- Die meisten Finanz-Apps dürften auf modernen Custom-ROMs laufen.
- Google Pay funktioniert nicht, aber es gibt Alternativen – für die Sie vielleicht ein weiteres Konto benötigen.
- Wenn nicht alles klappt, ist manchmal ein Backup-Handy die Lösung – das auch aus anderen Gründen sinnvoll sein kann.
Auch beim mobilen Bezahlen per NFC kamen wir zum Ziel, nachdem wir eine konzeptionelle Hürde überwunden hatten, denn der Verzicht auf Google bedeutet auch: kein Google Pay und keine Google Wallet.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Wie Banking und mobiles Bezahlen mit Custom-ROMs funktionieren“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.
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iX-Workshop: ISO 27001 als Admin im Unternehmen praktisch umsetzen
Unternehmen sind zunehmend von Cyberangriffen, Datenverlust oder Betriebsunterbrechungen bedroht. ISO 27001 bietet einen strukturierten Rahmen, um diese Risiken frühzeitig zu identifizieren, geeignete Schutzmaßnahmen zu etablieren und mit Sicherheitsvorfällen professionell umzugehen. Ein funktionierendes Informationsmanagementsystem (ISMS) unterstützt somit die Geschäftskontinuität und reduziert mögliche finanzielle Schäden.
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Der Online-Workshop ISO 27001 für Admins: ISMS praktisch umsetzen bietet einen Überblick über die Anforderungen der ISO-Norm 27001 an ein ISMS. Er zeigt praxisnah, wie Sie als IT-Verantwortlicher oder Administrator die technischen und organisatorischen Aufgaben bei der Umsetzung wirksam lösen, etwa bei der Unterstützung des Risikomanagements, der Maßnahmenumsetzung und der Dokumentation.
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April 15.04. – 16.04.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 18. Mrz. 2026 |
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Juli 20.07. – 21.07.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 22. Jun. 2026 |
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November 11.11. – 12.11.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 14. Okt. 2026 |
Ebenfalls lernen Sie, die Anwendungsbereiche der ISO 27001 zu definieren, relevante Geschäftsprozesse und ihre IT-Systeme zu identifizieren. Dabei blicken Sie auch auf die IT als Kompetenzträger im Risiko- und Maßnahmenprozess und schauen gemeinsam mit den Referenten auf den Maßnahmenkatalog aus Anlage A der Norm und lernen, den Bedarf realistisch abzuschätzen. Abschließend erfahren Sie, wie Sie die Umsetzung für Führungskräfte, Kollegen und Auditoren nachvollziehbar dokumentieren und sich so auf die Zertifizierung vorbereiten.
Der zweitägige Workshop richtet sich an Administratoren und IT-Fachkräfte, die bislang noch keine Erfahrungen mit ISO 27001 gemacht haben und nun an der Implementierung eines ISMS in ihrem Unternehmen beteiligt sind. Ebenso lernen IT-Sicherheitsverantwortliche, ihre Rolle im ISMS besser zu verstehen und erhalten einen Einblick in die praktische Umsetzung.
ISO 27001 praxisnah kennenlernen
Anhand von realistischen Szenarien entwickeln Sie in Gruppenarbeiten gemeinsam ein solides Verständnis für die Umsetzung der Norm. Somit erhalten sie das Rüstzeug, die Inhalte in ihrem Berufsalltag einzusetzen. Für einen regen Erfahrungsaustausch und eine persönliche Betreuung durch die Referenten ist die Teilnehmerzahl auf maximal 20 Personen begrenzt.
Durch die Inhalte führen die Informationssicherheits-Experten Björn Lemberg und Carsten Strozyk. Als freier Berater unterstützt Björn Lemberg zahlreiche Unternehmen beim Einsatz von Informationsmanagementsystemen. Zudem ist er bei einem BSI-zertifizierten IT-Sicherheitsdienstleister aktiv. Carsten Strozyk ist Prokurist und Informationssicherheitsbeauftragter der levigo systems GmbH. Mit technischem Know-how und praxiserprobter Führungserfahrung aus über 30 Jahren in der IT weiß er, wie sich Informationssicherheit im Unternehmen technisch und organisatorisch umsetzen lässt.
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(ilk)
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Missing Link: Letzte Schule Berlins hat Glasfaseranschluss – und nun?
Die älteren unter den Lesern erinnern sich noch gut: 1996 waren es Telekom-Chef Ron Sommer und der „Zukunftsminister“ Jürgen Rüttgers, welche die Parole „Schulen ans Netz“ ausriefen – zu einer Zeit, als das im besten Fall für Schulen noch ISDN meinte. Die Schulen wollten oft, aber bis es soweit war, vergingen teils viele Jahre. Aus ISDN wurde DSL, dann VDSL und manchmal Kabelinternet. Dabei ist spätestens mit dem Coronakrisenjahr 2020 auch den letzten klar: Glasfaser wäre auch für die meisten Schulen dringend nötig. 30 Jahre nach dem Start von „Schulen ans Netz“, der gleichnamige Verein ist längst abgewickelt, hat sich das Problem weiterentwickelt – und vieles bleibt weiterhin ungelöst. Doch das scheint weniger eine Frage der Technik.
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An der Grenze (des Machbaren)
Hellersdorf gilt nicht oft als Vorzeigegegend Berlins. Aber nur wenige Meter vor der Berliner Stadtgrenze zu Ahrensfelde in Brandenburg, die vor allem durch ein riesiges Einkaufszentrum im Nachbarbundesland sichtbar ist, steht eine Schule, in der die Digitalisierung ziemlich angekommen ist. Ob Großmembranmikro, Greenbox, Schnittcomputer und Sprecherkabine für die Medienproduktion, Lego-Robotik oder mehrere 3D-Drucker und eine bunte Auswahl an Filamenten: an der Ernst-Haeckel-Schule ist einiges möglich. Und zumindest einige Schüler sind stark begeistert von dem, welche Möglichkeiten sich ihnen hier bieten. Nur eine Kleinigkeit, die fehlte bislang – und das war eher schmerzhaft.
Denn der Schule fehlte eines: eine schnelle Glasfaseranbindung. Und das sei heutzutage definitiv kein „nice to have“, bekräftigt Kai Baumeister, der die Schule mit ihren fast 1.000 Schülern leitet, sondern ein zwingendes Muss. „Wir leben in einer digitalen Gesellschaft, Schülerinnen und Schüler wachsen ganz selbstverständlich mit Smartphones, Plattformen und digitalen Werkzeugen auf. Und Schule darf das nicht ignorieren, sondern muss das mitgestalten.“ Und dafür brauche sie eben auch selbst wirklich schnelles und verlässliches Internet.

Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.
An diesem Freitagmorgen sitzt Baumeister neben Vertretern des Landes und des Bezirks als eigentlich für die Schulinfrastruktur zuständiger Verwaltungseinheit und einer Vorständin des IT-Dienstleistungszentrums Berlin. Denn seine Schule war die letzte, die nun in Berlin per Glasfaser versorgt wurde. Denn sie liegt auf schwierigem Terrain, in wahrstem Sinne des Wortes – Fernwärmerohre, Straßenbahngleise, ein Naturschutzgebiet, all das umgibt die Schule.
Verwaltung schafft sich einen Workaround um sich selbst
Für die Berliner Landespolitik ist das, was viele IT-affine Menschen als selbstverständlich erachten würden, ein großer Erfolg. Denn eine der größten Schwierigkeiten wurde dabei geknackt. „Wenn wir das als Bezirk selber hätten machen müssen, in allen 50 Schulen Breitbandinternet selber legen zu müssen, hätten wir heute hier nicht gesessen, befürchte ich“, sagt der Bezirks-Schulstadtrat von Marzahn-Hellersdorf Stefan Bley. Berlin hat in gewisser Weise einen Workaround für seine Verwaltungszuständigkeiten erarbeitet: Das Land hat den eigenen Dienstleister beauftragt, das IT-Dienstleistungszentrum. Das hat den Bezirken, die in Berlin zwar keine echten Kommunen wie in anderen Bundesländern, aber ähnlich wie diese als Träger für die Schulen verantwortlich sind, ein unwiderstehliches Angebot gemacht: Wir bringen Eure Schulen ans Netz und kümmern uns anschließend darum – schließen einen Rahmenvertrag. Wer sollte da nein sagen? Die Berliner Bezirke und ihre Schulen jedenfalls nicht.
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Überraschung: Im Bildungsbereich kann auch etwas Hand in Hand gelingen – trotz verschiedenster Zuständigkeiten und Finanzierungstöpfe. Die Beteiligten zeigten sich bei der Pressekonferenz gutgelaunt.
(Bild: ITDZ Berlin/ Stadt I Land I Mensch – FOTOGRAFIE)
Denn damit werden gleich drei Dauerprobleme adressiert: Schulleitungen sind meist keine guten IT-Administratoren, Kommunen haben in vielen Fällen weder die Expertise noch die Erfahrung, um IT für Schulen auszurollen und zu betreiben. Und das dritte gelöste Problem: die Finanzierungsseite. Denn der Großteil der Kosten wurde nun erst einmal aus Mitteln des Digitalpakts Schule finanziert, dessen Nachfolger nach wie vor nicht zwischen Bund und Ländern in allen seinen Feinheiten ausverhandelt ist. Was nun liegt, verursacht nur noch Wartungs- und Instandhaltungskosten. Auch nicht zu vernachlässigen: Im Rahmen des Ausbaus hat das landeseigene ITDZ hier eine zentrale Aufsichtsrolle – und einen entsprechenden Wartungsvertrag abgeschlossen.
Fünf Jahre nachdem der Berliner Senat den Plan gefasst hatte, ist die Ernst-Haeckel-Schule als letzte von 700 öffentlichen Schulen nun mit einem symmetrischen 1-Gigabit-Glasfaserzugang angeschlossen. Zwei beleuchtete Fasern seien es derzeit in einem an der Schule ankommenden 12-Faser-Bündel, es wäre also auch noch etwas Reserve da, erläutern die Verantwortlichen in Berlin. „Wir monitoren die Netze und aktuell ist das ausreichend. Wir haben jetzt noch keine Peaks, wo wir irgendwelche Engpässe sehen würden“, erklärt ITDZ-Vorständin Maria Borelli, deren Haus für alle Schulen nun die Anbindung im Blick hat.
Die Beteiligten freuen sich ernsthaft, denn anders als bei Flughäfen, Bahnhöfen oder Bahnstrecken ist die Meldung dieses Mal: Über 700 Schulstandorte seien vorfristig und sogar etwas unterhalb des vorgesehenen Budgets angebunden und das Projekt abgeschlossen worden, so Torsten Kühne, der als Staatssekretär bei der Bildungssenatorin für das Land Berlin zuständig ist. Und bei vielen der Schulen wurden auch gleich die Verkabelungen und WLAN-Installationen neugestaltet.
Schülervertreter sehen trotzdem Probleme
„Aus unserer Sicht ist das alles nicht so perfekt“, sagt Lilo Kranich vom Landesschülerausschuss Berlin im Gespräch mit heise online. „Das Hauptproblem: Wir haben in Berlin krass sanierungsbedürftige Gebäude oder Altbauten, wo das WLAN nicht durch Wände kommt.“ Berlins Schulen sind ein Dauerproblemfall – und die Bautätigkeiten sind berüchtigt. Ein Problem, das zumindest der Modulbau in Hellersdorf, der das eigentliche Schulgebäude ergänzt, so aber nicht hat: Das WLAN funktioniere, berichten die Schüler vor Ort. Aber die Scheiben schirmen stattdessen den Mobilfunkempfang ab.
In einer Zeit, in der Smartphones aus den Schulräumen weitgehend verbannt werden und Social-Media-Verbote für Minderjährige gerade politisch sehr beliebt sind, wirkt eine solche Vollzugsmeldung wie die Gigabitanbindung der Schulen in Berlin irritierend. Denn der nächste und auch mit guter technischer Planung schwer zu lösende Problemfaktor liegt woanders: bei der Lehre. 1 Gigabit symmetrisch, aber wofür?
„Jede Schule ist komplett unterschiedlich digital ausgestattet und nutzt die Möglichkeiten – oder auch nicht“, erläutert Kranich. „Teils ist das je nach Klasse, Stufe oder Schule verschieden.“ Einige Schulen, die etwa zur Coronazeit mit der verstärkten Remote-Schul-Praxis gut aufgestellt waren, würden immer noch sehr aktiv digitale Möglichkeiten nutzen, und andere eben nicht. Die Schülervertreter fordern ein Gesamtkonzept zur digitalen Schule, das die verantwortlichen Politiker bis heute aber nicht vorgelegt haben.
KI als Herausforderung im Klassenzimmer
Auch für den Hellersdorfer Lehrer Kai Baumeister ist es zentral, nicht bei der Anbindung aufzuhören. „Für uns als Schule ist es eine Aufgabe, zumindest hier eine digitale Umgebung zu schaffen, die für alle Schüler gleich ist und damit Chancengerechtigkeit für unsere sehr heterogene Schülerschaft besteht“, schildert er eine Herausforderung. Bei Social Media hätten alle Akteure gesehen, wie man es nicht machen solle. „Bei KI können wir alle zusammen das nur besser machen“, sagt Baumeister – und will mit seinen Lehrerinnen und Lehrern, aber auch den Schülerinnen und Schülern einen smarteren Umgang damit erreichen. „Wir als Schule sind diejenigen, die sie dahin begleiten werden“, sagt Baumeister. „Die Schüler sollen den Umgang mit KI nicht nur technisch lernen, sondern vor allen Dingen auch ethisch und kritisch reflektiert.“ Die Nutzung von KI in der Schule durch Lehrkräfte etwa sei auch erst noch am Anfang – etwa wenn Lehrkräfte selbstgeschriebene Geschichten ihrer Schüler per KI-Tool illustrieren ließen. Dafür allerdings bräuchte es dann eben auch wieder Rechner, mit denen solche Tools genutzt werden könnten.
Pragmatisch wolle der politisch verantwortliche Senat das KI-Thema angehen, schildert Staatssekretär Torsten Kühne, auf eine Goldrandlösung zu warten, sei keine Option. Weshalb man nach den ersten Handlungsempfehlungen für KI-Anwendungen im Unterricht auch darüber hinaus eine Integration in den schulischen Alltag anstrebe, wo sinnvoll. „Die Technologie ist weiter als der Rechtsrahmen“, sagt Kühne, etwa mit Blick auf Copilot, was Berlins Lehrer unter Berücksichtigung der Vorschriften nutzen dürfen. Telli, ein KI-Chatbot der unterschiedliche Modelle datenschutzkonform nutzbar machen soll und auf den Schulkontext angepasst ist, steht im Stadtstaat Berlin – anders als in anderen Bundesländern – derzeit noch nicht zur Verfügung.
An der Schamgrenze
Doch dass die KI-Ideen so wie alle anderen Digitalideen vorher im Unterricht ankommen, hängt vor allem von etwas anderem ab: Lehrerinnen und Lehrer. Ein wesentlicher Teil von ihnen ist im Kreidezeitalter, an Polylux-Overhead und Medienwagen ausgebildet worden. Tatsächlich geht es dabei nach Schilderungen vieler Beteiligter, von Schülern über Lehrer bis zu zuständigen Politikern, auch um eine Art Schamgrenze bei den Lehrkräften. Vor Schülerinnen und Schülern die eigene Unsicherheit im Umgang mit neuen Technologien offenzulegen und hier von diesen zu lernen, das ist für viele mindestens gewöhnungsbedürftig – wenn überhaupt mit der Rolle vereinbar.
Es gehe derzeit darum, moderne pädagogische Konzepte in Zeiten von KI und adaptiver intelligenter Systeme zur Anwendung zu bringen, sagt der Berliner Staatssekretär Torsten Kühne. Das solle vor allem über Fortbildungsmöglichkeiten geschehen. Fast alle Bundesländer bieten ihren Lehrerinnen und Lehrern eine Vielzahl an Fortbildungen an, mit denen sie bei digitalen Kompetenzen aufholen könnten. In Berlin würden diese gut angenommen, berichtet der Bildungsstaatssekretär.
Wie denn die Integration in den normalen Schulunterricht bei solchen Möglichkeiten wie etwa 3D-Druck aussehe, wird noch bei dem Pressetermin gefragt. Ein Möbiusband etwa für den Mathekurs, das sei hier gedruckt worden, erklärt ein Schüler, sichtlich stolz. An den Schülerinnen und Schülern liegt es offenkundig nicht, wenn nach dem „Schulen ans Netz“ auch nach 30 Jahren nicht direkt eine pädagogisch sinnvolle Nutzung möglich ist.
(kbe)
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