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Nvidias CPX-Chip: Für Rubin gestrichen, bei Feynman eventuell wieder da

Schon zur Keynote am Montag vermisste die ComputerBase-Redaktion den Rubin-CPX-Chip. Von Ian Buck, VP & General Manager, Hyperscale und HPC bei Nvidia, erhielt die Redaktion nun eine Antwort, warum er denn von der Roadmap verschwunden ist. Demnach sei die Idee erst einmal auf das Wartegleis geschoben worden.
Erst vor einem guten halben Jahr hatte Nvidia den Chip überhaupt enthüllt. Nvidia Rubin CPX mit GDDR7 war auf brachiale Rohleistung für einen hohen Inferencing-Durchsatz ausgelegt, vor allem für den FP4-Bereich. Passend dazu war die Lösung dann auch auf Nvidias Roadmaps vertreten. Zur Eröffnungskeynote der GTC 2026 am Montag war von Rubin CPX aber auf der Roadmap nichts mehr zu sehen.
In einem Roundtable mit Ian Buck, so etwas wie die Nummer Zwei im Konzern, bestätigte der Manager, dass Rubin CPX nicht kommen wird. Die Idee sei aber nicht tot, eventuell wird sie schon bei Feynman, also der nächsten Chip-Generation, wieder zum Leben erweckt.
Denn der Chip hatte auch seine Stärken, beim Refill hätte diese Lösung durchaus geholfen, nicht aber bei der eigentlichen Token-Ausgabe. Der Fokus ist nun kurzfristig erst einmal auf die schnelle Token-Generierung gewechselt, und dafür sei das zur GTC 2026 enthüllte LPX-Rack mit den neuen Nvidia Groq 3 LPU besser geeignet. Zu viele Chips zeitgleich zu realisieren und sinnvoll unterzubringen sei kurzfristig jedoch nicht möglich, führte Buck weiter aus.
Die LPU übernimmt (zum Teil)
Für die bei Inference wichtige, sehr schnelle Token-Generierung für Echtzeit-KI-Anwendungen setzt Nvidia nun als auf Groqs Language Processing Unit (LPU). Diese nutzt eine deterministische Architektur ohne Caches, Branch-Prediction oder dynamisches Scheduling. Weil der Compiler jede Operation und jeden Datenfluss im Voraus plant, entstehen exakt vorhersehbare Laufzeiten. Das Ergebnis ist ein Inference-Beschleuniger mit konstanter und sehr niedriger Latenz. Für sehr kurze Zugriffszeiten und eine hohe Bandbreite sorgt dabei auch ein 500 MB großer On-Chip-SRAM.
Statt den CPX-Chip aber wie ursprünglich einmal geplant noch in dem regulären NVL72-Rack unterzubringen, werden die LPUs in einem separaten Rack daneben gestellt. Am Ende soll das Gesamtpaket so ein breiteres Spektrum des Marktes mit effizienten Lösungen für ihre Probleme abdecken.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Nvidia im Rahmen einer Veranstaltung des Herstellers in San Jose, Kalifornien erhalten. Die Kosten für An-, Abreise und fünf Hotelübernachtungen wurden vom Unternehmen getragen. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht.
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KI-Infrastruktur: Nokia baut ATP-Kapazitäten aus

Nokia will seinen Standort in Allentown im US-Bundesstaat Pennsylvania deutlich ausbauen. Der Konzern erhöht dort die Kapazitäten für Advanced Test and Packaging photonischer Chips, die in optischen Modulen für KI- und Telekom-Infrastruktur eingesetzt werden.
Produktion soll deutlich wachsen
Nokia kündigt eine Erweiterung seiner Advanced-Test-and-Packaging-Aktivitäten, kurz ATP, in Allentown an. Gemeint sind damit die späteren Schritte in der Halbleiterfertigung, bei denen Chips geprüft, weiterverarbeitet und in Module integriert werden. Im konkreten Fall geht es um photonische Chips, die in optischen Netzwerkmodulen für KI-Rechenzentren und Telekommunikationsnetze zum Einsatz kommen.
Der Standort in Pennsylvania zählt laut Nokia zu den wenigen Einrichtungen in den USA, die ATP für solche photonischen Chips bis hin zu optischen Modulen anbieten. Mit neuen Fertigungsanlagen und einer größeren Produktionsfläche soll die Kapazität des Standorts auf bis zu das Zehnfache des bisherigen Niveaus steigen. Die zusätzliche Kapazität soll nach aktueller Planung bis Ende des dritten Quartals verfügbar sein.
Mehr als 500 Arbeitsplätze in Pennsylvania
Mit dem Ausbau soll auch die Belegschaft in Pennsylvania wachsen. Nokia rechnet damit, die Zahl der Mitarbeiter am Standort nahezu zu verdoppeln. Künftig sollen dort mehr als 500 Arbeitsplätze in den Bereichen Engineering, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung entstehen. Für die kommenden fünf Jahre stellt Nokia zudem einen wirtschaftlichen Effekt von mehr als 500 Millionen US-Dollar in Aussicht.
Die konkrete Investition umfasst rund 30 Millionen US-Dollar von Nokia. Hinzu kommen nach Angaben des Unternehmens rund 4 Millionen US-Dollar Unterstützung aus Pennsylvania sowie etwa 10 Millionen US-Dollar über eine Steuergutschrift im Rahmen des US-amerikanischen CHIPS-Programms.
Teil eines größeren US-Investitionsplans
Der Ausbau in Allentown ist Teil eines größeren Investitionsplans von Nokia in den USA. Der Konzern hatte im November 2025 angekündigt, über mehrere Jahre rund 4 Milliarden US-Dollar in Forschung, Entwicklung und Fertigung für KI-fähige Netzwerktechnik in den USA investieren zu wollen. Davon sollen etwa 500 Millionen US-Dollar in Fertigung sowie Forschung und Entwicklung in Bundesstaaten wie Texas, New Jersey und Pennsylvania fließen.
Mit dem Schritt will Nokia die US-Produktion optischer Netzwerktechnik stärken, die für KI-Infrastruktur und Rechenzentrumsverbindungen benötigt wird. Das Unternehmen verweist zudem darauf, dass derzeit weniger als zwei Prozent des weltweiten Advanced Test and Packaging für Halbleiter in den USA stattfinden.
Optische Technik für KI-Netze
Nokia begründet die Erweiterung mit dem wachsenden Bedarf an Netzwerk- und Verbindungstechnik für KI-Infrastruktur. Optische Module spielen dabei eine Rolle, wenn große Datenmengen zwischen Servern, Rechenzentren oder Telekommunikationsnetzen übertragen werden müssen. Nokia spricht in der Pressemitteilung außerdem noch von einem bis zu 75 Prozent geringeren Energieverbrauch, durch die eigenen optischen Technologien. Diese Angabe stammt allerdings vom Unternehmen selbst und ist nicht näher auf einzelne Produkte oder Vergleichsszenarien aufgeschlüsselt.
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NL-LC1-24, -36 & -42: Noctuas AIO-Kühler sind ab 219,90 Euro ab sofort verfügbar
Noctuas erste All-in-One-CPU-Wasserkühler-Serie hat einen Namen, einen Preis und einen Termin: Die Noctua NL-LC1 erscheint am 16. Juni und wird 219,90 Euro (240 mm), 249,90 Euro (360 mm) respektive 279,90 Euro (420 mm) kosten. Der optionale VRM-Zusatzlüfter NL-ACF1 kostet 19,90 Euro. Hier sind alle Details.
Marktreif ein Jahr nach Ankündigung
Die Entscheidung, in den Markt mit All-in-One-Wasserkühlern einzusteigen, hatte Noctua vor genau einem Jahr auf der Computex 2025 verkündet. Ein Jahr später kommt jetzt die fertige Serienware auf den Markt.
Für Noctua, bekannt für teils wiederholte Anpassungen an der Roadmap, war die Time-to-Market von der Ankündigung bis zur Handelsware damit vergleichsweise kurz. Der erste anvisierte Termin „1. Quartal“ konnte dennoch nicht gehalten werden, weil die Fertigung der Schwingungsdämpfer der Pumpeneinheit noch nicht die gewünschte Qualität erreicht hatte.
Eine optimierte Asetek-Plattform mit Noctua-Lüftern
Die NL-LC1 ist kein von Grund auf von Noctua entwickeltes Produkt, die Basis ist das aktuelle Asetek-Design (Emma (G8) V2). Noctua hatte diesen Schritt schon vor einem Jahr erklärt: Mit Blick auf Leistung und Zuverlässigkeit der Produkte habe man sich dazu entschieden, keine von Grund auf eigene Entwicklung anzustreben, sondern das Gebotene zielgerichtet zu verbessern.
Diese Optimierungen hat Noctua vorgenommen
1. Schwingungsdämpfung der Kühler-Pumpe-Einheit
Den größten Eingriff hat Noctua am Standard-Deckel der Pumpe-Kühler-Einheit von Asetek vorgenommen, genau genommen an dessen Schall- und Vibrationsisolierung. Neben einer dreilagigen Schallisolierung sollen Schwingungen der Pumpe durch einen integrierten Massedämpfer reduziert werden. Den eigenen „Deckel“ nennt Noctua „NL-PNA1“ (Pump Noise Absorber)
Zur Computex 2026 präsentiert Noctua Ergebnisse zur Lautstärke- und Vibrationsmessung am Kopf der Pumpe-Kühler-Einheit ohne Deckel, mit Noctuas Deckel und im Vergleich zu zwei nicht näher benannten Mitbewerbern.
Doch nicht nur die Vibrationen sollen abgenommen haben, auch soll das Betriebsgeräusch niedriger und angenehmer ausfallen.
Die aktuellen AIO-Plattformen sind schon als sehr leise zu bezeichnen, aber Noctua will die Herausforderung gemeistert und ein mess- und hörbar noch besseres Ergebnis abgeliefert haben.
2. Drei optimierte Drehzahl-Profile
Nutzer können bei der NL-LC1 zwischen drei Pumpen-Profilen wählen: Quiet, Balanced und Manuell. In jedem Profil agiert die Pumpe mit mindestens 750 U/min (20 % PWM), doch wie hoch sie maximal drehen kann und ab wann sie die Basis von 750 U/min verlässt, können Nutzer je nach Profil selber wählen. Ab 45 °C Kühlmittelflüssigkeitstemperatur greift zur Sicherheit aber die Pumpe selbst ein.
3. Einsatz der eigenen G2-Lüfter
Als Lüfter kommen der NF-A14x25 G2 (140 mm, 3 × für LC1-42) oder der ganz neue NF-A12x25 G2 (120 mm, 2 × für LC1-24, 3 × für LC1-36) in Braun zum Einsatz. Die Lüfter laufen nicht mit der exakt selben Drehzahl, um Störgeräusche in Folge von Resonanzen zu vermeiden.
4. Einsatz von Noctua SecuFirm2+
Die All-in-One von Noctua nutzt das aktuelle Montagesystem SecuFirm2+. Wer von einem Noctua-Luftkühler auf die neue AIO wechselt, muss daher nicht einmal die Halterung wechseln. Doch nicht nur die Interoperabilität sei dadurch möglich, auch bietet das Kit je nach Plattform die Möglichkeit zum Offset-Setzen und damit nochmals niedrigere Temperaturen.
Mit optionalem VRM-Lüfter
Um die Stromversorgung, den RAM und die M.2-SSD im 1. Slot durch die AIO mit kühlen zu können, bietet Noctua als Zubehör einen 80-mm-Lüfter mit angepasstem Rahmen an. Die akustischen Eigenschaften werden dadurch leicht negativ beeinflusst, sollen aber weiterhin über dem Niveau der nicht optimierten Version von Asetek liegen.
Technische Daten im Überblick
Erste Produkte im Noctua-Store auf Amazon
Direkt zum 16. Juni sollen die All-in-One-Wasserkühler im Noctua-Store auf Amazon.de* verfügbar werden, alternative Händler sollen aber kurzfristig ebenfalls Ware erhalten. Zum Vergleich: Das aktuelle Luftkühler-Flaggschiff von Noctua, der NH-D15 G2, gibt es ab 147 Euro (chromax.black ab 153 Euro).
Update
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Jim Kellers Firma: Qualcomm soll Tenstorrent übernehmen wollen

Um fehlendes eigenes Know-How vor allem im größeren AI-Umfeld auszugleichen, probiert sich Qualcomm angeblich erneut an einer Übernahme. Das Ziel dieses Mal: Tenstorrent. Das kleine Unternehmen unter der Führung des bekannten Ingenieurs Jim Keller würde in seiner Bewertung um viele Milliarden US-Dollar anwachsen.
Offiziell ist Tenstorrent noch ein AI-Startup, letzte Bewertungen sahen es dennoch bereits bei rund 3 Milliarden US-Dollar. Laut The Information soll Qualcomm Interesse am Unternehmen zeigen und Gespräche führen, als Preis für eine mögliche Übernahme stehe aber bereits eine Zahl zwischen 8 und 10 Milliarden US-Dollar im Raum.
Für Qualcomm wäre das problemlos stemmbar, dank dem Smartphone-Geschäft verdient das Unternehmen jedes Quartal Milliarden. Damit werden die Bereiche ausgeglichen, in denen es nicht so gut läuft, dazu zählt bisher auch das AI-Geschäft in größerem Stil. Dieses hat Qualcomm zum Start ziemlich verschlafen und läuft nun hinterher, versucht sich dabei mit Beschleunigern mit LPDDR5 und bald auch einem Wiedereinstieg ins CPU-Geschäft im Datacenter. Apropos CPU: Die aktuellen CPU-Kerne stammen schließlich auch aus einer Übernahme, Nuvia gab es seinerzeit aber für vergleichsweise günstige 1,4 Milliarden US-Dollar.
Tenstorrent, gegründet bereits 2016, arbeitet an AI-Beschleunigern auf Basis von RISC-V, Jim Keller wechselte im Jahr 2021 dorthin. Anders als viele andere Start-ups brachte Kellers Team dabei schnell echtes Silizium in den Markt und nicht nur Powerpoint-Folien und Vaporware. Die Lösungen waren aber nicht frei von Problemen. Zu Beginn des Jahres musste deshalb ihr Produkt quasi im laufenden Betrieb kastriert werden, sowohl die Anzahl der Kerne als auch TDP wurden dabei deutlich zurückgeschraubt.
Beide Firmen gaben erwartungsgemäß keinen Kommentar zu den Gerüchten ab. Qualcomms Pläne für das Datacenter und AI werden in der kommenden Woche offiziell dargelegt, im Rahmen seines Investor Days will das Unternehmen endlich die Karten offenlegen. Mit Spannung wird dabei vor allem auch die neue CPU-Generation erwartet, die seit einem Jahr ohne Details in der Luft hängt.
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