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Wie du Investoren dein Thema richtig pitchst


Arnas Bräutigam ist Co-Founder der Business-Angel-Plattform AddedVal.io und selbst Mikro-Angel-Investor. Er unterstützt Frühphasen-Startups beim Fundraising durch Pitchdeck-Optimierung, Investoren-Daten und viele Best Practices.

Arnas Bräutigam ist Co-Founder der Business-Angel-Plattform AddedVal.io und selbst Mikro-Angel-Investor. Er unterstützt Frühphasen-Startups beim Fundraising durch Pitchdeck-Optimierung, Investoren-Daten und viele Best Practices.
Arnas Bräutigam/Getty Images; Collage: Gründerszene

Ein Founder sagte kürzlich zu mir: „Unser Problem ist, dass Business Angels unser Thema nicht verstehen.“

Dieser Satz fällt im Fundraising erstaunlich häufig. Gründerinnen und Gründer arbeiten an komplexen Technologien, neuen Märkten oder erklärungsbedürftigen Geschäftsmodellen. Die logische Schlussfolgerung scheint dann zu sein: Wir müssen Investoren einfach besser erklären, was wir tun.

Doch genau hier liegt oft das Problem.

Warum Investoren nicht alles verstehen müssen –zumindest am Anfang

Die meisten Business Angels sind Privatinvestoren. Sie investieren nicht, weil sie müssen. Sie investieren, wenn sie Lust dazu haben.





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So hole ich aus jedem CEO-Call das Maximum raus


Jason Modemann spricht jede Woche mit einer Vielzahl an CEOs. Nicht für jeden Call muss man perfekt vorbereitet sein, sagt er. Viel wichtiger seien diese drei Dinge:

So hole ich aus jedem CEO-Call das Maximum raus

Mawave-Gründer Jason Modemann schreibt bei Gründerszene über seinen Alltag als Unternehmer.
Mawave / Logo: Gründerszene

Wenn Jason Modemann, Gründer und CEO von Mawave, in Terminen mit anderen CEOs sitzt, will er möglichst das volle Potenzial daraus nutzen. Wie er das mit geschickter Gesprächsführung schafft.

Ich spreche jede Woche mit einer Vielzahl an Geschäftsführern, Gründern und potenziellen Geschäftspartnern. Allein in der vergangenen Woche waren es über 20 Termine. Das sind Gespräche, in denen es um Zusammenarbeit, Entscheidungen und oft auch um echte Chancen geht.

Für mich ist deshalb klar: Wenn ich schon in so einem Termin sitze, dann will ich das Maximum rausholen. Und ich habe gemerkt: Der Unterschied liegt fast immer darin, wie man in das Gespräch reingeht.

Für mich sind vor allem drei Dinge entscheidend:

1. Nicht bei null starten

Für mich ist es eine absolute Frage des Respekts, nur in einen Termin zu gehen, wenn ich auch darauf vorbereitet bin – zumindest ein bisschen. Da mein Kalender vollgepackt ist, habe ich allerdings meistens keine Zeit für eine lange Vorbereitung auf einzelne Gespräche. Aber zwei bis drei Minuten gehen immer.

Kurz vor dem Termin schaue ich deshalb kurz auf Linkedin: Wer ist die Person? Was macht sie gerade? Wo kommt sie her? Zusätzlich checke ich ein, zwei aktuelle Posts, um zu verstehen, was sie beschäftigt. Und wenn ich noch eine Minute habe, google ich nach Interviews oder Presseartikeln. 

Gleichzeitig mache ich mir kurz klar, in welchem Kontext wir überhaupt sprechen:

  • Was ist das für ein Unternehmen?
  • Was machen sie konkret?
  • Und vor allem: Warum sprechen wir gerade miteinander?
  • Geht es um einen Austausch, eine potenzielle Zusammenarbeit oder eine konkrete Entscheidung?

So starte ich nicht bei null und weiß direkt, wo ich ansetzen kann. Außerdem verliert man dann im Gespräch nicht die ersten Minuten mit blöden Rückfragen, die man sich hätte sparen können.

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2. Ownership übernehmen

Damit das Gespräch in die richtige Richtung läuft und wir uns nicht im Smalltalk oder unwichtigen Themen verzetteln, versuche ich, als Organisator des Termins diesen auch aktiv zu führen und eine Agenda festzulegen. Bedeutet:

  • Am Anfang einmal kurz klären, warum sind wir hier?
  • Was soll heute dabei herauskommen?

Und dann während des Gesprächs auch mal steuern, wenn man merkt, dass es sich verläuft.

3. Ergebnis definieren

Der größte Fehler: Man versteht sich gut, hat ein paar spannende Gedanken ausgetauscht … und danach passiert nichts. Für mich ist deshalb entscheidend: Am Ende muss klar sein, was als Nächstes passiert.

  • Gibt es ein Follow-up?
  • Wer meldet sich bei wem?
  • Oder ist es einfach nur ein Austausch gewesen?

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Oft sind es genau diese Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Du brauchst keine perfekte Vorbereitung. Aber du brauchst ein klares Ziel, Ownership und den Anspruch, die Zeit des anderen und deine eigene nicht zu verschwenden.

Jason Modemann ist Gründer und Geschäftsführer von der Social Media Agentur Mawave Marketing. Mit 27 Jahren führt er rund 150 Mitarbeiter. Zu Mawaves Kunden zählen unter anderem Red Bull, Nike und Lidl. Zudem ist er Autor des Buches „Always hungry, never greedy.“





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Einklang – und Energiesysteme werden flexibel


#StartupsToWatch

„Wir lösen ein zentrales Problem der Energiewende“, sagt Lucas Jonas, Gründer der Jungfirma Einklang. Vireo Ventures, SIVentures, Saxovent und Co. investierten kürzlich 2,2 Millionen Euro in die Kölner Jungfirma, die im Jahre 2025 gegründet wurde.

Einklang – und Energiesysteme werden flexibel

Zu den vielen Startups, die man unbedingt im Blick behalten sollte, gehört das millionenschwere Kölner Startup Einklang. Das Startup, 2025 von Lucas Jonas, Paul Ziche, José Neri und Jonathan Schulte gegründet, positioniert sich als „Energy-as-a-Service-Anbieter für den deutschen Mittelstand“. Das Team möchte Gewerbe- und Industriekunden dabei helfen, „Strom automatisch zu beziehen, wenn er kostengünstig und erneuerbar verfügbar ist“.

„Wir lösen ein zentrales Problem der Energiewende: Während energieintensive Industriebetriebe durch spezielle Regelungen entlastet werden, zahlt der Mittelstand weiterhin hohe Strompreise. Die Ursachen liegen nicht bei den erneuerbaren Energien selbst, sondern bei Preisvolatilität, hohen Netzentgelten, Lastspitzen und mangelnder Flexibilität im Verbrauch. Das wollen wir mit unserer Lösung ändern“, sagt Gründer Lucas Jonas.

Der Berliner Frühphasengeldgeber Vireo Ventures, der Leipziger Frühphasen-Investor SIVentures, Saxovent, Angel Invest, Heimatboost und DNA Ventures investierten kürzlich 2,2 Millionen Euro in die Jungfirma, die 2025 im STARTUPLAND auf der Pitch Stage vertreten war.

„Ausschlaggebend für unser Investment war das außergewöhnlich starke Team von Einklang mit seiner praktischen Erfahrung aus früheren Gründungen und Industrie-Know-how. Einklang verfolgt die klare Vision eines dezentralen Full-Service-Anbieters für flexible Energiesysteme im Mittelstand. Die aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen eröffnen großes Potenzial für integrierte Lösungen aus Batteriespeichern, PV, dynamischen Tarifen und intelligenter Steuerung“, sagt Felix Krause von Vireo Ventures. Vireo hält nun 13 % an Einklang. 

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Einklang





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Startup: Dieses Restaurant serviert Tiefkühlkost – und plötzlich wirkt sie wie Luxus


Ein Startup aus dem Hause Dr. Oetker setzt auf gesunde Tiefkühlgerichte für „Highperformer“. Eigentlich vertreibt Juit über E-Commerce – doch jetzt hat es in Berlin-Mitte auch einen Pop-up-Store eröffnet.

Startup: Dieses Restaurant serviert Tiefkühlkost – und plötzlich wirkt sie wie Luxus

Mit einem Pop-Up-Store in Berlin will Juit der Laufkundschaft seine Gerichte näher bringen. Besonders unter Vielbeschäftigten findet das Konzept offenbar Anklang.
Marc Sarembe

Berlin-Mitte, Zimmerstraße 69. Der Boden glänzt so makellos wie die Glasfassaden der umliegenden Bürokomplexe. Der Pop-up-Store von Juit wirkt weniger wie ein Restaurant, als wie eine schick designte Tankstelle für den menschlichen Motor. Die knallbunten Farben der Fertiggerichte schreien gegen die klinische Sterilität der Einrichtung an. Grauer Boden, blau-graue Bestuhlung, glänzende Schränke. Hier ist alles auf Effizienz getrimmt. Keine Kellner, die nach dem Befinden fragen, kein langes Studium der Speisekarte.

Nur ein riesiges, metallenes Tiefkühlregal. Ich fühle mich in die TK-Abteilung meines Stamm-Supermarktes versetzt, als eine freundliche Mitarbeiterin den Moment unterbricht. „Warst du schon mal hier?“ „Nein“.

Marc Sarembe

Das Gericht, das ich mir aussuche, ist vergriffen. Sie empfiehlt stattdessen „Peanut-Chicken“. Ich hole das „Peanut-Chicken“. Karte ans Lesegerät, kurzes Piepen, fertig. Bezahlt wird natürlich bargeldlos.

Essen auf die Nahrungsaufnahme reduzieren

Juits Slogan „Das Leben ist zu kurz, um schlecht zu essen“ zielt direkt auf eine Generation, die zwischen Selbstoptimierung und Zeitmangel feststeckt. Es ist der nächste logische Schritt nach HelloFresh. Doch während die Kochboxen das Einkaufen ersetzen, scheiterten viele Nutzer am Ende doch an der Realität: an der verschrumpelten Bio-Zucchini im Gemüsefach und dem Abwasch nach dem „schnellen“ 30-Minuten-Rezept. Juit verspricht HelloFresh ohne Reue. Wer am Abend keine Lust auf das Schlachtfeld in der Küche hat, muss hier nicht mal zum Messer greifen.

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Kochboxen verkaufen ein Versprechen: Du kochst selbst, du lernst was, du machst und sparst dir den Gang zum Supermarkt. Aber Juit verkauft Erlösung. Keine Tüte, kein Rezept. Ohne schlechtes Gewissen, Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe. Ein Blick auf die Rückseite der Verpackung verrät, die Nährwerte passen zum Konzept: 1,6 Gramm Zucker und 7,1 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm beim „Chicken-Curry“. Ich schiebe die Schale in die Mikrowelle – und circa acht Minuten später ist das Abendessen kein Plan mehr, sondern ein Ergebnis.

TK für Gutverdiener

Hinter dem hippen Berliner Auftritt steckt geballte westfälische Wirtschaftskraft. 2019 gründeten Serdar Mansour Azar und Ingmar Knudsen „Juit“, allerdings nicht im Hinterhof, sondern unter dem Dach von Dr. Oetker. Es ist das „Direct-to-Consumer“-Labor des Bielefelder Riesen, der Versuch, das schmuddelige Image der Tiefkühlpizza gegen gesunde, schockgefrostete High-Tech-Mahlzeiten zu tauschen. Mit Juit setzt Dr. Oetker am Zeitgeist an. Der digitale Vertrieb ermöglicht eine direkte Kundenbindung, ohne dass der Umweg über stationäre Supermarktketten nötig ist. Juit ist der Versuch, technologische Innovation, Datenanalyse und neue Vertriebswege zu vereinen. Dabei ist Juit vor allem ein Zahlenspiel. Die kleinste Box mit sechs Gerichten kostet 56,94 €, das sind 9,49 € pro Mahlzeit. Wer sich für den Monatsvorrat von 30 Mahlzeiten entscheidet, drückt den Preis auf 7,89 €. Trotzdem ist das vergleichsweise teuer.

Marc Sarembe

In Berlin geht Juit einen Schritt weiter und startet seinen ersten Pop-up-Store. Ziel ist es, die Produkte sichtbar zu machen und außerhalb des klassischen E-Commerce zu werben. Kundinnen und Kunden können die Gerichte vor Ort probieren oder zum Lunch vorbeikommen. Geht das Konzept auf, sei auch die Eröffnung weiterer Geschäfte vorstellbar.

Hauptsache schnell

Marc Sarembe

Acht Minuten und 30 Sekunden. So lange dauert die Zubereitung in der Mikrowelle. Es ist eine seltsame Zeitspanne des Stillstands in Berlin-Mitte. „Wer kommt zu euch zum Mittagessen?“, frage ich den Inhaber Serdar, dessen Kollege mich einige Tage zuvor auf der Straße angesprochen hatte. Seine Antwort passt zur Umgebung: „Highperformer“. Ich begebe mich auf die Suche nach „Highperformern“ und schaue mich um. Hinter mir sitzt ein Mann zusammen mit einer Frau am Tisch. Sie reden im Business-Slang über Social Media und Strategien. Kurz nach dem Lunch sind sie schnell wieder aus dem Geschäft, die Zeit drängt. Dann betritt ein weiterer Kunde den Store, Dresscode Business Casual, er wird per Du begrüßt. „Bei uns auf der Arbeit ist das gerade voll das Ding“, erzählt er der Mitarbeiterin und holt seinen Lunch ab. Schnell bezahlen und schon ist er verschwunden. Immer wieder bleiben Passanten vor dem Schaufenster stehen und starren ins Innere. Das Konzept scheint zu polarisieren. Das auffällige Design bewegt die Umgebung, die sonst eher trist erscheint.

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Viel Biss, wenig Bums

Acht Minuten 30. Ein „Pling“ beendet das Warten. Besonders appetitlich sieht das Peanut-Chicken auf den ersten Blick nicht aus. Nach dem Abziehen der Folie begegnet mir ein leichter, angenehmer Erdnuss-Geruch. Der erste Bissen überrascht: Das Gemüse ist knackig und schmeckt frisch. Es ist erstaunlich, welche Wirkung das Schockfrosten hat. Die Sauce hat eine angenehme Schärfe. Das Fleisch ist zart und saftig, wenn auch geschmacklich etwas fade. Es fehlt mir an Koch-Basics; die Röstaromen einer Pfanne schmecke ich nicht heraus. Doch im Zusammenspiel mit dem Reis wird die Sache stimmig. Die Portion ist ordentlich: Selbst als bekennender Vielfraß fühle ich mich nach dem Mittagessen gesättigt, auch wenn ich nach einer harten Sporteinheit wohl die teurere XL-Variante wählen müsste.

Regional, antibiotikafrei, gesund – Juit wirft mit den richtigen Schlagworten um sich, um das schlechte Gewissen der Tiefkühl-Käufer zu beruhigen. Doch am Ende bleibt die Frage: Ist das noch Essen oder schlicht Treibstoff? Am Abend finde ich es heraus. Zu Hause hübsch auf dem Porzellan-Teller angerichtet kippt das Gefühl, was ich zuvor im Laden hatte. Es fühlt sich für mich jetzt nicht mehr wie eine reine Nährstoffaufnahme an, sondern vielmehr wird es plötzlich ein Abendessen. Nicht weil es mehr Liebe hätte, sondern weil das Setting stimmt und ich die industrielle Kälte des Stores vergesse. Mit einem Mal funktioniert Juit für mich doch: als Vorrat für stressige Tage, zwei, drei Packungen im Tiefkühlfach, wenn Training und Termine den Abend auffressen.

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