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Behörde für abgesicherte Ausweise geknackt: 15-Jähriger verhaftet


19 Millionen Datensätze der französischen Behörde für abgesicherte Ausweise (ANTS) sind im April online feilgeboten worden. Daraufhin musste die ANTS einen Einbruch in ihr System beichten. Immerhin hat es nicht lange gedauert, bis ein Verdächtiger in Polizeigewahrsam genommen wurde: Ein 15-jähriger Bursche steht offiziell unter Verdacht, zu der illegalen Datenbeschaffung beigetragen zu haben. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Gefängnis und bis zu 300.000 Euro Geldstrafe.

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Das hat die Pariser Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekanntgegeben. Ein Untersuchungsrichter befasst sich nun mit dem Fall. Der minderjährige Verdächtige soll hinter dem Pseudonym breach3d stecken, unter dem der Datensatz online zum Kauf angeboten wurde. Laut Mitteilung der Ausweisbehörde ANTS vom 21. April enthalten die erbeuteten Datensätze Username, Anrede, Vor- und Nachname, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Kontonummer und, für einen Teil der Konten, zusätzlich Postadresse, Geburtsort und Telefonnummer. Das Amt hat die Echtheit der feilgebotenen Datensätze bestätigt.

Die ANTS (Agence nationale des titres sécurisés) ist auch als France Titre bekannt. Es handelt sich um eine Abteilung des französischen Innenministeriums. Sie ist zuständig für die Ausstellung von Reisepässen, Personalausweisen, sowie Führerscheinen für Straßenfahrzeuge und Motorboote, zudem für Dokumente über die Zulassung von Kraftfahrzeugen, Aufenthaltstitel, Visa und eine Reihe weiterer Ausweise und Dokumente für Aufenthalte und Grenzübertritte. Gedruckt werden die Papiere allerdings von der Staatsdruckerei (Imprimerie nationale).

Stecken tatsächlich keine gut ausgerüsteten, feindlichen Spione oder andere organisierte Verbrecher hinter dem Vorfall, sondern ein einzelner Jugendlicher, wäre das kein Ruhmesblatt für das französische Innenministerium. Wie der illegitime Zugriff auf die Datenbank gelungen ist, sagen weder ANTS noch Staatsanwaltschaft.

Spricht die ANTS von 11,7 Millionen Datensätzen, gibt die Staatsanwaltschaft zwölf bis 18 Millionen an. Unklar ist, wann der Täter in die Datenbank eingedrungen ist oder dies bemerkt wurde. Zunächst hieß es, der Vorfall sei am 15. April festgestellt worden, doch die offizielle Information führt aktuell den 15. März an. Die Staatsanwaltschaft nennt den 13. April, Anzeige sei jedoch erst am 16. April erstattet worden. Die Veröffentlichung zwecks Warnung Betroffener ist am 22. April erfolgt.

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(ds)



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AMD: Schere zwischen Server und Consumer geht weiter auseinander


Ein ungewohnter Anblick im nachbörslichen Handel: Die AMD-Aktie steigt nach der Veröffentlichung des Geschäftsbericht am Dienstag um mehr als zehn Prozent, seit dem Tagestief sogar um 15 Prozent. Grund sind Zahlen, die über AMDs letzter Prognose und über den Erwartungen der Analysten liegen. Börsendämpfer nach Geschäftsberichten sind bei AMD eigentlich Tradition, was dem Unternehmen in manchen Foren den Spitznamen „Advanced Money Destroyer“ verschafft hat.

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Knapp 10,3 Milliarden US-Dollar hat AMD im ersten Quartal 2026 umgesetzt. Die eigene Prognose zum Jahresanfang lag noch im Mittel bei 9,8 Milliarden US-Dollar. Analysten erwarteten nur unwesentlich mehr. Im aktuellen Quartal sollen es laut AMD im Mittel 11,2 Milliarden US-Dollar werden – Analysten rechneten hier mit einer Ankündigung von 10,5 Milliarden.

Im Jahresvergleich wächst AMDs Umsatz um 38 Prozent. Der Operativgewinn steigt um 83 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden US-Dollar und der Nettogewinn um 95 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar.

Das Wachstum kommt primär von Serverprozessoren (Epyc) und KI-Beschleunigern (Instinct), die derzeit jedes Quartal weiter zulegen. Aktuell steht das Segment bei fast 5,8 Milliarden US-Dollar Umsatz, 57 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.


Tabellarische Grafik zu AMDs Umsatz nach Segmenten

Tabellarische Grafik zu AMDs Umsatz nach Segmenten

AMDs Umsatz aufgeschlüsselt. Server-Hardware ist aufgrund der hohen Verkaufspreise besonders lukrativ.

(Bild: AMD)

Die Firmenchefin Lisa Su kommentiert: „Das Kundeninteresse an der MI450-Serie und Helios nimmt zu. Die Prognosen unserer wichtigsten Kunden übertreffen unsere ursprünglichen Erwartungen und dank einer wachsenden Zahl von Großprojekten gewinnen wir immer mehr Klarheit über unseren Wachstumskurs.“

MI450 steht für kommende KI-Beschleuniger, angeführt von der Instinct MI455X. Unter dem Namen Helios vermarktet AMD nach Nvidias Vorbild seine ersten eigenen kompletten Server-Racks, inklusive Netzwerktechnik der übernommenen Firma Pensando.

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Ungewöhnlich gut stehen derweil auch Ryzen-Prozessoren und Radeon-Grafikkarten da. Das Segment Client and Gaming wächst im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Ryzen-CPUs machen davon 2,9 Milliarden aus, Grafikkarten und Konsolenchips 720 Millionen. Selbst im Vergleich zum traditionell starken vierten Quartal fällt die Sparte nur um 8,5 Prozent.

Marktanalysten beobachteten bereits aufgeblähte PC-Verkaufszahlen, weil sich Hersteller in Erwartung auf weiter steigende Speicherpreise mit Hardware eingedeckt haben. Davon dürfte AMD im ersten Quartal erheblich profitiert haben. Dieser Effekt ist allerdings einmalig: Aufgrund der Speicherkrise ist eine Umkehr zu erwarten.

Die Schere zwischen Server und Client geht allen Anzeichen nach in den nächsten Quartalen weiter auseinander. Mit Epyc-Prozessoren und KI-Beschleunigern dürfte AMD schon bald doppelt so viel Geld machen wie mit Ryzen und Radeon.

AMDs verdreifachter Cashflow zeigt derweil Besonderheiten. Zum einen hat AMD im ersten Quartal Lagerbestände im Wert von einer halben Milliarde US-Dollar abgebaut. Zum anderen muss AMD noch Verbindlichkeiten im Wert von über 700 Millionen US-Dollar bezahlen.

Für Forschung und Entwicklung gibt AMD seit dem Sommer 2025 kontinuierlich mehr Geld aus. Die Investitionen dafür sind im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 2,4 Milliarden US-Dollar gestiegen.


(mma)



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Android-Dunkelmodus: Open-Source-App passt Systemdesign an Umgebungslicht an


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English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der Dunkelmodus gehört seit Android 10 zu den Standardfunktionen von Android. In den vergangenen Jahren hat Google die Funktion ausgebaut, jedoch bleibt der Dark Mode hinsichtlich der Aktivierung und Deaktivierung eingeschränkt. Mithilfe einer App des Informatikstudenten Robin Rentmeister passt sich der Dark Mode den Lichtverhältnissen der Umgebung an.

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Standardmäßig lässt sich der Dark Mode unter Android entweder manuell oder zu bestimmten Uhrzeiten ein- oder ausschalten. Mehr ist nicht möglich, dabei wäre es durchaus praktisch, wenn sich der Dunkelmodus automatisch der Umgebung anpasst.


Adaptive Theme Screenshots der App

Adaptive Theme Screenshots der App

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Genau hier kommt die App „Adaptive Theme“ zum Zuge, die nach einmaliger Installation und Einrichtung unauffällig im Hintergrund läuft. Die App wechselt das Design des Android-Systems zwischen dem dunklen und dem hellen Modus, je nachdem, wie viel Licht der Umgebungslichtsensor des Smartphones erfasst. Die App läuft nach Angaben des Entwicklers nicht permanent im Hintergrund, sondern springt nur dann an, wenn man das Gerät entsperrt. Die App setzt mindestens Android 14 voraus.

In den App-Einstellungen lässt sich stufenweise die Lichtempfindlichkeit einstellen, zudem ist die aktuelle Umgebungshelligkeit angegeben. Optional können Nutzer auch einen festen Luxwert eingeben. Überdies lässt sich ein Zeitraum für die Nachtzeit festlegen, in dem der Dunkelmodus aktiv bleibt – dies gibt es aber auch in den Android-Systemeinstellungen.

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Während die Open-Source-App im Play Store verfügbar ist und sich auch über GitHub herunterladen lässt, ist nach der Installation ein wenig Mehraufwand erforderlich, da sie die Berechtigung „WRITE_SECURE_SETTINGS“ erfordert. Diese Berechtigung lässt sich entweder über die zusätzliche, aber recht komplexe App Shizuku oder eine eigens eingerichtete WebADB-Website direkt im Browser vergeben. Es sind weder Root noch eine lokale ADB-Installation erforderlich. Für die lokale ADB-Variante sind ein PC und ein USB-C-Kabel erforderlich.


Adaptive Theme Screenshots zur Einrichtung

Adaptive Theme Screenshots zur Einrichtung

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Wir haben zum Ausprobieren die vergleichsweise einfachere WebADB-Einrichtung gewählt. Um diese verwenden zu können, muss man im Smartphone die Entwickleroptionen (Anleitung) aktivieren und darin „USB Debugging“ einschalten. Der Einrichtungsprozess über die App und die Weboberfläche ist recht leicht verständlich und nachvollziehbar, ein vollkommener Android-Anfänger sollte man jedoch nicht sein.

Der Entwickler macht darauf aufmerksam, dass die GitHub-Variante frei von Trackern ist; in der Play-Store-Version sei Crashlytics integriert.


(afl)



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GSM: Der Anfang vom Ende in Österreich


A1 Telekom Austria wird sein GSM-Netz (2G) in zwei Jahren abschalten. Im Mai 2028 ist Schluss. Das hat der Marktführer am Dienstag bekanntgegeben. Geschäftskunden wird der Mobilfunker individuell kontaktieren.

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Die Abschaltung betrifft vor allem Maschinen (M2M, Machine-to-Machine communication): Aufzüge, Automaten, Drehtüren, ältere Autos mit E-Call und so weiter. Reine GSM-Mobiltelefone sind inzwischen selten, aber seit der Abschaltung von UMTS (3G) in Österreich im Jahr 2024 sind ältere Handys ohne 4G-Unterstützung wieder auf GSM angewiesen. Diese Geräte müssen erneuert oder auf ein Konkurrenznetz umgestellt werden – sofern dieses weiter GSM betreibt.

Auf Anfrage heise onlines haben sowohl Drei (Hutchison Drei Austria) als auch Magenta (vormals T-Mobile Austria) angegeben, noch keine Termine für ihrer GSM-Abschaltung zu haben. Drei möchte das in den „nächsten Jahren“ tun, während sich Magenta „intensiv mit dem Thema beschäftigt.“ Spusu (Mass Response Service) betreibt ebenfalls GSM, allerdings nur für geschlossene Nutzergruppen an ausgewählten Standorten.

Gute Gründe für die Abschaltung gibt es genügend: 4G und 5G sind wesentlich energieeffizienter, GSM weist große Sicherheitslücken auf, und die Netzbetreiber würden die Frequenzen lieber für moderne Funkstandards mit höherer spektraler Effizienz einsetzen. Dann können sie über die selben Frequenzen deutlich mehr Daten übertragen. Nicht zuletzt kassieren die Ausrüster laufend Lizenzgebühren für die GSM-Netze, denen schrumpfende Grenzerlöse gegenüberstehen.

Andererseits sind GSM-Sprachverbindungen robust und dringen dank niedriger 900-Mhz-Frequenzen tief durch Wände und Böden. Österreicher sind verwöhnt, was Mobilfunkabdeckung angelangt. Sie erwarten, auch im dritten Untergeschoß einer Tiefgarage in den Bergen ungehemmt telefonieren zu können. Die GSM-Abschaltung kann also die Netzabdeckung lokal beeinträchtigen.

Die Deutsche Telekom wird ihr GSM-Netz in Deutschland wenig später, im Sommer 2028, abschalten. Vodafone Deutschland lässt es noch bis 2030 laufen. Die Swisscom hat GSM gar schon 2021 begraben.

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Keine Freude mit dem Ableben von GSM hat die Europäische Vereinigung für Notrufnummern (EENA). Sie fürchtet Versorgungslücken bei Notrufen, nicht nur aus Kfz und mit alten Handys.

Denn für Sprachverbindungen über 4G (LTE) oder 5G muss der Netzbetreiber VoLTE respektive Vo5G (Voice over LTE/5G) für das jeweilige Endgerätemodell provisionieren. Die Mobilfunker beschränken sich dabei in der Regel auf die von ihnen selbst vermarkteten Handys und die im jeweiligen Land populärsten Modelle. Wer ein ungewöhnliches Handy hat, etwa weil er aus fernen Landen angereist ist, kann ohne GSM und UMTS womöglich keinen Notruf absetzen. Daher fordert der Notrufverband den Weiterbetrieb von GSM.


(ds)



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