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Claude Mythos: IWF sieht globales Finanzsystem in Gefahr


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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor Cybergefahren durch KI-Modelle wie Claude Mythos gewarnt, die das globale Finanzsystem bedrohen könnten. Es wachse das Risiko eines „makrofinanziellen Schocks“, heißt es in einem Blogbeitrag des IWF. Cyberangriffe, die mehrere Banken gleichzeitig treffen, könnten demnach zu Vertrauensverlusten, Zahlungsausfällen, Liquiditätsengpässen und einer Dynamik von Notverkäufen führen.

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Die Frage sei, „ob das Finanzsystem auch unter extremem Stress weiterhin funktionsfähig bleibt“, schreiben die Autoren. Das bislang nur einem kleinen Kreis von Firmen verfügbare Modell Claude Mythos unterstreiche, wie schnell sich die Risiken erhöhten. Aktuell werde die Situation noch gemildert, weil die fortgeschrittenen KI-Fähigkeiten noch nicht so verbreitet seien und weil die Branche auf geschlossene Finanzsoftware setze, die nach Einschätzung des IWF schwieriger anzugreifen sei als Open-Source-Infrastruktur. Diese Puffer dürften jedoch rasch schwinden.

Das Finanzsystem stütze sich auf gemeinsame und stark vernetzte digitale Infrastruktur aus Software, Cloud-Diensten und Netzwerken für Zahlungen und andere Daten. Wenn KI-Modelle den Zeit- und Kostenaufwand für die Identifizierung und Ausnutzung von Schwachstellen drastisch reduzieren, steige damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass Schwachstellen in weit verbreiteten Systemen gleichzeitig entdeckt und angegriffen werden und zu systemischen Problemen führen. Auch andere Sektoren wie Energie, Telekommunikation und öffentliche Dienste könnte das betreffen.

Die Politik müsse deshalb auf KI-getriebene Risiken reagieren und Cybersicherheit als zentrales Thema der Finanzstabilität behandeln. Bestehende Maßnahmen seien zwar immer noch relevant, müssten jedoch in einer Welt mit schnelleren, automatisierten und immer raffinierteren Angriffen erweitert und geschärft werden.

KI-Schmiede Anthropic hat mit ihrem Modell Claude Mythos Anfang April eine neue Debatte um IT-Sicherheit entfacht und bis in höchste US-Regierungskreise für Aufregung gesorgt. Mythos sei laut Anthropic so gut darin, Sicherheitslücken aufzuspüren, dass man es erst einmal nicht veröffentlichen könne. Das KI-Modell habe bereits tausende hochriskante Zero-Day-Lücken identifiziert, darunter auch welche in allen großen Betriebssystemen und jedem Internetbrowser. Funktionierende Exploits sollen sich damit auch bauen lassen.

Über die Initiative „Project Glasswing“ erhalten deshalb zunächst nur ausgewählte Unternehmen und Organisationen Zugriff, um kritische Software abzusichern, bevor vergleichbare Fähigkeiten breiter verfügbar werden. Zu den Beteiligten zählen Apple, Google, Microsoft und Nvidia, aber auch Großbanken wie JPMorgan Chase. Dass auch US-Finanzminister Scott Bessent und Notenbankchef Jerome Powell die größten Banken der USA zusammengerufen haben, um über die Gefahren durch KI-gestützte Hackerangriffe zu beraten, unterstreicht die mögliche Tragweite für kritische Infrastrukturen und die Finanzstabilität.

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Europa ist Berichten zufolge größtenteils außen vor, was direkten Zugriff auf Claude Mythos angeht. In Deutschland hatte die Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, bereits kurz nach der Vorstellung von Claude Mythos Preview erklärt, das BSI nehme die Ankündigungen von Anthropic sehr ernst und erwarte „Umwälzungen im Umgang mit Sicherheitslücken und in der Schwachstellenlandschaft insgesamt“. Das BSI habe Kontakt zu Anthropic, Claude Mythos bislang aber nicht getestet und plane auch keine Testung, sagte ein Sprecher Mitte April.

Die EZB und die deutsche Bankenaufsicht BaFin haben laut Bericht des Handelsblatts auch bereits europäische und deutsche Geldhäuser vor den Folgen gewarnt. Dem Bericht nach bemühten sich die Banken intensiv darum, direkten Zugriff auf Mythos zu bekommen. Über Dienstleister wie Microsoft und Google erhielten einige mittlerweile zumindest indirekte Einblicke. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel forderte, Mythos auch für Geldhäuser außerhalb der USA verfügbar zu machen: „Alle relevanten Institute sollten Zugang zu dieser Technologie haben, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden“, sagte er.

Die Bundesregierung ist laut dem Handelsblatt inzwischen auch aktiv geworden. Demnach habe der nationale Sicherheitsrat geheim in der Sache getagt, ebenso wolle man mit dem Hersteller Gespräche zu Mythos führen. „Die Bundesregierung steht gegenwärtig mit dem Hersteller Anthropic im Austausch“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums dem Handelsblatt.


(axk)



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EU-Gesetz gegen Sextortion und Kindesmissbrauch im Netz


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Die EU zieht im Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern und deren digitale Verbreitung die Zügel an. Nach intensiven Verhandlungen haben sich Vertreter des EU-Parlaments, des Ministerrates und der Kommission auf eine weitreichende Reform der entsprechenden strafrechtlichen EU-Richtlinie geeinigt. Damit wollen die Gesetzgeber auf die technologische Entwicklung der vergangenen Jahre reagieren. Die bisherigen gesetzlichen Vorgaben stammen von 2011 und gelten angesichts der rasanten Digitalisierung als überholt.

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Ein Fokus der Gesetzesreform liegt auf der Kriminalisierung technologiegestützter Tatbestände. Erstmals wird die bloße Zahlung für den Zugang zu Live-Streams, die sexuellen Kindesmissbrauch zeigen, EU-weit unter Strafe gestellt. Damit reagiert die Politik auf ein Geschäftsmodell im Darknet und auf verschlüsselten Plattformen, bei dem Täter Missbrauchshandlungen in Echtzeit gegen Bezahlung übertragen. Bislang gab es in vielen Mitgliedstaaten rechtliche Lücken beim Konsum solcher Live-Übertragungen, da kein klassisches Besitzdelikt an einer heruntergeladenen Datei vorlag.

Neben dem Streaming soll die neue Richtlinie auch gegen den Missbrauch Künstlicher Intelligenz vorgehen. Das Designen, Anpassen, Besitzen oder Verbreiten von KI-Systemen, die speziell für die Generierung von Missbrauchsmaterial oder Deepfakes entwickelt wurden, wird künftig mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft. Ebenfalls unter Strafe gestellt wird das Verfassen, Besitzen und Verbreiten von digitalen Anleitungen und Prompts, die detailliert beschreiben, wie Missbrauchsmaterial erzeugt oder sexuelle Gewalt an Kindern verübt werden kann.

Laut der Kommission stieg die Zahl der Meldungen über sexuellen Kindesmissbrauch im Internet von einer Million im Jahr 2010 auf mehr als 23 Millionen 2025. Allein im vergangenen Jahr umfasste das fast 62 Millionen Dateien, vor allem Bilder und Videos. Auch das Phänomen des Cybergroomings verzeichnete in den vergangenen fünf Jahren einen dreißigfachen Anstieg.

Auch beim Phänomen der digitalen sexuellen Erpressung (Sextortion) schafft die EU eine einheitliche Strafbarkeit. Täter, die Minderjährigen mit der Veröffentlichung intimer Bilder drohen, um Geld oder weiteres Bildmaterial zu erpressen, müssen künftig mit harten Konsequenzen rechnen. Gleichzeitig wird der Tatbestand des Groomings erheblich ausgeweitet. Die Strafbarkeit greift nun in bestimmten Situationen auch dann, wenn Jugendliche das gesetzliche Schutzalter bereits erreicht haben, die Täter aber mit Zwang, Drohungen oder unter Vorspiegelung einer falschen Identität als Gleichaltrige agieren.

Um die Verbreitung von illegalem Material im Netz effektiv einzudämmen, verpflichtet die Richtlinie die Mitgliedstaaten dazu, auf ihrem Staatsgebiet gehostete Missbrauchsinhalte unverzüglich zu löschen oder den Zugang für Internetnutzer konsequent zu sperren. Neben den rein digitalen Delikten bringt die Reform erhebliche Verschärfungen bei den Höchststrafen und den Verjährungsfristen mit sich.

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Für die gravierendsten Straftaten wie schweren sexuellen Missbrauch wird die Verjährungsfrist auf bis zu 32 Jahre nach Erreichen der Volljährigkeit des Opfers angehoben. Damit trägt die EU der Erkenntnis Rechnung, dass Betroffene oft Jahrzehnte benötigen, um das Erlebte zu verarbeiten und Anzeige zu erstatten. Ferner stärkt das Gesetz die Rechte der Überlebenden durch den garantierten Zugang zu kostenloser medizinischer Versorgung, psychologischer Hilfe und Rechtsbeistand.

Für Berufsgruppen, die in engem Kontakt mit Kindern stehen, wird eine strenge Meldepflicht bei konkretem Verdacht eingeführt. Bevor die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen das Parlament und der Rat den ausgehandelten Text noch formal absegnen. Nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt haben die Mitgliedsländer drei Jahre Zeit, die Vorgaben in nationales Strafrecht umzusetzen.


(kbe)



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Gardena Smart System im Test: Garten automatisch mähen und bewässern


Was macht man eigentlich als fleißigen Gärtner, wenn man in den Urlaub fährt? Wer hält das Gras kurz und die liebevoll gezogenen Gemüsepflanzen lebendig? Smart Gardening will die Antwort auf diese Fragen sein: mit app- und sensorgesteuerten Rasenmäher-Robotern und mit schlauen Bewässerungssystemen. Wir wollten wissen, ob die ihre Arbeit ebenso gut oder sogar besser erledigen, als die Nachbarn. Stellvertretend haben wir für diesen Test das einsteigerfreundliche Smart System von Gardena ausgewählt.

Hier spielen verschiedene Komponenten zusammen: In unserem Fall waren das es Mäher, Bodensensor und Bewässerung. Während des etwa achtwöchigen Tests musste der Roboter eine abgesteckte, knapp 300 Quadratmeter große Rasenfläche kurzhalten und das Bewässerungssystem sollte sich um die Gemüsepflanzen im Hochbeet sowie um ein paar Tomatenpflanzen in Kübeln kümmern.


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Für die einen ist Gartenarbeit Erholung, für die anderen einfach nur anstrengend. Wir erklären, wie Sie Ihren Garten smarter machen und worauf Sie bei Mährobotern, Vernetzung und automatischer Bewässerung achten sollten.

Grundsätzlich klappte das alles prima. Doch ein Selbstläufer ist das System nicht. Damit es funktioniert, muss man einige Voraussetzungen erfüllen – vordergründig in Hinblick auf den Rasenmäher-Roboter.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Gardena Smart System im Test: Garten automatisch mähen und bewässern“.
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Canyon V2X-Technik: E-Bikes kommunizieren mit Autos und Infrastruktur


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Der Koblenzer Fahrradhersteller Canyon will die aus der Automobilbranche bekannte Vehicle-to-Everything-Kommunikation (V2X) auf Fahrräder bringen. Auf der Eurobike 2026 in Frankfurt präsentiert das Unternehmen mit dem Roadlite:ON V2X ein Konzept-E-Bike, das direkt mit Autos und vernetzter Verkehrsinfrastruktur kommunizieren kann. Technisch bemerkenswert ist dabei vor allem der Versuch, etablierte Car2X-Standards der Automobilindustrie in ein seriennahes Fahrradsystem zu integrieren.

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V2X steht für Kommunikation zwischen Fahrzeugen und was-auch-immer, also beispielsweise von Fahrzeugen unter einander, zwischen Fahrzeugen und Straßeninfrastruktur, zwischen Fahrzeugen und Fußgängern oder Radfahrern, etc. Die EU-Kommission bevorzugt den Begriff Cooperative Intelligent Transport Systems (C-ITS). Während moderne Fahrzeuge zunehmend Daten über Position, Geschwindigkeit oder Gefahrenlagen austauschen, bleiben Fahrräder dabei bislang außen vor. Canyon sieht darin eine Lücke im Sicherheitskonzept zukünftiger Verkehrssysteme und hat gemeinsam mit Partnern aus der Automobilbranche einen Prototypen entwickelt.

Kernstück des Systems ist ein am Unterrohr montiertes V2X-Nano-Board des Unternehmens Nfiniity. Ergänzen ist im Steuerohr eine kombinierte V2X- und GPS-Antenne verbaut. Die Hardware sendet kontinuierlich Positions- und Bewegungsdaten des Fahrrads an andere Verkehrsteilnehmer sowie an kompatible Infrastruktur.

Laut Canyon wurde die Lösung mit Unterstützung der Volkswagen Group erprobt. Für die Entwicklung und Validierung kam unter anderem die Car2X-Testumgebung CANoe.Car2x von Vector zum Einsatz, die in der Automobilbranche zu Simulation und Analyse von V2X-Kommunikation verwendet wird. In Deutschland gehört Car2X beispielsweise beim Volkswagen ID.7 zur Serienausstattung und ist als Option für den Golf sowie weiteren elektrischen Modellen erhältlich.

Die Idee dahinter: Vernetzte Autos sollen Radfahrende auch dann erkennen können, wenn diese durch Gebäude, parkende Fahrzeuge oder andere Hindernisse verdeckt sind. Nähert sich beispielsweise ein Auto einer unübersichtlichen Kreuzung, kann das Fahrzeug bereits vor dem Sichtkontakt über die Anwesenheit des Fahrrads informiert werden.

Die Kommunikation funktioniert nicht nur in Richtung Auto. Erkennt das System ein potenziell kollisionsrelevantes Fahrzeug, erhält auch die Radfahrerin oder der Radfahrer eine Warnung. Die Warnung erfolgt laut Canyon über eine haptische Rückmeldung im Lenkergriff. Zusätzlich können visuelle Hinweise auf einem verbundenen Smartphone, einer Smartwatch oder einem Fahrradcomputer angezeigt werden.

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Schwarzes Kästchen an weißem Fahrradrahmen

Schwarzes Kästchen an weißem Fahrradrahmen

Konnektivitätsmodul im Rahmen

(Bild: Steffen Herget / heise medien)

Für den Einsatz im Fahrrad stellt insbesondere die Miniaturisierung der Komponenten eine Herausforderung dar. Im Gegensatz zu Autos stehen deutlich weniger Bauraum und Energiereserven zur Verfügung. Canyon zufolge mussten sowohl die Funktechnik als auch die Positionierungssysteme so kompakt ausgelegt werden, dass sie sich in einen Fahrradrahmen integrieren lassen.

Das Konzept geht über die Kommunikation zwischen Auto und Fahrrad hinaus. Das Roadlite:ON V2X soll auch mit vernetzter Verkehrsinfrastruktur kommunizieren können. Als Beispiel nennt Canyon Ampelanlagen, die Radfahrenden eine sogenannte grüne Welle ermöglichen sollen.

Derartige Infrastrukturprojekte werden bereits in mehreren europäischen Städten erprobt, unter anderem in Darmstadt in Deutschland, Spanien und den Niederlanden. Voraussetzung ist allerdings, dass die verwendeten Kommunikationsstandards zwischen Fahrzeugen, Fahrrädern und Infrastruktur interoperabel bleiben.

Als technische Basis dient ein Roadlite:ON-E-Bike mit Carbonrahmen, Riemenantrieb und dem neuen Bosch-Nabenmotor Hub Line. Der Bosch-Akku übernimmt dabei nicht nur die Versorgung des Antriebssystems, sondern speist auch die Kommunikationshardware. Nach Angaben von Canyon bleibt genügend Energiereserve für die V2X-Funktionen verfügbar, selbst wenn die Motorunterstützung aufgrund eines niedrigen Ladezustands bereits eingeschränkt wird.



Smarter Fahrradhelm mit Display

(Bild: Steffen Herget / heise medien)

Zusätzlich integriert das Konzept weitere Assistenzsysteme. Dazu gehören ein dynamisches Bremslicht sowie ein Radarsystem, das den Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern überwacht und Informationen über Fahrmanöver bereitstellen soll.

Die technische Grundlage für eine breitere Einführung existiert bereits. Nach Angaben von Canyon sind in Europa inzwischen mehrere Millionen V2X-fähige Fahrzeuge unterwegs, in Deutschland sollen es alleine mehr als zwei Millionen VW-Fahrzeuge sein. Allerdings entfaltet die Technik ihren Nutzen abhängig von der Zahl teilnehmender Verkehrsteilnehmer.

Genau darin liegt derzeit die größte Herausforderung. Solange nur wenige Fahrräder und Autos entsprechende Funktechnik besitzen, haben Hersteller kaum Anreiz, spezielle Schutzfunktionen für Radfahrende zu priorisieren. Canyon versteht das Roadlite:ON V2X daher ausdrücklich als Technikdemonstrator und als Einladung an weitere Fahrradhersteller, kompatible Systeme zu entwickeln.

Ob und wann die V2X-Technik den Weg in Serienfahrräder findet, ließ das Unternehmen offen. Denkbar ist ein Markteinstieg im kommenden Jahr, denn im Prinzip ist das System serienreif, wie Canyon im Gespräch mit heise auf der Eurobike betont hat. Die präsentierte Hardware basiert auf seriennahen Komponenten und soll zeigen, dass eine Integration der Technik in Alltagsfahrräder technisch möglich ist.


Weißes Fahrrad mit Sportlenker von schräg vorne, dahinter sitzt auf einer Büste ein weißer Helm

Weißes Fahrrad mit Sportlenker von schräg vorne, dahinter sitzt auf einer Büste ein weißer Helm

Canyon Predict

(Bild: Steffen Herget / heise medien)

Mit dem Predict-Bike, einem weiteren Konzept, verfolgt Canyon einen anderen Ansatz als beim Roadlite:ON V2X. Predict kombiniert Kameras, Radar, Bewegungssensoren und eine lokal arbeitende, selbst entwickelte KI, die kontinuierlich die Umgebung des Fahrrads analysiert. Die Software soll potenzielle Gefahren frühzeitig erkennen, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer bewerten und Warnungen über ein integriertes Display, haptische Signale am Lenker oder einen vernetzten Smart-Helm ausgeben. Anders als klassische Assistenzsysteme beschränkt sich Predict nicht auf die Erkennung einzelner Objekte, sondern soll aus den Sensordaten ein umfassendes Situationsmodell erzeugen und Risiken vorhersagen. Dazu können auch etwa Neigung des Rades und Lenkeinschlag zählen, um zu bewerten, wohin man das Rad derzeit steuert.

Das System im Roadlite:ON V2X setzt dagegen mit der Fahrzeug-zu-X-Kommunikation nicht auf Vorhersagen, sondern Erkennung der aktuellen Situation im Verkehr. Mittels Funk lassen sich auch Gefahren erkennen, die von den bordeigenen Sensoren nicht erfasst werden können, etwa Fahrzeuge hinter Gebäuden, an verdeckten Einmündungen oder außerhalb der Sichtlinie von Kamera und Radar.


Detailaufnahme der Sensoreinheit am vorderen Ende des Rahmens, Aufschrift "Cognitive Core Road Safety Assistant"

Detailaufnahme der Sensoreinheit am vorderen Ende des Rahmens, Aufschrift "Cognitive Core Road Safety Assistant"

Radar- und Kameraeinheit des Canyon Predict

(Bild: Steffen Herget / heise medien)

Nach Angaben von Canyon sind beide Systeme nicht als konkurrierende Lösungen gedacht, sondern können als Ganzes oder in Teilen in einem einzigen Fahrrad zusammengeführt werden. Auch der vernetzte Helm mit kleinem Display und motorisiertem Visier samt Reinigungsfunktion kann separat verwendet werden. Ein Fahrrad, das Predict und V2X kombiniert, könnte sowohl sehen, was um es herum passiert, als auch erfahren, was hinter der nächsten Häuserecke oder an der kommenden Kreuzung geschieht. Die Kombination aus Edge-KI und V2X-Kommunikation gilt bei Canyon daher als langfristige Vision für eine neue Generation vernetzter Fahrrad-Sicherheitsassistenten.

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(sht)



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