Künstliche Intelligenz
Terminbuchungssoftware: OpenReception-Entwickler sehen „Ende der Passwort-Ära“
Mit OpenReception ist Anfang Mai eine quelloffene Terminverwaltungssoftware für Arztpraxen in Version 1.0 erschienen. Das Projekt versteht sich als datenschutzfreundliche Alternative zu kommerziellen Plattformen wie Doctolib und setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, offene Schnittstellen und digitale Souveränität. Im Digital-Health-Podcast spricht heise online mit den Entwicklern Hendrik Belitz und Ludwig Weise über die Entstehung des Projekts, Sicherheitskonzepte und die Herausforderungen digitaler Terminplanung im Gesundheitswesen.
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Die Entwickler kritisieren primär, dass sensible Gesundheitsdaten bei bestehenden Plattformen häufig bei Dritten landen. „Da trage ich schon eine ganze Menge medizinisch relevanter Daten ein“, sagt Weise im Podcast. Informationen darüber, welche Fachärzte Patienten aufsuchen oder welche Beschwerden sie haben, gehörten aus Sicht des Teams nicht in kommerzielle Datenbanken.

Im Digital-Health-Podcast erklärt heise-online-Redakteurin Marie-Claire Koch gemeinsam mit Kolleginnen die Digitalisierung im Gesundheitswesen verständlich. Neben einer redaktionellen Einordnung gibt es regelmäßig Expertengespräche zu elektronischer Patientenakte, Telemedizin, KI, Gesetzgebung und den Auswirkungen für Praxen, Kliniken und Patientinnen.
Open Source, Post Quantum und mehr
Technisch setzt OpenReception auf moderne Sicherheitsverfahren. Neben Post-Quantum-Kryptografie setzen die Entwickler auch auf Shamir’s Secret Sharing. Dabei werden kryptografische Schlüssel in mehrere Teile aufgeteilt. Ziel ist es, verschlüsselte Kommunikationskanäle zwischen Patienten und Praxen zu schaffen, auf die ausschließlich die jeweils beteiligten Parteien zugreifen können.
OpenReception verzichtet zudem bewusst auf klassische Passwörter, „weil wir sie als unsicher betrachten. […] Deswegen setzen wir ganz klar auf Passkeys und sind der Ansicht, dass wir eigentlich am Ende der Passwort-Ära sind“, so Weise.
Belitz erläutert im Podcast, weshalb offene Software aus ihrer Sicht langfristig sicherer ist als proprietäre Lösungen. „Früher war geschlossener Quellcode vielleicht noch ein Sicherheitsfeature“, so Belitz. „Heute ist das keine Sicherheit mehr, sondern vor allem Intransparenz.“ Entscheidend sei, dass die Software gepflegt, überprüft und offen weiterentwickelt werde.
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Gleichzeitig warnen beide Entwickler vor einem unkritischen Einsatz generativer KI im Gesundheitsbereich. KI könne zwar bei der Ressourcenplanung oder den organisatorischen Prozessen helfen, dürfe aber das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Praxen nicht gefährden.
Fokus zunächst auf Arztpraxen
OpenReception richtet sich zunächst an Arztpraxen und medizinische Einrichtungen. Die Entwickler sehen allerdings auch Potenzial in anderen Bereichen mit sensiblen Daten, etwa bei Anwälten oder in der öffentlichen Verwaltung. Im Podcast sprechen sie außerdem über Community-Beteiligung, Open-Source-Finanzierung, Sicherheitsmeldungen aus der Community und darüber, warum sie KI-generierten „AI-Slop“ in Pull-Requests vermeiden möchten.
(mack)
Künstliche Intelligenz
Aktuelle Hitzewelle die schlimmste in Westeuropa seit Beginn der Aufzeichnungen
Die aktuelle Hitzewelle über Westeuropa ist die schlimmste, die hier jemals aufgezeichnet wurde. Die Temperaturen liegen 5 bis 12 Grad Celsius über den saisonalen Durchschnittswerten. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Initiative World Weather Attribution, in der Klimaforschende binnen kurzer Zeit Attributionsstudien zu Extremwetterereignissen erstellen. In der aktuellen Studie heißt es, dass Hitzewellen in Europa für mehr Todesfälle sorgen als alle anderen Naturgefahren zusammen. Bei der sogenannten Feuchtkugel-Globaltemperatur („Wet Bulb Global Temperature“) zur Quantifizierung des Hitzestresses dürften in weiten Teilen Europas die bisherigen Rekorde gebrochen werden. Als 1976 viele bisherige Rekorde aufgestellt wurden, wären solche Temperaturen in einem Juni „praktisch unmöglich“ gewesen.
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An der Grenze der Belastbarkeit der Gesellschaft
In der Studie heißt es weiter, dass sich der Juni infolge des Klimawandels in weiten Teilen Westeuropas schneller erwärmt als jeder andere Monat. Zudem würden die Tageshöchsttemperaturen hier etwa dreimal so schnell ansteigen wie die Rate der Klimaerwärmung, die Temperaturen in der Nacht immer noch doppelt so schnell. Viele Hauptstädte in der Region würden nicht nur die heißeste Dreitagesperiode in einem Juni, sondern überhaupt seit 1950 erleben. Wegen des Klimawandels seien diese Temperaturen aber zugleich nicht mehr ungewöhnlich. Eine vergleichbare Hitzewelle wäre demnach im Juni 1976 um 3,5 Grad Celsius und im Juni 2003 immer noch um 2 Grad kühler ausgefallen.
Der Sommer zeige, dass die extreme Hitze bei einer globalen Erwärmung um 1,4 Grad Celsius „bereits an die Grenzen dessen vorstoße, was unsere Gesellschaften bewältigen können“, bilanziert das Forschungsteam: „Viele Wohnhäuser, Schulen, Verkehrssysteme und Energieinfrastrukturen wurden nicht für anhaltende Extremhitze ausgelegt“, weshalb dringend Anpassungen, Gebäudesanierungen, passive Kühlmaßnahmen und eine hitzebeständige Stadtplanung vonnöten seien. Zudem sei ein rascher Ausstieg aus fossilen Energiequellen nötig, um noch höhere Temperaturen und die damit verbundenen Konsequenzen für die Zukunft auszuschließen.
Die Studie wurde jetzt zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, an dem die Hitzewelle ihren Höhepunkt in Deutschland erreichen soll. Vorher hat sie tagelang hauptsächlich Frankreich, Spanien und Großbritannien getroffen, wo nicht nur zahlreiche Hitzerekorde gefallen sind. Jetzt wird erwartet, dass an einigen Orten in Deutschland die 40 Grad Celsius überschritten werden – und zwar an mehreren Tagen hintereinander. Die bisher höchste gemessene Temperatur an einem Juni-Tag liegt bei 39,6 Grad und wurde am 30. Juni 2019 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) registriert. Schon vor wenigen Tagen hat eine andere Forschungsgruppe ebenfalls ermittelt, dass die Hitzewelle wegen des Klimawandels um bis zu 4 Grad Celsius wärmer ausfällt als ohne die menschengemachte Klimaerwärmung.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Kritische Systemdatenlücke bedroht Netzwerkbetriebssystem Arista EOS
Wenn Admins in Cloud-Infrastrukturen oder Rechenzentren Router und Switches mit Arista EOS nutzen, können Angreifer an mehreren Schwachstellen ansetzen. Stimmen die Voraussetzungen, sind Systeme kompromittierbar. Bislang gibt es keine Hinweise auf bereits laufende Attacken.
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Mehrere Gefahren
In einer Warnmeldung finden sich unter anderem Informationen zu einer „kritischen“ Lücke (CVE-2026-11705). Daran können Angreifer aber nur ansetzen, wenn im Kontext von Streaming Telemetry Agent die TerminAttrRW-Option aktiv ist. Den Entwicklern zufolge ist das aber keine Standardeinstellung, sodass Geräte nicht per se angreifbar sind.
Ist die Voraussetzung erfüllt, können Angreifer durch das Versenden von präparierten Paketen Fehler auslösen und danach Systemdaten modifizieren. Aufgrund der kritischen Einstufung ist davon auszugehen, dass Geräte danach als kompromittiert gelten.
Bislang ist dagegen nur die EOS-Version 4.36.1F erschienen. Für ältere Ausgaben sind bislang nur Fixes verfügbar, die Arista in der Warnmeldung auflistet. Weitere Sicherheitspatches sollen folgen. Um Netzwerke vor solchen Attacken zu schützen, können Admins den Streaming-Telemetry-Agenten (TerminAttr) deaktivieren.
Durch das erfolgreiche Ausnutzen weiterer Lücken werden etwa manipulierte Zertifikate akzeptiert (CVE-2026-52896 „hoch“) oder Angreifer können Zugangsdaten einsehen (CVE-202652895 „mittel“).
In einer weiteren Warnmeldung führen die Entwickler noch eine Lücke (CVE-2026-12546 „mittel“) auf. Darüber ist die Authentifizierung umgehbar. In den verlinkten Warnmeldungen finden Admins weiterführende Hinweise zu den Schwachstellen und konkret bedrohten EOS-Versionen.
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(des)
Künstliche Intelligenz
c’t-Webinar: Vom Prompt-Schreiber zum Art Director
Wer mit KI-Bildgeneratoren arbeitet, kennt das Problem: Der erste Entwurf passt zur Vorstellung, der nächste weicht trotz ähnlichem Prompt deutlich ab. Sobald Figuren, Bildstile oder ganze Kampagnen über mehrere Motive hinweg gleich bleiben sollen, stoßen reine Texteingaben schnell an ihre Grenzen.
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Das Webinar „Nano Banana Hacks – vom Prompt-Schreiber zum Art Director“ zeigt, wie sich KI-Bildgeneratoren über Referenzbilder gezielt steuern lassen. Sie erfahren, wie Sie Nano Banana zusammen mit Flora AI einsetzen, um Stil, Licht, Komposition und Charaktere klar zu definieren. Statt auf Zufallstreffer zu hoffen, entwickeln Sie künftig Bildwelten, die sich reproduzieren und weiterentwickeln lassen.
Vom Prompt zum iterativen Workflow
Dozent Adrian Rohnfelder vermittelt im Webinar die Grundlagen moderner Bildmodelle und erklärt, weshalb reine Texteingaben bei komplexen Anforderungen scheitern. Darüber hinaus beleuchtet er rechtliche Aspekte des KI-Einsatzes und zeigt, wie sich die Rolle kreativer Anwender verändert: weg vom Formulieren perfekter Prompts, hin zur visuellen Steuerung von Ergebnissen. Anschließend lernen Sie die Arbeitsweise von Flora AI kennen.
Rohnfelder führt durch die verschiedenen Bausteine für Text, Bild und Video und zeigt Werkzeuge wie Inpainting, Outpainting und Edit Layers. Dabei demonstriert er, wie sich Nano Banana nahtlos in strukturierte Produktionsabläufe mit wiederverwendbaren Assets integrieren lässt. Zusätzlich zu Flora AI und Nano Banana stellt der Dozent auch ChatGPT Images 2.0 vor und erläutert, welche Stärken die jeweiligen Systeme in unterschiedlichen Phasen kreativer Projekte ausspielen.
Zielgruppe und Anmeldung
Das Webinar richtet sich an Digital-Professionals, Marketer und Content Creator, die bereits mit KI-Bildtools arbeiten und ihre Ergebnisse verlässlicher gestalten möchten. Auch Social-Media-Manager, Kreativteams und Agenturen, die ihre KI-Bildproduktion systematisieren und in den professionellen Einsatz überführen wollen, profitieren vom Webinar.
Ein Grundverständnis generativer KI hilft. Tiefes technisches Vorwissen ist nicht nötig. Das Webinar ist praxisorientiert aufgebaut und auch für Einsteiger in das referenzbasierte Prompting geeignet.
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Während der Veranstaltung können Sie über einen Online-Chat Fragen stellen. Zur Teilnahme genügt ein aktueller Webbrowser. Im Nachgang erhalten Sie Zugriff auf die Aufzeichnung und können das Gezeigte in Ihrem eigenen Tempo nachvollziehen. Alle Informationen zur Veranstaltung sowie Details zur Anmeldung finden Sie auf der Website zum Webinar.
- Termin: 28. Juli 2026
- Uhrzeit: 14:00 bis 17:00 Uhr
- Preis: 129,00 Euro (Frühbucherpreis bis zum 30. Juni, danach 149,00 Euro)
(abr)
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