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Warum Bielefeld Deutschlands heimliche Startup-Hauptstadt ist


Vier bis acht Wochen dauert eine Gründung in Deutschland normalerweise – eine Stadt in NRW will das auf 24 Stunden drücken. Wie der „Bielefelder Shortcut“ Bürokratie aushebeln will.

Warum Bielefeld Deutschlands heimliche Startup-Hauptstadt ist

Während ganz Deutschland noch auf die 24-Stunden-Gründung wartet, hat Bielefeld sie schon erfunden. Fünf Partner aus der Stadt haben sich zusammengetan.
Hanna Drabon, Founders Foundation, Getty Images; Collage: Gründerszene

Ob München, Berlin oder auch Hamburg – was andere deutsche Startup-Metropolen noch nicht geschafft haben, will diese Stadt in Nordrhein-Westfalen möglich machen: Eine unkomplizierte Gründung eines Unternehmens in nur 24 Stunden und das ganz ohne Bürokratiechaos – ohne zahlreiche Formulare und lange Wartezeiten auf Rückmeldung.

Bereits seit Jahrzehnten verfolgt die Bundesrepublik das Ziel, Unternehmensgründungen zu erleichtern. Die Vision der 24-Stunden-Gründung taucht bereits in Koalitionsverträgen im Jahr 2021 und 2025 auf. Bundesweit umgesetzt wurde diese Vision bislang nicht, noch dauert die Gründung beispielsweise einer GmbH im Durchschnitt mindestens vier bis zu acht Wochen.

In Bielefeld wird die 24-Stunden-Gründung Realität

In Bielefeld will man nicht abwarten, bis sich etwas auf Bundesebene ändert. Partner des Bielefelder Startup-Ökosystems haben sich zusammengetan und den sogenannten Bielefelder Shortcut ins Leben gerufen.

Wir wollen jetzt eine Lösung.

Dieses Modell sei deutschlandweit einzigartig, heißt es in einer Mitteilung der Initiatoren. Innerhalb eines Tages sollen Gründerinnen und Gründer mit ihrem Startup operativ handlungsfähig sein. „Wir wollen jetzt eine Lösung und wir wollen eine praxisnahe Lösung“, sagt Hanna Drabon, Projektleiterin des Bielefelder Startup Pakets, gegenüber Gründerszene.

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Wie funktioniert dieser Bielefelder Shortcut?

Der Bielefelder Shortcut soll demnach den Gründungsprozess vereinfachen, indem mehrere Schritte der Unternehmensgründung in einem einzigen Prozess gebündelt werden. Er umfasst neben ausschließlich digitalen Prozessen einen einzigen Notartermin.

Gründerinnen und Gründer erhalten also innerhalb eines Arbeitstages eine einsatzbereite Unternehmensstruktur. Dazu gehören:

  1. eine operative Gesellschaft (UG oder GmbH)
  2. ein Geschäftskonto
  3. Haftungsschutz über eine geförderte Vorratsgesellschaft

In dem Bielefelder Modell sind so Steuernummer und Konto bereits ab Tag eins verfügbar. Außerdem wird eine Holdingstruktur eingerichtet sowie grundlegende Gesellschaftsverträge für Investments vorbereitet.

Startups im Shortcut werden im Anschluss mit einem Mietkostenzuschuss von bis zu 64.000 Euro auf die nächsten vier Jahre unterstützt und erhalten so eine langfristige Perspektive am Standort, versprechen die Initiatoren. So sparen Gründerinnen und Gründer Zeit und ebenso Gründungskosten. Das Bielefelder Shortcut-Modell soll voraussichtlich im Juli 2026 starten können, sagt Projektleiterin Hanna Drabon.

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Städtisches Startup-Ökosystem arbeitet Hand in Hand

Damit dieses Modell funktioniert, arbeiten fünf Akteure des städtischen Startup-Ökosystems zusammen: Die Volksbank in Ostwestfalen stellt die operative Gesellschaft, bezuschusst diese und eröffnet das kostenlose Geschäftskonto. Die Founders Foundation, ein gemeinnütziger Startup-Inkubator, unterstützt wiederum die Startups in den standardisierte Abläufen.

Ein guter Gründer will möglichst wenig Zeit für administrative und bürokratische Prozesse verwenden.

Wie aufwendig so ein Gründungsprozess ist, erlebt Dominik Gross, Mitgründer und CEO der Founders Foundation, regelmäßig. Über 180 Startups hat Gross in Bielefeld mit seinem Team von der ersten Idee über den Gründungs-Prozess begleitet und die Entwicklung des Modells aus diesem Know-how unterstützt.

„Ein guter Gründer will möglichst wenig Zeit für administrative und bürokratische Prozesse verwenden und möglichst viel Zeit dafür, ein gutes Produkt aufzubauen, Kunden zu finden und vielleicht auch Investoren zu finden“, betont er im Gespräch mit Gründerszene. Wenn das in Bielefeld schneller funktioniere als an anderen Standorten, wird der Standort attraktiv. Eine Win-win-Situation für beide Seiten also. „Weniger Bürokratie, einfache und schnelle Abläufe sowie echte Wertschätzung für unternehmerisches Engagement bringen einen Standort voran“, betont auch Oberbürgermeisterin Christiana Bauer.

Der Teuto Seed Club, eine Gemeinschaft von erfahrenen Business Angels, wirkt bei der Konzeption des Prozesses ebenfalls mit. Das Bielefelder Startup Paket der WEGE mbH fördert Kauf- und Mietkosten und die Agentur The Trailblazers unterstützt die Startups bei der Kommunikation und Sichtbarkeit.

Auf der diesjährigen Hinterland of Things-Konferenz wurde der Bielefelder Shortcut erstmals von den beteiligten Akteuren vorgestellt.

Auf der diesjährigen Hinterland of Things-Konferenz wurde der Bielefelder Shortcut erstmals von den beteiligten Akteuren vorgestellt.

Gründer, Manager und VCs fordern bundesweit Reformen

Zuletzt hatten sich mehr als 100 Gründer, VCs und Manager deutscher Tech-Unternehmen mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz gewandt. Ihre Botschaft: Deutschland verliere im internationalen Wettbewerb zunehmend an Boden und es brauche dringend Reformen, um wieder attraktiver für Gründer, Investoren und Talente zu werden. Darunter zählt auch: weniger Bürokratie, schnelleres Gründen. Das Bielefelder Modell setzt ein Zeichen, das genau das schon jetzt möglich ist.

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SAP investiert in Palantir-Mafia-Startup – Business Insider


Jede Änderung in großen Konzernen kann Wochen dauern. Conduct will das mit KI lösen, überzeugt damit SAP und bekommt 60 Millionen.

SAP investiert in Palantir-Mafia-Startup – Business Insider

Philipp Höfer, Henry Thompson und Jan Philipp Haas (von l. nach r.) sind das Gründerteam von Conduct.
Andrew Urwin

Drei ehemalige Palantir-Mitarbeiter wollen eines der größten Probleme von Unternehmen lösen: Software, die so komplex geworden ist, dass jede Veränderung ewig dauert. Mit ihrem Startup Conduct haben sie nun 60 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Die Series-A-Finanzierungsrunde wird von Index Ventures und Iconiq angeführt. Auch der deutsche Softwarekonzern SAP beteiligt sich an der Runde. Weitere Investoren sind unter anderem Creandum, Lucid Capital und Booom.

SAP investiert nicht nur Geld

Für SAP geht es dabei um mehr als ein Finanzinvestment: Der Konzern aus Walldorf geht zugleich eine strategische Partnerschaft mit Conduct ein. Zur Erinnerung: SAP stellt Programme her, mit denen man Geschäftsprozesse erfassen kann. Gerade bei Konzernen mit jahrzehntelang gewachsenen Softwarelandschaften können selbst kleinere Anpassungen lange dauern, weil Prozesse und Programme eng miteinander verknüpft sind. Jetzt kommen die drei Gründer ins Spiel.

SAP ist eines der wertvollsten Unternehmen Europas.

SAP ist eines der wertvollsten Unternehmen Europas.
picture alliance / imageBROKER | Arnulf Hettrich

Conduct verspricht, diesen Aufwand mithilfe von KI drastisch zu reduzieren. Entscheidungen aus dem Business sollen schneller in technische Änderungen übersetzt werden können, ohne dass sich Entwickler wochenlang durch komplexe Systeme wie SAP oder Salesforce arbeiten müssen.

Was lernt man so bei Palantir?

Hinter Conduct stehen die Deutschen Jan Philipp „JP“ Haas und Philipp Höfer sowie der Brite Henry Thompson. Alle drei arbeiteten zuvor bei einem der geheimnisvollsten Software-Unternehmen unserer Zeit: Palantir mit dem CEO Alex Karp. Gehören also zu Palantir-Mafia, wie man das so nennt.

Palantir-Chef Alex Karp.

Palantir-Chef Alex Karp.
picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Haas war dort Manager für die DACH-Region, Höfer für die KI-Plattform-Strategie und Thompson in einer technischeren Rolle für den japanischen Markt.

Bei Palantir hätten die Gründer aus nächster Nähe erlebt, wie schwierig es für große Organisationen sei, komplexe Software zu verändern, sagt Haas im Gespräch mit Gründerszene. Ein wichtiges Learning von dort: „Das Chaos der Welt anzuerkennen“, sagt Haas. „Unternehmen sind inhärent komplex. Wir bringen Übersicht und Kontrolle in dieses Chaos.“

Mitarbeiterzahl soll verdreifacht werden

Es gehe nicht darum, die alte Software „rauszureißen und durch KI zu ersetzen. Wir nutzen KI um den Unterhalt und die Komplexität zu minimieren.“ Entscheidend sei dabei auch die Nähe zum Kunden. Zwar werde nicht für jeden von ihnen ein angepasstes Produkt gebaut wie bei Palantir. Aber: „Der große Durchbruch waren Partnerschaften mit BCG oder NTT Data.“ Weitere Kooperationen stünden in Kürze an.

Mit dem frischen Kapital soll das Team innerhalb der kommenden sechs Monate von derzeit 35 auf mehr als 100 Mitarbeiter fast verdreifachen. Derzeit werden etwa Leute für die Personalabteilung gesucht. Auch Produktdesigner und Rollen im Business Development sind ausgeschrieben (Vollzeit, vor Ort). Neben dem Hauptsitz in London eröffnet Conduct außerdem einen Standort in New York.





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Andreas Herb wird neuer Juror bei „Die Höhle der Löwen“


Aus Versehen kam heraus, dass es zwei neue Investoren für die Castingshow geben soll. Dagmar Wöhrl hatte sie in einer Insta-Story gezeigt.

Andreas Herb wird neuer Juror bei „Die Höhle der Löwen“

Andreas W. Herb, MBG

Neue Löwen im Anmarsch: Das Gründer-Castingformat „Die Höhle der Löwen“ auf Vox bekommt zwei neue Juroren. Johannes Kliesch von der Sockenfirma Snocks und Getränkemacher Andreas Herb werden ab Herbst dabei sein.

Die News kamen dem Anschein nach aus Versehen raus. Die bisher schon involvierte Investorin Dagmar Wöhrl zeigte die beiden Neuen in einer Insta-Story. Die wurde schnell gelöscht, aber die Bild hatte bereits berichtet.

Auf die Bühne. Johannes Kliesch, Geschäftsführer der Unterwäschemarke Snocks.

Auf die Bühne. Johannes Kliesch, Geschäftsführer der Unterwäschemarke Snocks.
picture alliance/dpa | Christian Charisius

Mittlerweile bestätigte auch der Sender Vox, dass Kliesch und Herb dabei sein werden. Die kommende Staffel des Formats, kurz DHDL genannt, wird bereits die zwanzigste sein. Sie kommt im Herbst ins Fernsehen.

Andreas Herb ist im Getränkegeschäft und hat mit seiner Gruppe etwa Scavi & Ray und Salitos auf den Markt gebracht. Johannes Kliesch hat die Sockenmarke Snocks gegründet.

Hoppla. Dagmar Wöhrl hat die Infos geleakt.

Hoppla. Dagmar Wöhrl hat die Infos geleakt.
picture alliance/dpa | Christian Charisius

Bisherige Investoren sind zum Beispiel Janna Ensthaler, Judith Williams, Carsten Maschmeyer und Frank Thelen.





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Kai Wegner will Defense-Tech: Tegel kann das neue Adlershof werden


Im Podcast Royal GS machte Kai Wegner deutlich, dass er in Verteidigungstechnologie großes Potenzial für die Hauptstadt sieht.

Kai Wegner will Defense-Tech: Tegel kann das neue Adlershof werden

Kai Wegner setzt auf Defense-Tech als neue Zukunftsbranche für die Hauptstadt.
picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH

Lange war Berlin vor allem für E-Commerce-, Fintech- und Software-Startups bekannt. Jetzt rückt jedoch eine andere Branche immer stärker in den Mittelpunkt: Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie.

Wegner hat große Pläne für Tegel

Im Podcast Royal GS machte Kai Wegner deutlich, dass er in diesem Bereich großes Potenzial für die Hauptstadt sieht. Sein Ziel ist es, den ehemaligen Flughafen Tegel zu einem führenden Standort für Defense-Tech-Unternehmen zu machen. Er sagt: „Sowas kann ich in Tegel auch hinkriegen, wenn ich da ein neues Cluster bilde in dem Bereich.“

Hier könnt ihr den Podcast hören: Spotify und Apple Podcasts

Der Vorstoß kommt zu einem spannenden Zeitpunkt. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine fließen europaweit Milliarden in neue Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien. Startups arbeiten an Drohnen, KI-Systemen, Sensorik und Cyberabwehr-Lösungen.

Auch Investoren, die das Thema früher oft gemieden haben, entdecken den Bereich zunehmend für sich.

Warum Tegel für Wegner ideal ist

Aus Sicht Wegners bringt Tegel beste Voraussetzungen mit. Das Gelände bietet große Entwicklungsflächen, eine enge Anbindung an Wissenschaft und Forschung sowie genügend Platz für neue Unternehmen.

Damit könnte Tegel künftig eine ähnliche Rolle einnehmen wie Adlershof, das sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Wissenschafts- und Technologiestandorte Europas entwickelt hat: „Wir haben Tegel als einen richtig guten Ort dafür, mit der Hochschule, die dort jetzt endlich an den Start gehen wird, weil wir die Mittel im Haushalt bereitgestellt haben. Dort kann sich etwas entwickeln wie in Adlershof. Adlershof zeigt doch großartig, was daraus entstehen kann.“

Ein strategischer Vorteil für Berlin

Für die Hauptstadt könnte das ein wichtiger Schritt sein. Berlin würde damit nicht nur seine Position als Startup-Metropole stärken, sondern auch von einem Markt profitieren, der in den kommenden Jahren weiter stark wachsen dürfte.

Während andere Städte um KI- oder Biotech-Unternehmen werben, könnte Berlin mit Defense-Tech seinen eigenen Schwerpunkt setzen. Tegel könnte dabei zum Aushängeschild dieser Entwicklung werden und eine zentrale Rolle für die nächste Generation von Technologie-Startups spielen.





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