Künstliche Intelligenz
Alexa+ startet in Deutschland in den öffentlichen Vorabtest
Nach der im Februar abgeschlossenen Pilotphase in den USA schaltet Amazon heute den kostenlosen Test-Zugang für Alexa+ in Deutschland frei. Die neue Variante der Sprachassistenz basiert auf generativer Künstlicher Intelligenz und soll eine Alternative zu KI-Chatbots wie ChatGPT, Google Gemini und Perplexity darstellen.
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Der Zugriff auf Alexa+ setzt eines der Smart Displays Echo Show 8 und 11 oder einen Speaker vom Typ Echo Studio 2 oder Echo Dot Max voraus. Wer ab dem 7. Mai Exemplare bei Amazon bestellt, erhält sie ab Werk mit aktivierbarer Alexa+ ausgeliefert. Bei Bestandsgeräten der genannten Modelle kann man sich unter amazon.de/neuealexa für eine Einladung zur neuen Sprachassistenz anmelden. Einmal auf den genannten Geräten aktiviert, ist Alexa+ auch auf vielen weiteren Amazon-Geräten vom Typ Echo oder Fire TV verfügbar. Nur initiieren lässt sich der Wechsel dort nicht. Auf jeden Fall außen vor bleiben einige wenige Amazon-Geräte, die vor 2019 erschienen.
Erst gratis, später 23 Euro oder ein Prime-Abo
Während des Early Access lässt sich Alexa+ kostenlos nutzen. Ein Ablaufdatum für diese Testphase steht laut Amazon bisher nicht fest. Ist sie irgendwann beendet, kostet der Einsatz der neuen Sprach-KI monatlich rund 23 Euro, wenn man kein Prime-Abo gebucht hat. Wer dagegen für Prime bezahlt (9 Euro im Monat oder 90 Euro im Jahr), erhält Alexa+ als Gratis-Zugabe. Eine Verteuerung des Prime-Tarifs ist nach jetzigem Stand nicht geplant.
Als Early Access etikettiert Amazon die Startphase sicherheitshalber für den Fall, dass die frisch eingedeutschte Alexa+ in hiesigen Haushalten noch fehlerhaft agiert. Genug Selbstbewusstsein für eine breite Veröffentlichung hat Amazon nach dem stillen Start von Alexa+ in Deutschland getankt. Seit April 2026 hat ein handverlesener Teil der deutschsprachigen Kundschaft Zugang auf Einladung erhalten. Jetzt soll er zwar auch in dosierten Wellen, aber in deutlich größerem Stil erfolgen, sagte ein Amazon-Sprecher.

Für den Wechsel von der Ur-Alexa zu Alexa+ benötigt man einen Echo Studio 2, Echo Dot Max, Echo Show 8 oder 11. (Bild: Berti Kolbow-Lehradt)
(Bild: Berti Kolbow-Lehradt)
Alexa+ plaudert, versteht Kontext, erinnert sich
Auf einem Medienevent in Berlin zeigte sich die eingedeutschte Alexa+ gesprächig, verständig und patzerfrei. Für einen Dialog mit ihr war nicht jedes Mal die Wiederholung des Aktivierungswortes „Alexa“ nötig. Sie verstand Kontext und nahm auch nach Themenwechseln einen früheren Faden wieder auf. Ihr plauderhafter Ton wirkte meist charmant, seltener unauthentisch gekünstelt.
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Amazon-Personal demonstrierte lokal angepasste Anwendungsfälle, die der Konzern in Grundzügen schon bei früheren Präsentationen von Alexa+ in den USA gezeigt hatte. Im natürlichen Dialog erstellte ein Amazon-Manager etwa komplexe Smart-Home-Routinen, ohne sich mit Wenn-Dann-Mechaniken in grafischen Oberflächen abmühen zu müssen. Im Zusammenspiel mit Überwachungskameras der Amazon-Marke Ring konnte Alexa+ zudem Aufnahmen analysieren und feststellen, wo zuletzt ein gelber Ball gesehen wurde und ob die blauen Mülltonnen an die Straße gestellt wurden.

„Hat jemand schon die blaue Mülltonne an die Straße gestellt?“, fragte Amazon-Manager David Kaiser Alexa+. Diese konsultierte Ring-Aufnahmen und lieferte den Bildbeweis auf einem Echo Show.
(Bild: Berti Kolbow-Lehradt)
In der Küche half Alexa+, einen Geburtstag zu planen, wobei die KI-Assistenz auf Basis von Wissen über Essensvorlieben und Geschenkeinteressen der Familie und des zu Beschenkenden sehr individuelle Tipps geben konnte. Dabei zeigten sich auch Ansätze ihrer agentischen Fähigkeiten, etwa, als sie via OpenTable freie Reservierungsmöglichkeiten bei infrage kommenden Restaurants in der Nachbarschaft abklopfte und nach Rücksprache die finale Tischbuchung vornahm sowie das Ergebnis im Familienkalender vermerkte.
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Alexa+ konnte einen Film anhand der bloßen mündlichen Beschreibung eines Werbeposters identifizieren, einen Song aus dem Soundtrack abspielen und diesen auf Wunsch auf andere Lautsprecher übertragen. Per Kamera im Echo Show musterte Alexa+ auf Nachfrage das Outfit einer Amazon-Managerin und beurteilte, ob es zum Ausgehen geeignet sei. Per optischer Diagnose soll die Sprachassistenz etwa auch Pflegetipps bei schlapp wirkenden Pflanzen geben können.
Außer per Echo-Show-Kamera funktioniert das zusätzlich per Smartphone. In der Alexa-App lassen sich künftig Bilder und andere Dokumente auf Amazons Server hochladen. Daraus kann Alexa+ Inhalte extrahieren. Außer zu sofortigen Ratschlägen ist sie dann in der Lage, etwa Stundenpläne und Familienrezepte zu analysieren, bei Bedarf Relevantes aus ihrem Gedächtnis zu kramen und in Tipps umzumünzen. Im Browser soll Alexa+ ebenfalls „bald“ aufrufbar sein. Ein genaues Startdatum gibt es nicht.
Die Dateien samt extrahierten Inhalten speichert Amazon bis auf Widerruf. Das Datenschutzportal solle aus Anlass des Starts von Alexa+ überarbeitet werden, hieß es.

Alexa+ ist bald auch im Browser erreichbar, beantwortet dort etwa Wissensfragen wie ein üblicher Chatbot, demonstrierte Amazon-Manager Sven Paukstadt.
(Bild: Berti Kolbow-Lehradt)
Erfolgte und geplante Deutsch-Nachhilfe für Alexa
Für den Deutschlandstart hat Amazon die neue Alexa außer mit der hiesigen Sprache mit Humor, Küche und kulturellen Besonderheiten gefüttert. Zum Start versteht sie sich etwa mit Technik und Inhalten von Bosch und Siemens Hausgeräte, ARD, Bild, Der Spiegel sowie 1000 lokalen Radiosendern von ARD Sounds, RTL Radio und Radio FFH. Ein Zusammenspiel mit Kinoheld, GMX und Web.de soll im Laufe des Jahres folgen.

Alexa+ blieb als Unterbau der BMW-Sprachassistenz unauffällig im Hintergrund, ermöglichte aber eine natürlich Bedienung der Komfortfunktionen des Autos wie auf einem Echo-Gerät.
(Bild: Berti Kolbow-Lehradt)
Ferner hält Alexa+ Einzug ins Bordsystem von BMW-Fahrzeugen. In Berlin zeigte Amazon, wie die Sprach-KI als Unterbau des BMW Intelligent Personal Assistant den Zugriff mit natürlicher Sprache auf Navigation und Komfortfunktionen des E-Autos BMW iX3 erleichtert. Es ließ sich eine Route mit mehreren Zwischenstationen anlegen und ändern. Zudem reichte es statt „Öffne die Seitenfenster“ bloß „Hey BMW, mir ist warm“ zu sagen. In dem seit Mitte April vom Band gefahrenen iX3 steckt Alexa+ schon drin, davor produzierte Fahrzeuge erhalten sie per Update ab Ende Mai.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
E-Ink-Notiztablets im Vergleich: Das richtige Gerät für Ihre Zwecke
E-Ink-Notiztablets sind längst mehr als digitale Schreibkladden. Manche ersetzen den E-Book-Reader, andere sind mit offenem Android besonders vielfältig einsetzbar – und einige erleichtern die Arbeit mit KI. Unser Ratgeber hilft Ihnen, das richtige Gerät für Ihre Zwecke zu finden.
Wie bei klassischen Tablets steht auch bei Notiztablets die Systemfrage an erster Stelle. Allerdings ist sie schwieriger zu beantworten, weil die Auswahl deutlich größer ist. Während man sich bei Tablets lediglich zwischen iPadOS und Android sowie allenfalls noch Windows entscheiden muss, verpasst fast jeder Hersteller von Notiztablets deren Betriebssystemen einen ganz eigenen Anstrich.
- Die Auswahl an E-Ink-Notiztablets wächst beständig. Es gibt Generalisten, Arbeitstiere und E-Reader mit Extras.
- Dank bunten E-Ink-Displays eignen sich manche Tablets ideal fürs Lesen von Comics.
- Einigermaßen ordentliche Handschriften wandeln fast alle Geräte treffsicher in Text um.
Grob lassen sich die Geräte in drei Kategorien einteilen: puristische Schreibgeräte, Android-Allrounder und E-Reader mit Extras. Je nachdem, wie die eigenen Anforderungen aussehen, lassen sich so schnell zwei Drittel aussortieren.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „E-Ink-Notiztablets im Vergleich: Das richtige Gerät für Ihre Zwecke“.
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Künstliche Intelligenz
Unbekannte senden falsche Katastrophenwarnung an Handys in Brasilien
Das ist wohl der Albtraum einer jeder Katastrophenschutzbehörde: Unbekannten Akteuren ist es gelungen, falsche Warnmeldungen über Brasiliens staatliches Warnsystem zu versenden. Die Behörden vermuten Cyberkriminelle hinter dem Vorfall. Derweil untersucht die Regierung, wie das passieren konnte.
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In der Nacht auf Samstag (Ortszeit) leuchteten in mehreren Regionen Brasiliens etliche Smartphones auf. Sie zeigten eine Warnung der höchsten Kategorie „Alarmstufe extrem“ und eine Nachricht des Zivilschutzes mit dem kryptischen Inhalt „misantropi4“ an. Der kryptische Part wird allgemein als das brasilianische Wort für Menschenhass, „misantropia“ interpretiert, wobei ein a durch eine 4 ersetzt wurde, typisch für den sogenannten „leet speak“ in der Hackerszene. Empfangen wurden die Warnungen in den Bundesstaaten São Paulo, Mato Grosso do Sul, Rio de Janeiro, Paraná und dem brasilianischen Bundesdistrikt, teilte die brasilianische Regierung mit – sie zählte insgesamt zehn der dubiosen Warnmeldungen an etliche Geräte.
Fake-Warnung per Cell Broadcast
Gesendet wurden die Nachrichten per Cell Broadcast, eine Technologie, die seit 2022 auch in Deutschland zu Einsatz kommt. Sie ermöglicht das Versenden von Warnungen etwa vor extremen Wetterlagen oder Gefahrensituationen an Handys in den jeweils betroffenen Regionen – ganz ohne eigens dafür installierte App. Zu hören jedes Jahr am bundesweiten Warntag, wenn hierzulande alle Handys testweise bimmeln.
Nach dem jetzigen Vorfall ist die Cell-Broadcast-Plattform der brasilianischen Regierung vorübergehend außer Betrieb. Die Regierung geht von einem Cyberangriff aus und hat forensische Ermittlungen eingeleitet. Wieviele Geräte die Angreifer letztlich erreichen konnten, das ließe sich aktuell nicht bestimmen, da es sich um eine „inoffizielle“ Warnung handele, erklärte Wolnei Wolff, verantwortlicher Sekretär des Ministeriums für Integration und regionale Entwicklung. Er verwies auf die laufende Untersuchung, die sehr bald Ergebnisse liefern werde und die Plattform zudem sicherer machen solle.
Betreiber des Warnsystems ist Brasiliens nationale Kommunikationsagentur Anatel, sie sieht die Ursache offenbar nicht bei den Telekommunikationsanbietern, über deren Infrastruktur die Warnungen letztlich gesendet werden. Stattdessen verweist sie in ihrer Presseerklärung ebenfalls auf die Warnplattform des Zivilschutzes.
Neue Erkenntnisse über den Hergang des Angriffs dürften auch für andere Staaten interessant sein, die ebenfalls ein Cell-Broadcast-System nutzen – etwa Deutschland. Auch hier gab es schon einen Missbrauch nationaler Warnsysteme, allerdings keine Cyberattacke. Über die Warn-App Katwarn rief die Kreisverwaltung von Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz vorigen Sommer tausende Menschen dazu auf, das Pfalzlied zu singen. Hintergrund war der laufende Dürkheimer Wurstmarkt, bei dem gerade ein Fernsehteam vor Ort war. Die Behörde räumte den Vorfall ein und sprach von einem Fehler.
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(nen)
Künstliche Intelligenz
Agentic QA: Wie KI-Agenten die Qualitätssicherung transformieren
Mit dem Aufkommen der LLMs hat sich das Tempo von Innovation und Wandel im Bereich des Softwaretestens neu definiert.
KI-Agenten können die Schwerarbeit übernehmen – Tests generieren, Protokolle analysieren und Schnittstellen überwachen –, während sich Experten darauf konzentrieren, Ergebnisse auszuwerten, Risiken einzuschätzen, die Qualität der KI-Ergebnisse sicherzustellen und KI-gesteuerte Prozesse zu steuern.
Die Rolle des Teams erweitert sich: Qualitätsexperten können nun strategisch über Risiken nachdenken, Fachwissen zur Abstimmung von Geschäft und Technologie einbringen und die Verhaltensoptimierung intelligenter Testagenten steuern. In dieser neuen Ära ist ihre Arbeit dynamischer, fokussierter und unverzichtbarer denn je.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Agentic QA: Wie KI-Agenten die Qualitätssicherung transformieren“.
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