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Datenschutz & Sicherheit

Dr. Ansay: Neue Sicherheitslücke legte 1,7 Millionen Datensätze offen


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Bei dem Telemedizinanbieter Dr. Ansay hat es eine Sicherheitslücke gegeben, durch die rund 1,7 Millionen Rezepte von rund einer halben Million Kunden potenziell einsehbar waren. Betroffen sind vor allem Cannabis-Rezepte mit Gesundheits- und personenbezogenen Daten, darunter Namen, Adressen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Angaben zu den rund 15 verschreibenden Ärzten, die meist nicht aus Deutschland kommen. Außerdem waren dort Daten zu Medikamenten, Dosierungen sowie ausgewählten Apotheken einsehbar sowie beispielsweise auch Bestellungen zu Schmerzmitteln. Fragen dazu, ob Daten abgeflossen sind, beantwortet das Unternehmen nicht.

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Bei heise online gingen Hinweise darauf ein, dass die Lücke auf einer Fehlkonfiguration der Zugriffsregeln einer Firebase-Firestore-Datenbank basiert. heise online konnte das bestätigen. Durch die Fehlkonfiguration konnten eingeloggte Nutzer mit einem gültigen Token nicht nur auf ihre eigenen Rezepte, sondern auf sämtliche Datensätze zugreifen. Trotz mehrerer Meldeversuche an das Unternehmen blieb eine Reaktion zunächst aus, die Daten waren bis Anfang Januar weiterhin ungeschützt. Am Abend, nachdem heise online eine Anfrage an das Unternehmen gestellt hatte, wurde die Lücke geschlossen.

Zentrale Fragen von heise online lässt Dr. Ansay unbeantwortet und begründet den Fund mit dem Auflegen eines neu aufgelegten Bug-Bounty-Programms: „Wir gehen davon aus, dass die Lücke aufgrund eines von uns initiierten Bug-Bounty-Programm gefunden wurde“. Die Frage, ob eine Meldung an die Betroffenen gemäß Art. 34 der DSGVO erfolgt ist, lässt Dr. Ansay unbeantwortet.

Gegenüber dem Sicherheitsforscher, der die Lücke gefunden hat, hatte Dr. Ansay angegeben, eine DSGVO-Meldung an die zuständige Behörde initiiert zu haben. Anfragen von heise online an die Datenschutzbehörden in Malta und Hamburg, wo Dr. Ansay seinen deutschen Sitz hat, wurden noch nicht beantwortet.

Die Kontaktaufnahme des Sicherheitsforschers hatte sich über die Feiertage leider verzögert“, sagte eine Sprecherin. Inzwischen funktioniere die Kommunikation und das Problem habe sofort gelöst werden können. „Wir danken dem Sicherheitsforscher für die Arbeit und behandeln den Vorfall intern weiter“. Weitere Details wolle Dr. Ansay „aktuell nicht teilen, da in Zukunft Black-Hat-Hacker diese nutzen könnten und wir unsere Systeme schützen“.

Unklar bleibt, seit wann die Sicherheitslücke bestand und ab wann das Unternehmen davon wusste, ob und in welchem Umfang Daten tatsächlich abgeflossen sind, wie viele Personen konkret betroffen sind und ob diese bereits informiert wurden. Offen bleibt auch, welche konkreten Risiken für Betroffene bestehen, welche Schutzmaßnahmen geplant sind und warum die Lücke nicht durch eigene Sicherheitsprüfungen entdeckt wurde.

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Viele heise-investigativ-Recherchen sind nur möglich dank anonymer Informationen von Hinweisgebern.

Wenn Sie Kenntnis von einem Missstand haben, von dem die Öffentlichkeit erfahren sollte, können Sie uns Hinweise und Material zukommen lassen. Nutzen Sie dafür bitte unseren anonymen und sicheren Briefkasten.

Gegenüber heise online und auf Reddit hatte Dr. Ansay noch im Dezember zugesichert, dass „interne Sicherheits- und Monitoringprozesse […] kontinuerlich“ laufen würden und es „keine Hinweise auf unautorisierten Zugriff oder einen Abfluss von Daten“ gebe. Zu dem Zeitpunkt wurden in einem Untergrundforum vermeintlich von Dr. Ansay stammende Datensätze zum Verkauf angeboten. Woher die Daten kommen, ist unklar. Denkbar ist auch ein Mix aus bereits veröffentlichten Leaks anderer oder ähnlicher Plattformen. Bisher konnte die Echtheit der Daten nicht bestätigt werden.


Dr. Ansays Antwort bei Reddit

Dr. Ansays Antwort bei Reddit

Dr. Ansay legt großen Wert auf die Sicherheit seiner Systeme.

(Bild: Reddit)

Datenschutz habe „oberste Priorität“, gibt Dr. Ansay an. „Die Systeme werden fortlaufend überprüft. Vor dem Hintergrund der aktuell vermehrt auftretenden Phishing- und Smishing-Versuche wurden die internen Kontrollen zusätzlich noch einmal intensiviert, ohne Befund“.

Bereits im Mai 2024 hatte es bei Dr. Ansay eine öffentlich bekannte Datenpanne gegeben, bei der Cannabis-Rezepte über Suchmaschinen abrufbar waren. Damals meldete das Unternehmen den Vorfall an die Datenschutzbehörde, sprach von einer behobenen Lücke und informierte Betroffene per E-Mail.


(mack)



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Die Woche, in der Politiker*innen auf X den Deepfakes zusahen



Liebe Leser*innen,

in der zweiten Woche des Jahres hat uns unter anderem die anhaltende Tatenlosigkeit zum Chatbot Grok beschäftigt. Seit wir am Mittwoch über Musks polemische Reaktion und die leeren Worte der Sprecher*innen von X berichtet haben, geht die Woche ohne nennenswerte Reaktion der dort Verantwortlichen zu Ende.

Dafür hielt der Freitag ein Update des Chatbots bereit: Die Bildgenerierung von Grok ist nun nur noch zahlenden Abonnent*innen vorenthalten und steht nicht mehr allen Menschen auf der Plattform X zur Verfügung. Laut den Medienberichten ist das Tool aber noch über die Grok-App und -Website verfügbar. In Zukunft heißt es dann einfach: Wer in Musks dicke Tasche einzahlt oder einen kleinen Umweg nimmt, kann weiter sexualisierte Deepfakes verbreiten.

Die Frage bleibt, wie lange Regulierungsbehörden noch bei so etwas zusehen oder ob sie doch irgendwann in Aktion treten.

In den vergangenen Tagen war besonders Kritik aus Frankreich und Großbritannien gegenüber X laut zu hören. Der britischen Kommunikationsbehörde Ofcom steht inzwischen frei, Sanktionen gegen xAI und Grok zu verhängen. Laut des britischen Online Safety Act ist als letzter Schritt sogar eine Sperre von X möglich.

Die EU-Kommission geht einen anderen Weg. Sie hat am Donnerstag bei Musks Unternehmen angewiesen, dass dieses interne Dokumente und Daten zu Grok bis Ende 2026 aufbewahren muss. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte dann eine Untersuchung beginnen.

Politiker*innen hängen zu sehr an der Plattform

Das eigentlich Verwunderliche an dieser neuen Episode des Absturzes der einstigen Informationsplattform ist jedoch die eher achselzuckende Reaktion von Abgeordneten, Bundesministerien und auch der EU-Kommission. Sie posten einfach weiter auf der Plattform X, als sei in den vergangenen Jahren, Monaten und Wochen nichts passiert.

Sie tun so, als habe Musk nicht X um eine funktionierende Moderation beraubt, als habe es keine Eingriffe des Milliardärs in Wahlkämpfe zu Gunsten rechter Parteien gegeben, als sei X noch eine normale Plattform und nicht ein Instrument zum Pushen rechtsradikaler Narrative geworden. Nun kommt also sexualisierte digitale Gewalt direkt aus Musks Chatbot dazu – und Ministerien und Abgeordnete berufen sich auf eine angebliche Informationspflicht, die sie quasi zum Bleiben auf der Plattform zwinge. Dabei gibt es seit Musks Plattformübernahme zahlreiche bekannte Stimmen und Institutionen, die einfach Schluss mit X gemacht haben.

Wir haben Bundestagsabgeordnete, zwei deutsche Ministerien und die EU-Kommission gefragt, warum sie immer noch auf X aktiv sind: Mehr Lavieren als in diesen Antworten geht kaum.

Euch ein schönes Wochenende mit Schneespaziergängen statt X

Laura

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Immer wieder wird Chatbot-Herstellern vorgeworfen, die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen zu gefährden. In fünf Fällen wollen Character Industries und Alphabet die Klagen mit Geld aus der Welt schaffen. Damit sorgen die Unternehmen dafür, dass es weiterhin keinen Präzedenzfall gibt, nach dem Techunternehmen für ihre KI-Chatbots rechtliche Konsequenzen tragen müssen.

Lesen Sie diesen Artikel: KI-Hersteller entschädigen Familien



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Datenschutz & Sicherheit

Kritische Lücke in Automatisierungstool: n8n erlaubt Codeschmuggel


Die No-Code-Automatisierungslösung n8n erfreut sich großer Beliebtheit, erlaubt sie doch auch Programmieranfängern, mit einem grafischen Werkzeug komplexe Abläufe einzurichten, API-Anfragen zu stellen und LLMs automatisiert zu nutzen. Vier kritische Sicherheitslücken, eine davon gar mit der Maximalwertung von 10 Punkten, verleiden Systemverwaltern jedoch aktuell die Freude an dem Werkzeug. Experten sind uneins, wie kritisch die Lücke ist.

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Wenn Sicherheitslücken mit griffigen, möglichst gruselig klingenden Namen auftauchen, ahnt der geneigte Leser oft nichts Gutes, so auch bei „Ni8mare“. So nannte die Sicherheitsfirma Cyera den Fehler mit der CVE-ID CVE-2026-21858 und stufte ihn als kritisch ein – nebst CVSS-Maximalwertung von 10. Sobald ein per n8n erstelltes Webformular aus dem Web zugänglich ist, sei es Angreifern möglich, beliebige Dateien des n8n-Servers auszulesen.

Doch eine neue Analyse der Lücke durch Horizon3.ai relativiert das Risiko: Zwar sei die Sicherheitslücke tatsächlich vorhanden und aus der Ferne ausnutzbar, doch gebe es mehrere Vorbedingungen, die bei keinem Kunden des Unternehmens erfüllt seien. So fehle es meist an einer Möglichkeit, die gewonnenen Daten zu exfiltrieren. Admins sollten ihre n8n-Instanzen flicken, Panik sei jedoch unangebracht.

Zusätzlich zu „Ni8mare“ gibt es noch „N8scape“ (CVE-2025-68668, CVSS 9,9, kritisch), eine bereits in der Weihnachtszeit publizierte Lücke, die angemeldeten Nutzern ungeplant erlaubt, Python-Code auf dem n8n-Hostsystem auszuführen. Dafür müssen sie jedoch ausreichend Berechtigungen besitzen, um Arbeitsabläufe zu erstellen oder zu verändern. Ebenfalls ungeplante Codeausführung bietet CVE-2027-21877 (CVSS 9,9, kritisch).

Die aktuell größte Gefahr geht jedoch von einer Lücke aus, die gar nicht als kritisch ausgewiesen ist: CVE-2025-68613 stellt zwar mit einem CVSS-Punktwert von 8,8 „nur“ eine „hohe“ Gefahr dar, lässt sich aber mit „Ni8mare“ verknüpfen, wie ein „Proof of Concept“-Exploit (PoC) beweist. Setzt man diesen auf eine verwundbare n8n-Instanz an, so lassen sich nicht nur Dateien des Hostsystems auslesen, sondern zusätzlich beliebige Systemkommandos ausführen (Remote Code Execution, RCE). Die abwiegelnde Analyse von Horizon3.ai mag also für „Ni8mare“ allein stimmen, erweist sich aber im Zusammenspiel mit einer zusätzlichen Sicherheitslücke als trügerisch.


PoC für n8n-Lücke CVE-2026-21858 + CVE-2025-68613

PoC für n8n-Lücke CVE-2026-21858 + CVE-2025-68613

Bin ich drin? Das war ja einfach! Dieser Exploit verkettet zwei Sicherheitslücken zur Codeausführung bei n8n, hier in einem Docker-Container.

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Wer n8n auf eigenen Systemen einsetzt, etwa als Docker-Container, sollte direkt ein Update auf Version 2.0.0 erwägen. Zwar sind einige der kritischen Sicherheitslücken auch in Versionen des 1.x-Baums behoben, doch dessen Produktunterstützung endet bald: Am 15. März 2026 ist Schluss, drei Monate nach Veröffentlichung von n8n 2.0.0.

Neben den vier kritischen Lücken finden sich in der Sicherheitslücken-Übersicht auf GitHub weitere Sicherheitsprobleme, die in den letzten Tagen und Wochen bereinigt wurden.

n8n ist eine deutsche Start-up-Erfolgsgeschichte. Das Projekt gewann kürzlich mit einem Zuwachs von 112.400 GitHub-Sternen im Jahr 2025 die „Rising Stars“ des beliebtesten JavaScript-Projekts, die dahinterstehende n8n GmbH gilt nach einer neunstelligen Finanzspritze als „Einhorn“ mit einer Bewertung von 2,5 Milliarden US-Dollar.


(cku)



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Kein Patch im BMW: ”Pwn My Ride“-Lücke in CarPlay und AirPlay bleibt bestehen


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Kein Patch trotz teurem Schlitten: BMW hat sich offenbar dazu entschlossen, für seine Car-Entertainment-Systeme keine Fehlerbehebungen für die sogenannte Pwn-My-Ride-Lücke an die Kundschaft zu geben. Das im Frühjahr 2025 entdeckte Problem ist massiv, betrifft Apples Streamingprotokoll AirPlay sowie bei Fahrzeugen auch CarPlay – und kann zur Übernahme ganzer Geräte genutzt werden. Apple hatte seine eigene Hardware verhältnismäßig schnell gepatcht, doch viele Anbieter von Unterhaltungselektronik mit AirPlay- und CarPlay-Fähigkeit zogen entweder nicht nach oder brauchten Monate. Im September hieß es etwa, dass noch zahlreiche Autohersteller betroffen sind. Unklar war zum damaligen Zeitpunkt, welche Marken Patches ganz unterlassen. Das wird nun langsam deutlich.

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Ein Mac & i-Leser, der einen BMW i3s besitzt, der im Februar 2024 übernommen wurde, versuchte seit vielen Monaten, eine Antwort vom Hersteller zu bekommen. Nachdem bei Werkstatt und Kundenservice wenig auszurichten war, wendete er sich an das BMW-Beschwerdemanagement. Das Ergebnis war ernüchternd. Zwar räumte BMW ein, dass das Fahrzeug von der grundsätzlichen Lücke (CVE-2025-24132) betroffen ist. Allerdings sieht der Konzern keine Gefahr.

Man habe das Leck „kurz nach Veröffentlichung“ von „unseren Experten“ prüfen lassen. Dabei ergab sich dann Folgendes: „Die gemeldete Sicherheitslücke erfordert, dass ein Angreifer mit einem böswilligen Gerät aktiv eine Kopplung mit der Headunit des Fahrzeugs via Bluetooth durchführt.“ Dieser Kopplungsprozess setzte sowohl eine direkte Initiierung aus dem Kopplungsmenü des Fahrzeugs als auch eine PIN-basierte Validierung voraus. „Dieser mehrstufige Prozess stellt sicher, dass eine unbeabsichtigte oder unautorisierte Kopplung praktisch ausgeschlossen [ist].“ Angesichts dieser „strengen Voraussetzungen“ wird „das Sicherheitsrisiko für unsere Kunden als äußerst gering“ eingeschätzt.

Und da das Ausnutzen der Sicherheitslücke „von unseren Security-Experten als äußerst gering eingeschätzt“ wurde, sei eben „kein weiteres Software-Update für Ihr Fahrzeugmodell geplant“. Er hoffe, „dass diese Erklärung Klarheit und Sicherheit in Bezug auf die bestehenden Maßnahmen zum Schutz der Kundensicherheit bietet“, so der Bearbeiter weiter. Der Mac & i-Leser ist mit der Entscheidung nicht einverstanden: „Für meine Wenigkeit trägt das Verhalten von BMW nicht zur Kundenbindung bei.“

Tatsächlich lässt sich die Entscheidung BMWs nur schwer nachvollziehen. Zur Anwendung eines potenziellen Exploits – also der Übernahme des Car-Entertainment-Systems mit möglicherweise schweren Folgen – reicht es aus, physischen Zugriff (also samt Schlüssel) auf das Fahrzeug zu haben. Die Kopplung ist weder durch ein Nutzerpasswort geschützt noch auf andere Art – das kennt man etwa aus Mietfahrzeugen, in denen zig Bluetooth-Profile zu finden sind. BMW reagierte auf eine Anfrage an die Pressestelle zunächst nicht. Mit „Pwn My Ride“ ist ein Root-Zugriff auf das Unterhaltungssystem samt aller sich daraus ergebender Möglichkeiten verbunden: Von der Manipulation des Systems über das Abgreifen von Daten bis zu Spionage. Die Firma Oligo, die das Problem entdeckt hat, veröffentlichte dazu mehrere recht beeindruckende Beispiele, die auch über CarPlay laufen.

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(bsc)



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