Künstliche Intelligenz
Ende der Netflix-Dominanz auf dem Streaming-Markt
Der Jahresbericht des US-Marktforschungsinstituts Luminate zu TV-Streaming für 2025 zeichnet das Bild einer Branche, die sich nach Jahren des ungebremsten Wachstums in einer zunehmend von Kostenfragen geprägten Realität einfindet. Das Jahr markiert dabei eine Zäsur: Erstmals seit Beginn der Datenerfassung stammt die meistgesehene Original-Streaming-Serie in den USA nicht von Netflix. Stattdessen sicherte sich die Reality-Show „Love Island USA“ auf dem Dienst Peacock den Spitzenplatz. Mit einem Zuwachs von 150 Prozent im Vergleich zu 2024 unterstreicht dieser Erfolg, dass Formate ohne Skript durch geschickte Plattformwechsel und mit Social-Media-Unterstützung neue Rekorde aufstellen können.
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Die Entwicklung ist symptomatisch für das, was die Luminate-Analysten als „The Great Leveling“ bezeichnen: Eine Nivellierung des Marktes, in der die Konkurrenz zu Netflix aufgeschlossen hat. Rein nach Abonnenten gemessen ist Netflix nach wie vor mit weitem Vorsprung die Nummer Eins. Laut Zahlen des Wall Street Journals kommt das Unternehmen auf 325 Millionen Abonennten, mehr als doppelt so viele wie Disney+ auf dem zweiten Platz bei 133 Millionen. Selbst die geplante Übernahme von Warner durch Paramount schafft keinen neuen Giganten: Die Dienste dieser Unternehmen kommen zusammen nur auf 210,5 Millionen Abonnenten.
Zwar bleibt das „rote N“ mit sechs Titeln in den Top 10 eine große Nummer. Doch sein Anteil an der Sehdauer von Eigenproduktionen sank in den USA erstmals unter die psychologisch wichtige Marke von 60 Prozent. Wettbewerber wie Disney+, Peacock und Amazon Prime Video haben ihre Angebote erfolgreich skaliert und agieren nun auf Augenhöhe. Der Kampf um die Gunst der Zuschauer wird nicht mehr allein über die schiere Menge an Inhalten geführt, sondern via Qualität und Nutzerbindung.
Suche nach Effizienz
Parallel zur Verschiebung der Marktanteile vollzieht sich ein Wandel in der Produktion. Die Branche erlebt einen regelrechten Exodus aus den traditionellen Zentren. In Los Angeles und der Traumfabrik Hollywood ist das Erstellen von Live-Action-Inhalten eingebrochen. Auf der Suche nach Steueranreizen und geringeren Gesamtkosten ziehen Studios verstärkt ins Ausland, insbesondere nach Kanada oder Großbritannien.
Dieser geografische Wandel geht einher mit einer Konsolidierung des Portfolios: Das Zeitalter des „Prestige-Dramas“ – teure, limitierte Serien für Preisverleihungen – weicht zunehmend kosteneffizienteren Formaten. Solche bieten eine breitere Anziehungskraft und fördern die langfristige Abonnentenbindung durch regelmäßige Sehgewohnheiten.
Ein weiterer Trend des Jahres ist das Entstehen transmedialer Ökosysteme. Der Erfolg eines Titels wird nicht mehr nur in gestreamten Minuten gemessen, sondern in seiner Präsenz über verschiedene Medien hinweg. Ein Paradebeispiel ist „KPop Demon Hunters“. Der Netflix-Film war nicht nur ein Streaming-Ereignis, sondern dominierte mit seinem Soundtrack über Wochen die Musikcharts. Diese Wechselwirkung zwischen Film und Musik hält Titel deutlich länger im Gespräch, als es ein isolierter Release könnte. Auch Kinohits wie „Wicked“ oder „Moana 2“ belegen, dass der Erfolg auf der großen Leinwand nach wie vor der stärkste Motor für spätere Abrufzahlen im Streaming ist.
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KI und Zukunft der Fankultur
Inmitten der Umbrüche setzt sich die Branche auch intensiv mit der Rolle generativer KI auseinander. Die Daten von Luminate verweisen hier auf ein gespaltenes Bild: Viele Konsumenten äußern Unbehagen gegenüber KI-geschriebenen Inhalten. Ein Viertel der Befragten scheint dagegen neugierig. Die Akzeptanz von KI-Inhalten korrelierte demnach oft mit der Leidenschaft der Fans: Wer tief in einer Filmwelt verwurzelt ist, akzeptiere KI-gestützte Inhalte eher. Voraussetzung ist, dass diese die Welt seiner Lieblingscharaktere sinnvoll erweitern.
Die Herausforderung für die Studios besteht nun darin, technologische Innovationen mit dem Schutz menschlicher Kreativität in Einklang zu bringen. Insgesamt machen die Forscher deutlich: Die Industrie navigiert aktuell durch eine Ära, in der Daten und echtes Fan-Engagement zu einträglichen Währungen geworden sind.
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(nie)
Künstliche Intelligenz
heise-Konferenz zu modernen Konzepten für die Softwarearchitektur
Die Online-Konferenz betterCode() Modern Architecture von iX und dpunkt.verlag am 25. März 2026 stellt aktuelle Konzepte der Softwarearchitektur vor wie Clean Architecture, Hexagonale Architektur oder Microservices. Design mit LLMs ist ebenso ein Thema wie Architektur für eine digitale Souveränität. Die Konferenz richtet sich an Softwarearchitekten, Softwareentwicklerinnen und IT-Projektleiter, die sich neue Trends aneignen und Erfahrungen mit Kollegen austauschen wollen.
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Microservices oder Modulith? – Arnold Franke wägt in seinem Vortrag ab.
Ein ganztägiger Workshop zu flexibler Anwendungsarchitektur am 18. März 2026 dient dem gemeinsamen, praktischen Einüben.
Highlights aus dem Programm
Die sechs 45-minütigen Vorträge geben einen Überblick über grundlegende Architekturkonzepte und vertiefen Aspekte, wie den Einsatz von künstlicher Intelligenz oder Softwareentwicklung im Team. Das Programm enthält folgende Vorträge:
- Hexagonale Architektur: Schnittstellen statt Schichten
- Der Microservice Trade-Off
- Von Post-its zu Spezifikationen – LLMs in API-Design-Workshops effektiv einsetzen
- Softwareentwicklung im Flow mit Team Topologies & Co. – was hat das mit Euch zu tun?
- Digitale Souveränität: Architektur für eine ungewisse Zukunft
- Panel-Diskussion zum KI-unterstützten Architekturdesign

Der zusätzliche Workshop von Matthias Eschhold bietet konkrete Beispiele und Übungen in Java.
Der Workshop am 18. März 2026 „Flexible Anwendungsarchitektur mit der Clean und der Hexagonal Architecture“ von Matthias Eschhold vertieft die Theorie mit Code-Beispielen und Übungen in Java. Zudem führt er in die Evolutionäre Architektur ein und diskutiert technische Lösungsstrategien.
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Tickets mit Frühbucherrabatt
Ein Ticket für die Online-Konferenz kostet noch bis zum 9. März 2026 249 Euro, dann 299 Euro (alle zzgl. MwSt.). Die Gebühr für den eintägigen Workshop beträgt 549 Euro. Teams bekommen im Ticketshop automatisch Mengenrabatt und auch Schülerinnen, Schüler, Studierende sowie Hochschulangehörige erhalten auf Anfrage einen Nachlass.
Wer sich über die Konferenz auf dem Laufenden halten möchte, meldet sich auf der Konferenz-Webseite zum Newsletter an.
(who)
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Ende der Netflix-Dominanz auf dem Streaming-Markt
Der Jahresbericht des US-Marktforschungsinstituts Luminate zu TV-Streaming für 2025 zeichnet das Bild einer Branche, die sich nach Jahren des ungebremsten Wachstums in einer zunehmend von Kostenfragen geprägten Realität einfindet. Das Jahr markiert dabei eine Zäsur: Erstmals seit Beginn der Datenerfassung stammt die meistgesehene Original-Streaming-Serie in den USA nicht von Netflix. Stattdessen sicherte sich die Reality-Show „Love Island USA“ auf dem Dienst Peacock den Spitzenplatz. Mit einem Zuwachs von 150 Prozent im Vergleich zu 2024 unterstreicht dieser Erfolg, dass Formate ohne Skript durch geschickte Plattformwechsel und mit Social-Media-Unterstützung neue Rekorde aufstellen können.
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Die Entwicklung ist symptomatisch für das, was die Luminate-Analysten als „The Great Leveling“ bezeichnen: Eine Nivellierung des Marktes, in der die Konkurrenz zu Netflix aufgeschlossen hat. Rein nach Abonnenten gemessen ist Netflix nach wie vor mit weitem Vorsprung die Nummer Eins. Laut Zahlen des Wall Street Journals kommt das Unternehmen auf 325 Millionen Abonennten, mehr als doppelt so viele wie Disney+ auf dem zweiten Platz bei 133 Millionen. Selbst die geplante Übernahme von Warner durch Paramount schafft keinen neuen Giganten: Die Dienste dieser Unternehmen kommen zusammen nur auf 210,5 Millionen Abonnenten.
Zwar bleibt das „rote N“ mit sechs Titeln in den Top 10 eine große Nummer. Doch sein Anteil an der Sehdauer von Eigenproduktionen sank in den USA erstmals unter die psychologisch wichtige Marke von 60 Prozent. Wettbewerber wie Disney+, Peacock und Amazon Prime Video haben ihre Angebote erfolgreich skaliert und agieren nun auf Augenhöhe. Der Kampf um die Gunst der Zuschauer wird nicht mehr allein über die schiere Menge an Inhalten geführt, sondern via Qualität und Nutzerbindung.
Suche nach Effizienz
Parallel zur Verschiebung der Marktanteile vollzieht sich ein Wandel in der Produktion. Die Branche erlebt einen regelrechten Exodus aus den traditionellen Zentren. In Los Angeles und der Traumfabrik Hollywood ist das Erstellen von Live-Action-Inhalten eingebrochen. Auf der Suche nach Steueranreizen und geringeren Gesamtkosten ziehen Studios verstärkt ins Ausland, insbesondere nach Kanada oder Großbritannien.
Dieser geografische Wandel geht einher mit einer Konsolidierung des Portfolios: Das Zeitalter des „Prestige-Dramas“ – teure, limitierte Serien für Preisverleihungen – weicht zunehmend kosteneffizienteren Formaten. Solche bieten eine breitere Anziehungskraft und fördern die langfristige Abonnentenbindung durch regelmäßige Sehgewohnheiten.
Ein weiterer Trend des Jahres ist das Entstehen transmedialer Ökosysteme. Der Erfolg eines Titels wird nicht mehr nur in gestreamten Minuten gemessen, sondern in seiner Präsenz über verschiedene Medien hinweg. Ein Paradebeispiel ist „KPop Demon Hunters“. Der Netflix-Film war nicht nur ein Streaming-Ereignis, sondern dominierte mit seinem Soundtrack über Wochen die Musikcharts. Diese Wechselwirkung zwischen Film und Musik hält Titel deutlich länger im Gespräch, als es ein isolierter Release könnte. Auch Kinohits wie „Wicked“ oder „Moana 2“ belegen, dass der Erfolg auf der großen Leinwand nach wie vor der stärkste Motor für spätere Abrufzahlen im Streaming ist.
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KI und Zukunft der Fankultur
Inmitten der Umbrüche setzt sich die Branche auch intensiv mit der Rolle generativer KI auseinander. Die Daten von Luminate verweisen hier auf ein gespaltenes Bild: Viele Konsumenten äußern Unbehagen gegenüber KI-geschriebenen Inhalten. Ein Viertel der Befragten scheint dagegen neugierig. Die Akzeptanz von KI-Inhalten korrelierte demnach oft mit der Leidenschaft der Fans: Wer tief in einer Filmwelt verwurzelt ist, akzeptiere KI-gestützte Inhalte eher. Voraussetzung ist, dass diese die Welt seiner Lieblingscharaktere sinnvoll erweitern.
Die Herausforderung für die Studios besteht nun darin, technologische Innovationen mit dem Schutz menschlicher Kreativität in Einklang zu bringen. Insgesamt machen die Forscher deutlich: Die Industrie navigiert aktuell durch eine Ära, in der Daten und echtes Fan-Engagement zu einträglichen Währungen geworden sind.
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(nie)
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Wie Banking und mobiles Bezahlen mit Custom-ROMs funktionieren
Unsere ersten Versuche, mit einem Custom-ROM zu bezahlen, verliefen frustrierend erfolglos – zeigten aber letztlich die grundlegende Schwierigkeit: Niemand kann nämlich vorab die Frage beantworten, ob eine benötigte Finanz-App mit dem Wunsch-Custom-ROM auf dem Wunsch-Smartphone wirklich laufen wird, und erst recht nicht, ob das in zukünftigen Updates der App oder des ROMs so bleiben wird. Aber im weiteren Testverlauf wurde auch klar, dass die wahrscheinliche Antwort lautet: Ja, klappt.
Denn die gute Nachricht war, dass auf einem Fairphone 6 mit /e/OS, einem Google Pixel 7 Pro mit iodéOS und einem Google Pixel 8 mit GrapheneOS fast alle ausprobierten Banking-Apps funktionierten.
- Die meisten Finanz-Apps dürften auf modernen Custom-ROMs laufen.
- Google Pay funktioniert nicht, aber es gibt Alternativen – für die Sie vielleicht ein weiteres Konto benötigen.
- Wenn nicht alles klappt, ist manchmal ein Backup-Handy die Lösung – das auch aus anderen Gründen sinnvoll sein kann.
Auch beim mobilen Bezahlen per NFC kamen wir zum Ziel, nachdem wir eine konzeptionelle Hürde überwunden hatten, denn der Verzicht auf Google bedeutet auch: kein Google Pay und keine Google Wallet.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Wie Banking und mobiles Bezahlen mit Custom-ROMs funktionieren“.
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