Digital Business & Startups
„Es hat sich lange nicht richtig angefühlt, Geld aus der eigenen Firma zu nehmen“
In unserer Reihe zeigen Gründerinnen und Gründer, wann sie sich ihr erstes Gehalt ausgezahlt haben, wie hoch es war – und warum sie genau diesen Zeitpunkt ausgewählt haben. Hier erzählt: Alexander Valtingojer, Mitgründer des Startups Heizma.
Digital Business & Startups
Warum es sich lohnt, mit 16 einem US-Konzern zu schreiben
Gründer Gilles Backhus fragte schon mit 16 Jahren sein Traumunternehmen, was er studieren solle. Ihre Antwort – und was Backhus heute macht.
„Heute machen wir keinen Unterricht. Jeder geht in den Informatikraum und guckt mal, was er später so machen will“, sagt der Lehrer. Der damalige Teenie Gilles Backhus findet bereits da das Unternehmen „Advanced Micro Devices“ (AMD) spannend, einen führenden Hersteller von PC-Hardware aus den USA.
„Ich war so ein klassischer Dorf-LAN-Party-Gamer: Counter-Strike 1.6, Warcraft 3, you name it. In der Folge war ich dann irgendwann auch ein riesiger AMD-Fan. Bei jeder Sternschnuppe habe ich mir wirklich gewünscht, irgendwann mal bei AMD zu arbeiten“, erzählt er Gründerszene.
Und so schrieb er in der Schulstunde mit 16 Jahren AMD per Mail an. „Ich hab damals einfach an jobs@amd geschrieben: ‘Ich will später Computerchips entwickeln – was muss ich dafür studieren?’ Und das Geile ist: da hat mir wirklich jemand aus HR geantwortet und mir eine Infomappe nach Hause geschickt.” Backhus studierte dann Elektrotechnik an der Technischen Universität München (TUM).
Rennautos und CDTM
An der TUM engagierte er sich bei Formula Student Racing. Das ist eine Studentengruppe, die ihr eigenes Rennauto zusammenschraubt und damit gegen andere Unis antritt. Seine Motivation, neben dem Studium aktiv zu sein, sei dabei durch seine Begeisterung für Technik gekommen, meint Backhus.
Das Center for Digital Technology and Management (CDTM) habe diese Begeisterung dann weiter gefördert. Das CDTM ist ein Programm, welches Studierende an der Schnittstelle von Technik und Management fördert.
Hier lernte er, wie man „seine Stärken und Schwächen besser einschätzt. Und dass Menschen von vermeintlich elitären Institutionen wie Stanford oder dem MIT auch nur mit Wasser kochen.“ Diese Einsicht gab ihm den entscheidenden Anstoß, die eigene Zurückhaltung abzulegen und selbst etwas zu starten, erzählt er.
Schwere Zeit bei Lilium
Zuerst ging es aber nach dem Studium zu Lilium. Dort startete er als „Sensor Systems Engineer“. Das Münchner Startup Lilium, welches inzwischen insolvent ist, arbeitete damals an der Entwicklung von Flugtaxis. Backhus wollte bei Lilium eigentlich die KI-Entwicklung vorantreiben, doch die Realität sah anders aus: Statt Algorithmen zu schreiben, bestand sein Alltag aus Telefonaten mit Zulieferern.
Nach viereinhalb Monaten bei Lilium kam Backhus‘ heutiger Co-Founder RK Anand dann auf ihn zu, um mit ihm das Tensordyne-Team in Europa aufzubauen – trotz eines Altersunterschieds von 29 Jahren. Backhus sagte zu und verließ Lilium.
Vom Automotive-Partner zum Nvidia-Konkurrenten
Tensordyne startete zunächst mit der Entwicklung von Chips für E-Autos, mit einem Büro in München und einem im Silicon Valley. Laut Backhus sei die Chip-Branche für Autos in 2018 im „großen Hype“ gewesen, es hätte eine hohe Kundennachfrage und viel Investorengelder gegeben. Einziges Problem: Als Startup hätten sie Automobilstandards erfüllen müssen, die für ein Jungunternehmen mit nur 40 Mitarbeitern schwer erreichbar waren.
Dann kam laut Backhus der „ChatGPT-Moment“: Durch den Boom von LLMs (= KI-Sprachmodelle wie ChatGPT) sei ihnen schnell klar geworden, dass sich der Schwerpunkt bei Chips „massiv Richtung Rechenzentren“ verschiebe. Deswegen schwenkten die Tensordyne-Gründer von Chips für autonomes Fahren zu AI-Infrastruktur für Data Center um.
Der eigene Ansatz der „logarithmischen Mathematik“ habe sich dabei als Vorteil erwiesen, da er demnach nicht nur beim autonomen Fahren, sondern auch im AI‑Bereich hervorragend funktioniere. „Logarithmische Mathematik“ bedeute dabei, dass Tensordyne Zahlen als Logarithmen speichere. So würden Multiplikationen zu einfachen Additionen werden und die KI‑Berechnungen damit energieeffizienter. Die Kerntechnik konnte so weitergenutzt werden. Da im Team viele aus der „Data‑Center‑ und Networking‑Welt“ gekommen seien, hätten sich diese mit dem Pivot wohlgefühlt.
Tipps für den erfolgreichen Pivot
Wie ein erfolgreicher Pivot auch bei euch gelingen kann? Dafür hat Backhus drei Tipps:
- Den richtigen Zeitpunkt finden: Balanciert Geduld und Marktfeedback – nicht zu früh aufgeben, sagt Backhus, aber vor allem nicht zu spät. Sonst seid ihr pleite
- Das Ego abschalten: Hört auf den Markt, nicht auf euer eigenes Baby, meint Backhus. Mini-Pivots sind oft smarter als große Sprünge ins kalte Wasser
- Praktisch testen: Baut Übergangsphasen mit Partnern auf, prüft den Marktfit und beobachtet die Konkurrenz, rät Backhus – genau wie sie Automotive vs. Data-Center parallel sondiert haben
Digital Business & Startups
Eversports und MATCHi fusionieren – deutsche-startups.de
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ Eversports und MATCHi fusionieren +++ Minimist erhält 1 Million +++ Finanzspritze für Zerothird +++ Julian Teicke investiert in Agent F +++ Michelle Calios investiert in NALU +++ Diana zur Löwen investiert in AV8 +++

Im #DealMonitor für den 27. März werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland
MERGERS & ACQUISITIONS
Eversports – MATCHi
+++ Das 2013 gegründeten Wiener Unternehmen Eversports, eine Softwareplattform für Boutique-Fitnessstudios und Betreiber von Sportanlagen, und der 2012 gegründete schwedische Wettbewerber MATCHi Group schließen sich zusammen. „Die Fusion schafft Europas größte Sport- und Wellnessplattform mit 9.000 vernetzten Standorten und Fokus auf wachstumsstarke Segmente wie Padel und Pilates“, teilen die Unternehmen mit. Der Zusammenschluss wurde vom Growth-Investor Verdane vorangetrieben, der sowohl bei Eversports als auch bei MATCHi investiert ist. Mehr über Eversports
INVESTMENTS
Minimist
+++ Tilia Impact Ventures, European Investment Fund (EIF) und Business Angels investieren 1 Million Euro in Minimist. Das Wiener Startup, von Stephan Hofmann und Henrik Feldt gegründet, entwickelt eine Lösung für die zentrale Verwaltung von Second-Hand Verkäufen auf verschiedenen Online-Plattformen (Vinted, Google Shopping, Shopify und Co.). Eversports-Gründer Hanno Lippitsch, Ex-Bitpanda- und TourRadar-CMO Michael Pötscher, Findologic-Gründer Matthias Heimbeck, Impact Investor Sebastian Sessler und das Duit Family Office investierten zuvor 350.000 Euro in das Startup. Mehr über Minimist
Zerothird
+++ VERBUND X Ventures, der Investmentableger des österreichischen Energie-Anbieters Verbund, Sparring Capital, KGAL und „andere namhafte Investoren“ investieren eine ungenannte Summe in Zerothird (früher als Quantum Industries bekannt). Das Startup aus Wien, 2023 von Felix Tiefenbacher, Rupert Ursin, Thomas Scheidl und Thomas Heine gegründet, entwickelt Verschlüsselungslösungen basierend auf Quantenkryptographie. „Unsere Technologie ist darauf ausgelegt, quantensichere Kommunikation aus der Forschung in den operativen Einsatz zu bringen -genau dort, wo Sicherheit künftig entscheidend ist“, teilt das Team mit. Sparring Capital Partners, Findus Venture und KGAL investierten zuletzt 9,5 Millionen Euro in das Unternehmen. Mehr über Zerothird
Agent F
+++ Wefox-Gründer Julian Teicke, der seit seinem Abgang mit The Delta Startups beim Aufbau unterstützt, und der früheren SAP-CTO Jürgen Müller investieren eine ungenannte Summe in Agent F. Das Startup (Berlin, Tallinn), von Felix Schläger gegründet, positioniert sich als „AI-first ERP for European startups and SMEs“. Auf der Website teilt das Team mit: „The first ERP that adapts to your business and compounds with it.“ Somit greift das Unternehmen den Softwareriesen SAP in dessen Kerngeschäft an.
NALU
+++ KoRo-Gründerin Michelle Calios und Patrick Funke investieren eine ungenannte Summe in NALU. Das Startup aus Hamburg, 2024 von Lisa Bella Ippolito und Max Schön gegründet, setzt auf Fruchtgummis ohne Zuckerzusatz. Venture-Capital-Löwin Janna Ensthaler und Model Lena Gercke investierten in der achtzehnten Staffel der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ in NALU. Zudem investierte Business Angel Carsten Puschmann bereits in die junge Foodfirma. Mehr über NALU
AV8
+++ Unternehmerin und Influencerin Diana zur Löwen investiert eine ungenannte Summe in AV8. Das Kölner Startup, 2025 von Luca Jelin de Weber und Paul Henri Eichhorn gegründet, bringt „das weltweit erste trinkfertige Kokosnusswasser mit Präbiotika auf den Markt“. „AV8 steht für modernes Kokoswasser, das Genuss neu definiert – funktional, hochwertig und stilvoll“, heißt es. Mehr über AV8
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): azrael74
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Mit KI: 20-Jähriger baut 150.000-Dollar-Kuchen-Startup – ohne Coding-Skills
Er kann nicht programmieren – und baut trotzdem ein Startup mit 150.000 Dollar Umsatz. Sein Produkt: Kuchen.
William Lindholm ist 20 Jahre alt, kann nicht programmieren und hat trotzdem ein Software-Startup gebaut. Sein Tool: Vibe-Coding mit Lovable. Sein Produkt: Kuchen.
Im September 2025 startet er „Daymaker“ – eine Plattform, die Firmengeburtstage automatisiert. Vier Monate später steht das Startup laut eigenen Angaben bei 150.000 Dollar ARR. Der ARR ist der wiederkehrende Jahresumsatz eines Startups. Und Vibe Coding heißt: Du baust Software, ohne programmieren zu können. Statt Code zu schreiben, sagst du einem Tool wie Lovable einfach, was du willst – und die KI baut es für dich.
Wie kam er auf die Idee für das Kuchen-Business?
Auf einer Konferenz beobachtet Lindholm ein Muster: Unternehmen scheitern nicht an Strategie oder Budget – sondern daran, Geburtstage sauber zu organisieren. Kuchen bestellen, Allergien berücksichtigen, rechtzeitig liefern. Klingt simpel, ist es aber nicht.
Aus dieser Beobachtung entstand das erste Konzept für „Daymaker“: Die Plattform sollte Firmenfeiern planbarer machen – mit einer Mischung aus klassischem Bäckereigeschäft, Lieferung in Kombination mit Software. Zusammen mit seinem Co-Gründer Simon Dieu (CCO – „Chief of Cakes“) setzte er im Sommer 2025 auf Cold Calls. So stellten sie ihr Geschäftsmodell mehr als 100 Executives vor, darunter auch KPMG.
CaaS – Cake as a Service
Und so funktionierte es: Unternehmen konnten entweder die Geburtstagsdaten direkt bei Daymaker hochladen oder ihr HR-System verbinden – inklusive Präferenzen wie Ernährungsweise oder Allergien. Einmalig wurden Angaben zu bevorzugter Kuchengröße, Glückwünschen und Lieferart gemacht. Anschließend automatisierte das Startup alles: Geburtstagserinnerungen, Bestellungen und die Lieferung des Kuchens zur Feier.
Mittlerweile besteht das Startup-Team von Daymaker aus drei Personen, aber keiner von ihnen hatte vorher technische Erfahrung. Lindholm selbst habe sich um Tech gekümmert: „Nachts habe ich programmiert, tagsüber Kuchen geliefert“, erzählt er.
Für die Kuchen kooperierte das Startup zunächst mit einem Konditor in Oslo, der die Kuchen backte. Drei Monate lang ging das so – inklusive schlafloser Nächte. „Ich habe das komplette Backend gebaut – die Tabellen, alles, was dafür sorgt, dass die Kuchen fließen.“ Er stellt auch klar: „Wir wollen kein Kuchenhersteller sein. Wir wollen ein Technologieunternehmen sein.“
Dass das allein mit Vibe-Coding möglich war, habe selbst seinen Mentor überrascht, „einen echten Deep-Tech-Typen“, wie Lindholm sagt.
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Lindholms Erfolgsrezept
Sein Erfolgsrezept verrät er Gründerszene: „Lerne zu verkaufen, lerne zu entwickeln. Wenn du beides kannst, bist du nicht mehr aufzuhalten.“
Seine zwei wichtigsten Sales-Tipps: Sei freundlich und rede über Dinge, die dich mit dem Gesprächspartner verbinden. Sein Learning: „Menschen reden gerne über sich selbst.“
150.000 Dollar ARR und Pivot in wenigen Monaten
In nur vier Monaten erreichte Daymaker damit laut eigenen Angaben einen ARR von 150.000 Dollar. Das Startup konnte inzwischen auch Angel-Investoren überzeugen: Die erste Finanzierungsrunde brachte über 100.000 Dollar ein.
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Jetzt will das Startup den nächsten Schritt wagen, weg vom Geburtstagsgeschäft hin zu Kundenakquise. Damit will Daymaker international expandieren, wie Gründer William Lindholm gegenüber Gründerszene verrät. Dafür ist er derzeit im Silicon Valley. Dort betreibt er Kundenakquise mit Kuchen – zuletzt besuchte er dort die VCs Andreessen Horowitz, Sequoia Capital, Lightspeed, Better Tomorrow Ventures und Index Ventures, erzählt er.
Der Kuchen-Fokus bleibe also vorerst: Lindholm ist überzeugt, dass personalisiertes und physisches Marketing die Zukunft sei, wie mit Backwaren. Und genau das sei die Stärke von Daymarker. Damit will das Startup Kaltakquise-E-Mails und Co. ablösen. Lindholm nennt es: Coldcaking.
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