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Taugt ein Arcade-Automat für 350 Euro mit Raspberry Pi und Batocera? | c’t 3003


Ein vollständiger Arcade-Automat für 350 Euro – mit Raspberry Pi 4, LC-Display und Batocera-Linux: Kann das was taugen? c’t 3003 hat den Iconic Arcade von Medion aufgebaut, bespielt und auf Schwächen abgeklopft. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist erstaunlich, aber Display und Gehäusequalität setzen dem Spaß Grenzen.

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(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, das ist mein neuer Arcade-Automat. Sieht doch nice aus, oder? Kann man auch problemlos mit zwei Leuten drauf spielen, so ein bisschen Streetfighter und so, oder halt auch ungefähr zehntausende andere Spiele. Also wirklich Zehntausende. Und jetzt kommt’s: Das Ding hat 350 Euro gekostet. Mit allem. Sogar mit dem Speichermedium, auf dem das hier läuft. Da habe ich nichts schöngerechnet. Das, was ihr hier seht, ist komplett die mitgelieferte Hardware. Da habe ich nichts dazugetan oder dazugekauft. Und gleich mal als Spoiler vorweg, das Teil macht mir richtig Spaß. Aber ein paar Haken gibt es trotzdem. Bleibt dran!

Liebe Hackerinnen, liebe Internetsurfer, herzlich willkommen hier bei…

So ein Arcade-Automat ist und war schon immer so ein Sehnsuchtsgerät von mir. Ich wünsche mir eigentlich immer schon so ein Ding, weil ich liebe Arcade-Spiele und ich liebe auch Software-Frickeln mit Emulatoren und so. Und deshalb kam für mich nie so ein wirklich echter Arcade-Automat in Frage, weil man da halt nur ein Spiel drauf spielen kann. Eben die Platine, die da eingebaut ist. Ja klar, man kann natürlich auch einen echten Automaten zu so einer Emulations-Kiste umbauen. Im besten Fall sogar mit dem Original-Röhrenbildschirm, was natürlich cool ist. Dafür fehlt mir aber einfach das Heimwerker-Talent. Das ist mir zu viel Holz- und Lötarbeit. Und teuer sind die Originale natürlich auch.

Deshalb habe ich mich zuerst auch gefreut, als vor ein paar Jahren diese hübschen Kisten von Arcade1Up auf den Markt kamen, sogar mit lizenzierten Spielen und den entsprechenden Gehäusedesigns. Aber das Problem für mich als 1,94-Meter-Typen, die sind klein. Die sind nur zwei Drittel so groß wie echte Automaten. Auch wenn immer drei Viertel gesagt wird von Arcade1Up, aber zwei Drittel trifft es besser. Also das ist so richtiges Rückenschmerzen-Territory für mich. Deshalb habe ich da nie zugeschlagen.

Dafür aber bei diesem Teil hier, was jetzt bei uns im Büro steht. Das heißt, steht ja auch dran, Iconic Arcade, kommt von, Achtung, da werdet ihr jetzt nicht auf Anhieb draufgekommen: Medion. Also die Marke, die ihr wahrscheinlich von Aldi kennt. Also unter anderem steckt Medion dahinter. Und die Iconic Arcade-Geräte, die sind zumindest so groß, dass ich da ohne Krankengymnastik danach dran spielen kann. Der Automat hier, den ich gekauft habe, misst 1,58 Meter in der Höhe. Das ist zwar etwas kleiner als zum Beispiel ein Original-Pac-Man-Automat, der damals 1,73 Meter hoch war. Aber hey, ich finde es komplett ausreichend, funktioniert für mich gut.

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Ja, und was ist da nun drin außer dem Gehäuse? Ein 21-Zoll-Full-HD-LC-Bildschirm, ein Soundsystem mit zwei 4-Zoll-Lautsprechern, ein Arcade-Steuerboard mit zwei Mikroschalter-Joysticks und 16 Tasten und natürlich auch ein Computer. Das ist ein Raspberry Pi 4 mit 2 GB RAM und einem Netzteil. Das Netzteil versorgt auch gleich Bildschirm und Soundsystem mit Strom. Praktisch.

Ja, und das alles für 350 Euro. Und allein der Raspi würde im Kit mindestens 72 Euro kosten, bleiben noch 278 Euro für die anderen Komponenten. Bin mir recht sicher, dass man die für den Preis auf dem freien Markt so nicht oder sehr schwierig bekommen würde. Also allein für so ein Gehäuse, unlackiert aus MDF, das habe ich im Netz gefunden, dafür werden 350 Euro aufgerufen, also nur für das Gehäuse.

Also Preis-Leistung wirkt erstmal richtig gut. Aber obwohl der Karton 29 Kilo wiegt, habe ich dann schon beim Auspacken gemerkt, das ist jetzt nicht so die superstabile Qualität. Das Material ist ziemlich dünn, das sind so Holzfaserplatten mit mehr Fasern als Holz. Ich würde aber trotzdem sagen, dass das seinen Zweck erfüllt. Also man könnte das Teil zwar auf keinen Fall in eine Kneipe stellen oder so, wo Leute in Zuständen rustikal damit umgehen, aber hier in meinem heise-Umfeld mit so feingliedrigen Computerleuten, da passt das schon.

Für den Aufbau habe ich so zwei Stunden entspannt gebraucht, war alles gut dokumentiert, hat auch Spaß gemacht. Also am Ende mit der Verkabelung, da war es ein bisschen verwirrend, aber habe ich dann irgendwann hinbekommen. Was man aber ziemlich deutlich merkt, das Ding ist auf keinen Fall dafür gemacht, dass man es mehrfach auseinander und wieder aufbaut. Also für den Transport oder so. Das ist dafür gemacht, das einmal irgendwo hinzustellen. Ja, und dann überlebt es da wahrscheinlich eine Zeit, sage ich mal. Ich habe auf jeden Fall auch einmal den Fehler gemacht, das ab Werk schon fertig verschraubte Controller-Board oben mal aufzuschrauben, also die obere Platte, ja und da kam mir dann beim Schraubenlösen direkt die Späne hier entgegen. Also ich sag mal, lieber nicht zu viel rumschrauben, wenn das Teil einmal steht.

Also ihr könnt den Arcade-Controller-Kasten mit Raspi auch separat verwenden und dann einfach an einen Fernseher anschließen über HDMI, auch ganz schön. Oder ihr könnt auch nur den oberen Teil des Iconic Arcade verwenden, so als Bartop oder Tabletop. Die Technik ist komplett da oben drin, das Untergestell ist rein mechanisch und optional.

So, jetzt zur Software. Und hier war ich wirklich positiv überrascht. Da liegen ein USB-Stick und eine leere MicroSD-Karte bei. Ja, und dann schaltet man das Ding ein, bootet von USB-Stick und dann kann man hier so aussuchen, welche der drei Linux-Emulations-Distris man auf die MicroSD drauf installieren will. Also Batocera, RetroPie oder Recalbox. Und das finde ich schon mal ziemlich erstaunlich für so ein Konsumprodukt, dass da so eine Offenheit gelebt wird. Das hat mir ganz gut gefallen. Und was ich auch gut fand, auf dem USB-Stick ist so ein komplettes Testprogramm, mit dem man die beiden Sticks und jede Taste auf Funktion prüfen kann. Durchaus sinnvoll.

Weil ich Batocera-Ultra bin, habe ich mich natürlich nicht nur sofort für Batocera entschieden, sondern ich hatte auch direkt einen aktuellen Batocera-Stick griffbereit. Also die ganz normale Version für Raspis, also keine spezielle Iconic Arcade-Variante. Und da war ich jetzt nochmal positiv überrascht, denn das Teil funktionierte out of the box, ohne jegliche Konfiguration mit dem ganz normalen Batocera-Image. Klar, da ist so ein Standard-USB-Arcade-Encoder-Board drin, das sich als Standard-Gamecontroller ausgibt. Aber trotzdem, man kann sich auch mal freuen über so viel Problemlosigkeit. Es ist auch zum Beispiel direkt möglich, mit beiden Joysticks das Menü zu steuern, was ich auch ganz nett finde. Ja, mit der B-Taste ruft man dann ein Spiel auf und man kann dann direkt loslegen.

Allerdings sind bei Batocera zwar Spiele vorinstalliert, aber vermutlich sind es nicht die, die ihr euch erhofft. Das sind halt so freie Homebrew-Titel. Ganz nett, aber wie gesagt nicht die echten Spielhallenspiele. Und hier kommen wir jetzt in den allseits beliebten rechtlichen Graubereich. In diesem Video hier habe ich das mal etwas ausführlicher behandelt, unter anderem auch, wo man legal ROMs herbekommt. Deshalb gehe ich jetzt hier nicht weiter darauf ein und gehe einfach mal davon aus, dass ihr ROMs habt.

Ja, und dann habt ihr zwei Möglichkeiten, die auf den Automaten zu kriegen. Entweder ihr habt ein Linux-System, da könnt ihr dann einfach den Batocera-Datenträger reinstecken und dann seht ihr im Laufwerk SHARE schon das Verzeichnis ROMs und die Unterordner für alle unterstützten Systeme. Für Arcade-Spiele sind das zum Beispiel FB Neo und MAME. Auf dem Raspi 4 würde ich FB Neo empfehlen, weil der performanter ist als MAME, allerdings auch weniger Spiele unterstützt. Also ihr könnt beides benutzen, ihr könnt in beide eure ROMs reinkopieren. Ja, direkt auf den Datenträger schreiben geht aber wirklich nur auf Linux-Systemen, weil Batocera das Filesystem EXT4 verwendet. Das können Windows und macOS standardmäßig nicht lesen und schreiben.

Wenn ihr Windows oder macOS benutzt, könnt ihr aber was anderes machen, was ich sowieso eleganter finde. Sobald ihr Batocera mit eurem Netzwerk verbunden habt, also hier im Menü auf Netzwerk, gibt Batocera den SHARE-Ordner im Netzwerk frei. Geht dann einfach auf Netzwerk auf eurem Rechner und da müsstet ihr dann BATOCERA sehen. Und wenn ihr da draufklickt, dann seid ihr da drin und dann könnt ihr ROMs übers Netzwerk auf Batocera kopieren.

Richtig schön wird’s, wenn ihr noch Videos und Bilder zu den einzelnen Spielen einbindet. Die kann Batocera auch automatisch runterladen über den sogenannten Scraper. Ja, und ihr solltet auf jeden Fall auch noch ein Theme runterladen, das euch gefällt. Das geht hier im Hauptmenü unter Updates und Downloads und dann Themes. Und am Ende kann das so aussehen. Ha, wie schön.

Achso, ja, ja. Retro Achievements unterstützt Batocera und damit der Automat natürlich auch. Liebe ich ja persönlich, weil das noch so eine zusätzliche Spaßkomponente einbaut.

Ja, und wie spielt sich das Ding jetzt? Kann ich nur sagen, gut. Ich hatte mir die Controller-Haptik wirklich schlechter vorgestellt, aber ich mag die Buttons ganz gerne. Die haben einen ziemlich langen Hub, klingen so ein bisschen klapperig, aber ich finde die befriedigend, muss ich sagen. Die Joysticks sind mir vielleicht etwas zu leichtgängig, sind auch wirklich gut geschmiert, kann man hier sehen. Aber ich kann da trotzdem okay drauf spielen. Das ist alles keine Sanwa-Superqualität, aber auch nicht viel schlechter.

Auch sehr gut finde ich das Soundsystem, das hat richtig Wumms, kann man richtig laut machen und auch super, dass da ein direkt zugänglicher Lautstärkeregler eingebaut ist. Das Display ist allerdings, ja, billig. Also das ist so ein richtiges Steinzeit-LCD mit hoher Blickwinkelabhängigkeit, geringem Kontrast.

Also ich hatte am Anfang gedacht, dass man wahrscheinlich die Controller austauschen muss, wenn man da langfristig Spaß haben will, aber jetzt würde ich sagen, es ist eher das Display. Also wenn ich mir aussuchen könnte, besserer Monitor oder bessere Controller, würde ich auf jeden Fall den Bildschirm nehmen. Vielleicht etwas größer, OLED wäre cool, aber ja, ist natürlich alles auch deutlich teurer.

Aber das Gute ist ja, dass das alles Standard-Hardware ist mit Standard-Schnittstellen. Man kann also völlig problemlos zum Beispiel einen Raspi 5 oder einen x86-PC da einbauen. Ist alles USB, HDMI und Klinkenbuchse. Und das haben auch viele schon gemacht, seht ihr hier in diesen Videos. Also das Teil gemoddet, zum Beispiel mit so einem nicen Marquee-Display da oben drauf, hätte ich auch gerne. Aber ich muss auch sagen, ich habe Hemmungen, viel Geld da reinzustecken, weil die Basis, also das Gehäuse, mir einfach zu klapprig ist. Wenn ich mir so Edel-Buttons und Edel-Displays einbauen will, dann doch lieber auch in so ein passendes Edel-Gehäuse. Also ich nutze das Teil auf jeden Fall jetzt erstmal ohne Modding, weil es definitiv auch so schon doll Spaß macht, gerade in so einer Büroumgebung, wo man zu zweit spielen kann.

Falls ihr euch so ein Gerät zulegen wollt, verlasst euch nicht nur auf Preissuchmaschinen. Dieses 350-Euro-Angebot gibt es zum aktuellen Zeitpunkt, also zu dem Zeitpunkt, wo ich das Video hier aufnehme, nur bei einer Spielzeugladenkette, die zumindest meines Wissens nicht in den Suchmaschinen vertreten zu sein scheint. Also da habe ich das Ding auf jeden Fall auch gekauft.

Achso, es gibt hierzulande noch eine etwas ältere Variante vom Iconic Arcade. Die sieht so aus, die aktuelle ist die mit diesen Streifen, also die ich getestet habe. In den USA gibt es übrigens auch noch eine sogenannte XT-Version vom Iconic Arcade mit größerem Display und so einem lizenzierten Gehäusedesign. Die scheinen hier aber bislang nicht in den Handel zu kommen. Ohnehin finde ich ein bisschen komisch, dass auf der Website die europäischen Produkte gar nicht mehr gelistet sind und man im Iconic-Webshop auch gar keine Produkte mehr sieht, beziehungsweise nur so Beispiel-T-Shirts. Also es ist alles ein bisschen suspekt, sag ich mal. Ich bin mir nicht so sicher, was so die Zukunft der Firma angeht. Muss man mal gucken.

Aber wie gesagt, Preis-Leistungs-Verhältnis, 350 Euro. Ja, kann man nicht meckern. Halt für so Leute wie mich, die nicht superviel Geld ausgeben wollen, wie für solche High-End-Dinger. Hier zum Beispiel von Umbrella Arcades. Auch wenn die natürlich sehr nice sind, aber die kosten halt das Zehnfache. Da läuft auch Batocera drauf. Also rein spielerisch wahrscheinlich kein großer Unterschied.

Wenn ihr handwerklich begabt seid, könnt ihr natürlich auch sowas machen wie mein Kollege Johannes von Make. Das ist hier so ein Tischmodell aus feinster Walnuss. Ist auch schön. So viele Möglichkeiten. Aber eigentlich ist ja nur eins wichtig: Hauptsache, ihr habt Spaß. Schreibt gerne in die Kommentare, ob ich falsch liege oder vielleicht auch richtig. Ich lese das alles, zumindest an den ersten Tagen.

Achso, achso, achso, ich will euch noch eine Videoserie ans Herz legen von meiner Kollegin Anne. Die hat mit vielen Kolleginnen und Kollegen von c’t und heise, hat die so einen Wetterballon gebaut und den steigen lassen. Also ich habe die ersten drei Folgen jetzt gesehen. Jetzt, wenn dieses Video rauskommt, ist die vierte Folge auch draußen. Fand ich sehr interessant. Lege ich euch ans Herz. Link ist in der Beschreibung. Tschüss!

c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


(jkj)



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Stefan Hartung verlässt Bosch überraschend zum 30. Juni


Überraschender Chefwechsel bei Bosch: Stefan Hartung tritt ab. Der 60-Jährige lege zum 30. Juni auf eigenen Wunsch sein Mandat als Vorsitzender der Geschäftsführung nieder, teilte der Technologiekonzern in Gerlingen bei Stuttgart mit. Hartung wolle sich künftig neuen gesellschaftlichen und unternehmerischen Aufgaben außerhalb der Bosch-Gruppe widmen. Sein Nachfolger soll der bisherige Vize-Chef Christian Fischer werden.

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Bosch hatte den Vertrag von Hartung erst im Herbst 2025 verlängert. Details wurden damals nicht genannt. Aber dem Vernehmen nach wurde eine Laufzeit bis 2031 vereinbart. Der gebürtige Dortmunder und frühere McKinsey-Manager hat seine Bosch-Karriere 2004 bei der Hausgeräte-Tochter BSH begonnen. Seit 2013 war Hartung Teil der Geschäftsführung.

Den Chefposten des Stiftungskonzerns übernahm er Anfang 2022. Mit dem vorzeitigen Weggang beendet der promovierte Maschinenbauer als siebter Chef nach Gründer Robert Bosch seine Tätigkeit in dem Unternehmen, das neben Autoteilen, Halbleitern, Hausgeräten und Elektrowerkzeugen auch Industrie- und Gebäudetechnik herstellt.

Der neue Bosch-Chef Fischer verantwortete zuletzt die Konsumgütersparte und war so etwas wie der Chefstratege der Gruppe. Die berufliche Karriere des 58-Jährigen startete einst bei den Schwaben als Trainee. Über Stationen bei der Unternehmensberatung Roland Berger, Walter Bau, Smartrac und wieder Roland Berger kam der promovierte Wirtschaftswissenschaftler 2018 zurück zu Bosch – direkt in die Geschäftsführung. Die Stellvertreter-Position teilen sich demnach in Zukunft zwei Manager: Finanzgeschäftsführer Markus Forscher und der Chef der Zuliefersparte, Markus Heyn.

Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit größte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich – wo ihm unter anderem der schleppende Wandel zur E-Mobilität zusetzt – sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück.

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Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, wird kräftig an Personal und Strukturen gespart. Allein in der Zuliefersparte will der Konzern in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätemarke BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.

Die Kosten für den Stellenabbau haben – neben den US-Zöllen und Steuereffekten – auch die Geschäftszahlen der Schwaben schwer belastet. Insgesamt schlugen die Programme mit 2,7 Milliarden Euro zu Buche, vor allem in Form von Rückstellungen. Im vergangenen Jahr musste Bosch daher erstmals seit 2009 einen Nachsteuerverlust in Höhe von 363 Millionen Euro verbuchen. Bereits im Vorjahr hatte sich der Gewinn halbiert. Der Umsatz stieg 2025 nur leicht auf 91 Milliarden Euro. Damit lag das Unternehmen auch deutlich hinter den eigenen Erwartungen.

Für das laufende Jahr rechnete Bosch zuletzt trotz der schwierigen Lage der Weltwirtschaft mit etwas besseren Geschäften. Dabei setzt der Konzern unter anderem auf Robotik und Künstliche Intelligenz als neue Wachstumsfelder. Im ersten Quartal lag der Umsatz demnach etwa auf Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr peilte das Management ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Davon soll auch wieder mehr Gewinn übrig bleiben.

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(mfz)



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Dragonfly C1000: Qualcomm kündigt Serverprozessor für 2028 an


Auf einer Veranstaltung für Investoren hat Qualcomm in dieser Woche seinen ersten Serverprozessor enthüllt: Mit dem Dragonfly C1000 will das Unternehmen sein Chipportfolio diversifizieren und den Schritt in Rechenzentren gehen. In dem Prozessor sollen über 250 selbst entworfene ARM-Kerne (Oryon) werkeln, die über 5 GHz schaffen. Wie inzwischen üblich soll er aus mehreren Chiplets zusammengesetzt sein und mit PCI Express 7.0 antreten.

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Letzteres kann keine aktuelle Server-CPU, doch mit solchen konkurriert der C1000 auch nicht: Er soll erst 2028 erhältlich sein. Bis dahin dürften auch AMD Epyc, Intel Xeon & Co. bei PCIe 7.0 angekommen sein. Und dennoch präsentierte Qualcomm-CEO Cristiano Amon schon jetzt einen Großkunden: Meta-Chef Mark Zuckerberg bekannte sich dazu, künftig Server mit Dragonfly-C1000-Prozessoren in seinen Rechenzentren einsetzen zu wollen.

Das ist nicht zuletzt deshalb bemerkenswert, weil Meta im Unterschied zu anderen Hyperscalern wie Amazon, Google und Microsoft keine hauseigenen Prozessoren entwickelt, sondern zukauft. Meta ist deshalb auch der erste und bislang einzige Kunde für die AGI CPU, die ARM entwickelt hat und in eigenem Auftrag fertigen lässt.

Der Dragonfly C1000 soll der letzte Baustein in der gezeigten Datacenter-Roadmap sein. Sie beginnt bereits in diesem Jahr, allerdings mit anderen Komponenten: Es handelt sich um Netzwerkbausteine für Rechenzentren, die die Ende 2025 übernommene Halbleiterfirma AlphaWave entwickelt hat. Damit stehen bei Qualcomms Datacenter-Sparte schon im laufenden Finanzjahr dicke Umsätze in den Büchern.



Qualcomms Roadmap für Datacenter-Produkte

(Bild: Qualcomm)

Die Zeit bis zum C1000 sollen Auftragsarbeiten für Großkunden (wohl auch mit AlphaWave-Technik) und auf Inferenz spezialisierte KI-Beschleuniger überbrücken. Einen solchen, nämlich Cloud AI 100, verkauft Qualcomm bereits, doch die Roadmap zeigt zügige Weiterentwicklungen: Cloud AI 200 soll bei der Performance zulegen, ab AI 250 kommt ein neues Konzept zum Einsatz. Ein System-on-Chip (SoC) orchestriert die KI-Agenten, die auf ihm laufen, doch Berechnungen an sich werden an zusätzliche Rechenwerke ausgegliedert, die physisch direkt unter LPDDR5-Speicherstapel gepackt werden.

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Qualcomms KI-Beschleuniger verzichten auf HBM-Speicher und packen die Rechenwerke direkt unter LPDDR5-Speicher.

(Bild: Qualcomm)

Qualcomm nennt das High Bandwidth Compute (HBC); eine generischere Bezeichnung lautet Near-Memory Computing. Qualcomm will mit HBC ein Bandbreitendilemma lösen, weil das SoC selbst eben keine rasante Speicheranbindung und somit kein teures High-Bandwidth Memory (HBM) benötigt. Aktuelle HBM-Generationen erkaufen sich ihre hohen Transferraten mit hohem Energieeinsatz – zu viel für Desktop-Grafikkarten oder gar Gaming-Notebooks. Obendrein vereinfacht ein Design ohne HBM die weitere Verarbeitung nach der Chipfertigung, weil auf Interposer und Advanced Packaging verzichtet wird. Wie für den C1000 präsentierte Qualcomm auch für seine künftigen HBC-Beschleuniger bereits einen namhaften Erstkunden: Microsoft will sie in seinen Azure-Umgebungen einsetzen.

Qualcomm-Chef Cristiano Amon beantwortet von sich aus die offene Frage, warum Qualcomm jetzt in den Markt für Serverprozessoren einsteigt: Der Markt sei nicht zuletzt deshalb lukrativ, weil er von einer extremen Knappheit geprägt sei. Als großer Player könne man da durchaus etwas bewegen. Für alle Chips, die Qualcomm auf der Roadmap bis 2028 zeigt, habe sich die Firma über langfristige Verträge sowohl die Wafer-Kapazitäten bei Chipauftragsfertigern als auch die Speicherbausteine bei Zulieferern gesichert.



Qualcomm will sein Chip-Portfolio in den kommenden Jahr deutlich breiter aufstellen. Bisherige Bereiche sollen dabei nicht vernachlässigt werden.

(Bild: Qualcomm)

Zudem würden Inferenz-Workloads und KI-Agenten den Markt gerade durcheinanderwirbeln, weil GPUs nicht die besten und effizientesten Chips dafür sind. Und ganz generell bringe Qualcomm seine Mobil-Expertise hinsichtlich Effizienz ein: In etlichen Pro-Watt-Metriken verspricht Amon das beste Angebot.

Nvidias etabliertem Software-Ökosystem – eine wichtige Komponente hinter Nvidias Erfolg – stellt sich Qualcomm mit der Übernahme des Anbieters Modular entgegen. Das Framework Mojo sei zu CUDA vergleichbar, laufe aber eben nicht nur auf GPUs und nicht nur auf Hardware einer spezifischen Firma. Bei künftigem Umrüsten oder überraschender Lieferknappheit könnten Nutzer flexibel andere Hardware auf dem Markt einkaufen, ohne dass zuvor erfolgte Software- und KI-Entwicklungen hinfällig wären. Auch für Triton und andere Nvidia-Produkte habe Modular mindestens gleichwertige Gegenstücke, so Qualcomm.



Der Softwarestack von Modular ist viel offener gestaltet als das, was Branchenprimus Nvidia mit CUDA & Co. anbietet.

(Bild: Qualcomm)


(mue)



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Marktübersicht: E-Book-Reader von 6 bis 10 Zoll im Vergleich


Urlaubszeit ist Lesezeit. Doch man muss nicht kiloweise Druckwerk mitzuschleppen, denn mehr als genug Lesestoff transportiert man auch mit einem E-Book-Reader, der nicht mehr wiegt als eine Tüte Gummibärchen. Wir sortieren die Einkaufsregale, damit Sie den richtigen Reader für Ihre Zwecke finden.

Ähnlich wie Bücher gibt es E-Book-Reader in zahlreichen Größen. Das Gros der Geräte bilden die 6-, 7- und 8-Zöller, wobei die kleinsten Geräte meist auch die günstigsten sind. Preislich geht es bei etwa 100 bis 120 Euro für die 6-Zoll-Reader los. Fast alle Anbieter führen Geräte in diesem Preisbereich, Amazon den Basis-Kindle, PocketBook die Modelle Verse Lite und Verse, Tolino den Shine 5. Einzig bei Onyx Boox muss man tiefer in die Tasche greifen, das 200 Euro teure Go 6 II bildet den Einstieg.

  • Brauchbare E-Book-Reader gibt es schon ab 100 Euro.
  • Farbdisplays sind nicht immer die bessere Wahl.
  • Genauso wichtig wie die Hardware ist das Ökosystem.

Wer ein größeres Display benötigt, muss mehr Geld ausgeben. Die 7-Zoll-Geräte von Amazon (Kindle Paperwhite & Paperwhite Signature Edition), Onyx Boox (Go 7 II & Go 7 II Color), PocketBook (Era, Era Lite & Era Color) und Tolino (Vision Color) kosten um 170 bis 200 Euro. Noch größere Geräte findet man im 8-Zoll-Format bei PocketBook (InkPad 4) und Tolino (Epos) und als 10-Zöller bei Onyx Boox (Go 10 II) und PocketBook (InkPad One). Der größere Bildschirm drückt allerdings aufs Gewicht, Lesen mit nur einer Hand ermüdet schneller und auch im Reisegepäck machen sich die Geräte bemerkbar. Ein Reader mit rund 8 Zoll entspricht in der Seitengröße und beim Gewicht noch am ehesten einem dicken Taschenbuch.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Marktübersicht: E-Book-Reader von 6 bis 10 Zoll im Vergleich“.
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