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UX/UI & Webdesign

Futuristische Werbung mit Sci-Fi-Charakter › PAGE online


In Hamburg stieg am Dienstagabend ein 3D-Hologramm in die Luft. Diese Installation zeigte, wie DOOH-Kampagnen der Zukunft aussehen könnten. Die Technologien für 3D-Werbescreens gibt es jedenfalls schon.

Futuristische Werbung mit Sci-Fi-Charakter › PAGE onlineBild: Kyrillos Mikhail

Wer am Dienstagabend in St. Pauli in Hamburg ein fliegendes Hologramm gesehen hat, staunte sicherlich nicht schlecht. Und nein, es war kein Trick der eigenen Vorstellungskraft. Es war eine Installation eines fliegenden 3D-Werbescreens, die einen direkt an Hologramme aus Star Wars denken lassen.

Verantwortlich dafür war das in Düsseldorf gegründete 3D-Unternehmen met[ads]. Spezialisiert auf neue Technologien für digitale Außenwerbeflächen, erproben die Mitarbeiter:innen die bisherigen Grenzen von Digital Out-of-Home-Formaten – nach dem Motto »No more boring ads«.

Wenn hinter der »Ritze« ein Hologramm aufsteigt

Langweilig war die Installation jedenfalls nicht, sie gab einen Vorgeschmack auf zukünftige Formate, die man so noch nicht gesehen hat.

Die Aktion startete am Dienstagabend um 22:00 Uhr hinter der altbekannten St. Pauli Kneipe »Zur Ritze«. Die Initiator:innen mussten das Vorhaben allerdings sogar mit dem Hamburger Flughafen abklären. Vermutlich, weil eine Laser- und Lichtshow die Installation begleitete.

Der fliegende 3D-Screen inklusive Hologramm schwebte in circa 100 Metern Höhe, gezogen von einer Drohne. Dass hier die visuell-räumliche Wirkung auf die Betrachter:innen eine ganz andere ist als bei einem normalen Plakat, dürfte selbstredend sein. Man kann es sich eher ähnlich wie bei einer immersiven Kunstausstellung vorstellen, in der man in einen Raum eintaucht. Nur, dass man hier alles von unten betrachtet.

Eigene Test-Produktion mit Sci-Fi-Charakter

Diese Aktion war zunächst ein Testlauf, der die Technologie erproben sollte, denn ein Vorhaben wie dieses war Premiere. Somit sahen Zuschauer:innen keine reale Kampagne, sondern eine eigene Produktion.

Zuerst sah man eine Art Schein, fast wie ein Geist aussehend, vor einer Hauswand, aus dem sich dann eine Roboterhand erstreckte. Zudem schwebte ein Mensch als Hologramm durch die Luft – und hier gab es einen wirklichen Star Wars-Moment. Das Hologramm fiel dann in eine Art Tor, das sich drehte. Im weiteren Verlauf fiel das Hologramm durch eine Wolke nach unten. Auch einen Schriftzug gab es zu sehen, und zwar mit dem Motto des 3D-Unternehmens.

Beeindruckend war aber auch, wie die Drohne selbst über den Dächern schwebte und dabei hell erleuchtet war, damit die Initiator:innen sie sehen und steuern konnten. Kein Wunder, dass das Ganze mit dem Hamburger Flughafen besprochen werden musste.

Wie sich zukünftig DOOH-Kampagnen in urbanen Räumen entwickeln werden, wird sich zeigen, denn sicher ist solch eine Installation eine kostspielige Sache. Es gibt im Gegenzug aber in jedem Fall reichlich Aufmerksamkeit.

Mehr Eindrücke: 

3D-Installation mit Hologramm in Hamburg
“Menschliches” Hologramm
3D-Installation mit Hologramm in Hamburg
Auftauchende Hand
3D-Installation mit Hologramm in Hamburg
Aufsteigende Drohne

 

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Design lehren: Warum die Professur Designerinnen und Designer wachsen lässt › PAGE online


Ein Interview mit Prof.in Ulrike Brückner von der FH Dortmund über Experimentierräume, Perspektivwechsel – und den Schritt, den sie nie bereut hat.

Porträt einer lächelnden Frau mit blondem, schulterlangem Haar in einem hellen Büro oder Atelier. Sie trägt eine glänzende rote Jacke mit floraler Stickerei am Ärmel und steht entspannt mit den Händen in den Taschen vor einem unscharfen Hintergrund mit Bücherregal und großformatigem Bild oder Bildschirm in Lila- und Rosatönen.Bild: FH Dortmund, Mike Henning, www.henning-photographie.de

Frau Brückner, was hat Sie als Designerin motiviert, Professorin zu werden?
Meine erste Lehrerfahrung hatte ich im Rahmen einer Buchvorstellung über das Goethe-Institut im Ausland. Die Workshops mit Studierenden haben mir überraschend viel Spaß gemacht. Die Lehre ist ein geschützter Raum, in dem man experimentieren kann – eher anders als in klassischen Auftragsarbeiten. Gleichzeitig ist sie ein Perspektivwechsel: Man verlässt die eigene gestalterische Routine und bleibt durch neue Themen und Kooperationen geistig beweglich.

»Die Lehre ist ein geschützter Raum, in dem man experimentieren kann – eher anders als in klassischen Auftragsarbeiten. Gleichzeitig ist sie ein Perspektivwechsel.«

Wie hat Sie Ihr Weg an die Fachhochschule Dortmund geführt?
Nach den ersten Workshops folgten Lehraufträge. Ein Kollege hat mich dann ermutigt, mich auf eine Professur zu bewerben. Beim ersten Versuch wurde ich direkt Zweite – das hat mich motiviert, dranzubleiben. Meine nächste Bewerbung führte mich an die FH Dortmund, zunächst als Vertretungsprofessorin.

Haben sich Ihre Erwartungen an die Professur erfüllt?
Es hat sich etwas sehr Positives und ehrlich gesagt Unerwartetes entwickelt. In der Lehre reflektiert man die eigene Arbeitsweise, Haltung und Methodik viel stärker. Ich habe gemerkt, dass mein gestalterisches Spektrum wesentlich komplexer ist, als ich dachte. Unser Fachbereich Design ist ein offener, kreativer und sehr kollegialer Ort. Diese Atmosphäre ermöglichte es mir, mich weiterzuentwickeln und Neues auszuprobieren.

Wie gestalten Sie Ihre Seminare, um Studierende aktiv einzubinden?
Ich arbeite neben größeren Projekten immer mal mit sogenannten »Weekly Tasks«. Das sind kleine Aufgaben, die nur 10 bis 20 Minuten dauern. Es geht nicht um perfekte Ergebnisse, sondern darum, Impulse zu setzen und den Blick zu öffnen. Kreativität entsteht oft im Alltäglichen – selbst ein alter Kaugummi kann Ausgangspunkt für gestalterische Ideen sein. Diese zusätzlichen niederschwelligen Übungen werden sehr gut angenommen.

»In der Lehre reflektiert man die eigene Arbeitsweise, Haltung und Methodik viel stärker. Ich habe gemerkt, dass mein gestalterisches Spektrum wesentlich komplexer ist, als ich dachte.«

Welche inhaltlichen Schwerpunkte prägen Ihre Arbeit in Lehre und Forschung?
Ich verfolge einen integrativen, künstlerisch-experimentellen Ansatz. In Seminaren wie »Digitale Heimat« oder »Print is not dead – postdigital publishing« beschäftigte ich mich u.a. auch mit digitalen Technologien und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen. Ich war unter anderem an der Entwicklung der »Digitalen Werkstatt Design« und von »digilab_ai« bei uns am Fachbereich beteiligt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Social Design. In der Projektreihe »Open Space«, die ich mit Prof. Nora Fuchs initiierte, entwickeln Studierende gemeinsam mit Bewohner:innen Projekte im Stadtraum. Design wird hier als aktives Instrument verstanden, um gesellschaftliche Prozesse mitzugestalten. Mehr zum Thema kann man in dem Buch »Design als Haltung« nachlesen, das ich gemeinsam mit meiner Kollegin Bianca Herlo geschrieben habe.

Wie sehen Sie die Zukunft des Designs – und die Rolle der Lehre dabei?
Design verändert sich gerade sehr, insbesondere durch Künstliche Intelligenz. Der Fokus verschiebt sich stärker hin zu Konzept, Idee und kuratorischer Leistung. Designer:innen müssen heute breiter aufgestellt sein: Sie sind u.a. auch generalistisch denkende Strateg:innen und gesellschaftliche Akteur:innen.

Darauf reagieren wir auch an der FH Dortmund. Ab dem Wintersemester 2026/ 2027 wird unser Studiengang als »Visuelle Kommunikation« mit zum Teil interdisziplinären Labs neu ausgerichtet. Auf unserer Website sugarsroll.de zeigen wir bei uns entstandene studentische Projekte.

Was macht die Professur im Design für Sie persönlich so besonders?
Sie verbindet vieles: Gestaltung, Forschung, Austausch und gesellschaftliche Relevanz. Man lernt ständig dazu – durch Studierende, durch Projekte, durch neue Fragestellungen. Genau das macht den Beruf so spannend.

Mehr Information

Der Schritt zur Professur beginnt mit einer Entscheidung. Alle Informationen zum Karriereweg an der FH Dortmund findest du hier: Link zur Website

 

Fachhochschule Dortmund

Mit rund 13.700 Studierenden sowie gut 900 Lehrenden und Beschäftigten zählt die FH Dortmund zu den zehn größten Fachhochschulen in Deutschland.

STUDIENANGEBOT AM FACHBEREICH DESIGN

Kommunikationsdesign, Fotografie, Film, Sound, Game Design, Objekt- und Raumdesign sowie weitere Spezialisierungen.



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Ist KI das neue Sampling oder das Ende der Originalität? › PAGE online


»Die Aufgabe von Kreativen ist es, den unwahrscheinlichen Gegenentwurf zu setzen«, sagt Nils Hartmann. PAGE hat mit ihm über Originalität in Zeiten von KI gesprochen – und darüber, was das mit Sampling zu tun hat. Es geht um Bruchstellen, Wissensverbindungen und unseren kreativen Widerstand.

Ist KI das neue Sampling oder das Ende der Originalität? › PAGE online
Foto: Nils Hartmann (Chief Creative Officer & Managing Partner, Parasol Island)

Der Begriff »Sampling« stammt aus subkulturellen Entwicklungen im Hip-Hop. Kurz erklärt: Bestehende Tonaufnahmen (Samples) werden in neuen Beats verarbeitet – wie eine musikalische Collage.

Nils Hartmann, Chief Creative Officer und Managing Partner bei Parasol Island, erklärt, wo der Unterschied zwischen Rekontextualisierung und bloßer Reproduktion liegt und wie heute neue Formen von Originalität entstehen können.

PAGE: Wie kann sich kreative Eigenständigkeit in heutigen Zeiten mit KI durchsetzen?

Nils Hartmann: Nicht über das Machen, sondern über das Unterscheiden. Wenn alle aus denselben (Cloud-)Archiven schöpfen, produziert das statistisch zwangsläufig mehr Ähnlichkeit. Eigenständigkeit entsteht heute nicht mehr durch die reine Erstellung, sondern durch Auswahl, Haltung und tiefe Rekontextualisierung – durch das Wissen, das man von außen in den Loop bringt oder bewusst ausschließt. Die KI berechnet den wahrscheinlichsten Output; unsere Aufgabe ist es, genau dort den unwahrscheinlichen Gegenentwurf zu setzen.

PAGE: Wo liegt der Unterschied zwischen Rekontextualisierung und bloßer Reproduktion?

Nils Hartmann: Im Widerstand des Materials. Beim klassischen Sampling – »Crate Digging«, ein Break auf der MPC – bringt das Original seinen »Geist« mit: seine Geschichte, seinen Kontext, seine Reibung. Ähnlich wie bei dem Stilmittel der Collage. Das ist Rekontextualisierung: Ich setze etwas Konkretes in eine neue Beziehung. Reproduktion dagegen ist, wenn dieser Geist in einer statistischen Wolke verdampft – wenn die Referenz so unsichtbar wird, dass nichts mehr Widerstand leistet. Kein Widerstand, keine Bedeutung. Oder wenn die Referenz zu eindeutig ist und nichts mehr dechiffriert werden muss.

PAGE: Können neue Formen von Originalität entstehen, wenn wir immer wieder Reproduziertes aus den Algorithmen weiterverarbeiten?

Nils Hartmann: Unbedingt sogar. Vor allem an den Bruchstellen. Indem man bewusst Brüche, Fehler und Mutationen erzeugt und sie mit echtem Wissen verbindet. Nicht das Wiederkäuen schafft Neues, sondern der Moment, in dem man den Algorithmus gegen seine eigene Wahrscheinlichkeit zwingt. Für unseren professionellen Alltag suchen wir nach neuen, ungesehenen visuellen Lösungen. Der Kampf um Aufmerksamkeit lässt sich nicht mit more sameness lösen. Aber das geht nur mit Führung (=Direction) und nicht, in dem man einfach die Ergebnisse so nimmt, wie sie kommen.

PAGE: »Den Algorithmus gegen seine eigene Wahrscheinlichkeit zwingen«, das trifft es gut. Aber wie ist es bei selbst programmierten KI-Tools? Die lassen sich mit eigenem Material füttern. Besteht da auch die Gefahr von ständiger Reproduktion?

Nils Hartmann: Ein Modell, das ausschließlich auf das eigene Material trainiert ist, perfektioniert vor allem eines: sich selbst zu wiederholen. Sofern das beabsichtigt ist, kann das Vorgehen zu eigenständigeren Lösungen führen als die Arbeit mit Tools von der Stange. Eigene Tools sind enorm wertvoll – wenn man sie als Erweiterung nutzt, um unerreichbare Territorien zu erkunden oder neue visuelle Ausdrucksformen finden möchte. Die Gefahr ist da, wenn wir KI als Optimierungsmaschine einsetzen, die den gewünschten Stil bis zur Erschöpfung dupliziert. Das ist es, was die meisten Anbieter (Adobe, OpenAI, etc.) ja verkaufen. Nicht »Einzigartigkeit«, sondern »sowohl als auch«. Wir sollten also nicht nur mit handelsüblichen Lösungen experimentieren. Es gibt eine engagierte Community (ähnlich wie damals bei der demoscene, Processing & vvvv), die Grenzen auslotet. Um den Bogen zur Musik zu schließen: It grows in the underground.

Danke!

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Spannende Annäherung an Verschollenes: Die Schrift »Ege Basalt« › PAGE online


Die Kleinbuchstaben der »Basalt«, die Eduard Ege in den Jahren 1926/27 entwarf, existierten nur noch in Fragmenten. Die Künstlerin und Schriftdesignerin Lena Schmidt hat das Alphabet jetzt ergänzt und als »Ege Basalt« veröffentlicht.

Spannende Annäherung an Verschollenes: Die Schrift »Ege Basalt« › PAGE online

Eduard Ege (1893-1978) war Grafiker, Holzschneider und Maler. Er entwarf das Münchner Stadtwappen, Buchumschläge und das Logo der Deutschen Bundesbahn, das bis 1993 im Gebrauch war.

1921 zeichnete er die »Ege-Schrift«, eine Versalschrift, auf die 1926/27 die Versalschrift »Basalt« folgte, bold, mit kunstvollen Punzen, Grundstrichen in kontrastierenden Stärken und Abstrichen, die schon mal ein aufregend markantes Eigenleben führen.

Genzsch & Heyse hat einst beide Schriften veröffentlicht, und 1934 erweiterte Eduard Ege die »Basalt« um ein Kleinbuchstabenalphabet.

Das allerdings ist zum Großteil verschollen. Einzig auf einem Flugblatt, das während des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden verteilt wurde, finden sich einige der Kleinbuchstaben. Zehn an der Zahl: a, c, g, h, i, n, r, s, u und w.

Moderne Interpretation

Die Hamburger Künstlerin und Typografin Lena Schmidt, die bei Matt Mullican an der HFBK in Hamburg Kunst studierte und sich dann an der HAW auf Grafikdesign mit dem Schwerpunkt Schriftgestaltung spezialisierte, hat jetzt die »Ege Basalt« veröffentlicht.

Und das mit ihrem Studio, ihrer Foundry und ihrem Schriftverlag Spirit & Bones.

Tief ist sie in die Arbeit von Eduard Ege eingetaucht, um anhand der noch vorhandenen zehn Kleinbuchstaben ein vollständiges Alphabet zu zeichnen.

Doch da man Historie natürlich nicht getreu abbilden kann und erst recht nicht kreative Arbeit, ist mit der »Ege Basalt« keine Rekonstruktion, sondern eine moderne Interpretation des Originals entstanden.

Und sie ist so ausdrucksstark und kraftvoll wie Eduard Eges Arbeit und eignet sich besonders für Anwendungen in Editorial Design, Branding und visueller Kommunikation.

Auf I Love Typography ist die »Ege Basalt« gerade mit einem Discount erhältlich.

 

 

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