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Firmensprecher: Varta verliert Apple als Kunden


Apple wird in Kürze keine Knopfzellen für AirPods mehr beim deutschen Batteriehersteller Varta kaufen. Das bestätigte ein Firmensprecher gegenüber der FAZ. Die bestehende Lieferantenbeziehung für sogenannte Coin-Power-Zellen (Knopfzellen) wird demnach nur noch bis Oktober 2026 fortgeführt, anschließend sucht sich Apple einen neuen Akkulieferanten. Wer das sein wird, wurde zunächst nicht bekannt.

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Apple ist Vartas aktuell wichtigster Geschäftspartner, ein sogenannter Ankerkunde. Laut FAZ ist der Liefervertrag bereits gekündigt. Die Varta-Fabrik in Nördlingen verliere damit „ihre Geschäftsgrundlage“, könnte also schlimmstenfalls geschlossen werden. Bis zu 350 Arbeitsplätze in dem „hoch spezialisierten“ Werk sind bedroht, hinzu kommen weitere Jobs in der 40 Kilometer entfernten Zentrale in Ellwangen. Klar ist bereits, dass die Batterien für Apple nun aus Asien kommen sollen. Dem iPhone-Hersteller sei es bei der Entscheidung nicht um die Qualität gegangen, die „auf Augenhöhe oder besser“ gewesen sei, sondern nur um den Preis.

Varta-Chef Michael Ostermann sagte, die Mitarbeitenden vor Ort hätten „diese Entscheidung nicht zu vertreten“. Man wolle nun „verantwortungsvoll und im engen Dialog mit dem Betriebsrat“ nächste Schritte vorbereiten. Ellwangen bliebe von der Entwicklung hingegen weitgehend unberührt. Ostermann will die nächsten Schritte laut eigenen Angaben „gemeinsam, fair und verantwortungsvoll“ gestalten.

Apple AirPods, die jährlich millionenfach verkauft werden dürften, verfügen über sehr kompakte, wiederaufladbare Batterien, die jedoch offiziell nicht austauschbar sind – es ist nur mit großem Aufwand möglich. Das heißt: Geht den Stöpseln der Saft aus, werden sie zu Wegwerfprodukten. Varta war für die Coin-Power-Zellen auf Lithium-Ionen-Basis über Jahre exklusiver Lieferant von Apple für die AirPods. Als die Nachfrage stieg, baute das Unternehmen dann den Standort Nördlingen aus. Schließlich entschied sich Apple aber dafür, neben Varta noch weitere Lieferanten ins Boot zu nehmen, was Varta schon einmal in eine Krise stürzte. So sank die Auslastung bereits seit Ende 2022 um die Hälfte. Darauf stellte sich die Firma dann auch mithilfe des staatlichen Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmens für Unternehmen (StaRUG) ein. Doch nun endet die gesamte Lieferbeziehung.

Seit Mai 2025 hatte Varta seine Produktion auf Akkus für neuere AirPods – vermutlich die Modellreihe AirPods Pro 3 – umgestellt. Firmenchef Ostermann gab sich noch vor einem Jahr optimistisch und sagte der FAZ, sein Unternehmen sei „mit Abstand“ größter Hersteller von Lithium-Ionen-Zellen im Land. Der Chef ist seit Mai 2024 im Unternehmen – und arbeitete seither daran, die Abhängigkeit von Apple zu verringern.

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(bsc)



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PC-Hersteller: CPU-Mangel bereits akuter als Speichermangel


Befürchtungen über einen akuten Mangel an Prozessoren für Notebooks und Desktop-PCs scheinen sich zu bewahrheiten. Hersteller klagen, dass insbesondere Intel ihre Bestellungen nicht erfüllen könne. Es kommen zum einen zu wenige Modelle und zum anderen drängt Intel angeblich zum Wechsel auf die aktuelle, aber teurere Generation Core Ultra 300 und Core 300.

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Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Nikkei Asia unter Verweis mehrerer Industriequellen. Bislang waren Notebooks mit älteren Raptor-Lake-Prozessoren aufgrund ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses beliebt. Raptor Lake erschien ursprünglich als Core i-1300 und Core i-13000, später legte Intel sie als Core 100 und Core 200 neu auf.

Auch in Deutschland sind Raptor-Lake-Modelle weiterhin beliebt. Das meistgesuchte Notebook mit Intel-CPU im Geizhals-Preisvergleich ist ein Gerät mit Core i7-13650HX. In den Top 30 befinden sich elf Raptor-Lake-Notebooks.

Intel hat seit Ende 2025 jedoch Produktionskapazitäten zu margenträchtigen Serverprozessoren umgeschichtet und verkauft verbleibende Raptor-Lake-CPUs offenbar am liebsten an Hersteller von Industrie-PCs, weil auch dort höhere Preise drin sind. Hier soll sich die Liefersituation sogar verbessert haben. Raptor Lake entsteht noch mit älterer Intel-7-Fertigungstechnik, mit der die Firma auch die Xeon-5-Serie Emerald Rapids und die I/O-Dies der Xeon-6-CPUs herstellt.

Seit dem Aufkommen von KI-Agenten kaufen Cloud-Hyperscaler und Serverbetreiber wieder mehr Prozessoren. Sowohl AMD als auch Intel sind ausgebucht.

Nikkei Asia zitiert exemplarisch einen Manager eines PC-Herstellers, der laut eigenen Angaben 100 Prozessoren mit Intel-7-Technik bestellt hat. 30 CPUs sollen angekommen sein, darunter allerdings zehn Modelle mit Intel-18A-Technik, also Core Ultra 300 (Panther Lake) oder Core 300 (Wildcat Lake). Hersteller sehen sich gezwungen, diese Modelle trotz höherer Preise zu nehmen, um überhaupt an Prozessoren zu kommen.

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Ein anderer Manager gab demnach zu bedenken, dass der Mangel an Prozessoren inzwischen schwerer wiegen soll als beim Speicher. „Wir können beim Speicher die Kapazität und Spezifikation senken, aber wir können kein Notebook und keinen PC ohne einen Prozessor ausliefern. Das ist ein großes Problem“, zitiert die Nachrichtenagentur die Quelle.

„Um ehrlich zu sein, haben PC-Hersteller im letzten Jahr einige Modelle auf Basis von 18A entwickelt, hauptsächlich als Gefälligkeit gegenüber Intel, da der Chip teuer und die Marktnachfrage relativ gering ist, weil er zu premium ist“, zitiert Nikkei Asia einen Manager. „Aber jetzt ist die Situation völlig anders. Wir müssen mehr 18A-Modelle produzieren, sonst gehen die CPUs an andere.“

Intel kann sich freuen, da die Firma so die 18A-Produktionslinien ausgelastet bekommt. Immerhin: Der jüngst vorgestellte Core 300 alias Wildcat Lake ist mit sechs CPU-Kernen so klein entworfen, dass er trotzdem recht günstig bleiben dürfte. Chinesische Notebooks starten damit bei umgerechnet unter 500 Euro.

Intels Finanzchef David Zinsner bestätigte schon im Oktober 2025, dass die Fertigungskapazität für Intel 7 und auch Intel 10 zu knapp ist. In einer Analystenkonferenz Ende April führte Zinsner aus, dass im Laufe des Jahres der Durchsatz der vorhandenen Produktionslinien steigen soll. Ohne zusätzliche Linien dürfte die Auswirkung jedoch gering bleiben.


(mma)



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Plex verdreifacht Preis für Lebenszeit-Pass


Plex verdreifacht den Preis des Plex-Pass-Abos auf Lebenszeit: Statt wie bisher 250 US-Dollar soll er ab dem 1. Juli ganze 750 US-Dollar kosten, teilten die Betreiber des Medienservers mit. Der Pass auf Lebenszeit habe bislang das Abomodell untergraben, begründet Plex den drastischen Schritt. Man habe daher überlegt, den Lifetime-Pass komplett zu streichen. Stattdessen habe man sich aber entschieden, einen Preis zu wählen, der den „echten, fortlaufenden Wert der Software“ abbilde.

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„Im Laufe der Jahre haben sich unsere Software und unser Produkt weiterentwickelt, und damit hat sich auch der Umfang der Funktionen und Vorteile erweitert, die in deinem Plex Pass enthalten sind“, schreibt das Unternehmen. „Diese Anpassung stellt sicher, dass wir weiterhin Ressourcen in die Entwicklung und Wartung der persönlichen Mediensoftware von Plex investieren und gleichzeitig weiterhin eine Lifetime-Option anbieten können.“

In der Ankündigung nennt Plex ausschließlich die Änderungen bei US-Preisen, weist aber darauf hin, dass auch in anderen Märkten Preiserhöhungen anstehen. In Deutschland kostet der Plex Pass auf Lebenszeit aktuell 230 Euro. Steigen die Kosten in Relation zum US-Preis, käme man bei knapp 700 Euro raus.

Um remote, also aus einem anderen Netz als dem Heimnetz des Medienservers, auf die eigene Mediendatenbank zuzugreifen, ist seit dem vergangenen Jahr ein Plex-Abo notwendig. Es gibt dieses Abo in zwei Varianten. Der Remote Watch Pass für 2 Euro im Monat oder 20 Euro im Jahr ermöglicht es dem Abonnenten, uneingeschränkt auch außerhalb des Heimnetzes auf Inhalte zuzugreifen.

Der Plex Pass für 6 Euro im Monat oder 60 Euro im Jahr erlaubt es allen Nutzern einer vom Abonnenten zur Verfügung gestellten Datenbank, uneingeschränkt auch außerhalb des Heimnetzes auf Inhalte zuzugreifen. Er kommt zudem mit einigen Komfort-Features wie der Möglichkeit, Intros zu überspringen.

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Nur beim Plex Pass gibt es zudem die Möglichkeit eines Lifetime-Abos, das nach einmaliger Zahlung uneingeschränkt nutzbar ist. Mit seinem Preis von 230 Euro entsprach es bislang etwa dem Wert von vier Jahresabos. Verdreifacht sich der Preis, müssten sich Käufer schon sehr sicher sein – selbst elf Jahresabos wären dann günstiger.

Wer bereits einen Plex Pass auf Lebenszeit gekauft hat, behält ihn ohne Einschränkungen. Zudem haben Plex-Nutzer noch bis zum 1. Juli Zeit, den Plex Lifetime-Pass zu den bisherigen Konditionen zu kaufen. Die Monats- und Jahrespreise der Plex-Abos wollen die Betreiber aktuell nicht anpassen.

Alternative Tools wie Jellyfin erlauben Remote-Streaming aktuell ohne Kosten. Zudem kann man versuchen, VPNs einzusetzen, um Remote-Streaming-Restriktionen zu umgehen.


(dahe)



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Wildberger: „Wir geben diese digitale Republik nicht auf“


Für Politiker ist der Gang zur Digitalkonferenz re:publica seit Jahren ein gemischtes Vergnügen. Die Konferenz, die in Abgrenzung zu anderen Veranstaltungen die gesellschaftliche Dimension in den Mittelpunkt rückt, gilt unter verantwortlichen Politikern als oft schwieriges Terrain. Und auch für Karsten Wildberger war der Auftritt am Dienstagabend auf der größten verfügbaren Bühne nicht immer einfach. So wie die Zwischenbilanz des Ministers auch sonst gemischt ausfällt, so traf auch das, was der Minister im alten Postbahnhof am Gleisdreieck vorstellen konnte, auf gemischtes Echo.

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Bundesdigitalminister Wildberger versucht, die Zuhörer zumindest für manche seiner Pläne und bisherigen Ansätze als Unterstützer zu gewinnen. Bei einigen Themen ist ihm der Applaus dabei sicher. „In zweieinhalb Jahren müssen wir Produkte haben, die absolut mithalten können“, sagt der Minister über eine Abkehr von dominanten Anbietern bei Office-Software und vergleichbaren Produkten. Beim Zentrum für digitale Souveränität würde laufend überlegt, wie dieses wirksamer ausgestattet werde. Es brauche Produkte, die gegen Konkurrenzprodukte „anstinken können“, so der Minister wörtlich. Das Zendis werde bei veränderten Strukturen das Geld bekommen, das es benötige. „Wir geben diese digitale Republik nicht auf“, ruft der Minister dem Saal zu.

Es gehe aber nicht nur darum, Software für die Verwaltung zu bauen. Sondern bessere Produkte, die auch im Markt bestehen könnten. Dabei würde gelten: „Public Money, public code“. Das ist bei den Zuschauern der re:publica-Konferenz in Berlin applausfähig. Und auch, dass manche Produkte vor allem aus Komfortgründen genutzt würden, bei hohen Lizenzkosten könne dieser Komfort teuer zu stehen kommen.

Wildbergers Perspektive auf die Abhängigkeit von den USA und anderen ist dabei eine der gezielten Aufholjagd. Er hoffe, dass man weiterhin in einer Welt der Zusammenarbeit und des Handels leben würde, aber sich der Risiken bewusst sei und nicht naiv. „Wir sehen, dass technologische Fähigkeiten eine geopolitische Bedeutung haben“, sagt Wildberger mit Blick auf die Weltlage. Weshalb an den Fähigkeiten gearbeitet würde und der Staat sich selbst zu europäischen Anbietern bekennen müsse.

Er wolle den Dialog mit der Zivilgesellschaft verstärken, hier habe er im vergangenen Jahr zu wenig gemacht, gesteht der Minister ein. Doch wie freiwillig dieses Eingeständnis kommt, ist unklar. Denn zuletzt und auch bei der re:publica wurde durchaus Kritik an einigen der BMDS-Vorhaben laut – etwa am Open-Source-KI-Modul-Projekt SPARK oder auch an der für den Jahreswechsel angekündigten deutschen Umsetzung der EUDI-Wallet.

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Sicherheit habe bei der Umsetzung höchste Priorität, so Wildberger. Für den Erfolg des Projektes gebe es mehrere Kriterien: „Erstmal muss die Wallet funktionieren, dann muss sie überzeugen, indem sie sicher ist“, erklärt der Minister. Am Mittwoch ist das Digitale Identitätengesetz (DIdG)-Identitäten-Gesetz im Bundeskabinett, das die rechtlichen Grundlagen für die Wallet schaffen soll. Dann sollen sich Bürger viel einfacher gegenüber Dritten mit Daten ausweisen können, die staatlich beglaubigt sind – Wildberger denkt dabei etwa an eine „Packstation-App“ und sieht „viele, viele Anwendungsfälle, die das Leben besser machen.“ Aber das würde nur kommen, wenn ihr auch vertraut würde.

Doch das ließe sich nicht verordnen, sagt Wildberger. Die Wallet müsse sich das Vertrauen verdienen. „Wir prüfen das Ding natürlich auch auf Herz und Nieren“, sagt der Digitalminister. Und bittet doch um Mithilfe der Community, dass sie wirklich sicher würde. Es ist eines der Vorzeigeprojekte des Ministers, eines, an dem er sich selbst messen lassen will. Die Angst: dass die staatlich garantierten Daten abfließen könnten. Wildberger verspricht deshalb „volle Transparenz darüber, wer wann was genutzt hat.“ Applaus bekommt er dafür nicht.

Und auch das hat seinen Grund. Denn Wildbergers Einstellung zu Deregulierung und Änderungen beim Datenschutz wird auf der re:publica nicht vertraut. „Wir müssen vom reinen Datenschutz zu verantwortungsvoller Datennutzung kommen“, argumentiert der Minister – und der Saal ist totenstill. Eine tiefe Skepsis, dass weniger Datenschutzrecht nicht auch einen Abbau an Grundrechtsschutz bedinge, ist den Teilnehmern anzumerken.

Dass Wildberger ein klares Bekenntnis zu Digital Markets Act und Digital Services Act abgibt, den beiden aus den USA hauptsächlich angegriffenen EU-Regulierungen, ist hingegen beim Publikum konsensfähig. Und auch ein letzter Punkt: „Ich wünsche mir auch von Unternehmen manchmal auch ein bisschen mehr Verantwortung für die Gesellschaft“, so Wildberger. Wenn nicht mehr klar wäre, was wahr und falsch ist, wäre das auf Dauer zersetzend für die Gesellschaft, sagt der Politiker, der im vergangenen Jahr in die CDU eintrat.


(mho)



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