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Flacher Mini-PC mit starkem Ryzen 7 & USB4 für 525 Euro: Nipogi AM21 im Test


Der Nipogi AM21 liefert mit dem AMD Ryzen 7 8745HS eine Leistung auf Top-Niveau und bietet eine starke Port-Auswahl mit gleich zweimal USB-C.

Als Teil der Mini-PC-Union stellen Nipogi, Acemagic und Co. regelmäßig neue Mini-PC oder neue Varianten bereits vorhandener Mini-PCs vor – so auch hier. Der Nipogi AM21 mit Ryzen 7 8745HS ist dabei die modernere und damit effizientere Version des AM21 – gegenüber dem zuvor getesteten Modell mit Ryzen 9 6900HX (Testbericht). Das System gehört so aktuell zur Oberklasse und bietet 1 TB Speicher und 32 GB RAM. Obendrein punktet der Mini-PC wieder mit zweimal LAN und zweimal USB-C. Wir zeigen, wie gut sich der AM21 gegen die breite Palette an weiteren Mini-PCs mit Ryzen 7 8745HS schlägt.

Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Ausstattung: Welche Hardware bietet der Nipogi AM21?

Der AMD Ryzen 7 8745HS ist mittlerweile ein echter Klassiker im Einstiegsbereich der Oberklasse. Dabei bietet das SoC 8 Kerne und 16 Threads, setzt aber nur auf die Zen4-Architektur („Hawk Point“). Dabei handelt es sich im Grunde also nur um eine Neuauflage der 7000er-Serie. Dennoch gehört die CPU leitungstechnisch zur Spitze und taktet maximal mit 4,9 GHz. Die TDP ist grundsätzlich mit 35 W angesetzt, kann aber vom Systemkonfigurator noch deutlich erhöht werden – Nipogi gibt diese mit 45 W an.

Eine NPU für die effiziente lokale Nutzung neuronaler Netze ist nicht mit an Bord. Dabei handelt es sich aktuell ohnehin nur um eine Wette für die Zukunft, da die meisten Programme dato NPUs nicht nutzen. Die Grafikeinheit ist die Radeon 780M mit 12 Kernen (Compute Units) und bis zu 2,6 GHz Taktrate. Für eine integrierte GPU ist die 780M enorm stark und ermöglicht sogar schon leichtes Gaming.

Nipogi AM21 (8745HS) – RAM

Zu einer starken iGPU gehört auch schneller RAM, weshalb der AM21 gleich 32 GB mit 5600 MT/s (Megatransfers/s) im DDR5-Standard bietet. Die beiden 16-GB-Module arbeiten im Dual-Channel und sind von einem mutmaßlich chinesischen No-Name-Hersteller. Laut Nipogi ist das Aufrüsten auf 96 GB problemlos möglich, was wir ebenfalls bestätigen können.

Beim Speicher gibt es 1 TB mit einer schnellen M.2-NVMe-SSD von Rayson im Formfaktor 2280. Mit Crystaldiskmark messen wir 4783 MB/s im Lesen und 4415 MB/s im Schreiben. Die Festplatte soll über PCIe 4.0 x4 angebunden sein, dafür sind die Geschwindigkeiten allerdings ein wenig gering. Das Mainboard bietet noch einen weiteren Steckplatz für eine M.2-SSD im Formfaktor 2280. Der Hersteller gibt das Kapazitätslimit mit 4 TB für den zweiten Slot an, demnach wären insgesamt bis zu 8 TB möglich.

Bei den Anschlüssen stellt der Mini-PC zweimal HDMI 2.1 und zweimal USB-C bereit. Dabei handelt es sich nur bei Port auf der Rückseite um USB4 mit 40 Gbps und Displayport (DP 1.4) und Eingangsstromversorgung. Auf der Vorderseite gibt es nur USB 3.2 in Typ C mit 10 Gbps, aber auch Displayport 1.4.

Auch beim LAN ist genaues Hinsehen erforderlich, hier gibt es nämlich einen Port mit Gigabit-LAN und einen mit 2,5-Gigabit-LAN. Immerhin ist alles präzise beschriftet, was eine Verwechslung der Anschlüsse ausschließt. Die Stromversorgung erfolgt neben USB4 im Typ C auch per klassischer DC-Buchse.

Drahtlos funkt der Mini-PC leider nur mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2. Hier hätten wir uns zumindest das neuere Wi-Fi 6E mit zusätzlichem 6-GHz-Band für höhere Geschwindigkeiten im aktuell noch wenig genutzten Frequenzbereich gewünscht. Die Kommunikation findet über die Chipsätze Realtek RTL8168/8111 für Gigabit-Ethernet, Realtek RTL8125 Gaming für 2,5-Gigabit-LAN und Realtek RTL8852BE für die drahtlosen Schnittstellen statt.

Performance: Wie schnell ist der Nipogi AM21?

In PCmark 10 ist der Ryzen 7 8745HS eine echte Wundertüte und liegt bei Werten zwischen 5000 (am Ninkear M8) und fast 7500 Punkten (am Minisforum UM870 Slim) – natürlich stark abhängig von TDP, Kühlung und spezifischem Leistungsprofil. Leider hat sich der Benchmark von PCmark 10 geändert und ist nun in der Version 2.0, weshalb wir das Ergebnis von durchschnittlich 8131 Punkten nicht direkt ins Verhältnis setzen können.

Darum auf zum nächsten, vergleichbaren Benchmark: 3DMark Time Spy. Hier erreicht der AM21 3207 Punkte, davon 2864 für die Grafik und 9982 für die CPU. Damit liegt das System hinter dem UM870 Slim (3365 Punkte) und dem Acemagic W1 (Testbericht) (3225 Punkte, jeweils mit identischem Prozessor). Cinebench R24 liefert die selbe Erkenntnis, hier erreicht der AM21 104 Punkte im Single- und 872 Punkte im Multicore.

Der Cross-Platform-Benchmark Geekbench 6 attestiert dem Mini-PC 2546 Punkte im Single- und 12.333 Punkte im Multicore. Der OpenCL-Grafikbenchmark von Geekbench liefert ein Ergebnis von soliden 28.735 Punkten. Alles in allem bewegt sich der AM21 damit im oberen Mittelfeld von allen getesteten Mini-PCs mit Ryzen 7 8745HS.

Nun aber zum Gaming: Wir spielen wieder Anno 1800 und Cities Skylines 2.

In ersterem spielen wir in Full HD, wählen zunächst das sehr hohe Grafik-Preset und aktivieren FSR (FidelityFX Super Resolution) im Modus „Qualität“. So erhalten wir initial sehr starke 30 FPS beim Blick auf die 50.000-Einwohner-Stadt unseres fortgeschrittenen Endlosspiels. Allerdings sinkt die Bildrate bereits nach kurzer Zeit und stabilisiert sich dann bei nurmehr 20 FPS. Für ein flüssigeres Spielerlebnis wechseln wir zu den hohen Einstellungen, wobei wir zuerst 37 FPS erhalten. Das System pendelt sich dann bei soliden 25 FPS bereits nach kurzer Zeit ein. Damit ist das Spiel erstaunlich gut spielbar und die Optik kaum beeinträchtigt.

In dem fordernderen Titel Cities Skylines 2 spielen wir in Full HD zuerst mit dem hohen Grafikeinstellungen mit deaktivierter dynamischer Auflösungsskalierung. So erhalten wir im Schnitt nur 10 FPS (Frames per Second) in unserem jungen Endlosspiel mit knappen 12.000 Einwohnern. Das Herunterstellen auf mittlere Einstellungen mit konstanter dynamischer Auflösungsskalierung resultiert in 3 zusätzlichen FPS.

Mit niedrigen Einstellungen und damit einer automatischen dynamischen Skalierung erhalten wir schon 22 FPS, was das Spiel direkt flüssiger wirken lässt. Bei sehr niedrigen Einstellungen ist die Auflösungsskalierung wieder konstant, dafür schwanken die FPS hier deutlich mehr. Mit durchschnittlich 23 FPS gibt es auch kaum einen Zugewinn, verglichen mit den niedrigen Einstellungen.

Verbrauch: Wie hoch ist die Leistungsaufnahme des Nipogi AM21?

Durch die moderne Architektur ist der Ryzen 7 sehr sparsam und verbraucht im Idle gerade einmal 7 bis 8 W, sofern keine USB-Geräte angeschlossen sind. Unter Volllast des Systems mittels Aida64 steigt der Verbrauch für die ersten vier Minuten auf 72 W an. Dabei taktet die CPU mit rund 3,4 GHz, die iGPU mit knappen 1,8 GHz bei einer Leistungsaufnahme von 54 W nur für das SoC. Anschließend fällt der Verbrauch über 30 Sekunden stetig auf einen Endwert von 62 W. Dabei taktet die CPU dann nur noch mit 3,1 GHz und die iGPU mit 1,7 GHz. Diesen Zustand behält das System dann dauerhaft bei.

Gerade der Minisforum UM870 Slim, aber auch der Acemagic W1 haben eine höhere Leistungsaufnahme unter Last, was das Leistungs-Plus schlussendlich erklärt.

Lüfter: Wie laut ist der Nipogi AM21?

Nipogi AM21 (8745HS) – Wärmeverteilung

Im Idle ist der Lüfter des AM21 quasi unhörbar. Im Alltag wird er vereinzelt anspringen mit einer Lautstärke um die 28 bis 30 dB(A). Lasten wir das System allerdings mit Aida64 voll aus, messen wir mit dem Smartphone im Schnitt 36 dB(A) direkt am Gehäuse und 21 dB(A) in einem Meter Entfernung. Damit ist das System von der Lautstärke wie erwartet und hält die Temperaturen von CPU und iGPU mit maximal 83 und 80 Grad gut in Schach. Der Lüfter gibt auch hier einen eher pfeifenden Klang von sich, was empfindliche Nutzer stören könnte. Zudem rattert der Lüfter ein wenig bei hohen Drehzahlen.

Das AMI-BIOS bietet leider nur einen geringen Umfang an Einstellungen. Darunter sind weder Leistungs- noch Lüfterprofile.

Software: Welches Betriebssystem ist auf dem Nipogi AM21 installiert?

Auf dem Nipogi AM21 ist Windows 11 Pro vorinstalliert, das sich direkt ohne Internetverbindung einrichten lässt. Der anschließende vollständige Virenscan mit dem Windows Defender bleibt ohne Befund, erst danach verbinden wir das Gerät mit dem Internet für Updates.

Das System verzichtet zudem auf jegliche Bloatware mit Ausnahme der Microsoft-Apps und -Dienste. Über das erweiterte Startmenü von Windows gelangen wir in das BIOS des Mini-PCs, worüber wir auf unseren USB-Stick mit Ventoy booten – Secure Boot war dabei bereits ab Werk deaktiviert.

Wir wählen Ubuntu 24.04.3 LTS als Linux-Repräsentant und merken im System direkt: Das Bild an unserem mobilen Monitor geht wiederholt aus, zudem gibt der Lautsprecher des Monitors jedes Mal ein Plop-Geräusch von sich. Schließen wir den USB-Anschluss des Monitors nicht am Mini-PC, sondern direkt an ein Ladegerät an, ist der Fehler verschwunden.

Die Auflösung erkennt Linux korrekt und Ethernet, WLAN und Bluetooth sind direkt einsatzbereit. Das Audio will über HDMI nicht funktionieren, nur über den AUX-Port in der Front bekommen wir einen Output. Das Aufwecken aus dem Ruhemodus funktioniert dafür einwandfrei.

Gehäuse: Wie ist die Verarbeitung des Nipogi AM21?

Der AM21 bietet das identische, vergleichsweise flache Gehäuse zur anderen Variante des AM21 mit Ryzen 9 6900HX (Außenmaße: 119 × 119 × 36,9 mm). Der Rahmen ist vollständig aus Kunststoff gefertigt und gut verarbeitet. Die einzelnen Paneele sind dabei allerdings sehr dünn und damit leider auch leicht biegbar. Damit fühlt sich das Gehäuse nicht so hochwertig und generell fragiler, als ein Metallgehäuse an – auf dem Tisch aber an sich kein Problem.

Nur leichte Schrammen können hier nicht ausgeschlossen werden, wie der Test der anderen Ausstattungsvariante mit Ryzen 9 zeigt. Seitlich und am Boden gibt es Mesh-Gitter zum Luftaustausch, die Oberseite zieren zahlreiche Sticker des Herstellers. Darunter sind neben QR-Codes zum Support auch Hinweise bei den LAN-Ports, dass die Einrichtung von Windows ohne Internet schneller abläuft. So werden nämlich nicht bereits während der Einrichtung die aktuellen Updates heruntergeladen und man landet schneller im System.

Nipogi AM21 (8745HS) – Geöffnetes Gehäuse

Das Öffnen des Gehäuses beginnt mit vier Schrauben auf der Unterseite. Anschließend lässt sich die Bodenplatte leicht abnehmen und erlaubt Zugriff auf RAM und SSD. Im Folgenden können wir alle vier Schrauben am Mainboard lösen und die M.2-SSD ausbauen. Das erlaubt uns nun, den Deckel mitsamt Mainboard aus dem Rahmen zu ziehen. Dabei ist Vorsicht bei den Antennenkabeln geboten, diese sollten abgesteckt oder zumindest aus den Befestigungen am Rahmen gelöst werden.

Das Herausnehmen des Deckels ist ein wenig umständlich, aber mit etwas Geduld nicht unmöglich. Sind die Teile getrennt, müssen wir noch vier Abstandshalter lösen und können anschließend den Lüfter problemlos warten.

Preis: Was kostet der Nipogi AM21?

Der Nipogi AM21 (8745HS) mit 1 TB SSD und 32 GB RAM ist aktuell für 520 Euro (Coupon anwählen) bei Amazon erhältlich. Normalerweise kostet er dort ohne Coupons 700 Euro.

Fazit

Der Nipogi AM21 ist ein effizienter und leistungsstarker Mini-PC mit guter Ausstattung. Sein Ryzen 7 8745HS kommt zwar nicht ganz gegen die stärksten an, liefert im Alltag und beim Gaming aber dennoch solide Leistung. Zudem bietet das System mit zweimal USB-C, davon einer sogar mit Eingangsstromversorgung, und zweimal Ethernet eine hervorragende Konnektivität.

An sich ist der Mini-PC also nahezu tadellos, das einzige Problem: die Konkurrenz. Der mit dem gleichen Ryzen 7 8745HS ausgestattete Minisforum UM870 Slim bietet zum gleichen Preis neben einer gleichwertigen Ausstattung auch noch mehr Leistung. Hier spricht dann nur noch das kompakte Gehäuse und möglicherweise der zusätzliche Ethernet-Port für den AM21.



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Europas Chip-Champion: Besuch in einer Halbleiterfabrik von Infineon


Leistungshalbleiter sind allgegenwärtig, weil sie in fast allen elektrischen und elektronischen Geräten stecken. Sie sind jedoch im Wortsinn „Hidden Champions“, weil man sie normalerweise nicht sieht. Denn Schalttransistoren verstecken sich als unscheinbare Bauteile in Spannungswandlern. Nur weil solche Wandler dank moderner Halbleiter robust, effizient und günstig geworden sind, gibt es überhaupt erschwingliche E-Bikes, USB-C-Netzteile, Powerbanks, Akkuschrauber, Photovoltaik, E-Autos und IT-Hardware. Auch die Energiewende und sogar der KI-Boom hängen wesentlich an hocheffizienten und bezahlbaren Spannungswandlern.

  • Infineon gehört zu den weltweit größten Produzenten von Leistungshalbleitern.
  • Als erster Hersteller fertigt Infineon Galliumnitrid-Chips auf 30-Zentimeter-Wafern.
  • Im Kärntner Villach begann Siemens schon 1970 mit der Verarbeitung von Dioden.

Die deutsche Firma Infineon betreibt einige der weltweit größten Fertigungswerke (Fabs) für Leistungshalbleiter und ist mit knapp 15 Milliarden Euro Umsatz der größte europäische Chiphersteller. Im weltweiten Vergleich liegt Infineon auf Rang elf, und das, obwohl die Firma keine CMOS-Logikchips mit Abermilliarden Transistoren produziert, sondern vermeintlich simple Bauteile. In denen steckt jedoch jede Menge Hirnschmalz, wie unser Besuch in der Infineon-Chipfabrik im österreichischen Villach zeigt.

Die Entwickler der Leistungshalbleiter treiben die Effizienz und die Belastbarkeit immer höher und die Herstellungskosten herunter. Moderne Materialien wie Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC) erschließen neue Anwendungsbereiche und Märkte. Dadurch verdient Infineon etwa am KI-Boom mit. Außerdem entwickelt die Firma in Villach Chips für Quantencomputer: Wir schauen hinter die Kulissen.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Europas Chip-Champion: Besuch in einer Halbleiterfabrik von Infineon“.
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Top 10: Der beste Open-Ear-Kopfhörer im Test – Shokz fast so gut wie In-Ears


JBL Sense Pro: Einer der besten Open-Ear-Kopfhörer im Test

JBL bringt mit dem Sense Pro einen der technisch umfassendsten Open-Ear-Kopfhörer an den Markt. Wir haben ihn getestet.

VORTEILE

  • exzellenter Open-Ear-Klang
  • Bluetooth 6.0 mit Auracast
  • Hi-Res-Audio via LDAC
  • sehr gute Telefoniequalität
  • umfangreiche App mit Hörtest

NACHTEILE

  • Touch-Steuerung zu empfindlich
  • Gesten kaum anpassbar
  • bei Bewegung leichtes Rutschen

JBL bringt mit dem Sense Pro einen der technisch umfassendsten Open-Ear-Kopfhörer an den Markt. Wir haben ihn getestet.

JBL hat auf der Gamescom 2025 die Sense Pro vorgestellt – als Premium-Modell neben den Gaming-Headsets der Quantum-Serie. Die Nachfolger des Soundgear Sense bringen einige Neuerungen mit: größere 16,2-mm-Treiber, Bluetooth 6.0 mit Auracast-Unterstützung, Hi-Res-Audio via LDAC und eine verbesserte Akkulaufzeit. Damit positioniert sich JBL im oberen Preissegment gegen Konkurrenten wie die Anker Soundcore Aerofit 2 oder die Shokz Openfit 2+. Wir haben sie getestet.

Design

Die JBL Sense Pro setzen auf einen hochwertigen, unaufdringlichen Look. Mattes Silikon kombiniert mit metallischen Akzenten sorgt für ein elegantes Erscheinungsbild. Die Kopfhörer wirken premium.

JBL bietet sie in fünf Farbvarianten an: Grau, Blau, Lila, Weiß und Schwarz. Die Farbpalette ist gelungen, besonders das Blau sticht positiv hervor. Im Vergleich zu den Nothing Ear (Open) mit ihrem transparenten Plexiglas-Design wirken die JBL dezenter und erwachsener.

Die Sense Pro fallen etwas größer aus als viele andere Open-Ear-Kopfhörer. Sie sind zwar kleiner als der Vorgänger Soundgear Sense, der Bügel steht aber deutlich sichtbar vor dem Ohrkanal. An zierlichen Ohren könnte das optisch etwas wuchtig wirken.

Verarbeitung

Der Bügel besteht aus einer Titanlegierung und behält seine Form auch nach häufigem Biegen und Verstauen. Das Silikon fühlt sich angenehm an und reizt auch bei längerem Tragen nicht.

Die IP54-Zertifizierung schützt vor Staub und Spritzwasser. Für Sport und leichten Regen reicht das aus. Wer allerdings regelmäßig im Starkregen joggt oder die Kopfhörer zum Schwimmen nutzen will, sollte zu Modellen mit höherer Schutzklasse greifen.

Tragekomfort der JBL Sense Pro

Der Tragekomfort gehört zu den Stärken der Sense Pro. Die leichte Bauweise und der gleichmäßige Druck durch das Split-Hook-Design ermöglichen ganztägiges Tragen ohne Druckstellen. Selbst nach mehreren Stunden spürt man die Kopfhörer kaum.

Durchdacht wirkt der verstellbare Ohrbügel mit 20-Grad-Scharnier. Damit lassen sich die Sense Pro an verschiedene Ohrformen anpassen. Das funktioniert ähnlich gut wie bei den Soundcore Aerofit 2 mit ihrer vierstufigen Mechanik.

Bei Bewegung zeigt sich allerdings eine Schwäche: Die Kopfhörer können bei manchen Trägern verrutschen. Das betrifft vor allem Menschen mit kleineren oder ungewöhnlich geformten Ohren. Die Nothing Ear (Open) sitzen hier etwas sicherer, da ihr schmalerer Bügel mehr Grip bietet.

JBL Sense Pro

Bedienung und App des JBL Sense Pro

JBL setzt bei den Sense Pro auf Touch-Bedienung. Die linke Seite regelt die Lautstärke, die rechte Seite steuert die Wiedergabe. Das Konzept klingt logisch, doch die Umsetzung hinkt.

Die Touch-Flächen reagieren zu empfindlich. Im Test kam es regelmäßig zu unbeabsichtigten Auslösungen – etwa beim Zurechtrücken der Kopfhörer. Physische Tasten wie bei den Shokz Openfit 2+ wären hier die bessere Wahl gewesen.

Ärgerlich: Die Touch-Steuerung lässt sich in der App kaum anpassen. Nutzer können lediglich die Funktionsblöcke zwischen links und rechts tauschen oder die Touch-Steuerung komplett deaktivieren. Eine individuelle Belegung fehlt. Auch das Deaktivieren einzelner Gesten – etwa des empfindlichen Einzeltipps – ist nicht möglich.

Trotzdem gehört die JBL Headphones App zu den besseren Begleit-Apps für Kopfhörer. Sie bietet einen großen Funktionsumfang und ist übersichtlich gestaltet.

Ein zweiminütiger Hörtest erstellt auf Wunsch ein individuelles Klangprofil für beide Ohren. Die App passt den Klang dann frequenziell an die persönlichen Hörfähigkeiten an. Das funktioniert besonders gut bei asymmetrischen Hörverlusten – etwa wenn ein Ohr hohe Frequenzen schlechter wahrnimmt als das andere. Der Unterschied ist hörbar: Musik klingt nach der Kalibrierung ausgewogener und detaillierter.

Der Equalizer bietet zehn Bänder von 32 Hz bis 16 kHz. Dazu kommen sechs Presets für Bass, Jazz, Club und weitere Genres. Ein Balance-Regler ermöglicht den Stereo-Ausgleich zwischen links und rechts.

Weitere App-Funktionen umfassen: Spatial Audio aktivieren/deaktivieren, Voice-Tone-Optionen für Anrufe, Entspannungsklänge, Sleep-Timer, Find-My-Earbuds und Firmware-Updates. Die Entspannungsklänge sind ein nettes Extra für Meditation oder zum Einschlafen.

Die Open-Ear-Kopfhörer unterstützen Bluetooth 6.0. Das bringt neben verbesserter Energieeffizienz auch Auracast, einen neuen Bluetooth-Standard für Audio-Sharing. Damit können viele Nutzer gleichzeitig denselben Audiostream empfangen – etwa in Flughäfen, Fitnessstudios oder Kinos. Noch ist die Infrastruktur dafür kaum vorhanden, aber das Feature ist zukunftssicher.

Multipoint für die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten funktioniert zuverlässig. Der Wechsel zwischen Laptop und Smartphone klappt nahtlos.

Klangqualität

Die 16,2-mm-Treiber der Sense Pro liefern einen der besten Klänge im Open-Ear-Segment. JBL nennt die Technologie Open Sound mit Adaptive Bass Boost. In der Praxis bedeutet das: natürlicher, luftiger Klang mit überraschend kräftigem Bass.

In ruhigen Umgebungen entfalten die Kopfhörer ihr volles Potenzial. Details in der Musik werden hörbar, die Bühne wirkt breit und räumlich. Der Adaptive Bass Boost sorgt dafür, dass tiefe Frequenzen nicht untergehen – ein häufiges Problem bei Open-Ear-Kopfhörern. Im Vergleich zu den Soundcore Aerofit 2 liegt der Bass auf ähnlichem Niveau, beide Modelle gehören hier zur Spitzenklasse. Trotzdem kann die Klangqualität bauartbedingt nicht mit guten In-Ear- oder Over-Ear-Modellen mithalten.

JBL Sense Pro

Der JBL Spatial Sound erweitert die Klangbühne zusätzlich. Bei Filmen und Spielen sorgt das für mehr Immersion. Allerdings reduziert Spatial Audio die Akkulaufzeit spürbar.

Die Sense Pro unterstützen LDAC für hochauflösendes Audio mit 24 Bit. Auf Android-Geräten mit LDAC-Unterstützung klingt die Musik hörbar besser als mit dem Standard-Codec SBC. iPhone-Nutzer müssen mit AAC vorliebnehmen – immer noch gut, aber nicht auf Hi-Res-Niveau.

Bei Umgebungslärm stoßen die Sense Pro an ihre Grenzen. In der U-Bahn oder an belebten Straßen verliert der Sound an Durchsetzungskraft. Das betrifft bauartbedingt alle Open-Ear-Kopfhörer. Wer in lauten Umgebungen Musik genießen will, braucht In-Ears oder Over-Ears mit ANC.

Die Privatsphäre ist gut gewahrt: Erst bei hoher Lautstärke hört die Umgebung etwas mit. JBL hat die Schallabstrahlung nach außen effektiv reduziert.

Bei der Anrufqualität überraschen die Sense Pro positiv. Vier Mikrofone und ein zusätzlicher Knochenleitungssensor sorgen für klare Sprachübertragung. Ein KI-Algorithmus filtert Umgebungsgeräusche zuverlässig heraus. Im Test verstand uns das Gegenüber klar und deutlich. Die Huawei Freearc sind zwar noch einen Tick besser zum Telefonieren, aber die JBL gehören definitiv zur Spitzengruppe.

JBL Sense Pro

Akku

Die Akkulaufzeit der Sense Pro ist solide. JBL verspricht 8 Stunden pro Ladung bei den Ohrhörern. In der Praxis erreichen wir bei normaler Lautstärke 7 bis 8 Stunden – das deckt sich mit den Herstellerangaben.

Das Ladecase liefert weitere 30 Stunden Energie. Insgesamt sind also 38 Stunden Wiedergabe möglich, bevor das Case an die Steckdose muss. Das liegt im oberen Mittelfeld: Die Earfun Openjump schaffen 42 Stunden, die Nothing Ear (Open) etwa 30 Stunden.

10 Minuten Laden reichen für 4 Stunden Wiedergabe. Das rettet den Arbeitstag, wenn man morgens das Laden vergessen hat. Wireless Charging wird unterstützt.

Preis: Was kostet der JBL Sense Pro?

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 180 Euro. Aktuell sind die Sense Pro für 160 Euro (Amazon) erhältlich.

Fazit

Die JBL Sense Pro gehören zu den besten Open-Ear-Kopfhörern am Markt. Sie überzeugen mit hervorragendem Klang, langer Akkulaufzeit und zukunftssicherer Technik wie Auracast. Die Personi-Fi-Kalibrierung und der umfangreiche Equalizer heben sie von der Konkurrenz ab. Auch die Telefonqualität ist überdurchschnittlich gut.

Kritikpunkte sind die zu empfindliche Touch-Steuerung und die eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten für Gesten. Wer physische Tasten will, sollte zu den Shokz Openfit 2+ greifen. Für alle anderen sind die Sense Pro eine klare Empfehlung.



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Bericht: EU will ZTE und Huawei bei Netzwerken und Solar verbannen


Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland enthält ein zur Vorstellung am 20. Januar geplantes Gesetz über Cybersicherheit Passagen, die ZTE und Huawei als Zulieferer für Telekommunikationsinfrastruktur, Photovoltaikanlagen und Sicherheitsscanner ausschließt.

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Die EU-Kommission überarbeitet ihre Sicherheits- und Technologiepolitik und will nicht nur ihre Abhängigkeit von großen US-Technologieunternehmen verringern, sondern auch von chinesischen Anbietern, die sie als risikoreich einordnet. Die USA haben Huawei seit Langem aus ihren Telekommunikationsnetzen verbannt.

Das vorgeschlagene Gesetz der EU wird es voraussichtlich für EU-Länder verbindlich machen, risikoreiche Anbieter aus ihren Netzwerken etwa für 5G- oder 6G-Mobilfunk auszusperren, sagten Informanten der Financial Times. Bisher war das freiwillig. Die EU hatte auch die Zulieferung beim Bau von Zügen und Windkraftanlagen im Visier.

In Brüssel wächst offenbar die Sorge, dass sensible Daten nach China abfließen könnten. Die Entfernung chinesischer Technik solle zeitlich abgestuft je nach Bereich, Ausstiegskosten und verfügbaren Alternativen erfolgen.


(jes)



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