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+++ Holidu +++ Averia +++ Roll-ups +++ allseven +++ IBB Ventures +++ Ivy +++ Augustus +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ Holidu wächst auf 114,8 Millionen Umsatz +++ Averia: Rocket-Manager Viktor Pallua drängt ins Roll-up-Segment +++ Seriengründer Tom Strohmeier startet allseven +++ IBB Ventures stemmt 13 neue Investments +++ Aus Ivy wird Augustus +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Dienstag, 19. Mai).
#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
#STARTUPTICKER
Holidu
+++ Zahlencheck! Das Münchner Ferienhaus-Scaleup Holidu präsentiert sich weiter als schnell wachsendes Unternehmen. 2024 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 114,8 Millionen Euro (Vorjahr: 80,8 Millionen). Auch unter dem Strich sieht es leicht besser aus: „Der EBITDA-Verlust fiel im abgelaufenen Geschäftsjahr mit EUR -28,3 Mio. (Vorjahr: EUR -32,0 Mio.) deutlich niedriger aus als im Vorjahr, ebenso der Jahresfehlbetrag mit EUR -34,3 Mio. (Vorjahr: EUR -37,8 Mio.).“ Für das bereits abgelaufene Geschäftsjahr 2025 rechnete die Jungfirma mit einer weiteren Verbesserung der Lage: “ Wobei der Nettoverlust im Vergleich zu 2024 um etwa 10 % sinken wird“. In den vergangenen Jahren flossen bis Ende 2024 bereits rund 175 Millionen Euro in Holidu, 2014 gegründet. Insgesamt kostete der Aufbau des Unternehmens bis Ende 2024 bereits 183 Millionen. Im Jahre 2025 konnte das Team, das zuletzt im großen Stil auf Übernahmen setzte, dann aber weiteres Kapital einsammeln – samt einer Tranche in Höhe von 15 Millionen, die 2026 abgerufen werden kann. Zuletzt wirkten durchschnittlich 579 Mitarbeitende für Holidu (Vorjahr: 524). Holidu ist somit weiter extrem rasant unterwegs. Profitabilität ist aber auch beim millionenschweren Travel-Scaleup inzwischen ein wichtiges Thema. Vor allem Künstliche Intelligenz soll dabei helfen, schwarze Zahlen zu schreiben. „Es wird geplant, in diesen Bereich zu investieren, und erwartet, dass KI eine wichtige Rolle dabei spielen wird, die schneller zu erreichen“, heißt es im Jahresabschluss. Mehr über Holidu
Averia
+++ Erfahrener Startupper im Buy-and-Build-Fieber! Roll-up-Modelle sind weiter extrem angesagt in der deutschen Startup-Szene. Bei Averia aus Köln dreht sich alles um die Themenfelder Geo- und Umwelttechnik. „Unser Ziel ist es, Unternehmen in den Bereichen Geotechnik, Hydrogeologie, Umwelttechnik und Altlastenerkundung bei der Nachfolge zu unterstützen und zukunftssicher weiterzuführen“, teilt das Team mit. Hinter dem Nachfolge-getriebenem Buy-and-Build-Modell stecken Fabian Frick (früher McKinsey) sowie der ehemalige HelloFresh- und Rocket Internet-Manager Viktor Pallua. Zur ihrem Ansatz schreiben die Averia-Macher: „In jeder Region etablieren wir größere Champions, um eine starke Basis hinsichtlich Organisation, Prozessabläufen und Technologie zu bilden.“ Investoren wie Tengelmann Ventures, Vorwerk Ventures und der junge Roll-up-Investor Aven Capital Partners investierten bereits in die 2025 gegründete Jungfirma. Mehr über den Roll-up-Boom
allseven
+++ Neustart mit gesunder Lebensspanne! Seriengründer Tom Strohmeier (Codingpeople, The Fashion Corner) gründet gemeinsam mit Sophia Strohmeier das Unternehmen allseven. Das Startup aus Caputh bei Potsdam möchte sich als „evidenzbasierte Healthspan-Plattform“ etablieren. Konkret geht es darum, „wissenschaftlich fundierte Produkte und alltagstaugliche Routinen für gesunde Lebensjahre zusammenzuführen“ und zu verkaufen. Mit Codingpeople baute Tom Strohmeier vor einigen Jahren einen langlebigen Webcoding-Dienstleister auf. Nun steigt er mit allseven in den Trendmarkt für Longevity ein. Mehrere Business Angels investierten bereits eine sechsstellige Summe in die Jungfirma aus Brandenburg. Mehr über allseven
IBB Ventures
+++ Starke Berlin-Bilanz! Der Berliner Investor IBB Ventures zieht Bilanz: 2025 investierte der Frühphasengeldgeber in 13 neue Unternehmen und tätigte zudem 26 Folgeinvestments. „Das von der IBB Ventures bereitgestellte Finanzierungsvolumen betrug 14,4 Millionen Euro. Zusätzlich investierten Co-Investoren weitere 98,3 Millionen Euro“, teilt der Investor mit. Ende 2025 waren im Portfolio von IBB Ventures 99 Startups versammelt. Die vielen Portfolio-Firmen erwirtschafteten zuletzt einen Gesamtumsatz von 772 Millionen Euro und beschäftigten 3.414 Mitarbeitende. Die Investments des Geldgebers wirken somit extrem für den Standort Berlin. Im laufenden Jahr investierte das Team von IBB Ventures bereits in 9 neue Startups. Hinzu kommen sechs Folgefinanzierungsrunden. Mehr über IBB Ventures
Augustus – Ivy
+++ Kaiserliche Umbenennung samt Vollbanklizenz! Das Berliner FinTech Ivy ist nun als Augustus unterwegs. Und es gibt noch mehr Neuigkeiten vom millionenschweren Startup, das unter anderem von Valar Ventures (Peter Thiel und Co.) unterstützt wird. Die Jungfirma, 2021 von Ferdinand Dabitz, Joshua Becker, Simon Wimmer und Peter Mosebjane gegründet, sicherte sich gerade von der US-Finanzaufsichtsbehörde Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eine vorläufige Genehmigung für eine nationale Vollbanklizenz. Das FinTech positioniert sich als „erste Clearing-Bank für die AI-Ära“. Das Team konzentriert sich auf „Transaktionen zwischen Banken und Finanzinstituten weltweit“. In den vergangenen Jahren flossen bereits rund 40 Millionen US-Dollar in Augustus. Mehr über Augustus
Roll-ups
+++ Immer mehr Teams wandeln auf den Pfaden von Arsipa und Entro. Inzwischen tummeln sich neben Segment-Pionier Tengelmann Ventures auch Investoren wie Cherry Ventures, Vorwerk Ventures und Discovery Ventures im boomenden Roll-up-Segment. Mehr in StartupsToWatch
Startup-Radar
+++ Erneut bereichern vielversprechende Neugründungen die Startup-Szene. Im Folgenden stellen wir diese junge Unternehmen vor: BidSeeker.ai, ViaThermo, Yuma Health, Cove und TerraSpark. Mehr im Startup-Radar
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
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Foto (oben): KI
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KI schreibt fast den gesamten Code – doch der Boom hat seinen Preis
In Startups entsteht fast jede Zeile Code mit KI – doch mit der neuen Geschwindigkeit wächst auch ein unerwartetes Problem.
Bei Alma, einer KI-App für Ernährungscoaching, wird inzwischen nahezu jede Zeile Code von künstlicher Intelligenz geschrieben. „Ich übertreibe nicht“, sagt Mitgründer und CEO Rami Alhamad. „Fast alles, was wir veröffentlichen, wird von KI generiert.“
Mit Alma ist das Unternehmen nicht allein. In einer Umfrage unter mehr als zwei Dutzend Startup-Gründern und Venture-Capital-Investoren stellte Gründerszene fest, dass KI sich innerhalb kürzester Zeit zum wichtigsten Autor von Startup-Code entwickelt hat. Das mit Abstand bevorzugte Werkzeug: Claude Code von Anthropic.
Milliarden fließen in KI-Programmierer
Programmieren entwickelt sich gerade zum vielleicht wichtigsten Anwendungsfall generativer KI. Investoren stecken Milliarden in Startups wie Lovable, Replit und Cursor.
Vergangene Woche kündigte SpaceX an, Cursor für 60 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Anthropic hat zudem die Unterlagen für einen Börsengang eingereicht, der noch in diesem Jahr erwartet wird.
„KI hat jedem eine Kreissäge in die Hand gedrückt“
Für Dan Lorenc, Mitgründer und CEO des Cybersicherheitsunternehmens Chainguard, ist der Wandel enorm.
„KI hat jedem eine Kreissäge in die Hand gedrückt“, sagt er. „Man arbeitet viel schneller, aber es ist auch deutlich einfacher, sich dabei einen Finger abzuschneiden. Im Moment versucht jeder herauszufinden, welche Sicherheitsvorkehrungen nötig sind, um diese Technologie verantwortungsvoll einzusetzen.“
Lorenc lässt inzwischen seinen gesamten Code von Claude Code erzeugen. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei rund 60 Prozent.
„Damals hat man den Code noch selbst geschrieben, und die Sprachmodelle haben einem höchstens etwas Tipparbeit abgenommen“, sagt er. „In den vergangenen vier bis sechs Monaten sind die Modelle und die Entwicklungswerkzeuge so gut geworden, dass man sie hauptsächlich noch steuert. Was früher Wochen oder Monate dauerte, lässt sich heute in Stunden oder wenigen Tagen erledigen.“
Entwickler schreiben kaum noch selbst
Ähnlich sieht es bei Wordsmith AI aus, einer KI-Plattform für Rechtsteams. „Menschen schreiben nur noch sehr wenig Code direkt selbst“, sagt CTO und Mitgründer Volodymyr Giginiak. „Die entscheidende Frage ist heute nicht mehr, wer den Code schreibt, sondern wie viel Eigenständigkeit die KI dabei besitzt.“
Aktuell erledigt KI nach seiner Einschätzung etwa zehn Prozent aller Aufgaben vollständig autonom. In einem Jahr könnten es bereits 80 bis 90 Prozent sein.
„Softwareentwicklung verschwindet nicht – sie wird grundlegend neu organisiert“, sagt er. „Die wertvollsten Entwickler werden diejenigen sein, die den richtigen Kontext schaffen, damit KI effektiv arbeiten kann.“
Der Preis für das höhere Tempo
Doch die neue Geschwindigkeit hat ihren Preis. Viele Gründer berichten von fehlerhaftem, schlecht wartbarem oder unnötig kompliziertem KI-Code. „Der Trend, den ich für 2026 sehe: Die ,Vibe-Coding‘-Blase wird eine Welle fragiler und kaum wartbarer Produkte hervorbringen, die von Menschen entwickelt wurden, die sie nach dem Launch gar nicht langfristig betreuen können“, sagt Zukunftsforscher Jason Alan Snyder.
Investoren sprechen bereits von einer „Cleanup Tax“
Auch Almas Investor Menlo Ventures warnt vor den Schattenseiten. In einem Bericht aus dem vergangenen Dezember bezeichnet die VC-Firma das Phänomen als „Cleanup Tax“.
Die Produktivitätsgewinne beim Schreiben von Code könnten durch den zusätzlichen Aufwand für Fehlerbehebung und Qualitätssicherung teilweise wieder verloren gehen. Das führe zu einem „ROI-Paradox“: KI macht Entwickler zwar deutlich schneller, erzeugt aber gleichzeitig neue Arbeit.
Menschliches Urteilsvermögen wird wichtiger
Auch bei Blueprint, einem Startup für KI-Software im Gesundheitsbereich, wird inzwischen fast der gesamte Code von KI geschrieben. Im August vergangenen Jahres lag dieser Anteil noch bei 40 Prozent.
CEO Danny Freed sieht darin vor allem einen Vorteil: Neue Ideen lassen sich heute deutlich günstiger und schneller testen. Dennoch seien menschliche Entwickler wertvoller denn je. „Geschmack und Urteilsvermögen sind heute entscheidender als jemals zuvor“, sagt Freed. „Nur weil etwas gebaut werden kann, heißt das noch lange nicht, dass es auch gebaut werden sollte.“
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Amazon-Gründer Jeff Bezos investiert in diese fünf KI-Startups
Jeff Bezos Family Office sicherte sich im Juni Beteiligungen an fünf KI-Startups – vom Roboterhirn bis zur KI für Chemieforschung.
Jeff Bezos macht keine Sommerpause, zumindest nicht mit seinem Geld. Wie der US-Wirtschaftssender CNBC unter Berufung auf Daten der Analyseplattform Fintrx berichtet, hat das Family Office des Amazon-Gründers im Juni in gleich fünf KI-Startups investiert. Damit ging im Juni jeder zehnte Startup-Deal eines Family Offices auf das Konto von Bezos Expeditions.
Fünf KI-Deals und ein Milliardenprojekt
Den größten Deal machte Bezos praktisch mit sich selbst, denn sein Family Office beteiligte sich an der Series-B-Finanzierungsrunde von Prometheus, die laut CNBC zwölf Milliarden US-Dollar einsammelte. Das Startup hat Bezos selbst mitgegründet. Er führt es als CEO. Inzwischen wird es mit 41 Milliarden Dollar bewertet.
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Prometheus entwickelt nach eigenen Angaben einen „künstlichen Ingenieur“, der künftig Produkte schneller entwickeln soll, von Flugzeugtriebwerken bis zu Medikamenten. Damit die Künstliche Intelligenz das kann, braucht sie allerdings jede Menge Rechenleistung und Daten. Das hat seinen Preis, denn mehr als 18 Milliarden Dollar hat das Startup dafür bereits eingesammelt.
Vier neue Wetten auf KI
Doch Prometheus war längst nicht der einzige KI-Deal auf Bezos‘ Einkaufsliste. Darunter waren ebenfalls General Intuition, CuspAI, Generalist und Flourish. Die Unternehmen verfolgen dabei sehr unterschiedliche Ansätze.
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CuspAI entwickelt KI-Modelle für die Chemieforschung, Flourish arbeitet an neuronalen Netzwerken, die sich am menschlichen Gehirn orientieren. Generalist baut KI für Roboter, die immer komplexere Aufgaben übernehmen sollen. General Intuition wiederum trainiert räumliche KI-Modelle mithilfe von Millionen Stunden Videospielmaterial. An dessen Finanzierungsrunde beteiligte sich wohl auch Hillspire, das Family Office des früheren Google-Chefs Eric Schmidt.
Bezos sieht keine Gefahr durch eine KI-Blase
Von einer möglichen KI-Blase lässt sich Bezos jedenfalls nicht aus der Ruhe bringen. Dem Sender CNBC erklärte er bereits im Mai, selbst wenn sich der Markt überhitzen sollte, würden die hohen Investitionen langfristig Innovationen hervorbringen. Gute Ideen würden am Ende die vielen gescheiterten Projekte mitfinanzieren.
Mit bislang acht Direktinvestments in private Unternehmen ist Bezos Expeditions laut dem Nachrichtensender zitierten Fintrx-Daten in diesem Jahr das aktivste Family Office im KI-Sektor.
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Sieben neue Unicorns: Diese deutschen Startups sind jetzt Milliarden wert
Sieben deutsche Startups wurden 2026 zu Unicorns, andere verloren den Milliardenstatus. Welche Einhörner wachsen, welche Jobs schaffen – und wo der Personalaufbau stockt.
Die erste Hälfte des Jahres ist vorbei – und die deutsche Startup-Szene zählt einige neue Einhörner. Ein Zwischenfazit: Sieben Startups haben 2026 erstmals die Milliardenbewertung erreicht, während andere ihren Einhorn-Status wieder verloren haben.
Diese Startups sind seit 2026 Einhörner
Den Anfang machte im Januar das Mannheimer Software-Startup Osapiens, das erstmals mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet wurde.
Im März folgte Dash0: Das Startup für KI-Kontrollsoftware erreichte nach einer Finanzierungsrunde über 110 Millionen US-Dollar ebenfalls die Milliardenbewertung und wurde damit zum zweiten deutschen Einhorn des Jahres.
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Und es brodelte die Gerüchteküche: Laut Insidern gab es bereits im Februar eine Finanzierungsrunde für das Berliner Rüstungs-Startup Stark Defence sowie einen 270 Millionen Euro schweren Auftrag, um sogenannte Kamikazedrohnen für die Bundeswehr zu produzieren. Damit wurde auch Stark zum Unicorn und verdreifachte mutmaßlich im Juni seine Bewertung mit einer weiteren Runde, bei der das Startup eine halbe Milliarde Euro einsammelte.
Der bayrische Batteriespeicheranbieter CMBlu ist seit April ein Einhorn – bei Investoren sammelte das Startup 50 Millionen Euro frisches Kapital ein, die Bewertung kletterte auf mehr als eine Milliarde Euro. Im Mai schloss sich das deutsche Fusions-Startup Focused Energy an, sichert sich 240 Millionen US-Dollar und knackte die Milliarden-Bewertung.
Die Rekordsumme von 1,4 Milliarden Dollar kassierte Neura Robotics Anfang Juni. Die Bewertung: sieben Milliarden Dollar und damit Einhorn-Status.
Der jüngste Zugang im Unicorn-Club ist das Mobility-Startup Finn: Ende Juni gab CEO Maximilian Wühr bekannt, dass das Unternehmen 140 Millionen Euro angesammelt hat und damit die Milliarden-Bewertung erreicht.
Wer den Unicorn-Status in diesem Jahr verloren hat
Wiederum haben andere Einhörner ihren Status verloren. Dazu gehört die Versicherungsfirma Clark aus Frankfurt. 2021 hatte das Startup die Milliardenbewertung erreicht. Laut einem Bericht des Manager Magazins sei nun der Umsatz eingebrochen – statt Gewinnen schreibe die Firma Verluste. Die Clark-Investoren sollen das Startup bereits abgewertet haben.
Einen Exit gab es für das Berliner Startup Contentful: Der Anbieter für Content-Management-Plattformen wurde von dem US-Softwarekonzern Salesforce übernommen, wie das ehemalige Unicorn im Juni selbst bekannt gab.
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Wer wächst – und wen die Einhörner suchen
Ob ein Unternehmen aber tatsächlich wächst, zeigt sich oft an anderer Stelle: beim Personal. Gemeinsam mit den Arbeitsmarktexperten von Indeed analysiert Gründerszene deshalb einmal im Monat, welche Einhörner in Deutschland einstellen und welche Fachkräfte besonders gefragt sind. Zur Jahresmitte zeigt sich dabei ein klarer Trend – auch wenn sich die Datengrundlage durch neue und ausgeschiedene Einhörner verändert hat und die Ergebnisse, insbesondere auf Branchenebene, nur eingeschränkt mit den Vormonaten vergleichbar sind.
Von den insgesamt 1.915 in Deutschland ausgeschriebenen Stellen entfällt der Großteil seit Jahresanfang weiterhin auf die beiden Energie-Unicorns 1Komma5° und Enpal. 1Komma5° erhöht seine Ausschreibungen im Monatsvergleich dabei um 2,61 Prozent und Enpal sogar wieder um 43,90 Prozent, zeigt die Indeed-Analyse. Der Energie-Sektor bietet dementsprechend nach wie vor am meisten Möglichkeiten für den Jobeinstieg.
Auf den Plätzen dahinter folgen die beiden Defense-Startups Helsing und Quantum Systems mit jeweils 103 offenen Stellen. Helsing und Quantum Systems gehören mittlerweile mit zu den größten Arbeitgebern im Unicorn-Umfeld, sagt Frank Hensgens. Zusammen mit Stark Defence bildet DefTech die zweitstärkste Branche für Neuanstellungen. „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Stellenangebot bei deutschen Unicorns zwar wieder leicht wächst, dieses Wachstum aber stark konzentriert ist. Mehr als jede zweite ausgeschriebene Stelle entfällt auf die Branchen Energy und DefTech, die besonders kapitalintensiv sind und zugleich eine hohe industrie- und sicherheitspolitische Relevanz haben“, ordnet Indeed-Chef Frank Hensgens ein.
„Wie relevant Defense auch bei Startups derzeit wird, zeigt der Vergleich zum Beginn unseres Trackers: Seit Februar hat der DefTech-Sektor um 20 Prozent zugelegt, während alle anderen Branchen um sechs Prozent nachgegeben haben“, so Hensgens. Ein klarer Trend laut dem Arbeitsmarkt-Experten: „Diese Zahlen verdeutlichen einmal mehr, dass Personalaufbau derzeit vor allem dort stattfindet, wo Geschäftsmodelle von strukturellen Investitionen, politischer Priorität und konkreter Nachfrage profitieren.“
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Diese zwei Einhörner stellen nicht ein
Zwei Einhörner fallen in der Analyse der Zahlen besonders durch fehlende Einstellungsaktivität auf. Das Kölner KI-Startup DeepL schrieb ab Mai plötzlich keine Stellen mehr für Deutschland aus. Hensgens sieht diese Entwicklung als Warnsignal: „Wenn ein deutsches KI-Unternehmen Stellen vor allem hierzulande abbaut und zugleich internationale Standorte ausbaut, ist das auch ein Warnsignal. Für die deutsche Wirtschaft wird es entscheidend sein, ob innovative Unternehmen ihre nächste Wachstumsphase in Deutschland durchlaufen – oder ob Wertschöpfung, Talente und operative Funktionen zunehmend in andere Märkte abwandern.“
DeepL baute zuletzt rund ein Viertel seiner Belegschaft ab und strich etwa 250 Stellen. Das Unternehmen nennt als Grund eine Neuausrichtung hin zu kleineren, effizienteren Teams und einer stärkeren Integration von KI in interne Arbeitsprozesse. Damit reagiere DeepL auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck im globalen KI-Markt.
Aber auch das Tech-Startup Choco verzeichnet im Mai für den deutschen Standort keine Jobangebote, zeigen die Daten. Choco war 2018 als WhatsApp-Dienst für Gastronomen gestartet – nur zweieinhalb Jahre später erreichte die Berliner Firma die Milliardenbewertung und ist nun eine Plattform für den Lebensmittelgroßhandel.
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„Rückgänge in den Bereichen FoodTech, E-Commerce und Software sowie der vollständige Wegfall offener Stellen bei Unternehmen wie DeepL zeigen, dass auch bei Unicorns kein automatisches Wachstum garantiert ist“, meint dazu der Indeed-Chef. „Gerade im KI-Umfeld ist die Entwicklung ambivalent. Einerseits gilt KI als zentrales Zukunftsfeld, andererseits zeigt das Beispiel DeepL, dass technologische Stärke nicht zwangsläufig zu mehr Beschäftigung in Deutschland führt.“
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