Künstliche Intelligenz
HomeKit für mehr Geräte: Homebridge 2.0 bekommt Matter
Mit Homebridge ist es möglich, Geräte, die Apple aktuell noch nicht für HomeKit vorgesehen hat, in die Smart-Home-Technik einzubinden. Das Community-Projekt hat nun Version 2.0 der Software vorgelegt, die eine Reihe interessanter Neuerungen bringt. Nach einer langen Betaphase ist es nun offiziell möglich, neben HomeKit auch andere Matter-kompatible Systeme wie Google Assistant, Samsung SmartThings oder Amazon Alexa als Zieltechnik zu nutzen. Homebridge arbeitet somit auch als Matter-Bridge. Weiterhin kommen neue Gerätekategorien wie Staubsauger hinzu, die sich via Matter auch nach HomeKit holen lassen.
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Viele Systeme unterstützt, diverse Plattformen
Eine Übersicht der Neuerungen und technischen Details von Homebridge 2.0 listen die Macher auf GitHub. Das Node.js-basierte Projekt läuft auf zahlreichen Systemen wie Mac, Raspberry Pi, Linux (unter anderem Debian, Ubuntu, Red Hat, Arch), Windows (10 und 11). Es gibt die Software zudem für Synology-NAS-Systeme (DSM) und Docker, sie kann also auch parallel zu Home Assistant verwendet werden.
Zu den bekannten Plug-ins gehören etwa Ring-Kamera (sonst ein abgeschottetes System für HomeKit-User), Nest und Nest Camera, Belkin Wemo, SwitchBot (je nach Gerät allerdings mittlerweile via Bridge Matter-kompatibel), TP-Link-Kasa sowie Hue und deCONZ (via ZigBee). Läuft Homebridge, lassen sich all diese Geräte dann via HomeKit ansprechen – mal mehr und mal weniger umfangreich. Homebridge bewirbt das Projekt selbst mit dem Sätzlein „HomeKit-Unterstützung für Ungeduldige“. Das passt auch: Hat ein Unternehmen noch immer keinen Support für das Apple-Smart-Home oder die anderen Matter-kompatiblen Systeme parat, kann Homebridge helfen. Nicht immer stehen dabei allerdings alle im Originalsystem vorhandenen Features parat, es hängt jeweils davon ab, was der Autor eines der Plug-ins geleistet hat.
Kein offizielles Matter-Produkt
Neben der Steuerung via Home-App ist auch eine Nutzung über die Sprachassistentin Siri möglich. Es kann allerdings anfangs etwas dauern, bis die Befehle sich via iCloud über alle Geräte synchronisieren. Beim Setup muss man zudem etwas aufpassen, keine von HomeKit belegten Begriffe zu verwenden. Um etwa Radiostationen auf einem Sonos-Lautsprecher abzuspielen, sollte man diesen lieber nicht „Radio” nennen, sondern lieber „Lautsprecher”.
Die Macher von Homebridge betonen, dass das Werkzeuge keine offizielle Zertifizierung der für Matter zuständigen Connectivity Standards Alliance (CSA) hat. Homebridge sei dementsprechend auch kein Matter-Produkt im kommerziellen Sinne. Beim Pairing kann es daher zu Warnmeldungen kommen. Zur Herstellung der Kompatibilität wird das Open-Source-Projekt matter.js verwendet. Homebridge lässt sich kostenlos nutzen, die Macher freuen sich aber über Unterstützung.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Nachrüstung für Apples Time Capsule: Open-Source-Projekt hält SMB am Leben
macOS 27 schneidet bekanntlich allerlei alte Zöpfe ab: So ist es das erste Mac-Betriebssystem, das nicht mehr auf Intel-Maschinen lauffähig ist, künftig werden nur noch Apple-Silicon-Macs unterstützt. Doch dabei bleibt es nicht. Auch ein altes (und noch immer erstaunlich beliebtes) Stück Hardware verliert den Support: Die mit Festplatten ausgestatteten Router der AirPort- beziehungsweise Time-Capsule-Serie können keine Time-Machine-Backups mehr anlegen. Apple hatte dies bereits im Sommer 2025 angekündigt. Grund ist eine wichtige Protokolländerung in Golden Gate.
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Logischer Schritt, dennoch schade
Denn mit dem Update wird auch der Support für das traditionelle Apple Filing Protocol, kurz AFP, aus dem System genommen. Dies ist eigentlich nur logisch, da Apple schon seit vielen Jahren standardmäßig auf Samba (SMB) setzt. Allerdings beherrschen AirPort- beziehungsweise Time-Capsule-Geräte nur AFP und SMBv1. Und letzteres funktioniert mit macOS ebenfalls nicht mehr.
Apple hatte seine AirPort-Geräte offiziell im Jahr 2018 vom Markt genommen, nachdem sie zuletzt kaum gepflegt wurden. Sie galten nicht nur als WLAN-Geräte als verlässlich, sondern auch als praktisches Backup-NAS für Time-Machine-Sicherungen. Time Capsule und AirPort Disk, wie die Funktion zuletzt hieß, wurden bislang nicht durch neue Modelle ersetzt.
Open-Source-Projekt als Lösung
Wer seinen Apple-Router dennoch weiter für Backups nutzen will – etwa nachdem er oder sie die interne Festplatte aufgerüstet hat –, muss einen Hack anwenden. Den bietet zum Glück mittlerweile ein regelmäßig gepflegtes Open-Source-Projekt auf GitHub: TimeCapsuleSMB. Die Idee dabei: Samba 4 auf die Time Capsule bringen, das dann SMBv3-Support liefert. Möglich ist dies via Python oder einer macOS-GUI-App, die einen aktuellen Samba-Server auf die Geräte bringt.
Läuft auf der Time Capsule ein NetBSD 6 (Geräte der 5. Generation ab 2013), startet der Server automatisch. Ältere Geräte mit NetBSD 4 benötigen eine manuelle Aktivierung oder eine umgeflashte Firmware mit Boot Hook. Das Projekt des Programmierers James Chang kann die Geräte über eine SMB-URL im Finder einbinden, man muss sich also nicht auf Apples (sicherlich demnächst obsoleten) Legacy-Stack verlassen. Eine ausführliche FAQ erläutert das Vorgehen.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Von NASA-Sonde Lucy besucht: Asteroid Donaldjohanson taumelt um die Sonne
Der erdnussförmige Asteroid Donaldjohanson dreht sich nicht einfach nur um eine Achse, sondern taumelt auf seiner Bahn um die Sonne um eine weitere. Das haben Auswertungen jener Daten ergeben, die die NASA-Sonde Lucy bei ihrem Vorbeiflug im Frühjahr 2025 gesammelt hat. Wie die US-Weltraumagentur jetzt ausführt, dauert eine Umdrehung des Himmelskörpers um sich selbst 10,5 Erdentage, die gleichmäßige Schwankung erfolgt im Rhythmus von 26,5 Erdentagen. Das unerwartete Bewegungsmuster geht demnach wohl auf die unsymmetrische Gestalt des Asteroiden in Verbindung mit dem sogenannten YORP-Effekt zurück: eine Veränderung der Rotation unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt war an der Forschung beteiligt.
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Darstellung der Bewegungsachsen
(Quelle: DLR)
Laut den Forschungseinrichtungen wurden auf dem Asteroiden zudem eisenreiche Tonmineralien nachgewiesen, die auf das Vorhandensein von flüssigem Wasser vor langer Zeit hinweisen würden. Das könnte bedeuten, dass Donaldjohanson aus Fragmenten eines größeren, kohlenstoff- und wasserreichen Asteroiden besteht, die vor 155 Millionen Jahren im Asteroidenhauptgürtel weiter zerbrochen sind. Damit wäre er unerwartet jung. Der Kontakt mit dem Wasser müsse aber kurz gewesen sein, weil die Stoffe sonst ersetzt worden wären. Insgesamt erinnere die Zusammensetzung an jene der Asteroiden Bennu und Ryugu, die denselben Ursprung haben – aber später nicht mehr zerbrochen sind.
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Bei der Annäherung an Donaldjohanson aufgenommene Bilder von Lucy
(Quelle: NASA/Goddard/SwRI/Johns Hopkins APL)
Lucy ist am 20. April 2025 an Donaldjohanson vorbeigeflogen. Schon unmittelbar danach hatte Forschungsleiter Hal Levison vom Southwest Research Institute die Form des Himmelskörpers als „seltsam“ und „auffallend kompliziert“ beschrieben. Der Asteroid ist demnach etwa 8 km lang und bis zu 3,5 km breit. Der Vorbeiflug war die Generalprobe für die eigentliche Mission der Sonde. Sie soll ab dem Sommer 2027 gleich mehrere Asteroiden besuchen und erforschen, die dem Jupiter auf der gleichen Umlaufbahn um die Sonne vorauseilen oder nachfolgen – die Jupiter-Trojaner. Die primitiven Himmelskörper gelten als Fossilien der Planetenentstehung. Benannt wurde die Sonde nach einem mehr als drei Millionen Jahre alten Fossil des Menschen-Vorfahren Australopithecus afarensis.
(mho)
Künstliche Intelligenz
China setzt weitere US-Firmen auf Exportkontrollliste
China hat zehn weitere US-Unternehmen auf seine Exportkontrollliste gesetzt und ergreift damit im Handels- und Technologiestreit mit Washington erneut Gegenmaßnahmen. Exporteure dürfen den Firmen nach Angaben aus Peking keine Güter mehr liefern, die sowohl eine zivile als auch eine militärische Verwendung finden können.
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Vizeministerpräsident Ding Xuexiang kritisierte in einer Rede in Peking, einige Länder setzten die nationale Sicherheit als Vorwand für Handelsbeschränkungen ein. Das könne zu geopolitischen Konflikten und Kriegen führen, Protektionismus nehme zu und es steige das Risiko einer Fragmentierung der Industrie- und Lieferketten. Durch Dialog müsse verhindert werden, dass wirtschafts- und handelspolitische Fragen als Druckmittel eingesetzt würden, forderte er.
Auf Chinas Exportkontrollliste stehen nun unter anderem die Firmen Aveox, Red Cat Holdings, Teal Drones, Oshkosh Defense, L3Harris Maritime Services sowie MP Materials und USA Rare Earth. Mehrere der Unternehmen arbeiten im Rüstungs-, Drohnen- oder Sicherheitsbereich. Andere sollen US-amerikanische Lieferketten für seltene Erden und Magnete aufbauen – einen Bereich, den bislang chinesische Firmen dominieren.
Parallel verbot Chinas Finanzministerium staatlichen Stellen, Produkte zu kaufen, die von 46 US-Unternehmen hergestellt werden. Betroffen sind unter anderem große Rüstungskonzerne und Rüstungssparten großer Unternehmen, darunter Lockheed Martin, Raytheon und Boeing.
Reaktion auf US-Beschränkungen
Ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking stellte die neuen Maßnahmen in Zusammenhang mit einer US-Entscheidung. Das Pentagon hatte am 8. Juni eine aktualisierte Liste von 188 chinesischen Unternehmen und verbundenen Einheiten veröffentlicht, die es als sogenannte chinesische Militärunternehmen einstuft. Darunter sind prominente Namen wie Alibaba, einer der größten chinesischen Internet- und Onlinehandelskonzerne, und BYD, Chinas führender Hersteller von Elektroautos.
(mho)
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