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Im Interview: So tickt Almedia-Gründer Moritz Holländer


Das Berliner Startup Almedia setzt auf belohnungsbasiertes Marketing mit Freecash – und erreicht damit Millionen Nutzer.

Das Berliner Startup Almedia setzt auf belohnungsbasiertes Marketing mit Freecash – und erreicht damit Millionen Nutzer.
Almedia, Collage: Gründerszene/ Dominik Schmitt

Moritz Holländer hat mit 18 Jahren eines der laut britischen Financial Times am schnellsten wachsenden Startups Europas gegründet: Sein Berliner Ad-Tech-Unternehmen Almedia belegte im FT1000-Ranking 2025 den dritten Platz mit einem jährlichen Umsatzwachstumsrate von 474 Prozent. Heute ist er 23 Jahre alt, und steht auf der aktuellen 30-under-30-Forbes-Liste für die DACH Region.

Kern des Geschäfts von Almedia ist „belohnungsbasiertes Marketing“. Dafür betreibt Holländer die App Freecash, auf der Nutzer für das Testen von anderen Apps, Spielen oder Registrierungen Geld erhalten.

2025 erzielte Almedia laut eigenen Angaben damit rund 29 Millionen Euro Umsatz, erreichte weltweit über 60 Millionen Nutzer und zahlte mehr als 150 Millionen Dollar an diese aus. Das ursprüngliche Zwei-Mann-Team wuchs rasant: Almedia beschäftigt derzeit nach eigenen Angaben 130 Mitarbeiter.

So funktioniert Freecash

Almedia betreibt mit Freecash eine Belohnungsplattform; sie funktioniert als Schnittstelle zwischen Plattformnutzern und Werbetreibenden. Unternehmen nutzen Freecash, um neue Nutzer zu gewinnen oder Produktfeedback zu sammeln, indem sie Aufgaben mit finanziellen Anreizen einstellen. Für die Nutzer bedeutet das: Geld verdienen durch simple Aktionen wie App-Registrierungen oder Produkttests.

So gibt es etwa zwei Euro für eine Anmeldung bei TikTok oder kleine Beträge für das Installieren von Mobile Games. Bei einigen Spielen steigt die Vergütung mit dem Spielfortschritt und kann sich auf mehrere hundert Euro summieren.

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Wir haben Moritz Holländer zum Interview bei Almedia getroffen. Wir sprachen mit ihm darüber, warum er sein Studium abgebrochen hat, über 13-Stunden-Arbeitstage, über Fails, wie er es ohne VC geschafft hat, ein Unternehmen aufzubauen, und warum ihm die Covid-19-Pandemie dabei in die Karten gespielt hat.

Gründerszene: Moritz, du hast 2020 mit 18 Jahren Almedia gegründet – was war für dich der Auslöser in so jungen Jahren schon etwas Eigenes aufbauen zu wollen?

Moritz Holländer: Ich habe mich schon immer für Unternehmertum interessiert und wollte etwas Eigenes gründen, mein eigenes Business machen. Das war immer mein Plan. Schon früh als Kind – da war ich vielleicht zwölf – habe ich auf Ebay Kleinigkeiten verkauft. Ich habe auch auf YouTube mit Affiliate-Links gearbeitet, Websites promotet oder Blogs erstellt. Damit hatte ich während meiner Schulzeit bis zum Abitur kleine Side-Businesses am Start. 

Mit 18 war ich dann alt genug – das war ungefähr ein halbes Jahr nach dem Abitur – offiziell ein eigenes Unternehmen zu grünen. Ich wollte etwas machen, womit ich mich schon ein bisschen auskenne.

Du hast Almedia dann bootstrapped, also ohne Investoren, aus eigener Finanzierung aufgebaut. Wie hast du das geschafft? 

Ich habe mein Business darauf ausgelegt und überlegt, was ich ohne VC-Geld machen kann. Ich hatte damals ungefähr 20.000 Euro eigenes Kapital. Ich habe abgewägt; denn viele Sachen, die gar kein Kapital benötigen, sind auch nicht wirklich skalierbar. Ich wollte aber etwas machen, was eine Foundation hat, also etwas mit einem Produkt dahinter, hatte aber eben dieses begrenzte Kapital.

Ich dann die Nische Freecash gefunden: Das funktioniert so, dass Leute Umfragen oder andere Aufgaben online erfüllen, um zum Beispiel virtuelle Gegenstände in einem Spiel zu bekommen. Ich habe mich informiert und wusste dann, dass es in dieser Nische zwar mehrere Player gibt, aber vergleichsweise wenige. Es waren zirka vier Websites, die damals zwischen 10.000 und 20.000 Euro pro Monat Umsatz gemacht haben.

Und ich wusste, das ist etwas, das man mit geringem Kapital selbst bauen und wo man sich aber trotzdem noch absetzen kann. Ich habe direkt gesehen, was ich besser machen könnte als die bestehenden Anbieter. Mein damaliger Co-Founder hat dann für mich gecodet und ich habe das Management des Businesses übernommen. Nach einem Jahr ist er ausgestiegen und ich habe weiter gemacht.

Ich konnte mir schon im ersten Monat ein Gehalt zahlen.

Was hast du in dieser ersten Zeit gelernt und wann warst du so weit, dass du dir auch selbst dein erstes Gehalt auszahlen konntest? 

Am Anfang habe ich ein bisschen alles gemacht und hatte noch nicht das Gespür dafür, was wichtig ist und was nicht. Ich habe meine Zeit nicht sehr effizient genutzt, aber gleichzeitig viel gemacht, um viel zu lernen – was gut so war. Das heißt, ich habe viele E-Mails geschrieben, Steuern selber gemacht und so weiter. Das Business hat direkt gut angefangen, es gab Organic Traffic und so waren wir schon im ersten Monat profitabel. So konnte ich mir schon im ersten Monat ein Gehalt zahlen.

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2020 hast du gegründet – also knapp vor der Covid-19-Pandemie. War es ein Vor- oder Nachteil, dass viele Menschen zu Hause blieben für euer digitales Business? 

Grundsätzlich hat der Zeitpunkt für die Gründung des Startups gepasst. Für mich persönlich wurde durch die Pandemie die Alternative zu studieren noch unattraktiver. (lacht) Ich habe mich weniger schlecht gefühlt, dass ich mich auf mein Business statt auf mein Studium an der FU (Anmerkung der Red.: Freie Universität Berlin) fokussiert habe, weil ich schnell gesehen habe: Es funktioniert und ich brauche das Studium dafür nicht.

Meine Eltern wollen wahrscheinlich immer noch, dass ich studiere. Aber sie haben mich auch supportet, mich selbstständig zu machen.

Seit 2020 und der Gründung von Almedia sind über fünf Jahre vergangen. Das Unternehmen har sich weiterentwickelt. Welche Aufgaben hast du abgegeben und inwieweit ist dein Team seitdem gewachsen?

Ich glaube, das Wichtigste war, dass ich eine sehr gute Person für Tech gefunden habe. Die nächste Aufgabe, die ich abgegeben habe, war alles rund um Finance und Accounting. Ich habe alle Bereiche, zu denen ich kein Wissen hatte, möglichst schnell abgegeben, um mich auf das Produkt zu fokussieren.

Wie sieht nun dein Daily Business aus?

Mittlerweile sind wir bei Almedia über 100 Leute – mein Alltag sieht also anders aus, als noch ganz am Anfang. Das heißt, ich muss mehr abgeben. Für mich ist das eine Challenge, weil ich immer noch in diesem Mindset bin, dass ich am Liebsten alles machen würde.

Ich komme auf sieben, acht Stunden Meetings pro Tag und das fühlt sich nicht wie eine Belastung an.

Ich habe extrem viele Meetings am Tag, weil wir viele neue Leute im Team haben – ich komme auf sieben, acht Stunden Meetings pro Tag. Das mag unproduktiv klingen, aber die in den Meetings updatet man sich gegenseitig, ich bin in Entscheidungen involviert und gleichzeitig sind die Mitarbeiter direkt einbezogen.

Vor allem bin ich in den Themen User Acquisition und B2B, also Advertiser betreuen, involviert. Mein Tag startet zwischen 9 und 10 im Büro und ich bleibe bis neun oder zehn Uhr Abends – und auch am Wochenende. Es fühlt sich nicht wie eine Belastung an, die Arbeit macht mir immer Spaß. Und deswegen finde ich lange Arbeitstage nicht schlimm. 

Du bist ein junger Gründer und Chef, du führst ein junges Team. Wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben? 

Ich will nachvollziehen können, was wer macht, Probleme verstehen und so meinen Teil beisteuern können. Ich möchte involviert bleiben, aber übertrage und gebe auch Verantwortung ab. Ich möchte, dass meine Mitarbeitenden viel machen dürfen und Verantwortung übernehmen können. Und ich bin gleichzeitig sehr pushy, also möchte, dass wir Dinge schnell angehen und nicht zu lange zu warten. Das führt dazu, dass der Pace im Unternehmen schnell ist. Es geht einfach alles zack, zack, zack.

Was war dein bisher größter Erfolg in den letzten Jahren? 

Ein großer Erfolg ist es, dass wir mit Almedia den Switch gut geschafft haben; von einem Remote-Startup mit Freunden zu einem richtigen Business mit Büro in Berlin. Den Switch hatten wir im März 2023, als wir unser Büro angemietet haben. Das war erst gar nicht so leicht für uns, weil wir das Arbeiten im Office gar nicht gewohnt waren. Wir haben in dieser Zeit viele neue Leute eingestellt und mussten viel selbst dazu lernen im Hiring-Prozess.

Da war es vielleicht ein Nachteil, dass wir keine Investoren haben und von keinem Erfahrungsschatz rund um People-Management und Team-Aufbau profitieren konnten. Wir haben viel Lehrgeld bezahlt, sehr viel Zeit verschwendet, weil wir die falschen Leute ins Team geholt und dann zu lange gewartet haben, was Chaos erzeugt hat. Jetzt, knapp drei Jahre später, sind wir auf einem ganz anderen Stand. Das ist wahrscheinlich mein größter Erfolg.

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Du hast gerade schon von einem Learning gesprochen – was war dein größter Fehler, aus dem du gelernt hast? Was hast du daraus mitgenommen?

Wir haben fünf Company Values, eine davon lautet Fokus. Und damals war ein Fail, dass genau dieser Fokus fehlte. Wir sind sehr stark gewachsen, bis es kurz abflachte. Um das Wachstum wieder anzukurbeln, haben wir mehrere Projekte gleichzeitig gestartet – fünf Projekte, fünf Herangehensweisen und wir waren aber auch nur fünf Leute. Das heißt, jeder hat alles gemacht und nichts so richtig. Wir haben ein halbes Jahr an unnötigen Projekten gearbeitet, die wir dann nie released haben. Fokus war also als Team unser größtes Learning. Für mich als CEO gilt es, die richtigen Projekte herauszusuchen und einen Fokus zu setzen.

Wir wollen in den nächsten zwei Jahren Unicorn-Level erreichen.

Was hast du dir für 2026 vorgenommen? Was ist dein Ziel mit Almedia?

Wir ziehen mit Almedia in ein zweites Office um, wo wir dann langfristig bleiben wollen. Wir werden wahrscheinlich auf die 150 bis 200 im Almedia-Team zugehen. Das heißt, wir müssen auch unsere Struktur und Arbeitsweise anpassen. Umsatztechnisch ist unser Ziel in den nächsten zwei Jahren zumindest auf eine Milliarde Run-Rate zu kommen pro Jahr, also Unicorn-Level zu erreichen sowohl mit dem Umsatz als auch der Bewertung. 

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Welche Tipps kannst du jungen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die mit ihrem Startup noch ganz am Anfang stehen?

Für mich persönlich hat es gut funktioniert, sich auf eine Nische zu fokussieren, in der ich relativ schnell herausstechen konnte. Viele Gründer suchen sich anfangs einen extrem großen Markt, was zwar viel Potenzial mit sich bringt, aber ich glaube, es ist einfacher, nachhaltiger und es macht auch mehr Spaß, wenn man schnell erste Erfolge feiern kann. Da eignet ein nischiger Markt. Dann gilt es, darin gut zu sein und daraus zu expandieren.



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Billiger als Lap Coffee – diese Kette aus China will Deutschland erobern


Billiger als Lap Coffee – diese Kette aus China will Deutschland erobern

Eingang einer Berliner Filiale der chinesischen Kette Cotti Coffee
Business Insider Deutschland

Die chinesische Kette Cotti Coffee expandiert rasant und ist jetzt mit mehreren Filialen in Deutschland vertreten.

Mit 99-Cent-Espresso und stark automatisiertem Konzept setzt das Unternehmen auf maximale Effizienz und Niedrigpreise.

Unser Reporter war in Berlin vor Ort und testete die China-Kette.

Vor dem Store hängen noch die rot-grauen Ballons von der Eröffnung, aus denen langsam die Luft entweicht. Im Laden sind die wenigen vorhandenen Tische alle belegt, jedoch nur von in Smartphones vertieften Einzelpersonen. 

So sieht also die chinesische Revolution des Billig-Kaffees aus? Ich befinde mich in einer Berliner Filiale von Cotti Coffee, einer neuen Kaffeehaus-Kette aus China, die Starbucks, Lap Coffee und Co. Konkurrenz machen will. Mit aggressiven Niedrigpreisen drängt Cotti Coffee seit kurzer Zeit auch auf den deutschen Markt, nachdem das Unternehmen bereits seine Expansion in die USA begonnen hat. 

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Hinter der Kaffee-Erfolgsgeschichte von Cotti stecken zwei ehemalige Führungskräfte des ebenfalls chinesischen Coffee-Shops Luckin Coffee. Sie machten Cotti innerhalb von nur vier Jahren zur globalen Nummer drei nach Starbucks und Luckin. Damit kommen derzeit zwei der drei weltweit größten Coffee-Shop-Ketten aus dem Reich der Mitte.

Mittlerweile betreibt Cotti Coffee nach eigenen Angaben etwa 18.000 Filialen in 28 Ländern – ein rasantes Wachstum in kürzester Zeit. Über 16.000 der Filialen befinden sich in China. Zum Vergleich: Die chinesische Nummer eins und globale Nummer zwei Luckin Coffee betreibt derzeit rund 30.000 Filialen, davon über 24.000 in China. Das US-Unternehmen Starbucks betreibt dort lediglich 8000 Filialen seiner weltweit über 40.000 Shops.

Seit Anfang des Jahres ist Cotti Coffee mit derzeit sieben Filialen in Deutschland vertreten, davon zwei in Berlin. Die anderen befinden sich in Köln, Düsseldorf und Hamburg. 

Zeit für einen Besuch also.

Zur Bestellung muss ich einen QR-Code scannen und kann dann aus einer Karte wählen, die genügend Auswahl für die Geschmäcker moderner Großstadtbewohner bietet, aber niemanden überfordert. 

Es finden sich Kaffeegetränke, Matchagetränke und Frappés, etwa mit Kokos, Mango oder Grapefruit, im Menü. Einen einfachen Espresso gibt es auch – zu einem reduzierten Preis von 99 Cent.

Die Bestellung läuft ausschließlich digital und ich muss meine Mailadresse oder Telefonnummer angeben, wobei offen bleibt, warum. Danach kann ich, wenn ich nicht online zahlen möchte, immerhin am Terminal mit Karte zahlen – anders als in vielen Berliner Cafés. 

Ich bestelle einen „Matcha Kokos Latte“ (warm) und einen „Grapefruit Americano“ (kalt), beides ohne Zucker, warte auf die Bestellung – und schaue mich dabei im Laden um.

Auch wenn Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters liegt: Die Innenausstattung der Cotti-Filialen wirkte auf mich, vorsichtig formuliert, eher ausladend. Allerdings waren bei diesem Besuch beinahe alle Plätze belegt, meistens von Laptopnutzern – der Laden bietet kostenfreies WLAN. 

Eine Berliner Cotti Filiale von innen

Eine Berliner Cotti Filiale von innen
Business Insider Deutschland

Anders als die Billig-Kette Lap Coffee setzt Cotti auf künstliche Holzparkettoptik statt Aluminium unter dem Neonlicht, vielleicht um etwas Wärme auszustrahlen. Ich lasse mich von den braunen Kunstledersitzen zum Verweilen einladen. 

Nach einigen Minuten, in denen ich meine Eindrücke notiere, kommt meine Bestellung – beide Getränke eine Premiere für mich. Für den eisgekühlten Grapefruit-Americano ist es draußen noch etwas zu kalt, aber er kann leichte Sommergefühle bei mir hervorrufen. Der Jahreszeit angemessener ist der warme Kokos-Matcha-Latte, der zwar zuckerfrei ist, aber überraschend süß schmeckt.

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Auffällig viele Chinesisch sprechende Kunden sind bei meinem Besuch in der Filiale: Drei Viertel der anwesenden Kunden sprechen miteinander oder am Telefon Chinesisch – und bestellen auf Chinesisch.

Auch die Mitarbeiterinnen sprechen ausschließlich Chinesisch und Englisch. Eine von ihnen erzählt mir, dass sie extra für den Job hinter dem Tresen des Coffee-Shops von China nach Deutschland gekommen sei.

Neben Geschmack und der Originalität der Getränke ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal von Cotti Coffee der Preis. Mit seinem günstigen Angebot hat Cotti Coffee auf den ersten Blick viel Ähnlichkeit mit der in Berlin gegründeten Kaffeekette Lap, die in den vergangenen Monaten viel Kritik für ihre Niedrigpreise auf sich gezogen hat.

Beide Unternehmen arbeiten nach dem Konzept minimalistischer Einrichtung, kleiner Ladenflächen und vollautomatisierter Bestell- und Zubereitungsvorgänge, die kein qualifiziertes Personal benötigen. 

Eine Auswahl des Menüs von Cotti Coffee

Eine Auswahl des Menüs von Cotti Coffee
Business Insider Deutschland

Welche Preise bietet Cotti Coffee an?

Der Espressopreis gilt allgemein als Aushängeschild des Preisniveaus vieler Cafés und Coffee-Shops. In dieser Disziplin schlägt Cotti die Berliner Konkurrenz von Lap tatsächlich deutlich mit einem Espresso für 99 Cent. Bei der Berliner Konkurrenz Lap Coffee sorgte bereits der 1,50-Euro-Espresso für einen medialen Shitstorm.

Zum Vergleich: Starbucks nimmt für einen einfachen Espresso circa 3,50 Euro, bei der traditionsreichen Berliner Kette Einstein liegt der Preis bei zwei Euro.

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Schaut man jedoch auf das übrige Angebot, kann Lap von Cotti nur minimal unterboten werden. Der Americano kostet dann 1,99 Euro statt der zwei Euro bei Lap. Der Café-Latte liegt ebenfalls bei jeweils 2,99 Euro (Cotti) beziehungsweise drei Euro (Lap). 

Die Fassade einer Lap-Coffee-Filiale in Berlin nach einer Farbattacke.

Die Fassade einer Lap-Coffee-Filiale in Berlin nach einer Farbattacke.
TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images

Bei den Matchagetränken und allen weiteren Sonderformen ist der Preisunterschied minimal höher. Der Matcha Latte kostet bei Cotti 3,39 Euro gegenüber 3,50 Euro bei Lap. Ähnlich sieht es für Kaffee-Mischgetränke aus. 

Allerdings macht Cotti eine Sache anders als Lap: das Spiel mit Rabatten. Bei meinem Besuch sind auf der Website von Cotti, über die ich die Bestellung tätigen muss, nur reduzierte Preise zu sehen. Daneben sind die Originalpreise zu sehen, die oft ein Viertel bis ein Drittel höher liegen. Allerdings kann ich nicht erkennen, ab welchem Zeitpunkt die Preise wieder angehoben werden sollen.

Für Neukunden gibt es außerdem noch weitere Lock-Angebote: Extra Vergünstigungen auf bestimmte Getränke für die ersten drei Käufe.

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Mein Fazit

Im Vergleich mit Cotti Coffee wirkt Starbucks beinahe wie das sympathische Indie-Café um die Ecke und Lap Coffee wie ein buntes Einrichtungsgeschäft. Wer außerdem bei Lap schon kapitalismuskritische Schnappatmungen bekam, der sollte Cotti Coffee meiden. Genau wie bei Lap gilt: Cotti wirkte bei meinem Besuch weder wie ein einladender Treffpunkt, noch bot es qualitativ großartigen Kaffee – wer jedoch einen schnellen, preisgünstigen Kaffee, vielleicht mit etwas Kokos- oder Mango-Aroma, sucht, wird hier fündig. 

Die beiden Getränke, die ich gekauft und ausgetrunken habe, waren wie der Laden selbst: Sie haben gehalten, was sie versprochen haben. Ein wenig Bauchweh habe ich danach trotzdem.

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Dieses Startup will die Briefpost mit einer KI-App zurückbringen


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Andrew Gold und Aaron Albert gründeten Escargot, um Grußkarten für die Generation Z und Millennials wiederzubeleben.
South Park Commons

„Happy Birthday!“ per SMS, E-Mail oder Social-Media-Post hat nicht den gleichen Reiz wie eine echte Karte im Briefkasten.

Die Cousins Andrew Gold und Aaron Albert wollen mit ihrem Startup Escargot die Kunst des Versendens von Grußkarten für die Generation Z und Millennials wiederbeleben. „Die Leute wollen sich menschlich fühlen“, sagte Albert im Interview.

Geld von Investoren

Escargot, das im Februar gestartet wurde, ermöglicht es, physische Grußkarten für jeden Anlass – Geburtstage, Feiertage, Glückwünsche – direkt über die mobile App oder die Website zu verschicken. Einzelne Karten kosten etwa acht Dollar (etwa 6,78 Euro), Abonnements beginnen bei rund zehn Dollar (etwa 8,47 Euro) im Monat für zwei Kartengutschriften, die übertragen werden können.

Das Startup hat kürzlich 2,75 Millionen Dollar (etwa 2,55 Millionen Euro) Seed-Finanzierung von Investoren wie Wischoff Ventures, Hannah Grey und South Park Commons erhalten. „Diese Grußkartenbranche ist riesig“, sagte Gold. Laut Grand View Research belief sich der US-Kartenmarkt 2025 auf etwa 7,1 Milliarden Dollar (etwa 6,6 Milliarden Euro).

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Gold erklärte, dass die meisten Geburtstage in der App auf das Jahr 2000 oder später fallen. „Dort liegt unsere große Chance“, sagte Gold. „Aber wir wollen auch Millennials und ältere Zielgruppen ansprechen.“ Während KI das Internet übernommen hat und Social Media sich weniger sozial anfühlt, erleben analoge Medien ein Comeback: Festnetztelefone, Fotokabinen, Plattenspieler.

Dieser „kulturelle Wandel“, so Albert, signalisierte den Escargot-Gründern, dass jetzt ein guter Zeitpunkt sei, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das Nostalgie für Papierprodukte mit moderner Technik aus dem Silicon Valley verbindet.

„Wir sind keine Ludditen („Technikfeinde“, Anm. d. Red.)“, sagte Albert. „Wir werden die Technik nicht verteufeln.“ Stattdessen wollen die Gründer von Escargot Technologie und KI nutzen, um eine sozialere Version des Internets zu schaffen.

„Wir pitchten uns nicht als KI-Unternehmen“, sagte Gold. „Wir werden sie auf interessante Weise einsetzen, um bestimmte Erlebnisse zu ermöglichen.“ Gold, CEO von Escargot, arbeitete zuvor bei Apple und Coinbase, während Albert, CMO von Escargot, ehemaliger Kinderdarsteller und Gründer des Mental-Health-Startups Felt ist.

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KI als Werkzeug, um echte Verbindungen zu schaffen

Escargot nutzt KI auf mehreren Ebenen. Wenn die verfügbaren Kartenmotive nicht zum gewünschten Anlass passen, bietet Escargot die Möglichkeit, die Karte mit KI über Google Gemini zu „remixen“. Nutzer können zudem eigene Fotos hochladen.

Die App nutzt KI außerdem, um Empfehlungen zu geben, wann Karten an Freunde geschickt werden sollten, wenn sie Zugriff auf Kalender und Kontakte erhält.

Escargot ist nicht das einzige Unternehmen, das auf diesen Markt setzt. Hallmark, einer der führenden Anbieter von Grußkarten, bietet ebenfalls eine App an, mit der Papierkarten verschickt und Erinnerungen gesetzt werden können.

In der Präsentation für Investoren betonte Escargot, dass das Unternehmen über Grußkarten hinaus wachsen will, mit Funktionen für Gutscheine und weitere Möglichkeiten, Menschen miteinander zu verbinden.

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Escargot gehört zu mehreren Startups im KI-Zeitalter, die Nutzer mit Werkzeugen ausstatten, um reale Beziehungen zu stärken. Retro, eine Social-Media-Plattform zum Teilen von Fotos, bietet eine Postkartenfunktion an, die das Verschicken von Bildern so einfach macht wie das Posten online. Rodeo, gegründet von ehemaligen Hinge-Managern, nutzt KI, um Treffen mit Freunden im echten Leben zu erleichtern.

Escargot beschäftigt fünf Vollzeitmitarbeiter, darunter Gold und Albert, und plant, die kürzlich erhaltene Finanzierung in den Ausbau seines Produkt-Ökosystems zu investieren.

Lest exklusiv das Notion-Memo, das Escargot genutzt hat, um zu pitchen:

Hinweis: Einige Details wurden geschwärzt.





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Maximilian Wühr ist seit April 2023 CEO bei Finn.
FINN/Collage: Dominik Schmitt

Finn zählt zu den Aufsteigern der deutschen Startup-Szene. Das Unternehmen setzt auf ein Auto-Abo: Kunden wählen ihr Fahrzeug online, zahlen eine monatliche Rate – und erhalten ein Paket, das Leistungen wie Zulassung, Versicherung, Wartung und Steuern bündelt. Ein Angebot, das auf hohe Nachfrage trifft – und rasant wächst. Der reine annualisierte Abo-Umsatz liegt inzwischen bei über 250 Millionen Euro, ein Wachstum von 60 Prozent im Jahr 2025. Zudem hat Finn erstmals ein positives operatives Ergebnis erreicht, wie CEO Maximilian Wühr im Gespräch mit Gründerszene verrät.





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